Inhaltliche Anforderungen an eine Bachelorarbeit

Lesen Sie in diesem Abschnitt einige Hinweise zu den inhaltlichen Dingen, die mit großer Wahrscheinlichkeit in die Bewertung Ihrer Bachelorarbeit oder Masterarbeit einfließen werden.

Folgende Punkte fließen mit großer Wahrscheinlichkeit mehr oder weniger in die inhaltliche Bewertung Ihrer Diplomarbeit, Magisterarbeit oder Bachelorarbeit ein.

Eigenleistung

Ein wichtiger Punkt, der in die Benotung Ihrer Diplomarbeit, Magisterarbeit oder Bachelorarbeit einfließen wird, ist der, ob eine Eigenleistung erkennbar ist. Dass Sie Ihre Arbeit nicht schreiben lassen sollten, sondern allein verfassen, ist klar.  Wichtig ist allerdings auch, dass Sie Ihre Arbeit nicht einfach „zusammenzitieren“, sondern auch von Quellen unabhängige Gedankengänge entwickeln.

Nachweis fundierter Kenntnisse

Zeigen Sie mit Ihrer Arbeit, was Sie alles im Studium gelernt haben! Dazu gehören nicht nur inhaltliche, thematische Dinge (denn Sie können wohl kaum all Ihr erlerntes Wissen in einer einzigen Arbeit unterbringen), sondern auch methodische Kenntnisse. Die Kenntnisse sollten wirklich fundiert sein, lassen Sie sich also nicht darauf ein, über Dinge zu schreiben, die Sie nur halb verstehen. Was Sie noch nicht verstehen, müssen Sie verstehen lernen, anderenfalls sollten Sie es nicht in Ihrer Arbeit unterbringen.

Neuigkeitsgrad des Themas, Schwierigkeitsgrad

Für eine gute Note wird sicher auch ein Thema sorgen, dass zum einen schwierig zu bearbeiten, zum anderen neu ist, dem im wissenschaftlichen Diskurs also bisher nicht viel Beachtung geschenkt wurde. Wenn Sie ein neuartiges Thema wählen, haben Sie zum einen den Vorteil, dass es wenig Vergleichsmöglichkeiten gibt, an denen Ihre Arbeit gemessen werden kann, Sie werden aber auch weniger Literatur finden und sind mehr auf sich allein gestellt.

Aufgabe selbst gestellt und gelöst?

Haben Sie im Einleitungsteil ein klares Ziel Ihrer Arbeit festgelegt? Thesen etwa, die es zu untermauern oder widerlegen gilt? Fein, dann sollten Sie alles daran setzen, dieses Ziel auch zu erreichen, denn dies ist ein Punkt, der für die Benotung Ihrer Arbeit sicher eine Rolle spielt.

Vorgehen dokumentiert

Dokumenten Sie Ihre Methodik genauestens. Wenn Sie z. B. im Bereich der empirischen Sozialforschung arbeiten, sollten Sie immer exakt nachvollziehbar machen, wie Sie zu Ihren Ergebnissen gelangt sind.

Bedeutung des Themas

Wichtig ist auch, dass Sie sich mit der Bedeutung des Themas beschäftigen; Sie können dies in der Einleitung Ihrer Magisterarbeit oder Diplomarbeit machen. Reflektieren Sie auch den aktuellen Stand der Forschung skizzenartig.

Quellennachweise geführt?

Weisen Sie immer gewissenhaft Ihre Quellen nach. Jedes Zitat muss als solches gekennzeichnet werden, ebenso Abbildungen, die Sie übernommen habe. Der Quellennachweis ist eines der grundlegenden Werkzeuge jedes Wissenschaftlers, und Sie sollten das inhaltlich wie auch formal perfekt beherrschen.

Aktuelle Literatur?

Verwenden Sie aktuelle Literatur! Zumindest, wenn es um den Stand der Forschung geht, müssen Sie auf dem aktuellen Stand sein. 20 Jahre alte Aufsätze zu einem Spezialthema können auch interessant sein, aber es ist dann eine Überlegung wert, ob diese nicht doch eher als Quelle zu betrachten und auszuwerten sind.

Kommentare und Fragen

Flo Conrad

Hallo Herr Wolf,

ich habe folgendes Problem: und zwar schreibe ich aktuell meiner BA im Bereich Steuerrecht über ein recht aktuelles Thema. Aufgrund der Aktualität des Themas gibt es hierzu fast keinerlei Primärliteratur, lediglich einige wenige Meinungsbeiträge in Fachzeitschriften. Daher habe ich mich entschlossen, meine BA als einen eigenen Forschungsbeitrag zu schreiben.

Nun habe ich vor einer Woche aber entdeckt, dass in einer Fachzeitschrift ein Artikel erschienen ist, der exakt das gleiche Thema behandelt, mit fast der gleichen Vorgehensweise und den gleichen Schlussfolgerungen, wie ich sie geplant hatte. Der Artikel ist quasi meine BA wie ich sie schreiben wollte, nur in komprimierter Form.

Würde ich meine BA nun so schreiben wie geplant, würde der Eindruck entstehen, dass ich mir diesen Artikel als Vorlage genommen und nur etwas ausführlicher abgeschrieben habe.

Ich habe meinen Betreuer darauf angesprochen, der meinte, ich sollte in meiner BA Bezug auf diesen Artikel nehmen und Forschungslücken untersuchen. Bloß gibt es da keine Forschungslücken, der Artikel ist lückenlos.

Als Alternative hat er gesagt, ich solle dem Artikel folgen und prüfen ob die Schlussfolgerungen daraus richtig sind. Aber auch das ist schwierig, weil der Artikel alles kurz aber umfassend begründet hat, also würde das auch wieder nur auf "Abschreiben" hinauslaufen...

Meine Frage ist, wie Sie damit umgehen würden? Ist es "OK", wenn ich den Artikel nur in ausführlicher Form wiedergebe? Oder sollte ich mir ein anderes Thema suchen?

Vielen Dank für Ihre Antworten

Hallo,
ich würde mir ein anderes Thema suchen, wenn ich nichts mehr dazu sagen könnte. Ist sicher schwierig und etwas nervig, noch einmal umzusatteln, aber so funktioniert Wissenschaft nun mal :) Warum etwas erforschen, das bereits ausreichend erforscht wurde. Vielleicht gibt der Artikel ja einen Ausblick und regt weitere mögliche Untersuchungen an, der Sie nachgehen könnten?