Ernährungsberater per Fernstudium: BTB vs. SGD im direkten Vergleich
Du willst dich zur Ernährungsberaterin oder zum Ernährungsberater weiterbilden – per Fernstudium, neben dem Beruf? Zwei der bekanntesten Anbieter sind das Bildungswerk für therapeutische Berufe (BTB) und die Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD). Beide bieten ZFU-zugelassene Fernlehrgänge mit Studienheften, Online-Campus und Abschlussprüfung – aber im Detail gibt es Unterschiede, die bei der Wahl entscheidend sein können.
- BTB: 2.128 € gesamt, 14 Monate, Naturheilkunde-Schwerpunkt, Präsenzseminar.
- SGD: 2.983 € gesamt, 15 Monate, UGB-Kooperation, Online-Seminare.
- Beide Kurse sind nicht akademisch – sie führen zu einem Zertifikat, nicht zu einem Bachelor oder Master.
- Ernährungsberatung über die Krankenkasse abrechnen kannst du mit diesen Zertifikaten allein nicht – dafür brauchst du einen formalen Berufsabschluss (z.B. Diätassistent, Oecotrophologe).
BTB vs. SGD auf einen Blick
| BTB | SGD | |
|---|---|---|
| Dauer | 14 Monate | 15 Monate |
| Kosten gesamt | 2.128 € | 2.983 € |
| Kosten/Monat | 152 € | 199 € |
| Studienhefte | 25 | 15 |
| Voraussetzungen | Keine formalen | Mittlerer Schulabschluss |
| Seminare | 1 Wochenendseminar (Präsenz) | 2 Online-Seminare |
| Verlängerung | Bis zu 2 Jahre kostenlos | 9 Monate kostenlos |
| Schwerpunkt | Naturheilkunde, therapeutische Berufe | Allgemeine Ernährungsberatung, UGB |
| Probephase | 4 Wochen | 4 Wochen |
Voraussetzungen
Für die Weiterbildung zum Ernährungsberater am BTB musst du keine formalen Zulassungsvoraussetzungen erfüllen. Berufserfahrung im Bereich der nichtmedizinischen Heilberufe (z.B. Heilpraktiker, Gesundheitspädagoge) ist allerdings vorteilhaft. Du brauchst einen PC mit Internetzugang für den Online-Campus.
Die SGD fordert einen mittleren Schulabschluss. Berufserfahrung im medizinischen oder ernährungsbezogenen Bereich ist sinnvoll, aber nicht Pflicht.
Kursinhalte und Materialien
Beide Fernschulen setzen auf Studienhefte als Kern-Lernmedium. Die Inhalte überschneiden sich stark – die Unterschiede liegen im Detail.
BTB: 25 Studienbriefe + Präsenzseminar
Du erhältst 25 Studienbriefe mit Übungen, Aufgaben und Praxisbeispielen, dazu ein Lehrgangshandbuch. Nach jedem Studienbrief bearbeitest du einen Multiple-Choice-Test über den Online-Campus. Die Inhalte:
- Grundlagen: Ernährungslehre, Garverfahren, Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Verdauungstrakt
- Ernährung und Gesundheit: Vollwertküche, Prophylaxe, Übergewicht, Fasten, besondere Ernährungsformen
- Diätetik: Ernährung bei Herz-Kreislauf, Diabetes, Gicht, Krebs, Allergien
- Beratung: Kommunikationstechniken, Praxis der Ernährungsberatung
- Berufskunde: Weg in die Selbstständigkeit, spezielle Berufskunde
SGD: 15 Studienhefte + MP3-Audiorepetitorien
Du erhältst 15 Studienhefte, ein Handbuch mit Nährwerttabellen und MP3-Audiorepetitorien zum Download über den Online-Campus. Die Inhalte:
- Basiswissen: Ernährungslehre, Lebensmittelkunde, Anatomie der Verdauung, ernährungsabhängige Krankheiten
- Ernährung und Prävention: Gesundheitserhaltende Kost, Säuglings-/Kinder-/Seniorenernährung
- Zielgruppen: Berufstätige, Schwangere, Übergewichtige
- Ernährungskommunikation: Präsentationstechniken, Einzel- und Gruppenberatung
- Existenzgründung: Selbstständigkeit, Steuerrecht, Rechnungserstellung, Selbstvermarktung
Praxisanteil und Seminare
Am BTB besuchst du ein Wochenendseminar an einem der 24 Standorte: Klientengespräch, Fallbesprechung, Rollenspiele. Zusätzlich gibt es kostenlose Webinare.
Die SGD setzt auf zwei Online-Seminare: „Vollwertige Ernährung“ und „Ernährungsberatung“. Das Seminar „Ernährungsberatung“ + die Zertifikatsprüfung sind Voraussetzung für das Zertifikat.
Unterschied: Wer Präsenz-Praxis schätzt → BTB. Wer alles online machen will → SGD.
Was kosten die Kurse?
| BTB | SGD | |
|---|---|---|
| Monatlich | 152 € | 199 € |
| Dauer | 14 Monate | 15 Monate |
| Gesamt | 2.128 € | 2.983 € |
| Kostenlose Verlängerung | Bis zu 2 Jahre | 9 Monate |
Das BTB ist damit 855 € günstiger als die SGD – bei kürzerer Dauer und längerer kostenloser Verlängerung.
Kann ich mit dem Zertifikat über die Krankenkasse abrechnen?
Nein – zumindest nicht allein mit einem Fernlehrgangs-Zertifikat. Um Ernährungsberatung über die Krankenkasse abzurechnen, brauchst du einen anerkannten formalen Berufs- oder Studienabschluss im Fachbereich Ernährung:
- Diplöm/Bachelor als Diätassistent/in
- Studienabschluss in Ernährungswissenschaft oder Oecotrophologie
- Abgeschlossenes Medizinstudium
Die Fernlehrgänge von BTB und SGD sind Zusatzqualifikationen – wertvoll für die Praxis, aber keine Voraussetzung für die Krankenkassen-Abrechnung. Details: GKV-Spitzenverband.
Das sagen Dozentin und Lehrgangsbetreuer
In unserem Video erklären die BTB-Dozentin und der Lehrgangsbetreuer, wie der Ernährungsberater-Fernkurs abläuft – von der Anmeldung über die Studienhefte bis zur Prüfung:
Weitere Anbieter für Ernährungsberatung per Fernstudium
BTB und SGD sind nicht die einzigen Optionen. Hier weitere beliebte Fernlehrgänge im Bereich Ernährungsberatung – von günstig bis umfangreich:
Alle Kurse im Detail: Kursvergleich Ernährungsberatung.
Häufige Fragen
Nein. Die Berufsbezeichnung „Ernährungsberater“ ist in Deutschland nicht geschützt – jeder darf sich so nennen. Umso wichtiger ist ein seriöses Zertifikat einer ZFU-zugelassenen Fernschule. Für die Abrechnung über die Krankenkasse reicht ein Fernlehrgangs-Zertifikat allerdings nicht – dafür brauchst du einen formalen Berufsabschluss (z.B. Diätassistent).
Kommt auf deine Prioritäten an. BTB ist günstiger (2.128 vs. 2.983 €), hat einen Naturheilkunde-Schwerpunkt und bietet Präsenzseminare. SGD ist breiter aufgestellt, bietet Online-Seminare und hat eine Kooperation mit dem UGB (Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung). Wenn Präsenz-Praxis wichtig ist → BTB. Wenn du alles online machen willst → SGD.
Am BTB 14 Monate, bei der SGD 15 Monate – jeweils in Teilzeit neben dem Beruf. Beide bieten eine kostenlose Verlängerung (BTB: bis zu 2 Jahre, SGD: 9 Monate). Bei 8–10 Stunden pro Woche ist die Regelstudienzeit realistisch.
Ja. Wenn die Weiterbildung beruflich veranlasst ist, kannst du die Kosten als Werbungskosten (bei bestehender Berufstätigkeit) oder Sonderausgaben absetzen. Das gilt für Kursgebühren, Fahrtkosten zu Seminaren, Fachliteratur und Arbeitsmittel.
Ja – z.B. an der APOLLON Hochschule oder der DHfPG. Diese führen zu einem Bachelor und berechtigen zur Krankenkassen-Abrechnung. Allerdings deutlich teurer (7.000–15.000 €) und länger (3+ Jahre). Für die meisten, die Ernährungsberatung als Zusatzqualifikation wollen, reicht ein Fernlehrgang.
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