Abschlussarbeit schreiben: Organisation

Tipps für Organisation und Selbstmanagement beim Verfassen wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

Ist es bei Ihnen auch kurz vor 12?

Organisation DiplomarbeitDann wird Ihnen dieses Tutorial nicht mehr viel nützen. Hoffentlich haben Sie wenigstens schon genügend Literatur recherchiert, damit Sie sich Ihre Masterarbeit zusammenzitieren können. Hoffentlich sind Sie kreativ genug, um Ihre Diplomarbeit zu 50 % aus Tabellen und Abbildungen aufbauen zu können. Vielleicht gehören Sie auch zu den Genies, die 50 Seiten Bachelorarbeit ganz aus Ihrem Kopf heraus schreiben; dann studieren Sie wohl Philosophie? Oder sind ein Freidenker, der es nicht nötig hat, den „Forschungsstand“ zu reflektieren, einer, der sich ganz und gar auf seine eigenen Ideen verlässt? So wird es auch ausreichen, wenn Sie drei Minuten vor 12 beginnen. Dann ist Ihre Diplomarbeit sowieso nur ein Kiesel auf dem Weg zu ganz Großem.

Allen anderen sei empfohlen, so früh wie möglich mit der Organisation der Arbeit zu beginnen. Je mehr Sie sich motivieren, desto leichter wird Ihnen die Arbeit von der Hand gehen. Motivieren Sie sich positiv: Stellen Sie sich immer wieder vor, wie es sein wird, das Diplom oder das Magisterzeugnis in den Händen zu halten.

Sowieso werden Sie Ihre Vorstellungskraft brauchen. Was Sie sich nicht alles vorstellen müssen – je genauer Ihre Vorstellungen vor dem Schreiben des Textes sind, desto besser wird Ihr Text zum Schluss werden.

Was ist mit Organisation gemeint? Dass Sie planvoll und strukturiert vorgehen. Wie Sie das machen, sollten Sie sich selbst überlegen. Vielleicht suchen Sie sich einen festen Ort, an dem Sie hauptsächlich für Ihren Text arbeiten, etwa eine Einzelkabine in der Bibliothek Ihres Vertrauens. Sie brauchen Orte, einen Ort zum Arbeiten, einen Ort zum Denken, einen Ort zum Entspannen. Die gleiche Musik, die Sie immer wieder zum Arbeiten hören. Und Sie bestimmen feste Zeiten, an denen Sie arbeiten, und Zeiten, an denen Sie bewusst nicht arbeiten und sich entspannen. Wenn Sie eine wissenschaftliche Arbeit erfolgreich verfassen wollen, dann brauchen Sie einen Rhythmus.

Zur Organisation zählt auch die Organisation Ihrer Materialien. Haben Sie eine Schreibmaschine ? Besser wäre vielleicht einen Rechner mit einer Textverarbeitung und Internetzugang. Genügend Papier für Brainstorming und Notizen. Alle wichtigen Arbeitsmittel sollten Sie sofort zur Hand haben, wenn Sie sie benötigen.

Denken Sie immer daran: Die äußere Ordnung wird sich auf Ihr Inneres auswirken. Und das wiederum auf die „Aufgeräumtheit“ Ihrer wissenschaftlichen Abschlussarbeit.

Seien wir ehrlich. Sie werden sich keinen detaillierten Arbeitsplan erstellen. Wer das macht, hat keine Angst davor, als pedantisch bezeichnet zu werden. Zeitplan? Papperlapapp! Sofort müssen sie beginnen! Indem Sie dieses Online-Buch lesen, haben Sie ja bereits begonnen. Natürlich sollten Sie abschätzen können, wie lange Sie für einzelne Arbeitsschritte wie Recherche, das Schreiben und das Redigieren brauchen werden. Wichtiger aber ist es, dass Sie detaillierte Vorstellungen in Ihrem Kopf entwickeln. Eine mentale Landkarte.

Wenn Sie gerade nicht direkt am Text oder Ihrer Literatur arbeiten, denken Sie darüber nach, erkunden Sie Ihr Inneres, Ihre Idee, Ihr Wissen. Stellen Sie sich so bildlich wie möglich die nächsten Arbeitsschritte vor, wie genau Sie sie erledigen, stellen Sie sich vor, wie Sie einen einzelnen Satz schreiben, wie Sie am nächsten Morgen aufstehen werden, um weiterzuarbeiten, wie Sie eine bestimmte Idee endlich begreifen.

Und stellen Sie sich vor allem eines immer wieder vor: wie gut Sie sich fühlen werden, nachdem Sie Ihr Studienabschlusszeugnis erhalten haben.


Tipp: Damit die Aufschieberitis Sie nicht so sehr am Schlafittchen packen kann, sagen Sie sich nicht: Ich muss eine eine Masterarbeit schreiben. Sondern: Ich werde ein wissenschaftliches Buch schreiben. Sagen Sie nicht: Ich muss eine Seminararbeit schreiben. Sondern: Ich werde einen wissenschaftlichen Aufsatz schreiben.

Literatur

Rückert, Hans-Werner: Schluss mit dem ewigen Aufschieben: Wie Sie umsetzen, was Sie sich vornehmen. Frankfurt/Main 2006.

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