Kein anderer Fachbereich im Fernstudium hat so viele staatliche Studiengänge wie Technik und Informatik. Über hundert der mehr als 300 Programme laufen an staatlichen Hochschulen, wo ein vollständiger Master schon ab 800 € Gesamtkosten zu haben ist, während private Anbieter für einen Bachelor in aller Regel fünfstellig abrechnen. Diese Seite zeigt dir, welche der 13 Fachrichtungen zu deinem Ziel passt, was sie kostet und welcher Abschluss dich am Ende berechtigt, dich Ingenieurin oder Ingenieur zu nennen.
- 30 Top-Studiengänge im Fachbereich Technik & Informatik im Überblick
- 13 Fachrichtungen: Was du wo studierst und wohin es führt
- Wer darf sich nach dem Fernstudium Ingenieur nennen?
- Was kostet ein technisches Fernstudium?
- Staatlich oder privat: Wofür du den Aufpreis bezahlst
- Ohne Abitur ins Ingenieur-Fernstudium: Diese drei Wege gibt es
- Was verdient man mit einem technischen Abschluss?
- Lohnt sich ein Technikstudium noch? Was die Bitkom-Zahlen zeigen
- Wie viel Zeit ein Fernstudium neben dem Job wirklich kostet
- Häufige Fragen zum technischen Fernstudium
- Weiterlesen: verwandte Fachbereiche und Vertiefungen
30 Top-Studiengänge im Fachbereich Technik & Informatik im Überblick
Wir verzeichnen insgesamt 306 Kurse im Fachbereich Technik & Informatik. Gezeigt werden die ersten 30 Top-Kurse. Nutze die Filterfunktion oder unsere Suche, um weitere Kurse im Fachbereich zu entdecken.
Maschinenbau
Wilhelm Büchner Hochschule · B.Eng. · 7 Semester · 4,0
Informatik
FernUniversität Hagen · B.Sc. · 6 Semester · 3,2
Maschinenbau
TU Dresden · Dipl.-Ing. · 20 Semester · 3,0
Maschinenbau
AKAD University · B.Eng. · 6 Semester · 4,0
Maschinenbau
Hamburger Fern-Hochschule · B.Eng. · 7 Semester
Wirtschaftsinformatik
FernUniversität Hagen · B.Sc. · 6 Semester · 4,5
Maschinenbau
Institut für Verbundstudien NRW · M.Eng. · 6 Semester
Maschinenbau
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin · B.Sc. · 9 Semester
Informatik
FernUniversität Hagen · M.Sc. · 4 Semester · 4,0
Maschinenbau
Institut für Verbundstudien NRW · B.Eng. · 9 Semester
Elektro- und Informationstechnik
Wilhelm Büchner Hochschule · B.Eng. · 7 Semester · 4,5
Bauingenieurwesen
TU Dresden · Dipl.-Ing. · 4 Semester
Energieverfahrenstechnik
Wilhelm Büchner Hochschule · B.Eng. · 7 Semester
VAWi – Virtueller Weiterbildungsstudiengang Wirtschaftsinformatik
Universität Duisburg-Essen · M.Sc. · 3 Semester · 4,9
Wirtschaftsingenieurwesen
IU Internationale Hochschule · B.Eng. · 6 Semester
Technische Informatik
Wilhelm Büchner Hochschule · B.Eng. · 7 Semester
Data Science
FernUniversität Hagen · M.Sc. · 4 Semester
Elektrotechnik
Institut für Verbundstudien NRW · B.Eng. · 9 Semester
Wirtschaftsinformatik
IU Internationale Hochschule · B.Sc. · 6 Semester
Applied Artificial Intelligence
IU Internationale Hochschule · M.Sc. · 2 Semester · 4,0
Software Engineering for Embedded Systems
Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau · M.Eng. · 4 Semester
Wirtschaftsinformatik
FernUniversität Hagen · M.Sc. · 4 Semester
Informatik
Wilhelm Büchner Hochschule · B.Sc. · 6 Semester · 3,6
Game Development
Wilhelm Büchner Hochschule · B.Sc. · 6 Semester
Brandschutzplanung
Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau · M.Eng. · 5 Semester
Wirtschaftsinformatik
IU Internationale Hochschule · M.Sc. · 2 Semester · 4,0
Praktische Informatik
FernUniversität Hagen · M.Sc. · 3 Semester · 2,9
Wirtschaftsingenieurwesen
AKAD University · B.Eng. · 6 Semester
Wirtschaftsingenieurwesen Digital Engineering and Management
Hochschule Fresenius · B.Eng. · 6 Semester
13 Fachrichtungen: Was du wo studierst und wohin es führt
Der Fachbereich Technik & Informatik gliedert sich in 13 Fachrichtungen. Sie unterscheiden sich nicht nur inhaltlich, sondern auch in einem Punkt, den viele Anbieter nicht offen ansprechen: Nicht jede Fachrichtung führt zur geschützten Berufsbezeichnung Ingenieur. Wer das Ziel hat, später als Ingenieurin oder Ingenieur zu arbeiten, sollte diese Spalte zuerst lesen.
| Fachrichtung | Typische Abschlüsse | Schwerpunkte | Berufsbezeichnung Ingenieur möglich? |
|---|---|---|---|
| Informatik | B.Sc., B.Eng., M.Sc. | Softwareentwicklung, Algorithmen, Betriebssysteme, Rechnernetze | In der Regel ja, wenn der Studiengang 180 ECTS umfasst und überwiegend MINT-Inhalte trägt |
| Data Science & AI | B.Sc., M.Sc., MBA | Statistik, maschinelles Lernen, Datenarchitektur, KI-Anwendungen | Je nach Programm. Management-nahe Varianten mit B.A.-Grad führen nicht dorthin |
| Wirtschaftsingenieurwesen | B.Eng., M.Eng., M.Sc. | Technik und Betriebswirtschaft an der Schnittstelle zwischen Produktion und Management | Ja, Bayern und Hessen haben dafür eigene Regelungen in ihren Ingenieurgesetzen |
| Maschinenbau | B.Eng., M.Eng., Dipl.-Ing. | Konstruktion, Fertigungstechnik, Werkstoffe, Thermodynamik | Ja |
| Wirtschaftsinformatik | B.Sc., M.Sc., Dipl.-Ing. | ERP-Systeme, Geschäftsprozesse, IT-Projektmanagement | Nur wenn der MINT-Anteil überwiegt. Bei vielen Programmen liegt er knapp darunter |
| IT-Management | B.A., M.A., M.Sc., MBA | IT-Strategie, Digitalisierungsprojekte, Führung in der IT | Meist nein, die Programme sind überwiegend wirtschaftswissenschaftlich geprägt |
| Elektrotechnik | B.Eng., M.Eng., Dipl.-Ing. | Energietechnik, Automatisierung, Nachrichten- und Informationstechnik | Ja |
| Bauingenieurwesen | B.Eng., B.Sc., M.Sc., Dipl.-Ing. | Statik, konstruktiver Ingenieurbau, Baubetrieb, Bauphysik | Ja |
| Logistik | B.A., B.Sc., M.Sc., MBA | Supply Chain, Transportplanung, Materialwirtschaft | Meist nein, die Fachrichtung ist überwiegend betriebswirtschaftlich aufgebaut |
| Mechatronik | B.Eng., M.Eng. | Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik in einem Studiengang | Ja |
| IT-Security | B.Sc., M.Sc., M.Eng., MBA | Kryptografie, IT-Forensik, Security-Management, Informationssicherheit | In der Regel ja bei technisch geprägten Programmen, nicht bei Management-Varianten |
| Medieninformatik | B.Sc., M.Sc. | Webentwicklung, UX, Game Development, Mensch-Computer-Interaktion | Je nach Programm, gestalterisch geprägte Varianten fallen heraus |
| Architektur | M.A., M.Sc., M.Eng. | Entwurf, Bauphysik, Stadtentwicklung, Lichtplanung | Nein, hier gilt mit der Architektenkammer ein eigenes Berufsrecht |
Drei Fachrichtungen tragen den Großteil des Angebots. Wirtschaftsingenieurwesen ist mit Abstand die größte und verbindet Technik mit Betriebswirtschaft, was sie für Aufsteiger aus der Produktion attraktiv macht. Data Science & AI ist die am schnellsten gewachsene Fachrichtung, bei der du allerdings genau hinsehen solltest, wie viel Mathematik und wie viel Management tatsächlich im Curriculum steckt. Informatik bleibt der breiteste Einstieg für alle, die sich noch nicht festlegen wollen.
Die kleineren Fachrichtungen sind deshalb nicht die schlechtere Wahl. IT-Security etwa hat ein überschaubares Angebot, deckt aber mit IT-Forensik und Informationssicherheit zwei Felder ab, in denen Stellen regelmäßig länger offen bleiben als im Durchschnitt der IT. Und Architektur ist im Fernstudium inzwischen ein reines Masterfach, seit die IU ihre Bachelorprogramme eingestellt hat.
Wer darf sich nach dem Fernstudium Ingenieur nennen?
Die Berufsbezeichnung Ingenieurin oder Ingenieur darf führen, wer ein Studium in einer technischen oder naturwissenschaftlichen Fachrichtung mit einer Regelstudienzeit von mindestens sechs Semestern und mindestens 180 ECTS an einer deutschen staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule abgeschlossen hat. Zusätzlich muss das Studium überwiegend von MINT-Inhalten geprägt sein, in mehreren Ländern konkretisiert als mindestens 50 Prozent. Geregelt ist das nicht bundeseinheitlich, sondern in den Ingenieurgesetzen der Länder.
Für ein Fernstudium ändert sich daran nichts. Die Studienform spielt in keinem der Landesgesetze eine Rolle, entscheidend sind Fachrichtung, Umfang und die staatliche Anerkennung der Hochschule. Wer an der Wilhelm Büchner Hochschule, im Verbundstudium NRW oder an der TH Aschaffenburg einen Maschinenbau- oder Elektrotechnik-Bachelor abschließt, erfüllt dieselben Voraussetzungen wie jemand aus dem Präsenzstudium.
Drei Missverständnisse halten sich hartnäckig:
- Der Abschlussgrad allein entscheidet nicht. Ein Bachelor of Engineering klingt eindeutig, ist aber kein Automatismus. Geprüft wird das Curriculum, nicht der Titel auf der Urkunde.
- Ein Master ersetzt keinen fehlenden Bachelor. Wer einen technischen Master auf ein fachfremdes Erststudium aufsattelt, erfüllt die 180-ECTS-Anforderung aus einem ingenieurwissenschaftlichen grundständigen Studium nicht. Die zuständige Stelle prüft den gesamten Bildungsweg.
- Techniker und Meister sind keine Ingenieure. Beide Abschlüsse liegen im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Niveau 6 und damit auf Bachelorniveau, berechtigen aber nicht zur Berufsbezeichnung. Mehr dazu im DQR-Überblick und im Vergleich Staatlich geprüfter Techniker vs. Bachelor.
Absolventinnen und Absolventen deutscher Hochschulen müssen die Erlaubnis in der Regel nicht gesondert beantragen. Ein Verfahren bei der zuständigen Stelle, meist der Ingenieurkammer des Landes, wird erst nötig, wenn der Abschluss aus dem Ausland stammt oder wenn bei Misch- und Querschnittsstudiengängen unklar ist, wo der fachliche Schwerpunkt lag. Wirtschaftsingenieurwesen ist genau so ein Fall und deshalb in Bayern und Hessen ausdrücklich geregelt.
Diese Bachelorstudiengänge aus unserem Bestand bringen 180 ECTS oder mehr mit und sind technisch-naturwissenschaftlich geprägt:
Was kostet ein technisches Fernstudium?
Ein technisches Fernstudium kostet an einer staatlichen Hochschule zwischen 800 und rund 22.400 €, an einer privaten Hochschule zwischen 5.400 und gut 28.000 €. Der Median liegt bei den privaten Bachelorprogrammen um 14.000 €, bei den staatlichen deutlich darunter. Monatlich beginnt das Angebot bei 99 € und reicht bis über 600 €.
So groß ist die Spanne, weil in diesem Fachbereich zwei völlig verschiedene Geschäftsmodelle nebeneinander existieren. Staatliche Hochschulen erheben Semesterbeiträge oder Teilnahmeentgelte, die den Aufwand decken sollen. Private Fernhochschulen verkaufen ein Produkt mit Betreuung, Online-Klausuren und jederzeitigem Studienstart. Beides ist legitim, aber es sind keine vergleichbaren Preise für dieselbe Leistung.
Bachelor: Was die günstigsten und die teuersten Programme kosten
Den Einstieg macht die TU Dresden mit einem Maschinenbau-Bachelor für 1.200 €, gefolgt von der FernUni Hagen und dem Verbundstudium NRW. Dafür laufen diese Programme über neun bis zwölf Semester Regelstudienzeit in Teilzeit, haben feste Prüfungstermine und setzen voraus, dass du dir den Stoff eigenständig erarbeitest.
Master: Ab 800 € an staatlichen Hochschulen
Der Master Praktische Informatik an der FernUni Hagen ist mit 800 € für 90 ECTS das günstigste Programm des gesamten Fachbereichs. Wer aus einem einschlägigen Bachelor kommt und sich das Selbststudium zutraut, bekommt hier einen vollwertigen Masterabschluss für weniger, als manche private Hochschule in zwei Monaten verlangt.
Wie du ein technisches Fernstudium finanzierst
Die Finanzierungslandschaft ist unübersichtlicher, als viele Anbieterseiten es darstellen. Diese vier Wege sind für Berufstätige im Technikbereich realistisch:
- Steuerliche Absetzbarkeit: Studiengebühren, Fachliteratur, Arbeitsmittel und Fahrten zu Präsenzen und Prüfungen sind absetzbar. Bei einem Zweitstudium, etwa einem Master nach dem Bachelor oder einem Studium nach abgeschlossener Berufsausbildung, zählen sie als Werbungskosten und sind in voller Höhe abziehbar. Beim Erststudium gelten sie als Sonderausgaben und sind auf 6.000 € im Jahr begrenzt.
- Arbeitgeberbeteiligung: Gerade im technischen Bereich übernehmen Unternehmen Studiengebühren ganz oder teilweise, oft verbunden mit einer Bindungsfrist. Wer in Produktion, Instandhaltung oder IT arbeitet und ein fachlich passendes Studium anstrebt, hat hier die besten Karten.
- Studienkredite und Bildungsfonds: Der Studienkredit der KfW und der Bildungskredit des Bundes stehen auch Fernstudierenden offen, allerdings mit Altersgrenzen und Nachweispflichten. Zinsen und Rückzahlungsmodalitäten unterscheiden sich deutlich.
- BAföG: Ein Fernstudium ist grundsätzlich förderfähig, praktisch scheitert es bei Berufstätigen aber meist am eigenen Einkommen und an der Vorgabe, dass das Studium die Arbeitskraft überwiegend in Anspruch nehmen muss.
Staatlich oder privat: Wofür du den Aufpreis bezahlst
Technik und Informatik ist der einzige Fachbereich im Fernstudium, in dem die staatliche Alternative kein Nischenangebot ist. Über hundert Studiengänge laufen an staatlichen Hochschulen, mehr als in jedem anderen Fachbereich. In Wirtschaft & Medien und in Gesundheit & Soziales sind es jeweils rund ein Drittel weniger, obwohl beide Fachbereiche insgesamt mehr Studiengänge führen.
Der Preisunterschied ist real, aber er ist kein Qualitätsunterschied. Du bezahlst bei privaten Anbietern im Wesentlichen für Flexibilität und Service.
| Kriterium | Staatliche Hochschulen | Private Fernhochschulen |
|---|---|---|
| Gesamtkosten Bachelor | 1.200 bis rund 22.400 €, die Mehrzahl unter 6.000 € | 5.700 bis 28.000 €, im Mittel rund 14.000 € |
| Gesamtkosten Master | ab 800 € | ab 5.400 € |
| Studienstart | Zum Semester, teilweise nur zum Wintersemester | In der Regel jederzeit |
| Prüfungen | Präsenzklausuren an festen Terminen, oft am Hochschulstandort | Häufig Online-Klausuren, Termine monatlich und bundesweit |
| Betreuung | Mentoriate, Foren, Studientage auf Nachfrage | Fester Studienservice, Tutorinnen und Tutoren, Online-Campus |
| Labore und Praxisanteile | Echte Hochschullabore in Präsenzblöcken | Simulationen, Remote-Labore, teilweise Laborkoffer für zu Hause |
| Verlängerung | Meist Semesterbeitrag je zusätzliches Semester | Häufig kostenfreie Verlängerung, bei Monatsmodellen aber weiterlaufende Raten |
Für die Laborfrage lohnt ein genauer Blick, weil sie technische Studiengänge von allen anderen Fernstudienfächern unterscheidet. Private Hochschulen haben dafür eigene Konzepte entwickelt, bis hin zu Experimentierkits, die nach Hause geschickt werden. Staatliche Anbieter lösen es über Präsenzblöcke, was mehr Reisezeit bedeutet, dafür aber echte Anlagen.
Hochschule Schmalkalden, Hochschule Anhalt und die Hochschule Mittweida liegen preislich zwischen den beiden Polen. Sie sind staatlich, verlangen aber für ihre berufsbegleitenden Programme vierstellige bis niedrige fünfstellige Entgelte und bieten im Gegenzug mehr Struktur als die klassischen Fernuniversitäten.
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Ohne Abitur ins Ingenieur-Fernstudium: Diese drei Wege gibt es
Für einen technischen Bachelor brauchst du eine Hochschulzugangsberechtigung. Das kann das Abitur sein, die Fachhochschulreife oder die fachgebundene Hochschulreife. Ohne eines dieser Zeugnisse führen drei Wege ins Studium, und alle drei werden im technischen Bereich häufiger genutzt als anderswo.
- Meister, Techniker oder gleichwertige Fortbildung. Wer einen Industrie- oder Handwerksmeister, einen staatlich geprüften Techniker oder einen Fachwirt abgeschlossen hat, gilt in allen Bundesländern als zum Studium berechtigt, meist ohne weitere Prüfung und fachlich nicht gebunden.
- Abgeschlossene Berufsausbildung plus Berufserfahrung. Üblich sind zwei bis drei Jahre einschlägige Praxis. Daraus entsteht in der Regel eine fachgebundene Zugangsberechtigung, du darfst also ein Fach studieren, das zu deiner Ausbildung passt.
- Hochschulzugangsprüfung oder Probestudium. Wo die ersten beiden Wege nicht greifen, bieten viele Hochschulen eine Eignungsprüfung oder ein Probesemester an. Besteht man es, wird es vollständig angerechnet.
Wie das konkret aussieht, hat Prof. Dr.-Ing. Michael Mann im Interview für unsere Videoseite beschrieben. Er leitet die berufsbegleitenden Ingenieurstudiengänge an der TH Aschaffenburg: Der Zugang ist dort mit abgeschlossener Berufsausbildung und entsprechender Berufserfahrung möglich, die nötigen Kompetenzen lassen sich also über den beruflichen Weg nachweisen. Weil die Vorkenntnisse so unterschiedlich sind, stellt die Hochschule dem Studium einen Mathematik-Vorkurs voran.
Anrechnung: Wo private und staatliche Anbieter auseinandergehen
Private Fernhochschulen arbeiten mit Anrechnungskatalogen. Vor der Bewerbung lässt sich oft per Online-Rechner ermitteln, welche Module ein Technikerabschluss ersetzt, teilweise im Umfang eines ganzen Semesters. Das verkürzt Studienzeit und senkt die Kosten, weil weniger Monatsraten anfallen.
An staatlichen Hochschulen läuft das häufig anders. In Aschaffenburg wird jeder Fall einzeln geprüft, gerade beim Übergang vom Techniker zum Bachelor, weil die Hochschule sicherstellen will, dass der Schritt gelingt. Angerechnet wurde dort etwa einem Studierenden mit drei Jahren Führungsverantwortung für 150 Personen und intensiver betrieblicher Weiterbildung der Bereich Personalführung. Eine halbtägige Qualitätsmanagement-Schulung dagegen ersetzt keine vollständige Lehrveranstaltung. Die im Studiengang vorgesehene Praxisphase lässt sich bei einschlägiger Berufstätigkeit in sehr vielen Fällen anrechnen, allerdings ebenfalls nur auf Antrag.
Für die Masterebene gilt ein anderer Maßstab. Vorausgesetzt wird ein erster Hochschulabschluss, in den meisten technischen Programmen mit mindestens 180 ECTS und fachlich einschlägig. Fehlende Leistungspunkte aus einem sechssemestrigen Bachelor werden über Brückenmodule nachgeholt. Fachübergreifende Programme wie IT-Management oder Engineering Management öffnen sich auch für nichttechnische Erstabschlüsse, führen dann aber nicht zur Berufsbezeichnung Ingenieur.

Was verdient man mit einem technischen Abschluss?
Technische und IT-Berufe auf Expertenniveau kommen laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit auf 6.000 bis 7.300 € brutto im Monat, auf Spezialistenniveau auf rund 5.500 € und als Fachkraft auf 4.600 bis 5.200 €. Zum Einordnen: Das mittlere Bruttomonatsentgelt aller Vollzeitbeschäftigten lag 2025 bei 4.217 €. Entscheidend ist dabei nicht das Fach, sondern das Anforderungsniveau der Tätigkeit, und genau das verschiebt ein Hochschulabschluss.
| Tätigkeit | Anforderungsniveau | Median brutto/Monat |
|---|---|---|
| Industriemechaniker | Fachkraft | 4.573 € |
| Fachinformatiker Anwendungsentwicklung | Fachkraft | 4.612 € |
| Fachinformatiker Systemintegration | Fachkraft | 5.189 € |
| Konstrukteur | Spezialist | 5.507 € |
| Techniker Elektrotechnik | Spezialist | 5.604 € |
| Techniker Maschinentechnik | Spezialist | 5.604 € |
| Bauingenieur | Experte | 6.038 € |
| Softwareentwickler | Experte | 6.301 € |
| Ingenieur technische Informatik | Experte | 6.651 € |
| Ingenieur Elektrotechnik | Experte | 7.238 € |
| Forschungs- und Entwicklungsingenieur | Experte | 7.297 € |
Der Sprung zwischen den Niveaus ist größer als der Abstand zwischen den Fächern. Zwischen Fachkraft und Experte liegen quer über alle Berufsgattungen hinweg rund 2.900 € im Monat, zwischen Elektrotechnik und Bauingenieurwesen auf Expertenniveau dagegen nur gut 1.200 €. Wer heute als Facharbeiter oder Fachinformatikerin arbeitet, verschiebt mit einem Bachelor also nicht sein Fach, sondern seine Einordnung.
Drei Einschränkungen gehören dazu, damit die Zahlen nicht mehr versprechen, als sie hergeben:
- Der Median mischt Bestand und Neueinstellungen. Wer seit zwanzig Jahren im selben Betrieb ist, zieht den Wert nach oben, ohne dass ein Berufseinstieg so bezahlt würde.
- Nach oben ist gedeckelt. Erfasst wird nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung. Bei sehr gut bezahlten Berufsgattungen weist der Entgeltatlas deshalb keinen konkreten Median mehr aus.
- Die Region entscheidet mit. Beim Bauingenieurwesen liegen zwischen Baden-Württemberg und Thüringen mehr als 1.000 € im Monat. Mietniveau und Lebenshaltungskosten sind darin nicht eingerechnet.
Lohnt sich ein Technikstudium noch? Was die Bitkom-Zahlen zeigen
Ja, aber die Begründung hat sich geändert. Der Satz vom dramatischen IT-Fachkräftemangel, den viele Anbieterseiten noch führen, ist überholt. Laut Bitkom sind in Deutschland derzeit rund 79.000 IT-Stellen unbesetzt. 2025 waren es 109.000, 2023 lag der Höchststand bei 149.000. Der Mangel hat sich in drei Jahren fast halbiert.
Entwarnung ist das trotzdem nicht, und zwar aus zwei gegenläufigen Gründen. Einerseits melden weiterhin 78 Prozent der Unternehmen Engpässe, und bei rund einem Drittel passen die Technologiekenntnisse der Bewerberinnen und Bewerber nicht zu den Anforderungen. Andererseits führt Bitkom den Rückgang nicht auf mehr verfügbare Fachkräfte zurück, sondern auf eine schwächere Konjunktur und zurückhaltende Neueinstellungen. Und in 35 Prozent der Unternehmen, die Stellen abbauen oder unbesetzt lassen, ersetzt künstliche Intelligenz bereits vakante IT-Positionen.
Für wen sich der Aufwand selten rechnet, sagen wir auch dazu. Wenn du bereits als Technikerin oder Techniker in einer Fachlaufbahn gut verdienst, dich inhaltlich nicht weiterentwickeln willst und dein Arbeitgeber keinen Abschluss verlangt, ist ein dreieinhalb Jahre langes Fernstudium eine teure Formsache. Dasselbe gilt, wenn es dir allein um den Titel geht. Prof. Mann hat im Interview genau das als Abbruchgrund benannt: Schwierig wird es für Studierende, die eine Abschlussurkunde wollen, sich aber nicht für das Fach interessieren.
Lohnend ist es dagegen in drei klaren Konstellationen. Erstens, wenn eine Stellenausschreibung einen Hochschulabschluss formal voraussetzt und du sonst gar nicht erst in die Auswahl kommst. Zweitens, wenn du vom Ausführen ins Planen und Verantworten wechseln willst, also vom Spezialisten- auf das Expertenniveau. Drittens, wenn du die Berufsbezeichnung Ingenieur brauchst, etwa für Bauvorlageberechtigung, Kammermitgliedschaft oder Ausschreibungen im öffentlichen Bereich.
Wie viel Zeit ein Fernstudium neben dem Job wirklich kostet
Ein Bachelor mit 180 ECTS entspricht nach den Bologna-Vorgaben einem Arbeitsaufwand von 4.500 bis 5.400 Zeitstunden, weil je Leistungspunkt 25 bis 30 Stunden angesetzt werden. In der Regelstudienzeit von sechs Semestern sind das etwa 29 Stunden pro Woche. Das ist neben einer Vollzeitstelle nicht realistisch, und genau deshalb bieten die meisten Hochschulen Teilzeitvarianten über acht bis zwölf Semester an.
In Teilzeit landest du bei rund 15 bis 18 Stunden pro Woche. Umgerechnet sind das zwei Abende und ein Tag am Wochenende, über mehrere Jahre. Die 210-ECTS-Programme, die im technischen Bereich häufig sind, kommen auf etwa ein Siebtel mehr.
| Abschluss | ECTS | Gesamtaufwand | Vollzeit | Teilzeit |
|---|---|---|---|---|
| Bachelor | 180 | 4.500 bis 5.400 h | 6 Semester, rund 29 h/Woche | 12 Semester, rund 15 h/Woche |
| Bachelor mit Praxisanteil | 210 | 5.250 bis 6.300 h | 7 Semester, rund 29 h/Woche | 12 Semester, rund 18 h/Woche |
| Master konsekutiv | 120 | 3.000 bis 3.600 h | 4 Semester, rund 29 h/Woche | 8 Semester, rund 15 h/Woche |
| Master weiterbildend | 90 | 2.250 bis 2.700 h | 3 Semester, rund 29 h/Woche | 6 Semester, rund 15 h/Woche |
Zwei Posten fehlen in dieser Rechnung und werden regelmäßig unterschätzt. Der erste ist der Mathematik-Einstieg. Wer die Schule vor zehn oder fünfzehn Jahren verlassen hat, braucht in den ersten beiden Semestern spürbar länger für Analysis und lineare Algebra. Vorkurse sind an den meisten Hochschulen kostenlos und dafür gedacht, sie sind aber zusätzliche Zeit. Der zweite sind Präsenzphasen und Labore. An der TH Aschaffenburg fallen etwa alle vier Wochen Freitag und Samstag vor Ort an. Wer 300 Kilometer entfernt wohnt, plant dafür ein komplettes Wochenende plus Fahrtkosten ein.
Wenn es eng wird, ist der Abbruch nicht die einzige Option. Beurlaubung, Reduzierung auf ein Modul pro Semester und kostenfreie Verlängerung sind an fast allen Hochschulen möglich. Wichtig ist nur, den Schritt vorher mit dem Studienservice zu klären, statt Prüfungen verfallen zu lassen. Bei Monatsmodellen privater Anbieter läuft die Rate in einer Pause oft weiter, bei staatlichen Hochschulen fällt der Semesterbeitrag an.

Häufige Fragen zum technischen Fernstudium
Das hängt vom Berufsziel ab, nicht vom Interesse allein. Wer sich noch nicht festlegen will, fährt mit Informatik am breitesten. Wer aus der Produktion kommt und ins Management will, findet im Wirtschaftsingenieurwesen die passende Schnittstelle. Wer die Berufsbezeichnung Ingenieur braucht, sollte bei Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik oder Bauingenieurwesen bleiben.
Ja. Ein Meister-, Techniker- oder Fachwirtabschluss berechtigt in allen Bundesländern zum Studium, in der Regel ohne weitere Prüfung. Mit abgeschlossener Berufsausbildung und zwei bis drei Jahren einschlägiger Berufserfahrung ist ein fachgebundenes Studium möglich. Wo beides nicht greift, bieten viele Hochschulen eine Zugangsprüfung oder ein Probesemester an.
Nein. Die Berufsbezeichnung ist gesetzlich geschützt und setzt ein technisch-naturwissenschaftliches Studium mit mindestens sechs Semestern Regelstudienzeit, mindestens 180 ECTS und überwiegendem MINT-Anteil voraus. Die Studienform spielt keine Rolle, der Abschlussgrad allein aber auch nicht. Ein Bachelor of Arts in IT-Management oder Logistik führt nicht dorthin, geregelt ist das in den Ingenieurgesetzen der Länder.
Private Fernhochschulen verlangen zwischen 99 € und gut 600 € monatlich, der größte Teil der Bachelorprogramme liegt zwischen 220 und 280 €. Staatliche Hochschulen rechnen meist nicht monatlich ab, sondern über Semesterbeiträge oder Teilnahmeentgelte. Umgerechnet liegen die günstigsten staatlichen Programme deutlich unter 100 € im Monat.
Du brauchst Interesse an Mathematik und Physik, aber kein fertiges Wissen zum Studienstart. Praktisch alle Hochschulen bieten Vorkurse an, die genau diese Lücke schließen sollen. In berufsbegleitenden Ingenieurstudiengängen sind Spitzenabiturnoten die Ausnahme, der typische Einstieg erfolgt aus der Praxis.
Der Abschlussgrad unterscheidet nicht nach Studienform. Ein B.Eng. aus dem Fernstudium ist rechtlich derselbe Grad wie aus dem Präsenzstudium, das Zeugnis weist die Studienform in der Regel nicht aus. Entscheidend ist, dass die Hochschule staatlich anerkannt und der Studiengang akkreditiert ist. Beides solltest du vor der Einschreibung im Hochschulkompass und in der Datenbank des Akkreditierungsrats prüfen, da Akkreditierungen befristet sind und auslaufen können.
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