Layout der Bachelorarbeit: Ränder, Schrift, Zeilenabstand

Für Seitenränder, Schriftart und Zeilenabstand gibt es keine Norm – aber sehr stabile Konventionen. Üblich sind eine Serifenschrift in 12 Punkt, anderthalbfacher Zeilenabstand und ein linker Rand von 3 bis 4 Zentimetern. Wenn deine Hochschule etwas anderes vorgibt, gilt ihre Angabe; wo sie schweigt, kommst du mit diesen Werten sicher durch.

Junge Frau sitzt zu Hause am Schreibtisch, vor sich ein Laptop und ein aufgeschlagener Collegeblock, in den sie schreibt
Ein einheitliches Layout fällt niemandem auf. Ein uneinheitliches sofort.

Wichtiger als jeder Einzelwert ist die Konsistenz. Ein Dokument, in dem drei Schriftgrößen und zwei Zeilenabstände durcheinandergehen, wirkt unsauber – unabhängig davon, ob die Werte einzeln richtig gewählt sind. Wie du das in Word technisch löst, steht in der Formatvorlage für Abschlussarbeiten; hier geht es darum, welche Werte du überhaupt einstellst.

Seitenränder: welche Werte üblich sind und warum

Die verbreiteten Angaben liegen bei links 3 bis 4 Zentimetern, rechts 2 bis 3, oben und unten jeweils 2 bis 2,5 Zentimetern. Die Asymmetrie hat einen praktischen Grund, den kaum jemand erklärt: Der breite linke Rand ist der Bindungsrand – bei einer geklebten oder gebundenen Arbeit verschwindet ein Teil davon im Falz. Der rechte Rand war traditionell der Korrekturrand für handschriftliche Anmerkungen.

Daraus folgt eine Entscheidung, die viele nicht treffen: Wenn du deine Arbeit nur digital abgibst, braucht sie keinen Bindungsrand. Dann sind gleich breite Ränder links und rechts die bessere Wahl, weil der Text sonst sichtbar aus der Mitte rutscht. Gibst du gedruckt ab, bleibt es beim breiteren linken Rand. Gilt beides, richte dich nach der gedruckten Fassung.

Schematische Seite einer Abschlussarbeit mit eingezeichneten Seitenrändern: 2,5 Zentimeter oben, 2 unten, je 3 links und rechts
Ein typischer Satzspiegel. Hier sind die Ränder links und rechts gleich breit – so sieht die Seite aus, wenn kein Bindungsrand nötig ist.

Der Satzspiegel – also der beschriebene Bereich der Seite – ergibt sich daraus von selbst. Wo du diese Werte in Word einstellst, zeigt das Tutorial Seitenränder und Satzspiegel einstellen.

Schriftart: Times New Roman, Arial oder etwas anderes?

Beide sind zulässig, und die Wahl folgt meist der Fachkultur. In Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften dominieren Serifenschriften wie Times New Roman, in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern sind serifenlose Schriften wie Arial verbreitet.

Serifen sind die kleinen Querstriche an den Buchstabenenden. Die verbreitete Begründung lautet, sie führten das Auge und erleichterten das Lesen langer Fließtexte. Belastbar ist das nur eingeschränkt – Lesbarkeitsstudien zeigen keine eindeutigen Unterschiede. Was bleibt, ist eine Konvention, und Konventionen zu befolgen ist in einer Prüfungsleistung die günstigere Wahl.

Die Buchstaben A und a in Times New Roman, Garamond und Arial im Vergleich, mit und ohne Serifen
Serifen sind die kleinen Querstriche an den Buchstabenenden. Times New Roman und Garamond haben sie, Arial nicht.

Zwei Dinge sind dagegen klar geregelt, auch wenn sie selten explizit dastehen: Verwende genau eine Schriftart für den Fließtext, und lass die Finger von allem, was nach Gestaltung aussieht. Eine Abschlussarbeit ist kein Designprojekt – eine ungewöhnliche Schrift fällt auf, und zwar nicht positiv. Zulässig ist allenfalls eine zweite, serifenlose Schrift für Überschriften, wenn deine Hochschule das nicht ausschließt.

Schriftgröße: 11 oder 12 Punkt?

Die Antwort hängt an der Schriftart. Serifenschriften wie Times New Roman setzt du in 12 Punkt, serifenlose wie Arial in 11 Punkt. Der Grund ist keine Willkür: Arial hat eine größere x-Höhe als Times, wirkt bei gleicher Punktzahl also spürbar größer. Elf Punkt Arial und zwölf Punkt Times ergeben ungefähr dasselbe Schriftbild.

Für die übrigen Elemente hat sich diese Staffelung eingebürgert:

ElementSerifenschriftSerifenlose Schrift
Fließtext 12 pt 11 pt
Überschrift 1. Ebene 16 bis 18 pt 15 bis 17 pt
Überschrift 2. Ebene 14 pt 13 pt
Überschrift 3. Ebene 12 pt, kursiv oder fett 11 pt, kursiv oder fett
Fußnoten, Kopfzeilen, Beschriftungen 10 pt 9 bis 10 pt

Mehr als vier verschiedene Schriftgrößen sollten in deinem Dokument nicht vorkommen. Jede weitere macht das Layout unruhig, ohne etwas zu gewinnen – die Hierarchie erkennt man ohnehin eher an Abständen als an Größenunterschieden.

Zeilenabstand: warum 1,5-fach der Standard ist

Der übliche Wert ist der anderthalbfache Zeilenabstand, bei 12 Punkt Schriftgröße also rund 18 Punkt Zeilenhöhe. Auch das hat einen historischen Grund: Der zusätzliche Raum war Platz für handschriftliche Korrekturanmerkungen. Geblieben ist er, weil er den Text tatsächlich leichter lesbar macht.

Zwei Dinge werden dabei regelmäßig verwechselt. Der Zeilenabstand regelt den Abstand innerhalb eines Absatzes, nicht den zwischen zwei Absätzen. Für den Abstand zwischen Absätzen nimmst du in Word „Abstand nach“ – bei 12 Punkt Schrift sind 6 bis 12 Punkt üblich. Leerzeilen mit der Eingabetaste einzufügen ist die schlechtere Lösung, weil sie beim Umbruch verrutschen.

Und: In Fußnoten, Beschriftungen und im Literaturverzeichnis setzt du einfachen Zeilenabstand, nicht 1,5-fachen. Zwischen den einzelnen Literaturangaben darf dafür ein Absatzabstand stehen. Wie du beides in Word einstellst, steht im Tutorial Fließtext, Absätze und Zitate formatieren.

Überschriften, Blocksatz und Hervorhebungen

Überschriften werden nummeriert, linksbündig gesetzt und nicht unterstrichen. Vor einer Überschrift steht mehr Abstand als danach – sie gehört optisch zu dem Abschnitt, den sie eröffnet, nicht zu dem davor. Wie du das über Formatvorlagen löst, statt jede Überschrift von Hand zu formatieren, zeigt Überschriften formatieren und gliedern.

Blocksatz oder linksbündig ist Geschmackssache, solange deine Hochschule nichts vorgibt. Wenn du Blocksatz wählst, musst du allerdings die automatische Silbentrennung einschalten – sonst reißt Word die Wortabstände auf und es entstehen die berüchtigten weißen Löcher im Text. Blocksatz ohne Silbentrennung sieht schlechter aus als sauberer Flattersatz.

Bei den Hervorhebungen gilt Zurückhaltung. Fett für einzelne Schlüsselbegriffe, sparsam. Kursiv für Werktitel und fremdsprachige Fachbegriffe. Unterstreichungen haben in einer wissenschaftlichen Arbeit nichts verloren – sie stammen aus der Schreibmaschinenzeit, als es keine andere Möglichkeit gab, und werden heute als Link gelesen. Wer alles Wichtige hervorhebt, hebt nichts hervor.

Gegenüberstellung eines Textabschnitts mit Unterstreichungen und Fettdruck und derselben Passage mit kursiven Hervorhebungen
Oben durchgestrichen: Unterstreichungen und Fettdruck im Fließtext. Darunter dieselbe Passage, sparsam kursiv hervorgehoben.

Das gesamte Schriftthema habe ich außerdem einmal im Video auseinandergenommen – mit Beispielen zu Serifen, Kapitälchen und der Frage, wann Arial vertretbar ist und wann nicht:

Tabellen und Abbildungen richtig beschriften

Hier gibt es eine Regel, die tatsächlich fast überall gleich ist: Tabellen werden oberhalb beschriftet, Abbildungen unterhalb. Beide bekommen eine fortlaufende Nummer und einen aussagekräftigen Titel, die Quellenangabe steht jeweils darunter.

Drei weitere Punkte, die im Detail über den Eindruck entscheiden:

  • Verweise immer aus dem Text auf jede Tabelle und Abbildung – etwa mit „vgl. Abb. 3“. Eine Abbildung, auf die der Text nicht verweist, wirkt wie Dekoration.
  • Ab etwa fünf Tabellen oder Abbildungen lohnt ein eigenes Verzeichnis. Darunter ist es eher Ballast. Wie du es automatisch erzeugst, steht in den Tutorials zum Tabellenverzeichnis und zum Abbildungsverzeichnis.
  • Farbige Grafiken verursachen im Druck Mehrkosten. Wenn du gedruckt abgibst, prüfe, ob deine Diagramme auch in Graustufen lesbar bleiben – Unterschiede über Muster oder Helligkeit statt über Farbe darzustellen, ist ohnehin die barrierefreiere Lösung.

Ein Sonderfall, der oft Ärger macht: Wenn eine Tabelle über zwei Seiten läuft, muss die Kopfzeile auf der Folgeseite wiederholt werden. In Word stellst du das über die Tabelleneigenschaften ein – Reiter „Zeile“, Option „Gleiche Kopfzeile auf jeder Seite wiederholen“. Besser ist es allerdings, lange Tabellen zu teilen oder in den Anhang zu verschieben.

Wie lang deine Arbeit insgesamt werden darf und was dabei überhaupt mitzählt, klärt Kapitel 3.

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