Bachelor mit 1,3 neben 3 Kindern – so lief das Fernstudium an der APOLLON | Sarah Aschenbrenner

Shownotes

Als Sarah Aschenbrenner im Dezember 2024 zum ersten Mal bei Fernstudi.fm zu Gast war, studierte sie Angewandte Psychologie an der APOLLON Hochschule – mit Realschulabschluss, einer Ausbildung zur Friseurin und drei Kindern, das jüngste knapp ein Jahr alt. Damals standen die Statistikklausur und die Suche nach einem Praktikumsplatz noch bevor. Anderthalb Jahre später hat sie Statistik mit 1,0 bestanden, 600 Praxisstunden in einer psychiatrischen Tagesklinik absolviert und ihre Bachelorarbeit mit 1,3 abgeschlossen. Inzwischen ist sie im Master eingeschrieben.

Im Gespräch mit Christian erzählt Sarah, wie sie ihren Praktikumsplatz gefunden hat und was sie aus der Tagesklinik mitgenommen hat, wie ihre Bachelorarbeit über intrusive Gedanken entstanden ist – von der Themenfindung über die Befragung mit mehr als 300 Teilnehmenden bis zur Abgabe – und warum sie bereits begonnene Brückenkurse an einer anderen Hochschule wieder abbrach und für den Master zur APOLLON Hochschule zurückkehrte. Außerdem geht es um die Frage, wann man sich eigentlich Psychologin nennen darf, und darum, was sie mit ihrem heutigen Wissen anders machen würde.

Inhalt:

Bachelor mit 1,3 neben 3 Kindern
Bachelor mit 1,3: Sarahs Update
Fernstudium mit drei Kindern
Mental Load und Prioritäten im Alltag
Statistik mit 1,0 bestanden
Praktikumsplatz in der Psychologie finden
Sarahs Bachelorarbeit
Was sind intrusive Gedanken?
Quantitative Forschung und Teilnehmendensuche
Literaturrecherche mit KI, NotebookLM und Zotero
Abgabe, Perfektionismus und Fehlerangst
Wann darf man sich Psychologin nennen?
Masterwahl und notwendige Brückenkurse
Berufsziel klinische Psychologie
Rückblick auf das Studium an der APOLLON Hochschule
Sarahs Start ins Masterstudium
Was würde Sarah heute anders machen?
Austausch und Freundschaften im Fernstudium
Wo man Sarah im Internet begegnet

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Sarah Aschenbrenner im Internet:

➡️ LinkedIn: www.linkedin.com/in/sarah-aschenbrenner
➡️ Instagram: www.instagram.com/sarah.aschenbrenner

Im Podcast erwähnt:

🎧 Das erste Gespräch mit Sarah über ihr Psychologie-Fernstudium ohne Abitur und mit drei Kindern: www.fernstudi.net/podcast/41

🎓 B.Sc. Angewandte Psychologie an der APOLLON Hochschule: www.fernstudi.net/fernstudium/humanwissenschaften/psychologie/12747
🎓 M.Sc. Psychologie an der APOLLON Hochschule: www.fernstudi.net/fernstudium/humanwissenschaften/psychologie/16608

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Transkript

Christian: Als Sarah das letzte Mal hier war, stand gerade ihre Statistikklausur im Psychologiestudium an. Sie hatte ein bisschen Angst davor. Sarah, die ohne Abitur ins Studium gegangen ist, mit Realschulabschluss, also ohne richtige Grundlagen, zumindest für Statistik, drei Kinder zu Hause und einfach sehr, sehr viel zu tun. Das ist jetzt anderthalb Jahre her.

Christian: Zwischenzeitlich hat sie ihre Bachelorarbeit abgegeben, mit einem sehr guten Ergebnis, mit einer 1,3. Wie sie dahin gekommen ist, warum ihr Plan für den Master zwischenzeitlich gekippt ist und überhaupt, wie ihr Studium an der APOLLON Hochschule verlaufen ist und was sie jetzt vorhat – darum geht es heute in dieser Podcast-Folge mit Sarah Aschenbrenner, jetzt zum zweiten Mal. Ich würde sagen, wir legen direkt los.

Bachelor mit 1,3: Sarahs Update

Christian: Ja, Sarah, dann herzlich willkommen, jetzt schon zum zweiten Mal in diesem Podcast. Ich freue mich total, von dir jetzt mal ein Update zu bekommen, wie das lief. Du hast uns im ersten Podcast sehr, sehr viel erzählt über dein Studium, über das Familienleben mit drei Kindern und wie du das alles unter einen Hut bekommen hast. Bevor du dich vorstellst, eine ganz kurze Einstiegsfrage: Bachelor mit 1,3 bestanden. Wie fühlt sich das an für dich?

Sarah: Ja, ich kann das immer noch gar nicht so richtig glauben. Das fühlt sich immer noch gar nicht realitätsnah an. Aber es ist natürlich ein tolles Gefühl, sich bewusst zu machen, dass man das jetzt geschafft hat und der Meilenstein erreicht ist. Das ist schon toll.

Christian: Du hast Angewandte Psychologie an der APOLLON studiert, ne? Stellst du dich vielleicht noch mal ganz kurz vor, für diejenigen, die den letzten Podcast – der war von 2024, im Dezember hatten wir den aufgenommen – noch nicht gehört haben?

Sarah: Ja, genau. Also, ich bin Sarah, bin 34 Jahre alt und habe Angewandte Psychologie an der APOLLON Hochschule studiert. Ich bin aktuell schon im Masterstudium eingeschrieben, auch an der APOLLON Hochschule. Und genau, ich studiere in Begleitung mit Familie, mit drei Kindern.

Christian: Also noch mal ganz herzlichen Glückwunsch für die bestandene 1,3. Wie kam das denn in deiner Familie an? Kannst du da vielleicht mal ein bisschen das Feedback zusammentragen?

Sarah: Ja, das kam auf jeden Fall sehr gut an. Ich glaube, da haben alle nicht so richtig mitgerechnet, ich natürlich auch nicht. Man dachte sich damals so: Ja, versuchst es mal, schreibst dich ein. Und man hatte schon auch ein bisschen Selbstzweifel: Schaffe ich das? Und auch die Angehörigen. Ich muss dazu sagen, ich komme natürlich auch nicht aus einer Akademikerfamilie, das ist alles nicht so bekannt bei uns. Wir sind eher eine Arbeiterfamilie, und von daher ist manchmal vielleicht auch gar nicht für alle so ersichtlich, was da tatsächlich für eine Arbeit dahintersteckt. Aber im Verlauf des Studiums haben natürlich alle gemerkt, was für eine Belastung das auch ist, was man alles leisten muss, wie viel Organisatorisches dahintersteckt. Und als es dann letztendlich geschafft war, war bei allen die Freude groß und der Stolz. Das war schon echt ein schönes Gefühl.

Christian: Zumal du das auch wirklich schnell durchgezogen hast. Ich habe noch mal geguckt: Du hattest, wenn ich das richtig gesehen habe, 2024 mit dem Studium angefangen, ungefähr ein knappes Jahr, bevor wir diese Folge zusammen gemacht hatten. Und jetzt haben wir 2026, also eigentlich in Regelstudienzeit durchgezogen.

Fernstudium mit drei Kindern

Christian: Richtig, richtig cool. Und damals hatten deine Kinder natürlich noch ein anderes Alter. Der oder die Jüngste war eins, ne? Mittlerweile müsste sie jetzt drei sein. Hat sich da irgendwas verändert im Verlauf des Studiums? Also, ich kann es nur bei mir sagen: Als die Kleine eins war, war das auf der einen Seite noch ein bisschen anstrengender, weil es einfach wenig Schlaf ist. Auf der anderen Seite ist es jetzt auch ein bisschen leichter, man hat einfach ein bisschen mehr Zeit. Bei mir geht die Kleine jetzt in die Kita, und dann lässt sich vieles leichter organisieren. Hat sich da bei dir irgendwas geändert im Laufe des Bachelorstudiums?

Sarah: Genau, du hast es gerade schon so schön gesagt. Bei mir war das dann auch so, dass der Kleine in die Kita gegangen ist, und dann hatte ich auch wirklich feste Zeiten. Ich habe jetzt vormittags immer die vier, fünf Stunden Zeit, in denen ich wirklich durchziehen kann und nicht unterbrochen werde. Natürlich ist es so, dass bei drei Kindern auch immer mal irgendwas ist. Das haben wir ja auch schon gemerkt, als wir uns für den Podcast verabredet haben. Man muss immer ein bisschen darauf gefasst sein, dass der Plan zerläuft. Aber trotzdem ist es schon wesentlich angenehmer, definitiv. Ich muss leider sagen, der Schlafmangel ist bei mir immer noch da, der Kleine schläft nicht so sonderlich gut. Aber im Alltag ist es schon reduzierter.

Christian: Schlafmangel kenne ich auch noch, aber bei mir ist es zumindest nicht mehr ganz so schlimm. Bei meiner Partnerin wahrscheinlich immer noch ein bisschen mehr, weil sie diejenige ist, die nachts aufsteht, wenn die Kleine doch mal weint. Aber es ist jetzt nicht so, dass das die ganze Nacht durchgeht. Und für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, weil du es gerade angeschnitten hast: Wir haben tatsächlich zweimal verschoben. Wir wollten eigentlich schon vor einer ganzen Weile aufnehmen, und das ist total verständlich – mit drei Kindern kommt einfach wirklich schnell mal so viel dazwischen. Dann war jetzt glaube ich auch noch Ferienzeit, die ist mittlerweile auch vorbei. Und jetzt haben wir es hinbekommen.

Mental Load und Prioritäten im Alltag

Christian: Was auch ein großes Thema war in der letzten Folge, war Mental Load. Hat sich das für dich verändert, verbessert oder vielleicht auch verschlechtert?

Sarah: Also, das ist tatsächlich ganz schwer zu sagen. Ich würde nicht sagen, dass es sich verbessert hat. Ich glaube, das ist immer ein großes Thema mit Familie und Haushalt. Es verändert sich natürlich manchmal in den Thematiken, aber es nimmt immer noch genauso viel Raum ein. Organisatorisch steht in der Schule immer irgendwas an – meine beiden Großen gehen in die Schule, der Kleinste in die Kita – oder ein Kind muss irgendwie gefördert werden, dann der Haushalt. Es ist auch so, wenn ich morgens meine Zeit habe, in der ich lerne, dass mir schon wieder im Nacken sitzt: Ach, die Waschmaschine, und die Wäsche müsste auch noch. Da merke ich schon, dass ich mich hinsetzen und mir bewusst Prioritäten setzen muss, weil sonst ist der Kopf so voll, dass die Konzentration wirklich darunter leidet. Das ist auch immer noch ein Lernprozess, zu gucken, was jetzt wirklich Priorität hat. Aber das Thema Mental Load legt man nicht so leicht ab.

Christian: Ja, ich muss sagen, auch nachdem wir diese Folge aufgenommen hatten, ist das bei mir ein Thema geworden, das immer größer geworden ist. Ich habe das richtig im Familienalltag gemerkt: Man ist irgendwie gestresst, geht bei kleinen Dingen schon an die Decke, macht sich ganz, ganz viele Sorgen, wacht nachts auf und so weiter. Das war bei mir dann teilweise wirklich so, dass es einen Punkt gab, an dem ich dachte: Okay, ich muss jetzt was machen. Nicht nur für mich, sondern auch für meine Umgebung. Eine wichtige Sache für mich war, Schlaf noch mehr zu priorisieren, guten, gesunden Schlaf. Aber was mir wirklich richtig geholfen hat, war eine Selbstorganisationsstrategie: Getting Things Done. Ich weiß nicht, ob dir das was sagt. Letztendlich geht es darum, erstmal alles Mögliche aus dem Kopf rauszubekommen, was einen beschäftigt, das sortiert zu bekommen, in Listen zu sortieren, teilweise To-do-Listen und alle möglichen Arten von Listen. Das war wirklich super hilfreich.

Sarah: Das könnte ich mir vorstellen.

Christian: Ich hatte dann das Gefühl: Okay, das habe ich jetzt für dann und dann geplant, das kriege ich so bewältigt. Das hat wirklich richtig gut geholfen. Ich mache das jetzt im Alltag nicht die ganze Zeit, dass ich mich damit auseinandersetze, aber einfach diese To-do-Listen – so einfach, wie das klingt – haben mir definitiv geholfen.

Sarah: Ja, das stimmt, das könnte ich so unterschreiben. Ich finde es auch immer ganz wichtig, aufzuschreiben und zu strukturieren, dass das Chaos im Kopf quasi erstmal auf Papier gebracht wird und man es dann nach und nach abarbeitet. Also, das mache ich ähnlich.

Statistik mit 1,0 bestanden

Christian: Ein anderes Thema, auch im letzten Podcast, war Statistik. Wenn ich mich richtig erinnere, hattest du dich da schon vorbereitet und gelernt, dir aber auch ein bisschen Sorgen gemacht, weil du eben ohne Abitur in das Studium gegangen bist und vielleicht auch etwas andere Voraussetzungen hattest als andere Studierende, die mit Abitur reingehen und dann während des Abiturs schon höhere Mathematik und solche Sachen hatten. Die Klausur stand aber noch aus, soweit ich weiß, während der Aufnahme – die war dann eine Woche später oder so. Wie lief es denn? Erzähl mal.

Sarah: Ja, also überraschend gut. Ich habe mich wesentlich schlechter eingeschätzt. Ich habe tatsächlich eine 1,0 geschrieben. Ich muss aber auch dazu sagen, dass wir das Glück hatten, dass die Prüfungsform noch Open Book war. Wir mussten somit nicht die Formeln auswendig lernen und durften uns auch ein bisschen Hilfestellung oder geschriebene Zettel mitnehmen. Das war schon eine Erleichterung, ganz klar. Ansonsten wäre es, glaube ich, noch mal eine Nummer schwieriger gewesen. So wie ich das weiß, müssen andere in den Proctoring-Klausuren oder Präsenzklausuren tatsächlich Formeln auswendig können. Manche Hochschulen bieten eine Formelsammlung an, aber das ist wohl auch nicht überall gegeben. Von daher bin ich da natürlich ganz froh gewesen und habe das dann ganz gut hinbekommen.

Christian: Zu den Prüfungsformen – du hast gerade schon gesagt, das hat sich ein bisschen geändert, darüber hatten wir auch das letzte Mal geredet. Da können wir dann noch mal genauer reden, wenn es um die APOLLON Hochschule geht. Also: Statistik bestanden, herzlichen Glückwunsch. Ist Statistik eigentlich im Alltag hilfreich für dich? Also natürlich nicht die Rechnung, aber ich finde es schon ganz gut, dass man Studien und wissenschaftliche Arbeiten anders liest.

Sarah: Ja, man betrachtet das ganz anders. Man guckt sich das ganz anders an, wenn über Studien gesprochen wird. Also, ich finde schon, das bringt einem was. Aber die Rechnung natürlich nicht mehr, Statistik im Alltag.

Christian: Bei uns ist Kopfrechnen gerade so ein Thema, weil die Mittlere gerade die ganzen Zahlen lernt in der Schule. Die ist jetzt in der dritten Klasse, und dann wird natürlich mal ein bisschen am Essenstisch abgefragt: 3 mal 3, 5 mal 8 und so. Und manchmal merke ich: Okay, ich bin da eigentlich auch gar nicht mehr so richtig drin.

Sarah: Ja, das stimmt.

Christian: Aber ich glaube, für Statistik brauchen wir ein bisschen mehr als Zahlenreihen und Kopfrechnen. Hast du vielleicht irgendeinen besonderen Tipp für diejenigen, die auch gerade davorstehen, eine Statistikklausur zu schreiben oder dafür zu lernen?

Sarah: Ja, ein besonderer Tipp: Mir hat es unheimlich geholfen, mir immer wieder Übungsaufgaben zu stellen. Bei Statistik ist es wirklich das Anwenden, das ist, glaube ich, das A und O. Und ich habe auch super gern mit der KI gelernt. Da kann man sich Testklausuren machen, oder mittlerweile gibt es bei NotebookLM auch super coole Mindmaps und Zusammenfassungen, um erstmal die statistischen Grundbegriffe zu lernen. Das ist, glaube ich, auch wirklich das A und O, bevor man an die Rechnung geht: dass man überhaupt die ganzen Grundbegriffe kennt und weiß, wie die Statistik aufgebaut ist. Da finde ich das schon echt sehr, sehr hilfreich für mich gewesen.

Praktikumsplatz in der Psychologie finden

Christian: Ein anderes Thema war die Praxisphase, die du im Studium absolvieren musst. Kannst du uns vielleicht mal erzählen, wie das läuft, wie viel du absolvieren musstest? Und wie hast du dann ein Partnerunternehmen oder was auch immer gefunden, um das Ganze zu absolvieren? Wie bist du drangegangen und wie lief es ab für dich?

Sarah: Also, ich glaube, im letzten Podcast hatten wir darüber gesprochen, wie schwer es eigentlich ist, einen Praktikumsplatz zu finden. Und das kann ich weiterhin nur sagen: Es ist wirklich nicht einfach in der Psychologie, besonders im Bachelor, weil immer das Problem auftaucht: Wir suchen nur Masterstudierende. Ich fand es sehr schwierig, hatte aber dann letztendlich Glück, dass ich einen Praktikumsplatz in einer psychiatrischen Tagesklinik bekommen habe. Ich musste tatsächlich 600 Stunden im Umfang ableisten. Bei der APOLLON ist es so, wenn man berufsbegleitend studiert, kann man sich die Berufstätigkeit anrechnen lassen. Ich war jetzt aber nicht berufstätig, ich war ja in Elternzeit, und somit musste ich die 600 Stunden extern absolvieren. Und ja, das war wirklich eine super coole Erfahrung, es hat unheimlich viel Spaß gemacht.

Sarah: Ich bin so froh, dass ich diese Stunden extern leisten musste. Die Theorie ist das eine, man nimmt viel Modellernen und auch Statistik mit, aber in die Anwendung zu kommen ist halt was ganz, ganz anderes. Auch mit Störungsbildern konfrontiert zu sein, mit Beratungsstrategien – das war wirklich ein Punkt, der für mich ganz wichtig war. Wie funktioniert eine Beratung? Wie ist so ein Gespräch aufgebaut? Wie höre ich aktiv zu und bin empathisch? Das fand ich schon ultra spannend, da habe ich ganz viel für mich mitgenommen. Ich hatte echt eine richtig tolle Praktikumsstelle, mir wurden auch viele Aufgaben zugetraut, ich wurde toll mit einbezogen. Das lief dann letztendlich so gut, dass man mir auch angeboten hat, im Master sehr gern wiederzukommen. Das mache ich auch, im April nächsten Jahres gehe ich dann wieder in die Tagesklinik. Es war wirklich eine sehr lehrreiche und schöne Zeit.

Christian: Und wie hast du das organisiert bekommen?

Sarah: Das war am Anfang sehr anstrengend, da erstmal reinzukommen, weil der Kleine kurz vorm Praktikum erst mit der Eingewöhnung durch war. Da waren bei mir natürlich große Ängste: Wie funktioniert das? Die Eingewöhnung war von der Zeit her ja so, dass ich ihn meistens gegen 9 Uhr gebracht und um 12 Uhr schon wieder abgeholt habe. Und ich wusste, mit Praktikum muss er dann wirklich sehr früh in die Kita, um 7 Uhr, und muss dann aber auch teilweise bis 14, 15 Uhr bleiben. Das hat aber Gott sei Dank wirklich gut geklappt. Es war schon mit mehr Stress verbunden, mein Mann und ich mussten gerade morgens echt ein eingespieltes Team sein, damit alle pünktlich aus dem Haus kommen. Gerade bei Zweijährigen ist ja die Emotionsregulation nicht immer so gegeben, da musste man schon gucken, dass das mit dem Anziehen klappt, Schuhe anziehen, pünktlich aus dem Haus ins Auto. Aber ja, das hat sich dann mit der Zeit gegeben.

Christian: Die Eingewöhnung ist ja so die große Unbekannte. Selbst wenn du das schon mit zwei Kindern mitgemacht hast, das ist ja bei jedem Kind anders. Bei mir lief das zum Glück sehr gut. Ich war derjenige, der sich da mehr Sorgen gemacht hat und auch erstmal gar nicht so richtig loslassen konnte. Ich hatte so die Vorstellung: Jetzt bin ich eigentlich ein schlechtes Elternteil, wenn ich mein Kind da einfach in die Krippe schicke, zu Fremden erstmal. Aber mittlerweile liebt sie es dort auch, sie braucht das auch, mit den anderen Kindern umzugehen, mit den Erzieherinnen und Erziehern, sie lernt da ganz viel. Da habe ich auch gar kein schlechtes Gewissen mehr, wenn ich um 7 Uhr zum Frühdienst hingehe und sage: Hier, viel Spaß, hab einen schönen Tag.

Sarah: Ja, das stimmt. Das kenne ich aber auch mit diesem schlechten Gewissen. Ich glaube, das geht ganz vielen Eltern so, dass man irgendwie zwiespältige Gefühle hat. Aber letztendlich gefällt es den meisten Kindern, glaube ich, auch echt sehr gut.

Christian: Die Praxisphase lief so gut, dass du dich im Prinzip schon für die nächste verabredet hast. Ganz viele Bewerbungen hast du sicherlich geschrieben. Hast du noch irgendeinen Tipp für diejenigen, die nicht so richtig etwas finden?

Sarah: Ja, auf jeden Fall frühzeitig, also mindestens ein Jahr im Voraus, das kann ich nur empfehlen. Und auch wirklich da anschreiben, wo nicht unbedingt ausgeschrieben ist, dass Praktikantinnen und Praktikanten gesucht oder benötigt werden, weil ich so letztendlich auch Erfolg hatte. Man muss es einfach immer wieder versuchen, auch wenn es natürlich frustrierend ist, vielleicht auch persönlich hingehen. Das ist echt mein Tipp: einfach anschreiben.

Sarahs Bachelorarbeit

Christian: Gut, dann lass uns mal über deine Bachelorarbeit reden. Das Herzstück eigentlich von so einem Studium, wo dann alles noch mal so richtig zusammenkommt. Erzähl uns doch mal: Was war das Thema deiner Bachelorarbeit, womit hast du dich beschäftigt, und wie bist du darauf gekommen?

Sarah: Genau. Mein Thema war: intrusive Gedanken in der allgemeinen Bevölkerung, Zusammenhänge zwischen Neurotizismus und Stress. Wie ich vorgegangen bin: erstmal die Themenfindung. Ich wusste, dass mich die klinische Psychologie sehr interessiert, deswegen war auch meine Praktikumsauswahl darauf fokussiert. Und dann die Fragestellung formulieren und Literaturrecherche, sich vertraut machen: Was möchte ich eigentlich, wie möchte ich das erheben? Mache ich eine systematische Literaturanalyse, mache ich eine qualitative Studie, eine quantitative Studie? Ich habe mich dann für den quantitativen Weg entschieden. Das Ganze habe ich über SoSci Survey erhoben, und dann ging es natürlich auch in die Auswertung.

Christian: Darf ich mal fragen – das Thema, wenn ich das richtig verstanden habe, das habe ich auch ein bisschen beobachtet, wir folgen uns ja auf LinkedIn, da hast du glaube ich immer mal darüber geschrieben, vielleicht auch auf Instagram. Da geht es ein bisschen darum, dass man sich Dinge irgendwie selber einredet, oder? Kannst du das mal ganz kurz erklären?

Sarah: Ja, intrusive Gedanken, das sind ganz katastrophisierende Vorstellungen oder unangenehme Gedanken, die oft gar nicht mit den eigenen Werten oder der eigenen Moral zusammenpassen. Ich finde, ein Beispiel, das vielleicht jeder mal kennt, ist auf der Autobahn: Man fährt, weiß ich nicht, 100 km/h und hat plötzlich den Gedanken, was eigentlich passiert, wenn ich jetzt in den Gegenverkehr lenke. Oder in der Höhe die Angst: Was ist, wenn ich springe? Das sind intrusive Gedanken.

Was sind intrusive Gedanken?

Christian: Und wie kommst du auf das Thema, oder wie kam das zu dir?

Sarah: Das hat tatsächlich eine kleine persönliche Vorgeschichte. Ich hatte nach der Geburt meines zweiten Sohnes eine Wochenbettdepression, und da habe ich tatsächlich auch das mit den intrusiven Gedanken gehabt. Das nennt man in der Psychopathologie ja Zwangsgedanken oder aggressive Zwangsgedanken. Ich dachte immer, das ist total schrecklich, solche Vorstellungen zu haben, und vielleicht bin ich ja ein schlechter Mensch, dass ich so etwas denke. Wenn man aber dann anfängt, Menschen mit solchen Gedanken zu konfrontieren, dann bekommt man doch relativ häufig zu hören: Ja, das kenne ich auch.

Sarah: Und dann hat sich für mich irgendwann das Interesse oder die Frage entwickelt: Wann ist es normal, wann wird es zur Belastung, wann wird es vielleicht auch zur Krankheit? Das ging in der Bachelorthesis so natürlich nicht, aber einfach schon das Interesse: Wann wird es eigentlich für jemanden belastend? Welche Faktoren spielen da rein, dass jemand solche Gedanken überbewertet? Das fand ich total spannend und dachte, da muss ich mal ein bisschen schauen.

Christian: Sind das auch solche Gedanken, wenn ich mir jetzt sage: Ah, ich bin so dumm, so was immer mal wieder passiert. Oder: Ach, ich verstehe das nicht. Zählt das da auch mit rein?

Sarah: Nee, ich glaube tatsächlich nicht.

Christian: Okay, also katastrophisierende Vorstellungen, die dann im Moment irgendwie auftreten.

Sarah: Genau. Aufdringliche Gedanken, die gar nicht zur eigenen Persönlichkeit passen und ganz unangenehme Gefühle hervorrufen oder einen auch kurz erschrecken.

Christian: Okay. Und hast du in deiner Bachelorarbeit dann Strategien entwickelt, um damit umzugehen?

Sarah: Wie meinst du die Frage konkret? Das habe ich nicht so ganz verstanden.

Christian: Ja, also wenn diese Gedanken für manche belastend sind – die Frage ist eher: Was tut man dann? Was tut man dagegen, wie geht man damit am besten um?

Sarah: Ja, gut, das habe ich natürlich jetzt nicht konkret erhoben.

Christian: Aber wie geht man damit am besten um? Ich würde spontan erstmal denken: vielleicht einfach zulassen und beobachten. Dass ich das so denke und beobachte, aber dass das jetzt nicht real ist in dem Sinne. Das wird nicht passieren, und dann vielleicht die Logik einfach wieder zurückholen.

Sarah: Ja, ich glaube, oft ist es das. Ich habe ja jetzt nicht den Krankheitswert an sich untersucht, sondern eher die intrusiven Gedanken, diese bildlichen Vorstellungen, die jeder kennt. Da geht man ja dann nicht direkt in die Behandlung rein, das ist ja dann wieder wirklich sehr klinisch und pathologisiert. Das war es jetzt nicht. Ich kenne das natürlich nur aus der Behandlung mit einer Psychotherapie, Verhaltenstherapie, und natürlich auch Akzeptanz, wie du schon gesagt hast: aus der Vogelperspektive den Gedanken beobachten und ziehen lassen. So etwas gehört natürlich mit zur Behandlung, aber das habe ich jetzt gar nicht so bei mir thematisiert.

Quantitative Forschung und Teilnehmendensuche

Christian: Okay, du hast gesagt, dass du dich für die quantitative Forschung entschieden hast. Qualitativ war keine Option für dich?

Sarah: Nee, ich wollte quantitativ, weil ich mich da irgendwie auch schon sicher gefühlt habe. Im Gruppenprojekt bei uns war es auch eine quantitative Erhebung, und ich hatte einfach total Lust, mich mit dem Statistikprogramm noch mal selber zu beschäftigen und da noch ein bisschen Erfahrung zu sammeln. An Qualitatives habe ich mich auch nicht so richtig herangetraut. Ich fand es auch gut, dass ich quantitativ genommen habe, muss ich ganz klar sagen, weil es gerade jetzt im Master doch gut ist, wenn man sich mit dem Statistikprogramm auskennt. Da geht es ja auch noch mal in die multivariaten Verfahren und noch mal SPSS. Von daher war es an sich nicht verkehrt.

Christian: Okay. Und Teilnehmerinnen und Teilnehmer finden – war das schwierig?

Sarah: Ja, das war wirklich schwierig. Es gibt so eine Seite, ich weiß jetzt nur nicht mehr, wie die heißt, die arbeitet mit SoSci Survey zusammen. Da muss man selber Fragebögen beantworten, kriegt dann Punkte, und je mehr Punkte man hat, desto mehr machen auch bei der eigenen Studie mit. So kann man sich gegenseitig unterstützen. Ansonsten muss ich sagen, habe ich wirklich versucht, alles auf Social Media zu geben. Ich bin da teilweise auch Gruppen beigetreten, wo ich wusste, okay, da könnte die Zielgruppe liegen, da habe ich das auch verteilt. Es wurde natürlich nicht überall zugelassen, aber ich bin dann, glaube ich, auf über 300 Teilnehmende gekommen. Da war ich schon sehr stolz. Aber es war nicht so einfach.

Christian: Ja, kann ich mir vorstellen. Ich sehe das schon seit ganz, ganz vielen Jahren, es ist immer ein Riesenproblem, dann auf die entsprechende Teilnehmerzahl zu kommen. Da hat halt keiner so richtig Lust, teilzunehmen. Und Anreize will oder sollte man ja wahrscheinlich auch nicht geben. Das Ergebnis ist dann wahrscheinlich ein bisschen verzerrt, wenn man sagt: Okay, du kriegst einen Gutschein dafür.

Sarah: Ja, definitiv machen das manche, aber für mich war das erstmal nicht die Möglichkeit. Im Gruppenprojekt haben wir das auch ganz gut hinbekommen über Social Media. Man muss dann schon dranbleiben. Man hat manchmal auch ein bisschen das Gefühl: Hoffentlich bin ich jetzt nicht penetrant. Aber anders geht es teilweise, glaube ich, gar nicht.

Literaturrecherche mit KI, NotebookLM und Zotero

Christian: Okay, hat ja auf jeden Fall geklappt. Und der Schreibprozess deiner Bachelorarbeit – war das im Vergleich zu der vorigen Lernzeit, in der du deine Module bearbeitet und vielleicht auch mal eine kürzere Ausarbeitung geschrieben hast, jetzt anders? War das stressiger, oder war das eigentlich auch absolut okay zu organisieren?

Sarah: Also, es war stressiger in dem Sinne, dass man sich natürlich mehr Druck macht. Ich war bei meiner Thesis auch sehr perfektionistisch. In dem Punkt war es schon ein bisschen stressiger. Aber die intrinsische Motivation war natürlich eine ganz andere. Es war ein Thema, das mich interessiert hat, dementsprechend war man auch viel mehr im Schreibflow als bei Themen, die man zwangsläufig bearbeiten musste, weil das Modul Pflicht war. Es war Stress im Sinne von Leistungsdruck, aber es war gleichzeitig auch ein schöner Stress, weil man sich ja in der Regel ein Thema aussucht, mit dem man sich gerne befasst. Das relativiert das wieder ein bisschen.

Christian: Und der Umgang mit den Quellen, das ist ja auch ein ganz, ganz wichtiger, großer Faktor, gerade bei so einer Abschlussarbeit. Kannst du mal beschreiben, wie du da vorgegangen bist, wie du Quellen gefunden hast? Jede einzelne Quelle bis ins Detail gelesen und ausgearbeitet? Wie hast du das gemacht?

Sarah: Nee, bis ins kleinste Detail habe ich nicht jede gelesen. Da bin ich auch schon ganz froh, dass es NotebookLM gibt, muss ich ganz klar sagen. Das kann schon helfen, ein bisschen zu gucken, was wirklich nützlich für mich ist und was nicht. Man kann sich zur ganzen Literatur auch Zusammenfassungen machen und dann ein bisschen selektieren. Das habe ich schon auch zur Literaturrecherche benutzt. Und klar, Google Scholar, auch normales Google habe ich benutzt. Ich habe teilweise mal versucht, es mit ChatGPT zu machen, das klappt teilweise, teilweise nicht. Das war echt eigene Findung. Ich muss aber sagen, ich hatte mein Thema ja schon lange im Kopf und habe auch schon über Monate immer mal, wenn ich Zeit hatte, recherchiert, was ich zu dem Thema finde, und habe mir da schon ein paar Paper und Studien an die Seite gelegt.

Christian: Ja, absolut sinnvoll, sich im Laufe des Studiums schon damit zu beschäftigen: Womit würde ich mich beschäftigen wollen? Man weiß natürlich nicht, ob das Thema genehmigt wird und ob man auch eine Betreuung findet. Es hätte dir ja auch passieren können, dass es heißt: Geht so nicht. Dann wäre das natürlich blöd gewesen, aber so schlimm ist es dann auch nicht, glaube ich.

Sarah: Genau. Und ansonsten Zotero, damit arbeite ich auch sehr viel. Eigentlich immer so mit NotebookLM und Zotero versuche ich, meine Literaturverwaltung zu machen, und das klappt eigentlich sehr gut.

Christian: NotebookLM heißt vielleicht noch als Hinweis für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer mittlerweile, soweit ich weiß, Gemini Notebook. Die haben das umbenannt, aber es sind immer noch dieselben Funktionen. Was mir aufgefallen ist, ich habe das auch für meine letzte Hausarbeit genutzt, um erstmal die Relevanz von Quellen einzuschätzen: Bei tiefergehenden Fragen wird es schwierig, da kommt das nicht so gut mit klar. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich keine Pro-Version habe und dann ein einfaches, schnelles Sprachmodell genutzt wird. Aber mir ist wirklich aufgefallen, dass ich mit anderen KIs bei der Quellenauswertung ein bisschen weitergekommen bin. Um überhaupt erstmal die Relevanz auf eine wirklich schnelle Art und Weise einzustufen, finde ich es aber auch super hilfreich. Und was ich auch richtig cool finde, ist, sich einfach aus einer Quelle eine Infografik generieren zu lassen oder einen kleinen Film. Oder einen Podcast, das habe ich auch mal bei einer Quelle gemacht, da bekommt man richtig cool erzählt, worum es in dieser Quelle ganz genau geht.

Sarah: Genau. Und gerade, jeder ist ja ein unterschiedlicher Lerntyp, der eine braucht etwas Visuelles, der andere etwas Auditives. Ich finde, da kann man jede Facette bedienen, um besser lernen zu können. Mir hilft das auch unheimlich, ich mache das auch: Ich lese Studienhefte, mache mir ein Quiz raus, höre das noch mal als Podcast an, mache eine Mindmap. NotebookLM kann ich mir beim Lernen mittlerweile echt fast gar nicht mehr wegdenken. Ich habe aber auch nicht die Pro-Version, auch nur die normale, aber das reicht mir auch.

Christian: Und druckst du dir die Quellen dann aus? Letzte Frage jetzt zu den Quellen, aber das interessiert mich, weil ich das auch gerade alles hinter mir habe. Druckst du die aus und liest sie letztendlich doch auf Papier, oder alles am Bildschirm?

Sarah: Alles am Bildschirm.

Christian: Okay. Ich finde das bei Papern manchmal schwierig, weil die Schrift so klein ist, dann hast du nur PDF-Dateien, häufig auch zweispaltig gedruckt. Das kriege ich am Bildschirm schon schwer hin, aber auf dem Papier fiel mir das auch bei einigen Quellen wirklich schwer. Vielleicht liegt es auch an meinem Alter, keine Ahnung, vielleicht brauche ich meine Brille oder so eine kleine Leselupe. Aber bei manchen Quellen muss ich mich wirklich durchquälen, um da irgendwie durchzukommen.

Abgabe, Perfektionismus und Fehlerangst

Christian: Okay, also du hast quantitativ gearbeitet, eine Umfrage gemacht, deine Teilnehmenden gewonnen, hast geschrieben und hattest auch ganz viel Spaß an diesem Prozess. Wie war denn der Moment der Abgabe? Du hast gesagt, du bist perfektionistisch. Da kann ich mir vorstellen, dass du dann auch nicht wirklich loslassen und die Arbeit hochladen wolltest, vielleicht immer noch mal hier ein Fehlerchen finden und suchen. Wie war der Moment, in dem du tatsächlich eingereicht, also wahrscheinlich hochgeladen hast?

Sarah: Ja, auch sehr ambivalent, würde ich sagen. Bevor ich abgegeben habe, habe ich noch fünfmal drübergeprüft: Habe ich auch nichts vergessen, habe ich das richtig eingesendet? Und selbst wenn man es abgesendet hat, guckt man noch fünfmal, ob man es auch an die richtige Person gesendet hat. Das war irgendwie mit sehr viel Unsicherheit und Aufregung verbunden, weil eben so etwas Großes dahintersteckt. Es war ja auch so, dass ich zwei gebundene Fassungen per Post schicken musste, da musste ich gucken, dass das möglichst zeitgleich ankommt. Das hat aber dann doch alles ganz gut geklappt. Und dann kann ich nur den Tipp geben, nicht noch mal in die Thesis reinzugucken, weil sie ja dann abgegeben ist. Und wenn man dann einen Fehler findet, macht man sich schon echt verrückt. Es ist mir schwergefallen, aber ich habe den Ratschlag, der mir immer von allen gegeben wurde, beherzigt und dann nicht noch mal reingeguckt.

Christian: Den Fehler habe ich bei meiner letzten Hausarbeit gemacht. Da habe ich noch mal geguckt und gesehen: Oh, ich habe da etwas bei der Formatierung falsch gemacht, obwohl das eigentlich wirklich mein Steckenpferd ist, das kann ich eigentlich perfekt. Aber irgendetwas hatte ich einfach in den Vorgaben übersehen, und dann war es doch nicht ganz richtig. Da wusste ich: Okay, da kriege ich wahrscheinlich schon mal einen Punkt Abzug. War aber okay. War die Formatierung für dich eigentlich auch schwierig oder problematisch, oder ging das?

Sarah: Nee, das ging. Aber ich glaube, durch diese ganzen Fallaufgaben und Projektarbeiten – die APOLLON war ja sehr, sehr viel wissenschaftliches Arbeiten – habe ich mich da echt ganz sicher und routiniert gefühlt. Es war dann eher: Ist im Text irgendetwas, passt alles, habe ich alles beachtet, habe ich das Deckblatt richtig gemacht? Das war natürlich schon ein bisschen anders als bei den Fallaufgaben. Ich habe auch das erste Mal einen umfangreichen Anhang erstellt, da muss man ja auch alles transparent machen, die Fragebogenerhebung. Da war ich natürlich schon ein bisschen unsicher.

Christian: Ja, coole Sache. Was ich auch interessant finde, ist, dass das noch gedruckt abgegeben werden muss. Ich dachte, das ist heutzutage gar nicht mehr notwendig, das noch irgendwo drucken und binden zu lassen, an vielen Hochschulen gar nicht mehr. Aber es scheint ja dann doch der Fall zu sein. Ist noch mal was anderes, wenn man das gedruckt in der Hand hält und da noch mal reinschaut.

Sarah: Ja, absolut.

Christian: Es ist nicht bei allen Hochschulen mehr notwendig. Ich glaube, die FernUni Hagen macht das zum Beispiel nur noch so, dass man digital einreicht.

Sarah: Aber bei der APOLLON waren es dann noch zwei. Ich glaube, bis vor einem Jahr oder zwei waren es sogar noch drei gebundene Exemplare, und jetzt waren es dann noch zwei.

Wann darf man sich Psychologin nennen?

Christian: Also noch mal Glückwunsch für die 1,3. Ich habe noch eine andere Frage, das ist jetzt ein ganz kleiner Themenschwenk, der eher mit deinem Psychologiestudium an sich zu tun hat. Du hast ja Angewandte Psychologie studiert. Wenn ich das richtig verstehe, musst du, wenn du dich später Psychologin nennen möchtest, einen Bachelor studieren, der einen gewissen Anteil an verschiedenen Inhalten hat, zum Beispiel klinischer Psychologie. Und ich glaube, es darf auch nicht Angewandte Psychologie sein – das kannst du mir aber gleich genauer erklären. Und dann brauchst du noch den Master in Psychologie, der konsekutiv zum Bachelorstudium ist. Und dann kannst du dich tatsächlich, wenn du das alles bestehst, Psychologin nennen. Oder muss man da nicht auch noch einen Antrag stellen? Vielleicht kannst du uns das noch mal erklären, ich finde es teilweise ein bisschen verwirrend.

Sarah: Ja, ich hoffe natürlich auch, dass ich das jetzt richtig erkläre, es ist wirklich alles ein bisschen verwirrend. Aber du hast recht: konsekutiv, das bedeutet, dass es wirklich Bachelor und Master in Psychologie ist. Angewandte Psychologie zählt da mit darunter, aber jetzt zum Beispiel Kommunikationspsychologie oder Wirtschaftspsychologie, das sind meistens Studiengänge, die nicht darunter zählen. Der BDP hat, meine ich, zum Beispiel auch eine Liste, da kann man gucken: Ist mein Studiengang anerkannt oder nicht? Und solange das der Fall ist, geht das in der Regel. Es darf dann auch kein Bachelorstudiengang in Sozialer Arbeit oder Sozialpädagogik sein. Es muss wirklich Bachelor und Master in Psychologie sein, damit die Grundlagenfächer erfüllt werden, die erfüllt werden sollen. Aber Angewandte Psychologie fällt auf jeden Fall mit darunter, und dann darf man sich auch Psychologin oder Psychologe nennen.

Christian: Okay, das ist auf jeden Fall interessant und gut zu wissen. Dann hast du jetzt eigentlich noch die Möglichkeit, dich mit dem richtigen Studiengang später auch Psychologin nennen zu können.

Masterwahl und notwendige Brückenkurse

Christian: Und damit komme ich schon zu der Frage, die wahrscheinlich auch ganz, ganz viele unserer Zuhörerinnen und Zuhörer und Zuschauerinnen und Zuschauer interessiert: Was machst du jetzt? Master, das weiß ich. Wo machst du den?

Sarah: Genau, ich mache den an der APOLLON Hochschule. Ich war mir tatsächlich sehr unsicher, wo ich ihn mache, weil ich mich ja auch ein bisschen in die klinische Psychologie vertiefen wollte. Ich hatte mich zum Beispiel auch bei der PFH Göttingen beworben, und ich hatte mir auch die Euro-FH angeschaut, die hat glaube ich mit der PFH auch noch die Vertiefung in klinischer Psychologie. Da waren aber tatsächlich Brückenkurse notwendig. Ich war unsicher, weil ich dazu erklären muss: Mein Weg ist ja ein bisschen, die Fachpsychologin beim BDP in klinischer Psychologie zu machen, um mich noch mal fundiert weiterzubilden. Und ich dachte tatsächlich, dass ich dafür auch einen Master mit einem gewissen Schwerpunkt beziehungsweise einer ECTS-Verteilung mehr in Richtung klinisch bräuchte. Ich hatte mich aber auch da schon an der PFH eingeschrieben und hatte auch schon die Brückenkurse begonnen.

Sarah: Und als dann aber der BDP meinte, dass das tatsächlich nicht notwendig ist, sondern dass es für dieses Zertifikat eher wichtig ist, dass man nach dem Master noch eine zusätzliche Praxis- und Theoriephase durchläuft, und die hat tatsächlich nichts damit zu tun, wo man den Master abgeschlossen hat – da bin ich wieder ein bisschen ins Grübeln gekommen. Weil ich wollte vom Herzen eigentlich schon gern an der APOLLON bleiben. Es hat einfach so gut in meinen Alltag gepasst, und ich habe mich wohlgefühlt an der Hochschule, ich fand das mit den Fallaufgaben toll. Und ich hatte auch schon während der Zeit an der PFH gemerkt – es waren zwei Module, die ich hätte abschließen müssen, und beide tatsächlich mit Klausuren – ich hatte schon drei oder vier Monate dafür gelernt und wirklich gemerkt, was für ein Unterschied das macht, für Klausuren zu lernen oder eben Fallaufgaben abzuschließen. Es war wirklich schwer, das zu integrieren.

Sarah: Ich hätte das auf jeden Fall durchgezogen, aber dann in Relation, als man mir gesagt hat, dass es nicht notwendig ist, dachte ich: Sollte ich mir den Stress wirklich machen, oder ist es auch in Ordnung zu sagen, ich muss mir den Stress gar nicht machen? Es war natürlich interessant, der Studiengang an der PFH hat mir gut gefallen, weil er wirklich viel klinisch war. Aber ich glaube, man muss sich manchmal eingestehen: Passt das jetzt zu meinem aktuellen Leben, oder ist es auch vollkommen in Ordnung, es sich ein bisschen leichter zu machen und zu sagen, es geht auch über den anderen Weg, und ich weiß schon, wie alles funktioniert? Ich bin an der APOLLON, man hat den Überblick über den Campus. Es ist ja auch irgendwie ein Stressfaktor, wenn man sich in etwas komplett Neues reinfinden muss.

Sarah: Und ja, ich habe dann den Brückenkurs wieder abgebrochen und bin zur APOLLON. Dann ist mir auch irgendwie ein richtiger Stein vom Herzen gefallen, erstmal eine Entscheidung zu treffen nach diesem ganzen Hin und Her. Ich wusste, ich kann trotzdem meinen Weg gehen. Jetzt bin ich schon wieder an der APOLLON eingeschrieben und freue mich natürlich, dass der Weg trotzdem so möglich ist, wie ich ihn gehen möchte.

Sarah: Und genau, das ist so der Punkt, wo ich sage, ich kann echt jedem nur empfehlen, eben noch mal in Bezug auf die Brückenkurse: Wenn man schon vorher weiß, was man machen möchte, dass man wirklich genau schaut, wo man sich im Bachelor einschreibt. Weil das ist wirklich so – wenn man dann den Master woanders machen möchte, gerade in der Psychologie, kann es wirklich sein, dass man diese Brückenkurse belegen muss. Und das muss einem klar sein, das ist noch mal ein Kostenfaktor. Für mich war es auch so: Ich hatte den Bachelor abgeschlossen, war unheimlich stolz und musste plötzlich wieder Bachelormodule belegen. Man hat so die Euphorie, man wollte einfach nahtlos weitermachen und jetzt in den Master gehen, und dann wieder Module abzuschließen, die quasi im Bachelorstudiengang der jeweiligen Hochschule sind, das ist irgendwie ein bisschen frustrierend.

Sarah: Man muss sich da wirklich Gedanken machen: Wo gehe ich hin, welche ECTS sind wie erfordert? So wie ich das mitbekommen habe, hat da jede Hochschule auch ihre eigene Regelung. Die müssen sich schon grob an die Richtlinien des BDP halten, was an Grundlagenfächern vermittelt wird, damit der Studiengang auch akkreditiert und anerkannt bleibt. Aber trotzdem kann jede Hochschule diese ECTS-Verteilung noch mal für sich regeln. So habe ich das jetzt gehört. Und dann kann es sein, dass die eine Hochschule sagt – das ist jetzt nicht faktisch, was ich sage – wir wollen jetzt 40 ECTS in Statistik oder Diagnostik oder im klinischen Bereich.

Christian: Also ganz wichtig: Immer, wenn man sich schon für einen Bachelor entscheidet, auch den Master mitzudenken. Und dann zu schauen: Was könnte ich für einen Master machen, an welcher Hochschule ganz konkret könnte ich das machen, wie sind dort die Anforderungen? Und vor allem in einem Fach wie Psychologie – in anderen Fachbereichen spielt es aber auch eine Rolle. War das dann leicht, wieder von der PFH zurückzuwechseln? Du warst ja schon eingeschrieben und wahrscheinlich auch schon über den Probemonat hinaus. Man kann sich ja relativ leicht innerhalb der ersten Tage wieder aus dem Studienvertrag lösen und hat dann erstmal keine Kosten. Wie war das bei dir, bist du leicht wieder rausgekommen?

Sarah: Ja, ich bin leicht wieder rausgekommen. Das mit dem Widerrufsrecht und so, das ging alles ganz unkompliziert. Ich hatte den Brückenkurs auch mit einer Zahlung schon abbezahlt, aber die Zahlung ist auch wieder zurückgekommen, das war kein Problem. Und an der APOLLON war ich dann schnell immatrikuliert, man war ja dann bekannt, und das ging wirklich ganz, ganz schnell.

Berufsziel klinische Psychologie

Christian: An der PFH gibt es ja auch interessante Entwicklungen aktuell. Der psychologische Fachbereich ist, soweit ich weiß, mittlerweile universitätsgleichgestellt, und man kann damit, wenn man das dort im Präsenzstudium in Göttingen direkt macht, tatsächlich auch die Psychotherapie anstreben, wenn man möchte. Das geht im Fernstudium ja nicht ganz so einfach, und im Fernstudium an der PFH geht es, soweit ich weiß, auch noch nicht, das geht tatsächlich nur im Präsenzstudium. War das eigentlich auch mal eine Idee von dir, in die Psychotherapie zu gehen?

Sarah: Ja, absolut. Das wäre mit mein Traum gewesen. Aber das ist auch das, was ich gerade gesagt habe: Manchmal muss man sich eingestehen, es passt nicht zum aktuellen Leben. Ich könnte nicht an eine Präsenzuni gehen, ich wüsste gar nicht, wie ich das mit der Familie schaffe. Man muss auch ganz klar sagen, es ist ja auch wirklich schwer geworden, überhaupt Plätze für den Master zu kriegen, das ist alles nicht so einfach. Da werden ja auch gerade viele Steine in den Weg gelegt, was die ganze Approbation betrifft. Also auch alles nicht so leicht, aber klar, das wäre definitiv ein Weg von mir gewesen. Deswegen ist es mir wichtig, mich zumindest noch mal mit diesem Fachpsychologen nachweislich weiterzubilden, damit meine Chancen, irgendwann auch in der klinischen Psychologie zu arbeiten, ein bisschen besser werden. Gerade im Bewerbungsverfahren, dass man einfach nachweisen kann: Man hat noch mal extern praktische und theoretische Erfahrungen gesammelt und hat noch mal so einen Qualifikationsnachweis. Das ist mir schon echt wichtig.

Sarah: Deswegen dachte ich, es ist ausschlaggebend, wo ich den Master mache. Aber ich habe zum Glück mit dem BDP telefoniert. Ich bin da ja auch Mitglied, dann hat man auch immer Anspruch auf Beratung. Da bin ich so froh, dass ich das gemacht habe, weil mir das im Nachgang natürlich viele Sachen erspart hätte. Ich habe mir so viele Gedanken darum gemacht, das hätte ich alles leichter haben können.

Christian: Wäre eine Heilpraktiker-Ausbildung, also Heilpraktikerin für Psychotherapie, eine Möglichkeit? Da kann man ja theoretisch auch therapeutisch tätig werden, als Alternative zur klinischen Psychotherapie.

Sarah: Ich glaube, das kommt auch immer darauf an, was man selbst für ein Ziel hat. Wenn ich wirklich in Kliniken arbeiten will, bringt mir das natürlich gar nichts, das wird da ja gar nicht angerechnet. Und ob ich mich selbstständig machen möchte, weiß ich jetzt nicht. Es ist natürlich eine Möglichkeit, definitiv, aber für mich derzeit, glaube ich, eher nicht interessant.

Christian: Also vielleicht nur als Tipp für diejenigen, die dennoch in die Psychotherapie gehen und therapeutisch tätig werden möchten: Das wäre noch eine Möglichkeit, wenn man das nicht über eine Universität und den entsprechenden Bachelor und Master schafft – dann wäre eine Weiterbildung zur Heilpraktikerin oder zum Heilpraktiker für Psychotherapie noch eine Möglichkeit.

Sarah: Genau.

Rückblick auf das Studium an der APOLLON Hochschule

Christian: Kannst du uns, was die APOLLON Hochschule angeht, noch mal einen kleinen Rückblick auf das Bachelorstudium geben? Die Prüfungsformen haben sich ein bisschen geändert, das hatten wir auch schon beim letzten Mal angeschnitten. Was hat sich denn so geändert, und wie war es insgesamt? Du hast natürlich jetzt schon ganz viel sehr Positives von der Hochschule erzählt, aber vielleicht noch mal zusammengefasst: das Bachelorstudium an der APOLLON Hochschule für dich.

Sarah: Ja, also ich kann es auch immer nur positiv sagen. Ich fand es wirklich so flexibel. Wie gesagt, ich durfte jetzt kurz reinschnuppern, was es bedeutet, richtig für eine Klausur zu lernen, wenn man gar nicht weiß, was drankommt. Das ist noch mal ein ganz anderer Stressaufwand, als eben die Prüfungsform ein bisschen flexibler ablegen zu können. Ich kann wirklich nur Positives sagen. Ich habe super viel für mich mitgenommen, ich habe sehr viel im wissenschaftlichen Arbeiten für mich mitgenommen, und die Kommunikation mit der Hochschule ist immer super, der Studienservice. Jetzt haben sich die Prüfungsformen verändert, da habe ich natürlich selber noch keine Erfahrung. Das sind jetzt keine Open-Book-Klausuren mehr, sondern Proctoring. Ich werde jetzt bald mal die Testklausur machen, um ein bisschen zu gucken, wie das für mich ist oder ob es für mich leichter ist, das in Präsenz zu schreiben.

Sarah: Aber im Master ist es ja auch nur eine Proctoring-Klausur, das ist noch mal etwas ganz anderes, als wenn man vielleicht 20 Klausuren schreibt. Das ist für mich schon mit den Kindern echt besser, weil die Fallaufgaben oder die Projektarbeiten kann man ganz super in den Alltag integrieren. Es erfordert schon Konzentration, nicht falsch verstehen, aber wirklich zu lernen und das zu behalten, wenn der Kopf voll ist und die Kinder im Hintergrund spielen, das ist wirklich noch mal eine ganz andere Hausnummer. Gerade wenn es vielleicht auch Fächer betrifft, die nicht so runtergehen wie Öl, um es auf gut Deutsch zu sagen, wie jetzt Statistik, wo man wirklich dranbleiben muss. Da war das schon wirklich schön mit den Open-Book-Klausuren oder eben auch, wenn man eine wissenschaftliche Arbeit oder eine Fallaufgabe abgeben kann. Und ja, ich bin gespannt, wie das jetzt in der Proctoring-Klausur wird.

Christian: Die Proctoring-Klausur ist so eine mittlerweile klassische Online-Klausur, bei der man einfach am Schreibtisch mit Überwachung durch einen Proctor seine Arbeit schreibt. Das sind dann wahrscheinlich auch eher Multiple-Choice-Klausuren oder auch eher mit Freitext. Und du sagst, wenn sich das jetzt ändert, dann ändert sich das möglicherweise auch für diejenigen, die jetzt im Bachelor anfangen zu studieren.

Sarah: Oh, ich glaube, es hat sich sogar schon geändert. Ich bin ja noch in den ganzen Gruppen, und so wie ich das mitbekomme, gibt es wirklich gar keine Open-Book-Klausuren mehr. Das ist mittlerweile alles auf Proctoring umgestellt. Ob das jetzt jeden Studiengang betrifft, weiß ich nicht, aber in der Psychologie auf jeden Fall.

Christian: Also ein ganz wichtiger Punkt letztendlich auch für diejenigen, die überlegen zu studieren: Schaut euch auch mal die Prüfungsformen eurer Hochschule an. Da gibt es auf der einen Seite Hochschulen wie die APOLLON Hochschule, oder an der SRH Fernhochschule ist es auch so, die mehr auf alternative Prüfungsformen setzen, also alternativ zur Klausur. Finde ich persönlich gut, weil man sich eben auch länger intensiv mit einem Thema auseinandersetzt und nicht nur auf Punkt und auf Druck für die eine halbe Stunde oder Stunde lernen und dann abliefern muss. Und auf der anderen Seite – das passt aber für andere wieder viel besser – gibt es Hochschulen, die sehr, sehr viele Klausuren im Studium integriert haben. Die IU Internationale Hochschule ist beispielsweise so, da schreibt man viele Klausuren, oder die AKAD University, soweit ich weiß, wobei es da ein bisschen durchmischter ist, da schreibt man nicht nur Klausuren. Man muss einfach mal schauen, was am besten zu einem passt.

Sarah: Genau. Weil in der Schulzeit konnte ich wirklich am besten auswendig lernen, das hat mir richtig gelegen, das habe ich gerne gemacht. Aber jetzt mit Familie und Kindern passt es einfach nicht mehr zu mir. Der Kopf ist einfach zu voll, um so ein Studienheft auswendig zu lernen. Da passt das für mich schon wirklich besser.

Sarahs Start ins Masterstudium

Christian: Also, jetzt geht es an den Master. Hast du schon Mastermodule absolviert, oder bist du gerade dabei?

Sarah: Zwei Module habe ich schon absolviert, beziehungsweise bei Modul 2 warte ich noch auf die Rückmeldung der Fallaufgabe. Ich bin jetzt an Modul 3, das ist auch sehr spannend. Und Modul 4 ist dann multivariate Verfahren, also Statistik, da bin ich mal gespannt. Modul 1 habe ich schon abgeschlossen. Ich hatte letzte Woche auch mein erstes Seminar, das war auch ganz toll. Man merkt schon, dass es im Master noch mal ein bisschen spezifischer wird und mehr Psychologie ist. Im Bachelor war das ja alles noch ein bisschen oberflächlicher und auch ein paar andere Module. Von daher ist es schon super spannend.

Christian: Ja, der Master geht richtig ins wissenschaftliche Arbeiten. Und noch ein Praktikum finde ich auch interessant, dass da im Masterstudium tatsächlich auch noch ein Praktikum verpflichtend ist. Das ist wahrscheinlich auch eine Vorgabe, um den Studiengang konform zu gestalten.

Sarah: Genau. Aber auch da kannst du die Berufstätigkeit anrechnen lassen oder ein externes Praktikum machen. Ich bin ja zum Beispiel auch ehrenamtlich tätig, einmal tatsächlich bei der APOLLON als Mentorin und bei Krisenchat. Ich hätte mir das auch anrechnen lassen können, aber ich möchte nicht. Ich möchte die Stunden schon noch mal extern machen und noch mal in die Klinik zurück. Aber man könnte auch – soweit ich das mitbekommen habe, muss es jetzt nicht sein, dass man fest berufstätig ist, sondern wenn man zum Beispiel auch ehrenamtlich tätig ist, kann man sich das auch anrechnen lassen. Hauptsache, es sind externe Stunden. 300 Stunden sind es jetzt im Master, damit man die Erfahrungswerte außerhalb des Studiums hat.

Christian: Wenn man das so macht wie du, ist das auch wirklich eine super Möglichkeit für einen Berufseinstieg oder Wechsel, je nachdem, was man gerade macht. Weil man dann eben schon in einem Betrieb oder in der Klinik oder wo auch immer drin ist und da auch ganz viele Kontakte knüpft.

Sarah: Genau.

Was würde Sarah heute anders machen?

Christian: Ja, super Update. Sarah, ganz zum Schluss habe ich noch eine Frage, eigentlich hast du sie uns auch schon ein bisschen beantwortet. Die Frage ist, was du heute anders machen würdest, wenn du noch mal mit dem Bachelor anfängst. Eine Sache, die du uns gesagt hast: Du würdest dich genauer über die Module informieren, auch über die Anforderungen für ein mögliches Masterstudium. Gibt es noch irgendetwas anderes, was du mit deinem jetzigen Wissen vielleicht doch anders machen würdest, um vielleicht noch besser durch das Studium zu kommen?

Sarah: Also nee, tatsächlich würde ich gar nicht so viel anders machen, außer mich wirklich zu informieren: Was ist mir wirklich nützlich für das, was ich machen möchte, wo möchte ich meinen Master machen? Ich habe es besonders bei Kommilitoninnen und Kommilitonen mitbekommen, die in die Rechtspsychologie wollen. Da ist auch alles ein bisschen, also auch sehr kompliziert teilweise gestaltet. Damit hätte ich mich ein bisschen mehr befassen sollen, wie genau das funktioniert. Aber ansonsten, glaube ich, hätte ich alles ähnlich gemacht.

Austausch und Freundschaften im Fernstudium

Christian: Was mir jetzt auch mehrmals aufgefallen ist: Du hast auch viel mit deinen Kommilitoninnen und Kommilitonen zu tun. Das ist jetzt auch nicht ganz so typisch im Fernstudium, aber offensichtlich gibt es da an der APOLLON Hochschule auch eine richtige Community.

Sarah: Ja, absolut. Also ganz viel Gruppenaustausch, bei uns sind die Gruppen wirklich sehr aktiv. Ich muss sagen, ich habe feste Kommilitoninnen, also Bezugspersonen, mit denen ich wirklich seit Anfang des Bachelors in Kontakt stehe, auch privat sehr viel Kontakt habe. Da sind auch echt Freundschaften entstanden. Und lustigerweise wollten die Kommilitoninnen und Kommilitonen im Master auch alle auf andere Hochschulen wechseln, und wir sind irgendwie alle an den gleichen Punkt gekommen, dass wir jetzt doch an der APOLLON sind. Es ist eigentlich ganz schön, dass man jetzt auch weiter zusammen den Weg geht.

Christian: Ja, super. Dann wünsche ich dir auf jeden Fall viel Erfolg auf diesem Weg. Ich hoffe, wir machen dann noch mal ein Update, wenn du das geschafft hast. Ich denke mal, das wird gar nicht so lange dauern. Und ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß auch bei deiner Masterarbeit, die dann irgendwann ansteht, und viel Erfolg natürlich.

Wo man Sarah im Internet begegnet

Christian: Kannst du uns ganz zum Schluss noch sagen, wie man mit dir in Kontakt treten kann, wo und wie man dir folgen kann?

Sarah: Genau, am besten über Instagram, einfach Sarah Aschenbrenner. Da kann man Kontakt mit mir aufnehmen, mir folgen, schreiben. Ich bin für Austausch immer offen, also keine Scheu, gerne anschreiben. Da würde ich mich freuen.

Christian: Verlinken wir natürlich auch alles in der Beschreibung. Auf LinkedIn bist du auch aktiv, ne? Da gibt es auch Postings, und man kann sich auch gerne mit dir connecten. Dann fällt es dir vielleicht auch leichter, für die nächste Arbeit, falls du da wieder quantitativ rangehst, noch mehr Umfrageteilnehmerinnen und Umfrageteilnehmer zu finden.

Sarah: Ja, wäre super.

Christian: Super. Dann danke schön und bis zum nächsten Mal. Tschüss.

Sarah: Für mich auch. Tschüss.

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