Toxische Menschen in der Arbeitswelt - Wie wir uns schützen können | mit Prof. Dr. Daniela Voigt

Toxische Menschen können einen erheblichen negativen Einfluss auf unser Leben haben. Ihr manipulatives Verhalten verursacht nicht nur Stress, sondern kann auch das Selbstvertrauen und die Selbstwahrnehmung erschüttern und zu psychischen oder psychosomatischen Erkrankungen führen. Das Problem: Man braucht ein Bewusstsein für die toxischen Verhaltensweisen - und nicht immer kann (oder sollte) man den Personen oder der Situation aus dem Weg gehen.

Prof. Dr. Daniela Voigt ist Professorin für Soziale Arbeit an der SRH Fernhochschule, Beraterin, Coach und Autorin. In ihrem Buch „Gesunder Umgang mit toxischen Menschen für Dummies“ zeigt sie auf, wie man toxische Verhaltensweisen erkennt und sich vor ihrem Einfluss schützt.

Im Podcast bespricht Prof. Voigt mit Christian u.a. warum das Thema besonders für Fernstudierende relevant ist, welche Dynamiken und Methoden toxische Menschen nutzen und was man insbesondere in beruflichen, aber auch in anderen sozialen Beziehungen dagegen tun kann.

Inhalt:

00:00:00 Vorschau
00:01:28 Prof. Voigt zu ihrer Person & der Idee zum Buch
00:04:17 Darum ist das ein Thema für Fernstudis
00:06:16 Was bedeutet „toxisch“?
00:11:14 Toxizität in Männlichkeit, Gesellschaft & Macht-Strukturen
00:15:41 Wie erkenne ich toxisches Verhalten? - Ghosting
00:19:10 Wie erkenne ich toxisches Verhalten? - Silent Treatment
00:21:02 Wie erkenne ich toxisches Verhalten? - Manipulation
00:23:08 Warum neigen Führungskräfte zu toxischem Verhalten?
00:26:07 Wie erkenne ich toxisches Verhalten? - Gaslighting
00:30:37 Exkurs: Bewusstsein für Technik & (Cyber-)Stalking
00:33:18 Wie erkenne ich toxisches Verhalten? - Flying Monkeys
00:36:25 Wie erkenne ich toxisches Verhalten - bei mir selbst?
00:39:25 Auswirkungen eines toxischen Umfeldes auf die Gesundheit
00:43:20 Wie kann ich mich schützen?
00:58:32 Was man auf keinen Fall tun sollte
00:59:35 Wie schafft man ein gesundes Arbeitsklima?
01:02:47 Wo man Prof. Voigt (online) begegnen kann

Prof. Dr. Daniela Voigt im Internet:

➡️ Instagram: https://www.instagram.com/soziale__arbeit/
➡️ Facebook: https://www.facebook.com/InfoSozialeArbeit
➡️ Website: https://www.awehrness.de/
➡️ An der SRH: https://www.mobile-university.de/ueber-uns/hochschulteam/voigt-daniela/

Im Podcast erwähnt:

👉 „Gesunder Umgang mit toxischen Menschen“ auf Amazon: https://www.amazon.de/Gesunder-Umgang-toxischen-Menschen-Dummies/dp/3527722297
👉 Podcast-Folge mit Prof. Voigt über Burnout: https://www.youtube.com/watch
👉 B.A. Soziale Arbeit an der SRH: https://www.fernstudi.net/fernstudium/humanwissenschaften/sozialarbeit/13711
👉 M.A. Soziale Arbeit an der SRH: https://www.fernstudi.net/fernstudium/humanwissenschaften/sozialarbeit/16582

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In vielen Arbeitsumfeldern kommt es vor, dass sich toxische Verhaltensweisen etablieren, die sich negativ auf die betroffenen Personen und das Betriebsklima auswirken. Prof. Dr. Daniela Voigt spricht in ihrem Buch „Gesunder Umgang mit toxischen Menschen‘ über Strategien zur Bewältigung dieser Herausforderungen. Im ausführlichen Gespräch beleuchtet sie die Mechanismen, durch die toxische Menschen Einfluss nehmen, die Auswirkungen auf Betroffene sowie Methoden, um sich effektiv zu schützen.

Der Begriff ‚toxisch‘ wird in der modernen Psychologie und im Alltagsgebrauch häufig verwendet. Er beschreibt Verhaltensweisen von Menschen, die systematisch ihre eigenen Bedürfnisse und Interessen über die anderer stellen, oft ohne Rücksicht oder Reue. Im Berufsleben äußert sich dies beispielsweise durch Manipulation, emotionale Erpressung oder absichtliches Ignorieren.

Prof. Voigt betont, dass toxisches Verhalten nicht gleichzusetzen ist mit generell schlechter Charaktereigenschaft. Vielmehr sind es bestimmte Muster, die sich wiederholen und andere negativ beeinflussen. Besonders am Arbeitsplatz, wo hierarchische Strukturen bestehen, können sich diese Verhaltensweisen verfestigen und großen Schaden anrichten.

Es gibt eine Vielzahl toxischer Verhaltensweisen, die im beruflichen Umfeld auftreten können, beispielsweise:

Ghosting: Das plötzliche und vollständige Einstellen der Kommunikation, oft ohne Vorwarnung oder Erklärung.

Silent Treatment: Eine Form der Bestrafung, bei der eine Person systematisch ignoriert wird.

Manipulation: Der Versuch, Menschen durch subtile oder direkte Beeinflussung zu lenken und ihnen die Entscheidungsfreiheit zu nehmen.

Gaslighting: Eine extreme Form der Manipulation, bei der die Realität der betroffenen Person systematisch verdreht wird, sodass sie an ihrer Wahrnehmung zweifelt.

Flying Monkeys: Das Einspannen von Dritten, um eine Person zu isolieren oder ihren Ruf zu schädigen.

Diese Methoden sind gezielt darauf ausgerichtet, Kontrolle über andere auszuüben und deren Selbstbewusstsein sowie Handlungsspielräume zu untergraben. Besonders gefährlich wird dies, wenn solche Verhaltensweisen von Führungskräften oder Vorgesetzten ausgehen, da ihre Machtposition oft nur begrenzten Widerspruch zulässt.

Die Konsequenzen toxischen Verhaltens sind gravierend. Neben psychischem Stress, der sich in Angstzuständen, Selbstzweifeln und depressiven Verstimmungen äußern kann, gibt es auch körperliche Folgen. Schlaflosigkeit, Bluthochdruck, Magen-Darm-Probleme und sogar chronische Erkrankungen können die Folge sein. Studien zeigen, dass bis zu 40 % der Arbeitnehmer toxisches Verhalten am Arbeitsplatz erleben und dass in 30 % der Fälle gezielte Manipulation eine Rolle spielt.

Ein besonders perfides Element toxischer Dynamiken ist, dass Betroffene oft an sich selbst zu zweifeln beginnen. „Vielleicht bin ich ja wirklich zu empfindlich“, „Habe ich das falsch verstanden?“ – solche Gedanken sind typisch für Menschen, die Gaslighting oder Manipulation ausgesetzt sind. Hier ist es besonders wichtig, bewusst gegenzusteuern und sich aus dem negativen Einflussfeld zu lösen.

Um sich vor toxischen Menschen zu schützen, gibt es verschiedene Ansätze. Prof. Voigt empfiehlt unter anderem:

Klare Grenzen setzen: Wer sich nicht abgrenzt, wird schnell in eine toxische Dynamik verwickelt. Es ist wichtig, bewusst „Nein“ zu sagen und sich nicht in ungesunde Abhängigkeiten zu begeben.

Emotionale Distanz wahren: Der Versuch, toxische Menschen zu ändern, ist oft zum Scheitern verurteilt. Stattdessen ist es ratsam, eine gewisse emotionale Distanz zu wahren und sich nicht auf Provokationen einzulassen.

Kommunikation nutzen: In manchen Fällen kann es helfen, toxisches Verhalten offen anzusprechen. Allerdings ist hier Vorsicht geboten, da toxische Menschen oft geschickt darin sind, Schuldgefühle zu erzeugen oder die Situation umzudrehen.

Selbstfürsorge betreiben: Bewegung, soziale Kontakte und bewusste Entspannungstechniken helfen, die eigenen Ressourcen zu stärken und sich von negativen Einflüssen zu distanzieren.

Ein häufig übersehener Punkt ist der Humor. Wie Prof. Voigt betont, kann es hilfreich sein, toxische Situationen mit einer gewissen Ironie zu betrachten, um ihnen die Macht zu nehmen. „Manchmal hilft es, sich vorzustellen, dass derjenige, der mich provozieren will, eigentlich nur ein Kind ist, das nach Aufmerksamkeit schreit“, erklärt sie.

Manchmal bleibt trotz aller Strategien nur eine Konsequenz: der Abbruch des Kontakts. Dies kann im beruflichen Kontext durch eine Kündigung geschehen, im privaten Umfeld durch eine bewusste Distanzierung. „Wegrennen wäre oft die beste Methode“, gibt Voigt offen zu. Doch nicht immer ist das möglich oder einfach.

Besonders schwierig ist es, wenn toxische Personen enge Familienmitglieder oder Vorgesetzte sind. Hier kann es helfen, sich Unterstützung zu holen – sei es durch Freunde, Coaching oder professionelle Beratung.

Toxisches Verhalten ist in vielen Bereichen des Lebens anzutreffen, doch im Arbeitsumfeld kann es besonders schädlich sein. Durch klare Grenzen, emotionale Distanz und bewusste Selbstfürsorge kann man sich jedoch effektiv schützen. Wer merkt, dass eine Situation untragbar wird, sollte nicht zögern, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen oder sich aktiv von der toxischen Umgebung zu lösen. Denn letztlich steht das eigene Wohlbefinden an erster Stelle.

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