Fitness & Gesundheit

Ausbildung in veganer Ernährungsberatung per Fernstudium: Alle Kurse im Vergleich von ecodemy bis BTB

Vegane Ernährungsberatung ist eines der wenigen Berufsfelder, in denen die Nachfrage schneller wächst als das Angebot an qualifizierten Beraterinnen und Beratern. Wer sich hier per Fernlehrgang weiterbilden will, findet aktuell 7 Kurse zwischen 449 und 2.200 € – von der 3-Monats-Kompaktausbildung bis zum 15-monatigen Lehrgang mit Tiefgang in Biochemie und Beratungsmethodik.

Dieser Vergleich zeigt dir, was die einzelnen Kurse kosten, was sie vermitteln und für wen welcher Lehrgang passt – ob du von null startest oder als Ernährungsberaterin dein Angebot um den veganen Bereich erweitern willst.

Alle Fernlehrgänge im Überblick

KursAnbieterStudiendauerKosten
3 Monateab 199 € insgesamt
6 Monateab 837 € insgesamt
5 Monateab 895 € insgesamt
ab 179 € monatlich
10 Monateab 1599 € insgesamt
ab 222 € monatlich
12 Monateab 1824 € insgesamt
ab 152 € monatlich
15 Monateab 1895 € insgesamt
ab 129 € monatlich
12 Monateab 2200 € insgesamt
ab 183 € monatlich

Die Bandbreite ist groß: Am unteren Ende steht die Akademie für Sport und Gesundheit (ASG) mit einem 3-monatigen Kompaktkurs für 449 €. Am oberen Ende bieten die sgd und das ILS 12-monatige, ZFU-zugelassene Lehrgänge für 1.824–2.200 €. Dazwischen liegt die ecodemy – die einzige Fernschule, die sich ausschließlich auf vegane Ernährung spezialisiert hat.

Was du in den Kursen lernst

Vegane Ernährungsberatung verbindet Fachwissen über pflanzliche Nährstoffquellen mit individueller Beratungskompetenz.

Trotz unterschiedlicher Dauer und Tiefe teilen alle Kurse einen gemeinsamen Kern:

  • Kritische Nährstoffe: Vitamin B12, Eisen, Zink, Omega-3-Fettsäuren, Calcium, Jod – wo Veganerinnen und Veganer besonders aufpassen müssen und wie sich Defizite vermeiden lassen.
  • Pflanzliche Proteinquellen: Kombination von Hülsenfrüchten, Getreide, Nüssen und Samen für eine vollständige Aminosäurenversorgung.
  • Beratungsmethodik: Gesprächsführung, Ernährungspläne erstellen, Klientinnen und Klienten individuell begleiten.
  • Besondere Lebensphasen: Vegane Ernährung in Schwangerschaft, Stillzeit, bei Kindern, Sportlerinnen und Sportlern oder im Alter.

Die Unterschiede liegen im Detail:

  • Kurz und praxisnah (ASG, OTL, IST – 3–6 Monate): Kompakter Einstieg, oft mit Präsenzanteil oder Live-Webinaren. Gut als Zusatzqualifikation für Fitness-Trainerinnen und -Trainer, Coaches oder alle, die bereits Vorwissen mitbringen.
  • Breite Grundausbildung (FEG, ILS, sgd – 10–12 Monate): Umfassender Lehrplan mit Biochemie, Lebensmittelkunde und Ernährungsmedizin. Diese Kurse decken vegetarische und vegane Ernährung ab und sind bei der ZFU zugelassen.
  • Spezialisiert auf vegan (ecodemy – 15 Monate): Der einzige Kurs, der sich ausschließlich mit veganer Ernährung befasst – inklusive Ökologie, Säure-Basen-Haushalt und Bewegung/Entspannung. Dazu Vortragsvideos, Hörbücher und ein Online-Seminar.

Dieses Video der ecodemy gibt dir einen Einblick in Ablauf und Inhalte:

Kosten und Dauer im Vergleich

AnbieterKursDauerKosten gesamtMonatlich
ASG Veganer und vegetarischer Ernährungsberater 3 Mon. 449 €
OTL Akademie Ernährungsberater vegan 6 Mon. 645 €
IST-Studieninstitut Vegane:r Ernährungsberater:in 5 Mon. 895 € 179 €
FEG Ernährungsberater für veg. und vegane Ernährung 10 Mon. 1.399 € 140 €
ILS Ernährungsberater für veg. und vegane Kostformen 12 Mon. 1.824 € 152 €
ecodemy Veganer Ernährungsberater 15 Mon. 1.935 € 129 €
sgd Ernährungsberater/in für veg. und vegane Kostformen 12 Mon. 2.200 € 183 €

Gut zu wissen: Alle Kurskosten sind steuerlich absetzbar – als Werbungskosten (berufsbegleitend) oder Sonderausgaben (Erststudium, max. 6.000 €/Jahr). Die meisten Anbieter bieten eine kostenlose Testphase von 2–4 Wochen, in der du den Kurs unverbindlich ausprobieren kannst.

Teurer heißt nicht automatisch besser: Der 449-€-Kurs der ASG kann für eine Fitness-Trainerin, die ihr Angebot ergänzen will, genau richtig sein. Der 1.935-€-Kurs der ecodemy lohnt sich eher, wenn du dich komplett auf vegane Ernährungsberatung spezialisieren und selbstständig machen willst.

Für wen welcher Kurs passt

  • Du bist Fitness-Trainer/in oder Coach und willst dein Angebot ergänzen?ASG oder OTL. Kompakt, günstig, praxisnah. Beide kommen aus dem Fitness-Bereich und sprechen diese Zielgruppe gezielt an.
  • Du willst eine solide Grundausbildung mit anerkanntem Zertifikat?ILS oder sgd. Beide gehören zur Klett-Gruppe, bieten ZFU-zugelassene 12-Monats-Lehrgänge und decken vegetarische und vegane Ernährung umfassend ab.
  • Du willst dich voll auf vegane Ernährung spezialisieren?ecodemy. Die einzige Fernschule, die sich ausschließlich auf vegane Ernährung fokussiert. 15 Monate, wissenschaftlich fundiert, mit Community und Verlängerungsoption.
  • Du suchst einen Mittelweg – nicht zu kurz, nicht zu teuer?IST-Studieninstitut oder FEG. 5–10 Monate, 895–1.399 €, gute Balance aus Tiefe und Aufwand.
  • Du bist schon Ernährungsberater/in und willst den veganen Bereich ergänzen? → Ein Kompaktkurs (ASG, OTL, IST) reicht. Du bringst die Grundlagen mit und brauchst vor allem das Spezialwissen.

Vegane Ernährungsberatung als Beruf – was du wissen solltest

„Veganer Ernährungsberater“ ist kein geschützter Titel – umso wichtiger ist ein anerkanntes Zertifikat für die Vertrauensbildung bei Klientinnen und Klienten.

„Ernährungsberater“ ist in Deutschland kein geschützter Beruf – theoretisch darf sich jeder so nennen. Genau deshalb macht ein Zertifikat den Unterschied: Klientinnen und Klienten, Arbeitgeber und Kooperationspartner achten auf nachweisbare Qualifikationen.

  • ZFU-Zulassung: Die längeren Lehrgänge (ILS, sgd, ecodemy, FEG) sind von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht zugelassen. Das ist ein Qualitätsmerkmal, aber keine Berufsanerkennung im engeren Sinne.
  • Kassenabrechnung: Wer über die Krankenkasse abrechnen will, braucht eine anerkannte Grundqualifikation (z. B. Diätassistent/in, Ökotropholog/in oder B.Sc. Ernährungswissenschaften) plus eine Zertifizierung durch die DGE oder QUETHEB. Ein Fernlehrgang allein reicht dafür nicht.
  • Selbstständigkeit: Für eine private Ernährungsberatung ohne Kassenabrechnung brauchst du keine staatliche Zulassung – aber ein solides Zertifikat stärkt deine Glaubwürdigkeit.

Typische Einsatzfelder nach dem Kurs:

  • Selbstständige Ernährungsberatung (Einzelberatung, Gruppenangebote, Online-Beratung)
  • Fitness-Studios und Gesundheitszentren
  • Betriebliches Gesundheitsmanagement
  • Content-Erstellung und Social Media (Ernährungs-Blogs, Rezeptentwicklung)
  • Reformhäuser, Biomärkte, vegane Gastronomie

Häufige Fragen

Nein. Alle 7 Lehrgänge setzen keine fachlichen Vorkenntnisse voraus. Manche Anbieter empfehlen einen mittleren Schulabschluss, aber das ist keine Pflicht. Wenn du bereits eine Ausbildung in Ernährungsberatung, Fitness oder Gesundheit hast, kannst du mit einem kompakteren Kurs (3–6 Monate) einsteigen.

„Ernährungsberater“ ist kein geschützter Titel in Deutschland. Die Abschlüsse der Fernlehrgänge sind Zertifikate der jeweiligen Anbieter – keine staatlichen Abschlüsse. Lehrgänge mit ZFU-Zulassung (ILS, sgd, ecodemy, FEG) haben immerhin eine staatliche Qualitätsprüfung durchlaufen. Für einen staatlich anerkannten Abschluss müsstest du ein B.Sc. Ernährungswissenschaften studieren.

In der Regel nicht. Für die Abrechnung über gesetzliche Krankenkassen brauchst du eine anerkannte Grundqualifikation (Diätassistent/in, Ökotropholog/in oder vergleichbar) plus eine DGE- oder QUETHEB-Zertifizierung. Ein Fernlehrgang allein erfüllt diese Voraussetzungen nicht. Du kannst aber privat beraten – ohne Kassenzulassung.

Wenn du dich mit veganer Ernährungsberatung selbstständig machen willst, empfehlen sich die umfassenderen Lehrgänge: Die ecodemy (15 Monate, rein vegan) oder die Kurse von ILS und sgd (je 12 Monate). Diese vermitteln neben dem Fachwissen auch Beratungsmethodik und geben dir mit der ZFU-Zulassung ein stärkeres Qualitätssignal gegenüber Klientinnen und Klienten.

Ein reines Studium in veganer Ernährung gibt es aktuell nicht als Fernstudium. Die nächste Option ist ein B.Sc. Ernährungswissenschaften – etwa an der IU oder der SRH. Details dazu: IU vs. SRH im Vergleich.

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