Überschriften formatieren und die Abschlussarbeit gliedern

Ich zeige dir hier alles, was wichtig ist, um gute Überschriften in einer wissenschaftlichen Arbeit wie einer Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation zu gestalten. Außerdem gebe ich Tipps für die Gliederung.

Formatierung von Überschriften: Die wichtigsten Regeln

Wie sieht das optimale Layout aus für Überschriften in Bachelorarbeiten, Masterarbeiten und Dissertationen? Ziel von gut formatierten Überschriften ist es, Lesern das Querlesen bzw. Scannen durch deinen Text zu vereinfachen. Das geht am besten, wenn man auf Anhieb erkennt, um welche Ebene für eine Überschrift es sich handelt. Das erreichen wir durch verschiedene gestalterische Mittel.

Generelle typografische Regeln für Überschriften:

  • Setz Überschriften in derselben Schriftart wie deinen Haupttext, also Times New Roman oder Arial. Designer nutzen zwar in Zeitschriften und anderen Medien gerne unterschiedliche Schriften für Überschriften und Haupttext. In Abschlussarbeiten passt das aber nicht – du willst ja keinen Designwettbewerb gewinnen.
  • Nutz nicht mehr als etwa 3 verschiedene Schriftgrößen für die Überschriften. Überschriften der 1. Ebene, also Kapitelüberschriften, können besonders groß dargestellt werden. Überschriften der 2. Ebene etwas kleiner, alle anderen Überschriften nutzen dieselbe Schriftgröße wie der Haupttext.
  • Verzichte auf Fettdruck in den Überschriften. Fette Überschriften in gedruckten Texten sind hässlich. Kontrast erzeugst du durch die Schriftgröße und durch Abstände, nicht durch Fettdruck.
  • Überschriften ab Ebene 3 kannst du auch kursiv setzen, um sie vom Text abzuheben.
  • Deaktiviere die Silbentrennung in Überschriften.
  • Richte die Überschriften immer linksbündig aus.
  • Der Abstand vor einer Überschrift sollte immer doppelt so groß sein wie der Abstand nach der Überschrift. Warum? Weil so ein Leser besser erkennt, dass die Überschrift zum Folgeabsatz gehört.

Falls du die Dokumentvorlage für Abschlussarbeiten nutzt, die du hier herunterladen kannst, wirst du sehen, dass die Überschriften dort wie folgt formatiert sind:

  • Überschrift 1: Times New Roman, 18 pt; Abstand davor 0, Abstand danach: 36 pt, Zeilenabstand 1,2-fach, beginnt immer auf einer neuen Seite
  • Überschrift 2: Times New Roman, 14 pt; Abstand davor 34 pt, Abstand danach: 16 pt, Zeilenabstand 1,2-fach
  • Überschrift 3: Times New Roman, 12 pt; Abstand davor 28 pt, Abstand danach: 14 pt, Zeilenabstand 1,2-fach
  • Überschrift 4: Times New Roman, 12 pt; Abstand davor 14 pt, Abstand danach: 7 pt, Zeilenabstand 1,2-fach
  • Überschrift 5: Times New Roman, 12 pt; Abstand davor 14 pt, Abstand danach: 7 pt, Zeilenabstand 1,2-fach, kursiv

Alle Überschriften haben außerdem einen hängenden Einzug. Der sorgt dafür, dass die zweite Zeile der Überschrift immer bündig unter der ersten Zeile steht.

Der Text der Überschrift steht bündig untereinander neben der Nummerierung. Das erreichen wir durch einen Einzug und einen Festabstand.

Falls du noch nicht weißt, was Einzüge und Tabstopps bzw. Festabstände sind, lies bitte diesen Beitrag: Microsoft Word für Anfänger – Grundlagen im Überblick.

Überschrift erstellen und mit Formatvorlagen formatieren

Überschriften sollten immer mithilfe von Formatvorlagen formatiert werden. Warum? Weil nur so aus den Überschriften später ein automatisches Inhaltsverzeichnis erstellt werden kann.

So fügst du eine Überschrift in deine Abschlussarbeit ein:

Formatvorlagen für Überschriften
  1. Öffne die Liste der Formatvorlagen.
  2. Tipp die Zahl bzw. Nummerierung für deine Überschrift ein (z. B. 1 für Kapitel 1), je nach deiner Gliederungssystematik. Entscheide dich dabei einmal: entweder steht hinter jeder Zahl ein Punkt oder hinter keiner.
  3. Drück die Tabulatortaste (die Taste über der SHIFT-Feststelltaste). Du fügst so einen kleinen Abstand zwischen Nummerierung und Überschrift ein.
  4. Gib den Text für deine Überschrift ein.
  5. Klick in der Liste der Formatvorlagen auf eine der Vorlagen „Überschrift 1“, „Überschrift 2“ etc. – je nachdem, welche Überschriftenebene du erzeugen willst.

Noch schneller kannst du die Formatvorlagen für Überschriften übrigens mit den Tastenkürzeln STRG+1, STRG+2 etc. zuordnen.

Falls du dich noch nicht mit Formatvorlagen auskennst, lies bitte dieses Tutorial: Formatierung vereinfachen: So verwendest du Formatvorlagen in Word

Automatische Nummerierungen in Überschriften nutzen oder nicht?

Normalerweise nummeriert Word Überschriften automatisch, je nach Überschriftenebene.

Ich rate dir dazu, deine Überschriften nicht automatisch nummerieren zu lassen. Die Erfahrung über die Jahre hat mir gezeigt, dass die automatischen Nummerierungen in Word mehr Probleme verursachen, als weiterzuhelfen. Nummerier deine Überschriften am besten von Hand.

In unserer Formatvorlage für Bachelorarbeiten wurde auf automatische Nummerierungen verzichtet. Die Formatvorlagen für die Überschriften heißen „Überschrift 1“, „Überschrift 2“ etc. Sie sind schnell über die Shortcuts „STRG+1“, „STRG+2“ zu erreichen.

Wichtig: Zwischen der Zahl und der Überschrift sollte immer ein Tab stehen. Einen Tab, also einen Festabstand, fügst du mit der Tabulatortaste (über SHIFT-Lock) ein.

Falls du eine andere Vorlage verwendest, kannst du die automatischen Nummerierungen in den Formatvorlagen für die Überschriften deaktivieren, oder auch global in den Word-Optionen unter den AutoKorrektur-Optionen.

In den Word-Einstellungen kannst du ausstellen, dass Nummerierungen und Aufzählungen von Word automatisch erzeugt werden.

Tipps für die Gliederung von Abschlussarbeiten

Wie du deine Arbeit gliederst, bleibt dir überlassen. Du solltest allerdings darauf verzichten, mehr als vier Ebenen zu verwenden. Das wird schnell unübersichtlich und ist meist auch zwecklos; man muss nicht jedem Gedankengang eine eigene Überschrift geben.

Unsere Formatvorlage bietet eine übliche Art zu gliedern, die aber nicht unbedingt die beste und passendste sein muss:

1 Überschrift Ebene 1
1.1 Überschrift Ebene 2
1.1.1 Überschrift Ebene 3
1.1.1.1 Überschrift Ebene 4
1.1.1.1.1 Überschrift Ebene 5

Achte darauf, einheitlich immer hinter die Nummerierung einen Punkt zu setzen, oder den Punkt einheitlich auszulassen.

Du kannst aber genauso gut ein anderes System verwenden; das hängt natürlich auch vom Aufbau und dem Inhalt deiner Arbeit sowie vom Fachbereich ab. Juristen gliedern beispielsweise wie folgt:

A Überschrift Ebene 1
I Überschrift 2
1. Überschrift 3
a) Überschrift Ebene 4
aa) Überschrift Ebene 5

Richte dich am besten nach den Vorgaben und Gepflogenheiten deines Fachbereichs.

Lies auch: Inhaltsverzeichnis in Word erstellen und layouten: Tutorial in 4 einfachen Schritten

Warum sind gute Überschriften und eine klare Gliederung so wichtig?

Gute Überschriften und eine logisch aufgebaute Gliederung sind zentrale Qualitätsmerkmale wissenschaftlicher Arbeiten. Sie erleichtern nicht nur die Orientierung für Leserinnen und Leser, sondern wirken sich auch positiv auf die Bewertung durch Gutachterinnen und Gutachter aus. Eine klare Struktur unterstützt zudem deinen eigenen Schreibprozess, da sie hilft, Gedanken systematisch zu ordnen und Argumentationslinien nachvollziehbar aufzubauen.

  • Überschriften als Wegweiser: Überschriften dienen als Wegweiser durch den Text. Sie signalisieren, welche Themen behandelt werden und in welcher Tiefe sich der Text mit einzelnen Aspekten auseinandersetzt. Gut formulierte Überschriften geben präzise Auskunft über den Inhalt des jeweiligen Abschnitts und vermeiden vage oder zu allgemeine Formulierungen. Eine klare Sprache fördert die Verständlichkeit und erhöht die Leserfreundlichkeit der gesamten Arbeit.
  • Struktur schafft Nachvollziehbarkeit: Eine durchdachte Gliederung folgt einer logischen Reihenfolge und hilft dabei, die Argumentation stringent aufzubauen. Leserinnen und Leser können Zusammenhänge besser erfassen und zentrale Aussagen leichter nachvollziehen. Besonders in umfangreicheren Arbeiten wie Bachelor- oder Masterarbeiten ist es entscheidend, thematische Schwerpunkte klar zu setzen und Nebeninformationen angemessen einzuordnen.
  • Bewertungskriterien erfüllen: Hochschulen und Prüfungsordnungen legen großen Wert auf formale Aspekte. Einheitliche Überschriftenstile, klare Kapitelstrukturen und eine konsistente Nummerierung können maßgeblich dazu beitragen, formale Bewertungskriterien zu erfüllen. Mängel in der Strukturierung oder in der optischen Gestaltung werden häufig als Anzeichen fehlender Sorgfalt gewertet.
  • Eigene Arbeitsprozesse optimieren: Auch für dich selbst bringt eine klare Struktur Vorteile. Ein übersichtliches Konzept erleichtert das Schreiben, da der rote Faden von Beginn an sichtbar bleibt. Darüber hinaus erleichtert eine saubere Gliederung die spätere Überarbeitung, insbesondere bei der Fertigstellung von Abstracts, Inhaltsverzeichnissen oder Zusammenfassungen.

Fragen & Antworten

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Hier zeigen wir Ihnen alle Formatvorlagen und die dazugehörigen Shortcuts unserer kostenlosen Vorlage für Dissertationen, Masterarbeiten und Bachelorarbeiten.