Mental Load im Fernstudium: Balance in Beruf, Familie & Lernen finden | mit Kirsten Hofmann-Grunert

Mentale Belastung ist für viele Studierende, insbesondere im Fernstudium, eine große Herausforderung. Der Spagat zwischen Beruf, Familie und Lernen führt häufig zu einem Mental Load, der langfristig zu Überforderung und Erschöpfung führen kann. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff, und wie lassen sich Anzeichen sowie Ursachen erkennen und bewältigen?

Kirsten Hofmann-Grunert ist Psychologin und Mental Coach. Nach einer Karriere mit Führungspositionen in der Tourismusbranche fand sie über einen persönlichen Umbruch den Weg zum Master in Psychologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen mit Spezialisierung auf Arbeits-, Personal- und Organisationspsychologie. Heute arbeitet sie als Selbstständige mit Privatpersonen und Unternehmen u.a. in den Schwerpunkten psychische Gesundheit, Stressbewältigung und Burnout-Prävention, sowie als Dozentin am Bildungswerk für therapeutische Berufe.

In Podcast-Folge 46 spricht Kirsten mit Christian über die Mechanismen von Mental Load und Mental Overload. Dabei werden nicht nur mentale, emotionale und physische Anzeichen und Auswirkungen beleuchtet, sondern auch die Ursachen und individuelle Strategien zur Entlastung diskutiert.

Inhalt:

00:00 Schönen guten Tag
01:57 Kirsten Hofmann-Grunert stellt sich vor
10:45 Was bedeutet „Mental Load“?
15:33 Was bedeutet „Mental Overload“?
17:02 Mentale Anzeichen und Auswirkungen von Mental Overload
25:55 Emotionale Anzeichen und Auswirkungen von Mental Overload
31:28 Physische Anzeichen und Auswirkungen von Mental Overload
34:55 Ursachen für Mental Overload
46:06 Strategien zur Bewältigung
56:06 Buchempfehlungen von Kirsten Hofmann-Grunert
58:37 Wie man mit Kirsten Hofmann-Grunert in Kontakt treten kann

Kirsten Hofmann-Grunert im Internet:

➡️ Website: https://kirsten-hofmanngrunert.de/
➡️ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/kirsten-hofmann-grunert-000526124/
➡️ Gedankenmanufaktur: https://gedankenmanufaktur-lahndill.de/
➡️ Instagram: https://www.instagram.com/gedankenmanufaktur_lahndill/
➡️ Facebook: https://www.facebook.com/people/Die-Gedankenmanufaktur-Lahn-Dill/100082811705054/

Im Podcast erwähnt:

👉 Interview zum Fernlehrgang Psychologische Beratung am BTB: https://www.youtube.com/watch
👉 Übersicht zur Heilerlaubnis nach Bundesländern: https://www.therapie.de/psyche/info/psychotherapie-ausbildung/wissenswertes/heilerlaubnis-regelungen-der-bundeslaender/
👉 Buchempfehlung: „50 Sätze, die das Leben leichter machen“ von Karin Kuschik: https://www.amazon.de/S%C3%A4tze-die-Leben-leichter-machen/dp/349900836X
👉 Buchempfehlung „Stress dich richtig!“ von Jacob Drachenberg: https://www.amazon.de/Stress-dich-richtig-Entscheidungen-Gelassenheit-ebook/dp/B09MXNLM5B

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Der Begriff "Mental Load" beschreibt die unsichtbare Last der organisatorischen und planerischen Aufgaben, die insbesondere Frauen im Familienalltag und Berufsleben schultern. Gerade für Menschen, die ein Fernstudium absolvieren, kann diese Belastung zu einer Herausforderung werden. Im Podcast-Gespräch mit Kirsten Hofmann-Grunert, Psychologin und Coach, wurde das Thema umfassend beleuchtet. Es ging um Ursachen, Symptome und Strategien zur Bewältigung des Mental Load.

Mental Load umfasst die Vielzahl an unsichtbaren Aufgaben, die mit der Organisation und Koordination des Alltags einhergehen. Dazu zählen beispielsweise die Planung von Kindergeburtstagen, das Arrangieren von Arztterminen oder die Koordination von Haushalt und Beruf. Diese Verantwortung wird oft von einer Person in der Familie oder im beruflichen Umfeld übernommen, was zu einer zusätzlichen mentalen Belastung führen kann. Häufig sind es diejenigen, die sich um das Wohl anderer kümmern, die besonders betroffen sind.

Während Mental Load eine alltägliche Belastung darstellt, führt Mental Overload zur Überforderung. Wer dauerhaft zu viele Aufgaben jongliert, gerät in einen Zustand der Erschöpfung, der sich in verschiedenen Symptomen äußert:

Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit: Gedankenkarusselle und das Gefühl, ständig den Überblick zu verlieren.

Emotionale Instabilität: Reizbarkeit, Überreaktionen und Stimmungsschwankungen.

Physische Beschwerden: Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder ein geschwächtes Immunsystem.

Hofmann-Grunert beschreibt den Zustand als "die Last auf den Schultern, die zu schwer wird", was oft zu Schlafstörungen und einer verringerten Frustrationstoleranz führt.

Eine zentrale Ursache sind Rollenkonflikte. Traditionelle Rollenbilder und gesellschaftliche Erwartungen beeinflussen oft, wer welche Aufgaben übernimmt. Menschen, die sich mehreren Verantwortlichkeiten gleichzeitig stellen müssen – sei es in der Familie, im Beruf oder in der Bildung –, stehen vor der Herausforderung, all diesen Anforderungen gerecht zu werden. Gerade für Studierende im Fernstudium kommt eine zusätzliche Rolle hinzu: die der Lernenden. Hier treffen verschiedene Verantwortlichkeiten aufeinander, die schwer zu bewältigen sind.

Ein weiterer Faktor ist die permanente Erreichbarkeit. Durch digitale Kommunikation und soziale Medien besteht ein ständiger Informationsfluss, der den Druck erhöht. "Man wird getrieben dazu, sofort auf Nachrichten zu reagieren", erklärt Hofmann-Grunert. Dieser Zwang, immer ansprechbar zu sein, erschwert es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Um Mental Overload zu vermeiden oder zu reduzieren, gibt es verschiedene Ansätze:

Digitale Auszeiten: Das bewusste Abschalten des Handys und Reduzieren der Zeit in sozialen Netzwerken.

Achtsamkeit und Selbstfürsorge: Feste Ruhezeiten, Spaziergänge, Meditation und gezielte Entspannungsübungen können helfen.

Delegation von Aufgaben: Verantwortung im Haushalt und Beruf abgeben, statt alles allein bewältigen zu wollen.

Priorisierung und Struktur: Statt einer endlosen To-Do-Liste empfiehlt Hofmann-Grunert eine "Can-Do-Liste", die bewusst Erfolge sichtbar macht.

Nein sagen: Die Fähigkeit, Aufgaben abzulehnen und sich bewusst auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Mental Load ist eine reale Herausforderung, die durch steigende Anforderungen im Beruf, in der Familie und im Studium verstärkt wird. Das Bewusstsein für diese Belastung und der Einsatz gezielter Strategien können jedoch helfen, eine bessere Balance zu finden. "Man kann fallen, aber man kann immer wieder aufstehen", so Hofmann-Grunert abschließend. Die bewusste Entscheidung für Selbstfürsorge und eine gesunde Abgrenzung sind essenziell, um langfristig mental gesund und leistungsfähig zu bleiben.

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