Fernstudium-Kosten 2026: Was du an staatlichen und privaten Hochschulen zahlst
Ein Fernstudium kostet zwischen rund 2.000 € an der FernUni Hagen und über 20.000 € an privaten Fernhochschulen. Der Mittelwert liegt allerdings weit oben: Wir haben die Gesamtkosten aller Bachelor-Fernstudiengänge der großen privaten Fernhochschulen in unserer Datenbank ausgewertet – der Median liegt bei 14.220 €. Dazu kommen Nebenkosten, die kaum jemand vorher einkalkuliert. Hier steht, was du wirklich zahlst, wo du legal mehrere tausend Euro sparst und welche Finanzierung sich rechnet.
- Staatlich: rund 2.000–2.300 € für einen kompletten Bachelor an der FernUni Hagen. Weiterbildende Master sind auch an staatlichen Hochschulen deutlich teurer.
- Privat: Median 14.220 € im Bachelor, 12.300 € im Master. Das untere Viertel startet erst bei rund 13.400 € – die oft genannte Spanne „ab 8.000 €“ bildet Ausnahmen ab, nicht den Normalfall.
- Zeitmodell: Die niedrigste Monatsrate erzeugt fast immer die höchsten Gesamtkosten. Vergleiche Gesamtkosten im Verhältnis zu Regelstudienzeit plus kostenlosem Verlängerungspuffer.
- Nebenkosten: Reisen, Literatur, Technik und Graduierungsgebühren summieren sich auf 1.000–2.000 €.
- Sparen: Anerkennung von Vorleistungen ist der größte Hebel, danach Zeitmodell, Rabattzeitpunkt und Skonto – in dieser Reihenfolge.
- Was kostet ein Fernstudium an einer staatlichen Hochschule?
- Was kostet ein Fernstudium an einer privaten Fernhochschule?
- Zeitmodell und Gesamtkosten: Warum die niedrigste Monatsrate am teuersten ist
- Welche versteckten Kosten kommen im Fernstudium dazu?
- Wie kannst du bei einem privaten Fernstudium mehrere tausend Euro sparen?
- Wie finanzierst du dein Fernstudium?
- Häufige Fragen zu den Kosten im Fernstudium
- Kommentare
Was kostet ein Fernstudium an einer staatlichen Hochschule?
Ein kompletter Bachelor an der FernUniversität in Hagen kostet zwischen 1.954 € und 2.229 €, je nach Studiengang und Belegungstempo. Die Gebühren setzen sich aus vier Bausteinen zusammen: 60 € Grundgebühr pro Semester, 11 € Beleggebühr je belegtem ECTS-Punkt, 16 € Sozialbeitrag für das Studierendenwerk Dortmund und 8,40 € Studierendenschaftsbeitrag im Wintersemester 2026/27.
Der Rechenweg für ein typisches Semester sieht so aus: Wer 20 ECTS belegt, zahlt 220 € Beleggebühr plus 84,40 € Fixkosten, also rund 304 € pro Semester. Wer weniger belegt, zahlt weniger – die Gebühr wächst mit dem Lerntempo, nicht mit der Studiendauer. Ein wichtiger Nebeneffekt: Module lassen sich vier Folgesemester lang kostenfrei wiederholen, solange noch keine Prüfung abgelegt wurde. Die Beleggebühr fällt in diesem Zeitraum kein zweites Mal an.
Die FernUni ist nicht die einzige günstige Option. Über das Institut für Verbundstudien NRW und das Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund immatrikulierst du dich an einer staatlichen Fachhochschule und zahlst deren regulären Semesterbeitrag. Hier eine Auswahl aus unserer Datenbank:
| Studiengang | Hochschule | Kosten | |
|---|---|---|---|
| Elektrotechnik, Master of Engineering Fernstudium | Institut für Verbundstudien NRW | ab 1105 € insgesamt ab 80 € Semesterbeitrag | |
| Wirtschaftsinformatik, Master of Science Fernstudium | FernUniversität Hagen | ab 1200 € insgesamt ab 215 € Semesterbeitrag | |
| Betriebswirtschaft, Bachelor of Arts Fernstudium | Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund | ab 1650 € insgesamt ab 113 € Semesterbeitrag | |
| Wirtschaftswissenschaft, Bachelor of Science Fernstudium | FernUniversität Hagen | ab 2200 € insgesamt ab 264 € Semesterbeitrag | |
| Management von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen, Master of Arts Fernstudium | Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau | ab 7525 € insgesamt | |
| MBA Fernstudienprogramm, Master of Business Administration Fernstudium | Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund | ab 10400 € insgesamt |
Was du dabei wissen solltest:
- Die meisten Fernstudierenden studieren in Teilzeit. An staatlichen Hochschulen erhöht das die Gesamtkosten nur moderat, weil du pro Semester weniger ECTS belegst und die Fixkosten mit 84 € überschaubar bleiben.
- Weiterbildende Master sind die große Ausnahme von der Günstig-Regel. Der MBA über das Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund liegt bei über 10.000 €, ein weiterbildender Master an der HU Berlin bei rund 1.850 € pro Semester. In dieser Preisklasse lohnt der direkte Vergleich mit privaten Anbietern.
- Es gibt Ermäßigungen: Die FernUni erlässt Beleggebühren und Studierendenschaftsbeitrag unter bestimmten Voraussetzungen, etwa bei Bürgergeld-Bezug oder BAföG. Die Ermäßigung gilt nur bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss.
- Alle Details stehen im ausführlichen Kostenartikel: FernUni Hagen: So hoch sind die Kosten.
Was kostet ein Fernstudium an einer privaten Fernhochschule?
Der Median liegt im Bachelor bei 14.220 €, im Master bei 12.300 €. Das ist das Ergebnis unserer Auswertung aller Bachelor- und Master-Fernstudiengänge der großen privaten Fernhochschulen in unserer Kursdatenbank – darunter IU, AKAD, Euro-FH, Wilhelm Büchner, APOLLON, SRH, Fresenius, HFH und DIPLOMA. Zur Einordnung: Das untere Viertel der Bachelor-Studiengänge beginnt erst bei rund 13.400 €, das obere Viertel liegt über 15.060 €.
Diese Zahlen weichen bewusst von der Spanne ab, die in vielen Ratgebern steht. „8.000 bis 15.000 €“ ist nicht falsch, beschreibt aber die Ränder und nicht die Mitte. Wer mit 8.000 € kalkuliert, findet dafür in der Praxis kaum einen akkreditierten Bachelor an einer bekannten Fernhochschule. Realistisch ist ein Budget ab 13.000 €, wenn du keinen der Sparhebel weiter unten nutzt.
| Abschluss | Unteres Viertel | Median | Oberes Viertel |
|---|---|---|---|
| Bachelor (private Fernhochschulen) | bis 13.392 € | 14.220 € | ab 15.063 € |
| Master (private Fernhochschulen) | bis 9.547 € | 12.300 € | ab 13.249 € |
Zur Methodik: Ausgewertet wurden die in unserer Datenbank hinterlegten Gesamtkosten aktiver deutschsprachiger Studiengänge der genannten Hochschulen, jeweils in der günstigsten gelisteten Tarifvariante. Aktionspreise und individuelle Anerkennungen sind nicht eingerechnet – die realen Zahlungen liegen dadurch bei vielen Studierenden niedriger. Nach oben offen ist die Spanne trotzdem: Der teuerste gelistete Bachelor kostet über 20.400 €.
Innerhalb dieser Spanne unterscheiden sich die Anbieter deutlich. Die DIPLOMA Hochschule und die Private Hochschule Göttingen listen die günstigsten Einstiege, die IST-Hochschule und die Hochschule Fresenius die höchsten Untergrenzen. Ein niedriger Einstiegspreis sagt allerdings wenig über das aus, was du am Ende zahlst – dafür ist das Zeitmodell entscheidender als die Hochschule.
| Studiengang | Hochschule | Kosten | |
|---|---|---|---|
| General Management, Master of Business Administration Fernstudium | AKAD University | ab 12696 € insgesamt ab 319 € monatlich | |
| Heilpädagogik / Inklusionspädagogik, Master of Arts Fernstudium | IU Internationale Hochschule | ab 12775 € insgesamt ab 286 € monatlich | |
| Medien- und Kommunikationsmanagement, Master of Arts Fernstudium | Hochschule Fresenius | ab 13176 € insgesamt ab 296 € monatlich | |
| Betriebswirtschaftslehre, Bachelor of Arts Fernstudium | AKAD University | ab 14004 € insgesamt ab 219 € monatlich | |
| Psychologie, Master of Science Fernstudium | SRH Fernhochschule - The Mobile University | ab 14095 € insgesamt ab 421 € monatlich | |
| Psychologie, Bachelor of Science Fernstudium | Hochschule Fresenius | ab 14220 € insgesamt ab 233 € monatlich | |
| Soziale Arbeit, Bachelor of Arts Fernstudium | IU Internationale Hochschule | ab 15063 € insgesamt ab 235 € monatlich |
Was du für den Aufpreis bekommst, ist real und sollte in die Rechnung: durchgehend digitale Lernmedien, Onlineklausuren mit deutlich mehr Terminen, engere Betreuung, kürzere Reaktionszeiten und in vielen Fällen deutlich weniger Präsenzpflicht. Ob dir das rund 12.000 € Differenz wert ist, ist eine ehrliche Abwägung und keine rhetorische Frage – wir haben die Entscheidungskriterien in Fernstudium auswählen: Welche 4 Kriterien wirklich zählen aufgeschlüsselt.
Zeitmodell und Gesamtkosten: Warum die niedrigste Monatsrate am teuersten ist
Fast alle privaten Fernhochschulen bieten drei Zeitmodelle an. An der IU sind das im Bachelor 36 Monate (Vollzeit), 48 Monate (Teilzeit I) und 72 Monate (Teilzeit II). Je länger das Modell, desto niedriger die Monatsrate – und desto höher die Gesamtsumme. Das ist der teuerste Denkfehler bei der Studienwahl: Wer auf die Monatsrate schaut, zahlt am Ende regelmäßig 2.000 bis 3.000 € mehr.
Entscheidend ist ein Detail, das in keinem Werbebanner steht: die kostenlose Verlängerung. An der IU kannst du die Regelstudienzeit in jedem Zeitmodell um 12 Monate gebührenfrei überziehen. Damit verschiebt sich die Rechnung komplett.
| Zeitmodell (Bachelor, Beispiel IU) | Regelstudienzeit | Kostenloser Puffer | Reale Zeit bis zum Abschluss | Gesamtkosten |
|---|---|---|---|---|
| Vollzeit | 36 Monate | 12 Monate | 48 Monate | am niedrigsten |
| Teilzeit I | 48 Monate | 12 Monate | 60 Monate | mittel |
| Teilzeit II | 72 Monate | 12 Monate | 84 Monate | am höchsten |
Die praktische Konsequenz: Wer Teilzeit II bucht, bezahlt für Zeit, die er im Teilzeit-I-Tarif geschenkt bekommt. Ein Teilzeit-I-Vertrag plus Puffer gibt dir 60 Monate – das ist mehr, als viele Teilzeit-II-Studierende tatsächlich brauchen. Und ein Vollzeit-Vertrag plus Puffer entspricht zeitlich einem klassischen Teilzeit-I-Modell, kostet aber Vollzeit-Preis.
Drei Einschränkungen gehören dazu, sonst wird der Tipp gefährlich:
- Der Puffer ist ein Zeitpuffer, kein Leistungspuffer. Prüfungsversuche, Fristen für die Abschlussarbeit und Modulverfügbarkeiten laufen normal weiter.
- Was nach dem Puffer passiert, unterscheidet sich je nach Hochschule erheblich – von reduzierten Monatsraten bis zur vollen Gebühr. Diese Regelung gehört vor der Unterschrift geklärt, nicht danach.
- Die Länge des Puffers variiert. Manche Hochschulen geben 12 Monate, andere mehr, wieder andere binden ihn an das Zeitmodell. Prüf das immer für deinen konkreten Studiengang.
Die richtige Vergleichsgröße ist deshalb nicht die Monatsrate und auch nicht die Regelstudienzeit, sondern: Gesamtkosten im Verhältnis zu Regelstudienzeit plus kostenlosem Puffer. Wie sich das je Hochschule unterscheidet, steht mit Übersichtstabelle in Teilzeit oder Vollzeit? So findest du das richtige Zeitmodell.
Welche versteckten Kosten kommen im Fernstudium dazu?
Rechne mit 1.000 bis 2.000 € Nebenkosten über das gesamte Studium. Der größte Posten sind Reisekosten zu Präsenzterminen, der am häufigsten übersehene sind Prüfungs- und Graduierungsgebühren, die erst am Ende fällig werden und in keiner Monatsrate stecken.
| Kostenart | Richtwert | Hinweis |
|---|---|---|
| Reisekosten (Seminare, Klausuren) | 500–2.000 € | Hängt an der Entfernung zum Studien- oder Prüfungszentrum. Bei reinen Online-Prüfungsmodellen nahe null, bei Präsenzpflicht an der FernUni oder Euro-FH schnell vierstellig. |
| Fachliteratur | 300–500 € | Lehr- und Übungsbücher, vor allem in den Grundlagenmodulen. Die digitalen Bibliotheken der Hochschulen decken einen Teil ab. |
| Prüfungs- und Graduierungsgebühren | 0–800 € | Wird bei der Anmeldung zur Abschlussarbeit fällig. An manchen Hochschulen in der Studiengebühr enthalten, an anderen nicht. |
| Gedruckte Studienmaterialien | 0–1.500 € | An einigen Hochschulen optional zubuchbar. Der Verzicht auf Druck spart Geld, kostet aber Lesekomfort. |
| Technik | 0–500 € | Laptop ist meist vorhanden. Für beaufsichtigte Onlineklausuren brauchst du Webcam und oft ein Headset. |
| Software | 0–100 € | Office-Paket und Literaturverwaltung. Häufig über Campuslizenzen kostenlos. |
| Verlängerung nach dem Puffer | variabel | Erst relevant, wenn Regelstudienzeit und kostenloser Puffer aufgebraucht sind. Regelung vorher klären. |
Anbieterspezifische Kostenanalysen findest du hier: FernUni Hagen, Euro-FH, Wilhelm Büchner Hochschule und SGD.
Wie kannst du bei einem privaten Fernstudium mehrere tausend Euro sparen?
Vier Hebel wirken, und sie wirken in dieser Reihenfolge unterschiedlich stark: Anerkennung von Vorleistungen, Zeitmodell mit Puffer, Rabattzeitpunkt und Skonto bei Sofortzahlung. Der erste Hebel ist bei weitem der größte, der letzte ist der einzige, bei dem du wirklich nachrechnen musst.
Vorleistungen anerkennen lassen – der größte Hebel
Abgeschlossene Ausbildungen, Aufstiegsfortbildungen, abgebrochene Studien und teils auch einschlägige Berufserfahrung lassen sich auf ein Bachelorstudium anrechnen. Weil du dann Module nicht belegst, sinken Studienzeit und Gebühren gleichzeitig. An der IU wird pro anerkanntem ECTS-Punkt ein fester Betrag gutgeschrieben – bei einer umfangreichen Anerkennung sind das schnell mehrere tausend Euro.
Wichtig ist die Reihenfolge: Lass deine Vorleistungen vor der Einschreibung und bei mehreren Hochschulen parallel prüfen. Die Anerkennungspraxis unterscheidet sich erheblich, und der Unterschied zwischen 30 und 60 anerkannten Credits entscheidet über einen vierstelligen Betrag. Wie der Prozess konkret abläuft, steht in Anerkennung von Vorleistungen an der IU.
Das Zeitmodell strategisch wählen
Siehe oben: Nicht das langsamste Modell wählen, sondern das schnellste, das du realistisch schaffst – und den kostenlosen Puffer als Sicherheitsnetz einplanen. Wer sich von Teilzeit II auf Teilzeit I korrigiert und den Puffer nutzt, spart typischerweise einen vierstelligen Betrag ohne inhaltliche Abstriche.
Zum richtigen Zeitpunkt einschreiben
Private Fernhochschulen fahren praktisch dauerhaft Rabattaktionen – durchgestrichene Preise auf den Studiengangsseiten sind eher die Regel als die Ausnahme. Üblich sind Prozentnachlässe auf die Monatsrate, verlängerte Testphasen oder Sachprämien. Dazu kommen Aktionscodes, die teils über Partnerportale ausgegeben werden.
Praktisch heißt das: Prüfe vor der Anmeldung in einem Durchgang, ob gerade eine Aktion läuft, ob ein Code für deinen Studiengang gilt und ob sich beides kombinieren lässt. Bei einem Bachelor im Bereich des Medians reden wir hier über eine Ersparnis im mittleren vierstelligen Bereich, wenn Aktion und Code zusammenkommen.
Skonto bei Sofortzahlung – aber bitte nachrechnen
Einige Hochschulen geben Skonto, wenn du die Studiengebühren im Voraus zahlst, an der IU zum Beispiel bis zu 10 %. Bei 14.000 € Gesamtkosten sind das 1.400 €. Die naheliegende Idee: Kredit bei der Hausbank aufnehmen, sofort zahlen, Skonto kassieren. Das rechnet sich seltener, als es klingt.
Wir haben es durchgerechnet – Annuitätendarlehen über 14.000 €, Rückzahlung parallel zur Studienzeit:
| Effektiver Jahreszins | Zinskosten bei 48 Monaten | Zinskosten bei 72 Monaten |
|---|---|---|
| 3 % | 874 € | 1.315 € |
| 4 % | 1.173 € | 1.770 € |
| 5 % | 1.476 € | 2.234 € |
| 6,53 % (KfW-Studienkredit, Stand April 2026) | 1.946 € | 2.959 € |
Daraus ergibt sich die Faustregel: Bei 10 % Skonto und 48 Monaten Laufzeit lohnt sich die Kreditfinanzierung nur unterhalb von rund 4,75 % Effektivzins. Bei 72 Monaten sinkt die Schwelle auf rund 3,2 %. Bei nur 5 % Skonto liegt sie bei 2,4 % beziehungsweise 1,6 %. Übersetzt: Mit üblichen Ratenkreditkonditionen geht die Rechnung meistens nicht auf. Sie geht auf, wenn du das Geld ohnehin hast, einen ungewöhnlich günstigen Kredit bekommst oder ein hoher Skonto auf eine kurze Laufzeit trifft.
Ein Risiko kommt dazu, das sich nicht in Zinsen ausdrücken lässt: Wer im Voraus zahlt, hat das Geld gebunden. Ob und in welcher Höhe du bei einem Abbruch etwas zurückbekommst, hängt am Studienvertrag und an der Erstattungsregelung der Hochschule. Kläre das, bevor du überweist.
Wie finanzierst du dein Fernstudium?
Steuerlich absetzen
Für Berufstätige ist das die wichtigste Finanzierungsquelle und zugleich die am häufigsten liegen gelassene. Bei einer Zweitausbildung oder Weiterbildung – also allem nach einer abgeschlossenen Erstausbildung – zählen die Studienkosten als Werbungskosten in unbegrenzter Höhe. Bei einer Erstausbildung sind sie Sonderausgaben bis 6.000 € pro Jahr.
Absetzbar sind nicht nur die Studiengebühren, sondern auch Laptop, Fachliteratur, Fahrtkosten zu Seminaren und Prüfungen, Übernachtungen und Prüfungsgebühren. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 % holst du rechnerisch fast die Hälfte zurück. Sammle Belege von Anfang an, auch in Jahren mit geringem Einkommen. Die Details stehen in Fernstudium steuerlich absetzen.
BAföG
Studierenden-BAföG ist im Fernstudium möglich, wenn du in Vollzeit studierst und die üblichen Voraussetzungen zu Einkommen, Vermögen und Alter erfüllst. Die Förderung besteht zur Hälfte aus Zuschuss und zur Hälfte aus einem zinslosen Darlehen. Für die Mehrheit der berufsbegleitend Studierenden fällt diese Option weg – wer aber tatsächlich Vollzeit studiert, sollte den Antrag prüfen. Alles dazu: BAföG im Fernstudium.
Aufstiegs-BAföG
Für Aufstiegsfortbildungen wie Fachwirt, Meister, Techniker oder Betriebswirt greift das Aufstiegs-BAföG. Lehrgangs- und Prüfungsgebühren werden zur Hälfte als Zuschuss gefördert, die andere Hälfte läuft als KfW-Darlehen. Bei bestandener Prüfung werden 50 % des Restdarlehens erlassen – der effektive Eigenanteil sinkt damit auf rund 25 % der Lehrgangsgebühren. Für akademische Studiengänge gilt es nicht, für viele Fernlehrgänge schon.
Beachte: Die Bundesregierung hat im Juli 2026 einen Gesetzentwurf zur Änderung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes beschlossen, der unter anderem eine Anhebung der Förderobergrenze für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren vorsieht. Bis das Verfahren abgeschlossen ist, gelten die bisherigen Sätze. Wer eine Fortbildung plant, sollte den Stand beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung erfragen. Grundlagen und Beispielrechnung: Aufstiegs-BAföG für Fernlehrgänge.
Bildungsgutschein und Arbeitgeber
Die Agentur für Arbeit kann Weiterbildungen über einen Bildungsgutschein fördern, in der Regel bei drohender oder bestehender Arbeitslosigkeit und nur bei AZAV-zertifizierten Maßnahmen. Für Beschäftigte kommt zusätzlich die Förderung nach dem Qualifizierungschancengesetz in Frage.
Der Arbeitgeber ist der am seltensten genutzte Weg. Viele Unternehmen übernehmen Studiengebühren ganz oder teilweise, wenn das Studium fachlich anschlussfähig ist – meist gegen eine Bindungsfrist. Ein Gespräch kostet nichts, sollte aber vorbereitet sein: Nutzen für das Unternehmen zuerst, eigene Karriereplanung danach.
Stipendien
Stipendien sind im Fernstudium unterschätzt, weil viele annehmen, sie richteten sich nur an junge Vollzeitstudierende. Der Stipendienlotse des Bundesbildungsministeriums listet Programme nach Zielgruppe und Fachrichtung. Zusätzlich vergeben viele private Hochschulen eigene Teilstipendien, teils mit erstaunlich wenig Bewerbern.
Studienkredit
Der KfW-Studienkredit zahlt zwischen 100 und 650 € monatlich aus, unabhängig von Einkommen und Vermögen, und ist auch für Fernstudiengänge und berufsbegleitendes Studium offen. Der Zinssatz ist variabel und wird halbjährlich angepasst; seit dem 1. April 2026 liegt er bei 6,53 % effektivem Jahreszins. Damit ist er derzeit kein günstiges Finanzierungsinstrument, sondern eher teuer – die Bezeichnung „zinsgünstig“ hält der aktuellen Konditionslage nicht stand.
Vergleiche vor einem Abschluss die Konditionen deiner Hausbank und rechne mit den Zahlen aus der Skonto-Tabelle oben. Und behalte im Blick, dass ein Kredit die Gesamtkosten deines Studiums erhöht, nicht senkt.
Häufige Fragen zu den Kosten im Fernstudium
An der FernUni Hagen zahlst du bei typischer Belegung rund 50 € pro Monat. An privaten Fernhochschulen liegen die Monatsraten je nach Zeitmodell und Anbieter zwischen etwa 200 und 420 €. Die niedrigste Rate gehört fast immer zum längsten Zeitmodell und damit zu den höchsten Gesamtkosten. Vergleiche deshalb Gesamtsummen, nicht Monatsraten.
Für grundständige Bachelor- und Masterstudiengänge ja, und zwar deutlich: rund 2.000 bis 2.300 € für einen kompletten Bachelor an der FernUni Hagen gegenüber einem Median von 14.220 € an privaten Fernhochschulen. Die Ausnahme sind weiterbildende Master, die auch an staatlichen Hochschulen 5.000 bis über 10.000 € kosten können. In dieser Preisklasse lohnt der direkte Vergleich.
Die Anerkennung von Vorleistungen. Eine abgeschlossene Ausbildung, eine Aufstiegsfortbildung oder ein abgebrochenes Studium können einen erheblichen Teil der Module ersetzen – und weil du diese Module nicht belegst, sinken Studienzeit und Gebühren zugleich. Lass die Prüfung vor der Einschreibung bei mehreren Hochschulen parallel laufen, die Anerkennungspraxis unterscheidet sich stark.
Nur bei sehr günstigen Zinsen. Bei 10 % Skonto auf 14.000 € Studiengebühren und einer Rückzahlung über 48 Monate liegt die Grenze bei rund 4,75 % Effektivzins, über 72 Monate bei rund 3,2 %. Der KfW-Studienkredit liegt aktuell bei 6,53 % und ist damit für diesen Zweck rechnerisch ein Verlustgeschäft. Sinnvoll ist Skonto vor allem, wenn du das Geld ohnehin verfügbar hast.
Ja. Bei einer Zweitausbildung oder Weiterbildung in unbegrenzter Höhe als Werbungskosten, bei einer Erstausbildung als Sonderausgaben bis 6.000 € pro Jahr. Absetzbar sind neben den Gebühren auch Laptop, Fachliteratur, Fahrtkosten, Übernachtungen und Prüfungsgebühren. Sammle Belege ab dem ersten Semester.
An staatlichen Hochschulen zahlst du die regulären Semesterbeiträge weiter, an der FernUni Hagen fallen für belegte Module aber keine zusätzlichen Gebühren an, solange du innerhalb der vier Wiederholungssemester bleibst. Private Fernhochschulen gewähren in der Regel einen kostenlosen Verlängerungszeitraum – an der IU zwölf Monate in jedem Zeitmodell. Erst danach wird wieder gezahlt, in welcher Höhe regelt der Studienvertrag.

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