Doppelstudium + Job & ohne Abi: Katja über ihr Fernstudium Soziale Arbeit & Kindheitspädagogik

In Folge 45 ist Katja zu Gast bei Christian. Und sie hat eine umfangreiche Bildungsbiografie: Katja absolvierte mehrere Ausbildungen – darunter als Friseurin und Erzieherin – bevor sie sich entschied, gleich zwei Studiengänge parallel zu studieren. Aktuell studiert sie Soziale Arbeit an der APOLLON Hochschule sowie Kindheitspädagogik für Erzieher:innen an der IU Internationale Hochschule.

Im Gespräch erzählt Katja, wie ihr Bildungsweg zustande kam, welche Herausforderungen und Vorteile das berufsbegleitende Fernstudium mit sich bringt und wie sie ihren Alltag zwischen Job und zwei Studiengängen organisiert. Außerdem berichtet sie von ihrem Engagement als Mentorin, über ihre Erfahrungen und Tipps zum Studieren ohne Abitur, zur Anerkennung von Vorleistungen und zur Nutzung von KI-Tools im Studium.

Inhalt:

00:00 Vorschau
01:01 Katja stellt sich vor & berichtet über ihren Werdegang
13:52 Warum sich Katja für ein berufsbegleitendes Studium entschieden hat
16:29 Das erste Fernstudium: Erfahrungen mit dem Studium ohne Abitur an der APOLLON
22:28 Anerkennung von Vorleistungen
25:29 Mentorenprogramm an der Apollon
31:34 Das zweite Fernstudium: Kindheitspädagogik an der IU
36:17 Katjas Erfahrungen mit der Nutzung von Syntea & KI im Studium
41:43 Betreuung & Mentoring an der IU
44:35 Alltagsorganisation bei zwei Studiengängen

Im Podcast erwähnt:

👉 B.A. Soziale Arbeit an der APOLLON: https://www.fernstudi.net/fernstudium/humanwissenschaften/sozialarbeit/14202
👉 Kindheitspädagogik für Erzieher an der IU: https://www.fernstudi.net/fernstudium/humanwissenschaften/paedagogik/17007
👉 Unsere MS Word Tutorials: https://www.fernstudi.net/tutorials/
👉 Syntea im ersten Test: https://www.youtube.com/watch?v=_mbpJT4xleg
👉 Lerndialog von Syntea im Test: https://www.youtube.com/watch?v=T8MQ_akUXn0
👉 Citavi Literaturverwaltung Schnellkurs: https://www.youtube.com/watch?v=d0UikSwJt9g
👉 Literaturverwaltung Zotero: https://www.zotero.org/
👉 Daten- & Textanalyse MAXQDA: https://www.maxqda.com/de/software-inhaltsanalyse
👉 Erster Podcast mit Patricia Findel über Zeitmanagement: https://www.fernstudi.net/podcast/6

👉 Alle Podcasts in unserer Youtube-Playlist: https://www.youtube.com/playlist?list=PLfaNcXsnpoxeEZPzqyvM3cFgTS-atqyxu

Christian: Heute habe ich Katja Ferchow im Podcast, und Katja hat eine super interessante Bildungsbiografie. Sie hat nämlich eine Ausbildung zur Friseurin und anschließend noch weitere Ausbildungen absolviert, über die sie uns erzählen wird. Und dann hat sie sich tatsächlich überlegt, noch mal zu studieren, und aktuell studiert sie wirklich zwei Studiengänge, nämlich Soziale Arbeit und Kindheitspädagogik an zwei verschiedenen Hochschulen. Also ganz viel Gesprächsstoff für diesen Podcast. Wir wollen mal so ein bisschen eintauchen in ihre Biografie, dann schauen wir natürlich, was sie genau studiert bzw. auch an welchen Hochschulen, wie sie die Hochschulen findet, die Studiengänge, wie sie sich auch vielleicht selber engagiert im Studium. Und natürlich: Wie bekommt man das Ganze unter einen Hut, zwei Studiengänge gleichzeitig zu machen? Wie funktioniert das überhaupt organisatorisch? Über all diese Dinge geht's jetzt in diesem Podcast.

Christian: Katja, herzlich willkommen hier im Podcast! Ich freue mich total, dass du dich bereit erklärt hast, hier teilzunehmen. Ich habe dich eigentlich ganz spontan auf YouTube gefragt in einem Kommentar, ob du Interesse hast. Ich lese ja immer mal deine Kommentare, du kommentierst immer ab und zu. Ich bin nicht ganz sicher, ob ich dich auch von Fernstudium-Infos kenne, kann sein, dass du da auch aktiv bist. Vielleicht stellst du dich erstmal ganz kurz vor, und dann würde ich sagen, tauchen wir mal direkt in deine Biografie ein.

Katja: Hallo, also ich bin Katja, ich bin 41 Jahre alt und arbeite derzeit als Integrationserzieherin in Berlin an einer Grundschule, 20 Stunden. 20 Stunden bin ich nebenbei noch abgeordnet im SIBUZ, das ist das Schulinklusions-Beratungs- und Informationszentrum Berlin, und berate da Facherzieherinnen für Integration in zwei Bezirken von Berlin an Grundschulen.

Christian: Ich weiß gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll. Wir hatten im Vorgespräch schon ein bisschen erzählt, wie du überhaupt jetzt zu deinem Studium und deinen Studiengängen gekommen bist. Vielleicht fangen wir in deinem Fall einfach mal beim Urschleim an, und das wäre die Schule eigentlich. Du hast gerade eben im Vorgespräch für diesen Podcast noch mal anklingen lassen, dass du kein Abitur hast. Also vielleicht ganz kurz zu deiner Schullaufbahn: Grundschule hast du absolviert und dann Realschule, oder?

Katja: Genau, so ist es. Also ich habe ganz normal eine mittlere Reife gemacht, und zu der Zeit war für mich klar, okay, Abitur ist jetzt nicht mein Wunsch, weil ich andere Berufswünsche hatte. Als junger Mensch wollte ich mal was Kreatives machen und habe mich dann für einen Beruf entschieden, der Friseurin war. Und da brauchte ich kein Abitur, und da war das auch noch gar kein Thema, dass man auch ohne Abitur studieren kann. So ist es erstmal entstanden, dass ich mich kreativ austoben wollte in dem Beruf der Friseurin. Und dann habe ich aber festgestellt, dass dieser Beruf tatsächlich nicht meinen Erwartungen entspricht und ich mich dann noch mal umentschieden habe und noch eine zweite Ausbildung gemacht habe, als Floristin.

Katja: Das war auch ein sehr schöner Beruf, habe aber gemerkt, dass ich körperlich an meine Grenzen komme, weil dieser Beruf tatsächlich, was viele vielleicht nicht wissen, auch sehr anstrengend ist, körperlich anstrengend ist, und auch durch die Kälte für die Knochen nicht ganz so gesund ist. Ich habe gemerkt, wenn ich das so lange mache, dann kann es sein, dass es mir in den nächsten Jahren nicht gut tut, und ich dadurch noch mal mich neu orientieren musste.

Christian: Ich gehe noch mal ein ganz kleines Stück zurück mit meiner Frage zur Schulzeit. Ist irgendwie so eine Frage, die stelle ich öfter in dem Podcast: Wie warst du denn als Schülerin? Kannst du dich da noch dran erinnern? Hat dir die Schule Spaß gemacht?

Katja: Ja, doch schon. Aber ich habe eigentlich mehr den Grund in der Schule gesehen, um Freunde zu treffen, mich mit denen auszutauschen. Es gab in meiner Schule, ich hatte das Glück, ich hatte eine musisch-kreative Schule, und da konnte ich mich in meiner Kreativität auch austoben, was mir schon Freude gemacht hat. Aber ich war jetzt keine, die einen Einser-Durchschnitt hatte. Ich hatte solide Zweier als Abschluss, war ich auch zufrieden. Hätte sicherlich auch jeden anderen Beruf wählen können als Ausbildung, aber das war für mich als junger Mensch gar nicht so auf der Agenda. Ich wollte mich schon, wie auch heute, kreativ austoben und mich in meiner Persönlichkeit ausdrücken.

Christian: Als Friseurin ist man ja auch kommunikativ eingebunden. In der Regel, also da kommt immer drauf an, wahrscheinlich zu welchem Friseur man geht, manche reden gar nicht bei ihrer Arbeit, kommt sicherlich auch auf die Kunden und Kundinnen ein bisschen an. Aber eigentlich ist man da ja auch so eine Anlaufstelle für Gespräche, da weiß man wahrscheinlich mal ganz viel von den anderen, und da finden dann auch viele Gespräche statt. Also kreativ und kommunikativ der Beruf. Floristin hast du gesagt, da hast du wahrscheinlich schon ein bisschen als Friseurin gearbeitet und gemerkt, das ist dann doch nicht so dein Ding. Das ist auch ein anstrengender Beruf, das beobachte ich immer, wenn ich zum Friseur gehe, du bist halt auch die ganze Zeit in so einer gebeugten Haltung, und für die Hände ist es wahrscheinlich auch super anstrengend.

Katja: Genau, und viel mit Chemie hat man auch zu tun, atmet die auch ein, und die Haut ist halt auch so ein Thema, man muss sie gut schützen. Also das sind halt alles so Dinge, die man erst dann in den Abläufen versteht und erkennt. Was mir aber Freude gemacht hat, ist, dass ich in Chemie in der Schulzeit eine sehr gute Note hatte und konnte mich da auch ein bisschen wiederfinden und abgeholt fühlen. Das war eigentlich auch noch mal ein sehr schöner Aspekt.

Christian: Als Floristin auch anstrengend, das sehe ich auch häufiger, wenn ich hier mal um die Ecke Blumen kaufen gehe. Übrigens, sollte ich vielleicht heute direkt mal machen und Blumen mit nach Hause bringen. Da sehe ich auch, was das eigentlich für ein anstrengender Job ist. Der Blumenladen, wo ich hingehe, ist relativ dunkel, da gibt's kein Fenster eigentlich, und dann stehen da immer die drei oder vier Floristinnen, und ein Florist ist tatsächlich immer dabei, und binden da die ganze Zeit. Ich denke eigentlich immer, wenn ich da reinkomme, die haben eigentlich einen super Job, weil es riecht halt auch sehr gut in diesem Laden und die haben die ganze Zeit mit Blumen zu tun. Aber du sagst halt auch anstrengend. Und dann kam für dich die Entscheidung, das ist es auch nicht so richtig, jetzt mache ich was anderes. Und was hast du dann gemacht?

Katja: Genau, also erstmal war ich noch ein bisschen auf der Suche und hatte noch gar keine so richtige Idee, was ich mit mir mache. Dann habe ich zwei Jahre im Großraumbüro gearbeitet, habe vier Mandanten quasi parallel betreut, also habe in einem großen Callcenter gearbeitet, 400 Leute waren da tätig. Und konnte mich da erstmal erden und erstmal schauen, okay, was mache ich denn überhaupt. Und ich hatte tatsächlich durch einen Kollegen, der mir so ein bisschen den Po getreten hat und so empowert hat, der hat mir mal gesagt: Du redest immer davon, du möchtest mit Kindern arbeiten und du möchtest eigentlich gerne noch mal wechseln, warum machst du denn das nicht? Er war halt 20 Jahre älter als ich. Und dann habe ich gesagt, na ja, ich bin doch aber jetzt schon Ende 20, kann ich das denn überhaupt, bin ich nicht schon zu alt? Man hat ja mit Mitte 20 vielleicht schon die Vorstellung, man ist zu alt, um noch mal ein drittes Mal eine Ausbildung zu machen, weil man natürlich auch weiß, okay, ich muss halt finanziell jetzt noch mal mich runterleveln.

Katja: Dann habe ich ein bisschen Ängste gehabt, aber er hat mich so bestärkt in meiner Entscheidung, dass ich das dann tatsächlich gemacht habe. Und ich hatte halt auch die Möglichkeit, noch mal über meine Eltern ein bisschen Unterstützung zu bekommen, insofern dass ich ein Schüler-BAföG noch mal tatsächlich beantragen konnte, so dass ich eine kleine Finanzierung in der Erzieherausbildung mitnehmen konnte. Ich habe aber noch in den Ferien ein bisschen gejobbt, um den Lebensstandard einigermaßen zu erhalten.

Christian: Also auch eine sehr mutige Entscheidung, das trotz der Bedenken dann doch zu machen, weil das Innere eben danach ruft. So eine Erfüllung der eigenen Wünsche und Bedürfnisse, das dann doch noch zu machen, finde ich ziemlich cool. Und dann hast du das durchgezogen. Das war auch eine Präsenzausbildung, das war auch nichts, was du berufsbegleitend machen konntest. Und dann, ich weiß nicht genau, wie läuft die Erzieherausbildung ab? Du hast, glaube ich, auch so einen Wechsel zwischen Praxis und Präsenz?

Katja: Genau, also es ist ganz normal regulär drei Jahre die Ausbildung gewesen, so dass man halt an der Fachschule ist und dann vor Ort, und man hat Pflichtpraktika bzw. ein Wahlpraktikum. Die ersten zwei Jahre wird es von der Berufsschule vorgegeben, wo man sein Praktikum macht. Und im dritten Jahr durfte ich dann selber wählen, und das war für mich persönlich das wichtigste Jahr, weil ich dann wirklich machen konnte, was mich tatsächlich auch gereizt hat.

Katja: Viele, die dann die Erzieherausbildung gemacht haben, hatten mir damals gesagt, sie haben das als Überbrückung genommen, weil sie eigentlich gerne Soziale Arbeit studieren wollten. Zu dem Zeitpunkt war ich so, dass ich dachte, wie schade, es ist doch so ein schöner Beruf, der Erzieherberuf, warum wollen sie denn da nicht bleiben? Ich habe dann auch so gedacht, wir brauchen doch auch Erzieher. War für mich aber noch nicht klar, dass auch Soziale Arbeit vielleicht mal für die Zukunft auch für mich eine Entscheidung sein könnte. Aber zu dem Zeitpunkt war das mein Traum, und es ist es immer noch, der Erzieherberuf.

Christian: Ich glaube, das ist auch ein sehr anstrengender Beruf. Also ich kenne das aus meinem Umfeld, eigentlich komme ich auch aus so einer Erzieherinnen-Familie. Meine Mutter war eigentlich Erzieherin, ihr ganzes Berufsleben, zuletzt dann an der Schule auch als Lehrerin tätig. Die Schwester, Cousinen, sind glaube ich beide auch Erzieherin. Und bei meiner Schwester sehe ich auch, dass das tatsächlich auch anstrengend sein kann. Sie erzählt zum Beispiel, dass das für sie in so einer Kindergrippe schwierig war, wenn die Kinder dann plötzlich alle anfangen zu weinen und sie nicht so richtig weiß, wie sie jetzt auf die Bedürfnisse der Kleinen eingehen soll. Und wenn man in eine Kita geht, da ist auch ein Lautstärkepegel, da habe ich mich gefragt, wie hat das meine Mutter eigentlich hinbekommen, ihr ganzes Leben lang diesem Lautstärkepegel ausgesetzt zu sein. Wie war das für dich, war das ernüchternd als Erzieherin?

Katja: Also eine spannende Frage. Ich habe für mich gemerkt, erstmal in den Praktikumszeiträumen, das war für mich sehr wichtig, um zu gucken, okay, wo sehe ich mich zukünftig, oder wo sehe ich mich nicht. Gott sei Dank war das für mich schon mal so, dass ich sagen konnte, okay, ich kann das für mich einordnen. Und ich habe gemerkt, die ganz kleinen Kinder und Krippe ist zwar schön, ist aber nicht das, wo ich mich sehe.

Katja: Und ich hatte dann im dritten Ausbildungsjahr bei meinem Wahlpraktikum ursprünglich gedacht, Erwachsenenbildung finde ich sehr schön. Ich habe dann mit erwachsenen Menschen mit Behinderung in einem Ausbildungsprojekt als Lernassistentin gearbeitet. Ich war gar nicht in der Rolle einer Erzieherin tatsächlich und durfte da erwachsene Menschen begleiten in ein Ausbildungsprojekt, die eine Behinderung haben und die dann ausgebildet wurden und jetzt auch auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig sind. Also da konnte ich das erste Mal mit dem Thema Inklusion in Berührung kommen, was wirklich Inklusion bedeutet. Weil es ist ja in aller Munde, aber gelebt wird es eben nur temporär. Und ich habe dann das erste Mal verstanden, welche Rolle ich habe, also dass ich dann nicht Erzieherin bin, sondern eine Unterstützung für erwachsene Menschen mit Behinderung. Und was Inklusion bedeutet und welche Barrieren die Gesellschaft so mit sich bringt, und was es bedeutet, Menschen mit Behinderung überhaupt am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen.

Christian: Da sieht man auch gut, wohin man eigentlich kommen kann mit dieser Ausbildung. Vielleicht ist der Begriff Erzieherin oder Erzieher auch ein bisschen irreführend, weil man eigentlich als Pädagoge oder Pädagogin arbeitet. Ganz wichtig für viele, die sich für so eine Ausbildung interessieren: Man muss dann auch nicht zwangsläufig in der Kita beispielsweise arbeiten, sondern da gibt's ganz viele verschiedene Wege. Ein Weg ist ja dann, das Ganze fortzusetzen mit dem Studium, vielleicht auch berufsbegleitend.

Christian: Wir haben im Vorgespräch schon darüber geredet, dass du Soziale Arbeit studierst an der APOLLON Hochschule. Wie kam denn da die Entscheidung? Also irgendwann hast du dann wahrscheinlich eine Weile gearbeitet und dann überlegt, du willst jetzt noch weiter lernen, und doch noch ein Bachelorstudium beginnen?

Katja: Genau, also es ist halt so, dass ich jetzt sozusagen 10 Jahre im Grundschuldienst tätig bin und nach meiner Ausbildung noch mal zwei Jahre in der Erwachsenenbildung tätig war. Ich habe auch im ambulanten Wohnverbund gearbeitet, habe auch in Kitas, in Krippen gearbeitet, ich habe alles Mögliche noch mal für mich ausprobiert und auch gemerkt, wo meine Stärken und Interessen sind. Habe aber gemerkt, dass ich inhaltlich dann nicht mehr weitergekommen bin. Ich habe einfach gemerkt, es ist so, dass mir einfach vieles an theoretischem Wissen noch fehlt und ich gerne das noch ein bisschen schließen möchte.

Katja: Und mir die Arbeit als solches, jetzt die 10 Jahre Grundschule als Integrationserzieherin, einfach nicht gereicht hat. Für mich als Integrationserzieherin gibt es kaum Fort- und Weiterbildungen, also man ist halt auch ein bisschen limitiert in den Möglichkeiten, was ich auch sehr schade finde, weil es ist ein sehr anspruchsvoller Beruf. Und ich stelle auch fest, dass die Arbeitsbelastung zunimmt und die Bedürfnisse der Kinder sich auch verändert haben in den letzten Jahren, Jahrzehnten vielleicht auch. Das setzt auch voraus, dass man sich einfach weiterbildet und fortbildet. Und so habe ich dann gemerkt, okay, ich muss für mich selber ein bisschen Zufriedenheit schaffen, und habe mich dann für das Studium beworben und dann auch die Zusage bekommen.

Katja: Mir wurde auch einiges anerkannt, was ich super finde, aber auch natürlich eine Herausforderung war, insofern, dass ich im Studium gemerkt habe, okay, wenn mir einiges anerkannt wird und ich aber trotzdem darüber eine Klausur schreiben muss, dass ich auch ein bisschen im Nachteil bin, weil mir einige Skripte fehlen, und dann muss ich mich da nachholen.

Christian: Ein ganz wichtiger Hinweis, dass wenn man sich Dinge anerkennen lässt, dann fehlen die ja auch so ein kleines bisschen im Studium. Also viele denken immer, ach Anerkennung, okay, das spart jetzt Zeit und Geld, aber man spart sich dann eben auch ein bisschen Wissenserwerb. Also sollte man gucken, dass man vielleicht dann doch noch zumindest mal in diese Module, die man da anerkannt bekommen hat, reinschnuppert, thematisch vielleicht mit externer Literatur oder sowas.

Christian: Aber ich wollte mal einen ganz kleinen Schritt zurückgehen. Du hast ja gesagt, du hast kein Abitur. War das irgendwie für dich etwas, worüber du nachgedacht hast, bevor du dich eingeschrieben hast? Du hast ja auch schon gesagt, dass es eigentlich praktisch für dich gewesen ist, dass man heutzutage auch ohne Abitur studieren kann. Hast du da Bedenken gehabt, vielleicht auch, dass das schwer für dich wird oder schwerer als für andere?

Katja: Ja, auf jeden Fall. Also ich hatte auch Ängste. Ich komme aus einem Nichtakademiker-Haushalt, meine Eltern, es ist heute noch so, die sagen dann halt: Wie kommst du klar mit der Schule? Denen ist gar nicht klar, dass Studieren was ganz anderes ist, was ich irgendwie auch ganz niedlich finde. Aber daran merkt man das halt auch. Und ja, ich hatte Ängste, ich war auch unsicher, weil ich tatsächlich auch keine Idee hatte, was Studium eigentlich bedeutet.

Katja: Am Anfang, als ich mich dann bei der APOLLON eingeschrieben habe, habe ich auch wirklich gestruggled. Die ersten Monate war das so ein bisschen: Soll ich das jetzt abschicken, die ersten Aufgaben, oder nicht? Also das waren viele Ängste, auch das Thema wissenschaftliches Arbeiten, dieses ganze Mindset, alles was dazugehört. Dann mit bestimmten Tools arbeiten, Zitationsprogramme und so weiter, das sind ja alles für mich am Anfang böhmische Dörfer gewesen. Auch Word habe ich zwar schon benutzt, aber ganz klassisch und einfach, und nicht, dass ich mich jemals mit Formatierung beschäftigt habe. Also das sind so die Basics gewesen, womit ich am Anfang mich erstmal beschäftigen musste, bevor ich überhaupt an die Themen, wirklich an die Soziale Arbeit rangehen konnte. Also das war für mich eine enorme Herausforderung am Anfang.

Christian: Und die Erzieherausbildung bereitet ja nicht auf wissenschaftliches Arbeiten in dem Sinne vor. Also ich kann mich erinnern, meine Schwester hatte damals sowas wie eine Abschlussarbeit geschrieben, oder so ein Abschlussprojekt, dann musste sie auch einen Text verfassen, aber das ist nicht vergleichbar mit dem, was dann im Studium schon alleine im Seminar, als Abschlussarbeit erfordert wird, und davon schreibt man dann mehrere im Semester. Da bereitet dich niemand drauf vor, aber du musst du dann irgendwie reinkommen. Aber ich glaube, ganz vielen Studierenden geht es so, egal ob die jetzt ein Abitur haben oder nicht. Das erste Semester ist man erstmal so ein bisschen zur Orientierung da, dafür verliert man vielleicht auch ein bisschen Zeit, wenn man erstmal lernen muss, wie man formatiert zum Beispiel. Aber du hast trotzdem weitergemacht, hast dich trotzdem dafür entschieden, das auch nach dem ersten Semester fortzuführen?

Katja: Ja, und ich hatte ein bisschen schon tatsächlich Berührungspunkte zum Thema wissenschaftliches Arbeiten, weil ich ja noch die Zusatzqualifikation Facherzieherin für Integration gemacht habe, das ging ein Jahr. Und ich hatte da einen Dozenten, der hatte einen Doktortitel, der hat auch mal als Erzieher angefangen, und das war so ein bisschen auch mein Rolemodel. Weil ich mir gesagt habe, Wahnsinn, das ist also möglich! Das hatte mich auch wieder bestärkt, dass das, was ich dann für mich mache, in Ordnung ist und dass man sich das auch wirklich trauen darf, dass man diesen Weg gehen kann.

Katja: Er hatte auch die Tests und die Prüfungen wissenschaftlich gestaltet, wir mussten auch ein Kolloquium machen, tatsächlich wissenschaftlich auch. Und wir waren natürlich da alle an unserem Limit, weil die Teilnehmer, die diese Qualifikation gemacht haben, vorher nie diese Berührungspunkte hatten. Also es war sozusagen schon mal ein Warm-up für das, was dann am Ende noch für mich kam, wo ich gar nicht wusste, dass ich jemals Soziale Arbeit studiere.

Christian: Gibt's im Studium der Sozialen Arbeit auch ein Statistikmodul eigentlich, oder hat man das in Psychologie?

Katja: Ja, okay.

Christian: Und war das auch so ein Angstmodul für dich?

Katja: Tatsächlich, am Anfang habe ich erstmal gedacht, oha, weil Mathe sind für mich so ein bisschen böhmische Dörfer, also ich war in Mathe nie wirklich so doll. Habe aber festgestellt, dass die Studienskripte von der APOLLON Hochschule sehr gut aufbereitet sind. Und ich habe tatsächlich, bevor ich immer diese Fallaufgaben, das sind ja die eigentlichen Prüfungsformate bei der APOLLON, gemacht habe, immer die Einsendeaufgaben gemacht und konnte so erstmal das qualitative und quantitative Forschen über die Einsendeaufgaben prüfen lassen. Das heißt, da ist die Bewertung zwar wichtig, aber es wird keine Note vergeben, sondern es ist eine Rückmeldung, eine Evaluation: Habe ich es verstanden, habe ich es nicht verstanden? Und für mich war das methodisch ganz toll, weil ich das erste Mal dann qualitativ und quantitativ mit verschiedenen Programmen das ausprobieren konnte. Und ich habe festgestellt, es gibt ja Programme, die übernehmen das für mich, ich muss halt nur wissen, wie ich sie anwende, und das war für mich eine super Arbeitserleichterung.

Christian: Die alternativen Prüfungsformen hast du jetzt auch gerade angesprochen. War das für dich ein Grund oder einer der Gründe, zur APOLLON Hochschule zu gehen?

Katja: Ja, tatsächlich, weil ich ja auch von der Schulzeit her, ich mochte halt nie so diese Klausuren und das Ganze. Und die APOLLON hat jetzt überschaubar vier Klausuren, und das war dann auch in dem Open-Book-Format, das fand ich auch ganz interessant. Hatte mir ursprünglich gedacht, Mensch, das ist ja gar nicht so schwer, was im Nachhinein eigentlich nicht stimmt. Aber ich habe es erstmal so gedacht, weil diese Prüfungsform eigentlich eine ganz attraktive ist, weil es halt nicht so dieses klassische Bulimielernen ist, alles rein und dann wieder alles raus und dann ist fertig, sondern man hat wirklich eine andere Prüfungsform, wo man vielleicht eleganter durchkommt. Das waren so die Gründe, warum ich gesagt habe, okay, APOLLON kommt für mich in Frage: viele Fallaufgaben, Einsendeaufgaben als Warm-up und eben vier Klausuren im ganzen Studium.

Christian: Interessant, dass du dann noch ein zweites Studium aufgenommen hast, da kommen wir dann gleich noch mal drauf zu sprechen, an einer Hochschule, wo es eigentlich viel mehr Klausuren gibt, wie ich das beobachte. Vielleicht bleiben wir noch ganz kurz bei der APOLLON Hochschule. Wie war's denn mit der Anerkennung? Du hast auch schon gesagt, du konntest Module anerkennen lassen aus deiner Erzieherausbildung. War das einfach, war das kompliziert, und wie viel war das so vom Umfang her?

Katja: Also ich glaube, das waren zwei Module tatsächlich, zwei oder drei. Nichtsdestotrotz musste ich eine Prüfung vorher machen bei der APOLLON, also so ganz elegant konnte ich da jetzt nicht starten, weil ich eben kein Abitur habe. Das war schon noch irgendwie eine Voraussetzung, was die APOLLON von mir wollte, und da hatte ich natürlich auch schon ein bisschen Sorge, dass ich dem nicht nachkomme, dass ich es nicht schaffe. Aber das hat dann wunderbar geklappt. Und dann, wie gesagt, die Erleichterung, dass ich einige Module nicht machen brauchte, zumindest keine Fallaufgaben schreiben, jedoch musste ich trotzdem eine Klausur schreiben. Und das war dann halt bisschen die Herausforderung, weil dann hatte ich quasi keine Fallaufgaben, kein Warm-up, aber ein Buch, und dann war natürlich für mich die Frage, okay, jetzt habe ich da ein Buch, und da können alle Inhalte aus dem Buch drankommen in der Klausur. Das war meine erste Open-Book-Klausur, und dann noch diese Tatsache, dass ich mich nicht so vorbereiten konnte wie alle anderen Studentinnen. Aber ich habe es ja letztendlich auch geschafft.

Christian: Es wird ja dann tatsächlich auch weniger anerkannt, als man so denkt oder erwartet. Das ist vielleicht an anderen Hochschulen auch ein bisschen anders, vor allem auch in anderen Studiengängen. Hast du das vorher prüfen lassen, also an verschiedenen Hochschulen, war das irgendwie auch ein Entscheidungsgrund, wie viel da jetzt anerkannt wird?

Katja: Ja, tatsächlich. Ich hatte noch mal geguckt, erst bei der IU, habe mich aber dann tatsächlich, eben weil ich nicht so klausurfreudig bin, für die APOLLON entschieden. Und das war dann auch für mich gar nicht so sehr relevant, weil zu der Zeit, und da bin ich auch heute noch so, für mich ist das Studieren Halt und Genuss. Das ist eigentlich sehr wichtig, dass ich die Möglichkeit habe und dieses Privileg habe, Dinge zu lernen. Das stand für mich im Vordergrund, also gar nicht so sehr, okay, ich brauche jetzt erst im Semester XY anfangen und kann so und so viele Module überspringen. Das war gar nicht so sehr entscheidend für mich, weil ich wollte einfach neue Inhalte lernen, ganz viel Neues lernen, weil ich gemerkt habe, in meiner Praxis reicht mir das nicht. Und deswegen war das schon in Ordnung so, und es wäre auch in Ordnung gewesen, wenn mir nichts anerkannt worden wäre.

Christian: Super Motivation auch, zu lernen. Das propagiere ich auch schon seit ganz vielen Jahren, dass das die eigentliche Motivation sein kann. Mittlerweile habe ich es eingesehen, es gibt halt Studierende, die brauchen diesen Abschluss, und das muss man irgendwie auch akzeptieren, dass das für manche eben wichtiger ist. Aber ich glaube, es kommt wirklich darauf an, dass man was lernt und mitnimmt, das man anwenden kann im Berufsleben oder wo auch immer, vielleicht auch im Privatleben. Und eine Art zu denken vielleicht auch lernt, zum Beispiel wissenschaftlich zu denken und zu arbeiten. Das ist auf jeden Fall wichtiger, als ob man jetzt ein Modul mehr oder weniger anerkannt bekommt.

Christian: Du hast auch von einem Mentor oder einer Mentorin erzählt, an der APOLLON Hochschule gibt's auch ein Mentorenprogramm?

Katja: Ja, also da war ich auch sehr dankbar, gerade am Anfang, weil ich hatte ja schon gesagt, ich hatte so ein bisschen Probleme am Anfang mit der Strukturierung, mit der Gliederung, mit der Formatierung. Das sind ja alles Sachen gewesen, wo ich da war ich noch gar nicht am Inhalt. Und da konnte mir dann Heike Feten, das war meine Mentorin, helfen. Ich habe mich dann bei dem Programm angemeldet, habe mir eine Mentorin bei der APOLLON gesucht, da sind dann ganz viele Mentoren, die sich da zur Verfügung stellen. Sie hat mir gesagt, dass sie da gerne für mich da ist, und war ein ganzes halbes Jahr für mich auch meine Ansprechpartnerin und hat mir damit auch noch mal ein bisschen die Ängste genommen, hat mich noch mal eingenordet und hat mir auch geholfen, gerade am Anfang mich zu strukturieren, auch was das wissenschaftliche Arbeiten geht und auch im Umgang mit Word, mit Organisation und so weiter. Also sie war immer aufgeschlossen und hat mir immer geholfen, da bin ich auch bis heute noch sehr dankbar.

Christian: Vielleicht ein ganz kleiner Werbeblock an der Stelle: Wir haben auf fernstudi.net auch so einen Onlinekurs zum Thema Word, sind weiß ich nicht, glaube über 10 Stunden Videomaterial. Muss man nicht alles durcharbeiten, wenn man da ein bisschen was lernen will. Der ist aktuell kostenlos, also kann man sich einfach da einschreiben und das absolvieren. Vielleicht hilft das auch dem einen oder der anderen. Ansonsten haben wir auch ein Video, was eine Stunde oder so geht, bei uns auf dem Kanal, das eigentlich auch so ein Renner-Tutorial ist für so ganz grundlegende Sachen in Word.

Christian: Ich weiß das, das ist für viele Studierende tatsächlich ein Problem, selbst nach dem fünften Semester noch, wenn jetzt die Bachelorarbeit ansteht, man muss da jetzt plötzlich ein sauber formatiertes Produkt abgeben, und plötzlich ist alles zerschossen einen Tag vor der Abgabe. Da sollte man sich tatsächlich auch frühzeitig damit beschäftigen. Also ganz wichtig, ein Mentorenprogramm gibt's an der APOLLON Hochschule. Das ist vielleicht nicht für jeden so wichtig, aber für viele Studierende glaube ich ein ziemlich cooles Programm. Geht das auch andersrum, dass man irgendwie als Student oder Studentin Kommilitonen helfen kann und sich da selber engagieren kann?

Katja: Ja, sicher. Also das ist möglich, wir haben ja noch zusätzlich die WhatsApp-Gruppen, und da unterstützen wir uns auch gegenseitig. Und also das sehe ich mich jetzt auch, dass ich da die Studienanfänger unterstütze, wenn Fragen aufkommen zu Fall- oder Einsendeaufgaben oder so. Da geht es nicht so sehr darum, dass wir da die Ergebnisse geben, sondern einfach noch mal unterstützen, wo sie Quellen suchen können, welche Datenbanken vielleicht Sinn machen in der Recherche, oder auch wenn manchmal einfach Begrifflichkeiten kommen im wissenschaftlichen Kontext, von denen man noch nie gehört hat und sie für sich gar nicht so richtig versteht, oder Aufgaben nicht richtig inhaltlich nachvollziehen kann. Da helfen wir uns auch gegenseitig, also auch in den WhatsApp-Gruppen. Man ist auch nicht im Fernstudium alleine, da gibt's auch ganz viele Möglichkeiten, sich auszutauschen.

Christian: Irgendwann kam dann der Punkt, an dem du dich dafür entschieden hast, noch ein Studium aufzunehmen, also ein Zweitstudium. Erzähl mal, wie kam das zustande?

Katja: Ja, also ich habe halt gemerkt, Soziale Arbeit, ich bin jetzt fast am Ende, und irgendwie, vielleicht ist es auch so, weil das ein Abschiednehmen ist. Und so ganz wollte ich das dann nicht. Ich habe dann gemerkt, wenn ich das eine abschließe, das ist ja auch ein hybrides Studium, Soziale Arbeit, man kann ja in allen Berufen tätig sein, ich wollte noch mal etwas haben, was tatsächlich für meine eigene Zielgruppe, wo ich jetzt gerade beruflich bin, passt. Dass ich da einfach auch, weil ich eben in der beratenden Funktion bin im Beruf, die Erzieher abhole. Was kann ich da noch so an Inhalten mitgeben, und an Fragen, die sie auch haben, wo ich vielleicht selber keine Antworten habe?

Katja: Und so habe ich festgestellt, Mensch, super, es gibt da bei der IU den Studiengang Kindheitspädagogik für Erzieherinnen. Und das habe ich auch direkt, als es gelauncht wurde, als es gestartet ist, mich da auch gleich angemeldet. Und da durfte man schon im vierten Semester starten, was ja natürlich auch nicht schlecht ist. Aber für mich eben sehr wichtig war, dass ich sage, okay cool, jetzt kann ich da auch noch mal, was wirklich jetzt für die Erzieher wichtig ist, inhaltlich noch mal für mich selber abrufen und gucken, wo meine Wissenslücken sind, und die dann aber auch weitergeben kann in meiner eigenen Arbeit. So hat sich das ergeben, dass ich mich zu dem Studiengang noch entschieden habe.

Christian: Also wichtig zu wissen, in diesem Studiengang wird eine Erzieher- bzw. Erzieherinnenausbildung ganz vollumfänglich anerkannt mit der Hälfte des Vollzeitstudiums eigentlich, mit 90 Leistungspunkten. Und deswegen kann man da verkürzt studieren, eigentlich wenn man Vollzeit studiert in drei Semestern. Da kann sich jetzt nicht jeder einschreiben, ich glaube, es gibt aber an der IU auch einen Kindheitspädagogik-Bachelor für Nicht-Erzieher sozusagen. Übrigens, ich glaube, in Sozialer Arbeit bekommt man dann nicht auch über ein Praktikum tatsächlich noch die Anerkennung als Erzieher?

Katja: Also ich habe ja, für mich war Praktikum nie ein Thema, also da fragt doch keiner bei mir jetzt nach, von daher kann ich das gar nicht beantworten.

Christian: Okay, das muss ich noch mal schauen, das schreiben wir natürlich mit in die Beschreibung von dem Video. Aber ich glaube, bei Sozialer Arbeit ist das tatsächlich auch möglich, dass man dann ja über ein Praktikum diese Anerkennung als Erzieher oder Erzieherin bekommen kann. Für dich natürlich nicht relevant, weil du bist ja schon Erzieherin.

Christian: Also Kindheitspädagogik für Erzieher an der IU, hast dich dann eingeschrieben. Du hast gerade gesagt, schon so gegen Ende des Studiums. Wie ist denn das organisatorisch, geht das jetzt leicht, dass man an eine andere Hochschule geht und sagt, ich studiere eigentlich schon an dieser Hochschule, möchte mich jetzt aber noch bei euch einschreiben?

Katja: Ja, es war natürlich erstmal auch, habe ich mich gefragt, macht das jetzt Sinn, ist es sinnvoll, weil es ist ja dann eine Doppelbelastung plus Vollzeitarbeit. Habe aber mich dafür entschieden, weil ich das auch, wie gesagt, einfach so sehe: Es ist eine Möglichkeit. Ich kann mich halt einfach auch noch mal, wenn ich sage, ich habe jetzt mal keine Lust zu diesem Modul bei der APOLLON, dann wechsle ich einfach meinen Studiengang und kann dann ein anderes Modul bei der Kindheitspädagogik machen. Und das schafft für mich halt auch so ein bisschen Zufriedenheit, insofern, dass ich da nicht einfach nur die Module abarbeite, sondern auch ein bisschen flexen kann.

Katja: Ich bin halt so ein Mensch, ich mache halt Dinge, die mir auch Freude machen, und das ist dann halt auch ein bisschen tagesformabhängig. Es ist für mich persönlich sehr schön, wenn ich sagen kann, heute möchte ich gerne das Modul Leitungsfunktion machen. Okay, das finde ich jetzt nicht in der Sozialen Arbeit, dafür bei der Kindheitspädagogik, wunderbar, dann mache ich dieses Modul und bin da super zufrieden.

Christian: Das ist auch das Schöne am Fernstudium und an den Fernhochschulen, dass man da jetzt nicht so ganz linear studiert, wie es häufig auch an Fachhochschulen in Präsenz der Fall ist. Da bekommt man gerade an den Fachhochschulen auch immer mal so einen festen Studienplan eigentlich gleich vorgegeben: Im ersten Semester musst du diese drei, vier Module machen, möglichst nacheinander, und wenn du die geschafft hast, kannst du an die nächsten. Ist an den Fernhochschulen eher so, gerade an den privaten, dass du dir da doch relativ frei deinen Studienplan selber zusammenstellen kannst.

Christian: Das ging problemlos an der IU. Ich vermute jetzt mal, dass die Entscheidung für die IU eben auch genau die war, dass es da diese Anerkennung der Ausbildung gab, und an anderen Hochschulen geht es halt aktuell zumindest glaube ich nicht in der Form, oder bekommt man nicht so viel anerkannt?

Katja: Das stimmt. Und es gibt mir halt auch die Möglichkeit, weil ich mich ja jetzt auch noch nicht ganz statisch festlegen möchte, was ich nach den Studiengängen mache, gibt es mir die Möglichkeit, auch selber noch mal zu gucken, wo sehe ich jetzt meine Stärken, wo sehe ich meine Schwächen. Weil das kann man ganz gut dann evaluieren nach dem Studium und dann auch sagen, okay, das ist mir gut gelungen, das ist mir weniger gut gelungen, und mich dann beruflich neu sortieren. Dass ich erstmal selber schaue, was mir inhaltlich Freude macht, wo ich mich perspektivisch sehe, und mich da nicht komplett gleich an den neuen Arbeitsort verordne, dass ich auch ein bisschen flexibel bleibe. Das ist ja ein Riesenfeld, die Pädagogik.

Christian: Und jetzt im Vergleich zur APOLLON Hochschule, über die Prüfungsformen an der APOLLON Hochschule haben wir schon ein bisschen geredet. An der IU sieht das Ganze ein bisschen anders aus, das ist halt eine Hochschule, die setzt sehr stark auf Klausuren, häufig so Multiple-Choice-Klausuren, wo du auch ganz viele Dinge auswendig lernen musst aus den Skripten, dich auch möglichst an den Skripten orientieren musst, manchmal, das habe ich auch schon in Gesprächen hier im Podcast gehört, dass man tatsächlich dann auch einen Fehler mal auswendig lernen muss, der sich in dem Skript findet. Wie kommst du mit dieser Prüfungsform zurecht, mit den Klausuren?

Katja: Also ich muss ganz offen gestehen, die Klausuren, die mache ich ganz zum Schluss. Tatsächlich. Und das hat einfach für mich einen psychologischen Hintergrund, dass ich mir sage, okay, das, was mir nicht so viel Freude macht, das mache ich zum Schluss. Ich mache jetzt erstmal nur Hausarbeiten, dann Seminararbeiten, ich habe auch eine Projektarbeit gemacht, die ich persönlich sehr schön fand bei der IU, da ging es darum, die eigene Arbeit zu reflektieren und die eigene Biografie und wie wichtig die eigene Biografie ist in der Arbeit am Menschen. Also das sind so Sachen, da man ja diese Freiheit hat bei den Modulen, nutze ich diese Freiheit jetzt erstmal. Die Klausuren werde ich wahrscheinlich ganz klassisch über das Proctoring-System machen, und daher kann ich jetzt noch nicht so viel sagen, weil ich mich da wirklich ganz elegant erstmal noch zurückhalte.

Christian: Die Klausuren kommen also noch. Syntea, das ist ja eigentlich so eine ganz innovative Sache, die die IU jetzt schon seit einiger Zeit benutzt, so ein KI-Assistent. Benutzt du das, oder ist das jetzt nicht so wichtig für dich im Studium?

Katja: Also mich persönlich stört Syntea sogar, muss ich sagen. Für mich ist das jetzt kein wirkliches Tool der Wahl oder KI der Wahl. Dann nutze ich lieber andere KIs, um auch wissenschaftlich zu arbeiten und auch Lernsysteme zu haben. Syntea finde ich persönlich jetzt, spricht mich nicht an, das ignoriere ich einfach.

Christian: Da kam gestern erst eine neue Meldung, dass die Hochschule das Ganze noch ein bisschen weiterentwickelt hat, zu so einem Assistenten, der auch eigenständig Aktionen ausführen kann, zum Beispiel eine Benachrichtigung zu schicken, wenn ich das richtig verstehe, hier, du solltest jetzt vielleicht mal dieses oder jenes lernen, oder da kommst du nicht so richtig voran, kann ich dir irgendwie weiterhelfen. Also da ist die Hochschule eigentlich schon relativ weit vorne dabei. Aber wenn du sagst, das ist jetzt für dich nicht so praktisch. Ich habe es ja auch schon mal ausprobiert, gibt's auch ein Video dazu hier auf unserem YouTube-Channel, ich fand halt das Fenster einfach nur so klein. Ich mag halt ChatGPT, da habe ich so ein riesiges Fenster, kann wirklich ausführlich meine Anweisung reinschreiben und dann ein Ergebnis bekommen. Ich weiß nicht, ob das mittlerweile besser ist, ich habe jetzt schon länger keinen Zugriff mehr auf den IU-Campus.

Christian: Gibt's so KI-Tools auch bei der APOLLON?

Katja: Nein, tatsächlich nicht, also da ist mir nichts bekannt. Aber wir haben ja da auch unterschiedliche Regelungen. Es gibt für die APOLLON auch eine Regelung, wie KI genutzt werden darf und wie nicht. Und dass, wenn sie denn genutzt werden, ob man jetzt Bilder erstellt oder sie irgendwie zum wissenschaftlichen Arbeiten nutzt, dass man das schon mit belegen muss und auch wirklich nachweisen sollte. Und es ist aber auch kein Drama, also das habe ich auch schon gemacht, und das ist auch in Ordnung und wird auch nicht irgendwie bemängelt oder kritisiert. Das Wichtige ist halt, dass man, wenn man wissenschaftlich arbeitet, das, was man begründet, eben belegen muss. Und man kann wirklich die KI immer als Werkzeug einbetten und sollte natürlich immer nach den wissenschaftlichen Standards arbeiten.

Christian: Das Schwierige ist ja auch, wenn man das jetzt für eine Abschlussarbeit zum Beispiel benutzt, dass die Ergebnisse da gar nicht reproduzierbar sind. Du bekommst ja jedes Mal für dein Prompt eigentlich ein komplett anderes Ergebnis, oder wenn du jetzt ein Bild generierst, das kannst du für irgendjemanden gar nicht nachvollziehbar machen. Was benutzt du denn für Tools, benutzt du ChatGPT zum Beispiel?

Katja: Ja, auch. Also ChatGPT eignet sich zum Beispiel auch für den sokratischen Dialog, wenn man bestimmte Themen erstmal für sich selber begründen möchte und dann auch mit der KI in den Diskurs geht. Das kann man dafür ganz gut nutzen. Es gibt verschiedene Datenbanken, die man nutzen kann, KI-Datenbanken auch, die man für Recherche nutzen kann. Das finde ich ganz wichtig. So würde ich auch jedem empfehlen, sich da mal ein bisschen inhaltlich damit zu beschäftigen. Elicit zum Beispiel ist eine gute Datenbank. Es gibt aber noch ganz viele andere.

Katja: Und ich persönlich kann mir gar nicht mehr vorstellen, ohne diese Tools zu arbeiten. Und daneben, wenn wir über Tools sprechen, finde ich natürlich ganz klassisch Literaturverwaltung, ohne KI jetzt, aber als Tool sehr sinnvoll. Es schafft eine Arbeitserleichterung, kann ich jedem Studienanfänger nur empfehlen. Nutzt es, traut euch auch, Fehler zu machen vielleicht am Anfang, aber es ist einfach so, dass diese ganze Arbeit, die man sonst hintenrum hat, wenn man dieses Tool hat, einfach enorm vereinfacht wird. Es ist eine Arbeitserleichterung und spart viel Zeit.

Christian: Und was für ein Tool benutzt du?

Katja: Beide, also ich nehme sowohl Citavi als auch Zotero, und das mache ich immer im Wechsel. Und ich arbeite mit MAXQDA, viele nutzen das ja für die qualitative Forschung. Und ich nutze es zum Beispiel auch für Seminar- und Hausarbeiten, da ich dieses Tool auch als Gliederungsvorlage nutze. Also ich habe mir da mal ein Video von Patricia Findel angeschaut, und die konnte das super gut erklären, wie man das nutzen kann zum wissenschaftlichen Arbeiten. Und seitdem ist das für mich das Tool der Wahl, um sozusagen innerhalb von drei bis vier Tagen eine Hausarbeit auf die Beine zu stellen, die zehn Seiten hat. Bei 20 Seiten braucht's natürlich länger, aber das finde ich ist schon super, und für zwei Studiengänge finde ich das auch sehr effektiv.

Christian: Also ganz liebe Grüße an der Stelle an Patrizia, die hatten wir natürlich auch schon hier im Podcast. Und wir sind auch in Kontakt gekommen über einen Kommentar, den du bei uns auf einem Video hinterlassen hast zu Patrizia, weil sie dir eben sehr viel weitergeholfen hat. Und natürlich haben wir sie jetzt auch gefragt, ob sie noch mal in den Podcast kommen möchte, und wir haben uns auch schon was ausgemacht, zumindest erstmal für ein Vorgespräch, und da wird es wahrscheinlich auch noch einen zweiten Podcast geben.

Christian: Vielleicht noch eine Frage zur IU, bevor wir mal gucken, wie lernst du eigentlich. Du hast jetzt auch schon paar Sachen gesagt, wie du arbeitest und lernst. Aber noch eine Frage zur IU: Die Betreuung, gibt's da irgendwie Unterschiede zur APOLLON, oder wie ist die da für dich? Gibt's auch so ein Mentoring-Programm zum Beispiel?

Katja: Also tatsächlich habe ich mich als Mentorin jetzt zur Verfügung gestellt. Also das gibt's tatsächlich, es ist noch in Arbeit, alles noch bisschen Work in Progress, aber es ist so vorgesehen, dass natürlich jetzt, wer freiwillig das gerne machen möchte, das machen kann. Aber es ist noch nicht so wie jetzt bei der APOLLON so weit fortgeschritten, dass man sagen kann, okay, das läuft schon. Es ist halt alles noch so ein bisschen in Arbeit. Und ich kann dadurch auch noch gar nicht konkret sagen, wie das letztendlich abläuft. Es soll so sein, dass wir so ein paar Mentees bekommen, die sich dann an uns wenden. Ich persönlich habe aber noch gar keine Mentees, bin aber schon in dem System, ich warte jetzt einfach mal ab, was passiert.

Katja: Und ansonsten, wie gesagt, bei der APOLLON, ich glaube, dass es schon länger besteht, dieses Mentorenprogramm, und da sind auch neue Mentoren, habe ich auch schon gestern noch mal geguckt, auch auf der Webseite. Und finde ich ganz toll, dass es dann auch verschiedene Bereiche sind, wo sie studiert haben, wo sich die Studierenden noch mal schauen können, okay, welchen Studiengang hat denn mein zukünftiger Mentor, passt es zu meinem Studiengang, kann man da vielleicht auch gemeinsam inhaltlich arbeiten, dass man, wenn man Fragen hat, auch gleich fachlich die richtigen Hilfen bekommt auf dem Weg.

Christian: Du bist auch selber sehr engagiert, das klingt jetzt immer wieder so an, das finde ich auch total cool. Der Podcast hier ist ja eigentlich auch so eine Art von Engagement, weil in dem Sinne hast du jetzt eigentlich nichts davon, außer dass du wirklich ganz viele Menschen da jetzt inspirierst, hoffentlich, zum Beispiel, wenn sie kein Abitur haben, ein Studium aufzunehmen, vielleicht sogar auch ein Doppelstudium zu wagen, wenn man das irgendwie zeitlich hinbekommt. Also super coole Sache. Und eben an den Hochschulen direkt kann man sich auch engagieren, auf ganz viele verschiedene Arten und Weisen. Wir hatten noch mal einen Podcast, wo wir da so ein bisschen darüber geredet haben, wie man sich engagieren kann, also da gibt's auch ganz viele Möglichkeiten. Und ich glaube, so ein Mentoring-Programm ist auch cool, wenn man eh schon bisschen fortgeschritten ist im Studium, dann den anderen, die dann vielleicht im allerersten Semester sind, irgendwie auch weiterzuhelfen mit ihren Problemen.

Katja: Ja, also ich finde das auch ganz wichtig, weil ich war ja selber mal in der Situation, und ich war unglaublich dankbar, dass es diese Menschen gibt, die sich freiwillig engagieren und die nachhaltig für mich immer noch einen sehr starken Einfluss haben. Und ich möchte einfach was davon zurückgeben an die zukünftigen Studierenden.

Christian: Cool. Dann reden wir vielleicht noch im letzten Themenabschnitt für diesen Podcast noch mal eigentlich über deine zwei Studiengänge. Aber ich glaube, was viele von unseren Zuhörern und Zuhörerinnen auch interessiert, ist: Wie organisierst du das? Wie machst du das, du hast jetzt zwei Studiengänge, die du parallel studierst. Kannst du uns vielleicht mal ein kleines bisschen mitnehmen, wie das bei dir im Alltag aussieht? Du hast auch schon ein paar Sachen erzählt, du switchst auch manchmal einfach zwischen den Hochschulen, du lässt dich auch von deinen Interessen letztendlich leiten, vielleicht auch von Themen, die da gerade im Arbeitsalltag untergekommen sind. Wie sieht denn dein Lernalltag so aus?

Katja: Also ich bin wahrscheinlich nicht so die klassische Studentin. Ich mache das halt tatsächlich so ein bisschen bedürfnis- und bedarfsorientiert. Und es ist halt so, wie du schon sagst, es soll ja Spaß machen und soll Freude sein und es muss mich auch motivieren. Also schaue ich immer, okay, welches Modul interessiert mich, und dann gucke ich, und wenn ich dann merke, okay, jetzt interessiert mich das, dann nehme ich das einfach.

Katja: Und wann mache ich das? Na ja, also ich mache weniger tatsächlich unter der Woche als am Wochenende. Das würden wahrscheinlich viele sagen, na ja, vielleicht nicht so gut, weil man ja so viel Zeit dann am Wochenende nur für Studium investiert und unter der Woche könnte man das ja auch ein bisschen verteilen. Ich gehöre eher dazu, dass ich das am Wochenende mache, weil ich da einfach mehr Ruhe habe. Und ich habe den Vorteil, dass ich keine Kinder habe und dadurch auch wirklich mich so planen kann, dass ich sage, okay, ich habe meine acht Stunden und ziehe die dann auch durch. Ich mache halt vielleicht vorher noch mal Sport, damit ich mich auch bewege, bevor ich da meine acht Stunden am Schreibtisch powere. Aber das ist auch eine individuelle Sache, manchmal hat man auch mal schwache Momente, dann kompensiert man das auch unter der Woche. Aber in der Regel arbeite ich immer am Wochenende. Und dann nehme ich mir immer ein Modul vor und das ziehe ich dann durch.

Christian: Cool zu wissen. Du machst erstmal so eine Art Warm-up und machst dich erstmal so ein bisschen warm. Fitnessstudio oder gehst du laufen?

Katja: Genau, also regelmäßig. Ich habe festgestellt, ich kann das wirklich jedem wärmstens empfehlen, auch wenn man vielleicht Sportmuffel ist, aber das ist ganz wichtig, wenn man viel geistig tut, körperlich sich auch ein bisschen was Gutes tut. Krafttraining und/oder auch Cardio, das geht halt einher. Körper, Geist und Seele ist eine Einheit. Und es braucht auch immer einen Gegensatz, und wenn ich mich geistig und inhaltlich durchflüge, dann muss ich auch körperlich irgendwo einen Ausgleich haben. Es braucht halt beides, um da auch eine gewisse Zufriedenheit zu bekommen.

Christian: Absolut. Also ich habe jetzt das ganze letzte Jahr eine Trainingspause gemacht und habe mich jetzt endlich wieder angemeldet und war tatsächlich diese Woche das erste Mal beim Training. Ich bin leider danach fast ein bisschen krank geworden, obwohl ich es wirklich langsam habe angehen lassen, was aber auch daran liegt, du kennst das vielleicht auch aus den Kitas, dass gerade wirklich Krankheitswelle hier ist, und wir haben jetzt drei Kinder im Haushalt, alle sind irgendwie krank, und da kann man sich gar nicht richtig davor schützen. Aber ich liebe das auch, da im Fitnessstudio, das habe ich jetzt wieder gemerkt, wie sehr mir das fehlt, da kriegt man irgendwie den Kopf so ein bisschen frei, kann Sachen einfach auch ein bisschen verarbeiten, nachdenken. Und das ist total cool, manchmal reicht auch einfach spazieren gehen. Manchmal reichen ein paar Liegestütze und ein bisschen Training mit Kettlebells oder so einfachen Gewichten, und dann nach zehn Minuten fühle ich mich irgendwie immer besser. Das ist auch eine coole Vorbereitung für so ein Kopftraining.

Katja: Absolut. Und das schafft halt auch, wie du schon sagst, mental einfach was. Man ist halt einfach freier auch im Kopf, man ist entspannter, man ist körperlich auch ausgelastet. Und dann ist das schon die halbe Miete und setzt Glückshormone frei, Sport, Endorphine. Ja, das ist doch wunderbar, wenn man mit so einer Energie dann an den Schreibtisch sitzt. Also ich finde das super.

Christian: Und da arbeitest du dann dein Modul durch. Du nimmst dir die Skripte. Lernst du digital oder noch so ganz klassisch mit den gedruckten Skripten?

Katja: Sowohl als auch tatsächlich. Weil ich habe für mich halt verstanden, dass wenn ich greife, dann begreife ich. Also wenn ich Dinge fasse, dann kann ich sie besser kognitiv nachvollziehen. Nichtsdestotrotz arbeite ich natürlich auch digital, weil ich ja schon sagte, ich nutze MAXQDA, und da werden ja alle Bücher, Literatur, Quellen, Paper et cetera hochgeladen, die sind natürlich digital. Aber es braucht glaube ich schon beides, um auch so ausgewogen an das Thema heranzugehen.

Katja: Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Mal Videos angucken, Podcasts finde ich auch ganz toll. Es gibt ja manchmal auch von Universitäten Podcasts zu bestimmten Themen, und dann sprechen da die Professoren, das gibt mir auch noch mal ein Gefühl, aha, das sind jetzt die Fachleute, die teilen das noch mal auf einer ganz anderen Ebene mit. Diese Möglichkeit bietet mir natürlich eine Fernuni nicht zwingend immer, dass ich da auch noch mal einen anderen Kontext habe und dann auch Experten habe, die mir das Thema noch mal ganz anders darstellen, was mir auch hilft beim Lernen.

Christian: Es gibt auch ganz viele aufgezeichnete Vorlesungen, tatsächlich gerade die staatlichen Hochschulen machen das. Da kann man sich wirklich zu jedem Thema eigentlich mittlerweile auch eine richtige Vorlesung angucken oder Ausschnitte zumindest daraus, wenn man jetzt nicht die Zeit hat, da eine Stunde oder anderthalb Stunden was zu schauen. Und Podcasts kann man auch beim Sport laufen lassen und sich da thematisch schon ein bisschen vorbereiten auf das, was man dann gleich im Skript lernt. Kann ich auch nur jedem empfehlen, tatsächlich, dass man sich erstmal vielleicht an das Thema auf verschiedenen Ebenen heranpirscht, um nicht gleich nur das Skript vor der Nase zu haben, weil das ist doch ein bisschen trocken.

Katja: Ja, und das finde ich persönlich auch nicht so attraktiv, als wenn man sich einfach verschiedene andere Zugänge schafft und vielleicht auch mit Experten ins Gespräch kommt, wenn man die Möglichkeit hat, und da auch noch mal eine ganz andere Ebene an Information bekommt. Also es gibt ja verschiedene Möglichkeiten, um sich mit dem Thema vertraut zu machen. YouTube finde ich ist auch eine gute Möglichkeit, und da gibt es auch viele tolle YouTuber, die die Dinge noch mal ganz anders beschreiben und erklären. Und dann kann man sich daraus schon mal so ein grobes Bild schaffen von dem, was man eigentlich lernt.

Christian: Man merkt richtig, dass du dann auch in ein Thema eintauchst, dass das jetzt nicht einfach nur das Skript abarbeiten ist, um da eine Klausur zu schreiben oder irgendeine Prüfungsform. Ich mache das auch ähnlich: Wenn mich was interessiert, dann tauche ich da wirklich auch medientechnisch von allen Seiten ein. Ich suche mir einen Podcast zu dem Thema, ich gucke, ob es irgendwelche YouTube-Kanäle gibt oder interessante Videos, die ich mir in meiner Playlist speichere. Ich suche häufig auch nach Blogs, ich lese halt auch gerne, und dann lese ich das meistens am iPad oder am Handy, ich habe so eine Read-it-later-App, wo man sich Artikel einspeichern kann. Und dann, wenn ich da irgendwie Muße finde, dann sitze ich da und lese Artikel zu irgendeinem Thema. Und dann ist man schon so ein bisschen warm natürlich für das Skript, dann versteht man alles in dem Kontext glaube ich noch viel besser, was da erzählt wird.

Christian: Cool. Gibt's noch irgendwas zu deiner Lern- und Studienroutine, was unsere Zuhörer und Zuhörerinnen wissen sollten?

Katja: Ja, also ich kann nur empfehlen: Mindset ist alles. Also habt Bock, seid neugierig, das ist ganz wichtig, bleibt neugierig, habt keine Ängste. Und Fehler sind erlaubt, kann ich immer nur so sagen. Weil es geht nie darum, zumindest meiner Einstellung nach, immer eine Eins zu haben, sondern es geht darum, was nehme ich denn aus dem Studium mit.

Katja: Vor allen Dingen auch die Frage: Man entwickelt sich ja so im Studium, Studium ist ja auch eine Persönlichkeitsentwicklung. Man entwickelt sich weiter, man lernt sich zu organisieren, da passieren so viele Dinge, die parallel laufen, wo man gar nicht erstmal auf dem Schirm hat. Man lernt sich zu strukturieren, man muss sich selber managen. Und seid da offen und habt Mut, ich kann das immer nur an alle weitergeben, und traut euch, Fehler zu machen. Nur wer Fehler macht, lernt.

Christian: Ich weiß gar nicht, was ich da jetzt noch anschließen soll. Das waren eigentlich schon super Schlussworte, noch mal so das Ganze, die ganze Stimmung dieses Podcasts zusammengefasst. Ich hoffe, das interessiert und inspiriert viele von unseren Zuhörerinnen und Zuhörern und auch Zuschauern. Kann man mit dir irgendwie in Kontakt treten, wenn man dich vielleicht als Mentorin an der APOLLON Hochschule oder auch an der IU in Anspruch nehmen möchte?

Katja: Also ich bin ja hoffentlich bald dann so, dass ich auch als Mentorin auf jeden Fall bei der IU dann Ansprechpartnerin bin. Wie gesagt, das ist noch Work in Progress, ich hoffe, dass es nicht mehr so lange dauert. Und ich würde natürlich jedem gerne helfen, der Hilfe in Anspruch nehmen möchte. Ich begleite auch aktuell tatsächlich schon einige Studierende, die bei mir im Chat sind bei WhatsApp, die supporte ich auch. Und ich finde das auch sehr wichtig, weil es gibt ja unterschiedliche Ängste, die jeder auch am Anfang mit sich bringt.

Katja: Und ansonsten, bei der APOLLON habe ich auch darüber nachgedacht, wenn ich fertig bin mit meinem Studium, jetzt echt im vierten Quartal möchte ich die Thesis schreiben, vielleicht mich da auch noch mal als Mentorin zur Verfügung zu stellen. Da schaue ich mal, wie mein Zeitkontingent ist und wie ich das managen kann, aber das wäre dann noch die zweite Möglichkeit.

Christian: Also ganz vielen lieben Dank für die Dinge, die du uns hier erzählt hast. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg auch bei deinen beiden Studiengängen mit dem Abschluss. Vielleicht kommt ja dann noch ein Master irgendwie dran.

Katja: Genau. Und dann ja, alles Gute, vielen Dank, Christian!

Christian: Danke, tschüss!

Katja: Tschüss!

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