Mental Load im Fernstudium: Balance in Beruf, Familie & Lernen finden | mit Kirsten Hofmann-Grunert
Mentale Belastung ist für viele Studierende, insbesondere im Fernstudium, eine große Herausforderung. Der Spagat zwischen Beruf, Familie und Lernen führt häufig zu einem Mental Load, der langfristig zu Überforderung und Erschöpfung führen kann. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff, und wie lassen sich Anzeichen sowie Ursachen erkennen und bewältigen?
Kirsten Hofmann-Grunert ist Psychologin und Mental Coach. Nach einer Karriere mit Führungspositionen in der Tourismusbranche fand sie über einen persönlichen Umbruch den Weg zum Master in Psychologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen mit Spezialisierung auf Arbeits-, Personal- und Organisationspsychologie. Heute arbeitet sie als Selbstständige mit Privatpersonen und Unternehmen u.a. in den Schwerpunkten psychische Gesundheit, Stressbewältigung und Burnout-Prävention, sowie als Dozentin am Bildungswerk für therapeutische Berufe.
In Podcast-Folge 46 spricht Kirsten mit Christian über die Mechanismen von Mental Load und Mental Overload. Dabei werden nicht nur mentale, emotionale und physische Anzeichen und Auswirkungen beleuchtet, sondern auch die Ursachen und individuelle Strategien zur Entlastung diskutiert.
Inhalt:
00:00 Schönen guten Tag
01:57 Kirsten Hofmann-Grunert stellt sich vor
10:45 Was bedeutet „Mental Load“?
15:33 Was bedeutet „Mental Overload“?
17:02 Mentale Anzeichen und Auswirkungen von Mental Overload
25:55 Emotionale Anzeichen und Auswirkungen von Mental Overload
31:28 Physische Anzeichen und Auswirkungen von Mental Overload
34:55 Ursachen für Mental Overload
46:06 Strategien zur Bewältigung
56:06 Buchempfehlungen von Kirsten Hofmann-Grunert
58:37 Wie man mit Kirsten Hofmann-Grunert in Kontakt treten kann
Kirsten Hofmann-Grunert im Internet:
➡️ Website: https://kirsten-hofmanngrunert.de/
➡️ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/kirsten-hofmann-grunert-000526124/
➡️ Gedankenmanufaktur: https://gedankenmanufaktur-lahndill.de/
➡️ Instagram: https://www.instagram.com/gedankenmanufaktur_lahndill/
➡️ Facebook: https://www.facebook.com/people/Die-Gedankenmanufaktur-Lahn-Dill/100082811705054/
Im Podcast erwähnt:
👉 Interview zum Fernlehrgang Psychologische Beratung am BTB: https://www.youtube.com/watch?v=4J733N90NB4
👉 Übersicht zur Heilerlaubnis nach Bundesländern: https://www.therapie.de/psyche/info/psychotherapie-ausbildung/wissenswertes/heilerlaubnis-regelungen-der-bundeslaender/
👉 Buchempfehlung: „50 Sätze, die das Leben leichter machen“ von Karin Kuschik: https://www.amazon.de/S%C3%A4tze-die-Leben-leichter-machen/dp/349900836X
👉 Buchempfehlung „Stress dich richtig!“ von Jacob Drachenberg: https://www.amazon.de/Stress-dich-richtig-Entscheidungen-Gelassenheit-ebook/dp/B09MXNLM5B
👉 Alle Podcasts in unserer Youtube-Playlist: https://www.youtube.com/playlist?list=PLfaNcXsnpoxeEZPzqyvM3cFgTS-atqyxu
Christian: Schönen guten Tag, liebe Freunde der Psychologie! In diesem Podcast habe ich zu Gast Frau Kirsten Hofmann-Grunert. Vielleicht kennt ihr Frau Hofmann-Grunert schon aus einem der Interviews auf unserem YouTube-Channel. Dort habe ich mit ihr über einen Lehrgang des Bildungswerks für therapeutische Berufe zusammen mit dem Lehrgangsbetreuer Herrn Gosch geredet. Frau Hofmann-Grunert ist nicht nur Dozentin am BTB, sondern auch Coach und Heilpraktikerin für Psychotherapie.
Wir haben uns überlegt, miteinander über das Thema Mental Load zu reden, bzw. Mental Overload. Für mich war das lange gar kein Thema, ich kannte den Begriff nicht mal so richtig. Aber irgendwie ploppte der Begriff in letzter Zeit immer häufiger in der Community auf, wo das doch häufiger ein Problem zu sein scheint. Wir sind ganz kurz darauf zu reden gekommen und haben dann überlegt, wir können noch einen Podcast zu dem Thema machen.
Wir wollen erstmal schauen: Was ist eigentlich Mental Load, was ist damit gemeint? Was ist mit Mental Overload gemeint? Dann gehen wir natürlich im Verlauf des Podcasts vor allem auf Mental Overload ein, wir wollen mal gucken, was die Anzeichen und Auswirkungen sind, was die Ursachen sind, und dann stellen wir natürlich ein paar Strategien vor, um Mental Overload zu bewältigen und vielleicht auch schon mal präventiv dagegen vorzugehen.
Dann herzlich willkommen hier im Podcast, Frau Hofmann-Grunert! Wir hatten ja eigentlich schon zusammen ein Interview auf unserem YouTube-Kanal, wo Sie sich als Dozentin des BTB vorgestellt haben. Wir haben dann überlegt, noch mal einen Podcast zu machen zu einem psychologischen Thema. Tatsächlich will ich noch vorweg erzählen, dass wir diesen Podcast erstmal verschieben mussten, mehrmals, bis es jetzt zustande kam. Zuerst waren Sie krank, und dann war ich krank. Ich habe bis jetzt glaube ich zwei Podcast-Aufnahmen verschoben, was auch ganz selten passiert. Aber dann kommt das irgendwie mal alles zusammen. Jetzt haben wir es geschafft und machen zusammen hier diese Aufnahme zum Thema Mental Load.
Ich hatte schon im Intro gesagt, dass das für mich ein relativ neuer Begriff ist, und ich hoffe, dass Sie mir und unseren Zuhörerinnen und Zuhörern mal dabei helfen können, das Ganze ein bisschen aufzudröseln. In unserer Community ist es ein Begriff, der in letzter Zeit häufiger aufploppt. Aber bevor wir darüber reden, reden wir erstmal über Sie und Ihren Werdegang. Erzählen Sie uns doch vielleicht mal ein ganz kleines bisschen, was Sie beruflich machen und wie Sie dahingekommen sind.
Kirsten: Gerne. Mein Name ist Kirsten Hofmann-Grunert und ich bin Psychologin und habe mich in dem Bereich als mentaler Coach spezialisiert. Ich arbeite da entsprechend auch mit verschiedenen Entspannungstechniken und Hypnose. Wie bin ich dazu gekommen? Das war ich nicht immer. Viele studieren ja und gehen den geraden Weg, bei mir war es tatsächlich ein Umweg über eine Führungsposition, die ich innehatte im Kreuzfahrtbereich. Ich war insgesamt 17 Jahre mit Ausbildung in der Tourismusbranche unterwegs gewesen, in verschiedenen Bereichen.
Ich bin quasi mit einem Burnout tatsächlich aus einer Führungsposition herausgegangen und habe dann über wirklich ein halbes Jahr Kranksein und einen Reha-Aufenthalt meine Berufung gefunden. Denn Psychologie hat mich schon immer interessiert. Und das zu merken, in dem Sinne, dass man es vielleicht über den Burnout herausfindet, was man wirklich will und wo die eigenen Stärken liegen, das war am Ende nicht das Schlechte mit dem Schönen verbunden, aber aus jeder Krise, und das habe ich so für mich auch mitgenommen, gibt es halt immer wieder eine Chance.
Christian: Und Sie haben dann Psychologie direkt an der Universität studiert? Nicht im Fernstudium, sondern im Präsenzstudium, ein ganz normales Psychologiestudium?
Kirsten: Genau, richtig. An der Uni Gießen. Ich habe da fünf Jahre bzw. ein halbes Jahr noch drangehängt, weil ich in der Zeit auch noch meine Tochter bekommen habe. Deswegen hat es ein bisschen länger gedauert, aber ganz klassisch den normalen Studiengang gemacht.
Christian: Und hat das Ihren Erwartungen entsprochen? Ich habe mal ein paar Psychologie-Vorlesungen besucht als ganz junger Student und viel psychologische Literatur gelesen. Aber als ich erstmal in so einer Vorlesung saß und viel mit Statistik zu tun hatte, da dachte ich: Okay, das will ich jetzt nicht unbedingt studieren.
Kirsten: Ja, total, tatsächlich. Aber ich will nicht sagen, ich habe damit gleichzeitig auch meine Mathe-Angst besiegt, aber ein Stück weit schon. Ich hatte wirklich im Laufe meines Lebens, auch in meiner Führungsposition, immer wieder Träume, bedingt durch das, was ich in der Grundschule erlebt hatte, dass ich Mathe nicht kann. Es wurde auch ein bisschen suggeriert. Ich hatte häufig Angstträume, wo ich in dem Saal sitze mit Mathe und die Aufgabe nicht kann. Seit diesem Studium, wo einem fünfeinhalb Jahre Statistik und Zahlen noch und nöcher um die Ohren fliegen, habe ich das nicht mehr. Es ist echt interessant, was das gemacht hat.
Und ja, man sitzt da drin und es ist unglaublich faktenlastig, sehr wissenschaftlich orientiert. Natürlich macht das auch Sinn, denn es geht eben nicht darum, alles aus dem Gefühl und aus dem Bauch heraus zu beschreiben, sondern in der Wissenschaft braucht man immer Daten, Fakten und Zahlen, um Hypothesen herzuleiten. Das lernt man in dem Studium und da heißt es wirklich: Aller Anfang ist schwer, es ist trocken, und ein Stück weit dranbleiben, Augen zu und durch.
Christian: Und gab es da dann im Studium schon eine Vorstellung, was Sie dann mit dem Abschluss anfangen möchten?
Kirsten: Ja, tatsächlich war die Arbeits- und Organisationspsychologie mein Ziel, also das, wo ich herkam aus der Praxis. Das wollte ich gerne mit der Theorie verknüpfen. Dann war eigentlich auch klar, ich möchte in dem Bereich Führungskräfteentwicklung bleiben, weil ich auch immer finde, Frauen kommen da ein Stück weit zu kurz.
Gelandet bin ich bei einer Mischung aus Persönlichkeitsentwicklung, klinischer Psychologie und Therapie, und auch der Arbeits- und Organisationsentwicklung. Diese gute Mischung macht es aus: Zum einen bringe ich ganz viel aus der Praxis mit, das heißt, ich verstehe Klienten, weil ich zum Teil selbst da stand. Auch präventiv, nicht nur wenn sie direkt schon erkrankt sind. Also die Theorie damit rückblickend zu verknüpfen und das in den klinischen Bereich mit reinzubringen, das passt alles ganz wunderbar.
Christian: Und was haben Sie dann im Anschluss an das Studium gemacht?
Kirsten: Ich war im HR-Management tätig, ich habe für ein Jobcenter gearbeitet beim Bildungsträger im Jobcoaching. Ich habe viele Weiterbildungen im Suchtbereich gemacht, was natürlich innerhalb des Angestelltenverhältnisses auch mal angeboten wurde. Ich war im HR-Bereich für einen Pflegedienstleister zuständig, da kenne ich auch ein paar Themen, die in diesen Bereichen aufploppen und wirklich anstrengend sind.
Und bin dann über zahlreiche Weiterbildungen, weil ich mich dafür eben weiter interessiert habe, in die Selbständigkeit gekommen, über die Dozententätigkeit. Für mich ist Stillstand immer etwas Schlechtes, und es ist wichtig, nach vorne zu schauen und sich weiterzuentwickeln, beruflich als auch privat. Das halte ich für grundsätzlich ganz wichtig.
Christian: Und die Heilpraktikerin für Psychotherapie, wo war die dazwischen angesiedelt?
Kirsten: Wenn man sich weiterbildet, auch als psychologische Beratung oder Coaching-Ausbildung, was ich getan habe im Bereich gesundes Stressmanagement, dann ist es tatsächlich hier in Hessen aktuell so, dass der Heilpraktiker für Psychotherapie anerkannt wird. Da wird natürlich genau geprüft, wie viel klinische Psychologie man gemacht hat, und natürlich auch biologische Psychologie und Psychopharmaka. Da wird genau hingeschaut. Damit habe ich die Prüfung quasi schon bestanden gehabt. Das Gesundheitsamt guckt dann, wann die nächste Kohorte ist. Ich musste auch warten auf die nächste Prüfungszeit, und dann habe ich im November 2020 die Bestätigung bekommen.
Christian: Also wie das in anderen Bundesländern ist, weiß ich jetzt nicht, aber wir können das auch noch mal recherchieren und dann einen Link in die Shownotes machen. Erstmal ein schönes Beispiel für einen Werdegang für Menschen, die sich dafür interessieren, selbständig zu werden mit so einem Studium, vielleicht ins Coaching zu gehen. Auch ein Beispiel dafür, dass es gar nicht so einfach geht. Man macht jetzt nicht mal eben eine Coaching-Weiterbildung und wird dann Coach, sondern das ist tatsächlich auch ein langer Weg, der optimalerweise auch mit dem Studium verbunden wird. Mittlerweile gibt es sogar spezialisierte Coaching-Studiengänge und Bachelor-Studiengänge, wo man auch schon ganz viel Gesprächstechniken übt.
Lassen Sie uns mal über Mental Load reden, weil ich glaube, das ist in der Selbständigkeit ja auch ein großes Thema. Ich kenne das, ich war auch ganz lange selbständig, jetzt bin ich Geschäftsführer. Ich hatte schon ein paar Mal anklingen lassen, dass dieser Begriff mir eigentlich erstmal fremd ist. Ich kenne das natürlich, ganz viel im Kopf zu haben. Meine Umgebung sieht das natürlich auch: Was du da alles im Kopf hast und haben musst. Und dann hört man sich auch manchmal als Vorwurf an: Du hast da einfach viel zu viele Sachen in deinem Kopf. Definieren Sie uns vielleicht erstmal den Begriff Mental Load.
Kirsten: Genau. Mental Load ist ja klassisch übersetzt die mentale Last. Die möchte ich Männer da auch mit einschließen, Männer und Frauen tragen diese mentale Last. Aber natürlich tragen Frauen sie verstärkt ab dem Moment, wo sie Familie gründen, wo sie Kinder bekommen. Unter mentaler Last versteht man klassischerweise all das, was an Organisations-, Planungs- und Koordinationsaufgaben innerhalb der Familie stattfindet.
Das ist natürlich neben dem Kindergeburtstag feiern oder planen, Geschenke besorgen, selbst wenn Kinder woanders eingeladen sind, die Organisation rund um die Schule, alles was der Kindergarten noch so will, die Verabredungen, die häufig über die erste Bezugsperson laufen, und das ist oftmals die Mutter. Aber auch nicht nur das, weil die meisten Mütter arbeiten ja auch, häufig in Teilzeit. Ich habe gerade letzte Woche zum Weltfrauentag gehört, dass jede fünfte Frau in Teilzeit arbeitet, aber unglücklich an ihrer Arbeitsstelle ist, weil diese Kombination zwischen Mama sein und arbeiten wollen leider immer noch nicht so ist, wie sie sein könnte. Ich glaube, da sind wir in Deutschland leider noch nicht so weit.
Christian: Ja, meine Partnerin hat Elternzeit genommen bei der Geburt unserer Tochter, und was ich da manchmal beobachte, wie groß dieser Mental Load tatsächlich eigentlich ist! Gerade jetzt, wenn irgendwie alle krank sind, die Tochter ist krank, der Partner kann sich da eigentlich auch nicht mehr so richtig kümmern, weil er auch krank ist. Das ist wirklich riesig. Man spricht sich wahrscheinlich nicht immer ab bei jedem Ding, es ist irgendwie selbstverständlich, dass derjenige sich um das kümmert und diejenige sich um das. Aber Partnerinnen oder die Mütter sind häufig die Ansprechpartnerinnen, wenn es um Kindergeburtstage und sowas geht. Da denke ich auch manchmal: Okay, das ist auch ein ziemlich voller Terminkalender, eine ziemlich volle To-do-Liste.
Kirsten: Ja, da gibt es wirklich viel zu tun. Und im Hinterkopf dann auch immer: Ich gehe auch bald wieder arbeiten. Wenn man in der Elternzeit ist, ist die Arbeitsstelle ja noch da, und man beschäftigt sich gedanklich dann trotzdem noch mit den Kollegen, mit der Arbeitsstelle. Das zählt dann ja auch noch mal auf diese mentale Belastung ein.
Vor allen Dingen ist auch diese Frage als Frau: Karriere oder Kind? Irgendwie hat jede Frau das Gefühl, ich muss mich entscheiden. Es ist gar nicht selbstverständlich, Karriere und Kind zu machen. Muss ja nicht immer gleich Karriere sein, kann ja auch einfach arbeiten gehen, um mal gedanklich woanders zu sein und nicht nur beim Kind.
Das ist übrigens auch bewiesen, dass es tatsächlich auf die qualitativ hochwertige Zeit mit dem Kind ankommt und nicht, wie viel Zeit man quantitativ verbringt. Man muss sich nicht rund um die Uhr mit dem Kind beschäftigen, um eine gute Bindung oder eine gute Mutter oder auch Vater zu sein. Es kommt tatsächlich auf diese wenige Zeit an, dass man die so effektiv wie möglich verbringt. Und das müsste eigentlich viel mehr klar sein, dass es Möglichkeiten gibt wie verstärkt Kindergärten, Ganztagsschulen und so weiter. Wenn man nach Frankreich schaut oder gerade Schweden, die machen das auch sehr gut, und Spanien auch. Da ist es ganz normal, als Mutter wieder nach drei Monaten arbeiten zu gehen, weil es einfach jeder macht. Hier wird man manchmal noch ein bisschen komisch angeguckt, wenn man wieder arbeiten gehen möchte.
Christian: Vielleicht kommt es dann auch mal so ein bisschen aufs Kind an, wie schnell das Kind tatsächlich bereit ist, ob es vielleicht schon Geschwister hat und schon daran gewöhnt ist, dass da auch andere Kinder sind. Also Mental Load, die mentale Last. Was ist Mental Overload dann? Das erklärt sich ja irgendwie schon ein bisschen aus dem Wort, aber vielleicht sagen Sie noch zwei, drei Worte dazu.
Kirsten: Genau. Am Ende, kurz zusammengefasst, wenn alles zu viel wird. Wenn die normale mentale Last, die man noch stemmen kann, die Bälle noch ganz gut jonglieren kann, abends vielleicht einfach müde ist, aber immer noch im Flow, wenn man so möchte, dann ist es noch nicht eine Überlastung geworden. Überlastung wäre eben alles, was mich irgendwann überfordert. Also die Last auf den Schultern wird zu schwer, ich kann es nicht mehr alleine tragen. Wenn man an dieses Bälle-Jonglieren als Metapher denkt, dann fällt halt der ein oder andere Ball runter.
Ich kann mich vielleicht nicht mehr so gut konzentrieren, ich fange an mit Schlafstörungen, wobei ich schon behaupten würde, dass Schlafstörungen schon der Super-GAU sind, wenn es dann schon so weit ist. Ich habe vielleicht auch eine geringere Frustrationstoleranz, das heißt, ich werde schneller wütend oder emotional, reagiere überemotional, so wie ich es sonst nicht tun würde.
Christian: Das können wir jetzt mal im Detail aufdröseln. Wir haben uns das im Vorgespräch auch überlegt, das mal auf drei Ebenen aufzudröseln: auf der mentalen Ebene, auf der emotionalen Ebene und natürlich auf der körperlichen Ebene. Lassen Sie uns mal anfangen auf der mentalen Ebene. Was würden Sie sagen, ist so ein ganz wichtiges mentales Anzeichen?
Kirsten: Dieser Brain Fog, ja. Konzentrationsschwierigkeiten. Ich hatte ja gerade die Grippe, da habe ich diesen Nebel im Kopf so extrem gespürt, wirklich wo man den Eindruck hat, so ein leichter Schwindel, das Gefühl, eben nicht mehr klar denken zu können. Oder andersherum: in so eine kognitive Dissonanz zu kommen, also quasi wie 500 Sachen im Kopf, Kirmes im Kopf, könnte man es auch nennen. Ein ADHSler kann das vielleicht ganz gut nachvollziehen. Alles wollen, nichts mehr können und gar nicht mehr wissen, was habe ich jetzt eigentlich gerade noch gedacht. Oder ich wollte jetzt gerade zum Kühlschrank und fange aber an, meine Zahnpasta in den Kühlschrank zu stellen.
Christian: Ich habe neulich auch einen Mixer oder so in den Kühlschrank gestellt, den fand meine Partnerin dann da wieder drin. Der Schrank, wo der hingehört, ist eigentlich gleich neben dem Kühlschrank, aber ich habe nicht weiter drüber nachgedacht. Also ich kenne diesen Brain Fog auch ab und an. Das ist halt eine kurzfristige Sache, die man vielleicht auch mal hat, Konzentrationsprobleme, wenn man eine Nacht schlecht geschlafen hat. Aber Sie meinen wahrscheinlich, dass das Ganze längerfristig anhält?
Kirsten: Ja, ganz genau. Gerade wenn man Kinder hat, schläft man je nachdem, wie alt die Kinder sind, durchaus schlechter oder bekommt halt nicht seinen Schlaf. Schlafmangel ist ja sowieso erwiesen, was wirklich ganz gravierende Einschnitte in die Gesundheit hat, wenn es dauerhaft ist. Der Mensch kann das ganz gut kompensieren, wenn er irgendwann wieder zum Schlaf kommt. Aber wenn dann noch die mentale Überlastung hinzukommt zu dem zusätzlichen Schlafmangel als Eltern, dann kann es irgendwann echt schwierig werden. Dann können Sachen passieren wie sich aussperren, den Autoschlüssel vergessen und vor seinem Auto stehen. Hatte ich vor kurzem auch wieder, wo ich dann dachte: Okay, sind Zeichen, vielleicht auch mal wieder kurz runterzufahren.
Christian: Das ist ja ein Punkt, wir reden ja hier gerade von einer Auswirkung, die sich im mentalen Bereich zeigt, und da gibt es ja noch ein paar mehr. Wir geben dann später auch noch ein paar Tipps, wie man zum Beispiel diesem Schlafmangel begegnen kann. Ich würde Ihnen jetzt mal als Stichwort ein anderes Anzeichen vorgeben, über das wir auch im Vorgespräch gesprochen hatten, nämlich Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung. Was bedeutet das?
Kirsten: Ja, also sagen wir es mal ganz ehrlich: Wir gehen ins Restaurant, haben die Menükarte vor uns, die Auswahl wird ja mittlerweile auch immer größer, und man kann sich gar nicht mehr entscheiden. Will ich jetzt vielleicht das Steak, will ich den Fisch oder esse ich doch lieber die Pasta? Da gibt es übrigens eine ganz klare Lösung: Einfach Augen zu und das nehmen, was man das letzte Mal hatte.
Aber das ist sozusagen die Schwierigkeit bei der Entscheidungsfindung. Jetzt sind wir erstmal im Restaurant, aber es geht ja darum, auch die Entscheidung: Will ich mich mit der Freundin treffen oder nicht? Ist mir das eigentlich zu viel? Soll das Kind jetzt noch ins Kinderturnen oder nicht? Eigentlich ist es mir zu viel, ich weiß es nicht. Und dann frage ich vielleicht meinen Partner, der weiß es aber auch nicht, oder der sagt: Ist doch klar, du gehst! Aber ich spüre, ich kann gerade gar keine Entscheidung treffen. Oder ich hole mir zehn Meinungen und kann mich immer noch nicht entscheiden.
Christian: Das macht es im Familienleben dann ja auch häufig schwer, weil Kinder brauchen ja eine ganz klare Struktur und einen Erwachsenen, der selber weiß, was er jetzt will. Wenn nebenher im Kopf ganz viele andere Sachen gleichzeitig ablaufen, kann man nicht erwarten, dass da schnelle Entscheidungen getroffen werden, zumindest bei den wichtigen Sachen des Alltags. Vielleicht können wir da dann später auch noch mal drauf eingehen, was man machen kann, dass man sich schützt vor zu vielen Entscheidungen, vor die man gestellt wird. Man wird ja tagtäglich bombardiert mit Mini-Entscheidungen, die in der Regel völlig belanglos sind. Haben Sie noch ein weiteres wichtiges Anzeichen für Mental Overload?
Kirsten: Das Thema Vergesslichkeit natürlich, das gehört vielleicht ein Stück weit zu dieser schwierigen Entscheidungsfindung. Man geht aus dem Haus und hat den Autoschlüssel vergessen, oder weiß gar nicht mehr, was man jetzt gerade überhaupt tun wollte. Man war eigentlich verabredet und vergisst die Verabredung. Das ist ein großer Punkt, diese Vergesslichkeit, so eine Schusseligkeit. Und zwar nicht eine normale Schusseligkeit, die man vielleicht hat je nach Persönlichkeit, sondern das wird dann immer multipliziert in Windeseile, wenn die mentale Überlast kommt.
Christian: Jeder ist ja sicherlich hier und da mal vergesslich, und es gibt sicherlich Persönlichkeiten, die neigen ein bisschen mehr zur Vergesslichkeit. Aber wenn das verstärkt auftritt, dann sollte man schon mal gucken. Schlüssel vergessen, so ein ganz typisches Thema. Das kenne ich auch in Lebensphasen, die ganz aufregend sind, wo ganz viel passiert. Da vergisst man auch schnell mal den Haustürschlüssel, lässt ihn in der Wohnung liegen oder sucht stundenlang nach Dingen. Gerade mit Familie, wenn du irgendwie los musst und eigentlich nicht viel Zeit ist und alle noch verfrachtet werden müssen, und dann sucht man nach Kleinigkeiten wie dem Haustürschlüssel. Das macht es nicht einfacher.
Kirsten: Absolut. Bei mir sieht man das immer am Chaos auf dem Schreibtisch. Wenn ich klar und fokussiert bin mit meiner mentalen Last, sieht es auch ordentlich aus. Wenn ich das nicht mehr schaffe, dann werden die Zettel und Notizen nur noch hingeklatscht, und dann sieht es so aus wie in meinem Kopf.
Ich glaube, das auch mal an sich selbst zu beobachten, ist vielleicht auch eine Aufgabe, die man den Zuhörern hier mitgeben kann. Wie sieht es denn drumherum eigentlich aus? Tatsächlich, der Schreibtisch als Spiegel, das ist wirklich ganz wunderbar. Es gibt natürlich Menschen, die funktionieren besser, wenn der Schreibtisch chaotisch ist. Aber vielleicht sollte man das beobachten: Wenn man die Gewohnheit hat, einen ganz ordentlichen Schreibtisch zu haben, und es jetzt seit Wochen chaotisch ist und man die Dokumente immer wieder zusammensucht, dann ist es vielleicht auch ein Anzeichen dafür, dass man in einen Mental Overload kommt.
Christian: Gedankenkarussell, das wäre noch ein Punkt. Ich kenne das vom Fieber, da liegt man da und dann drehen sich wirklich stundenlang die Gedanken um wirre Dinge, die einen beschäftigen, immer wieder ums Gleiche. Man kommt zu keiner Lösung dabei. Aber auch manchmal, wenn man nachts nicht schlafen kann, wenn einen beruflich oder auch privat irgendein Problem beschäftigt, man hat eigentlich gar keine Zeit, das richtig abzuarbeiten, und dann beschäftigt einen das immer in den einigermaßen freien Phasen, vielleicht kurz vor dem Einschlafen.
Kirsten: Ja, oder halt auch wenn man nachts aufwacht und nicht schlafen kann. Da, wo man eigentlich beim Einschlafen zuletzt dran gedacht hat, da vergisst das Unterbewusstsein auch nichts, das ist ja noch nicht zu Ende. Und das Karussell ist halt das Ding, dass da keine Lösung zustande kommt. Da muss man gucken, dass man das irgendwie mal weggeschoben bekommt. Das schauen wir dann später noch mal an.
Christian: So, dann haben wir die mentale Ebene. Schauen wir noch mal auf die emotionale Ebene: Was sind da so typische Anzeichen für einen Mental Overload?
Kirsten: Dünnhäutigkeit, und damit einhergehend auch Stimmungsschwankungen. Jetzt könnte man als Frau sagen: Guck, check mal deine Hormone! Und ja, wenn vielleicht auch noch die Wechseljahre hinzukommen oder Schwangerschaftshormone. Aber eine Dünnhäutigkeit, die man an sich nicht kennt, ist ein Zeichen. Die Stimmungsschwankungen im Sinne von entweder sehr wütend auf einmal zu reagieren oder gleichzeitig sehr traurig, bei jedem bisschen anzufangen zu weinen. Auch so eine starke Nervosität, man kennt es ja vielleicht, dass man nervös mit dem Fuß rumtrippelt. Man kann auch Tics bekommen, wenn man emotional am Durchdrehen ist.
Und auch vielleicht ein Stück weit Emotionen gar nicht mehr richtig fassen können, gar nicht mehr zu wissen: Was ist denn das jetzt? Ist es Trauer? Ist es Überforderung? Was ist es eigentlich? Spüre ich überhaupt noch Freude? Das erlebe ich auch immer wieder, dass viele das gar nicht mehr in Worte fassen können, wenn die Überlastung kommt.
Christian: Und so eine Reizbarkeit geht ja dann auch schnell einher mit dem Schamgefühl, wenn man in so einer Situation völlig unangemessen reagiert hat und das Gegenüber eigentlich gar nichts dafür kann. Dass man wieder an die Luft gegangen ist wegen irgendeiner Kleinigkeit. Und natürlich als Erwachsener schämt man sich dann auch irgendwie dafür, wenn man das einsieht.
Kirsten: Ja, das macht es ja dann noch schwieriger. Also auch so eine niedrige Frustrationstoleranz, dass man wirklich ein so niedriges Level hat, bei Kleinigkeiten gleich an die Decke zu gehen. Und dann das Gefühl der Hilflosigkeit, sich nicht mehr selbst helfen zu können. Das Thema Selbstwirksamkeit, dass ich es schaffe, das alleine hinzubekommen, wenn das nicht mehr gegeben ist, dann kommt dieses Gefühl der Hilflosigkeit so stark in den Vordergrund. Dann blockiert der Kopf und emotional fühle ich auch gar nicht mehr, ich weiß gar nicht mehr wohin, und ich bin eigentlich nur noch hilflos.
Christian: Auf emotionaler Ebene hätte ich noch das Stichwort Entscheidungsblockaden, was wir tatsächlich auch im Vorgespräch schon besprochen hatten. Was können Sie dazu sagen?
Kirsten: Also es sind auch Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung. Ich habe so ein Gefühl, dass mich das Ganze irgendwie überfordert und das blockiert mich einfach, sodass ich da vielleicht auch gar keine Lust mehr habe, irgendwelche Entscheidungen zu treffen. Man kann sich das so vorstellen: Wenn die Klientin sagt, mein Mann fragt dann, was soll ich denn jetzt kochen? Und selbst da nichts mehr möglich ist. Oder der Mann sagt, soll ich jetzt die Kleine dahinbringen oder dahin bringen, und da auch keine Entscheidung kommt: Entscheide du!
Die Frage ist: Gebe ich die Entscheidung freiwillig ab, oder einfach nur, weil ich gar nicht mehr weiß, was ich überhaupt entscheiden soll? Weil ich nichts mehr dahinter spüre. Wir spüren das ja normalerweise, und wenn das nicht mehr gegeben ist, kann ich es kopftechnisch vielleicht noch sachlich einordnen, aber emotional kriege ich es nicht mehr hin, das richtig zu fühlen.
Christian: Also dieses Thema „Was soll ich kochen" scheint in vielen Familien doch eigentlich schon ein Standardthema zu sein. Die Kinder fragen eigentlich einfach immer nur zurück: Was hast du denn? Man guckt einfach erstmal, was hat man für Lebensmittel da und was könnte man daraus kochen.
Kirsten: Genau. Da kann man übrigens ganz gut ChatGPT hinzuziehen. Man sagt: Ich habe das und das zu Hause, mach mir mal ein Rezept dafür. Das ist super gut nutzbar.
Christian: Das habe ich jetzt schon mehrmals gehört, ChatGPT zum Kochen. Das habe ich mir jetzt auch schon mal überlegt. Das kannst du eigentlich noch viel besser als jedes Rezeptbuch nutzen, weil du auch sagen kannst: Ich bin Veganer, ich brauche diese Mikronährstoffe unbedingt in meinem Essen, stell mir ein cooles Rezept zusammen!
So, dann haben wir noch eine Ebene, die körperliche Ebene, ganz wichtig. Was sind da so die typischen Anzeichen für einen Mental Overload?
Kirsten: Also ganz klar ist natürlich alles, was mit Schmerzen im Körper zu tun hat. Schmerzpunkte also: Kopfschmerzen, ich habe es ja eben auch schon gesagt, dieser Nebel im Kopf mit Schwindel. Es kann auch Rückenschmerzen sein, Magenschmerzen. Wenn wir hier von psychosomatischen Geschichten reden, dann ist der Magen natürlich über den Parasympathikus vorne dabei, je nachdem, wie empfindlich Personen sind. Da hat ja jeder so seine eigene Achillesferse. Wenn ich das schon merke, ich bin auch eher so der Magen-Darm-Typ, dann weiß ich schon: Alles klar, es ist kurz vor zwölf. Das heißt auch Verdauungsprobleme, in beide Richtungen.
Christian: Da hat man so ganz individuelle Warnsignale, die man, wenn man ein bisschen älter ist, eigentlich schon kennt. So nach dem Motto: Oh, jetzt geht das wieder los, jetzt muss ich mich langsam mal wieder ein bisschen zur Ruhe setzen. Ein geschwächtes Immunsystem ist vielleicht auch so etwas, wie bei mir jetzt, dass man einfach mal tatsächlich krank wird. Den ganzen Winter eigentlich durchgehalten, es war kalt, alle waren krank. Dann kommt die Sonne raus, dann passierten zwei, drei Sachen, die wirklich auch emotional belastend waren, und dann war es vorbei. Der Körper hat gesagt: Jetzt reicht es.
Kirsten: Ja, unser Körper ist ja so intelligent. Wenn wir ihm nicht das geben, was er eigentlich braucht, bremst er einfach aus. Dann ist halt Schluss mit lustig. Ich habe es ja auch erlebt mit der Grippe, das war auch echt heftig, jahrelang nicht gehabt, und alle beiden hatten es bei mir zu Hause. Ich dachte, ich schaffe das schon irgendwie, nee. Das war auch wirklich der Punkt. Das heißt, wenn wir es nicht steuern und tatsächlich dagegen steuern, dann kommt irgendwas, das uns ausbremst. Da reagiert unser Körper. Aber viele wollen das ja gar nicht mehr so wahrnehmen. Es soll ja eigentlich so sein im Sinne von: Jetzt ist mal Ruhe, jetzt bist du mal wirklich zu Hause und schläfst einfach mal und machst gar nichts.
Christian: Und akzeptieren wir eher: Haben wir ein Knie verletzt, dann akzeptieren wir das und bleiben zu Hause. Haben wir den Arm gebrochen oder liegen wir mit Fieber im Bett, dann bleiben wir auch zu Hause, klar. Also die körperliche Ebene kann natürlich ganz mannigfaltige Auswirkungen haben. Da können wir jetzt auch kein allgemeines Rezept geben, das für jeden gilt. Letztendlich sind die Symptome, die da auftreten, auch so ganz klassische Stresssymptome, alles, was Stress und chronischer Stress auch verursacht.
Kirsten: Ganz genau, richtig.
Christian: So, jetzt haben wir ausführlich über die Anzeichen und Auswirkungen geredet. Vielleicht gehen wir noch ein bisschen auf die Ursachen ein. Wie konnte es denn eigentlich dazu kommen, dass ich in so einen Zustand von Mental Overload gekommen bin? Wir haben uns auch im Vorgespräch schon ein paar sehr interessante Dinge überlegt, und ich würde mal mit dem allerersten Punkt anfangen, der so spontan aufploppte: das Thema Rollen und Rollenkonflikte und auch Verantwortlichkeiten, die damit einhergehen. Können Sie uns dazu Näheres sagen?
Kirsten: Genau. Bleiben wir bei der Mutter, die sagen wir mal zwei Kinder hat, nebenbei arbeiten geht, nebenbei – weil hauptberuflich ist sie eigentlich Mutter, wenn man so möchte. Und das ist natürlich schon der Konflikt: Beruf, ich habe eine berufliche Rolle inne und möchte die auch gerne ausführen, weil sie mir Spaß macht, weil sie mich auf andere Gedanken bringt. Gleichzeitig aber auch das Mutter-Dasein. Dann bin ich noch Frau, ich muss irgendwie gucken, dass zu Hause alles läuft. Ich bin vielleicht noch Eventmanagerin, weil ich eine Familie führe, gucken muss, wer kommt wann wie wohin. Und ich bin auch für die Hobbys zuständig.
Das sind jetzt mindestens fünf, sechs Rollen, die wir als Frau haben. Und dann mache ich vielleicht noch eine Weiterbildung, weil ich möchte mich persönlich weiterbilden. Dann wird es vielleicht irgendwann mal eine knappe Kiste.
Was auch reinspielt, ist Homeoffice: Schön und gut und positiv zu nutzen, aber was ich da auch erlebe, ist, dass die Rollenkonflikte noch stärker werden. Gerade Kinder verstehen nicht, dass da jetzt die Tür zu ist, denn Mama ist ja da, da kann ich doch jederzeit stören. Das heißt, man kommt noch stärker in den Konflikt, auch Grenzen zu setzen. Wenn man das nicht so gut kann, dann ist dieser Konflikt dauerpräsent, omnipräsent.
Christian: Homeoffice ist auch ein gutes Beispiel, als Führungspersönlichkeit beispielsweise gleichzeitig mit Familie und Kind und Baby konfrontiert zu werden. Auf der einen Seite muss man der Chef sein, Dinge erledigen lassen, delegieren und so weiter, und auf der anderen Seite klopfen die Kinder an oder toben rum.
Unsere Zuhörerinnen und Zuhörer sind mit ganz vielen Rollen konfrontiert. Die studieren ja häufig berufsbegleitend, sind alle schon über 30, stehen wirklich mit beiden Beinen im Berufsleben und haben sich überlegt, noch mal ein Studium zu machen. Und eben noch Familie und Familienleben, da treffen ganz viele Rollen aufeinander, auch ganz viele verschiedene Verantwortlichkeiten. Und irgendwie versucht der Kopf das natürlich zu managen. Jede Rolle geht mit ihren eigenen Aufgaben einher. Ich glaube, man sollte sich einfach mal versuchen bewusst zu werden, was das alles für verschiedene Rollen sind, welche Erwartungen an die einzelnen Rollen bestehen und welche Aufgaben man den einzelnen Rollen zugeordnet hat.
Kirsten: Absolut. Und was in diesen Rollenkonflikten oftmals mit reinspielt, sind natürlich auch eigene Antreiber, innere Antreiber, Glaubenssätze. Wie bin ich selbst groß geworden? Erziehungsmuster. Will ich vielleicht auch ein Stück weit aufgrund meiner eigenen Erziehung der Gesellschaft etwas beweisen? Da frage ich dann gerne: Wer ist denn die Gesellschaft? Man ist ja selbst ein Part, und ich kann ja selbst immer entscheiden, was für mich gut ist und nicht, was für andere gut ist. Weil: Lebe ich mein Leben für andere, habe ich irgendwann ein Problem, denn dann habe ich mein Leben gar nicht gelebt.
Christian: Also wenn ich in so einen Perfektionismus abdrifte und es immer nach außen so perfekt sein soll, das Leben mit Kind und Arbeiten, anstatt dessen mal zu sagen: Es ist halt auch einfach viel, Punkt.
Perfektionismus ist auch ein Punkt, den hatten wir auch schon als wichtige Ursache für einen Overload überlegt. Davon kann man glaube ich auch als Fernstudierende ganz schnell betroffen werden, weil man neben all diesen anderen Dingen und Rollen auch noch seinen Abschluss richtig gut machen will.
Und dann hatten wir damals auch die wohlbekannte To-do-Liste.
Kirsten: Ja, und ich versuche da immer auch deutlich zu machen, die mal abzuwandeln: eine Can-do-Liste statt einer To-do-Liste. Weil bei der To-do-Liste, ganz ehrlich, das ist ein Fass ohne Boden. Habe ich das Erste abgearbeitet oder das Zehnte, dann wird die Liste ja immer länger, das hört gar nicht auf.
Christian: Das ist auch der Posteingang, der ist irgendwie auch so eine Art To-do-Liste. Es wächst einfach an über die Woche und da muss ich mir mal so vier Stunden am Tag einmal die Woche wenigstens Zeit nehmen, um das Ganze wieder sauber zu machen. Aber bis dahin sind das manchmal wirklich ausufernde To-do-Listen. Also auch den Posteingang mal schön pflegen.
Eine weitere Ursache, die wir uns überlegt hatten, sind gesellschaftliche Erwartungen. Können Sie da noch etwas dazu sagen?
Kirsten: Ja, das ist die Rolle als Mutter oder insbesondere als Frau, diese Erwartung: Entweder ist man zu Hause, nur fürs Kind, aber das ist dann auch nicht richtig, da werden welche sagen, warum gehst du nicht arbeiten. Oder ich gehe arbeiten, mache beides, ja warum musst du das denn beides? Also diese gesellschaftliche Erwartung, der man nicht mehr gerecht werden kann.
Christian: Eine Sache, die wir noch notiert hatten, war permanente Erreichbarkeit. Das ist auch als Selbständige für Sie wahrscheinlich hier und da ein Problem, auch als Dozentin. Sie wollen ja ansprechbar sein für Ihre Schülerinnen und Schüler. Ich kenne das natürlich auch als Geschäftsführer, da gibt es eigentlich keine Nicht-Erreichbarkeit, auch nach Feierabend nicht. Und das ist nicht nur für mich häufig ein Problem, sondern natürlich auch für die Familie, die bekommt das auch mit, dass ich ganz häufig einfach mit nur so und so viel Prozent meiner mentalen Fähigkeit gar nicht da bin, sondern irgendwie immer noch dort sein muss, weil ich gucken muss, dass da alles funktioniert. Was können Sie dazu sagen?
Kirsten: Absolut. Also gerade permanente Erreichbarkeit: Bringt es was, permanent erreichbar zu sein? Schon mal die Frage: Wer ist denn permanent erreichbar, 24/7? Also auch als Selbständiger oder als Mutter trägt man das Gefühl, man muss ständig erreichbar sein. Für die anderen Mütter, für die Kita – wer wird denn immer als Erstes angerufen, wenn das Kind krank ist? Ich habe es noch nicht erlebt, dass der Vater als Erstes angerufen wird, sondern es ist immer die Mutter.
Und diese permanente Erreichbarkeit ist natürlich auch digital. Soziale Medien spielen da auch mit rein, dass man das Gefühl hat, da auch noch dauerbeschallt zu werden. Man wird auch irgendwie getrieben, gerade durch die sozialen Medien, wo die Algorithmen teilweise einfach besser funktionieren, wenn du schnell reagierst auf Kommentare. Dann kommt eine Benachrichtigung rein und du willst drauf reagieren. Auch das ist mit Erreichbarkeit gemeint, dass du in den sozialen Medien die ganze Zeit checkst und guckst, dass da alles funktioniert.
Christian: Ja, das kann man von der Arbeit leicht mit nach Hause nehmen. Oder jeder, der schon mal eine Newsredaktion gepflegt hat, weiß: Du musst die ganze Zeit checken, was gerade in der Welt passiert, und das geht nicht eben von acht bis 14 Uhr, sondern eigentlich rund um die Uhr. Permanente Erreichbarkeit natürlich auch im Familienleben, für beide Eltern. Auch das kann ein Stressfaktor sein.
Kirsten: Genau, richtig. Und halt auch dieses Multitasking: Am besten telefonieren, gleichzeitig das Kind auf dem Arm haben, füttern, gleichzeitig noch das Essen kochen. Das steht da eben auch im Zusammenhang, dieses wirkliche permanent On-Sein, gedanklich und emotional.
Christian: Okay, jetzt haben wir also jede Menge Anzeichen und Auswirkungen aufgezählt und geguckt, was die Ursachen eigentlich dafür sind. Aus den Ursachen lassen sich natürlich auch ganz viele Strategien zur Bewältigung erschließen. Sie hatten schon die Can-do-Liste angesprochen. Was haben Sie denn noch so für Tipps, was man machen kann, um so einen Mental Overload zu bewältigen oder vielleicht auch einfach, was man im Alltag machen kann, damit es gar nicht so weit kommt?
Kirsten: Tatsächlich finde ich Digital Detox immer eine sehr richtige und wichtige Geschichte. Also Handy weg, Handy aus, vielleicht auch ganz bewusst. Ein gutes Management für sich finden: Nicht morgens aufstehen und das Erste, was ich mache, ist Handy an, sondern wirklich mich auf mich konzentrieren und auch vielleicht mit positiven Gedanken starten.
Ganz bewusst Rituale setzen. Und was ich auch immer wieder erlebe: Eine halbe Stunde früher aufstehen tatsächlich. Nur eine halbe Stunde, sodass man als Frau oder auch als Papa das Gefühl hat, diese halbe Stunde für sich zu haben, wo es nur um einen selbst geht. Wo es nicht darum schon geht, zu arbeiten oder ins Handy zu gucken, was muss ich jetzt noch bearbeiten, sondern wirklich diese halbe Stunde Ruhe sich zu gönnen.
Und natürlich die Can-do-Liste, und bewusst Handy, wie gesagt, auch mal aus. Soziale Medien auch mal aus, nicht eben dauerhaft von Nachrichten beschallt zu werden. Gab es früher nicht, und es hat niemanden gestört, wenn man dann erst abends um 20 Uhr die Tagesschau mitgehört hat.
Und da kommen wir auf den Punkt, den wir auch schon besprochen haben: achtsam mit sich umzugehen und mit seinen Bedürfnissen. Am Ende zu erkennen: Was tut mir gut, was tut mir nicht gut? Also zurück zu den eigenen Ressourcen. Was ich immer wieder erlebe, ist, wie wenig die eigenen Bedürfnisse überhaupt beschrieben werden können. Viele wissen gar nicht mehr, was ihr Bedürfnis überhaupt ist.
Und klar, mit Achtsamkeit ist natürlich gemeint, das kann eine Entspannungsübung sein, das kann Body Scan, progressive Muskelrelaxation sein, Meditation, das kann auch einfach ein Buch lesen sein. Weg von all dem Digitalen, hin zu analogen Sachen.
Struktur für sich auch ein Stück weit reinkriegen. Und ganz wichtig: Ich hatte letztens einen Podcast gehört, da sagte man, dreieinhalb Stunden Me-Time sollte man pro Person am Tag haben. Da denke ich mir: Wie soll das denn gehen? Das ist utopisch, so etwas zu verbreiten. Ich glaube, wenn es eine Stunde am Tag ist, die aber erfüllt ist, in der man zufrieden etwas für sich rausziehen kann, gerade mit Kind, dann ist es schon viel.
Und wenn es der Spaziergang ist, eine Mittagspause rausgehen. Die WHO empfiehlt eine halbe Stunde, fünf Tage die Woche, als Minimum. Das muss kein schnelles Gehen sein, das kann einfach ein ganz entspannter Spaziergang sein. Gerade wenn man der Meinung ist, man habe keine Zeit – sich diese halbe Stunde zu nehmen, das macht was mit dem Kopf. Alleine schon draußen zu sein und sich die Natur anzugucken.
Christian: Absolut, das ist mein absoluter Favorit: Spazieren, Kopf frei bekommen. Da spüre ich richtig, wie wieder Schritt für Schritt die Gedanken sich anfangen zu ordnen und zusammenzupuzzeln. Wenn der Spaziergang vorbei ist, habe ich das Gefühl: Okay, jetzt habe ich das Ganze erstmal richtig wieder abgearbeitet, da ist jetzt wieder Platz für Neues. Ich habe jetzt nicht alle Probleme bis ins Detail gelöst, aber Spaziergänge sind wirklich absolut großartig.
Für mich beispielsweise auch die Badewanne. Einfach eine halbe Stunde in warmem, oder bei mir sehr heißem Wasser. Wenn ich die Zeit habe, kann das auch eine Sauna sein, das ist natürlich auch super. Da kann ich einfach abschalten, da gehen die Gedanken einfach, wie sie gehen sollen. Vielleicht höre ich auch einen Podcast, aber wenn ich wirklich das Gefühl habe, ich habe gerade wieder so einen Overload, dann mache ich da keinen Podcast an, weil der macht es dann eigentlich noch schlimmer. Dann habe ich meine Gedanken auf der einen Seite und auf der anderen Seite versuche ich mich auf ein Thema zu konzentrieren. Dann lasse ich einfach aus und mache irgendeine ganz entspannende Musik an.
Aber diese Me-Time ist im Familienleben halt nicht immer ganz so einfach umzusetzen. Ich glaube, man kann das auch zu einer Sache machen, die man gemeinsam mit der Familie macht.
Kirsten: Absolut, genau richtig. Das gemeinsam erleben und auch jemandem, der vielleicht eher ein Spaziergang-Muffel ist, damit zeigen, wie schön es eigentlich sein kann. Und dem Kind tut es ja auch noch gut, an die frische Luft rauszukommen.
Christian: Nein sagen ist auch eine wichtige Strategie, um damit zurechtzukommen, hatten Sie gesagt. Nein ist ein ganzer Satz, Punkt. Nein sagen und Dinge einfach mal abblocken, um sich nicht noch mehr aufzuhalsen. Das ist ja wahrscheinlich bei Müttern häufig auch ein Problem. Viele sind da ganz engagiert, zum Beispiel in den Einrichtungen, im Elternbeirat und was auch immer. Da auch mal zu sagen: Nee, ich mache jetzt dieses Jahr den Vorsitz eben nicht, ich muss mich mal um meine Familie kümmern, und vielleicht bin ich nächstes Jahr dann wieder ganz engagiert.
Kirsten: Genau. Und vielleicht ist es nicht um die Familie kümmern, sondern vielleicht ist es genau die Zeit, zum Yoga zu gehen oder was auch immer. Eins ist immer größer als Null. Wenn ich das einmal in der Woche schaffe, ist besser als keinmal. Wenn ich einmal Nein gesagt habe, ist besser als keinmal. In jedem Nein wohnt ja auch ein Ja, nämlich ein Ja zu mir und meinen Bedürfnissen.
Und sich dafür auch keine Schuld oder Scham suchen, sondern das ist normal. Und ich finde, das Thema Annahme und Akzeptanz ist noch ein sehr wichtiges psychologisches Werkzeug. Wirklich zu erkennen: Wenn ich weiß, ich habe jetzt eine Prüfung, ich muss mich drauf vorbereiten, oder ich habe ein Projekt, das jetzt abgeschlossen werden muss, oder es ist jetzt eine Phase für die nächsten vier Wochen, das auch zu akzeptieren. Und nicht in ein „Ach, hätte ich doch, wenn und aber" verfallen, sondern okay, es ist vier Wochen Augen zu und durch. Da sage ich in dieser Zeit halt ganz viel Nein, weil ich auf mich achten muss, damit ich eben nicht in den Overload komme. Die Last ist ja schon genug da, das akzeptiere ich.
Das hat ja auch oftmals etwas Positives, ein Flow. Aber wenn dann noch etwas anderes dazu kommt, ist das ja diese unsichtbare Last, die zusätzlich obendrauf kommt. Dagegenzusteuern und bewusst als Strategie zu sagen: Okay, kann es jetzt nicht ändern, ich akzeptiere das, und ich weiß, das wird auch wieder besser – das kann auch helfen.
Christian: Und ich denke mal, gerade in diesen schweren Phasen, Prüfungsphasen oder so etwas, macht es auch Sinn, sich mit seiner Familie abzusprechen, vielleicht auch mit der erweiterten Familie, mit Großeltern und so weiter, und zu sagen: Ich habe jetzt erstmal die nächste Zeit nicht so viel Zeit. Bitte seid mir nicht böse, wenn wir keine Zeit haben, um zu diesem Familienereignis zu kommen, oder wenn ich nicht mitkommen kann.
Es gibt noch ganz viele Punkte, die man als Strategie empfehlen kann. Vielleicht noch eine, kurz bevor wir das Interview abschließen: Delegation ist mir irgendwie selber auch aufgefallen in den letzten Tagen, etwas, was ich selber viel zu wenig mache. Ich habe immer das Gefühl, ich muss alles selber machen, sonst wird es nicht richtig gemacht. Völliger Unsinn wahrscheinlich, es wird halt nicht so gemacht, wie ich das jetzt machen würde. Und ich glaube, bei Frauen ist es häufig auch eine Schwierigkeit, im Haushalt zum Beispiel. Da delegiert man wahrscheinlich auch ungern, hat so seine ganz eigenen Vorstellungen. Obwohl Kinder das auch ganz gerne einfach mal machen und versuchen würden. Was sagen Sie dazu?
Kirsten: Unbedingt! Das ist eine ganz wichtige Ressource: zu gucken, wer ist um mich herum, wer kann mich unterstützen? Was sind die Ressourcen, die ich zum Teil in mir trage, aber auch um mich herum: Vater, Oma, Opa, Tante, Freunde. Und wenn jemand sagt, ja, aber ich habe niemanden, meine Eltern leben in Frankfurt und ich lebe in Hamburg, dann gibt es trotzdem Möglichkeiten. Wohne ich vielleicht in einem Mehrfamilienhaus, wo mehrere Familien sind? Kann ich vielleicht mein Kind auch mal dahin geben zur Familie, dass es da mal spielt? Und umgekehrt, sich gegenseitig zu unterstützen, familienübergreifend, mit Freunden, die auch Familie haben. Weil es geht ja am Ende allen gleich, nur keiner spricht darüber.
Christian: Also ich werde versuchen, auf jeden Fall in nächster Zeit mehr zu delegieren. Ich habe es in den letzten zwei Tagen schon versucht, einfach weil ich fast gar nichts machen konnte. Es hat noch nicht ganz so gut geklappt, was aber eher an mir lag. Man muss dann halt auch gut erklären können, wie das Ganze geschehen soll, was man gerne hätte.
Also wir haben jetzt über ganz viele Sachen hier geredet, vieles auch nur stichpunktartig angesprochen. Jeder, der Fragen dazu hat, schreibt das natürlich in die Kommentare, und dann können wir auch in den Kommentaren noch näher darauf eingehen. Ich glaube, da sind ganz viele Anregungen dabei, erstmal zu gucken: Wie steht es bei mir eigentlich? Und was kann ich auch machen, um einfach besser zu funktionieren und für mich und meine Familie ein schöneres Leben zu haben, obwohl ganz viel zu tun ist?
Ich habe noch eine Abschlussfrage an Sie, die geht vielleicht ein bisschen weg von dem Thema: Haben Sie vielleicht irgendein Buch als Empfehlung oder eine Erfahrung, die Sie uns mitteilen können, die Ihr Leben ganz besonders stark beeinflusst hat? Oder eine Person, ein Vorbild, irgendwas, was ganz besonders starken Einfluss auf Ihr Leben ausgeübt hat?
Kirsten: Ja, tatsächlich: Karin Kuschik, Bestseller-Autorin und auch im Coaching-Business tätig. Ich war auf einem ihrer Kommunikationsseminare und halte sie für großartig. Sie wird auch in jedem Seminar, das ich selbst beim BTB gebe, erwähnt – da müssten eigentlich die Ohren klingeln, ehrlich gesagt. Das Buch 50 Sätze, die das Leben leichter machen würde ich jeder Frau empfehlen zu lesen. Das kann man so querlesen und kann aber auch immer etwas für sich rausziehen.
Und wen ich da an der Stelle auch noch erwähnen möchte, ist Jakob Drachenberg, sein Buch über das Thema Stressmanagement. Da habe ich die Stresscoach-Ausbildung als auch die Mentorenausbildung gemacht, und auch da lohnt sich mal, in den Podcast reinzuhören.
Was ich so für mich gelernt habe, ist tatsächlich: Man kann fallen, aber man kann immer wieder aufstehen. Und das sollte einem glaube ich so wichtig sein. Und wirklich das anzunehmen, so wie es ist, ist glaube ich ganz wichtig. Und darüber reden! Wer nicht redet – wir können alle nicht in Köpfe gucken. Das ist glaube ich das, was ich für mich als größtes Learning habe und gerne mitgeben möchte: Redet darüber, und wenn ihr darüber redet, dann werdet ihr merken, es betrifft ja nicht nur mich. Die anderen haben ja auch die Probleme, und das erleichtert so unglaublich viel.
Christian: Ja, okay, vielen Dank. Wie kann man denn mit Ihnen in Kontakt treten, als Coach oder auch über die sozialen Medien?
Kirsten: Also einmal bin ich auf Instagram vertreten über die.gedankenmanufaktur. Mit mir kann man offline und online arbeiten, also in Präsenz vor Ort als auch online. Über meine Homepage natürlich, auch über LinkedIn bin ich vertreten, und über den BTB bin ich natürlich auch als Dozentin erreichbar. Und ich antworte auch!
Christian: Das verlinken wir natürlich alles in den Shownotes für diesen Podcast, auch das Buch, was Sie empfohlen haben. Vielleicht schaue ich auch mal rein, ich bin jetzt keine Frau in dem Sinne, vielleicht verschenke ich es auch – an eine Frau natürlich. Und ganz herzlichen Dank für dieses ausführliche Gespräch! Das hat mir jetzt auch noch mal ganz viel Anregung gegeben, mich selber noch mal hinzusetzen und zu überlegen, an welchen Stellen ich Dinge für mich selber anders machen kann, besser machen kann, damit ich für mich selber natürlich besser funktioniere, aber auch für meine Umgebung, für meine Familie. Vor allem, dass das mit dem Krankwerden nicht noch mal so schnell passiert. Vielen, vielen Dank, Frau Hofmann-Grunert, und ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag!
Kirsten: Ich habe zu danken! Vielen Dank. Tschüss!
Christian: Tschüss!

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