Vom KFZ-Mechatroniker zum Gründer – ohne Abitur an die Hochschule | Davide Amato
Shownotes
Ohne Abitur, aber mit klarem Ziel: Davide Amato ist gelernter KFZ-Mechatroniker, arbeitete sich in der Automobilentwicklung bis zum Project Engineering Lead hoch – und stieß dann an eine Decke, an der es ohne Studium nicht weiterging. Also schrieb er sich berufsbegleitend für Wirtschaftsingenieurwesen an der TH Aschaffenburg ein und gründete mitten im Studium sein eigenes Unternehmen. Im Gespräch mit Christian erzählt er, wie dieser Weg wirklich lief – ehrlich, ohne Erfolgsgeschichten-Politur.
Es geht um die Fragen, die sich viele in der fernstudi.net-Community stellen: Wie kommt man ohne Abitur an die Hochschule und durchs Studium? Wie gründet man neben Job und Vorlesungen, ohne sich zu verzetteln? Davide und Christian sprechen über den Werdegang und den Sprung an die Uni, über Geschäftsidee, Businessplan und die Wahl der Rechtsform, über Selbstmarketing zwischen LinkedIn und Instagram, den Einsatz von KI in Studium und Beruf – und darüber, wie man Prioritäten setzt, wenn Studium, Beruf und eigene Firma gleichzeitig laufen.
Inhalt:
Intro: Job, Studium & eigene Firma – alles gleichzeitig?
Davide über seine Ausbildung & den Aufstieg in der Automobilentwicklung
Davide über den Weg an die Hochschule – studieren ohne Abitur
Davide über das Studienmodell: Blended Learning statt reinem Fernstudium
Davide über den Schritt in die Selbstständigkeit im Studium
Christian über seinen eigenen Gründungsstart vor fast 20 Jahren
Davide über Marktanalyse, Businessplan & das Venture Lab der TH
Davide & Christian über Strategie, IHK & BWL-Basics (blauäugig vs. geplant)
Davide über „Wissen sofort anwenden" & den Sprung in die Vollzeit-Selbstständigkeit
Davide über die Wahl der Rechtsform (Einzelunternehmen, GmbH, Holding)
Davide & Christian über Marketing & Selbstmarketing (LinkedIn vs. Instagram)
Christian über seine ersten Marketing-Schritte (Word-Vorlage & Aufmerksamkeit)
Davide über Selbstorganisation & Lernstrategie
Davide über KI im Studium und an der TH Aschaffenburg
Ausblick & Davides Tipp zum Schluss
Davide über seine Suche nach Pilotprojekt-Partnern (intelligente Sensorik)
Davide & Christian über die Verteidigung und die Sache mit der Note
Davide im Internet:
➡️ Website: https://verwave.com
➡️ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/davide-amato-610144204
Im Podcast erwähnt:
👉 Alle Infos zum berufsbegleitenden Studium an der TH Aschaffenburg: https://www.fernstudi.net/fernhochschulen/technische-hochschule-aschaffenburg
👉 Alles zum Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen an der TH Aschaffenburg: https://www.fernstudi.net/fernstudium/ingenieurwissenschaften/wirtschaftsingenieurwesen/18648
👉 Dokumentvorlage für wissenschaftliche Arbeiten: https://www.fernstudi.net/tutorials/vorlage
Transkript
Christian: Ja, Davide, dann herzlich willkommen hier im Podcast, das ist bei uns jetzt der allererste Podcast seit längerer, längerer, ich fang nochmal an. Ja, Davide, dann herzlich bei, ja, Davide, dann herzlich willkommen in diesem Podcast, das ist übrigens der erste Podcast seit ungefähr drei Monaten, bist du jetzt der erste Gast. Ich bin ein bisschen aufgeregt, ich habe schon, wie gesagt, seit drei Monaten keinen Podcast mehr aufgenommen und freue mich aber total, dass du dich bereit erklärt hast, jetzt mit mir hier über dich, über dein Studium, über dein Business zu reden, wie du das alles unter einen Hut bekommst. Vielleicht stellst du dich selber einfach erstmal ganz kurz vor.
Davide: Ja, Christian, danke erstmal, dass ich hier sein durfte. Also auch wenn es nach drei Monaten der erste Podcast ist, ich hoffe, der wird gut, ich kann nichts versprechen. Ich probiere mein Bestes auf jeden Fall, zu mir wird immer gesagt, klar, bei einem kann ich, mal gucken, ob wir es heute beweisen können. Ja, also ich bin Davide Amato, komme aus Aschaffenburg oder wohne hier in Aschaffenburg und der Grund, warum wir hier zusammen sind, also ich habe nebenberuflich noch Wirtschaftsingenieurwesen studiert und baue gerade selber an einem Start-up oder habe selber auch in der Zeit gegründet ein Einzelunternehmen und das ist, glaube ich, das Hauptthema, warum ich hier bin.
Christian: Ach, deswegen studierst du auch in der TH Aschaffenburg, das wäre dann eine Frage gewesen, wäre es im Verlauf ein bisschen gekommen, aber ich verstehe ja, okay, die ist direkt bei dir in der Stadt.
Davide: Ja, genau, obwohl es war Zufall, es hat ganz gut gepasst der Studiengang. Ich habe da nicht lange geguckt, aber vielleicht kommen wir dann später nochmal dazu, wie das entstanden ist, ja.
Christian: Okay, genau, da gehen wir dann nochmal im Detail drauf ein. Lass uns erstmal so ein bisschen deinen Werdegang aufkrempeln. Also ich habe dich jetzt im Intro schon ganz frech, sage ich mal, als Macher angekündigt, weil das so ein bisschen mein Eindruck war durch das Vorgespräch, dass du wirklich, du hast zwar gerade gesagt, du redest viel so, aber du hast aber wirklich ganz viel zu tun und machst ganz viel und bist ja wirklich auch gerade mit deinem Start-up sozusagen beschäftigt, auch gedanklich. Aber lass uns erstmal so ein bisschen aufdröseln, wie du da überhaupt hingekommen bist. Zum einen, wie du an die Hochschule gekommen bist, wie es dazu kam und zum anderen, wie es dann dazu kam, dass du auch letztendlich im Studium gegründet hast. Ich fange mal ganz gerne, wenn es um die Bildungsgeschichte geht, beim Urschleim an. Vielleicht können wir das kurz halten. Sag uns einfach mal ganz kurz, wie deine Schulzeit für dich war.
Davide: Ja, also Schulzeit, Anfang, ich war in der Realschule, war kein besonders fleißiger Schüler, kein besonders guter Schüler. Ich habe das eigentlich immer gemacht, was mir Spaß gemacht hat. Da war ich gut drin, musste aber nicht viel lernen, dafür zum Glück, sonst wäre das wahrscheinlich noch schlimmer ausgegangen. Aber ich bin dann so mit Ach und Krach irgendwie durch meine mittlere Reife gekommen, ohne jetzt ganz, ganz geglänzt zu haben und musste dann irgendwie eine Ausbildung finden, weil ich gesagt habe, okay, wiederholen will ich nicht und so weiter und bin dann über meinen Vater, der viermal als Kfz-Karosseriebauer arbeitet, hat er mir dann eine Ausbildungsstelle als Kfz-Mechatroniker noch so geholfen zu bekommen. Und das war eigentlich purer Zufall, dass ich dann eine Ausbildung nach der Schule gemacht habe. So hat das angefangen.
Christian: Okay, wichtige Info, auch für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer. Das ist kein Abitur, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe. Du studierst letztendlich auch ohne Abitur, wie ganz viele aus unserer Community. Vielleicht können wir da später auch nochmal darüber reden, ob es da Schwerpunkte gibt oder ob das letztendlich auch einfach sozusagen für dich war und ohne große Probleme jetzt verbunden ist. Also erst mal eine Ausbildung gemacht und auch nicht überlegt, dann nochmal Abitur zu machen oder nachzuholen.
Davide: Mein Bruder hat es gemacht und deswegen, nee, ich hatte dann keinen Bock. Mir hat die Arbeit dann so viel Spaß gemacht. Also mir hat es dann gezeigt, was mir Spaß macht, weil Schule hat mir nicht wirklich Spaß gemacht, außer ein paar Fächer muss man wirklich sagen. Und mir hat das dann wirklich Spaß gemacht, was ich gemacht habe. Ausbildung Kfz-Mechatroniker hat sehr viel gemacht und dann war das eigentlich für mich nicht mehr präsent. Auch aufgrund dessen, weil ich nach der Ausbildung direkt die Chance hatte, in die Automobilentwicklung zu gehen, was eigentlich auch ungewöhnlich ist. Als frisch ausgelernter Kfzler direkt in die Entwicklung rein, das war für Fahrerassistenzsysteme. Damals war das noch so Top View oder Surround View, Rückfahrkameras in dem Bereich. Und da habe ich dann halt gelernt, Prototypen aufzubauen und bin dann eher in die Praxis reingerutscht. Deswegen war das Abitur an sich nicht mehr so interessant. Ich habe dann in der Zeit meinen Techniker sogar angefangen. Eigentlich ganz spannend. Und habe den aber dann auch nicht weiter verfolgt, weil ich wieder ein anderes Jobangebot hatte und bin dann nach Linder gegangen. Also es war nie so das Thema, dann noch ein Abitur nachzuholen.
Christian: Achso, du meinst wahrscheinlich den staatlich geprüften Techniker. Hast du überlegt, das berufsbegleitend nochmal zu machen?
Davide: Ich habe das gemacht, ich glaube ein Jahr lang. Aber dann hatte ich so ein gutes Jobangebot und nach Lindau zu gehen, am Bodensee. Also ich war nochmal ein paar Jahre weg. Ich wollte ihn da weitermachen, aber es hat sich dann auch nicht mehr gelohnt, das zu machen. Ich war dann dort und habe dann an der Praxis auch vieles gelernt. Dadurch, dass man auch viel mit Ingenieuren zusammenarbeitet. Ich hatte da auch gute Leute, die ich fragen konnte. Deswegen, reden hilft da schon. Ich habe halt viele Fragen gestellt und habe dadurch Dinge gelernt. Vielleicht wie andere das im Techniker oder im Studium gemacht haben. Gerade die technischen Teile.
Christian: Und wie kam es dann zum Studium? Wie ist dann der Weg an die TH Aschaffenburg verlaufen?
Davide: Ich bin dann wieder zurückgekommen. Aus privaten Gründen. Ich bin hier wieder in die vorgängige Firma, wo ich vorher war. Ich bin da vom Testingenieur. Ich habe da das Testing betreut für ein neueres Radarsystem. Und bin dann dort aufgestiegen zum PEL, also Project Engineering Lead. Ich habe global für eine Firma die Kundendemonstrationen betreut. Und die Technologie. Ich habe mich darum gekümmert, dass sie ins Fahrzeug kommen. Also Dinge aus der Theorie oder was theoretisch bestanden hat. Teilweise noch nicht. Dann die Praxis den Kunden gezeigt. Und dann wurde mir irgendwann mal eine Stelle angeboten. Ich hatte da mit jemandem Kontakt, der für eine gewisse Stelle auf einer gewissen Ebene in der Firma gesagt hat, da hätte er mich gerne. Mit dem hatte ich auch viel schon zusammengearbeitet. Und dann hat leider die Firma gesagt, dass diese Ebene, das war dann schon relativ weit oben, eigentlich nur besetzt ist mit einem Titel oder einem Bachelor oder einem Master oder sonst irgendwas. Ich kann es nicht bedenken, weil das irgendwie auch was in großen Firmen oft mit Gleichstellung zu tun hat. Und zu sagen, warum hat der das jetzt bekommen und ich nicht. Das ist in großen Firmen, glaube ich, noch mal ein bisschen anders als in kleinen Firmen. Und dann habe ich gedacht, mir wurde das schon vorher gesagt. Wahrscheinlich ist irgendwo mal die Grenze. Meiner Meinung nach bin ich schon relativ weit gekommen für ohne ein Studium. Ich glaube, das ist auch nicht so üblich. Und dann habe ich gesagt, ja, was machst du jetzt? Und dann habe ich gesagt, dann studiere ich halt so nebenbei. Und dann habe ich im Internet geschaut, was die TH anbietet. Und die hat halt zufälligerweise Wirtschaftsingenieurwesen angeboten. Weil von der Technik habe ich schon viel gelernt gehabt. Ich würde sagen, man muss immer sagen, man hat schon viel gelernt. Man kommt auch viel in der Technik und so weiter. Ich komme ja daraus, kann man sich auch viel praktisch beibringen. Und dann hatte ich einfach gesagt, ich bin ja mehr in Richtung Management, Project Management, Budgetplanung und so weiter gegangen. Das ist so ein Mixstudium, das für mich eigentlich am interessantesten ist. Die Mischung aus Wirtschaftsingenieurwesen, die Wirtschaft aus dem Kaufmännischen, was damals noch nicht so stark ausgeprägt war, und dem Technischen, dass man das noch irgendwie mitnimmt. Und das auch miteinander vereint. Und dann habe ich geguckt, das war Anfang des Jahres oder so, ich weiß es gar nicht, das war im Mai, Juni. Und dann habe ich geguckt und dann habe ich mich einfach eingeschrieben. Ich habe so ein Vorgespräch gemacht, weil wenn man kein Abitur hat, das steht eigentlich alles auch relativ gut auf der Homepage, dann muss man ein Vorgespräch machen. Dann hat man so eine Probezeit auch. Ich habe dieses Vorgespräch gemacht und habe es gleich probiert. Und ja, der Mathe-Vorkurs war schon rum. Und dann bin ich auch ohne Abitur, zum Glück hatte ich Mathe ohne Abitur, ohne Mathe-Vorkurs. Ich habe jahrelang auch nicht wirklich Mathe angewandt, in dem Sinne, wie man es an der Hochschule macht. Da war ich dann im September, vor vier Jahren jetzt. So ist es gekommen. Also ich habe gar nicht groß gesucht nach verschiedenen Studiengängen, weil es einfach saugut gepasst hat und einfach um die Ecke war.
Christian: Okay, das passt ja schon so ein bisschen zu meiner Macher-These, sage ich mal, wirklich ohne Abitur, ohne vorher ein Studium absolviert zu haben, mit der Ausbildung ist es trotzdem beruflich ziemlich weit geschafft, ziemlich weit gekommen.
Davide: Ich bin da so an diese Decke irgendwie gestoßen, dass es nicht so richtig weitergeht ohne ein Studium.
Christian: Das ist auch das erste Mal eigentlich, dass ich das hier in einem Podcast oder auch so aus der Community höre, dass sie tatsächlich auch dieses Studium machen oder machen wollen, weil sie sonst nicht so richtig beruflich weiterkommen. Und die Hochschule hast du gesagt, letztendlich, weil die bei dir vor der Haustür ist, weil das super interessant war, der Studiengang für dich. Da war jetzt auch nicht in der Überlegung, ein reines Online-Studium zum Beispiel zu machen. Da gibt es ja auch einen Haufen Hochschulen, die sowas anbieten.
Davide: Ja, ich fand das System halt auch gut, weil ich ein Typ bin, der über Fragen lernt. Wenn man ja schon am Anfang, was ich erzählt habe, dieses mit Ingenieure an der Praxis Fragen. Und die haben das System, dass man, Blended Learning heißt das, glaube ich, dass man einen Teil in der Hochschule verbringt. Also das sind zwei Tage im Monat, wo man zweimal acht Stunden vollbringt. Dann wirklich mit dem Professor auch mal gehen kann. Das sind kleine Gruppen, man kann viele Fragen stellen. Das hat genau meinen Stil. Aber zusätzlich, dadurch, dass ich zu dem Zeitpunkt noch beruflich sehr, sehr viel auf Reisen war, musste ich nicht wie beim Techniker jeden Abend irgendwo auftauchen. Und dann war das halt ideal, weil ich konnte die Theorie mir daheim aneignen, weil ich Zeit hatte oder halt auch nicht vor der Vorlesung. Aber ich konnte mir das besser einteilen. Ich konnte dann teilweise im Flieger lernen oder im Hotel oder sonst irgendwas. Und hatte aber auch immer noch den Punkt zu sagen, da ist Vorlesung, da muss ich da sein. Das gibt einem meiner Meinung nach, also für mich hat es immer so ein bisschen Struktur gegeben, zu sagen, ich muss da jetzt dranbleiben, man trifft die Leute. Dann sagt man schon mal, warum macht man das überhaupt? Aber man hat diesen persönlichen Kontakt, geht zusammen weg. Das fand ich eigentlich auch im Nachhinein, war das mir zu dem Zeitpunkt, wo ich es ausgewählt habe, gar nicht zu benutzen, aber im Nachhinein Glück gehabt.
Christian: Ja, das Gute ist ja auch, dass das eben direkt vor Ort ist. Bei uns gibt es hier vor Ort die Hochschule Schmalkalden, die ist ungefähr so eine Dreiviertelstunde Abfahrt. Von dort weg, wo ich bin, ist auch relativ bekannt für so Wirtschaftsingenieurwesen, solche Studiengänge in die Richtung. Und da kann man auch berufsbegleitend oder so ein berufsbegleitendes Fernstudio machen. Aber da hat man dann eben, wenn man da einmal im Semester hin muss, doch noch so ein bisschen Anreise, wenn man jetzt weiter weg lebt. Muss da, weiß ich nicht, ein Hotel oder sich da irgendeine Unterkunft suchen, eine Pension. Aber wenn das wirklich so wie bei dir ist, dass das direkt ist, dass du einfach hinlaufen musst eigentlich, das ist wirklich perfekt für so ein berufsbegleitendes Studium.
Davide: Ja, viele sind auch von außerhalb gekommen, sind dann angereist, waren im Hotel. Den hat mir dann auch Abend in Aschaffenburg gezeigt. Dadurch, dass es immer nur so zwei Tage war, ist es dann auch relativ überschaubar gewesen.
Christian: So, jetzt hast du dich im Studium im Prinzip selbstständig gemacht oder angefangen, an deinem Start-up zu arbeiten und zu bauen. Lass uns doch da mal ein bisschen darüber reden. Was ich eben noch so gedacht habe, als du dich vorgestellt hast, also ich bin hier in Eisenach, direkt hinter mir eigentlich, also hinter diesem Büro ist ein riesiges Opel-Werk. Eisenach ist oder war eigentlich mal bekannt für die Automobilproduktion zu DDR-Zeiten schon. Jetzt gibt es hier noch Opel, wirklich einen der größten Arbeitgeber hier in der Region. Und trotzdem haben die alle zu kämpfen eigentlich mittlerweile. Autohäuser gehen ein, verkaufen nicht mehr so viele Autos. Opel funktioniert natürlich noch, aber ich sehe eigentlich auch wenig Leute, die Opel fahren oder Opel kaufen. War das nicht irgendwie auch ein Bedenken für dich sozusagen, als du angefangen hast, dich da selbstständig in dem Bereich zu machen, was wirtschaftlich gerade gar nicht so einfach ist?
Davide: Ja, ich habe darüber nachgedacht, weil ich es langfristig sehe, glaube ich. Ich hatte ja noch mal einen Zwischenstep, wo ich dann von der Firma weg bin. Da hat es mit Anteilen und so weiter mehr in der Geschäftsführung gewesen. Das hat aber nicht geklappt. Da sind wir dann zusammengekommen und dann ging es darum zu sagen, ja, ich will das mal für jemand anderes erarbeiten. Ich will es mal selber probieren. Und dann habe ich mich angefangen, also erst mal mit dem Einzelunternehmen selbstständig zu machen, Dienstleistungen, und dann halt jetzt mehr in Richtung Start-up zu gehen. Weil das war eigentlich schon immer ein Wunsch von mir, ein Produkt zu machen. Und das ist eigentlich für mich so ein größeres Ziel gewesen. Wo ich jetzt nicht mehr denke, ja, ist das jetzt in einem Jahr, ist die Wirtschaft schlechter oder besser? Ich bin auch immer der Meinung, wenn man eine schlechte wirtschaftliche Lage hat, kann man vielleicht auch mit einem Produkt, wo man etwas neu löst, wo man etwas günstiger löst, sogar mehr Erfolg haben. Das weiß man ja nicht. Deswegen war eigentlich so die wirtschaftliche Lage nicht so relevant für meine Zielgruppenauswahl. Vielleicht ein bisschen mehr. Aber das hat auch mit technischen Hintergründen zu tun. Also da spielt ja vieles zusammen. Aber nein, es war eigentlich eher so, der Wunsch, etwas Eigenes zu machen. Und vielleicht auch, weil man meckert immer, wenn man in einer großen Firma ist oder wenn man in einer Firma ist und sagt, was treffen die für Entscheidungen oder sonst irgendwas. Den Wunsch zu zeigen, es besser zu machen. Teilweise denke ich, kann man es. Teilweise versteht man jetzt manche Entscheidung. Also das ist ganz spannend gewesen. Die Sache war cool. Die hat mich interessiert. Warum nicht?
Christian: So ging es mir auch. Ich habe mich vor fast 20 Jahren, müsste das jetzt sein, selbstständig gemacht. Auch im Studium letztendlich. Ich habe das Studium deswegen dann auch nie abgebrochen, weil ich relativ schnell so gut Geld verdient habe, dass ich auf jeden Fall mehr hatte als meine ganzen Freunde um mich herum, die auch alle noch so auf so einem studentischen Niveau gelebt haben. Gearbeitet habe ich jetzt nicht wie du. Außer jetzt so Studentenjobs und sowas nach nebenher. Und dann war das mit dem Studium auch irgendwann egal. Aber bei mir war die Motivation auch so ähnlich. Ich habe wirklich ein längeres Praktikum gemacht zu der Zeit in einem Verlag und dachte auch so, A, das kann ich besser. B, ich kann das, was ich dort jetzt auch im Verlag machen soll. Warum biete ich das Ganze nicht selbstständig auch als Dienstleistung an? Und C, ich hatte auch irgendwie keine Lust, sozusagen dann dort in diesem Büro so zu versauern, immer darauf zu warten, dass mir irgendjemand jetzt sagt, was ich tun soll oder wenn ich was tun soll. Dann zu denken, ach, ich sehe das eigentlich ganz anders und dann muss ich es trotzdem machen. Oder habe es ganz häufig auch anders gemacht, als der Chef das jetzt von mir wollte. Das war noch der Geschäftsführer von dem Laden. Und dann muss ich mir auch sagen lassen, ich bin ein bisschen eigensinnig mit dem, was ich da so mache. Der wollte mich dann auch nicht übernehmen. Das habe ich dann auch mal versucht. Dann war klar, okay, ich mache das einfach selber. Dann habe ich mich da aus Langeweile letztendlich auch dort angefangen, selbstständig zu machen, indem ich da erst meine eigene Webseite gebaut habe, erst mal Teilzeit, Arbeitszeit. Und so ging das bei mir dann auch los. Das war dann wirklich bis heute, wo ich eine kleine Firma sozusagen habe. Aber eigentlich bin ich immer noch auf eine Art selbstständig. Ich mache hier eigentlich alles. Ich habe zwei Kollegen, die in Teilzeit arbeiten. Trotzdem war es ein sehr, sehr langer Weg bis dahin, auch mit ganz, ganz vielen Learnings. Ja, du hast gesagt, der Markt. Also das war für dich jetzt erst mal nicht so wichtig. Aber mein Tipp trotzdem, guckt euch, wenn ihr euch selbstständig machen wollt, guckt euch den Markt an. Guckt euch an, was gibt es für Unternehmen? Wie ist die wirtschaftliche Lage im Allgemeinen? Was gibt es für Wettbewerb sozusagen, auch von dem ich lernen kann? Vielleicht sowas würde ich mir definitiv alles angucken. Man muss ja nicht gleich einen Businessplan schreiben. Unbedingt. Kann aber auch helfen. Hast du das gemacht?
Davide: Ja. Jetzt aufgrund meiner Bachelorarbeit habe ich auf jeden Fall den Markt analysiert. Ich konnte zum Glück an der TH Aschaffenburg, die haben noch ein Venture Lab, das quasi dafür da ist, Unternehmen in der Gründung zu unterstützen, was auch super cool ist, weil das wirklich geholfen hat, über was für Zuschüsse gibt es, was für Stipendien oder sonst irgendwas gibt es. Wir beraten die einen, die anderen beraten die anderen. Aufgrund dessen lernt man natürlich. Es gibt Vorlesungen, wo man sowas lernt und sein Businessmodell ausarbeiten kann. Für die Bachelorarbeit habe ich teilweise den Markt analysiert. Das war ein Teil der Bachelorarbeit. Dadurch wusste ich, was die Konkurrenz macht. Ich komme auch in dem Sektor, wo ich hin bin, aus dem Bereich, wo ich den Markt schon vorher kannte. Da habe ich dann auch den Markt schon vorher. In Sensorik kenne ich mich sowieso aus. Ich muss mich schon in meinem Markt auskennen. Es ist nicht so, dass ich irgendwas entwickeln kann, ohne dass ich es jemals angewendet habe oder ohne dass ich weiß, wo ich hin will. Das ist sehr wichtig. Was ich gelernt habe, während der Bachelorarbeit, der Markt ist riesig. Das in der Nische runterzubrechen, kann das Produkt am meisten bewirken. Da kann ich es am einfachsten verkaufen. Da bringe ich am meisten Mehrwert für jemanden. Das war eigentlich die Ausarbeitung, die ich über die Bachelorarbeit und die Befassung im Markt und zu sagen, was gibt es schon, was gibt es noch nicht, welche Probleme sind schon gelöst, welche kann ich besser lösen, sehr wichtig ist, um eine Markteinführungsstrategie zu finden. Später werden wir natürlich mehr bespielen. Ob wir das richtig machen, wissen wir auch erst, wenn wir etwas verkauft haben. Vielleicht ist es auch die falsche Strategie. Aber meiner Meinung nach, wenn man zu breit streut und alles versucht und nicht weiß, wo man hin will, wenn man nicht weiß, wen man ansprechen will, man weiß es ja selber, dann funktioniert es nicht. Den Kunden interessiert das Produkt nicht. Den Kunden interessiert, was kann ich einsparen. Und nicht, ich habe hier ein tolles Produkt oder ich habe hier einen tollen Podcast, wie es bei dir ist, sondern eher, was kann ich aus diesem Podcast ziehen.
Christian: Du hast schon gesagt, es gibt verschiedene Strategien, um da heranzugehen. Die lernt man auch ein bisschen in einer betriebswirtschaftlichen Vorlesung. Der kauft sich vielleicht einfach mal ein Buch am Anfang. So eine Einführung in die Betriebswirtschaft. Nischenstrategie ist eine Möglichkeit. Mit einer Preisstrategie schiebe ich ganz viele Selbstständige ein. Einfach irgendwas viel günstiger anzubieten als andere. Das geht am Anfang auch sehr gut, wenn man sich gerade selbstständig macht, vielleicht hat man eine Förderung bekommen und hat noch gar nicht so hohe Ansprüche an den eigenen Verdienst. Das ist mein Tipp, zumindest mein Rat. Das ist eine schwierige Strategie, würde ich sagen. Da muss man wirklich überlegen, ob man das jetzt so einsteigt, dass man versucht, auf mittlere Frist da rauszukommen. Wenn man einmal angefangen hat, bei mir war das zum Beispiel Lektorat, ich habe angefangen, Abschlussarbeiten zu korrigieren, relativ günstig, lange, und es ist dann einfach schwierig, die Preise zu erhöhen im Kopf. Hattest du dann auch von Anfang an eine Strategie gemacht, wo du hin willst mit deiner Firma? Oder warst du eher blauäugig unterwegs? Gar nicht, ich war absolut blauäugig unterwegs. Das ist auch ein ganz großer Tipp. Du hast das schon richtig gemacht. In Venture Lab hast du gesagt, du hast dir einfach Profis mit rangeholt, du hast die Vorlesungen auch im Studium gelernt. Ich habe Philosophie und Geschichte studiert, das hat gar nichts mit BWL auf den ersten Blick zu tun. Ich habe mir nirgendwo Hilfe geholt. Zum Beispiel kann man sich sehr gut bei einer IHK in seiner Nähe Hilfe holen. Da gibt es kostenlose Veranstaltungen für Gründer. Da gibt es kostenlose Gründungsberatung. Das habe ich dann alles erst später gemacht, aber nicht in dem Moment. Das ist mir später auch alles um die Ohren geflogen. Das geht los, wenn man nicht richtig weiß, wie man eine Steuererklärung ordentlich macht. Oder so eine einfache Einnahmenüberschussrechnung, dann wird es echt schwierig. Das geht vielleicht mal ein, zwei Jahre gut, aber das muss man alles machen und möglichst auch auslagern an den Steuerberater. Das machen aber, glaube ich, die wenigsten am Anfang. Aber super wichtig, sich damit erstmal zu beschäftigen mit diesen ganzen betriebswirtschaftlichen Basics. Ich habe das gemacht und ich hoffe, dass wir hier Menschen heute, die hier zuhören und überlegen, das zu machen, das zu inspirieren oder motivieren können, das auch zu machen.
Davide: Ja, das ist schon wichtig. Ich war ja sehr ingenieurslastig, viel an der Technik gearbeitet. Einerseits über das Studium, man muss Geld verdienen. Wie kann man Geld verdienen? Wie finde ich die richtige Balance zwischen Technik und dass ich trotzdem wirtschaftlich sein kann? Da gehört so viel mehr dazu, was man, wenn man aus der Technik kommt, gar nicht so betrachtet. Und dahinter einerseits das Studium. Natürlich auch machen. Aber was beim Studium gut ist, wenn man es berufsbegleitend macht, das war für mich das größte Learning, dass ich es gleich anwende. Dann ist es nicht auswendig gelernt und danach brauchst du es nicht mehr. Du kannst aus dem Studium rauskommen, nichts mehr wissen und das bringt dir dann auch nichts. Das war schon ideal dadurch.
Christian: In welchen Studien warst du tatsächlich, als das bei dir losging? Als die ersten Ideen und Vorstellungen kamen?
Davide: Das mache ich jetzt. Die ersten Ideen und Vorstellungen? Ja, ich war ja noch angestellt. Aber seit einem Jahr mache ich jetzt nichts anderes als Selbstständigkeit und jetzt Start-up. Deswegen habe ich eigentlich alle Phasen mitgemacht. Beruf, beruflichen Wechsel im Studium und jetzt die Selbstständigkeit. Seit einem Jahr mache ich selbstständig und studiere und habe die Bachelorarbeit zu der Selbstständigkeit geschrieben. Das konnte ich super. Ich habe über mein Produkt oder mein erstes Produkt, meine Idee generell meine Bachelorarbeit geschrieben. Deswegen konnte ich da auch Dinge kombinieren, was im Studiengang oft bei den Praxisarbeiten der Fall war. Nur, dass ich das nicht für die Firma gemacht habe, sondern für meine Firma. Und über das Venture Lab dann betreut wurde. Das war eigentlich super gut.
Christian: Und dann gab es auch einen Punkt, an dem du gesagt hast, jetzt gebe ich die Berufstätigkeit, also die normale Angestellten-Tätigkeit komplett auf.
Davide: Ja. Da waren mehrere Gründe. Es hat einerseits nicht so geklappt mit der zweiten Firma oder mit der Firma, wo ich einfach die Vorstellungen auseinandergegangen sind, so drüben es aus, dann natürlich auch eine wirtschaftliche schwierige Lage gewesen ist. Und dann war die Entscheidung eigentlich, zu sagen, jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Und kam dann auch die Überlegung dazu, was wähle ich jetzt für eine Rechtsform?
Christian: Bei mir war das zum Beispiel so, ich habe mir dann einfach eine Steuernummer beantragt. Dann geht man einfach zum Finanzamt, füllt da irgendeinen Schein aus oder macht das von zu Hause und schickt es ab. Und dann bekommt man erstmal eine Steuernummer, wenn man keine hat. Und damit kann man dann auch Steuererklärungen machen und abgeben. Das reicht im Prinzip erstmal für so eine ganz einfache Selbstständigkeit. War das bei dir auch so? Oder hast du von Anfang an auch überlegt, ich möchte eine Kapitalgesellschaft zum Beispiel gründen, sowas wie eine GmbH?
Davide: Für das Einzelunternehmen hatte ich schon eine Aktion gehabt, wo ich jetzt für im Bereich Dienstleistungen usw. Aber da war eigentlich so die Abwägung, zu sagen, ich führe es als Einzelunternehmen, weil es aktuell sich nicht lohnt, da groß GmbH-Aufwand usw. drumherum zu bauen. Für jetzt das Start-up, dadurch, dass man halt auch noch andere Mitgründer mit reinnimmt usw., geht die Überlegung schon tiefer. Und zu sagen, okay, einerseits, wenn ich Rechtsform wähle, nicht, um aus der Haftung teilweise raus zu sein, obwohl das auch so ein Thema ist, wenn man fahrlässig handelt usw. Auch haftet, wahrscheinlich muss man auch um Kredite haften, also ganz drumherum kommt man auch nicht, meiner Meinung nach. Aber auch Aspekte langfristig zu denken, zu sagen, okay, wo will ich mit der Firma hin? Will ich sie irgendwann mal verkaufen, vielleicht? Oder will ich noch in andere Firmen investieren? Und daraus zu sagen, okay, ich schaue mir an, was sind Holdingsstrukturen, packe ich noch eine Holding drüber usw. Das hat dann wieder steuerliche Vorteile und kann dann leichter reinvestieren in andere Dinge oder wenn ich meine Firma verkaufe, das Geld reinvestieren. Also meiner Meinung nach ist das sehr, sehr wichtig, zu sagen, wie mache ich es? Einerseits wegen der Haftung, wegen dem Tagesgeschäft, wie man halt auch anerkannt wird in anderen Firmen. Gefühlt ist der GmbH immer noch teilweise besser anerkannt wie ein Einzelunternehmen, was eigentlich Schwachsinn ist, aber ja, da sollte man sich schon Gedanken drüber machen. Wir haben einen groben Plan, oder ich habe einen groben Plan, wie ich das generell strukturieren will und dann muss man natürlich noch mit Steuerberater usw. in die Details gehen. Das lernt man im Studium auch, welche Rechtsformen man hat. Man kann sich nicht immer komplett beraten lassen, weil dann hat man am Anfang so hohe Kosten und am Ende kommt nichts dabei rum. Man muss ja immer die richtige Balance finden und sich selber auch informieren, weil es günstiger ist, wie es gerade in KI-Zeit günstiger ist, wie ich mir jedes Mal einen Anwalt hole, aber es ist schon wichtig zu sehen, wie strukturiert ist, auch langfristig.
Christian: Das ist für die meisten wahrscheinlich am Anfang gar nicht so wichtig. Auch ein GmbH jetzt nicht unbedingt, wenn man nicht direkt schon im Kopf hat, ich möchte ein Unternehmen bauen, das vielleicht auch mal veräußern möchte.
Davide: Ich mache das eben mit mehreren.
Christian: Das ist der richtige Entscheidungsbaum. Für mich war es diese normale Selbstständigkeit. Ich habe dann später tatsächlich als Zwischenschritt zur GmbH die Rechtsformen des eingetragenen Kaufmanns gewählt. Da kann man dann auch unter einem Firmennamen informieren, kann da den Firmennamen erstmal nur auf die Briefköpfe zum Beispiel schreiben, muss da gar nicht mehr mit seinem eigenen Namen da stehen. Das sieht immer noch mal ein bisschen anders aus, als wenn man überall seinen eigenen Namen hinschreiben muss. Das war für mich auch nur ein Zwischenschritt. Aber auch hier sollte man festlegen, geht man das jetzt wirklich so, weil das ist dann eben auch noch mal mit ein bisschen Kosten verbunden, das Ganze in eine GmbH umzuwandeln, einzubringen, auszugliedern, das ist dann auch alles ein bisschen kompliziert. Generell wie eine GmbH im ersten Moment auch erstmal kompliziert ist und dann auch höhere Kosten mit sich führt für Steuerberatung und was da nicht alles so dran hängt. Ja. Ja, also die Rechtsformen, sich damit definitiv auseinandersetzen, kann ich jedem nur raten, in die Selbstständigkeit zu gehen, aber man kann eben relativ einfach starten, ohne jetzt direkt eine GmbH oder sogar eine Aktiengesellschaft zu gründen. Ein ganz anderes, wichtiges Thema und da sehe ich, dass es viele, die in die Selbstständigkeit gehen, heutzutage gar nicht so schlecht machen, ist das Thema Marketing und vielleicht auch Selbstmarketing. Und warum machen die das gar nicht so schlecht? Weil es eben über Social Media heutzutage viele Möglichkeiten gibt, relativ schnell, ja, ob jetzt nachhaltig oder nicht, das ist eine andere Frage, aber schnell auf sich aufmerksam zu machen. Marketing-Thema für dich oder noch nicht so?
Davide: Ja klar, man muss was machen. Ich habe eben ein gutes LinkedIn-Netzwerk, dadurch, dass ich dann früher viel unterwegs war, viele Messen besucht habe und so weiter. Da habe ich angefangen, ein bisschen zu posten. Natürlich Homepage, das sind so die Standard-Dinge, wie man auftritt und so weiter, dass man auch gefunden wird. Für das, ich bin viel im B2B-Bereich unterwegs, da sind eigentlich so die Dinge wie Instagram oder sonst irgendwas erstmal nicht so relevant, meiner Meinung nach. Aber klar, ich mache mir Gedanken darüber. Ich arbeite hier auch in einem Coworking-Space häufig und da sind auch viele Marketing-Leute, wo man sich dann auch holt, die mich dann auch letztendlich dazu gebracht haben, hey, poste mal mehr auf LinkedIn, mach deine Strategie, kommuniziere das, was du machst, auch wie du kommunizierst, denk darüber nach und so weiter. Man muss schon was machen, um auf sich aufmerksam zu machen, aber immer, meiner Meinung nach, gezielt zu dem, was man vorhat. Wenn ich jetzt anfange, auf Instagram irgendwelche lustigen Videos zu posten und möchte dann seriös ein Produkt verkaufen, dann macht das meiner Meinung nach keinen Sinn, dann muss ich darüber Gedanken machen. Wenn ich Mitarbeiter bewerben will, dann kann ich wieder den Kanal gehen, aber das ist aktuell für mich nicht relevant. Deswegen bin ich da eher auf LinkedIn, poste Sachen über Themengebiete, die mich interessieren, will da aber auch Mehrwert schaffen. Jetzt nicht nur sagen, ich poste was, damit ich gesehen werde und irgendwie einen schönen Hook verwenden oder sowas, das ist nicht meine Art. Ich glaube, wenn wir das als Marketing sehen, zu sagen, zu wissen, Marketing für mich ist eher zu wissen, wer ich bin, was ich will, für was ich stehe und das auch nach außen tragen. Ich persönlich will das andere machen, das können Sie selber entscheiden, ich möchte da nicht nur was posten, damit ich schnell Reichweite generiere. Das ist für mich nicht das Thema Marketing. Ich mache mir viele Gedanken darüber, wie und was und für was ich stehen möchte. Ich habe ein Logo, ich habe immer einheitliche Schriftarten, das ist auch eine Art von Marketing und Auftreten der Firma. Das macht meiner Meinung nach einen Unterschied zwischen predig professionell auf oder nicht und das ist der erste Teil des Marketing. Das ist, was der Kunde sieht, meiner Meinung nach.
Christian: Marketing sollte auch immer von der Zielgruppe ausgehen, von den Menschen, von denen man sich erst mal vorstellt, das Produkt kaufen könnten, interessant finden könnten, von den Idealkäufern sozusagen. Wenn man das dann erst mal bestimmt hat und ganz konkret definiert hat im Marketing, erstellt man sich dann auch sogenannte Marketing Personas, lässt sich ein Bild generieren von jemandem, der zu dieser Zielgruppe gehören könnte und macht dann eine Biografie und alles. Dann kann man auch überlegen und schauen, wo treffe ich denn auf diese Zielgruppe. Das kann wie bei dir jetzt zum Beispiel in so einem Coworking Space sein, vielleicht rennt da ja jemand rum sozusagen. Dann überlege ich, wie spreche ich den jetzt an. Das kann auf LinkedIn sein, auf Instagram, irgendwo im Internet oder wo auch immer. Aber sozusagen ist nicht das Wichtigste jetzt, ich muss jetzt auf Social Media sein, sondern die Frage ist erstmal, wo treffe ich jetzt meine Zielgruppe an? Wer ist diese Zielgruppe? Bei mir ist das auch alles zufällig entstanden und ich war nämlich, ich habe erzählt, ich hatte mich im Verlag sozusagen selbstständig gemacht und ich war im Verlag immer der Ansprechpartner für Word-Themen. Also immer, wenn jemand ein Problem mit Microsoft Word hatte, ist der zu mir gekommen, weil ich kannte mich aus irgendeinem Grund damit wirklich gut aus, habe da immer schnell Lösungen gefunden. Im Verlag muss man halt viel damit arbeiten, irgendwas zurechtformatieren und so. Dann musste ich auch mal ganz viel formatieren dort und habe mir dann einfach da selber eine Vorlage zusammen gebaut, die ich da im Verlag verwenden kann, um da einfach wirklich effizienter zu formatieren, da nicht jedes Mal bei jedem neuen Buch, was da irgendwie gemacht werden musste, von Null anzufangen. Und später, als ich mich dann selbstständig gemacht habe, habe ich gedacht, okay, die Vorlage, die baue ich jetzt noch ein kleines bisschen aus und stelle die zum Download zur Verfügung und mache da noch eine Anleitung dazu, wie man gut mit Word und so weiter umgeht und da war jetzt kein Plan in dem Sinne dahinter, kein Marketingplan, so wie ich das vielleicht heute machen würde, sondern das hat sich einfach zufällig so ergeben, dass die richtig gut ankamen und richtig viele Studierende sich diese Vorlage runtergeladen haben, kommentiert haben, die Anleitung gelesen haben. Heute geht das alles nicht mehr so einfach, aber damals war das halt super easy und dadurch habe ich sozusagen passiv einen Haufen Aufmerksamkeit einfach bekommen. Und durch diese Aufmerksamkeit dann auch immer mehr und mehr Kunden, die dann einfach zu mir kamen, mach du das doch einfach. Ich habe jetzt keine Lust, hier das alles so durchzuarbeiten, wie du es da aufgeschrieben hast. Mach du das für mich, was willst du dafür haben? Das hat sehr, sehr gut funktioniert damals.
Davide: Du hast anscheinend viel in der Selbstständigkeit gelernt, was man vielleicht, wenn man schon gearbeitet hat, dann gelernt hätte. Und dann hast du das schmerzhaft mit eigenem Geld und eigener Zeit wahrscheinlich gelernt. Das ist super spannend.
Christian: Auf jeden Fall. Ich habe auch lange, mache ich eigentlich immer noch mehr auf diese Aufmerksamkeitsökonomie, sage ich mal, gesetzt. Also ich gehe ungern raus und sage hier, das ist mein Produkt, du musst es jetzt kaufen und deswegen brauchst du das, sondern ich versuche eher auf mich, auf das Unternehmen aufmerksam zu machen durch hilfreiche Inhalte zum Beispiel. So sind dann auch die Webseiten und dieser Podcast letztendlich auch entstanden, den ich gemacht habe. Ich versuche einfach den Leuten irgendwie zu helfen. Das wird dann auch honoriert auf eine Art. Es trifft immer auf Aufmerksamkeit und natürlich man muss auch in der Lage sein, irgendwo hingehen zu können, mal anklopfen zu können und zu sagen, hier das ist mein Produkt, willst du das nicht kaufen? Das ist ganz, ganz wichtig, dass man sich auch mit diesem Handelsprozess, sage ich mal, beschäftigt. Für mich war das immer schwer, weil ich bin halt so ein bisschen introvertiert, aber gerade wenn man mit mehreren Menschen gründet, sucht man sich da vielleicht einfach jemanden im Team, der das gut kann. Also ich kann jetzt nicht empfehlen, das so zu machen, wie ich das von Anfang an gemacht habe. Das kann gut gehen, muss aber nicht unbedingt gut gehen.
Davide: Ja, aber es ist eine interessante Sache, was du auch sagst mit dieser Personenmarke, weil Leute, das ist auch so eine Sache, die mir mitgegeben worden ist und vielleicht auch interessant ist für die Leute, die Leute kaufen nicht von Unternehmen, sie kaufen von Personen. Das wird meiner Meinung nach durch KI und so weiter auch immer stärker. Wenn man dann halt Mehrwert bietet, wie du das jetzt machst über einen Podcast und andere Inhalte, dann verschafft man sich Vertrauen bei den Personen und dann werden die auch auf die Firma jetzt aufmerksam. Das ist oft so, bei anderen, bei Riesenfirmen ist es wieder was anderes. Aber ich glaube, das ist eine gute Strategie am Anfang zu sagen, ich verkaufe mich als Person oder ich habe einen Aushängeschild, weil ich mag den. Vertrieb ist halt auch viel Persönlichkeit oft.
Christian: Ja, große Firmen versuchen das natürlich auch umzusetzen, indem sie sich Vorzeigegesichter suchen, die dann tatsächlich, also so Corporate Influencer sagt man in der Vertrage, die da immer noch angestellt sind, aber dann ganz viel auf LinkedIn posten und so weiter und so fort.
Davide: Hat andere Vorteile, weil wenn man das eben dann so macht wie ich, auch dieses Aushängegesicht dieser Firma, das ist halt schlecht skalierbar. Ich muss das einfach machen. Die sind es auch gewohnt, mich zu sehen. Das kann man nicht einfach so austauschen. Also das ist jetzt gar nicht so einfach, irgendwie jemanden zu finden, der das an meiner Stelle macht. Einmal, weil die Leute einfach mein Gesicht auch gewohnt sind und du musst halt auch erstmal jemanden finden, der so motiviert ist, das zu machen. Den musst du wahrscheinlich als Mitgründer oder als Mitinhalter mit in die Firma holen. Das macht jetzt keiner, der selbstständig ist.
Christian: Ich denke, es ist ein ganz guter Einstieg, aber man sollte immer versuchen ein bisschen weiterzudenken. Das funktioniert ganz gut für den Anfang, aber irgendwann gibt es einen Punkt, da kann man das vielleicht nicht mehr so machen. Dafür braucht man dann auch so eine Art Plan B.
Davide: Ja, dass man es weitergibt, dann an eine ordentliche Marketingabteilung, an Leute, die das professionell machen, das wird ab einem gewissen Punkt kommen. Also hoffe ich, dass wir so groß werden, dass wir sagen, ich muss mich... Das ist jetzt einer meiner Favoritenthemen, Marketing. Man ist immer noch sehr technisch und will Probleme lösen. Man muss es halt machen. Teilweise mache ich es gern, so Hilfestellungen oder mal so was Interessantes posten oder so, aber es ist jetzt so, dass ich jetzt der Marketing-Typ bin und sage, ich finde diese Marketing-Welt so geil. Da gibt es andere, die mögen das mehr bestimmt.
Christian: Okay, aber du postest ja oft LinkedIn, also wir verlinken dich natürlich auch in der Beschreibung für diesen Podcast, für das Video. Und dann können alle, die sich für deine Beiträge auch interessieren, dir auf LinkedIn folgen. Lass uns mal über... Also nochmal so ein bisschen zurückgehen zum Studium. Unsere Gründer sind ja Fernstudierende oder auch Menschen, die generell berufsbegleitend studieren. Und ich habe dich ja angekündigt, sozusagen so als Macher, einer, der wirklich alles sozusagen auch irgendwie gleichzeitig macht, in dem Sinne, studieren, berufstätig sein, gründen. Mittlerweile bist du wirklich in diese Selbstständigkeit richtig gesprungen oder auch in das Unternehmertum. Vielleicht können wir mal noch so ein bisschen darüber reden, wie du das alles so hinbekommen hast. Wie du das alles unter einen Hut bekommst. Erstmal, vielleicht nimmst du uns einfach mal mit in so einen typischen Lerntag von dir. Du hast dein Studium jetzt fast abgeschlossen. Hatten wir auch im Vorgespräch schon das Thema. Aber so, als du noch voll drin warst im Studium und auch noch berufstätig, wie kann man sich deinen Lerntag bei dir vorstellen?
Davide: Ich habe schnell gelernt, dass ich, außer bei manchen Fächern, relativ komprimiert lernen muss. Also, was heißt komprimiert? Vor den Prüfungen mich darauf konzentrieren und habe dann mir halt meine Zeit so eingeplant, dass ich gesagt habe, okay, die zwei, drei Wochen vor den Prüfungen schon so gelegt, dass ich dann nicht so viele private Termine habe, dass ich vielleicht auch mal Urlaub habe oder irgendwie anders versuche, am Wochenende mir freizuschaufen. Ich war nie so der kontinuierliche Lerner jeden Abend. Das hat bei mir, das ist einfach nicht meine Art. Andere weibliche Kommilitonen, die gehen hin und lernen dann jeden Abend, haben hier Rhythmus und machen das in kleineren Häppchen. Ich habe das immer in relativ großen Happen verspeist, was für mich einfach der effektivste Weg war. Und klar, als Angestellter ist auch nicht so viel beschäftigt wie als Selbstständiger, obwohl ich nebenbei immer noch mal da und da was gemacht habe. Es war nicht so, dass ich gar keine Freizeit mehr hatte und habe mir das eigentlich immer so dann auch eingeteilt, dass ich vor den Prüfungen weniger privat und mehr opfern musste. Man muss schon deutlich sagen, man muss schon was machen. Man muss teilweise schon was opfern, wenn andere an der See gehen, muss man zum Beispiel lernen. Das ist halt so. Was ich jetzt sagen kann in Richtung Selbstständigkeit, dadurch Firmenaufbau und so weiter, konnte ich es mir noch besser einteilen. Dann habe ich quasi meinen ganzen Tag zur Verfügung gehabt und konnte dann lernen, wenn es wirklich nötig war und mich dann auf die Arbeit konzentrieren, wenn es nötig ist. Was auch so ein Hebel ist, meiner Meinung nach, wo ich viel Zeit oder auf Social Media rumscrollen, wenn man das mal wegnimmt den Tag, dann wird schon verdammt viel Zeit frei, wenn man nicht auf Netflix irgendwelche Serien guckt. Ich betreibe das jetzt extrem aktuell, aufgrund der Gründerphase, aber wenn man das mal weglässt, man hat schon extrem viel Zeit. Es ist halt, wie man seine Prioritäten setzt. Das ist mein Ding, man muss sich schon einen Plan machen, wann man was lernt. Da habe ich Prüfungen, da habe ich Vorlesungen, dann lerne ich in diesen zwei Wochen sowas. Wie gesagt, andere finden da einen anderen Weg, aber dass es ohne was geht, den Zahn kann ich, glaube ich, den meisten ziehen.
Christian: Ich glaube, ganz viele unterschätzen auch einfach, was für ein Aufwand mit so einem Studium auf sie zukommt. Du hast ja noch den Vergleich zu deiner Ausbildung und natürlich auch zur Schulzeit, da muss man viel lernen.
Davide: Ja, sollte man.
Christian: Auf jeden Fall, sollte man. Irgendwie ist man dann auch wahrscheinlich so durchgekommen. Ich bin auch irgendwie durch mein Studium durchgekommen. Ich habe jetzt auch dieses Jahr tatsächlich noch mal ein Modul gemacht, so einem technischen Thema. Ich hatte ja gesagt, ich habe eigentlich Philosophie und Geschichte studiert. Es war ein Modul auf Masterniveau tatsächlich und da musste ich noch Hausarbeit schreiben und der Aufwand war wirklich riesig, auch so gedanklich. Von dem, was ich erst mal so vor mir an Brocken an Arbeit sozusagen gesehen habe, das geht los mit dem Skript durchzuarbeiten und das Thema irgendwie reinzukommen, dann für die Hausarbeit die Quellen zu recherchieren und all diese Sachen, da auch erst mal wieder reinzukommen. Wenn man natürlich das erste Semester hinter sich hat und vielleicht auch das zweite, dann geht das alles ein bisschen flotter, aber vorher wirklich, das ist wirklich sehr, sehr viel Arbeit, die da auf einen zukommt. Was hast du denn so für Prüfungsformen gehabt? Mehr Klausuren oder auch viel Hausarbeit?
Davide: Das war tatsächlich sehr gemischt. Man hat normale Prüfungen, schriftliche Prüfungen, Vorpräsentationen hat man auch schon gehabt. Hausarbeiten haben wir noch was gehabt. Eine Mischung aus Hausarbeit und man gibt münzlich was ab. Das war schon sehr flexibel, wie das bei uns war. Hauptsächlich waren es schriftliche Prüfungen, aber schon auch eine gute Mischung, münzlich-schriftlich Verbreitung. Das war bunt gemischt.
Christian: Spielt KI bei euch an der Hochschule eigentlich eine Rolle? Gibt es da wahrscheinlich schon konkrete Regelungen?
Davide: Das Thema ist mir jetzt erst so bewusst geworden, weil so Anfang vom Studium war das eigentlich noch gar kein Thema. Wenn ich überlege, meine erste Hausarbeit, da haben wir noch viel recherchiert, viel gegoogelt und so weiter. Meine Bachelorarbeit, da war natürlich KI eine große Rolle. Da gibt es Regelungen, da gibt es eine KI-Erklärung, was wir da haben. Ich habe dann auch eine Regelung gefunden, KI als Lektor zu benutzen, den Prompt dafür anzugeben und so weiter. Aber man muss meiner Meinung nach schon aufpassen. Was ich in meiner Bachelorarbeit gemerkt habe, KI liegt oft nicht immer richtig oder hat nicht alle Details. Das ist schon eine saugute Hilfe, weil man kann sich ja auch, wenn man etwas nicht versteht, anders erklären lassen. Früher haben wir YouTube-Videos gedruckt oder ein Buch gelesen. Jetzt gibst du dir eine KI ein und sagst, erklär mir mal, wie das funktioniert. Wenn du das nicht verstehst, erklär es mir noch mal von der anderen Richtung. Das ist schon eine Riesenhilfe. Diese Diskussionen sind auch in der Hochschule interessant. Aber ich glaube, wenn man KI nicht lernt, zu hinterfragen und ein eigenes System aufbaut, ist KI-Nutzung nicht so einfach. KI-Nutzung war ein Thema, aber ich glaube, um sehr gute Ergebnisse zu erzielen, nutzen, aber hinterfragen und dann gibt es auch Regelungen. Aber es ist tatsächlich noch vieles, wo noch nicht ganz so hundertprozentig klar ist. Auch von Seiten der KI. Manche haben die Vorstellung, machen wir mal eine Hausarbeit von 15 Seiten. Das wird so nicht funktionieren. Es wird besser. Die Indikationen in Word sind schon gut. Wenn man Co-Pilot ist, der kann ja ein Dokument. Ich glaube, Cloud Cover kann das ja auch. Wir wollen jetzt hier niemanden überreden. Die Möglichkeiten sind gut, aber meistens ist der Inhalt nicht so gut, wie wenn man es selber recherchiert. Das ist aktuell meiner Meinung nach so. Sehr generisch, sehr viel Füllung der Wörter ohne Inhalt und so Sachen. Meiner Meinung nach, ich lese das noch relativ gut raus, was KI generiert ist. Du musst selber schon ein gewisses Niveau haben, um zu verstehen, dass es jetzt nicht so gut ist. Menschen, die das vom ersten Semester an gleich nutzen, verstehen das gar nicht, dass da erstmal nur Morgues rauskommt. Man muss ja wirklich die Praktikanten erstmal anleiten, um ein gutes Ergebnis zu bekommen.
Christian: Mein Tipp, wenn ihr eine Hausarbeit schreibt, macht es einfach erstmal selber. Guckt euch dann später an, wie ihr KI nutzen könnt, um euch die Texte verbessern zu lassen. Orange Partner benutzen so ein bisschen. So Fragen wie Wie ist das? Kann man hier noch was nachbessern? Dann kommt die KI meiner Meinung nach auch in die Tiefe. Ich muss eine Hausarbeit über das und das schreiben. Probiert es aus, dann verschwindet eure Zeit. Also aktuell noch. Spielt das im Berufsleben auch eine wichtige Rolle für dich?
Davide: Ja, es spielt eigentlich eine sehr große Rolle, weil wir so viel wie möglich KI auch einsetzen wollen. Wir können sehr viel schneller Entwicklungszyklen hinlegen. Wir sind einander nicht so gebunden wie andere Firmen. Das ist schon ein großer Beschleuniger, was Vertragswesen angeht. Klar, man muss es selber noch durchlesen. Man braucht diese Grundlagen. Aber ich kriege so einen Vertrag für virtuelle Anteile viel, viel schneller runtergeschrieben, als früher. Oder Software-Code-Programmierung. Fragen zu, wie entwickle ich Hardware? Wie verbinde ich was? Früher hätte ich ewiger googlen müssen. Jetzt ist es einfach, wie muss ich die Pins miteinander verbinden, dass es funktioniert? Es spielt eine Riesenrolle. Wir wollen da auch so viel wie möglich KI einsetzen. Wer keine KI einsetzt, wird es schwierig haben, meiner Meinung nach.
Christian: Absolut. Hochschule und Studium ist auch ein ganz guter Weg, um sich damit auseinanderzusetzen, das zu lernen und einzuüben. Aber die meisten von uns werden das wahrscheinlich auch schon im Arbeitsleben erlaubt oder nicht erlaubt für die eine oder andere Tätigkeit nutzen.
Davide: Ja.
Christian: Dann würde ich sagen, wir sind am Ende angekommen. Zusammengefasst möchte ich allen nochmal mit auf den Weg geben, wenn ihr überlegt, euch selbstständig zu machen, macht das nicht so wie ich. Nicht einfach, okay, ich mach das jetzt mal irgendwie. Sondern geht da geplant ran, so wie du das gemacht hast. Sucht euch Hilfe vielleicht von der IHK in eurer Nähe oder wenn es eben sowas an eurer Hochschule gibt. So ein Angebot wie das Venture Lab bei dir nimmt sowas definitiv in Anspruch, wenn jetzt nicht gerade, wenn jetzt irgendein anderes Fach als BWL studiert oder nichts wirtschaftnah ist, sucht euch einfach ein gutes Buch zu dem Thema oder einen guten YouTube-Kanal. So was gibt es ja auch. Manche lernen besser mit sowas und arbeitet euch da einfach in diese ganzen BWL-Themen auch rein. Beschäftigt euch damit. Hast du vielleicht noch irgendwas, was du unseren Zuhörerinnen und Zuhörern mitgeben kannst, was Unternehmertum, Selbstständigkeit oder auch den Studium angeht?
Davide: Was ich mitgeben kann? Macht euch mit nichts selbstständig, wo ihr keinen Bock drauf habt. Weil es wird, es ist härter wie gedacht und das ist glaube ich so ein Thema, man muss das schon mögen, was man macht. Auch im Studium. Studiert nichts, wo ihr keinen Bock drauf habt. Kann ich, also kann ich sagen, weil das wird sonst Berufsbegleitend, ich glaube Vollzeit geht es, aber Berufsbegleitend daran zu bleiben, ja gut, vielleicht ist es aber auch meine Art, wenn ich keinen Bock drauf habe, dann verliere ich das Interesse. Aber Berufsbegleitend auf jeden Fall, glaube ich, macht was, was Spaß macht und dann ist es auch leichter.
Christian: Ja, das klingt im ersten Augenblick erstmal trivial, aber ich glaube, es ist super wichtig, weil ganz, ganz viele momentan so ein bisschen opportunistisch zum Beispiel das KI-Thema sehen und denken, okay, das ist irgendwie so gehypt, da muss ich jetzt einsteigen und mitmachen und irgendwas finden. Aber ich finde, das muss gar nicht sein. Für mich ist das Thema jetzt fast schon wieder so ein bisschen ausgelutscht. Ich hätte jetzt keine Lust, da irgendein Unternehmen oder irgendwas zu gründen, was jetzt auch noch in dieses Thema einsteigt und so marktschreierisch dann zu sagen, hier, wir müssen jetzt wieder irgendwas KI-Technisch machen. Das ist wirklich das, wofür ihr wirklich richtig brennt. Sowohl für das Studium, als auch für die Selbstständigkeit.
Davide: Ja.
Christian: Super. Dann ganz herzlichen Dank für deine vielen Informationen. Vielleicht noch ein kleiner Teaser. Wir machen auch noch mit einer Lehrkraft aus deinem Studiengang hoffentlich zumindest ein Interview zum Studiengang. Wir werden den Studiengang beziehungsweise auch die Hochschule noch mal ein bisschen genauer vorstellen. Je nachdem, wann ihr diesen Podcast jetzt hört, ist das schon online. Wir verlinken das natürlich dann in der Beschreibung für dieses Video. Kann man dir irgendwie noch folgen oder mit dir in Kontakt treten?
Davide: LinkedIn, ich habe auf meiner Homepage am besten keine E-Mails. WhatsApp, LinkedIn, meine Nummer ist online. Ich hoffe, das war jetzt kein Fehler, aber ich denke, es war nett. Gerne anschreiben oder anrufen. E-Mails sind immer ein bisschen delayed.
Christian: Übrigens, du hast gesagt, du suchst noch für Pilotprojekte Teilnehmer. Oder wie? Kannst du noch mal kurz erklären?
Davide: Ja, wir sind aktuell in der Phase, das Produkt weiterzuentwickeln. Es geht im Bereich intelligenter Sensorik und suchen da in geraumer Zeit Unternehmen, die gern ihre Anlagen, Maschinen, sonst irgendwas in Richtung predictive maintenance oder generell Überwachung, auch mit KI-Algorithmen on the edge, also die Datenauswertung auf dem Sensor selber stattfinden soll, für kundenspezifische Anwendungen zu machen. Genau, das ist, was wir jetzt aktuell in verschiedenen Industrien also es muss jetzt nicht unbedingt Maschinenbau sein, es kann auch Infrastruktur, Anlagenbau sein in Richtung Aufzüge oder sonst irgendwas, was da da ist. Wenn da jemand was weiß, gerne melden. Wir haben da Lust, das in der Praxis zu machen, wieder die Hands-on-Sachen. Wir wollen da nicht am Markt vorbei entwickeln und deswegen da so früh wie möglich Pilotprojekte starten mit Unternehmen zusammen.
Christian: Also, wer Interesse hat, hier aus der Community vielleicht oder jemanden kennt, einfach bei Davide melden und in Kontakt treten. Also, ganz ganz vielen Dank für die vielen Informationen und ich wünsche dir auf jeden Fall super viel Erfolg mit deiner Selbstständigkeit und ich weiß jetzt nicht genau, du hast ja eine Note jetzt wahrscheinlich immer noch nicht für deine Verteidigung da hatten wir im Vorgehen...
Davide: Da wurde noch nicht drüber geredet, aber ich denke es war kein großes Thema jetzt, wir setzen uns halt auch noch mal zusammen, der Professor Baucke, der das betreut hat und ich, um noch mal über meine Startup-Idee zu reden. Also, ich denke mal, durchgefallen ist es nicht. Als Unternehmer muss man übrigens auch immer zum Schluss man muss einfach Unklarheiten einfach hinnehmen und das nehme ich jetzt einfach, weil früher hätte ich mich verrückt gemacht und jetzt sage ich, ja, wird schon passen. Und eine Note weiß ich noch nicht. Spielt auch keine Rolle. Will ich auch in Zukunft, dass es weniger eine Rolle spielt, wenn ich einstelle, sondern was die Leute machen.
Christian: Und auch was du gelernt hast letztendlich. Also, ganz viel Erfolg bei deiner unternehmerischen Tätigkeit und auch bei deiner Bachelorarbeit jetzt und deinem Abschluss. Schon mal herzlichen Glückwunsch. Ich gehe mal davon aus, dass du es bestanden hast.
Davide: Ja, ich auch.
Christian: Dann wünsche dir noch einen schönen Tag.
Davide: Danke dir, mach es gut Christian. Ciao.

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