Formale Anforderungen an eine Bachelorarbeit

In diesem Abschnitt geht es um die formalen Kriterien, die höchstwahrscheinlich in die Benotung Ihrer Abschlussarbeit einfließen werden.

Aufbau einer Abschlussarbeit

Der Aufbau Ihrer Masterarbeit oder Diplomarbeit folgt meist den Vorgaben Ihres Fachbereichs oder Ihrer Hochschule; gewöhnlich wird dabei folgender Aufbau verwendet:

  • Titelblatt
  • Eidesstattliche Erklärung
  • Inhaltsverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Abbildungsverzeichnis
  • Tabellenverzeichnis
  • Evtl. Vorwort
  • Einleitung
  • Hauptteil
  • Zusammenfassung
  • Anhang

Dabei können die Verzeichnisse (außer das Inhaltsverzeichnis) sowie die Eidesstattliche Erklärung natürlich auch im Anhang Ihrer Diplomarbeit stehen. Ab und an wird auch ein tabellarischer Lebenslauf gefordert, der dann meist am Schluss der Arbeit steht.

Gliederung

Nachdem Sie ein Thema für Ihre Arbeit gefunden haben, sollten Sie sich als Erstes um eine gute Gliederung kümmern, denn wenn Ihre Diplomarbeit gut gegliedert ist, ersparen Sie sich viel Zeit und brauchen dann die einzelnen Themen nur noch Schritt für Schritt abarbeiten. Natürlich bleibt die Gliederung flexibel und kann im Laufe der Arbeit nach und nach angepasst, verfeinert, verbessert werden.

Sie sollten zwischen einer „öffentlichen“ Gliederung Ihrer Diplomarbeit unterscheiden, die dann später auch im Inhaltsverzeichnis erscheinen wird, und einer „privaten“, die Ihnen dabei hilft, Ihre Gedankengänge zu strukturieren.
Die Gliederung, die dann im Inhaltsverzeichnis Ihrer Diplomarbeit oder Masterarbeit erscheint, sollte nicht mehr als 3 Ebenen folgender Form enthalten:

1.  Gliederungspunkt 1. Ebene
    1.1 Gliederungspunkt 2. Ebene
    1.2 Gliederungspunkt 2. Ebene
       1.2.1 Gliederungspunkt 3. Ebene
       1.2.2 Gliederungspunkt 3. Ebene
    1.3 Gliederungspunkt 2. Ebene
2.  Gliederungspunkt 1. Ebene

Die Nummerierung kann dabei natürlich von den Vorgaben Ihrer Fakultät oder Ihres Instituts, an dem Sie die Diplomarbeit oder Masterarbeit schreiben, abhängen; die hier vorgeschlagene ist allerdings sehr üblich.

Die „private Gliederung“ nutzen Sie, um die eigentliche Gliederung weiter in Gedankengänge zu unterteilen. Dafür sollten einfache Stichpunkte reichen, mit Schlagworten zu Themen, die Sie innerhalb Ihrer Diplomarbeit oder Bachelorarbeit abarbeiten wollen. Als Überschriften sollten diese Punkte nur erscheinen, wenn der Text sonst unübersichtlich würde. Gewöhnlich brauchen diese Punkte dann auch keine Nummerierung.

Eine gute Gliederung ist wirklich wichtig, denn damit stellen Sie unter Beweis, dass Sie strukturiert denken und arbeiten können; außerdem hilft eine gute Struktur dem Leser Ihrer Bachelorarbeit oder Masterarbeit ungemein beim Erfassen des Inhalts.

Textliches

Mit dem reinen Verfassen des Textes haben viele Studierende Probleme, besonders, wenn sie sonst nicht besonders häufig schreiben. Um besser ins Schreiben hineinzukommen, empfiehlt es sich, vor dem Schreiben Schreibübungen durchzuführen. Schreiben Sie doch einmal einen Brief bzw. eine längere Mail an einen Ihrer Freunde. Je mehr Sie schreiben, desto leichter wird es Ihnen fallen, viel Text zu verfassen.

Dabei gibt es bestimmte handwerkliche Regeln, die Sie beim Schreiben Ihrer Diplomarbeit oder Magisterarbeit unbedingt beachten sollten.

  • Orthografie: Ihr Text sollte möglichst frei von Fehlern der Rechtschreibung, Grammatik oder Zeichensetzung sein. Wenn Ihre Rechtschreibung nicht von Anfang an die beste ist, schreiben Sie einfach drauf los. Wichtiger, als auf korrekte Orthografie zu achten, ist es, im Schreibfluss zu bleiben. Korrigieren Sie dann aber Ihre Diplomarbeit oder Bachelorarbeit unbedingt zum Schluss! Meist bringt es nicht viel, die Arbeit von einem x-beliebigen Kommilitonen gegenlesen zu lassen, es sei denn, Sie können sich sicher sein, dass er sich wirklich bestens auskennt. Lassen Sie Ihre Arbeit ansonsten von einem professionellen Korrektor lesen; das Geld, das Sie dafür ausgeben, ist eine Investition in Ihre Zukunft. Sie werden dabei selbst einiges über Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung lernen. Auch die korrekte Orthografie wird nämlich wahrscheinlich in die Bewertung Ihrer Arbeit einfließen. Wichtig ist dabei übrigens auch die Einheitlichkeit der Rechtschreibung. Gerade nach den Regeln der neuen Rechtschreibung gibt es bei vielen Wörtern mehrere mögliche Varianten. Entscheiden Sie sich immer für eine und ziehen Sie dies den gesamten Text über durch!
  • Stilistisches: Achten Sie auch unbedingt auf den Stil Ihrer Arbeit. Versuchen Sie, Schachtelsätze zu vermeiden. Lange Sätze sind durchaus erlaubt, aber sie sollten sich mit kurzen Sätzen abwechseln. Denken Sie immer daran: Schreiben ist auch Dienst am Leser, und an einer gut geschriebenen Diplomarbeit oder Magisterarbeit wird auch Ihr Professor seine Freude haben. Auch den Stil Ihrer Arbeit können Sie von einem professionellen Lektor überarbeiten lassen.
  • Wissenschaftliches Ausdrucksweise: In die Bewertung Ihrer Masterarbeit oder Diplomarbeit wird wahrscheinlich auch die wissenschaftliche Ausdrucksweise mit einfließen. Sie sollten es dabei nicht übertreiben, aber beweisen Sie ihrem Prof, dass Sie sich mit dem Vokabular Ihres Fachgebietes auskennen! Manche Ausdrücke lassen sich nicht durch ihr deutsches Pendant ersetzen, weil sie andere Konnotationen mit sich führen. Jedes Wort, das Sie nicht verstehen, sollten Sie nachschlagen.

Layout einer Abschlussarbeit

Ein gutes Layout unterstützt die Lesbarkeit Ihrer Arbeit ungemein! Zum Layout zählen die bereits angesprochenen Themen wir Gliederung und Aufbau der Arbeit. Hinzu kommen weitere formale Kriterien, die meist von Ihrem Institut festgelegt werden.

  • Satzspiegel: Seitenränder von oben 2,5, unten 2,5, links 3,5 und rechts 3 cm sind üblich.
  • Schriftart und Schriftgröße: Für eine Diplomarbeit sollte meist die Times New Roman, eine sogenannte Serifenschriftart verwendet werden. Die Schriftgröße ist dabei immer 12 pt, der Zeilen abstand 1,5-fach bzw. 18 pt. Serifen sind die kleinen „Füßchen“ an den Lettern der Schrift, sie unterstützen gerade bei langen Texten den Lesefluss. Daher sollten Sie auf eine serifenlose Schrift wie die Arial wirklich verzichten!  

Weitere wichtige Faktoren

  • Tabellen: Versuchen Sie, schöne und einheitliche Tabellen zu gestalten. Ein Beispiel für gut lesbare Tabellen finden Sie in der Dokumentvorlage auf dieser Website. Tabellen haben immer eine Beschriftung (etwa: Tab. 1: xyz), die über der Tabelle steht. Eventuelle Legenden stehen unter der Tabelle. Verweisen Sie übrigens immer innerhalb des Textes auf die Tabelle.
  • Grafiken: Abbildungen haben ihre Beschriftung unter sich (etwa: Abb. 1: xyz). Grafiken sollte nicht zu groß und nicht zu klein und in einheitlicher Größe gestaltet sein sein. Auch auf die Grafiken sollten Sie immer im Text verweisen.
  • Auszeichnungen: Vermeiden Sie fette und unterstrichene  Auszeichnungen im Text, auch bei den Überschriften. Um ein Wort zu akzentuieren, setzen Sie es kursiv.

Gerade die Gestaltung des Layouts von Diplomarbeiten, Dissertation, Magisterarbeiten etc. fällt Einsteigern in die Textverarbeitung häufig schwer. Zögern Sie daher nicht, das Layout von einem Profi gestalten zu lassen – das wird Ihnen viel Aufwand und aufgeriebene Nerven ersparen. Arbeiten Sie sich ggf. bereits vor dem Verfassen Ihrer Arbeit gründlich in Word ein, um bösen Überraschen im Layoutprozess vorzubeugen.

Zitierweise

Achten Sie unbedingt auf eine einheitliche Zitierweise! Entscheiden Sie sich dafür, mit Fußnoten zu arbeiten oder nach dem Autor-Jahr-System. Diese Entscheidung hängt wahrscheinlich auch von den Gepflogenheiten Ihres Instituts, Ihres Fachbereichs oder Ihrer Hochschule ab.

Im Literaturverzeichnis geben Sie dann die vollständigen Titel an, wobei die Form, in der Sie das machen, sicher auch von Ihrem Institut abhängen wird.

Einige allgemeine Hinweise zur Zitation :

  • Am Ende jeder Fußnote und jedes Literaturverweises steht ein Punkt.
  • Der Autor wird immer so zitiert: Vorname, Nachname.
  • Aufgezählt werden bis zu drei Autoren, sind es mehr, kürzt man ab mit u. a. (und andere).
  • Ist der Verfasser unbekannt, schreibt man: o. V. (ohne Verfasser).
  • Sind Herausgeber und Verfasser identisch, kann man man „ders.“ abkürzen (… in: ders. Titel.)
  • Verweist man auf zwei Seiten, schreibt man f., verweist man auf mehr als zwei Seiten ff.
  • Das Literaturverzeichnis sollte alphabetisch sortiert sein, möglichst nicht nach Textsorten, wobei es sich für umfangreiche Verzeichnisse auch anbietet, etwa zwischen Quellen und Sekundärliteratur zu unterscheiden.
  • Zitate aus zweiter Hand sind zu vermeiden. Wenn nötig, dann steht vor dem eigentlichen Beleg „Zitiert nach:“.
  • Im Text kann man die amerikanische Zitierweise benutzen und so auf Fußnoten verzichten: Der Beleg erfolgt dann in der Form (Autor Jahr, Seite). Bei mehreren Veröffentlichungen im gleichen Jahr kennzeichnet man diese chronologisch: Autor 1999a, Seite; Autor 1999b, Seite. Im Literaturverzeichnis stehen dann natürlich volle Angaben.
  • Bei deutscher Zitierweise stehen die Belege in Fußnoten, können aber auch kurz notiert werden. Der erste Beleg wird dann immer voll geführt, alle weiteren nach der Form Autor Jahr, Seite.

Bei der Gestaltung der Fußnoten werden Sie sich sicher nach den Gewohnheiten Ihres Institutes richten. Ob Sie nun mit Punkten, Kommata oder Semikolons arbeiten – wichtig ist eine einheitliche Schreibweise im gesamten Text.

Beispiele:
     
Monografie
Autor: Titel. Ort JahrAuflage, Seite.
LONG, A. A. / SEDLEY, D. N.: Die hellenistischen Philosophen. Texte und Kommentare. Übers. von Karlheinz Hülser. Stuttgart, Weimar 2000.
   
Reihentitel
Autor: Titel (Reihe, Band). Ort JahrAuflage, Seite.
HOSSENFELDER, M.: Stoa, Epikureismus und Skepsis. (= Geschichte der Philosophie, Bd. 3) München 19952.
   
Aufsatz aus einem Sammelwerk
Autor: Titel. In: Hrsg. (Hrsg.): Titel. Ort JahrAuflage, Seite. 
BRUNT, P. A.: Die Equites in der späten Republik. In: Schneider, H. (Hrgs.): Zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der späten Römischen Republik. Darmstadt 1976. S. 23–33.
   
Aufsatz aus einer Zeitschrift
Autor: Titel. In: Zeitschriftenname, Jahrgang (Erscheinungsjahr), Heftnummer, Seiten.
WREDE, M.: Der Kaiser, das Reich, die deutsche Nation – und ihre „Feinde“. Natiogenese, Reichsidee und der „Durchbruch des Politischen“ im Jahrhundert nach dem Westfälischen Frieden. In: HZ 280 (2005), S. 83–116.
   
Artikel aus Lexika
Autor: Art. „Artikelname“. In: Evtl. Hrsg., Names des Lexikons bzw. Wörterbuchs. Ort Jahr, Seite/Spalte.
COLM, G.: Masse. In: Vierhandt, A. (Hrsg.): Handwörterbuch der Soziologie. Stuttgart 1959. S. 353 ff. 
   
Artikel aus einer Zeitung
Autor: Titel. In: Zeitung, Nummer Datum, Seite.
MEIER, M.: Vom richtigen Zitieren. In: DIE ZEIT, Nr. 1 vom 1. 1. 2006, S. 15.
   
Unveröffentlichte Hochschularbeiten
Autor: Titel. Typ (Unveröffentlichte Dissertation, Magisterarbeit etc.), Hochschulort Jahr, Seite.  
MEIER, M.: Vom richtigen Zitieren. Unveröffentlichte Dissertation, Berlin 1999. 
   
Titel, der auch online verfügbar ist
Normale Zitierweise. Abrufbar im Internet: URL. Abrufdatum.
ROGASCH, W.: Ätherkrieg über Berlin. Der Rundfunk als Instrument politischer Propaganda im Kalten Krieg 1945–1961. In: Deutschland im Kalten Krieg 1945–1963. Eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums im Zeughaus Berlin. Berlin 1992. S. 69–84. Abrufbar im Internet: http://www.dhm.de/ausstellungen/kalter_krieg/aet_01.htm. Letzter Aufruf: Januar 2008.
   
Dokument, das nur online verfügbar ist
Autor: Titel. Veröffentlichungsdatum Internet. URL. Abrufdatum.
BRANDT, K.: Die Dissoziation eines Schriftstellers in den Jahren 1934–1936 – Ödön von Horváth und H. W. Becker. fünf Thesen zu Horváths Eintritt in den Reichsverband Deutscher Schriftsteller am 11.07.1934. 2006. http://edoc.hu-berlin.de/dissertationen/brandt-karsten-2005-02-03/HTML/. Letzter Aufruf: Januar 2008.

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