Vollzeitarbeit & Fernstudium Pädagogik + Wirtschaftspsychologie an der IU - Interview mit Alba Schlesinger
2 Jobs und 2 Fernstudiengänge gleichzeitig: Das geht. Aber geht es gut? Alba Schlesinger arbeitet in einer Fachklinik sowie selbständig als Study Coach und studiert sowohl Pädagogik als auch Wirtschaftspsychologie an der IU Internationalen Hochschule.
In Podcast 24 ist Alba mit Christian im Gespräch über ihre Motivation, Studien- und Hochschulwahl, Erfahrungen im Studium an der IU und zu Eigenheiten des Fernstudiums. Außerdem hat sie einige Tipps zu Vorleistungen, Modulwahl, Skripten sowie Selbstmanagement und sozialen Kontakten im Fernstudium parat.
Inhalt:
00:00 Schönen guten Tag
01:38 Alba stellt sich vor
02:45 Alba über Schulzeit, Ausbildung und das Lernen
07:23 Wieso Alba sich für die IU und Pädagogik entschieden hat
11:08 Alba zur Anerkennung von Vorleistungen an der IU
12:57 Wahlpflichtmodule - Albas Auswahl & ein Tipp
16:43 Kontakt zu Kommilitonen im Fernstudium - Albas Erfahrungen
17:58 Was macht man mit Pädagogik-Studium? Quereinstieg als Lehrer?
21:13 Wieso Alba auch Wirtschaftspsychologie studiert
23:44 Modul-Noten übertragen & hochschulübergreifende Anerkennung
25:10 Ist Wirtschaftspsychologie viel Mathe & Statistik?
28:45 Welche Vertiefungen hat Alba in WiPsy gewählt?
30:17 Alba über ihre Auswahlkriterien für die Hochschule
31:41 Kontakte knüpfen & Lerngruppen im Fernstudium
35:14 Tipps zu Studienskripten, KI-Assistent Synthea & Lehrveranstaltungen der IU
46:23 Alba über ihre Motivation zum Doppelstudium neben 2 Jobs
53:19 Selbstmanagement, Alltagsstruktur und Lernstrategie von Alba
59:26 Wo man Alba im Internet trifft
Alba im Internet:
➡️ Website: https://www.theartofchange.de
➡️ Instagram: https://www.instagram.com/albas_art_of_study/
➡️ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/albaschlesinger/
➡️ Discord: https://discord.gg/KQGGNQWhAD
Weiterführend:
👉 Alles zum Fernstudium Pädagogik an der IU: https://www.fernstudi.net/fernstudium/humanwissenschaften/paedagogik/14613
👉 Alles zum Fernstudium Wirtschaftspsychologie an der IU: https://www.fernstudi.net/fernstudium/wirtschaft/wirtschaftspsychologie/13369
👉 Alle Studiengänge der IU im Überblick: https://www.privathochschulen.net/hochschulen/thueringen/iu-internationale-hochschule
Im Podcast erwähnt:
👉 Study-Blog: https://www.theartofchange.de/blog
👉 Download Wochenplan: https://www.theartofchange.de/studienstrukturierung-wie-du-das-stundenplansystem-aus-der-schulzeit-fuer-dein-studium-arbeit-und-leben-nutzen-kannst
👉 Instagram Beitrag bezüglich Pomodoro-Perlenkette:
https://www.instagram.com/p/Cx0mAt1ITkC/?igshid=MzRlODBiNWFlZA==
👉 „Wie du dich durch die chaotischsten Skripts möglichst angenehm hindurchwühlst“: https://www.instagram.com/p/CoaJGkQoDO0/?igshid=MzRlODBiNWFlZA==
👉 Und: https://www.instagram.com/p/CqNuon6oB36/?igshid=MzRlODBiNWFlZA==
👉 Hochschul-/uniübergreifender Discord-Server: https://discord.gg/e7zKvPRndZ
Christian: So, Alba, dann herzlich willkommen hier im Podcast! Schön, dass du dich bereit erklärt hast, hier mit mir darüber zu reden. So ein bisschen über deinen Werdegang wollen wir reden, über dein Studium, deine Studiengänge, natürlich über das Doppelstudium, was glaube ich auch ganz viele Leute interessiert, wie man das unter einen Hut bekommt. Und ja, vielleicht stellst du dich einfach erstmal ganz kurz vor, wer bist du, was machst du, was machst du beruflich?
Alba: Ja, hallo und danke schön für die Einladung! Ich bin Alba, der Kopf hinter dem Instagram-Account The Art of Online Study. Ich studiere an der IU Wirtschaftspsychologie und Pädagogik und bin beruflich sozusagen zweigleisig unterwegs. Ich arbeite einerseits in meiner Selbständigkeit als Study Coach und biete auch Lernberatung, insbesondere auf Instagram, und poste dort zu bestimmten Herausforderungen im Studium. Andererseits arbeite ich noch Teilzeit in einer Fachklinik mit onkologisch und kardiologisch erkrankten Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und deren Familien.
Christian: Und damit wir mal so ein bisschen eine Vorstellung dazu bekommen, wie bist du da eigentlich hingekommen? Also ich hatte gerade in den allerersten Podcasts mal so eine Standardfrage, die ich dann jedem Gast an irgendeiner Stelle gestellt habe: Kannst du dich noch an deine Schulzeit erinnern?
Alba: An meine Schulzeit kann ich mich noch erinnern, ja. Da war ziemlich schnell klar, dass ich nichts machen werde, was so handwerklich ist. Also ich habe eine komplette Handwerkerfamilie, und für mich war aber sofort klar, nein, ich möchte etwas anderes machen. Und bin dann Richtung Erzieherausbildung gewandert sozusagen und bin dann immer mehr in diese Richtung gekommen. Habe erst die Kinderpflegeausbildung gemacht, dann die Erzieherausbildung, dann bin ich auf einmal total interessiert daran geworden, was zu Persönlichkeitsentwicklung zu machen, habe viele Seminare besucht und mich dann auch immer mehr mit Erwachsenenbildung beschäftigt und dem Lernen von Erwachsenen. Und so bin ich immer mehr dann in die Pädagogik im Erwachsenenalter sozusagen reingerutscht und habe dann mit meinem Partner die Selbstständigkeit aufgebaut und fokussiere mich jetzt immer mehr darauf, das weiter auszubauen.
Christian: Also du hast zwei Ausbildungen gemacht, wenn ich das richtig verstanden habe, Kinderpflegerin und Erzieherin beziehungsweise Sozialpädagogin.
Alba: Genau, also bei der Erzieherausbildung ist das so, dass du entweder ein Fachabitur brauchst, wenn ich mir jetzt nichts Falsches sage, oder du machst die Kinderpflegerausbildung. Und ich habe mich für die Kinderpflegerausbildung entschieden, einfach um schon mal deutlich mehr in der Praxis aktiv zu sein. Da gibt es ja viele Praktika. Deswegen war das eine Voraussetzung, die ich gewählt habe, und konnte danach eben die Erzieherausbildung machen.
Christian: Ja, wenn das irgendwie möglich gewesen wäre, hätte man das ja vielleicht auch parallel machen können. Aber im Ausbildungssystem geht es ja erst recht nicht. So gesehen, aber es bringt dir oder hat dir dann wahrscheinlich auch etwas gebracht. Jetzt mal von dem ganzen Wissen und der Erfahrung, die du da gesammelt hast, abgesehen, du hast sicherlich bestimmt auch das eine oder andere anerkennen können. Da können wir dann auch gleich noch mal darüber reden, wenn es um die Studiengänge geht.
Christian: Also du hast deine Schule erfolgreich beendet. Ich hatte jetzt nicht gefragt, wie warst du eigentlich in der Schule so? Das war auch so ein bisschen die Frage. Vielleicht kannst du da noch ein, zwei Sätze dazu sagen. Warst du eine gute Schülerin, hast du schlechte Erinnerungen vielleicht auch?
Alba: Boah, das ist eine gute Frage. In der Schule war ich ja von Beginn an eigentlich eine sehr gute Schülerin, aber nur in den Fächern, die mich wirklich interessiert haben. Aber so, wo ich gemerkt habe, da brenne ich irgendwie für, zum Beispiel Sport, Kunst, Deutsch fand ich ganz klasse, oder Pädagogik kam dann irgendwann, wir hatten auch mal irgendwie psychologische Elemente drin, das hat mir super Spaß gemacht. Und so Fächer wie Mathe, die habe ich eher schlecht in Erinnerung. Das war dann auch oft lehrerabhängig. Also da habe ich mal nur Vieren und Fünfen gehabt, und auf einmal kam der nächste Lehrer, da sind nur Einsen und Zweien um mich herumgeflogen. Da habe ich einfach gemerkt, wie abhängig das Lernen auch vom Lehrenden sein kann.
Christian: Ja, ich wollte dich jetzt auch nicht überfallen mit dieser Frage. Aber mir fällt auf, das ist bei mir so eine ähnliche Schulkarriere eigentlich gewesen, immer sehr interessensbezogen, nach der Grundschule dann, und sehr lehrerabhängig auch. Also wenn da ein Lehrer war, mit dem ich nicht zurechtkam, oder eine Lehrerin, dann war das mit dem Fach eigentlich erstmal gelaufen. Mathe war beispielsweise so. Sicherlich viele Dinge, die man auch interessant finden kann in Mathe, aber mit der Lehrerin bin ich einfach nicht so richtig zurechtgekommen, die konnte das auch nicht gut erklären, für mich zumindest. Und dann war das eh schwierig, habe ich eben auf solche Fächer fokussiert wie Deutsch, Geschichte und sowas.
Alba: Also mir hat oft gefehlt, erstmal zu erfahren oder die Erkenntnis irgendwie zu bekommen, warum muss ich jetzt dies und das lernen. Man musste es halt lernen, aber mir war gar nicht klar, warum das jetzt sinnvoll für mich ist. Sinn ist ja immer so ein Thema, wenn man es sinnvoll findet, dann setzt man sich auch eher dran. Wenn es irgendwie sinnfrei erscheint, habe ich mich für vieles vielleicht auch nicht so interessiert, weil ich nicht verstanden habe, warum ich das jetzt unbedingt tun sollte.
Christian: Ja, geht glaube ich ganz vielen Schülern so. Und das deutsche Schulsystem erfordert ja dann auch sehr viel Disziplin. Und Disziplin braucht man aber auch irgendwie, glaube ich, wenn man mehrere Studiengänge gleichzeitig studiert. Also du hast uns jetzt so ein bisschen erzählt, wie du deine Ausbildungen gemacht hast. Vielleicht lass uns mal jetzt über dein Pädagogikstudium an der IU reden. Also du studierst Pädagogik an der IU Internationalen Hochschule. Du hast mir eben noch gesagt, dass du damit eigentlich schon sehr fortgeschritten bist, das fast abgeschlossen hast. Kannst du uns vielleicht sagen, warum du dich für diesen Studiengang entschieden hast? Ist vielleicht auch irgendwie ersichtlich anhand deiner Ausbildung. Aber warum hast du dich für die IU entschieden und für konkret diesen Pädagogikstudiengang?
Alba: Für die IU habe ich mich entschieden, also ich war erstmal unsicher, ob es die IU werden soll oder doch die FernUni Hagen. Von der FernUni Hagen habe ich viel Gutes gehört, und die war auch sehr ansprechend erstmal für mich. Aber ich habe gemerkt, die ist mir nicht flexibel genug, beziehungsweise dachte ich, das ist schon sehr flexibel. Dann habe ich aber gesehen, wie flexibel die IU ist, und dann dachte ich, okay, es geht also doch noch flexibler. Und das hat dann besser gepasst. Da kann man ja alles ganz spontan machen, sei es Klausuren schreiben, Hausarbeiten abgeben, online alles schreiben und lernen. Das passte sehr gut zu meinem sehr ausgefüllten Plan, wo man ja auch nie weiß, was auf einen zukommt in der nächsten Woche.
Alba: Und den Studiengang Pädagogik den habe ich insbesondere gewählt, um das ganze Wissen noch mal ein bisschen wissenschaftlicher zu verfestigen und da aktuelle Forschungen noch mal durchzuarbeiten und den wissenschaftlichen Transfer zu entwickeln. Und ich fand ihn einfach unglaublich interessant, diesen Studiengang, weil er einmal alle Bereiche komplett abdeckt, vom Kindesalter bis zum Seniorenalter. Wie funktioniert Lernen und Bildung in jeder Lebensphase? Welche Voraussetzungen bringen die mit sich, welche Bedürfnisse, was sind Gemeinsamkeiten, was sind Unterschiede, welche Chancen bietet jede Lebensphase? Das war für mich sehr interessant, weil man auch im ganz normalen privaten Leben jeder Lebensphase irgendwie begegnet. Und das macht natürlich auch was mit dem eigenen pädagogischen Handeln, sehr viel Selbstreflexion und eine sehr starke Professionalisierung des eigenen Handelns findet da auch noch mal statt.
Christian: Ja, an der FernUni Hagen gibt es jetzt kein Pädagogikstudium in dem Sinne wie jetzt an der IU. Da gibt es halt den Studiengang Bildungswissenschaften, der geht sicherlich teilweise auch in eine andere Richtung als jetzt so ein reines Pädagogikstudium. Das Pädagogikstudium an der IU ist ja auch relativ neu im Vergleich zu anderen Studiengängen. Ich glaube, Wirtschaftspsychologie gibt es beispielsweise schon seit vielen Jahren. Das war glaube ich mit einer der ersten Fernstudiengänge, die es an der Hochschule überhaupt gab, wenn ich mich richtig erinnere. Pädagogik ist recht neu, gibt es auch so in der Form glaube ich nicht an anderen Hochschulen. Das ist ja dann irgendwie auch ein Auswahlkriterium. Hast du dir da die Module vorher angeschaut und dann auch so ein bisschen danach entschieden? Es gibt ja noch Kindheitspädagogik beispielsweise oder ähnliche Studiengänge.
Alba: Genau, ich habe mir die Module angeschaut, und mir war von vornherein klar, ich möchte zum Beispiel nichts mit Kindheitspädagogik machen, also nicht einen Studiengang, der sich nur damit befasst. Das war für mich ganz klar, dass ich eher breitgefächerter daran gehen möchte. Dementsprechend hatte ich mir die Module angeschaut. Und besonders gereizt hat mich auch, in andere Handlungsfelder aus der Pädagogik mal reinzuschnuppern, die man auch so insgesamt studieren könnte, wie Heilpädagogik, Medienpädagogik, Kulturpädagogik, Diversity Management und sonst was. Und das hat mich dann sehr gereizt, einfach mal über alles einen Überblick zu bekommen.
Christian: Und dann kannst du dir bestimmt auch Module anerkennen lassen durch die Erzieherausbildung.
Alba: Genau, an der IU kannst du einen pauschalen Antrag stellen. Also es gibt eine Liste an Berufsbezeichnungen, und wenn dein Beruf wie der Erzieherberuf dabei ist, dann erstellt sich automatisch ein Formular, welche Module anerkannt werden aufgrund deiner Ausbildung. Und dann kannst du darüber hinaus noch einen individuellen Antrag stellen, wenn du zum Beispiel Fortbildungen gemacht hast, die komplett übereinstimmen mit bestimmten Modulen. Dann kannst du dein Glück versuchen, ob du das anerkannt bekommst.
Christian: Und was hast du da insgesamt so anerkannt bekommen für diesen Studiengang?
Alba: Da habe ich fast zwei Semester anerkannt bekommen. Also ich glaube, mit der Erzieherausbildung bekommt man fünf oder sechs Module anerkannt. Und durch meine ganzen Fortbildungen, also ich habe die Coachausbildung gemacht, die Trainerausbildung, digitale Bildung, in den Bereichen habe ich alles gemacht, und da wurden mir halt solche Module anerkannt wie Lehren in der Erwachsenenbildung oder Digitale Bildung, das Modul gab es noch, oder Psychologische Lernkonzepte im Erwachsenenalter.
Christian: Sehr angenehm, ja, das spart ja dann noch ein bisschen an Studium und hilft dann dabei auch, dass man sich jetzt noch mal mit den Inhalten auseinandersetzt, mit denen man sich dann eigentlich schon in der Ausbildung beispielsweise intensiver auseinandergesetzt hatte. Und was machst du für ein Zeitmodell, also Vollzeitstudium, Teilzeitstudium?
Alba: Ich mache das Vollzeitstudium in beiden Studiengängen.
Christian: Okay, wird ja dann auch ein bisschen einfacher sozusagen, da man auch ein bisschen anerkannt bekommt. Aber das ist trotzdem ein sehr hoher Workload. Wir hatten jetzt schon so ein bisschen über die Inhalte gesprochen. Es gibt ja auch Möglichkeiten, sich dann noch mal im Studium zu vertiefen. Was hast du für Spezialisierungen gewählt und warum?
Alba: Ich habe mir ein Modul anerkennen lassen, das von der digitalen Bildung, die Vertiefung, und dann noch ein Modul gewählt, einfach um es nachher auch als Urkunde noch mal verstärkt dabei zu haben, dass der wissenschaftliche Transfer so auch da gewesen ist in meinem Bildungsweg. Und dann habe ich noch Online und Social Media Marketing gewählt, um da einfach noch mal zu schauen, was gibt es noch für weitere Impulse, die ich anwenden kann, sich da ein bisschen weiter aufzubauen oder neue Perspektiven zu erhalten oder auch einfach mal neue Dinge, die ich bisher noch gar nicht mache, mal kennenzulernen und auszuprobieren. Das war ganz spannend.
Christian: Ja, das Schöne an den Spezialisierungen auch an der IU, aber auch an anderen Hochschulen, ist, dass man da auch immer noch mal so ein bisschen über den Tellerrand des eigenen Fachbereichs hinausschauen kann, sich dann eben auch mit solchen Themen auseinandersetzen kann wie Personalmanagement, Führung, Social Media oder auch eine Fremdsprache vielleicht noch ein bisschen vertiefen.
Alba: Was ich jetzt bei diesem Studiengang, der ja neuer ist, gelernt habe oder nur als Rat geben kann, ist: Wählt nicht die Vertiefungsmodule sofort. Das kann man ja theoretisch machen, aber bei neuen Studiengängen ist das so, dass auch immer wieder neue Wahlpflichtmodule hinzukommen, die dir dann vielleicht interessant erscheinen. Du kannst dann theoretisch dein altes Modul, was du schon gewählt hast, wieder abwählen, aber das kostet dann auch und ist ein bisschen aufwendiger. Deswegen lieber etwas warten mit der Wahl, weil bei neuen Studiengängen immer noch was dazukommt, was vielleicht spannend wäre. So sitze ich da jetzt auch und fand ein ganz neues Wahlpflichtfach ganz spannend, aber jetzt ist halt schon alles durch.
Christian: Gut zu wissen. Hast du dann also, bist du eher so, dass du dich da am Anfang des Studiums schon alle möglichen Module belegt hast?
Alba: Das Erste, was ich getan habe, war, fast das Erste, war alle Wahlpflichtmodule zu belegen, weil ich die einfach super interessant fand und damit sofort loslegen wollte. Das ist ja dann auch noch mal intensiver, die Wahlpflichtvertiefungen. Aber ja, dann kam immer mal wieder eine Nachricht, es gibt ein neues Wahlpflichtfach. Dann dachte ich, naja.
Christian: Und die Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten, die musstest du auch noch machen, oder ist dir das auch anerkannt worden?
Alba: Ich habe es nicht versucht, das in die Anerkennung reinzugeben. Es hätte vielleicht auch anerkannt werden können, aber ich wollte es gar nicht anerkennen lassen, weil es war so ein Einstiegsmodul. Ich wusste nicht ganz genau, was erwartet mich da, was verpasse ich vielleicht, wenn ich das anerkennen lasse. Deswegen habe ich es nicht anerkennen lassen.
Christian: Ja, das ist auch ein gutes Nachschlagewerk im Prinzip für das Studium, wenn man dann mit seiner Bachelorarbeit beispielsweise beschäftigt ist. Aber warum ich frage, ist, soweit ich weiß, ist dieses Modul jetzt noch mal angepasst worden und gibt es jetzt sehr viel fachspezifischer. Es ist nicht mehr ein allgemeines Modul, das für alle Studiengänge gilt, sondern für einzelne Fachbereiche. Hast du noch das allgemeine Modul gemacht oder hast du schon das spezialisierte gemacht?
Alba: Ich habe das allgemeine noch gemacht. Aber ich fand das super, dass sie das umgebaut haben.
Christian: Gut, ich habe das allgemeine gemacht, und ich kann das neue immer in der App nachlesen, muss dafür nichts zuzahlen. Habe ich aber noch nicht gemacht. Über die App reden wir vielleicht nachher auch noch mal ganz kurz. Ich habe noch eine Frage jetzt zu diesem Studiengang. Hast du Kontakt zu Kommilitonen?
Alba: Genau, der Kontakt besteht hauptsächlich über Instagram. Da poste ich immer über bestimmte Herausforderungen im Studium, über Zeitmanagement, Prüfungsangst, Prokrastination und so weiter. Und da werden immer Gespräche angeregt, die dann in der Gruppe stattfinden oder per Eins-zu-eins-Chat. Und man motiviert sich dann sozusagen auch gegenseitig und bietet sich gegenseitigen Support. Oder es findet auch Austausch statt über WhatsApp-Gruppen. Es gibt unzählige WhatsApp-Gruppen, in denen man immer wieder jemanden findet, mit dem man sich austauschen kann. Oder die IU selbst bietet Teams-Gruppen, regional sortiert, Studiengang sortiert, oder auch zum Thema, zum Beispiel Studieren, wenn man Kinder hat, oder gleichzeitig arbeitet. Da ist der Austausch sehr gut möglich. Und so allein, wie man vielleicht am Anfang glaubt, wie man im Fernstudium sein würde, ist man da nicht.
Christian: Ich frage auch ein bisschen deswegen, weil ich versuche, rauszufinden, was macht man denn eigentlich genau mit diesem Studiengang? Also du benutzt das auch sehr viel für deine persönliche Weiterbildung, und das passt eben auch so in das Konzept beispielsweise deiner Selbstständigkeit, aber auch deiner beruflichen Tätigkeit. Kannst du sagen, wie das bei dir ist, und was du da bei deinen Kommilitoninnen und Kommilitonen beobachtest, was man mit diesem Studiengang so macht?
Alba: Also bei mir ist das so, dass ich gerade noch gar nicht so weiß, was ich mit dem Studiengang mache. Für mich war erstmal nur der Bachelor sehr interessant. Und man kann einen Master draufsetzen, es gibt jetzt an der IU selber noch nicht den Studiengang genau als Master, wo alles allgemein noch mal spezifischer behandelt wird. Aber man kann zum Beispiel den Master Coaching dranhängen oder den Master Personalentwicklung.
Christian: Weißt du zufällig, ob man da irgendwie so einen Quereinstieg ins Lehramt damit hinbekommt, in einzelnen Bundesländern, oder ist das mit dem Studiengang jetzt eher nicht so möglich?
Alba: Wissen tue ich es nicht. Ich kann es mir allerdings sehr gut vorstellen. Also ich habe mal an einer Schule gearbeitet für ein Jahr, und da war aufgrund des Personalmangels tatsächlich möglich, als Quereinsteiger einzusteigen, auch wenn du gar nicht studiert bist in dem Bereich. Dafür wurde ja extra die MPT-Stelle entwickelt vor ein paar Jahren, um eben Lücken im Schulsystem durch Fachkräfte zu füllen, die vielleicht nicht studiert haben oder nicht Lehramt studiert haben, aber trotzdem vielleicht eine Bereicherung wären.
Christian: Ja, also so wie ich das mitbekomme, wer sich dafür interessiert, das ist auch ein Thema, was ganz viele beschäftigt, wie finde ich sozusagen diesen Weg halt über einen Quereinstieg oder Seiteneinstieg an die Berufsschule beispielsweise oder auch in eine normale Schule. Das ist ein ziemlich komplexes Thema, also da muss man sich schon sehr intensiv damit auseinandersetzen, weil das auch so spezifisch für die einzelnen Bundesländer ist. Und wer das gerne wissen möchte, ob das mit diesem Studium jetzt an der IU möglich ist, das kann man nicht so einfach beantworten. Da muss man ganz viele Sachen angucken, da sollte man sich vielleicht mal in die Studienberatung der IU begeben und sich mit dem Schulamt auseinandersetzen.
Christian: Dann haben wir diesen Studiengang mal so ein bisschen behandelt. Ich würde sagen, wir machen einen kleinen Schwenk zum Wirtschaftspsychologie-Studium an der IU. Ich hatte schon gesagt, das ist ein Studiengang, den gibt es schon ein bisschen länger. Da sind die Module dann auch schon alle freigeschaltet in dem Sinne, wahrscheinlich auch die ganzen Vertiefungsmodule. Ich hatte mal diesen Studientest auf der IU-Webseite gemacht, wo man so ein bisschen Fragen über sich beantwortet und dann passende Studiengänge vorgeschlagen bekommt. Das war bei mir auch Wirtschaftspsychologie, wenn ich mich richtig erinnere, als ein Studiengang. Würde mich auch schon interessieren, weil ein reines Psychologiestudium wäre für mich persönlich jetzt nicht so interessant. Einzelne Module auf jeden Fall, aber Wirtschaftspsychologie wäre dann so eine gute Kombination aus einem BWL-Studiengang und Psychologie. Kannst du uns sagen, warum du dich für Wirtschaftspsychologie als zusätzlichen Studiengang entschieden hast?
Alba: Ja, also zu Beginn habe ich als zweiten Studiengang den normalen Psychologiebachelor studiert. Und dann kamen natürlich ein paar Module auch, die eher aus dem wirtschaftspsychologischen Bereich kommen, und ich habe immer mehr gemerkt, dass es mich genau da irgendwie hinzieht. Also es war wirklich so das Gefühl, da zieht es mich hin. Kein Plan, was ich damit am Ende will, ich habe keine Position in Aussicht, aber ich habe einfach gemerkt, mich interessiert das total. Dann habe ich irgendwann den Schritt gewagt, den Studiengang an der IU zu wechseln zu Wirtschaftspsychologie und mich damit mehr auseinanderzusetzen. Mich interessiert das einfach, im unternehmerischen Kontext auch so die psychologischen Komponenten mit einzubeziehen. Wie entsteht Arbeitsmotivation, die Zufriedenheit von Mitarbeitern, wie kann man das Umfeld im Businesskontext gestalten, oder auch Produkte, was führt zu dieser und jener Entscheidung und so weiter. Das finde ich einfach super spannend. Und im Psychologiebachelor war mir das ein bisschen zu allgemein, nicht immer auf einen bestimmten Kontext bezogen, während das sich ja schon bei Wirtschaftspsychologie auf den Kontext Unternehmertum bezieht.
Christian: Also thematisch auch etwas, das sich dann sicherlich auf deine Selbständigkeit und Coachingtätigkeit übertragen lässt.
Alba: Genau, das ist natürlich auch super spannend für mich. Ich kann vieles, was ich dort lerne, auf mein eigenes Unternehmen anwenden. Das ist sehr bereichernd. Also der Studiengang ist sozusagen für mich nicht mit dem Ziel, eine bestimmte Position zu erlangen, sondern eher, um mein eigenes Handeln, meine eigene Arbeit und das eigene Unternehmen weiterzuentwickeln.
Christian: Und wie war das da mit der Anerkennung? Konntest du dir Sachen anerkennen lassen aus deinen Coaching-Weiterbildungen oder aus den Ausbildungen eventuell?
Alba: Aus den Ausbildungen jetzt eher weniger. In den Wahlpflichtfächern zwar, aber da waren halt viel zu viele andere Wahlpflichtfächer, die total spannend sind und die ich gerne belegen will. Und ansonsten wurden halt Kurse übernommen, die ich im Psychologiebachelor gemacht habe. Die waren im Pädagogikbachelor drin und im Psychologiebachelor und eben auch im Wirtschaftspsychologiebachelor, und die wurden dann samt Noten übertragen.
Christian: Ach, das ist dann so, wenn man zwei Studiengänge gleichzeitig studiert, dass man dann Module in dem Sinne jetzt nicht doppelt machen muss. Wäre auch komisch irgendwie.
Alba: Also so wie ich es erlebt habe, passiert das aber nicht automatisch. Du musst das schon beantragen. Das heißt, wenn du zum Beispiel in einem Modul eine schlechte Note geschrieben hast, dann beantrage nicht die Anerkennung, weil dann kannst du es noch mal versuchen. Ansonsten werden die Noten übernommen.
Christian: Also das ist ja auch ganz praktisch. Aber hochschulübergreifend würde das dann wahrscheinlich eher ein bisschen schwierig werden. Also wenn man jetzt beispielsweise an der IU Pädagogik studiert und sich dann dafür entscheidet, an der FernUni Hagen noch Bildungswissenschaften zu studieren, die sind an der FernUni Hagen soweit ich weiß auch sehr streng mit den Anerkennungen.
Alba: Ja, also die Grundlage ist ja immer erstmal zum Beispiel, wie viele Credits erwartet die jeweilige Hochschule für ein Modul und wie viele Zeitstunden erwarten die für ein Credit. Und alleine das ist, wenn ich mich richtig erinnere, schon etwas unterschiedlich. Und da muss man dann schauen, ob irgendwelche Zusatzmodule, die man dann belegt, einen dazu verhelfen, dann woanders studieren zu können. Und ich glaube, besonders kompliziert wird es eher, wenn man zu einem anderen Studiengang wechselt, also seinen Studiengang woanders machen möchte. Wenn es darum geht, einen Master anzuhängen, ist es glaube ich bisschen leichter.
Christian: Und sag mal, also das ist jetzt kein Psychologiestudiengang an sich, sondern eben Wirtschaftspsychologie. Aber viele, die Psychologie oder irgendwas in diese Richtung studieren wollen, haben immer so ein bisschen Bammel vor dem Mathematikanteil oder Statistikanteil. BWL hat man ja auch einen gewissen Mathematikanteil. Ich weiß nicht, wie sehr das dann auch ein Thema ist im Wirtschaftspsychologiestudium. Kannst du dazu was sagen, hast du irgendwie schon Berührung gehabt mit Statistikmodulen oder sowas?
Alba: Statistik gibt es, soweit ich weiß. Und das ist so ein Fach, das schiebe ich auch gerne vor mir her. Aber ich kenne nur viele Studierende, die erst einmal sagen, oh mein Gott, das schiebe ich schon so lange vor mir her, und ich trau mich nicht, und ich schaffe das nicht und keine Ahnung was. Aber ich kann dann nur beruhigen, die Rückmeldungen danach waren immer: Die Panik war völlig umsonst, das war total easy. Und wenn ich mich mal drangesetzt habe und gelernt habe, hat man vielleicht auch neue Erfahrungen gesammelt, dass man es vielleicht doch kann. Und dass es doch gar nicht so schwer ist, wenn man zum Beispiel in Mathe damals total schlecht war und sich dann im späteren Alter an Statistik dransetzt. Ist ja auch das Lernen und die Einstellung eine ganz andere, und das Ziel dahinter. Also ich denke mal, die Panik, die viele haben, muss nicht sein.
Christian: Ja, also diese Erfahrung habe ich mit Mathe eigentlich auch gesammelt. Ich hatte Schwierigkeiten in der Schule mit Mathematik, und dann an einem bestimmten Punkt zu meinem Abitur war ich eben völlig auf mich allein gestellt und musste mir das irgendwie alles alleine beibringen. Und damals, das war im Jahr 2002 so um den Dreh, gab es noch nicht diese ganzen Internetmöglichkeiten wie heute. Da gab es noch kein YouTube, wo man sich mal ein Tutorial zu irgendwas angucken konnte, keine Onlinekurse oder sowas. Da gab es Nachhilfe, das konnte ich mir damals aber nicht leisten. Und deswegen habe ich mir das mit Hilfe von allen möglichen Büchern einfach selber beigebracht und habe eben auch gemerkt, okay, wenn ich mich da jetzt hinsetze, die Übungen mache, versuche, Lösungswege nachzuvollziehen, dann ist es eigentlich recht einfach. Man muss dann einfach nur wirklich diszipliniert auch üben. Und ich denke mal, in Statistik und solchen ähnlichen Fächern wird es auch nicht anders sein. Da braucht man jetzt keinen Bammel davor haben.
Alba: Statistik wird oft ja so als riesige Herausforderung gesehen, als unglaublich komplex, wie ein riesiger Berg, der vor einem steht. Und da hilft es aus meiner Erfahrung, diesen riesigen Berg mal in kleine Stücke zu teilen, in Miniziele sozusagen. Um sich zu visualisieren, dass es eigentlich kein riesiger Berg ist. Und wenn man es in kleine Stücke teilt, also jetzt nicht sich sagt, ich muss jetzt für Statistik lernen, sondern ich gucke mir jetzt erstmal das Kapitel 1 an und lese das durch. Und schafft das auch und nimmt sich dann das nächste Ziel vor, dass man sich mit den ersten Formeln auseinandersetzt oder so. Sich das einfach mal kleinzuteilen, das macht schon was, alleine weil es die Emotion ein Stück weit rausnimmt.
Christian: Ja, und die Skripte, die sind ja auch wirklich so gestaltet, dass man das einigermaßen gut verstehen kann. Wir wollen ja noch mal ein bisschen über die Skripte reden. Aber vorher habe ich noch eine Frage zu den Spezialisierungen. Also du hattest gesagt, du bist jetzt noch relativ weit am Anfang in diesem Studiengang. Aber du hast dich sicherlich auch schon mit den Spezialisierungen auseinandergesetzt. Später wählen war deine Empfehlung, zumindest im Pädagogikfernstudium. Wie ist es hier, hast du dir schon was rausgesucht oder sogar schon belegt?
Alba: Also ich habe mir meine drei Spezialisierungen sozusagen schon vorerst festgelegt, aber dieses Mal noch nicht gebucht. Die mache ich dann eher diesmal wirklich eher am Ende. Vielleicht kommen ja auch da noch andere Module dazu. Aber da habe ich mich bisher entschieden für Organisationsentwicklung und Change Management, weil es einfach ein Thema ist, die Welt wandelt sich ständig, und die Digitalisierung bringt Veränderung mit sich. Und das ist natürlich für mich auch interessant, wie kann ich mit meinem Unternehmen standhaft bleiben und mich verändern, mitentwickeln und anpassen. Aber auch das Thema Advanced Leadership, neue Führungstheorien, ist einfach auch super interessant, auch wenn ich jetzt nicht selber irgendein Team führe aktuell. Aber ich finde es einfach spannend, mehr darüber zu erfahren, so auch die Beziehung zwischen Führung und Motivation der Mitarbeiter und Zufriedenheit. Aber auch, was gibt es für andere Führungsstile als die, die ich bisher kenne, was ist so in der aktuellen Forschung relevant.
Christian: Und dann lass uns vielleicht mal noch so ein bisschen allgemein über die IU reden, für diejenigen, die sich interessieren, an dieser Hochschule zu studieren. Also du hast schon gesagt, einer der ganz großen Vorteile ist die Flexibilität. Die hat man mittlerweile auch an anderen Hochschulen, AKAD University beispielsweise, die auch versuchen, Fernstudiengänge möglichst ohne irgendwelche Präsenzpflichten anzubieten. Man kann an fast allen privaten Hochschulen eigentlich jederzeit einsteigen, nicht jetzt nur Wintersemester, Sommersemester, wie an der FernUni Hagen. Aber das war schon so das wichtigste Auswahlkriterium, dass man diese Flexibilität hat, an der IU?
Alba: Für mich war wichtig eine Hochschule, die flexibel ist und eine Hochschule, die sich immer anpasst an dem, was so gerade aktuell ist. Dass die dementsprechend auch ihre Konzepte weiterentwickeln. Und da hatte ich das Gefühl, dass beides bietet mir die IU.
Christian: Und andere Hochschulen standen dann aber in dem Sinne jetzt nicht zur Auswahl? Also FernUni Hagen hast du dir angeguckt, hast du ja schon gesagt.
Alba: Zwischendurch habe ich mal überlegt, die APOLLON, aber irgendwie hat es mich dann schon zur IU hingezogen. Dann war das Thema eigentlich schon geklärt.
Christian: Okay. Und Kommilitonen hatten wir schon mal drüber gesprochen. Vielleicht können wir da noch ein kleines bisschen darüber reden. Weil ich glaube, für viele, die sich für so ein Studium interessieren an der IU beispielsweise oder auch an anderen Hochschulen, die wissen nicht so richtig, wie trete ich jetzt in Kontakt mit anderen? Gibt es da überhaupt Kontakt mit anderen Studierenden, wenn man jetzt keine Präsenzen hat, wo man wirklich jemanden kennenlernt? Ich merke das auch mal so, im allerersten Semester oder so, Studieneinsteiger, bevor die Zugang zu ihrem Online oder zu MyCampus haben, kommen auch mal und fragen, wo finde ich denn jetzt die anderen? Da gibt es jetzt keine Mensa, wo man irgendwie hingehen kann und gucken, wer da alles studiert. Da gibt es jetzt auch nicht so eine Kickoff-Veranstaltung an der IU zumindest, wo man dann irgendwo hinfährt und einfach mal guckt. Sondern das läuft alles ein bisschen anders. Kannst du vielleicht mal so einen kleinen Überblick geben, wie kommt man am besten in Kontakt?
Alba: Du kannst zum Beispiel auf Instagram schnell jemanden finden. Du gibst einfach in der Suchanzeige etwas ein wie IU Student, und dann findest du schon ganz viele. Da siehst du in der Bio, dass sie an der IU studieren. Und die schreibst du dann zum Beispiel einfach mal an und fragst nach WhatsApp-Gruppen zu bestimmten Studiengängen oder sowas. Da habe ich bisher die Erfahrung gemacht, dass da immer sehr schnell geholfen wird. Andersrum kannst du auch auf Facebook Kontakte finden. Die IU hat eine Facebook-Gruppe, und auch da kannst du dich anmelden oder beitreten und einfach mal reinschreiben: Hi, ich studiere jetzt bald an der IU, wer macht das noch, oder wer studiert den gleichen Studiengang, wer will sich connecten mit mir? Und da findet man sehr schnell Leute. Und irgendwann landet man auch in den entsprechenden WhatsApp-Gruppen. Und spätestens dann ist der Kontakt vollkommen vorhanden. Und sobald man dann immatrikuliert ist, hat man eben auch Zugang zu den Teams-Gruppen über MyCampus.
Christian: Die Teams-Gruppen sind ja schon auch sehr lebhaft, also wie ich das beobachte. Da kommt man definitiv in Austausch. Gibt es da viele, die sich dann auch einfach so Lernpartner suchen oder so kleinere Lerngruppen, wo man sich dann beispielsweise online einfach trifft und gemeinsam lernt, ja, wenn nur die Kamera und der Ton vielleicht läuft und man hört die anderen atmen und schreiben? Gibt es das auch, oder ist es eher unüblich?
Alba: Das organisieren die Studierenden dann selbst. Also ich zum Beispiel hatte mit ein paar Studierenden einen Discord-Server eröffnet. Da ist das Lernen ganz unterschiedlich zusammen. Die einen machen das über den Lernchat, wo man eigentlich wirklich nur schreibt, auch ganz ohne Kamera, aber man motiviert sich schon, indem man sich beim Schreiben beweist, dass man lernt. Andererseits gibt es dann die Option mit der Kamera, dass man sich motiviert, indem man vor der Kamera sitzt und beobachtet wird. Andersrum organisieren die Studierenden auch Teams-Meetings oder Zoom-Meetings. Das entwickelt sich dann mit der Zeit. Man muss einfach mal fragen, hey, gibt es schon eine Lerngruppe, oder wer hat Interesse, mit mir eine zu machen? Und dann findet sich immer jemand.
Christian: Also man ist definitiv nicht alleine im Fernstudium, wenn man das nicht möchte. Und wenn man eben so ist, dass man besser alleine lernt, ich war früher auch immer so, dann kann man da auch völlig für sich einfach bleiben. Man muss schon die Voraussetzung mitbringen, dass man aktiv sich dafür einsetzt, jemanden zu finden. Also es kommt jetzt keiner auf dich zugeflogen, wenn du nichts sagst oder schreibst. Du musst schon aktiv suchen, aktiv in eine Gruppe reinschreiben, weil erst dann wird man überhaupt auf dich aufmerksam.
Christian: Und sag mal, die Studienskripte an der IU, also das Gute an der IU und vielen anderen privaten Hochschulen im Fernstudienbereich ist ja, dass man die in mehreren Formen vorliegen hat. Man kann die sich gedruckt fordern, also ganz normales klassisches Skript, mal dicker, mal dünner. Man hat die aber eben auch digital, kann auf dem iPad lesen. Und die IU hat ja auch so eine eigene Lese-App. Wie kommst du denn mit den Skripten zurecht, also mit den Inhalten, sind die schwierig für dich, sind die unterschiedlich jetzt auch vielleicht von der Qualität? Kannst du uns da was dazu sagen?
Alba: Dazu würde ich sagen, es ist tutorabhängig. Also es gibt Skripte, die sind so super, die sind so strukturiert, die sind in kleinen Etappen. Ich mag es immer, wenn die Lektionen kürzer sind und nicht lang und die Texte auch Absätze haben. Und solche Skripte gibt es. Andersherum gibt es aber auch Skripte, die sind voll mit Fachbegriffen, die Absätze so lang. Und da braucht man dann eine gewisse Strategie, wie man mit solchen Skripten dann klarkommt. Da habe ich zum Beispiel mal einen Beitrag zu gemacht, wie man sich so ein chaotisches, komplexes Skript so ein bisschen runterbrettern kann. Viele nutzen ja Textmarker zum Beispiel. Wenn jetzt das Skript selber schon unglaublich viel Text enthält und am Rand auch alle Randbemerkungen und so, und viele gehen dann unbedacht hin und versuchen, das Chaos irgendwie zu bereinigen, indem sie sich das markieren. Aber wenn man sich das dann anschaut, macht das Chaos eigentlich nur noch schlimmer, so knallige Farben, ganz viele Farben, viele Randbemerkungen. Und das macht es dann am Ende auch nicht wirklich besser.
Alba: Da gehe ich den Weg, dass ich bei solchen Skripten ganz wenig Farben nehme und auch Pastelltöne, die nicht schon auf dem ersten Blick erschlagen. Und wie man auch sehen kann, in den Zeilenabständen, dass so Linien reingezeichnet sind, um weitere Absätze sozusagen zu erstellen, wo dann auch Überschriften zu den neuen Absätzen sinnvoll sind, um da für sich die Ordnung wieder reinzuholen. Das kann man sowohl in der ausgedruckten Version machen, aber auch digital, wenn man sich es als PDF aufs iPad lädt.
Christian: Es gibt eben auch komplexe und schwierige Skripte an der IU, und da muss man irgendwie auch einen Weg finden, damit zurechtzukommen, und sich diese Komplexität dann so ein bisschen zu reduzieren. Den Beitrag, den du jetzt erwähnt hast, den verlinken wir auch in der Beschreibung für den Podcast, in den Shownotes.
Christian: Bei den digitalen Skripten sehe ich manchmal das Problem, also ich lese auch ab und zu am iPad im Skript und mache mir da auch hin und wieder mal eine Markierung. Ich versuche die Markierungen auch minimal zu halten. Aber da ist mir jetzt schon paar mal passiert, dass die Markierungen dann irgendwann wieder weg waren, weil es dann Aktualisierungen von dem Skript gab. Also da hat die Hochschule anscheinend noch keine richtige Lösung gefunden, um sowas dann zu erhalten. Also da wäre ich eher vorsichtig, dann besser sozusagen eine PDF-Datei nutzen, wie du das gerade vorgeschlagen hast. Die ändert sich eben nicht noch mal. Oder eben GoodNotes oder Notability, kann man das auch sehr gut machen, da wird es halt nicht gelöscht.
Christian: Und sag mal, Thema momentan großes Thema KI, auch in der Hochschule. ChatGPT und solche Themen. Und die IU bietet ja mittlerweile so einen eigenen KI-Bot oder Chatbot an, so eine virtuelle Assistentin eigentlich. Hat man dann in manchen Skripten oder in vielen, ich weiß nicht in wie vielen mittlerweile, im Prinzip so einen kleinen Button unten, wie man das auch von Webseiten kennt, also in den digitalen Skripten natürlich. Und kann da draufklicken und kann dann Fragen zum Skript stellen. Ich habe es auch schon mal ausprobiert, habe da die eine oder andere Frage gestellt, ein paar fachliche Fragen. Habe gemerkt, okay, bei Definitionen funktioniert es eigentlich ganz gut. Also wenn da in dem Skript jetzt irgendwo eine Definition zu finden ist und ich bin gerade zu faul, mir die rauszusuchen oder zu gucken im Inhaltsverzeichnis, wo könnte ich das finden, dann stelle ich die Frage sozusagen einfach an die KI und bekomme dann eine Antwort. Und diese Antworten werden dann in der Regel auch von Tutoren oder Tutorinnen geprüft, was ich auch ganz gut finde. Manchmal bekommt man dann so einen Hinweis, ja, es gab schon Studenten, die haben eine ähnliche Frage gestellt, und hier hast du eine Antwort, die geprüft ist. Dann gibt es aber Fragen, die so ganz typische Studierendenfragen sind, zum Beispiel, was muss ich alles lernen aus diesem Skript, muss ich das jetzt wirklich wissen für die Prüfung, für die Klausur. Da bekommt man dann irgendwie keine richtigen Antworten drauf, logischerweise. Hast du schon mal rumprobiert mit Syntea, dem KI-Chatbot?
Alba: Ja, ich war da von Beginn an dabei. Also ich war in einer Gruppe mit dabei, wo man sozusagen bei der Entwicklung unterstützen konnte, indem man auch immer Feedback gibt. Die haben dann irgendwie einen Fragebogen erstellt, was gefällt am besten, welche Ansicht, welche Antwortmöglichkeit, oder was weiß ich was. Und seitdem war ich schon mit dabei und auch die ganze Zeit für das Thema am Brennen. Und natürlich habe ich es dann auch ziemlich sofort ausprobiert, als es endlich raus war. Und aktuell merkt man noch, es ist noch so in der Entwicklung. Du stellst zum Beispiel eine Frage und dann kommt wie gesagt die Antwort, das hat schon mal jemand anders gefragt, und dann kommt die Antwort, die dem vielleicht gestellt wurde, aber was ganz anderes, was du dann gar nicht gefragt hast. Also das ist noch so ein bisschen im Aufbau, habe ich das Gefühl.
Alba: Was ich jetzt schon richtig gut finde, ist der Pre-Assessment-Test. Den kannst du machen, immer zu jeder Zeit. Was lohnt sich, den zu machen, bevor du anfängst, das Skript zu lesen, um erstmal deinen Wissensstand abzufragen. Du kriegst dann nämlich das Ergebnis, worin steht, worauf du dich eher weniger fokussieren solltest beim Lernen des Moduls und worauf verstärkt, auf welche Kapitel, und kriegst dann auch Verweise auf die Kapitel. Das ist super klasse.
Christian: Ja, das ist auch mein Eindruck, dass das alles noch so ein bisschen in Kinderschuhen steckt. Aber das wird sich auch wahnsinnig schnell entwickeln und besser werden. Aber eine Sache, über die hat eigentlich noch niemand so richtig geredet, habe ich den Eindruck, ist ja, dass die Hochschule im Prinzip auf diese Art und Weise auch ganz viele Fragen von Studierenden zu den Skripten sammelt. Und ich glaube, das kann man auch ziemlich gut benutzen, um die Skripte wirklich signifikant zu verbessern. Man hat da wirklich ganz schnell und eigentlich jeden Tag tagesaktuell so spezifische Fragen an das Skript. Und da können sich die Autoren und Autorinnen der Skripte dann hinsetzen und einfach gucken, was sind ganz häufige Fragen, die wir dann in dem Skript auch bei der nächsten Aktualisierung schon vorwegnehmen können, womit kommen die Studierenden nicht zurecht. Und das finde ich eigentlich auch, das wäre eigentlich eine super Sache.
Alba: Das Thema Evaluationsbögen war ja eh schon meiner Wahrnehmung nach ein Thema. Also da war das erst Prüfungsvoraussetzung, dass du die Evaluation machst, dann wurde es rausgenommen. Ich denke mal, weil manche dann die Evaluation gemacht haben, weil sie es halt mussten, und die Antwortmöglichkeiten dann nicht so ganz gerecht waren. Aber wenn sie das so aufziehen würden, das wäre eine super Sache.
Christian: Ja, die Tutoren und Tutorinnen prüfen ja eben immer die Antworten, die da erstmal von der KI gegeben werden, und beschäftigen sich dadurch dann schon mal damit. Wobei die Tutoren sind ja jetzt nicht auch zwangsläufig die Autoren oder Autorinnen der Skripte. Aber trotzdem, also ich denke mal, ich kann mir nicht vorstellen, dass das nicht auf diese Art und Weise auch in Zukunft genutzt werden wird.
Alba: Was ich bisher noch schade finde, ist, wenn du so fragst, was bedeutet dieser und jener Begriff, dann wird es so, wie ich es bisher erfahren habe, einfach aus dem Skript rauskopiert, wo es halt steht. Womit ich dann erstmal nichts anfangen kann, weil ich habe ja gefragt, weil ich es im Skript nicht verstanden habe. Und wenn dann die gleiche Antwort kommt, die schon im Skript steht, da hoffe ich, dass die Entwicklung da noch so weit gehen wird, dass das dann mit anderen Worten noch mal beschrieben und erklärt wird.
Christian: Es ist auch noch nicht für mich zumindest so richtig klar, was da jetzt für Datenquellen dann noch verwendet werden. Also ich habe beispielsweise auch ausprobiert, da werden in dem Skript irgendwelche Autoren und Autorinnen genannt für Theorien, Bücher, Literatur und so weiter. Habe ich natürlich auch versucht zu fragen, sag mir mal bitte was zu diesem Forscherteam beispielsweise, was machen die, warum sind die in diesem Fachbereich bekannt. Aber da kamen jetzt natürlich keine sinnvollen Antworten dabei raus. Das wäre natürlich noch super interessant, einfach so Fragen, die man dann auch an Lehrkräfte in dem Seminar stellen würde. Aber soweit ging das jetzt noch nicht. Aber ich denke mal, das wird auch ganz schnell kommen.
Alba: Ich habe das Gefühl, da sind die ganz schnell drin.
Christian: Ja, es ist auch sehr viel Werbetrommel, was momentan gerührt wird für dieses KI-Thema. Ich finde es super spannend auch als Studierender, weil das auch in vielerlei Hinsicht Arbeit vereinfacht. Manchmal hat man auch als Studierender so eine Hemmschwelle, irgendwelche Fragen zu stellen. Die ist da glaube ich sehr viel geringer, wenn man da einfach nicht an den Menschen sozusagen diese Frage stellt, sondern eben an die KI.
Christian: Und sag mal, die virtuellen Lehrveranstaltungen, das ist jetzt die letzte Frage zur IU. Nutzt du die, muss man die nutzen? Wie kann man sich das vorstellen, wie läuft das?
Alba: Die virtuellen Lehrveranstaltungen muss man nicht nutzen. Also was immer Grundlage ist, ist das Skript, wenn es eins gibt im Modul. Aber die virtuellen Lehrveranstaltungen muss man nicht nutzen. Ich selber nutze sie auch nicht oft, nur bei Modulen, wo ich merke, okay, ich brauche da so ein bisschen Austausch mit dem Tutor oder habe Fragen, wo das Fragestellen über den Chat nicht reicht. Und ich erlebe die als, ja, ist halt auch wieder tutorabhängig, aber alles, was ich bisher erlebt habe, ist sehr wertvoll gewesen für mich. Halt ein intensiver Austausch, du kriegst noch mal mehr Einblicke, Beispiele, je nachdem welche Fragen du halt stellst.
Alba: Und besonders hilfreich finde ich, daran teilzunehmen, wenn man entweder in einem Motivationstief ist, dass man jetzt nicht sagt, ich setze mich jetzt ans Skript und lese das jetzt durch, das ist immer eine größere Hemmschwelle. Sondern dass man sagt, okay, ich gehe halt einfach rein, passiv einfach mal zu dieser interaktiven Lehrveranstaltung. Und allein das holt einen schon oft aus diesem Tief wieder heraus. Oder eben wenn man eine längere Lernpause hat, das ist immer schön, die sozusagen nicht nur im inhaltlichen Kontext zu nutzen, sondern auch, um wieder in die Motivation oder Disziplin zu finden.
Christian: Ja, Motivation und Disziplin sind gut zwei Stichpunkte, die mir es jetzt ein bisschen einfacher machen, den Übergang zu finden zum nächsten Thema, über das wir jetzt zum Schluss von diesem Podcast noch reden, und zwar dein Doppelstudium an sich und eben, wie du das hinbekommst. Die Motivation beispielsweise zu finden, darüber würde ich gerne noch ein bisschen mit dir reden. Vielleicht sagst du noch mal kurz zusammengefasst, eigentlich hast du es auch schon so beantwortet, warum du dich überhaupt dafür entschieden hast, diese zwei Studiengänge zu machen. Das ist ja irgendwie auch ein Stressfaktor, sage ich mal. Du arbeitest im Prinzip Vollzeit mit zwei Jobs und hast da sicherlich mehr als genug zu tun. Warum sich das dann noch aufbürden, tatsächlich zwei Studiengänge zu machen?
Alba: Ich denke, es kommt auf die Einstellung an. Alleine, wie du da herangehst, dass ich zum Beispiel mit mir selber auch so rede, dass ich es mir jetzt nicht aufhalse oder mir das antue oder sonst was, sondern ich mache das, weil ich das möchte, weil ich da Spaß dran habe, weil ich auch nicht abwarten konnte. Mich hat beides interessiert, und ich mag dieses interdisziplinäre Lernen und Denken. Und ich denke, alleine bei der Einstellung, mit der man da herangeht, da fängt das Ganze schon an. Und natürlich mit den Prioritäten, die du dir setzt, damit geht es dann weiter. Was ist dir am wichtigsten? Das Studium, die Arbeit, die Familie? Ist ja meistens eher so oft gleichgewichtig. Aber wie viel Zeit steckst du in was rein? Und welche Erwartungen setzt du an dich selbst? Willst du Bestnoten erzielen, musst du mehr Zeit reinstecken. Willst du einfach nur bestehen und am Ende die Urkunde haben und dafür lieber mehr mit der Familie zusammen sein, dann ist das andere vielleicht zeitaufwendiger. Das kommt darauf an, welche Einstellung man hat und welche Prioritäten man setzt, und natürlich auch welche individuelle Situation man hat. Also ich habe jetzt zum Beispiel keine Kinder oder auch nicht zu Hause irgendwie einen Pflegefall oder sonst was. Und da ist es für mich natürlich einfacher, da irgendwie klarzukommen und zwei Studiengänge gleichzeitig plus Arbeit zu studieren. Und gleichzeitig habe ich es auch so irgendwie zusammengebaut, dass das Studium an sich mich auch in anderen Lebensbereichen weiterbringt, dass ich in der Selbstständigkeit vorankomme, dass das alles so miteinander sich gegenseitig ergänzt, anstatt dass es parallel nebeneinander herläuft.
Christian: Ja, man merkt bei dir auch, da ist der Druck jetzt in dem Sinne auch nicht da. Da hast du ja auch schon paar Worte dazu gesagt, also nicht: Ich muss jetzt ganz dringend diesen Abschluss machen, um beruflich dies und jenes irgendwie zu schaffen. Sondern da ist eben etwas da, was ich auch mal besonders wertschätze, wenn es ums Studieren geht, nämlich wirklich auch etwas lernen zu wollen, sich mit Themen auseinanderzusetzen. Und jetzt nicht einfach nur gucken, wann habe ich dieses Modul abgeschlossen, was kommt als nächstes, sondern was nehme ich da jetzt mit. Das hat bei mir letztendlich auch dazu geführt, dass ich meine Studiengänge, die ich studiert habe, nie wirklich abgeschlossen habe. Da war mir das dann einfach nicht mehr so wichtig, diesen Abschluss zu bekommen. Ich habe ganz viel mitgenommen immer aus den Studiengängen, die ich so studiert habe, hauptsächlich geisteswissenschaftlich, Geschichte, Philosophie habe ich früher studiert. Aber ich habe eben keinen Abschluss deswegen gemacht. Die eine oder andere Modulprüfung, das war für mich jetzt nicht so wichtig, ich habe es beruflich trotzdem irgendwie hinbekommen. Ist jetzt auch nichts, was ich jetzt jedem unbedingt empfehlen würde, der Abschluss spielt schon auch irgendwie eine Rolle. Aber wenn man sich da so ein bisschen davon frei macht, ich glaube, dann nimmt man wirklich viel mehr aus dem Studiengang mit, als wenn man da immer so einen Druck irgendwie im Hinterkopf hat, ich muss das jetzt schaffen.
Alba: Es gibt auch eben oft Situationen, die glaube ich jeder kennt, diese Situation: Ich muss jetzt lernen, oder ich muss heute Abend unbedingt an der Hausarbeit schreiben, oder ich muss die Präsentation noch diese Woche halten. Das ist auch was, was ich eine Zeit lang oft erlebt habe. Und da war für mich so die Erkenntnis, dass es die Kunst ist, das sofort zu merken, wenn man sich das denkt, und bewusst wahrzunehmen: Ich denke jetzt gerade, ich muss das tun. Und sich dann zu fragen, warum denke ich das jetzt eigentlich, dass ich das muss? Dass man es wieder hinswitcht zum: Ich will das, ich habe das ja gewählt, weil ich das will, weil mich das interessiert, weil ich für das Thema brenne, weil ich Ziele entwickelt habe, die mich weiterbringen. Ich denke, das ist auch ein entscheidender Punkt, solche teils unbewussten Elemente sich irgendwie auf die bewusste Ebene zu holen. Und manchmal ist es vielleicht auch hilfreich, sich zu sagen, ich will das nicht. Oder sich das einzugestehen, eigentlich möchte ich das nicht mehr fortsetzen, oder das bringt mir eigentlich gar nichts, ich habe einfach zu großen Druck. Oder es bringt vielleicht auch was, eine Pause zu machen. Und das dann aber auch so zu sehen, dass das okay ist, eben auch mal nicht voranzukommen.
Christian: Und Motivation ist da schon ein ganz wichtiges Thema. Wie machst du denn das, also wie motivierst du dich dann da trotzdem jeden Tag konkret, dich sozusagen hinzusetzen und deine Skripte durchzuarbeiten, selbst wenn die eben schwierig und trocken sind?
Alba: Also ich habe mich sonst immer nach Lust und Laune motiviert, dass ich immer spontan mich dann irgendwie drangesetzt habe. Wenn ich mal auf das Lust hatte, habe ich das gemacht, und dann das andere. Aber je mehr die Aufgaben wurden, und mit der Selbstständigkeit wurde es irgendwann ein bisschen too much und es entstand so ein Ultra-Chaos. Und seitdem habe ich mir eine Art Stundenplan erstellt, so wie man es aus Schulzeiten kennt, dieses Stundenplansystem, erste, zweite Stunde dies, dann auch gezielt Pause, dann dritte, vierte Stunde das. Und so habe ich mir Fächer meines eigenen Alltags erstellt und meinen eigenen Stundenplan gebaut, wo auch gezielt eingesetzt und eingetragen ist, in welchen Stunden ich immer wann was lerne. Aber auch wo bin ich arbeiten, wann mache ich was für die Selbstständigkeit. Ebenso genauso wichtig: Wann mache ich Pausen, wann mache ich Quality Time, wann mache ich irgendwie Sport und Bewegung oder was zur Entspannung? Gezielt habe ich das auch alles richtig eingetragen im Stundenplan. So mache ich das zumindest. Und alleine das motiviert dann schon, wenn man sich daran hält und dann auch merkt, oh, ich habe das jetzt geschafft heute Vormittag, ich mache dann einen Haken dran. Und das kann sehr motivierend sein. Diese Vorlage gibt es auch auf meiner Website, wenn jemand Interesse hat, kann man sich da kostenfrei downloaden.
Christian: Das verlinken wir auch in der Beschreibung, in den Shownotes für diesen Podcast. Und irgendwie hat das ja auch was mit Zeitmanagement zu tun, oder damit, seine freie Zeit irgendwie so ein bisschen zu strukturieren, zu gucken, wann man was wie macht. Habe ich mich auch irgendwie lange damit auseinandergesetzt, aber letztendlich für mich sind die Sachen, die Tools, die da wichtig sind, eben ein Kalender beispielsweise oder so ein Plan, ja, vielleicht noch ein Zettel, wo ich mir wichtige Notizen für den Tag draufschreibe. Kannst du noch was zum Thema Zeitmanagement sagen, wie wichtig ist das, oder generell, sollte man sich damit auseinandersetzen im Studium?
Alba: Ich denke mal, die erste Erkenntnis, die man haben sollte, ist, dass man Zeit nicht managen kann. Du kannst die Zeit nicht zurückstellen, langsamer laufen lassen oder pausieren oder was weiß ich was. Es geht in erster Linie eigentlich eher um Selbstmanagement. Du musst dich selber managen, dich und dein Verhalten. Und das beginnt damit, dass du an deinen eigenen Prioritäten und Erwartungshaltungen arbeitest. Ist dir das wirklich unbeschreiblich wichtig, dass der Haushalt immer läuft und die Wäsche immer sofort gewaschen ist, oder kann das ein oder andere warten? Dass man sich sozusagen eine Hierarchie aufbaut, oben das ganz Wichtigste und das ganz Dringlichste, und umso tiefer, umso unwichtiger ist es vielleicht. Und sich auch erlauben, wenn man jemanden hat, Aufgaben zu delegieren, anstatt die Erwartung, dass man alles alleine schaffen muss.
Christian: Ja, das ist nicht immer einfach, aber auch ein Thema, das wir schon öfter hier im Podcast besprochen haben. Auch mal gucken, dass man irgendwie Hilfe und Unterstützung findet, Verständnis vielleicht auch, dass man mal eben nicht ganz so viel Zeit hat, weil man eben noch ein Skript durcharbeiten muss. Und einfach auch gucken, in seiner Umgebung, da gibt es bestimmt auch ganz viele Menschen, die das eben auch verstehen, dass das jetzt mal vielleicht über ein, zwei Jahre so ist, und danach ist man aber wieder mehr da.
Christian: Letzte Frage vielleicht zum Thema, wie du das alles unter einen Hut bekommst. Kannst du uns vielleicht mal mitnehmen so ein ganz kleines bisschen in deinen Lernalltag, deine Lernstrategien? Du hast so ein bisschen schon gezeigt, wie du mit komplexeren Skripten umgehst. Kannst du uns vielleicht einfach mal sagen, wann lernst du beispielsweise, zu welchen Uhrzeiten, wie sieht es aus?
Alba: Also meine Woche sieht zum Beispiel so aus, dass ich montags, dienstags und donnerstags in der Klinik arbeite. Das heißt, da ist dann eher abends so ein bisschen Studium. Aber so die Hauptzeiten sind dann mittwochs oder am Wochenende, wo dann auch wirklich größere Phasen des Lernens sind, also von morgens bis nachmittags zum Beispiel. Und das sieht bei mir so aus, dass ich die Pomodoro-Technik benutze. Beim Reinkommen in die Session erstmal etwas anders, nämlich dass ich starte, anstatt 25 Minuten lernen und 5 Minuten Pause, mit 10 Minuten lernen, zum Beispiel das Inhaltsverzeichnis einmal im Skript durchgehen oder die Zusammenfassungen pro Lektion lesen, und dann 5 Minuten Pause. Dann steigere ich das bei der nächsten Session, dass ich 15 Minuten weitermache und dann wieder 5 Minuten Pause. Und so komme ich besser rein, als wenn ich mir direkt so einen Brocken Zeit da reinsetze.
Alba: Und gleichzeitig kombiniere ich auch immer die Pausen mit Haushalt. Also man sagt ja immer auch, die Pause ist, wenn man sie effektiv nutzt, eine sehr wertvolle Lernzeit, weil eben alles so verknüpft wird und kreative Ideen entstehen und sonst was. Und das geschieht am besten in der Pause, wenn man eben etwas macht, was den Kopf nicht fordert, zum Beispiel Haushalt, Wäsche falten, Küche aufräumen oder solche Dinge. Das strengt den Kopf nicht an, man sitzt nicht schon wieder vor dem Display am Handy, und man kommt gleichzeitig körperlich in Bewegung, während man beim Lernen immer nur sitzt. Das ist so die Art und Weise, wie ich es immer angehe. Und am Ende mache ich dann immer noch eine Lernüberprüfung nach jeder Session, zum Beispiel über die Online-Tests an der IU. Und gehe dann sozusagen damit schlafen, dass man noch mal am Ende alles wiederholt hat, was man gelernt hat, und dann kann sich das schön in der Nacht verankern. Und dass man dann auch schaut, dass man nach der Lernsession nicht noch stundenlang am Handy hockt oder so, sondern eher spazieren geht, irgendwas, was den Kopf frei lässt.
Christian: Ja, zwei gute Tipps auch in Bezug auf die Pomodoro-Technik. Ich habe den Fehler am Anfang auch mal gemacht, als ich das angefangen habe zu nutzen, die Sessions einfach viel zu lang zu machen, 45 Minuten war das da in der Regel, und dann vielleicht 10 Minuten Pause oder sowas. Aber das dann vielleicht gerade am Anfang, um auch die Aufmerksamkeit erstmal so ein bisschen zu trainieren oder da reinzukommen, auch ein bisschen kürzer zu halten, und dann eben die Pausen auch für Bewegung zu nutzen. Auch ganz sinnvoll, wenn man gerade einen Bürojob hat vielleicht oder beruflich einfach viel am Schreibtisch arbeitet, dann zu gucken, dass man sich trotzdem ausreichend bewegt und dann vielleicht noch mal spazieren zu gehen nach so einer Lernzeit.
Alba: Da fällt mir auch gerade noch ein, wenn man jetzt zum Beispiel einen Tag hat, wo man geplant hat, okay, ich will jetzt heute lernen, Pomodoro-Technik, aber die Motivation ist irgendwie nicht so da, oder es fühlt sich wie ein Berg an. Da hilft die Technik, die ich vor kurzem gepostet habe, nämlich die Pomodoro-Perlenkettentechnik. Dass man eben sich Perlen zurechtlegt und eine Schnur und startet mit der Pomodoro-Technik, sich für die erste Session ein Miniziel setzt, also nur ein ganz kleines Ziel, und eine Perle neben sich legt, die eben genau für dieses Ziel steht. Und wenn man dann diese eine Session durch hat und zum Beispiel das erste Kapitel gelesen hat, dann zieht man diese Perle auf diese Schnur. Das symbolisiert dann gleichzeitig noch den Fortschritt, jeder kleine Schritt ist ein Fortschritt. Und das kann noch mal dazu führen, dass man deutlich schneller in die Motivation reinkommt, wenn sie am Anfang noch nicht so da ist.
Christian: Auch so ein belohnender Effekt dann am Ende, wenn die Kette dann voll ist. Und solche Tipps und Tricks und Study Hacks, sage ich mal, bekommt man ja auch auf deinem Instagram-Channel. Kannst du uns vielleicht noch sagen, wo man dir überall so folgen kann und mehr über dich erfahren kann?
Alba: Auf meinem Instagram-Account ist jeder herzlich willkommen, The Art of Online Study. Da findet ihr alle möglichen Tipps, vielleicht auch was Außergewöhnliches, was man nicht so überall findet, wie die Pomodoro-Perlenkettentechnik. Und ich schreibe auch an einem Blog, wo noch deutlich intensiver auf Techniken eingegangen wird und Inspiration geboten wird, Reflexionsfragen, in meinem Study Blog auf der Website theartofchange.de. Und ansonsten ist auch jeder auf meinem Discord-Server herzlich willkommen, wenn man da Lust hat, sich über sensiblere Themen auszutauschen, wie ADHS und Studium, alleinerziehend sein im Studium und sonst was, und wenn das gemeinsame Lernen auch im Fokus steht.
Christian: Ja, wir verlinken das natürlich alles in der Beschreibung für diesen Podcast. Dann sage ich schon mal ganz herzlichen Dank dafür, dass du hier so bereitwillig Rede und Antwort stehst zum Studium an der IU. Wir haben uns das vorher schon überlegt, dass wir auch mal zu einem anderen Thema, was ja so ein bisschen interessanter ist für Menschen, die schon studieren, vielleicht ein bisschen mehr in die Tiefe gehen. Vielleicht finden wir da noch was Interessantes. Und vielleicht haben auch unsere Zuhörerinnen und Zuhörer oder Zuschauer, je nach Medium, Interesse, dass wir über irgendwas Bestimmtes reden. Das könnt ihr liebe Zuhörer gerne in die Kommentare posten. Und ja, also vielen Dank fürs Mitmachen und bis zum nächsten Mal!
Alba: Danke schön!
Englisch
Deutsch 
Kommentare