Wer im Beruf regelmäßig auf Englisch kommuniziert – Geschäftsbriefe, Telefonate, Verhandlungen –, kann sich das mit einem IHK-Abschluss zertifizieren lassen. Der Fernkurs zum Fremdsprachenkorrespondent Englisch (IHK) verbindet kaufmännisches Know-how mit vertieften Sprachkenntnissen und lässt sich in 15 Monaten neben dem Beruf absolvieren.
Alle verfügbaren Fernlehrgänge gehören zur Klett Gruppe und bereiten auf dieselbe bundeseinheitliche IHK-Prüfung vor. Du startest mit Englischkenntnissen auf B1–B2-Niveau und erreichst am Ende C1 – fachkundige Sprachkompetenz. Seit März 2024 heißt der Abschluss offiziell „Berufsspezialist/in für fremdsprachige Kommunikation“ (DQR Niveau 5) – die Fernschulen bereiten bereits darauf vor.
- Alle Kurse im Überblick
- Was macht ein Fremdsprachenkorrespondent?
- Welche Voraussetzungen brauchst du?
- Was kostet die Weiterbildung – und wie läuft sie ab?
- Wie läuft die IHK-Prüfung ab?
- Gehalt und Karrierechancen als Fremdsprachenkorrespondent
- Fremdsprachenkorrespondent und KI: Wird der Beruf überflüssig?
- Häufige Fragen zum Fremdsprachenkorrespondent
Alle Kurse im Überblick
Wir verzeichnen insgesamt 2 Kurse im Fachbereich Fremdsprachenkorrespondent.
Fremdsprachenkorrespondent Englisch (IHK)
- Institut für Lernsysteme
- 15 Monate
- ab 165 € monatlich
- 2 Kommentare & Fragen
Gepr. Fremdsprachenkorrespondent Englisch (IHK)
- Fernakademie für Erwachsenenbildung
- 15 Monate
- ab 165 € monatlich
Was macht ein Fremdsprachenkorrespondent?
Als Fremdsprachenkorrespondentin oder Fremdsprachenkorrespondent bist du die Schnittstelle zwischen deinem Unternehmen und internationalen Geschäftspartnern. Du übersetzt wirtschaftsbezogene Texte, führst die fremdsprachige Geschäftskorrespondenz und übernimmst Telefonate sowie Verhandlungen auf Englisch. Bei Messen oder Firmenpräsentationen dolmetschst du für Kolleginnen und Kollegen.
Typische Aufgaben im Alltag:
- Geschäftsbriefe, E-Mails und Angebote auf Englisch verfassen und beantworten
- Lieferscheine, Rechnungen und Zolldokumente prüfen und erstellen
- Präsentationen, Broschüren und Projektunterlagen übersetzen
- Ausländische Geschäftspartner betreuen und bei Terminen dolmetschen
Der Beruf unterscheidet sich deutlich vom Staatlich geprüften Übersetzer oder Dolmetscher. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Abgrenzungen:
| Fremdsprachenkorrespondent/in | Übersetzer/in | Dolmetscher/in | |
|---|---|---|---|
| Schwerpunkt | Kaufmännische Kommunikation | Schriftliche Textübertragung | Mündliche Sprachübertragung |
| Medium | Schriftlich + mündlich | Ausschließlich schriftlich | Ausschließlich mündlich |
| Sprachniveau | C1 (GER) | C2 (GER) | C2 (GER) |
| Kaufm. Kompetenz | Zentral | Nachrangig | Nachrangig |
| Typischer Einsatzort | Exportabteilung, Assistenz | Übersetzungsbüro, Verlag | Konferenzen, Gerichte |
Welche Voraussetzungen brauchst du?
Für den Fernlehrgang brauchst du gute Englischkenntnisse auf dem Niveau eines mittleren Schulabschlusses (ca. B1–B2) sowie kaufmännische Grundkenntnisse. Eine Abspiermöglichkeit für MP3/MP4-Dateien und ein Gerät für Sprachaufnahmen (Smartphone genügt) sind technische Voraussetzungen.
Für die Zulassung zur IHK-Prüfung gelten strengere Regeln:
- Abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten kaufmännischen, verwaltenden oder dienstleistenden Beruf plus Nachweis fremdsprachlicher Kenntnisse (z. B. das Abschlusszeugnis der Fernschule)
- Oder: Nachweis hinreichender fremdsprachlicher und kaufmännischer Kenntnisse durch vergleichbare Qualifikationen
- Je nach Bundesland zusätzlich schreibtechnische Fertigkeiten und ggf. Berufspraxis
Am Ende der Weiterbildung erreichst du das Sprachniveau C1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen – das entspricht fachkundigen Sprachkenntnissen.
Fernkurs oder Vollzeitausbildung?
Den Fremdsprachenkorrespondent gibt es auch als 2-jährige Vollzeitausbildung an Berufsfachschulen („Staatlich geprüfte/r Fremdsprachenkorrespondent/in“, DQR Niveau 4). Der Fernkurs mit IHK-Prüfung ist für Berufstätige konzipiert: Du lernst in 15 Monaten neben dem Job und erreichst mit dem IHK-Abschluss sogar DQR Niveau 5 – eine Stufe höher als die schulische Variante. Wenn du bereits kaufmännische Berufserfahrung mitbringst und dein Englisch gezielt auf Geschäftsniveau bringen willst, ist der Fernkurs der effizientere Weg.
Was kostet die Weiterbildung – und wie läuft sie ab?
| Kurs | Anbieter | Studiendauer | Kosten | |
|---|---|---|---|---|
| Fremdsprachenkorrespondent Englisch (IHK), IHK-Abschluss | Institut für Lernsysteme | 15 Monate | ab 2475 € insgesamt ab 165 € monatlich | |
| Gepr. Fremdsprachenkorrespondent Englisch (IHK), IHK-Abschluss | Fernakademie für Erwachsenenbildung | 15 Monate | ab 2475 € insgesamt ab 165 € monatlich |
Die Fernlehrgänge dauern jeweils 15 Monate bei einem Wochenpensum von rund 9–10 Stunden. Der Einstieg ist jederzeit möglich, und jede Fernschule bietet eine 4-wöchige kostenlose Testphase. Die Betreuungszeit lässt sich kostenlos auf bis zu 24 Monate verlängern.
Der Lernalltag sieht so aus:
- Studienhefte: Du bearbeitest Studienhefte mit Schwerpunkt Handels- und Wirtschaftsenglisch – schriftlich oder digital über den Online-Campus
- Audiomaterial: Hörübungen und Aussprachetraining per MP3 ergänzen die schriftlichen Lektionen
- Einsendeaufgaben: Regelmäßige Aufgaben schickst du an deine Tutorinnen und Tutoren, die dir individuelles Feedback geben
- Online-Campus: Zugang zu weiteren Übungen, Selbsttests und dem Austausch mit anderen Teilnehmenden
ILS und FEB oder SGD – was ist der Unterschied?
Die Fernlehrgänge sind weitgehend identisch. ILS und FEB sitzen am selben Standort in Hamburg und teilen sich Lehrmaterialien. Die SGD sitzt in Pfungstadt bei Darmstadt. Inhaltlich bereiten alle Anbieter auf dieselbe IHK-Prüfung vor – der Abschluss ist identisch.
Die Unterschiede in Kürze:
| ILS / FEB | SGD | |
|---|---|---|
| Monatliche Kosten | 165 € | 221 € |
| Gesamtkosten | 2.475 € | 3.315 € |
| Prüfungsort | IHK Hamburg | IHK Darmstadt |
| Standort | Hamburg | Pfungstadt (Hessen) |
Finanzierung und Förderung
Die Lehrgangskosten liegen je nach Anbieter zwischen rund 2.475 und 3.315 €. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Kosten zu senken:
- Steuerlich absetzbar: Die Gebühren für eine berufliche Weiterbildung kannst du als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend machen
- Bildungsgutschein: Die Fernlehrgänge sind nach AZAV zertifiziert – bei Vorliegen der Voraussetzungen übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten zu 100 %
- Aufstiegs-BAföG: Der IHK-Abschluss ist eine Aufstiegsfortbildung (DQR Niveau 5). Förderfähig sind bis zu 75 % der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren
- Ratenzahlung: Die monatlichen Raten sind bereits in den Kurskosten enthalten – du zahlst über die gesamte Laufzeit verteilt, ohne Zinsaufschlag
Wie läuft die IHK-Prüfung ab?
Die Prüfung gliedert sich in drei Handlungsbereiche – zwei schriftliche und einen mündlichen:
Schriftliche Prüfung
Handlungsbereich „Übersetzung“: Du übersetzt einen englischen Text ins Deutsche und einen deutschen Text ins Englische. Bewertet werden Genauigkeit, Fachvokabular und Stil.
Handlungsbereich „Korrespondenz“: Du verfasst einen englischen Geschäftsbrief, beantwortest eine englische Korrespondenz und fasst eine englische Nachricht schriftlich auf Deutsch zusammen.
Mündliche Prüfung
Handlungsbereich „Mündliche Kommunikation“: Nach Bestehen der schriftlichen Teile folgt etwa 8–10 Wochen später die mündliche Prüfung. Du führst ein Fachgespräch in Englisch über ein wirtschaftsbezogenes Thema und simulierst ein Geschäftstelefonat – den Sachverhalt bekommst du auf Deutsch vorgegeben.
Gehalt und Karrierechancen als Fremdsprachenkorrespondent
Das Einstiegsgehalt liegt bei etwa 2.250–3.000 € brutto im Monat. Mit Berufserfahrung steigt es auf 3.350–4.500 €. Der Median laut GEHALT.de liegt bei rund 50.800 € im Jahr – mit einer Spanne von 45.300 bis 57.000 € (25. bis 75. Perzentil).
Fremdsprachenkorrespondentinnen und Fremdsprachenkorrespondenten arbeiten in nahezu allen Branchen mit internationalem Bezug:
- Export- und Importhandel, Logistik, Spedition
- Automobilindustrie, Maschinenbau, Chemie
- IT-Branche und Dienstleistungsunternehmen
- Öffentliche Verwaltung, Behörden, internationale Organisationen
- Übersetzungsagenturen, Kanzleien, Banken und Versicherungen
Aufstiegswege nach dem IHK-Abschluss
Der Fremdsprachenkorrespondent ist oft der erste Schritt auf der Karriereleiter. Danach stehen dir mehrere Wege offen:
- Gepr. Wirtschaftskorrespondent/in (IHK) – die nächste IHK-Fortbildungsstufe (DQR Niveau 6)
- Staatlich geprüfte/r Übersetzer/in – berechtigt zur Beeidigung und damit zu beglaubigten Übersetzungen
- Staatlich geprüfte/r Dolmetscher/in – Schwerpunkt simultane und konsekutive Sprachübertragung
- Studium: Internationale Betriebswirtschaft, Angewandte Sprachwissenschaft oder Übersetzen/Dolmetschen (B.A./M.A.)
Fremdsprachenkorrespondent und KI: Wird der Beruf überflüssig?
DeepL, ChatGPT und andere KI-Tools übersetzen heute schneller als jeder Mensch. Die Frage liegt nahe: Braucht man noch Fremdsprachenkorrespondentinnen und Fremdsprachenkorrespondenten?
Die kurze Antwort: Ja – aber der Beruf verändert sich. KI übernimmt zunehmend die Erstübersetzung einfacher Texte. Was sie nicht kann:
- Kulturelle Feinheiten erkennen: Tonfall, Hierarchiesignale und länderspezifische Geschäftsetikette verstehen KI-Systeme nicht zuverlässig
- Beziehungen aufbauen: Verhandlungen führen, Kundinnen und Kunden betreuen, Konflikte lösen – das bleibt menschlich
- Qualität sichern: KI halluziniert, verwechselt Fachbegriffe und produziert stilistische Fehler. Jemand muss das Ergebnis prüfen
Fremdsprachenkorrespondentinnen und Fremdsprachenkorrespondenten entwickeln sich damit vom reinen Sprachübermittler zum Kommunikationsmanager: Sie steuern KI-Tools, prüfen deren Output und übernehmen die Aufgaben, die Maschinen nicht leisten können – interkulturelle Beratung, Verhandlungsführung, Beziehungspflege. Nicht umsonst enthält die neue Prüfungsordnung seit 2024 den Bereich „Beraten und Unterstützen in interkulturellen Angelegenheiten“.
Häufige Fragen zum Fremdsprachenkorrespondent
Du brauchst Englischkenntnisse auf dem Niveau eines mittleren Schulabschlusses – das entspricht etwa B1 bis B2 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen. Im Laufe des Fernkurses baust du deine Kenntnisse auf C1-Niveau aus.
Der Fremdsprachenkorrespondent ist ein kaufmännischer Beruf mit Fremdsprachenfokus: Du übersetzt Geschäftskorrespondenz, führst Telefonate und betreust Kunden auf Englisch. Ein Staatlich geprüfter Übersetzer arbeitet auf C2-Niveau und überträgt komplexe Fachtexte – etwa für Gerichte oder Verlage. Der Übersetzer-Abschluss berechtigt außerdem zur Beeidigung für beglaubigte Übersetzungen.
Ja. Seit März 2024 läuft die alte Bezeichnung „Geprüfte/r Fremdsprachenkorrespondent/in (IHK)“ aus und wird durch den „Berufsspezialist/in für fremdsprachige Kommunikation“ (DQR Niveau 5) ersetzt. Die Fernschulen bereiten bereits auf den neuen Abschluss vor. Der Wert der Qualifikation bleibt gleich – sie wurde inhaltlich sogar um interkulturelle Kompetenz erweitert.
Ja, die Fernlehrgänge sind auf Berufstätige ausgelegt. Du brauchst rund 9–10 Stunden pro Woche und kannst dir die Lernzeit frei einteilen. Die Regelstudienzeit beträgt 15 Monate, lässt sich aber kostenlos auf bis zu 24 Monate verlängern.
Ja – gerade weil KI einfache Übersetzungen übernimmt, verschiebt sich der Schwerpunkt hin zu Aufgaben, die Maschinen nicht leisten: Verhandlungen führen, Kundinnen und Kunden betreuen, interkulturell beraten. Der IHK-Abschluss bestätigt genau diese Kombination aus Sprachkompetenz und kaufmännischem Know-how. Wer KI-Tools zusätzlich sicher einsetzen kann, ist auf dem Arbeitsmarkt besonders gefragt.



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