Für wen eignet sich der Masterstudiengang Prozesstechnik?
Der Fernstudiengang Prozesstechnik (M.Eng.) richtet sich an Ingenieurinnen und Ingenieure aus den Bereichen Maschinenbau, Verfahrenstechnik, Prozessingenieurwesen, Industrial Engineering oder Chemieingenieurwesen, die bereits im Berufsleben stehen und sich gezielt für eine Führungsaufgabe in der Prozessindustrie weiterqualifizieren möchten. Das Studium ist praxisnah ausgerichtet und spricht insbesondere Berufstätige an, die in der chemischen, pharmazeutischen, Nahrungsmittel-, Papier- oder Textilindustrie tätig sind oder dorthin streben. Auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verwandten technischen Disziplinen mit Schnittstellen zur Prozesstechnik sind angesprochen.
Welche formalen Anforderungen gelten für die Zulassung?
Für die Zulassung zum Masterstudium Prozesstechnik musst du folgende Nachweise erbringen:
- Ein erfolgreich abgeschlossenes, einschlägiges Hochschulstudium (z. B. Maschinenbau, Verfahrenstechnik, Prozessingenieurwesen, Wirtschaftsingenieurwesen, Anlagenbau oder vergleichbare Fächer) mit mindestens 210 ECTS-Punkten.
- Mindestens ein Jahr einschlägige Berufserfahrung nach dem ersten Hochschulabschluss. Bei dualen oder berufsbegleitenden Studiengängen können entsprechende Tätigkeiten angerechnet werden.
- Nachweis von Kenntnissen in Computational Fluid Dynamics und Thermischer Verfahrenstechnik. Falls diese Kenntnisse nicht vorhanden sind, kann ein entsprechendes Aufbaumodul belegt werden.
- Bei ausländischen Bewerberinnen und Bewerbern: Nachweis fundierter Deutschkenntnisse (mindestens DSH II oder TestDAF 4/5).
Bewerberinnen und Bewerber mit weniger als 210, aber mindestens 180 ECTS-Punkten können unter Auflagen zugelassen werden. Für Fachkräfte ohne Hochschulabschluss ist eine Zulassung über eine Eignungsprüfung möglich. Voraussetzung dafür sind eine Hochschulzugangsberechtigung (etwa Fachhochschulreife oder ein anerkannter Berufsabschluss mit mindestens Note 2,5) und mindestens dreijährige einschlägige Berufspraxis oder ein Abschluss als Bachelor Professional (z. B. Meisterprüfung, Fachwirt, staatlich geprüfter Techniker) plus einjährige passende Berufstätigkeit; bei Master Professional genügt der Abschluss.
Persönlich solltest du strukturiertes, selbstorganisiertes Arbeiten beherrschen, technisches Verständnis für komplexe Prozesse besitzen und Interesse an interdisziplinären Themen mitbringen. Erfahrung in industriellen Abläufen und Offenheit für neue Entwicklungen, etwa in den Bereichen Industrie 4.0 oder Big Data, sind vorteilhaft. Für das berufsbegleitende Fernstudium benötigst du Durchhaltevermögen, Zeitmanagement und die Bereitschaft, regelmäßig an Präsenzphasen und Online-Lernformaten teilzunehmen.
Welche Inhalte erwarten dich im Master-Fernstudium Prozesstechnik?
Im Masterstudium Prozesstechnik vertiefst du fachliche und überfachliche Kompetenzen entlang der gesamten Prozesskette – von der Ideenfindung bis zum Anlagenbetrieb. Der Fokus liegt auf einer anwendungsorientierten Ausbildung, die aktuelle Herausforderungen wie Industrie 4.0, Big Data in der Prozessoptimierung sowie Anlagensicherheit und Instandhaltungsmanagement integriert.
- Kernmodule: Zu Beginn beschäftigst du dich mit Computational Fluid Dynamics (CFD), thermischer Trenntechnik und Instandhaltungsmanagement – Grundlagen für die Modellierung und Steuerung von Prozessen.
- Vertiefungsmodule: Im zweiten und dritten Semester folgen Schwerpunkte wie Prozessentwicklung, Stochastik, Anlagensicherheit sowie technische und nicht-technische Wahlpflichtmodule.
- Technische Wahlpflichtfächer: Hier wählst du beispielsweise zwischen Industrie 4.0, Sicherheitsgerichteter Automatisierungstechnik, Prozessoptimierung durch Big Data, Industrieller Chemie, Bio-Verfahrenstechnik, elektrochemischen Prozessen sowie praxisnahen Projekten im Unternehmen.
- Nicht-technische Wahlpflichtfächer: Angebote wie Controlling, Projektmanagement und betriebliche Kommunikation sowie Führen in Projektteams fördern deine Führungskompetenz.
- Abschlussphase: Im vierten Semester schreibst du die Masterarbeit mit Kolloquium, häufig praxisnah in Kooperation mit Unternehmen oder Forschungseinrichtungen.
Du entwickelst analytische Fähigkeiten, Fachwissen in modernen Technologien und Methodenkompetenz für Prozessanalyse, Optimierung und Management. Das Studium verbindet natur- und ingenieurwissenschaftliche Fragestellungen mit betriebswirtschaftlichen sowie kommunikativen Skills.
Wie gestaltet sich der Ablauf des berufsbegleitenden Fernstudiums?
Das Studium ist auf vier Semester angelegt und folgt dem Blended-Learning-Prinzip. Es kombiniert eigenständiges Selbststudium, virtuelle Lernphasen und regelmäßige Präsenzveranstaltungen in Kaiserslautern.
- Selbststudium: Du erhältst Lehrbriefe und hast über die Lernplattform Zugriff auf weiteres Lehrmaterial, Übungen und Lernsoftware.
- Präsenzphasen: Während des Semesters finden pro Semester etwa acht Wochenenden (freitags und samstags) mit Präsenztagen statt. Zusätzlich gibt es in der vorlesungsfreien Zeit eine einwöchige Blockveranstaltung.
- Online-Komponenten: Virtuelle Lerneinheiten ermöglichen einen flexiblen Zugang zu Vorlesungen, Übungen und Austausch mit Lehrenden und Kommilitoninnen und Kommilitonen.
- Individuelle Vertiefung: Durch die Wahlpflichtmodule kannst du dein Studium an deine beruflichen Interessen und Anforderungen anpassen. Praktische Projekte im Unternehmen oder Forschungsprojekte sind möglich.
- Studienbeginn: Das Studium startet jährlich zum Wintersemester.
Die modulare Struktur und die Mischung aus asynchronen Lerninhalten und Präsenzphasen bieten dir Flexibilität, um Studium und Beruf miteinander zu vereinbaren.
Welche beruflichen Perspektiven stehen dir nach dem Abschluss offen?
Mit dem Master of Engineering in Prozesstechnik qualifizierst du dich für anspruchsvolle Fach- und Führungspositionen in verschiedenen Industriezweigen.
- Einsatzfelder: Typische Branchen sind die chemische und pharmazeutische Industrie, Nahrungsmittelindustrie, Papier- und Textilindustrie sowie Anlagenbau und Engineering-Dienstleister.
- Berufsrollen: Absolventinnen und Absolventen arbeiten als Prozessingenieurinnen und Prozessingenieure, Projektleiterinnen und Projektleiter, Instandhaltungsverantwortliche, Anlagenplanende oder Spezialisten für Digitalisierung (Industrie 4.0).
- Karrierewege: Der Abschluss eröffnet dir den Zugang zum höheren Dienst und berechtigt entsprechend der Promotionsordnung zur Promotion im wissenschaftlichen Bereich.
- Vorteile: Fachkräfte der Prozesstechnik sind international gefragt, insbesondere auch für leitende Tätigkeiten und für Schnittstellenrollen zwischen Technik, IT und Management.
Durch die gezielte Wahl von Vertiefungen und praktischen Projektarbeiten kann das Studium individuell auf spätere Karriereziele abgestimmt werden.
Mit welchen Kosten musst du beim berufsbegleitenden Master rechnen?
Die Studiengebühren betragen 2.650 € pro Semester, insgesamt 10.600 € bei einer Regelstudienzeit von vier Semestern. Für jedes zusätzliche Semester ab dem sechsten wird eine Bearbeitungsgebühr von 1.000 € erhoben. Hinzu kommt pro Semester ein Sozialbeitrag von 151,50 € sowie eine einmalige Chipkartengebühr von 8 €.
- Gesamtkosten (ohne Verlängerung): 10.600 € + viermal 151,50 € Sozialbeitrag + 8 € Chipkartengebühr
- Kostenstruktur: Die Gebühren werden semesterweise fällig. Ein kostenfreies Zusatzsemester ist möglich.
- Finanzierungsmöglichkeiten: Es besteht die Möglichkeit, einen Teil der Kosten über Weiterbildungsstipendien, Förderprogramme oder steuerliche Absetzbarkeit als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben zu finanzieren. Auch eine Unterstützung durch Arbeitgeber ist je nach individueller Situation möglich.
Die Investition in den Abschluss lässt sich durch die verbesserten Aufstiegschancen und die hohe Nachfrage nach spezialisierten Ingenieurinnen und Ingenieuren langfristig amortisieren.
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