Das Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund, kurz zfh, ist keine einzelne Fernhochschule. Es ist eine staatliche Verbund- und Koordinationsstruktur für Fernstudiengänge an Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Der Sitz befindet sich in Koblenz.
Gegründet wurde das zfh 1995 als wissenschaftliche Einrichtung der Länder Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland. Heute unterstützt und koordiniert es Fernstudienangebote staatlicher Hochschulen in mehreren Bundesländern. Für Studieninteressierte heißt das: Die Studiengänge werden nicht vom zfh als Hochschule selbst vergeben, sondern von den jeweiligen Partnerhochschulen im Verbund.
Fernstudium im zfh-Verbund: staatlich, berufsbegleitend, hochschulnah
Der zfh-Hochschulverbund richtet sich vor allem an Menschen, die neben Beruf, Familie oder anderen Verpflichtungen studieren möchten. Das Angebot umfasst Bachelor- und Masterstudiengänge, MBA-Programme sowie Weiterbildungen mit Hochschulzertifikat.
Charakteristisch ist der Verbundansatz: Das zfh bündelt Organisation, Beratung, Verwaltung und Weiterentwicklung der Fernstudienangebote. Die fachliche Verantwortung liegt bei den beteiligten Hochschulen. Abschlüsse werden entsprechend von staatlichen Hochschulen vergeben.
Das macht den Anbieter besonders für Interessierte relevant, die ein Fernstudium mit staatlichem Hochschulabschluss suchen, aber nicht an eine reine Fernuniversität gebunden sein möchten.
Das zfh im Überblick
| Anbietername | Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund, kurz zfh |
|---|---|
| Sitz | Koblenz |
| Trägerschaft | Staatlich |
| Struktur | Wissenschaftliche Einrichtung und Hochschulverbund |
| Partnerhochschulen | 21 staatliche Hochschulen aus neun Bundesländern |
| Angebot | Mehr als 100 berufsbegleitende Fernstudienangebote |
| Abschlüsse | Bachelor, Master, MBA und Hochschulzertifikate |
| Studienmodell | Blended Learning mit Selbststudium, Online-Lehre und Präsenzphasen |
Studienangebot
Das Studienangebot im zfh-Verbund umfasst mehr als 100 berufsbegleitende Fernstudienangebote. Inhaltlich liegen die Schwerpunkte vor allem in drei Bereichen:
- Wirtschaftswissenschaften: zum Beispiel Betriebswirtschaft, MBA-Programme, Management oder Wirtschaftsingenieurwesen
- Technik und Naturwissenschaften: zum Beispiel Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau oder medizinisch-biowissenschaftliche Studiengänge
- Sozialwissenschaften und Pädagogik: zum Beispiel Soziale Arbeit, Bildungs- und Sozialmanagement oder Pädagogik der frühen Kindheit
Neben kompletten Studiengängen können je nach Angebot auch einzelne Module oder Zertifikatsprogramme belegt werden. Das ist besonders interessant für Berufstätige, die zunächst prüfen möchten, ob ein akademisches Fernstudium in ihren Alltag passt.
Kosten: abhängig vom Studiengang und von der Hochschule
Die Kosten im zfh-Verbund unterscheiden sich je nach Studiengang deutlich. Einen einheitlichen Preis für ein Fernstudium über das zfh gibt es nicht. Entscheidend sind der gewählte Abschluss, die Partnerhochschule, die Regelstudienzeit und die Frage, ob ein komplettes Studium oder einzelne Module belegt werden.
Die Kostenstruktur besteht meist aus mehreren Bausteinen. Häufig fallen Studiengebühren, Fernstudiengebühren oder Modulbereitstellungsgebühren an. Zusätzlich kommt je nach Hochschule ein Sozialbeitrag hinzu. In einzelnen Studiengängen können weitere Kosten entstehen, etwa für Zusatzsemester, Wiederholungsprüfungen, Chipkarte, bestimmte Zusatzmodule oder verpflichtende Brückenkurse.
| Kostenart | Was bedeutet das? |
|---|---|
| Studien- oder Fernstudiengebühr | Gebühren für das konkrete Fernstudienangebot. Sie werden je nach Studiengang semesterweise, modulweise oder nach ECTS-Punkten berechnet. |
| Sozialbeitrag | Beitrag der jeweiligen Hochschule. Die Höhe hängt vom Standort und von der Hochschule ab. |
| Zusatz- oder Wiederholungssemester | Können zusätzliche Gebühren auslösen, wenn die Regelstudienzeit überschritten wird oder Leistungen wiederholt werden müssen. |
| Einmalige Nebenkosten | Je nach Hochschule können kleinere Zusatzkosten anfallen, etwa für Studierendenausweis oder Chipkarte. |
| Reise- und Übernachtungskosten | Entstehen zusätzlich, wenn Präsenztermine, Prüfungen oder Einführungsveranstaltungen vor Ort stattfinden. |
Beispiele zeigen die Spannweite: Im Bachelor Betriebswirtschaft an der Hochschule Kaiserslautern fallen laut zfh 75 Euro pro Modul an; bei 22 Modulen ergeben sich 1.650 Euro Gesamtmodulkosten. Hinzu kommen Sozialbeitrag und eine einmalige Chipkartengebühr. Das MBA-Fernstudienprogramm der Hochschule Koblenz wird dagegen semesterweise berechnet und liegt in der Regelstudienzeit bei insgesamt 10.400 Euro zuzüglich studentischem Beitrag.
Wichtig für den Vergleich: Bei zfh-Studiengängen sollte nicht nur der Gesamtpreis betrachtet werden. Relevant sind auch Zahlungsrhythmus, Sozialbeitrag, Präsenzkosten, mögliche Zusatzsemester und die Frage, ob einzelne Module separat belegt oder angerechnet werden können.
Bewerbung, Einschreibung und Studienablauf: Wer macht was?
Das zfh übernimmt im Verbund vor allem organisatorische Aufgaben. Die Hochschule bleibt aber die akademische Heimat des Studiengangs. Das ist für Bewerberinnen und Bewerber wichtig, weil Beratung, Zulassung, Gebührenbescheid, Immatrikulation und fachliche Betreuung nicht immer an derselben Stelle liegen.
- Studiengang auswählen: Zuerst wird ein konkretes Fernstudienangebot gewählt. Entscheidend sind Abschluss, Zulassungsvoraussetzungen, Präsenzorte, Kosten und Bewerbungsfrist.
- Online anmelden oder bewerben: Viele Bewerbungen laufen über die zfh-Anmeldeseite. Einzelne Studiengänge verweisen für die Bewerbung direkt auf die jeweilige Hochschule.
- Unterlagen einreichen: Je nach Studiengang werden Zeugnisse, Nachweise zur Berufserfahrung, Hochschulzugangsberechtigung oder weitere Dokumente benötigt.
- Zulassung und Gebührenbescheid erhalten: Sind die Unterlagen vollständig und die Voraussetzungen erfüllt, folgt der Zulassungs- und Gebührenbescheid.
- Gebühren zahlen und Einschreibung abschließen: Nach Zahlung und Rücksendung der erforderlichen Unterlagen wird die Einschreibung vorbereitet. Das zfh leitet die Daten an die jeweilige Hochschule weiter.
- Studium starten: Vor Semesterbeginn folgen je nach Studiengang Studienmaterialien, Zugang zur Lernplattform, Terminpläne und eine Einladung zur Einführungsveranstaltung oder zum ersten Präsenztermin.
Im Studienalltag verschiebt sich der Schwerpunkt meist stärker zur Partnerhochschule. Dort sitzen die Studiengangkoordination, fachliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sowie die Lehrenden. Das zfh bleibt vor allem für übergreifende Fragen rund um Verwaltung, Rückmeldung, Gebühren, Studienmaterialien und allgemeine Beratung relevant.
Lernmodell: Blended Learning statt reines Online-Studium
Die Fernstudiengänge im zfh-Verbund folgen in der Regel einem Blended-Learning-Ansatz. Studierende lernen selbstständig mit Studienmaterialien, nutzen digitale Lernangebote und nehmen je nach Studiengang an Präsenzveranstaltungen teil. Diese Präsenzen können virtuell stattfinden oder an der jeweiligen Hochschule vor Ort.
Dieser Aufbau bietet mehr Struktur als ein vollständig selbstorganisiertes Online-Studium. Gleichzeitig ist er weniger flexibel als Angebote, die komplett ohne Präsenzphasen auskommen. Wer sich für ein zfh-Fernstudium interessiert, sollte deshalb vor der Bewerbung prüfen, wo Präsenztermine stattfinden, wie häufig sie vorgesehen sind und ob sie mit Beruf und Privatleben vereinbar sind.
Für wen passt das zfh?
Das zfh passt besonders gut zu Studieninteressierten, die einen staatlichen Hochschulabschluss anstreben und berufsbegleitend studieren möchten. Der Verbund ist außerdem interessant für Menschen, die Wert auf fachliche Nähe zu staatlichen Hochschulen legen und bereit sind, feste Studienstrukturen sowie mögliche Präsenztermine einzuplanen.
- geeignet für Berufstätige, die akademisch weiterstudieren möchten
- geeignet für Interessierte, die einen staatlichen Hochschulabschluss suchen
- geeignet für Menschen, die feste Studienstrukturen hilfreich finden
- geeignet für alle, die Fernstudium mit Hochschulnähe verbinden möchten
Weniger passend ist das zfh, wenn maximale Flexibilität im Vordergrund steht, etwa durch jederzeit startbare Onlinekurse, vollständig digitale Prüfungen oder ein Studium ohne feste Semesterlogik. Hier sollten Interessierte genau vergleichen, wie der gewünschte Studiengang organisiert ist.
Stärken und mögliche Einschränkungen
Eine zentrale Stärke des zfh ist die Verbindung aus staatlichen Partnerhochschulen, berufsbegleitendem Studienmodell und breitem Fächerspektrum. Viele Programme richten sich gezielt an Berufstätige und greifen Themen auf, die in Wirtschaft, Technik, Sozialwesen und Verwaltung praktisch relevant sind.
Gleichzeitig ist das zfh kein einheitlicher Anbieter im klassischen Sinn. Studienort, Prüfungsform, Präsenzanteil, Betreuung, Kosten und Zulassung hängen stark vom jeweiligen Studiengang und der verantwortlichen Hochschule ab. Deshalb sollte die Entscheidung nicht nur auf Basis des zfh-Profils fallen, sondern immer anhand des konkreten Studiengangs geprüft werden.
Häufige Fragen zum Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund
Nein. Das zfh ist keine einzelne Fernhochschule, sondern eine staatliche Verbund- und Koordinationsstruktur. Die Studiengänge werden von den jeweiligen Partnerhochschulen angeboten, die auch die Abschlüsse vergeben.
Ja. Die Studiengänge werden von staatlichen Hochschulen im zfh-Verbund durchgeführt. Je nach Studiengang schließen Studierende mit Bachelor, Master, MBA oder einem Hochschulzertifikat ab.
Die Kosten hängen vom Studiengang ab. Häufig fallen Studien- oder Fernstudiengebühren sowie ein Sozialbeitrag der jeweiligen Hochschule an. Manche Angebote werden pro Semester berechnet, andere pro Modul oder nach ECTS-Punkten. Deshalb sollten Interessierte die Kosten immer auf der Detailseite des gewünschten Studiengangs prüfen.
In vielen Studiengängen beginnt die Bewerbung online über das zfh. Dort werden die Unterlagen eingereicht und geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung folgen Zulassungs- und Gebührenbescheid. Einzelne Studiengänge organisieren die Bewerbung direkt über die Partnerhochschule.
Studierende sind im jeweiligen Studiengang an der Partnerhochschule eingeschrieben oder dort angebunden. Das zfh übernimmt vor allem Aufgaben rund um Koordination, Verwaltung, Anmeldung, Gebühren und allgemeine Beratung.
Die Angebote sind auf ein berufsbegleitendes Studium ausgelegt. Trotzdem unterscheiden sich die Studiengänge deutlich. Vor allem Präsenztermine, Prüfungsorte, Semesterstruktur und Betreuung hängen vom jeweiligen Programm und der verantwortlichen Hochschule ab.
Viele Angebote arbeiten mit einem Blended-Learning-Modell. Dazu gehören Selbststudium, Online-Lehre und je nach Studiengang Präsenzphasen. Ob Präsenztermine vor Ort oder virtuell stattfinden, sollte für jeden Studiengang einzeln geprüft werden.
Das zfh eignet sich besonders für Berufstätige, die ein Fernstudium an einer staatlichen Hochschule suchen und mit einer festen Studienstruktur gut zurechtkommen. Wer maximale zeitliche Freiheit oder ein vollständig digitales Studium sucht, sollte die konkreten Bedingungen des gewünschten Studiengangs sorgfältig vergleichen.
Studienberatung
Fragen an den Anbieter Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund? Stell deine Frage hier, auch anonym. Ein Mitarbeiter des Anbieters oder die Redaktion wird dir antworten.
welchen Master meinen Sie konkret? Über das ZFH können Sie beispielsweise das Master-Fernstudium Internationale Betriebswirtschaftslehre belegen, das im Vollzeitstudium 4 Semester dauert. Allerdings handelt es sich hier um eine MBA-Programm, nicht um einen Master of Arts.
Weitere MBA-Programme finden Sie hier: Fernstudium MBA: Die 20 besten Programme im Vergleich. An der IU können Sie beispielsweise auch einen MBA in etwa 2 Semestern absolvieren, an anderen Hochschulen in 3 Semestern.
anrechnen lassen für welchen Studiengang??
Mit freundlichem Gruß
Annette Honsel
Studienberatung - ZFH