Der komplette Leitfaden für deine Abschlussarbeiten: Expertentipps von Thema finden bis Abgabe
Du stehst kurz vor deiner Abschlussarbeit und fragst dich, wie du das Thema findest, eine saubere Gliederung erstellst und den Schreibprozess erfolgreich meisterst? In dieser Episode von Fernstudi.fm bekommst du einen ultimativen Leitfaden zur Erstellung deiner Abschlussarbeit.
Diese Folge fasst die wertvollsten Tipps und Erfahrungen unserer Expert*innen zusammen – von der frühzeitigen Themenwahl mit dem höchsten Spaßfaktor über effiziente Planung und Literaturrecherche bis hin zu praktischen Hinweisen fürs Schreiben, Zitieren und Überarbeiten. Erfahre, warum es wichtig ist, schon frühzeitig strategisch vorzugehen, wie du passende Methoden auswählst und typische Fehler vermeidest. Perfekt für alle (Fern-)Studierenden, die ihre Abschlussarbeit systematisch, motiviert und mit klarem Fokus angehen wollen.
Inhalt:
00:00:00 Vorschau
00:03:15 Thema finden mit Nadine Syring
00:13:12 Thema finden mit Manuel Kröger
00:18:11 Planungsphase mit Silvio Gerlach
00:27:25 Planungsphase mit Manuel Kröger
00:31:00 Literaturrecherche & Forschen mit Nina Feldbusch
00:42:26 Literaturrecherche & Forschen mit Xenia Wenzel
00:51:36 Schreibprozess mit Nadine Syring
00:58:24 Schreibprozess mit Nina Feldbusch
01:05:25 Formatierung und Text überarbeiten mit Nadine Syring
01:16:43 Formatierung und Text überarbeiten mit Sivio Gerlach
01:21:57 Abgabe und Nachbereitung mit Manuel Kröger
Die Podcasts mit unseren Experten im Überblick:
👉 „Bachelorarbeit & Hausarbeit schneller & sicher schreiben: Interview mit Expertin Nadine Syring“: https://www.fernstudi.net/podcast/11
👉 „Abschlussarbeiten mit 5-Phasen-Strategie planen & Blockaden lösen | mit Thesis-Coach Manuel Kröger“: https://www.fernstudi.net/podcast/38
👉 „Bachelorarbeit schreiben: 10 Fallstricke & wie man sie vermeiden kann | mit Silvio Gerlach“: https://www.fernstudi.net/podcast/27
👉 „Die 5 größten Fehler in Hausarbeiten & Seminararbeiten im Studium: Nina Feldbusch im Interview“: https://www.fernstudi.net/podcast/14
👉 „Eigenständiges Denken in Studium, Bachelorarbeit & Wissenschaft 🧠 mit Xenia Wenzel“: https://www.fernstudi.net/podcast/33
👉 Alle Podcasts in unserer Youtube-Playlist: https://www.youtube.com/playlist?list=PLfaNcXsnpoxeEZPzqyvM3cFgTS-atqyxu
👉 Youtube-Playlist mit allen Videos zum Wissenschaftlichen Arbeiten: https://www.youtube.com/playlist?list=PLfaNcXsnpoxcAxkxwtP24K61W5mW56SKr
Weiterführend:
👉 Word-Vorlage für Abschlussarbeiten: https://www.fernstudi.net/tutorials/vorlage
👉 Onlinekurs „Wissenschaftliche Arbeiten formatieren: Das große Word-Training für Uni & Abschlussarbeiten“ https://www.fernstudi.net/onlinekurse/crashkurs-word-studium
👉 Word-Tutorial für Anfänger – Grundkurs Microsoft Word (2021) https://www.youtube.com/watch?v=_fncqvk1bf0
👉 Word-Tutorial für Fortgeschrittene – Schnellkurs Microsoft Word (2021) https://www.youtube.com/watch?v=GHLYG4mPbuU
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In dieser Kompilationsfolge stellt Host Christian die besten Expertentipps rund um das Thema Abschlussarbeit zusammen. Die Ratschläge stammen von verschiedenen Gästen aus früheren Folgen, darunter Nadine Süring, Silvio Gerlach, Manuel, Nina und Xenia Wenzel. Die Folge deckt den gesamten Prozess ab: von der Themenfindung über Planung, Literaturrecherche und Schreiben bis hin zur Überarbeitung und Abgabe.
Themenfindung: Der Spaßfaktor als oberstes Prinzip
Nadine Süring betont, dass die Themenfindung so früh wie möglich beginnen sollte, idealerweise bereits im ersten Semester, und zwar ohne Druck. Studierende sollten beobachten, welche Fächer ihnen Freude bereiten, wo sie freiwillig zusätzliche Paper lesen und welche Prüfungen ihnen keine Angst machen. Die größte Motivationsbremse sei ein Thema, das keinen Spaß macht. Der Spaßfaktor muss am höchsten sein. Selbst wenn ein Thema auf den ersten Blick nicht zum Studiengang passe, lasse es sich fast immer transferieren. Sie schildert als Beispiel eine Hausarbeit, in der Studierende die Merchandising-Strategien von Fußballvereinen mit deren sportlichem Erfolg korrelierten und dabei klassische Marketingtheorie anwandten. Die Studierenden seien zunächst unmotiviert gewesen, hätten dann aber eine erstklassige Arbeit abgeliefert, weil das Thema sie persönlich abholte.
Wer bei nichts Spaß empfinde, könne alternativ karrierebezogen ein Thema wählen, etwa eines, das zum angestrebten Beruf oder zum aktuellen Arbeitgeber passt. Es ist einfach Blödsinn, irgendein Thema zu bearbeiten. Dann habt ihr das Motivationsproblem. Und ihr könnt diese Arbeit hinterher auch gar nicht benutzen. Zudem empfiehlt sie, die Forschungsthemen der Wunschbetreuer zu berücksichtigen, da eine gute persönliche Beziehung zum Betreuer ebenfalls motivierend wirke.
Ein weiterer Experte ergänzt, dass viele Studierende den Fehler begehen, ein vermeintlich leichtes Thema zu wählen oder sich von einem Unternehmen ein Thema vorschreiben zu lassen, ohne dafür Eigeninteresse aufzubringen. Das Thema müsse aktuell, relevant und machbar sein, und die dafür nötige Methodik sollte den Studierenden vertraut sein.
Vom groben Interesse zur konkreten Forschungsfrage: Das Trichtermodell
Nadine beschreibt das Trichtermodell: Oben kommen grobe Interessen hinein, dann wird schrittweise konkretisiert. Aus dem Beispiel Fußball und BWL würde man zunächst einen Teilbereich wie Marketing identifizieren, dann Vereinsstrukturen untersuchen, bis schließlich eine einzige Forschungsfrage übrig bleibt, zu der eventuell Hypothesen aufgestellt werden. Sie warnt davor, in der Abschlussarbeit eine völlig neue Methodik anzuwenden, die man noch nie zuvor benutzt habe.
Ein weiterer Gesprächspartner hebt hervor, dass die meisten Studierenden zwar eine gute Themenidee haben, aber den Schritt versäumen, das Thema präzise herauszuarbeiten. Der größte Fehler sei, die Einleitung zum Schluss zu schreiben. Die Einleitung diene als Orientierung und Fokus; dort werde das konkrete Problem verstanden. Einstein hatte mal gesagt, wenn ich ein Problem lösen soll, dann beschäftige ich mich erstmal 55 Minuten mit dem Problem und 5 Minuten mit der Lösung. Die meisten springen jedoch sofort zur Lösung. Ein häufiger Strukturfehler seien zudem mehrere Hauptforschungsfragen statt einer einzelnen zentralen Frage mit mehreren Unterfragen.
Planung: Die Abschlussarbeit als Projekt begreifen
Silvio Gerlach betont, Fernstudierende hätten einen großen Vorteil, da sie Projektmanagement aus dem Berufsleben kennen. Die Abschlussarbeit sollte wie ein Projekt behandelt werden. Ein gutes Exposé sei die halbe Miete. Wenn der Bauplan steht mit allen Teilen, Gewerken, Material, Terminplan, dann ist der Rest nur noch fleißiges Abarbeiten. Er listet zehn Punkte auf, die in den Plan gehören: Thema, Forschungsfrage, Ziel, Methoden, Begründung, Definitionen, Gliederung und vorläufige Literaturliste. Wer das gründlich mache, erlebe unterwegs kaum Überraschungen.
Die Gliederung sollte dem Schema wissenschaftlicher Studien folgen: Einleitung, Forschungsstand, Forschungslücke, Forschungsmodell, Methodik, Ergebnisse, Fazit und Abstract. Er kritisiert, dass viele Betreuende kein ordentliches Exposé einfordern und sich mit ein bis zwei Seiten ohne Gliederung zufriedengeben. Tools wie Notion oder Kanban-Boards könnten hilfreich sein, man solle sich aber nicht in ihnen verlieren. Man hat 100% Zeit und nach 75% ist man dann bei der Eigenleistung, und das darf nicht sein, weil die Bewertung ist nämlich genau andersrum. 75% zählt die Eigenleistung.
Ein anderer Experte ergänzt, dass jeder Schritt und jede Aufgabe eingeplant werden müsse, idealerweise mit einem Gantt-Diagramm. Entscheidend sei, sich zunächst klare, smarte Ziele zu setzen: Bis wann will man abgeben, und welches Ergebnis strebt man an? Viele Studierende hätten darauf keine konkrete Antwort.
Literaturrecherche: Nicht in die Bibliothek, sondern online
Nina berichtet, dass Studierende häufig glauben, keine Literatur zu ihrem Thema finden zu können. Viele wüssten nicht, dass der Bibliotheksbesuch oft gar nicht nötig sei. Google Scholar, Uni-Kataloge und digitale Bibliotheken der Fernhochschulen ermöglichten die Recherche von zu Hause aus. Im Master habe ich über 15 Hausarbeiten geschrieben und ich war kein einziges Mal in der Bibliothek.
Sie empfiehlt, zunächst alles an relevanter Literatur zusammenzusuchen, bevor man mit dem Lesen beginnt. Monografien müsse man nicht komplett durchlesen; es reiche oft, Einleitung und Fazit zu lesen, um die Relevanz einzuschätzen. Als Faustregel gelten etwa zwei Quellen pro geschriebener Seite. Lehrbücher sollten nur zum Einstieg und Überblick dienen, nicht als Hauptquellen, da Prüfer die Auseinandersetzung mit anspruchsvollerer Fachliteratur erwarten. Auch englischsprachige Quellen seien ein Qualitätsmerkmal, da viele Autoren zuerst im Englischen publizieren.
Beim Recherchieren sei die Schlagwortsuche nur der Anfang. Deutlich ergiebiger sei das Schneeballsystem: Man nehme einen gut passenden Ausgangstext und arbeite sich über dessen Literaturverzeichnis zu weiteren Quellen vor. Online-Quellen seien sparsam und gezielt einzusetzen, etwa Tageszeitungen wie FAZ für die Einleitung, aber sie sollten nicht den Großteil der Arbeit ausmachen.
Kritisches Lesen und Fachsprache
Xenia Wenzel betont, wie wichtig es sei, wissenschaftliche Texte nicht unkritisch hinzunehmen. Ganz wichtig, wenn du jetzt wissenschaftliche Texte liest, nimm die nicht einfach so hin. Man solle sich bewusst machen, dass Wissenschaftler Menschen mit eigener Biografie und eigenem Forschungshintergrund seien. Sie empfiehlt, die Person hinter einem Text zu recherchieren, ihre Publikationsliste und ihren Lebenslauf anzuschauen, den Verlag zu prüfen und sich zu fragen, warum der Text geschrieben wurde. So werde das Lesen und Kritisieren deutlich leichter.
Zudem sei es wichtig, die Fachsprache des eigenen Forschungsgebiets zu übernehmen. Begriffe sollten nicht eigenmächtig umbenannt oder durch Synonyme ersetzt werden. Wer in einem Text Literaturverweise finde, solle die Originalquelle beschaffen und nicht nur auf die Interpretation vertrauen, da jeder Autor eine eigene Theoriebrille anlege.
Schreibprozess: Erst schlecht schreiben, dann verbessern
Nadine rät, mit dem Teil zu beginnen, der am meisten Spaß macht und wo man schon die meisten Informationen gesammelt hat. Man solle es sich leicht machen und nicht mit dem Schwierigsten anfangen, um nicht in ein Motivationsloch zu fallen. Frag dich immer, wenn du anfängst: Wie geht's leicht? Bevor man überhaupt anfange zu schreiben, müssten Problemstellung, Forschungsfrage und eventuelle Hypothesen klar sein.
Sowohl Nadine als auch Christian empfehlen, zunächst unzensiert und in bewusst unvollkommener Qualität zu schreiben. Einen noch nicht perfekt wissenschaftlichen Text zu verbessern, ist deutlich einfacher als neu anzufangen. Perfektionismus sei beim Erstschreiben kontraproduktiv. In der Regel beginne man mit dem Theorieteil, aber auch dabei solle man sich den angenehmsten Abschnitt zuerst vornehmen. Das Überarbeiten solle man nicht immer von Anfang bis Ende durchführen, sondern auch mal in der Mitte oder beim letzten Abschnitt beginnen, ähnlich wie beim Üben eines Musikstücks.
Zitieren: Einheitlichkeit und Sorgfalt
Nina schildert, dass Zitierfehler häufig nicht aus böser Absicht, sondern aus Unwissenheit entstehen. Als studentisches Mitglied im Prüfungsausschuss habe sie erlebt, dass Studierende versehentlich plagiierten, weil sie den Unterschied zwischen direkten und indirekten Zitaten nicht sicher beherrschten. Typische Fehler seien: uneinheitliche Zitierstile innerhalb einer Arbeit (mal Fußnoten, mal Textzitate), das Nichtkenntlichmachen von Sekundärzitaten und Selbstplagiate durch Copy-Paste aus eigenen früheren Hausarbeiten. Auch die unbewusste Übernahme von Aufbau und Struktur anderer Arbeiten könne als Plagiat gewertet werden. Prüfer merken das immer.
Bei der Wahl des Zitiersystems solle man das nehmen, was einem am leichtesten falle, oder sich an den Veröffentlichungen des betreuenden Dozenten orientieren. Christian ergänzt, er sei ein Verfechter von Fußnoten geworden, allerdings nur für reine Quellennachweise ohne zusätzlichen Text. Fußnoten zur Selbstkommentierung seien für den Leser sehr anstrengend und sollten vermieden werden. Grundsätzlich gelte: nicht mischen.
Überarbeitung: Zeitformen, Stil und Verständlichkeit
Nadine nennt als häufige Fehler die Verwendung falscher Zeitformen (wissenschaftliche Texte werden grundsätzlich in der Gegenwart geschrieben), den übermäßigen Gebrauch des Wortes man und zu lange, verschachtelte Sätze. Die Verständlichkeit sei ein zentrales Qualitätskriterium: Es geht darum, dass der Leser von Anfang bis Ende mitgenommen wird und versteht, was ihr da schreibt. Kurze Sätze seien dabei hilfreicher als komplexe Konstruktionen, auch wenn das in der Wissenschaft lange anders gehandhabt worden sei.
Christian empfiehlt, den eigenen Text laut vorzulesen, um verschachtelte Passagen zu entlarven. Er beschreibt seine Überarbeitungsroutine: erst Rechtschreibung und Grammatik, dann Stil, dann eine letzte Runde mit lautem Vorlesen. Typische Probleme seien auch Substantivierungsstil, Wortwiederholungen und zu viele passive Formulierungen. Wissenschaftliches Schreiben dürfe durchaus etwas bildlich sein, solange es klar bleibe.
Formatierung: Word-Basics als unterschätztes Fundament
Nadine warnt ausdrücklich davor, mit vorgefertigten Word-Vorlagen zu arbeiten, deren Formatierung man nicht versteht. Als Gutachterin sehe sie sofort, ob jemand mit automatischen Inhaltsverzeichnissen arbeite oder ob das Literaturverzeichnis manuell mit der Punktetaste erstellt worden sei. Manuelle Verzeichnisse machten unnötig Arbeit und seien fehleranfällig. Es kostet dreimal mehr Zeit, als sich einmal hinzusetzen und zu gucken, wie erstelle ich ein Inhaltsverzeichnis.
Christian ergänzt, dass die Basics von Word nicht schwer zu erlernen seien: Formatvorlagen, Tabstopps, automatische Verzeichnisse und Absatzabstände. Wer die Arbeit nach den Hochschulvorgaben formatiere, gewinne oft automatisch an Seitenumfang. Formatierung sei Dienst am Leser: eine gewohnte Schriftart wie Times oder Arial, saubere Abstände und keine exotischen Schriftarten.
Abgabe und Nachbereitung
Die letzte Phase umfasse ein sprachliches Lektorat (Rechtschreibung, Zeichensetzung, Stil, Formatierung), einen Plagiatcheck und eine Gesamtabnahme, bei der ein Coach die Arbeit nochmals im Gesamtkontext prüfe. Man solle frühzeitig Kontakt mit einer Druckerei aufnehmen, da der Druck selbst meist nur wenige Stunden dauere, die Vorbereitung aber Klärung erfordere.
Silvio Gerlach warnt davor, die fertige Arbeit fünf Tage vor Abgabe drei Freunden zum Lesen zu geben. Diese kämen dann 48 Stunden vor dem Termin mit einer langen Änderungsliste zurück, was enormen Stress verursache. Wenn man Feedback wolle, solle man es kapitelweise und frühzeitig einholen. Auch warnt er vor der Umschreibfalle: Wer nicht von Anfang an durchplant, habe am Ende Erkenntnisse, die mit dem Anfang kollidieren, und schreibe alles um.
Zur Nachbereitung gehöre die Vorbereitung auf die Verteidigung. Man solle nach der Abgabe nicht mehr nach Fehlern in der eigenen Arbeit suchen, da sich immer noch Kleinigkeiten finden ließen. Irgendwas ist immer, selbst in publizierten Büchern. Statt in Perfektionismus zu verfallen, solle man den Blick nach vorne richten und sich auf die Präsentation konzentrieren.

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