Übersetzer werden per Fernlehrgang: Kurse ab 98 €/Mon.

Staatlich geprüfter Übersetzer, Dolmetscher oder Fremdsprachenkorrespondent – und warum sich das trotz DeepL und ChatGPT noch lohnt
 · Letzte Aktualisierung 02.03.2026

DeepL übersetzt einen Roman in Sekunden, ChatGPT formuliert Geschäftsbriefe auf Knopfdruck – braucht die Welt noch menschliche Übersetzer? Die kurze Antwort: Ja, aber andere als früher. Beglaubigte Übersetzungen für Gerichte, Simultandolmetschen bei Konferenzen und Fachübersetzungen in Medizin oder Recht kann keine KI rechtsverbindlich liefern. Genau hier setzen die Fernlehrgänge an – ab 98 € im Monat.

Mehrere Fernlehrgänge von drei Anbietern stehen zur Wahl: vom dreimonatigen Hochschulzertifikat bis zum 24-monatigen Fernstudium mit dem Abschluss „Staatlich geprüfter Übersetzer“. Dazwischen liegen der IHK-Abschluss zum Fremdsprachenkorrespondenten und die Dolmetscher-Ausbildung. Welcher Weg passt, hängt davon ab, wo du beruflich hin willst – und wie viel Zeit und Geld du investieren kannst.

Alle Kurse im Überblick

Wir verzeichnen insgesamt 9 Kurse im Fachbereich Übersetzer & Dolmetscher.

Maximale Flexibilität
Ausbildung, Staatlich geprüfter Übersetzer (SGÜ)
  •  AKAD University
  •  24 Monate
  • ab 229 € monatlich
  •  36 Kommentare & Fragen
beliebt!
Ausbildung, Staatlich geprüfter Übersetzer (SGÜ)
  •  AKAD University
  •  24 Monate
  • ab 229 € monatlich
  •  32 Kommentare & Fragen
beliebt!
Ausbildung, Staatlich geprüfter Dolmetscher
  •  Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln
  •  6 Monate
  • ab 295 € monatlich
  •  29 Kommentare & Fragen
beliebt!
Ausbildung, Staatlich geprüfter Übersetzer (SGÜ)
  •  AKAD University
  •  24 Monate
  • ab 229 € monatlich
  •  19 Kommentare & Fragen
beliebt!
Weiterbildung, Hochschulzertifikat
  •  AKAD University
  •  3 Monate
  •  5 ECTS
  • ab 98 € monatlich
  •  8 Kommentare & Fragen
beliebt!
Ausbildung, Staatlich geprüfter Übersetzer (SGÜ)
  •  Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln
  •  12 Monate
  • ab 315 € monatlich
  •  25 Kommentare & Fragen
Weiterbildung, Hochschulzertifikat
  •  AKAD University
  •  5 Monate
  •  5 ECTS
  • ab 98 € monatlich
  •  2 Kommentare & Fragen
Weiterbildung, IHK-Abschluss
  •  Institut für Lernsysteme
  •  15 Monate
  • ab 165 € monatlich
Weiterbildung, Hochschulzertifikat
  •  AKAD University
  •  4 Monate
  •  5 ECTS
  • ab 249 € monatlich

Was kostet die Weiterbildung zum Übersetzer per Fernlehrgang?

Die Gesamtkosten reichen von 294 € für ein dreimonatiges Hochschulzertifikat bis 5.496 € für den 24-monatigen Fernlehrgang zum Staatlich geprüften Übersetzer. Monatlich zahlst du je nach Kurs zwischen 98 und 315 €.

Fernlehrgänge Übersetzer & Dolmetscher im Preisvergleich
KursAnbieterStudiendauerKosten
3 Monateab 294 € insgesamt
ab 98 € monatlich
5 Monateab 490 € insgesamt
ab 98 € monatlich
4 Monateab 996 € insgesamt
ab 249 € monatlich
6 Monateab 1720 € insgesamt
ab 295 € monatlich
15 Monateab 2475 € insgesamt
ab 165 € monatlich
12 Monateab 3667 € insgesamt
ab 315 € monatlich
24 Monateab 5496 € insgesamt
ab 229 € monatlich
24 Monateab 5496 € insgesamt
ab 229 € monatlich
24 Monateab 5496 € insgesamt
ab 229 € monatlich

Zwei Anbieter teilen sich den Markt: Die AKAD University bietet Hochschulzertifikate und den Staatlich geprüften Übersetzer in Englisch, Französisch und Spanisch an. Die Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln ist der einzige Anbieter für die Dolmetscher-Ausbildung und bietet den Staatlich geprüften Übersetzer als kürzere Alternative zur AKAD an (12 statt 24 Monate, dafür höhere Monatsrate). Den Fremdsprachenkorrespondenten (IHK) gibt es ausschließlich beim ILS.

Alle Lehrgangskosten lassen sich als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Je nach Steuersatz holst du 30–40 % zurück. Prüfe außerdem, ob dein Bundesland Bildungsurlaub für den gewählten Kurs gewährt – bis zu 10 Tage pro Jahr sind in vielen Ländern möglich.

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Lohnt sich eine Übersetzer-Weiterbildung trotz KI?

Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, was du damit vorhast. Der Beruf steht unter Druck – die FTSK Germersheim, Deutschlands größte Übersetzer-Fakultät, hat in 20 Jahren 62 % ihrer Studierenden verloren. Die Zeit hat 2025 alle Übersetzer- und Dolmetscher-Studiengänge aus ihrem Studienführer gestrichen. Für reine Standardübersetzungen – E-Mails, Produktbeschreibungen, einfache Geschäftskorrespondenz – sinkt die Nachfrage spürbar. DeepL und ChatGPT liefern hier brauchbare Ergebnisse.

Aber: Gerade weil sich so viele abwenden, entstehen Lücken in den Nischen, die KI nicht bedienen kann. Und genau dort liegt die Chance.

Beglaubigte Übersetzungen: gesetzlich geschützt

Übersetzungen für Gerichte, Behörden und Notare müssen von einem beeidigten Übersetzer angefertigt und mit Stempel und Unterschrift bestätigt werden – so schreibt es das Gerichtsverfassungsgesetz vor. Diese quasi-hoheitliche Funktion kann keine KI übernehmen. Typische Aufträge: Geburtsurkunden, Heiratsurkunden, Arbeitszeugnisse, Verträge und Gerichtsurteile. Die Nachfrage bleibt stabil – Einwanderung, internationales Recht und Urkundenverkehr sorgen für kontinuierlichen Bedarf. Voraussetzung für die Beeidigung ist der Abschluss „Staatlich geprüfter Übersetzer“.

Dolmetschen: menschliche Präsenz unverzichtbar

Simultandolmetschen erfordert mehr als Sprachkenntnisse: situatives Verstehen, kulturelle Sensibilität, Vertraulichkeit. Typische Einsatzorte: Gerichtsverhandlungen mit ausländischen Angeklagten, Asylverfahren beim BAMF, ärztliche Aufklärungsgespräche, Konferenzen und Vertragsverhandlungen. Hier ist KI noch weit von einer Ablösung entfernt – und der Bedarf wächst mit der Globalisierung. Konferenzdolmetscher im Bundesdienst verdienen zwischen 4.928 und 7.018 € brutto im Monat.

Fachübersetzung und Post-Editing: das neue Berufsbild

Statt Texte komplett selbst zu übersetzen, wird Post-Editing maschineller Übersetzungen (MTPE) zum neuen Kernberufsfeld: Die KI liefert den Rohentwurf, der Mensch korrigiert Feinheiten, Fachterminologie und kulturelle Nuancen. Besonders in Recht, Medizin und Technik bleibt Fachübersetzung gefragt – hier kann ein falsches Wort gravierende Folgen haben.

 

Welcher Abschluss passt zu dir?

Sprachtalent allein reicht nicht – der Abschluss entscheidet, ob du beglaubigen darfst und in den BDÜ kommst.

Die Fernlehrgänge führen zu vier verschiedenen Abschlusstypen. Die Wahl hängt davon ab, wie viel Zeit du investieren kannst und welches Berufsziel du anstrebst.

Staatlich geprüfter Übersetzer

Der höchste Abschluss im Fernstudium – und der einzige, der zur Beeidigung berechtigt. Die AKAD University bietet den Lehrgang in Englisch, Französisch und Spanisch an (24 Monate, 229 €/Mon.). Die Dolmetscherschule Köln bietet eine kürzere Variante (12 Monate, 315 €/Mon.) – dafür mit festem Online-Unterricht statt reinem Selbststudium. Voraussetzung: Abitur oder Fachhochschulreife plus Sprachkenntnisse auf C1-Niveau. Die Prüfung besteht aus mehreren Klausuren und einer mündlichen Prüfung vor einem staatlichen Prüfungsamt.

Welchen Anbieter wählen? Wenn du gerne im eigenen Tempo lernst und 24 Monate Zeit mitbringst, ist die AKAD die günstigere Wahl (5.496 € gesamt). Wenn du feste Unterrichtszeiten brauchst und schneller fertig sein willst, ist die Dolmetscherschule Köln mit 12 Monaten der kürzere Weg (3.667 € gesamt, aber höhere Monatsrate). Inhaltlich bereiten beide auf dieselbe staatliche Prüfung vor.

Staatlich geprüfter Dolmetscher

Nur die Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln bietet diesen Abschluss per Fernunterricht an – in 6 Monaten für 1.720 € (295 €/Mon.). Verfügbare Sprachen: Englisch, Arabisch, Russisch, Spanisch und Französisch. Der Unterricht findet als Videokonferenz zu festen Zeiten statt, weil Dolmetschen Übungspraxis erfordert, die im reinen Selbststudium kaum aufzubauen ist. Ideal für alle, die bereits Übersetzer sind und sich fürs Dolmetschen qualifizieren wollen – und besonders interessant für Sprecherinnen und Sprecher von Arabisch oder Russisch, denn diese Sprachen bietet nur Köln an.

Fremdsprachenkorrespondent (IHK)

Kein reiner Übersetzungsabschluss, sondern eine kaufmännische Qualifikation an der Schnittstelle von Wirtschaft und Fremdsprache. Du lernst, Geschäftskorrespondenz auf Englisch zu führen, zu übersetzen und zu dolmetschen – allerdings auf Geschäftsebene, nicht literarisch oder juristisch. Das ILS bietet den 15-monatigen Lehrgang für 2.475 € (165 €/Mon.) an. Mehr dazu in der Kategorie Fremdsprachenkorrespondent.

Hochschulzertifikate (AKAD)

Drei kompakte Zertifikatskurse der AKAD University – ideal zum Einstieg oder zur Vertiefung einzelner Übersetzungskompetenzen. „Allgemeine Übersetzungslehre“ (3 Monate, 294 €) vermittelt die Grundlagen, „Übersetzen von allgemeinsprachlichen Texten“ (5 Monate, 490 €) vertieft die Praxis, „Übersetzungskompetenz“ (4 Monate, 996 €) deckt das breiteste Spektrum ab. Alle drei sind auf den Staatlich geprüften Übersetzer anrechenbar.

Finde in 1 Schritt den passenden Übersetzer-Fernlehrgang

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Was ist dein Ziel?

Was lernst du im Fernlehrgang zum Übersetzer?

Der Lernaufwand variiert stark nach Abschlusstyp – von 5 Stunden pro Woche beim Hochschulzertifikat bis zu 12–15 Stunden beim Staatlich geprüften Übersetzer. So könnte eine typische Lernwoche für den Staatlich geprüften Übersetzer neben einem Vollzeitjob aussehen:

  • Montag bis Donnerstag: Jeweils 2 Stunden abends – Studienhefte bearbeiten, Übersetzungsübungen
  • Freitag: Pause oder Vokabeln wiederholen
  • Samstag: 4–5 Stunden am Stück – Einsendeaufgaben, längere Übersetzungsprojekte
AbschlussSchwerpunkteLernform
Staatl. gepr. Übersetzer Fachübersetzung (Wirtschaft, Recht, Technik), Kulturkunde, Sprachwissenschaft, Textanalyse Selbststudium + Einsendeaufgaben
Dolmetscher Konsekutiv- und Simultandolmetschen, Notizentechnik, Stegreifübersetzen, Terminologie Online-Unterricht (Videokonferenz)
Fremdsprachenkorrespondent Wirtschaftsenglisch, Handelskorrespondenz, Übersetzen, Bürokommunikation Selbststudium + Einsendeaufgaben
Hochschulzertifikate Übersetzungslehre, allgemeinsprachliche Übersetzung, Textsortenanalyse Selbststudium + Einsendeaufgaben

Die Dolmetscherschule Köln setzt auf feste Online-Unterrichtszeiten per Videokonferenz – du bist also zeitlich gebundener als bei reinen Fernlehrgängen. Die AKAD und das ILS arbeiten mit Studienheften im Selbststudium und flexiblen Einsendeaufgaben.

Was verdienen Übersetzerinnen und Übersetzer?

Angestellte Übersetzer und Dolmetscher verdienen laut StepStone und gehalt.de im Median rund 42.600 € brutto pro Jahr. Das Einstiegsgehalt liegt bei etwa 32.800 €, mit Erfahrung und Spezialisierung sind über 60.000 € möglich. Regional zahlt Hessen am besten (Ø 50.200 €/Jahr), in Ostdeutschland liegen die Gehälter deutlich niedriger.

BerufsbildØ Jahresgehalt brutto
Übersetzer/Dolmetscher (angestellt) ca. 42.600 €
Konferenzdolmetscher (Bundesdienst) 59.100–84.200 €
Fremdsprachenkorrespondent ca. 40.250 €

Ein ehrlicher Hinweis zur Freiberuflichkeit: Viele Übersetzer arbeiten selbstständig, und hier sieht die Realität oft nüchterner aus. Laut dem Berufsverband BDÜ sollte der Jahresgewinn mindestens 46.000 € betragen – tatsächlich erreichen viele freiberufliche Übersetzer bei einem Wortpreis von 0,04 € nur rund 23.000 €. Preisdumping durch Agenturen ist ein bekanntes Problem. Wer freiberuflich arbeiten will, braucht eine klare Nische: beglaubigte Übersetzungen, Fachübersetzung (Recht, Medizin) oder seltene Sprachen.

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Häufige Fragen zur Übersetzer-Weiterbildung

Das hängt vom Abschluss ab. Für den Staatlich geprüften Übersetzer an der AKAD University brauchst du Abitur oder Fachhochschulreife plus Sprachkenntnisse auf C1-Niveau. Die Dolmetscherschule Köln verlangt mittlere Reife. Für den Fremdsprachenkorrespondenten (IHK) am ILS und für die Hochschulzertifikate gibt es keine formalen Zugangsvoraussetzungen – gute Englischkenntnisse werden aber vorausgesetzt.

Ja – wenn du den Abschluss „Staatlich geprüfter Übersetzer“ erwirbst. Mit diesem Abschluss kannst du bei deinem zuständigen Landgericht die Beeidigung (je nach Bundesland auch „Ermächtigung“ oder „Vereidigung“) beantragen. Dann darfst du beglaubigte Übersetzungen für Gerichte und Behörden anfertigen. Die Hochschulzertifikate und der Fremdsprachenkorrespondent berechtigen nicht zur Beeidigung.

Übersetzer übertragen schriftliche Texte von einer Sprache in eine andere. Dolmetscher übertragen gesprochene Sprache – simultan (gleichzeitig) oder konsekutiv (zeitversetzt). Beides sind eigenständige Qualifikationen mit unterschiedlichen Anforderungen. Die Dolmetscherschule Köln bietet als einziger Anbieter beide Abschlüsse per Fernunterricht an.

Der BDÜ (Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer) verlangt für die ordentliche Mitgliedschaft einen Master oder Diplom in Translation – oder einen Bachelor plus Berufspraxis – oder einen beliebigen Hochschulabschluss plus 7 Jahre Berufserfahrung als Übersetzer. Der Staatlich geprüfte Übersetzer allein reicht nicht für die ordentliche Mitgliedschaft, aber er ist eine anerkannte Berufsqualifikation und kann den Einstieg in die Berufspraxis ebnen, die du für den BDÜ brauchst.

Nicht den gesamten Beruf, aber Teile davon. Standardübersetzungen (E-Mails, Produktbeschreibungen, einfache Texte) werden zunehmend von KI-Tools wie DeepL oder ChatGPT übernommen. Beglaubigte Übersetzungen, Fachübersetzungen in Recht oder Medizin und Dolmetschen bleiben menschlich – hier übernimmt die KI keine rechtliche Verantwortung. Das neue Berufsbild heißt Post-Editing: Du prüfst und korrigierst maschinelle Übersetzungen. Wer sich auf KI-resistente Nischen spezialisiert, hat weiterhin gute Berufsaussichten.

Wenn du nur „irgendwie mit Sprachen arbeiten“ willst, ohne ein konkretes Berufsziel, ist ein Fernlehrgang zum Übersetzer wahrscheinlich überdimensioniert. Ein allgemeiner Englischkurs oder ein Cambridge Certificate könnte dann passender sein. Auch wenn du ausschließlich Standardübersetzungen anbieten willst, solltest du die KI-Entwicklung ehrlich einschätzen – dieses Segment schrumpft.

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