18.12.2025

Studie zeigt: New Work verändert Hochschulorganisationen nachhaltig

Im Dezember 2025 hat das Hochschulforum Digitalisierung ein neues Arbeitspapier zu Veränderungen von Zusammenarbeit, Führung und Raumstrukturen an Hochschulen veröffentlicht. Die explorative Studie analysiert, wie Prinzipien von New Work an deutschen Hochschulen eingeführt und gestaltet werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Arbeitsprozesse und Führungsmodelle im Hochschulkontext durch Flexibilisierung, Digitalisierung und stärkere Partizipation wandeln.

Die Autor:innen haben für die Untersuchung sechs Hochschulen ausgewählt, die jeweils innovative Ansätze im Bereich New Work verfolgen. Dabei wurde der Fokus bewusst auf Wissenschaft und Verwaltung gelegt, weniger auf die Lehre. Mit Methoden wie Fallstudien und leitfadengestützten Interviews wurden Projekte von der Einführung agiler Methoden über geteilte Verantwortung bis hin zu Coworking-Räumen analysiert. Ein zentrales Ergebnis: Größere Veränderungsprozesse gelingen umso besser, je mehr Unterstützung von der Leitungsebene kommt und je stärker partizipative und iterative Elemente – wie Experimente, Reflexion und Anpassung – die Entwicklung strukturieren.

Die Studie ordnet die Ansätze entlang vier Dimensionen: zeitliche und räumliche Flexibilisierung, agile Organisation, wertbasierte Arbeit und partizipative Führung. Während digitale Tools, Homeoffice und Desk Sharing insbesondere in der Verwaltung Impulse setzen, ist wissenschaftliches Arbeiten traditionell von projektbasiertem und dezentralem Vorgehen geprägt. Veränderungen in der Führungskultur – etwa Hierarchieabbau oder geteilte Verantwortung – zeigen sich sehr unterschiedlich ausgeprägt und erfordern teils grundlegende Aushandlungsprozesse.

Als zentrale Herausforderungen für die Einführung von New Work identifiziert die Studie die Komplexität der Hochschulorganisation, die Notwendigkeit gelingender Partizipation und die Knappheit an Zeitressourcen für Reflexion und Anpassung. Besonders hervorgehoben wird die Rolle experimenteller Formate, die einen niedrigschwelligen Einstieg ermöglichen und zu spürbaren Veränderungen im Alltag führen. So zeigen einzelne Hochschulen etwa mit Coworking-Flächen, dass räumliche Neuordnungen weitreichende soziale und organisatorische Effekte entfalten können.

Für Hochschulmanager:innen und Entscheidungsträger:innen liefert die Untersuchung praxisnahe Handlungsanregungen: Nachhaltige Veränderung gelingt nur mit klarer Verankerung auf der Leitungsebene, Offenheit für Experiment und reflexive Lernkultur sowie einer an Fachkulturen und lokalen Besonderheiten ausgerichteten Kontextsensibilität. Gerade für die hochschulinterne Verwaltung entstehen durch New Work neue Perspektiven, attraktiver und wettbewerbsfähiger am Arbeitsmarkt aufzutreten sowie Synergien mit der Wissenschaft besser zu nutzen.

Die Ergebnisse spiegeln einen Trend, der auch anderenorts zu beobachten ist: Flexible, digital unterstützte Strukturen und partizipative Führung werden zunehmend zu Grundpfeilern moderner Hochschulorganisationen, wie es beispielsweise innovative Studienmodelle an der SRH Fernhochschule zeigen.

Quelle: Pressemitteilung vom 16.12.2025
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