Erfahrungen FernUni Hagen, WINGS & HFH: Jens Gundhardt im Gespräch über Fernstudium Wirtschaftsrecht, BWL & Marketing
Manche Geschichten schreibt das Leben ganz von selbst: Wie zum Beispiel die eines Regelschülers, der es auch ohne Schulabitur zum Master-Abschluss bringt - mit allen Erfolgen, aber auch Misserfolgen.
Jens Gundhart ist den Weg vom Berufspraktiker zum Akademiker gegangen und kann auf viele Erfahrungen zurückblicken.
Wie er den Master-Abschluss erreicht hat, erzählt uns Jens in Podcast 26. Im Gespräch mit Christian bespricht er alle seine Stationen auf dem Weg von der Ausbildung bis zum Master of Arts: Wie er zur Weiterbildung zum Betriebswirt kam und schließlich seinen ersten akademischen Anlauf an der FernUni Hagen im Fernstudium Bachelor of Law, unternahm, der noch nicht von Erfolg geprägt war, was sich jedoch an der HFH Hamburger Fern-Hochschule und am WINGS der Hochschule Wismar ändern sollte.
Inhalt:
00:00 Schönen guten Tag
01:03 Jens stellt sich vor
01:56 Von der Ausbildung zu Betriebswirt & Hochschulreife
07:20 Was bringt der Betriebswirt beruflich & inhaltlich?
09:00 Jens' Weg zur FernUni Hagen
11:45 Zulassung zum Studium über Aufstiegsfortbildungen
12:58 Jens' Erfahrungen an der FernUni Hagen
19:44 Wieso Jens das LL.B. Studium abgebrochen hat
23:56 Hochschulwechsel zur HFH & Anerkennung von Studienleistungen
27:15 Studieninhalte & Schwerpunktmodule im B.A. BWL für Betriebswirte
29:02 Klausuren, Hausarbeit, komplexe Übungen - Prüfungen an der HFH
31:35 Präsenzen & Praktika in BWL für Betriebswirte
33:50 Studienmaterialen & Klausuren an der HFH
36:33 Jens' Abschluss & Kritik zum Fernstudium
39:24 Wie kam Jens zum Masterstudium an der WINGS?
45:45 Studieninhalte & Studierbarkeit des M.A. Marketing & Vertrieb
51:16 Spezialisierungen & Präsenzen im M.A. Marketing & Vertrieb
52:54 Möchte Jens promovieren? Welche Möglichkeiten gäbe es?
54:50 Jens' Lernstrategie & Tipps
56:25 Jens über seine Erfahrung mit Motivationsflauten
Jens im Internet:
➡️ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/jens-gundhart-a7b954242/
Im Podcast erwähnt:
👉 LL.B. Rechtswissenschaften, FernUni Hagen: https://www.fernstudi.net/fernstudium/rechtswissenschaften/12675
👉 B.A. BWL für Betriebswirte, HFH: https://www.fernstudi.net/fernstudium/wirtschaft/betriebswirtschaftslehre/12781
👉 M.A. Sales & Marketing, Hochschule Wismar: https://www.fernstudi.net/fernstudium/wirtschaft/marketing/13405
Christian: So Jens, dann herzlich willkommen hier im Podcast! Ich freue mich sehr, dass du dich bereit erklärt hast, hier teilzunehmen und so ein bisschen über deine Studiengänge zu reden, über deinen Studienverlauf auch. Vielleicht stellst du dich ganz am Anfang mal kurz vor, sagst uns kurz, wer du bist, was du machst, vor allem beruflich.
Jens: Ja, Christian, vielen Dank, dass ich die Möglichkeit habe, hier ein bisschen was über mein Studium und über meinen Weg bis heute zu berichten. Mein Name ist Jens Gundhardt, ich bin 37 Jahre alt, komme aus unserer schönen Hauptstadt Berlin und bin zurzeit als Leiter des KYC-Managements tätig bei einem großen deutschen Getränkehersteller. Ja, denke das sollte erstmal so reichen.
Christian: Vielleicht reden wir ganz am Anfang, bevor wir einsteigen in die einzelnen Studiengänge und Hochschulen, an denen du studiert hast, mal ein bisschen über deinen bisherigen Bildungsgang. Also ich habe eine Frage, die ich häufig stelle in diesem Podcast: Kannst du dich noch an deine Schulzeit erinnern? Oder anders gesagt, kannst du uns vielleicht mal sagen, wie war das? Hast du Abitur gemacht, hast du ein Fachabitur gemacht, und warst du eher ein guter Schüler oder eher ein schlechter Schüler? Was hast du da für Erinnerungen?
Jens: Ja klar, also ich bin verschiedene Wege gegangen. Ich war bis zur zehnten Klasse auf einer ganz normalen Berliner Gesamtschule, habe dort den Realschulabschluss gemacht. Hatte dann nicht die Voraussetzung, um in die gymnasiale Oberstufe zu gehen, hab dann aber gesagt, okay, ich würde ganz gerne dann auch die Fachhochschulreife machen, bin dann an ein Berliner Oberstufenzentrum gegangen und wollte dann dort die Fachhochschulreife machen. Das war allerdings mit der Fachrichtung Technik, Elektrotechnik, und das lag mir damals nicht. Und bin dann nach der elften Klasse ohne die Fachhochschulreife dann da auch runtergegangen. Habe also in diesem Schritt erstmal nur den normalen Realschulabschluss gehabt, und das Fachabitur hatte ich aufgrund von schlechten Noten und weil es auch der falsche Zweig war dann auch nicht gemacht. Habe dann eine Lehre gemacht bei einem Berliner Supermarkt zum Einzelhandelskaufmann. Und das hatte ich dann auch nach zweieinhalb Jahren beendet, und dann fing also der Weg der Weiterqualifikation dann an.
Christian: Das ist sehr interessant. Dann hast du im Prinzip ohne Abitur studiert. Das ist ja auch interessant für viele, die sich für ein Studium interessieren. Viele wissen das auch gar nicht, dass es möglich ist, tatsächlich auch ohne Abitur zu studieren, auch an der Universität beispielsweise wie an der FernUni Hagen, die du ja auch besucht hast. Und wie ging es dann weiter nach deiner Ausbildung?
Jens: Ja genau, also ich hatte dann die Ausbildung, wie gesagt, die dauert drei Jahre, ich habe sie nach zweieinhalb Jahren verkürzt beenden können. Und mir war schon während der Lehrzeit klar, dass ich eigentlich nicht stehen bleiben möchte, dass ich auch nicht meinen Lebensweg in dem Supermarkt oder auch in dem Einzelhandelsbetrieb sehe. Und habe dann halt immer mal nebenbei geguckt, was gibt es denn für Möglichkeiten für mich, der eben keine Hochschulreife hat und auch keine Fachhochschulreife, was man denn machen kann.
Jens: Bin dann durch das Internet erstmal immer irgendwie auch in Richtung VWA gestoßen, die ja damals auch schon immer relativ werblich und groß draußen waren, die ja auch einen Betriebswirt anbieten, der allerdings damals und heute auch nicht staatlich anerkannt war. Und mir waren immer die Abschlüsse wichtig, dass die eine gewisse staatliche Anerkennung haben. Das soll nicht heißen, dass die Weiterbildung bei der VWA schlecht ist, aber zumindest für mich war immer wichtig, dass der Abschluss auch staatlich anerkannt ist.
Jens: Und bin dann durch Zufall auf die EWF gestoßen. Es gibt in Berlin zwei Oberstufenzentren, die diesen Studiengang anbieten, einmal das Oberstufenzentrum Handel 1 in Berlin-Kreuzberg und einmal das Oberstufenzentrum in Berlin-Moabit für Banken und Versicherung. Und das fand ich relativ spannend, weil es war eine Präsenz-Abendweiterqualifikation über dreieinhalb Jahre, zweimal in der Woche abends und einmal samstags, und komplett in Präsenz. Die Abendzeiten waren immer von 17 Uhr bis 21:30 Uhr und samstags von 8 Uhr bis 13 Uhr. Auf der einen Seite für mich sehr spannend, weil ich natürlich mit meinem Realschulabschluss plus meiner Berufsausbildung dort auch rein konnte und mich dort weiterqualifizieren konnte. Ich wollte immer auch den Weg in Richtung BWL gehen, weil ich natürlich aus dem Handel kam und mich diese Wirtschaftsthemen sehr interessiert haben.
Jens: Und auf der anderen Seite war es halt auch kostenfrei. Und das war auch eine spannende Zeit, das waren so diese Jahre ab 2009 müsste das gewesen sein, ich habe 2012 dann auch den Abschluss gemacht. Und das war so die Zeit, wo dann auch diese ganzen Weiterqualifikationen sich dann auch ein Stück weit mehr in die Öffentlichkeit hinbewegt haben. Plus dazu muss man sagen, das war auch die Zeit, wo auch dieser sogenannte Deutsche Qualifikationsrahmen entwickelt worden ist und wo auch Studienabschlüsse dann auch eingegliedert worden sind.
Jens: Und das Gute war, ich hatte ja wie gesagt bin ja mit dem Realschulabschluss dort auch hingegangen, und man hatte damals noch die Möglichkeit, wenn man noch zusätzlich an dieser EWF einen Mathematikkurs besucht über diese dreieinhalb Jahre, dass man zusätzlich dann auch noch die Fachhochschulreife dazu kriegt. Das war natürlich für mich dann sehr schön, weil ich ja auf der einen Seite die Fachhochschulreife im ersten Schritt ja auch nicht beendet habe. Und habe dann dort also neben dem staatlich geprüften Betriebswirt dann auch noch die Fachhochschulreife gemacht, so dass ich dann also im Januar 2012 den Abschluss des staatlich geprüften Betriebswirts hatte und auch noch die Fachhochschulreife. Und das war natürlich super für mich gewesen.
Christian: Ja, das klingt ja auch sehr diszipliniert, das muss man auch erstmal hinbekommen, dann über dreieinhalb Jahre auch abends an diesem Unterricht teilzunehmen und das dann auch wirklich durchzuziehen. Also sehr interessant. Und der Betriebswirt, hatte der dann direkt was gebracht, oder auch schon im Verlauf jetzt der Fortbildung, auch beruflich, oder einfach auch nur wissenstechnisch? Wie war das?
Jens: Ja klar, also die Ausbildung an der EWF ist schon sehr hochwertig und auch intensiv. Man muss auch dazu sagen, in der Zeit, zur Hälfte des Studiums, gab es dann auch schon die ersten Kooperationen auch mit Hochschulen wie der HFH, und man hat also im Zuge dessen auch die Lehrpläne und auch den Stoff an die Hochschulen ein Stück weit angeglichen. Also man hat schon eine sehr hochwertige und auch vergleichbare Ausbildung gehabt. Und wenn man sich mal diesen Deutschen Qualifikationsrahmen anguckt, ist ja der staatlich geprüfte Betriebswirt auf der gleichen Stufe wie auch der erste Hochschulabschluss. Und von daher hat mich das natürlich auch schon deutlich weitergebracht, man hat schon auch den Horizont erweitert, und man konnte schon wirklich auch tief in diese BWL- und auch in die Rechtsthemen eintauchen. Und es war natürlich anstrengend, klar, man muss über dreieinhalb Jahre dreimal pro Woche auch dann in die Schule gehen. Weil es ist im Endeffekt auch eine Schule, man ist auch in einem festen Klassenverband, man hat immer so um die 20 Mitschüler oder Mitstudenten, die aber alle aus dem gleichen Hintergrund kommen, das sind alle schon Leute, die auch eine Berufsbildung haben, die auch schon teilweise über 25 oder über 30 Jahre alt sind und sich halt weiterqualifizieren wollen.
Christian: Ja, das Interessante ist ja, dass du dann eigentlich relativ straight die Form des Lernens gewechselt hast. Du bist ja dann an die FernUni Hagen gegangen. Kannst du uns da vielleicht mal kurz sagen, wie das im zeitlichen Verlauf war? Wie lange hat es gedauert, bis du dich dafür entschieden hast, dann doch noch weiter zu studieren, einen Bachelorabschluss zu machen? Und warum du dich dann für den Bachelor of Laws an der FernUni Hagen eingeschrieben und entschieden hast?
Jens: Also mir hat in der Ausbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt schon die Rechtsfächer immer sehr viel Spaß gemacht. Also ich hatte wirklich Spaß daran, auch dann ja auch Fälle zu lösen auf einem Anfangsniveau. Und das ist auch der Punkt: Ich hatte ja wie gesagt, damals gab es zwar auch schon diese Kooperation auch mit der HFH, dass man auch mal verkürzt BWL machen kann. Aber ich hatte dreieinhalb Jahre den Betriebswirt gemacht, und für mich war damals nicht nachvollziehbar, warum ich jetzt noch mal BWL studieren soll, obwohl ich ja schon den Betriebswirt hatte. Und das ist halt das, was auch der Deutsche Qualifikationsrahmen aussagt, und damals auch schon, dass eben der staatlich geprüfte Betriebswirt und auch der Bachelor auf der gleichen Stufe stehen.
Jens: Und dadurch, ich war dann auch Mitte 20, als das fertig war, war ja auch schon voll im Berufsleben, hatte aber immer auch den Wunsch und auch den Traum gehabt, dass ich aber auch einen akademischen Abschluss irgendwie mal als Ziel habe und den dann auch schaffe. Hatte dann natürlich klar in der ersten Phase geschaut, ob nicht doch ein BWL-Studium was für mich wäre, um einfach dann auch mal dort den akademischen Abschluss zu haben. Aber wie gesagt, für mich war das in diesem Zeitpunkt nicht relevant, weil wie gesagt, ich hatte ja schon dreieinhalb Jahre BWL eigentlich gemacht. Und wollte dann auch nicht allzu viel ausgeben an Geld, weil auch damals kosteten private Hochschulen auch schon ziemlich viel Geld. Die Preise sind zwar bis heute relativ gleich geblieben, aber damals als junger Mensch waren noch 10 bis 12.000 Euro auch ziemlich viel Geld gewesen.
Jens: Und da bot sich natürlich die FernUniversität Hagen an. Und das Spannende ist ja, ich kam ja auch mit der Fachhochschulreife, und die FernUniversität Hagen nimmt natürlich als richtige Universität eigentlich niemanden, der auch die Fachhochschulreife hat, sondern man muss ja die allgemeine Hochschulreife haben. Mein Glück war aber, und das war halt auch diese spannende Bildungszeit, dass ja die Meisterausbildung, zu der ja auch der staatlich geprüfte Betriebswirt gehört, dann auch die Zugangsvoraussetzung zur Universität ist. Also man kann damit dann auch jeden Studiengang an jeder Universität in Deutschland studieren, insofern die Universität einen dann natürlich auch nimmt, ist klar.
Christian: Und da habe ich eine Frage dazu: Das ist dann aber ohne weitere Zulassungsprüfung, sondern du kannst dann direkt zugelassen werden mit so einer Aufstiegsfortbildung, der Meisterfortbildung sozusagen?
Jens: Genau, das wurde damals auch, ich weiß gar nicht, 2011, 2012, von der Kultusministerkonferenz dann auch so beschlossen, dass halt wirklich Meisterabsolventen beziehungsweise die auch den Techniker oder halt den Betriebswirt haben, nach dieser Weiterqualifikation jeden Studiengang an jeder Universität studieren dürfen, ohne dann noch weitere Prüfungen zu machen oder sonstige Voraussetzungen.
Jens: Und hatte mich dann ein Stück weit auch informiert über die FernUniversität Hagen und fand einfach dieses Konzept erstmal auf den ersten Blick super. Es ist eine ganz normale deutsche Universität, vom Preis her unschlagbar. Ich glaube, pro Semester damals waren es 70 Euro, da waren aber auch schon die Studienskripte mit drin.
Christian: Teilzeit zumindest, also ich glaube, wenn man Vollzeit studiert, dann kommt man schon so auf 200 bis 300 Euro im Semester. Das ist von den Preisen her heute eigentlich noch fast genauso, auch wenn sich das Modell heutzutage ein bisschen geändert hat zu damals. Aber man bezahlt ja jetzt keine Studiengebühren in dem Sinne, sondern eben die Materialbezugsgebühren.
Jens: Ja, genau, das fand ich einfach super spannend, und dann auch noch mal auch das Fach Wirtschaftsrecht. Und hatte mich dann eigentlich gleich auch eingeschrieben, direkt nach dem Betriebswirt, weil ich noch in so einer Lernphase war und hatte da noch Bock drauf und wollte eigentlich mit dieser Motivation dann anschließen. Und hatte mich dann zum Wintersemester 2012 dort eingeschrieben. Da ging's auch schon los, und dann stand ich aber vor der Realität einer deutschen Universität im Fernstudium. Und das war dann auch eine ganz andere Welt, das muss man einfach sagen.
Jens: Die FernUniversität Hagen, und das unterschätzen viele, sie heißt natürlich FernUniversität Hagen, weil das Grundkonzept ein Fernstudium ist. Man muss aber sagen, die Universität Hagen hat den Anspruch, eine richtige Universität zu sein, das ist sie ja auch, und packt eigentlich ein komplettes Präsenzstudium in ein Fernstudium rein. Hab dann also angefangen und die ersten Klausuren geschrieben. Der Schwerpunkt ist schon wirklich auf der Rechtswissenschaft, das sind die ganz normalen Fächer, die man auch im ganz normalen Staatsexamen-Jurastudium studiert, also über Zivilrecht bis hin zu Prozessrecht. Das heißt, auch die Klausurformen sind gleich und der Stoff.
Jens: Ich fand damals aber die Studierbarkeit für mich sehr schwierig. Und kann es auch gerne sagen, warum: Es ist einfach im Umfang und einfach was die FernUniversität Hagen voraussetzt und dann auch als Studium will und auch als Leistung möchte, wenn man Vollzeit tätig ist neben dem Studium, muss man einfach so viel Kraft und so viel Zeit auch investieren, um dort zum einen Prüfungen zu bestehen und auch gute Noten zu schreiben.
Jens: Es gab natürlich Mentoriate damals schon, die dann auch an dem Studienstandort in Berlin abgehalten werden in Präsenz, allerdings werden die von externen Dozenten durchgeführt. Und einer meiner prägenden Momente war eigentlich auch ganz zum Start des Studiums, weil die Fachschaften der jeweiligen Fakultäten bieten immer auch Seminare an. Und ich war zum Beispiel bei einem Wochenend-Seminar im Fach Zivilrecht 1, und geleitet werden diese sogenannten Seminare von jeweils immer einem wissenschaftlichen Mitarbeiter von dem jeweiligen Lehrstuhl. Und der erste Satz, den damals diese Dame sagte, war: Die Studienskripte braucht ihr eigentlich nicht, die könnt ihr weglegen, sondern ihr müsst euch mit Literatur beschäftigen, ihr müsst euch mit der Rechtsprechung beschäftigen, und die Studienskripte reichen nicht aus, um die Klausur zu bestehen.
Christian: Ah ja, okay. Die genannte Dozentin hat da auch recht gehabt damit. Also man muss wirklich richtig viel lernen, man muss richtig tief dort eintauchen, man muss sich auch mit Sekundärliteratur auseinandersetzen, um überhaupt eine Chance zu haben, dass man eine Klausur dann auch besteht. Zur Verteidigung muss man hier vielleicht auch sagen, dass das aus meiner Sicht auch so ein bisschen fachspezifisch ist. Also ich habe ja auch mal ein paar Semester Wirtschaftswissenschaften und auch BWL studiert, und da hatte ich auch Jura, oder Rechtswissenschaft sozusagen, also eine Einführung ins Zivilrecht war das glaube ich. Und das war wirklich super aufwendig vom Lernen her, hat mir auch viel Spaß gemacht, weil ich da auch viel Neues gelernt habe, auch eine neue Denkweise so ein bisschen. Das juristische Arbeiten ist ja schon ganz besonders, es erfordert ja auch viel Übung und viel Lernen, auch einfach von Gesetzesstellen und solchen Sachen.
Christian: Und ich glaube, so ein Anspruch in so einem Jurastudium ist irgendwie immer so ein bisschen ähnlich wie in dem Medizinstudium, da muss einfach super viel gelernt und gearbeitet werden und geübt auch. Ich kenne ja auch andere Fächer, also ich kann auch Kulturwissenschaften an der FernUni Hagen, da ist der Anspruch auch sehr hoch, ja, in diesen Fächern. Wirtschaftswissenschaften auch, da gibt's immer viel zu lernen und viel zu arbeiten, aber ich glaube, da ist das Pensum dann nicht ganz so stark wie in Jura. Jetzt versucht man ja auch mit diesem Studiengang, das ist ja der einzige rechtswissenschaftliche Studiengang in der Form an einer Fernhochschule, da wahrscheinlich auch ein besonders hohes Niveau anzusetzen, so dass sich das auch etabliert hat über die Jahre. Aber du sagst schon, das ist dann eben sehr schwer, das Ganze berufsbegleitend noch zu absolvieren, und auch so mehr oder weniger auf sich alleine gestellt. Du hattest ja auch ein bisschen Glück, weil du eben in Berlin lebst, dass du da auch gleich das Studienzentrum oder den Campus vor Ort hast und an Veranstaltungen relativ einfach teilnehmen kannst, an den Mentoriaten. Aber für andere ist es dann wahrscheinlich nicht ganz so einfach.
Jens: Klar, ja, und wie du da treffenderweise sagst, ist die Studierbarkeit schon wirklich auch sehr aufwendig. Die FernUniversität Hagen hat den Anspruch, dass sie eine ganz normale deutsche Universität ist. Entsprechend ist man auch frei, man muss sich auch selbst um die Sachen kümmern. Das ist heute, ich hatte mir in Vorbereitung auf unser Gespräch noch mal den Studiengang angeschaut, man hat es ein bisschen entschärft heutzutage. Man war halt damals wirklich auf sich alleine gestellt, man musste man auch intensiv, was man ja auch in der Rechtswissenschaft macht, man muss ja Fälle üben. Da ist man auch relativ alleine auf sich gestellt gewesen. Heute bietet die FernUniversität Hagen sogenannte Arbeitsgemeinschaften an, die wohl glaube ich per Video von dem jeweiligen Lehrstuhl auch intensiv durchgeführt werden. Das gab es damals nicht. Also wie gesagt, damals gab es eigentlich nur diese offiziellen Mentoriate, die stattgefunden haben, und man konnte noch freiwillig an denen der Fachschaften teilnehmen.
Jens: Und wie du aber schon sagst, klar, der Anspruch ist natürlich in der Rechtswissenschaft dort auch in Hagen sehr hoch und auch der Aufwand, kann man ja schon sagen, ist sehr hoch eigentlich.
Christian: Genau, und dann gab es einen Punkt, an dem hast du dich dann entschieden, das Ganze nicht fortzusetzen. War das dann zu schwer? Was war das für ein Punkt, in welchem Semester war das?
Jens: Genau, ich hatte das dann beendet Ende 2014. Und im Jahr 2014 kam noch der Punkt, ich bin dann zweimal durch Arbeitsvertragsrecht durchgefallen. Und wie es halt an einer deutschen Hochschule ist: Fällt man dreimal durch, hat man den Prüfungsanspruch in diesem Fach dann auch verloren. Und ich hatte damals geschaut und hatte gesehen, dass Arbeitsrecht beziehungsweise Arbeitsvertragsrecht auch teilweise auch in BWL-Studiengängen als Fach vorkommt. Und wenn du natürlich den Prüfungsanspruch in so einem Fach dann auch verlierst, dann kann es vorkommen, dass du an deiner Hochschule den ganzen Studiengang auch nicht mehr machen kannst. Also zum einen bin ich wie gesagt zweimal durch eine Klausur gefallen, die Noten waren jetzt auch, ich war immer so im 3,3-Bereich gewesen, habe mich dann da so durchgekämpft. Plus dazu kam noch, der Aufwand war mir einfach viel zu hoch. Und in dieser Summe habe ich dann für mich entschieden, das bringt nichts. Weil ich kannte dann natürlich in der Zeit auch schon andere, die schon teilweise im 25. Semester waren, weil die FernUniversität Hagen ist da ja frei, man kann ja theoretisch auch pro Semester nur ein Modul machen. Und es hätte mir jetzt nichts gebracht, dieses Studium noch mal zeitlich zu strecken und dann nach 15 Jahren den Bachelor zu haben. So dass ich dann also entschieden habe, das Studium dann auch zu beenden und mich dort dann auch zu exmatrikulieren. Und das habe ich dann Ende 2014 auch gemacht.
Christian: Und gab's die Überlegung, vorher vielleicht noch an der FernUni Hagen zu wechseln, an einen anderen Studiengang, Wirtschaftswissenschaften beispielsweise?
Jens: Nein, gab es auch nicht, weil Teil des Jurastudiums waren auch vier BWL-Fächer. Und die Erfahrung, ich war dann auch ähnlich auch vom Aufwand her und auch vom Anspruch her, ich hatte zum Beispiel das Fach Investition und Finanzierung gemacht, und es war ähnlich wie auch in den Rechtswissenschaften: Das Studienskript war Beiwerk, man musste sich ein Buch des Professors eigentlich kaufen, um die Klausur bestehen zu können. Und auch den Umfang gesehen, was eben auch dort gemacht werden muss, um die Klausur zu bestehen, habe ich gesagt, nee, also für mich ist FernUniversität Hagen nichts. Also zumindest damals. Sie hat einen guten Ruf, sie bietet auch einen sehr hochkarätigen Abschluss an, es ist ein Universitätsabschluss. Man muss sich aber des Umfangs bewusst sein und auch dessen, was man dort investieren muss, um den Abschluss zu bekommen. Und das ist für Leute, die vielleicht in Vollzeit tätig sind, jetzt nicht das Richtige, weil du einfach wirklich jeden Tag sechs, sieben Stunden dann wahrscheinlich noch mal zusätzlich in dein Studium investieren musst, um dann irgendwann mal den Abschluss zu machen. Und deswegen war dann für mich die FernUniversität Hagen und das Konzept nicht das Richtige.
Christian: Ja genau, man muss auch dazu sagen, dass es heute manche Sachen noch ein bisschen einfacher sind. Mentoriate werden eben auch mehr und mehr online angeboten, Klausuren kann man öfter auch online schreiben, und dadurch spart man sich dann auch wieder ein bisschen Zeit, die man auch zum Lernen nutzen kann. Aber dieses Lernpensum, dass man an dieser Universität hat, sollte man absolut nicht unterschätzen, gerade wenn man eben noch berufstätig ist. Auch wenn man Teilzeit berufstätig ist, ist das sehr viel zu tun, und man braucht eben sehr viel Zeit und sehr viel Willen und Durchhaltevermögen, um das Studium dort zu absolvieren. Die Erfahrung mit Wirtschaftswissenschaften habe ich auch gemacht, ich fand es auch sehr schwer, sehr anspruchsvoll. Dort geht es auch relativ früh los mit so Wirtschaftsmathematik, die auch auf einem höheren Niveau ist als jetzt beispielsweise an den Fachhochschulen. Da werden auch Studierende gerne aussortiert über solche Fächer. Das ist an der FernUni Hagen eigentlich wie an allen anderen deutschen Universitäten zumindest auch so.
Christian: So, du hast dich dann entschieden, an die Hamburger Fernhochschule zu wechseln und dort weiter zu studieren. Kannst du uns sagen, wann du das gemacht hast? War das sozusagen direkt, nachdem du dich exmatrikuliert hast? Und was hast du dort angefangen zu studieren?
Jens: Ja genau, also ich hatte dann schon Mitte 2014 mich so umgeguckt, was ich dann machen kann. Weil ich hatte immer noch den Wunsch und auch das Ziel, dass ich auch einen akademischen Abschluss schaffe. Und hatte dann halt geguckt, okay, ich hatte ja den staatlich geprüften Betriebswirt, und hab dann gesagt, gut, ich nutze eben dieses Wissen und habe mich dann auch für die Betriebswirtschaftslehre dann noch im Bachelor entschieden. Hatte dann mal geguckt, war damals auch schon im Vertrieb tätig, das heißt, ich hatte mich dann informiert. So eine klassischen Abendhochschulen wie die FOM, das ging dann aber zeitlich nicht.
Jens: Und hatte mich dann eigentlich in dem Zuge dann auch mal zurückerinnert an die Kooperation, die ja damals die EWF hatte mit der HFH. Und habe dann halt dort online mich über den Studiengang informiert und fand das Konzept dann, weil ich mich dann noch mal intensiv damit auseinandergesetzt habe, sehr spannend. Das heißt, ein Großteil der Module, die du eigentlich dort dann im Bachelor BWL absolvieren muss, werden dann dort angerechnet. In Summe sind es 66 Credit Points, die du halt dort erstmal sparen kannst, die du dann eben nicht noch mal machen musst. Das sind dann so diese klassischen Grundlagenfächer.
Jens: Und hatte mich dann dort eingeschrieben, auch dann gleich zum 1.1.2015. Und das Gute war, durch diese Kooperation wurden noch mal zusätzlich zwei Module mir dann angerechnet, also Grundlagen der Volkswirtschaft und Grundlagen des Steuerrechts wurden mir dann damals noch mal zusätzlich aufgrund dieser Kooperation angerechnet. Was dann natürlich, wo du dann noch ein bisschen Geld sparst. Und eben weil es auch noch mal diese Kooperation gab, gab es noch mal 10 Prozent auf den Studienpreis auch noch mal als Nachlass. Und das fand ich dann natürlich fair, und habe mich dann also dann auch in den Studiengang eingeschrieben.
Christian: Ja, und dann ging es natürlich los, und das war dann auch noch mal eine komplett andere Welt als die FernUniversität Hagen. Da muss man auch dazu sagen, die Hamburger Fernhochschule ist ja eine private Hochschule, deswegen sind da eben Studiengebühren ein ganzes Stückchen höher als jetzt beispielsweise an der FernUni Hagen. Aber die ist im Vergleich auch zu anderen Hochschulen, so wie ich das sehe, doch schon noch ein Stückchen günstiger sozusagen. Und wenn man dann eben noch sparen kann, indem man sich Module anrechnen lässt oder eben auch so eine Aufstiegsfortbildung, da wird's dann doch noch recht günstig. Dann kann man sich das ganz gut leisten, so ein Studium. Konntest du dir Module aus dem FernUni-Studium anerkennen lassen, oder war das dann alles über die Aufstiegsfortbildung?
Jens: Nein, also das war dann komplett die Anrechnung von dem staatlich geprüften Betriebswirt. Von der FernUniversität Hagen hatte ich ja wie gesagt die rechtswissenschaftlichen Fächer dann auch zum Teil durchgemacht. Ich hatte sechs Klausuren geschrieben und auch sechs Klausuren bestanden, also 60 Credit Points. Das war aber alles im Bereich vom Zivilrecht und auch Staatsrecht, von daher konnte ich das dann an der HFH dann auch nicht nutzen.
Christian: Gehen wir vielleicht mal ein bisschen rein in den Studiengang und ins Studium an der HFH. Kannst uns vielleicht einen kleinen Überblick geben über die Studieninhalte, die dann sozusagen noch übrig geblieben sind? Also du hast die ganzen Grundlagensachen anerkannt bekommen, Buchhaltung, Bilanzierung wahrscheinlich, solche Fächer. Was hast du dann noch gemacht?
Jens: Genau, also man muss dann noch mal in so klassische Fächer wie Wirtschaftsstatistik, Unternehmensführung, dann auch Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten, weil klar, das ist natürlich nicht Teil bei einer Meisterfortbildung, sondern das kommt dann auch erst in der Hochschule, bis hin zu Material- und Produktionswirtschaft. Das sind dann auch noch mal Module, die man dann dort absolvieren muss. In Summe sind es glaube ich um die sieben bis neun Module, die man da noch machen muss. Sämtliche Einführungs- und Grundlagenfächer werden erlassen.
Christian: Ja genau, praktischerweise. Das wäre dann auch so ein bisschen Zeitverschwendung. Das ist ja dann eben häufig auch so die Diskussion: Mache ich als staatlich geprüfter Betriebswirt jetzt noch einen Bachelor? Aber das hat ja dann doch schon einige Vorteile, unter anderem dass man noch einen Master machen kann. Da können wir vielleicht dann noch mal genauer drüber reden. Aber es gibt ja auch Schwerpunktmodule oder Schwerpunkte in diesem Studiengang, wenn ich das richtig gesehen habe. Was hast du da gemacht, wofür hast du dich entschieden?
Jens: Ja genau, also im dritten Semester muss man dann den Studienschwerpunkt wählen. Ich habe mich für Marketing entschieden, weil wie gesagt, ich war damals dann auch schon im Vertrieb tätig. Und man konnte noch auswählen: Personal, also HR, Controlling und Logistik. Das war alles nicht mein Feld, für das ich mich interessiert habe, also habe ich mich dann für den Studienschwerpunkt Marketing da auch entschieden.
Christian: Und wie kann man sich das vorstellen an der Hamburger Fernhochschule mit den Prüfungen? Also ist das wahrscheinlich auch dadurch, dass das BWL ist, ein sehr klausurenlastiger Studiengang? Was gab's da so für Prüfungsformen neben der Klausur, wie kann man sich das vorstellen?
Jens: Also du hast drei Prüfungsformen: Du hast wie du schon sagst die Klausur, du hast eine Hausarbeit, die man schreiben kann, und dann gibt es noch die sogenannten komplexen Übungen. Das sind dann so Wochenendpräsenzen, wo man sich dann eben in Präsenz trifft und dann eine Abschlusspräsentation hält an dem Tag. Das sind diese drei Prüfungsformen, die die HFH zur Verfügung stellt.
Christian: Und wo trifft man sich da dann? In Hamburg oder auch an anderen Standorten?
Jens: Ja, also die HFH hat ja auch verschiedene Studienzentren in Deutschland. Nun ist es aber so, dass die HFH relativ klein ist, das heißt, man muss gucken, ob die jeweiligen komplexen Übungen dann auch an seinem Standort auch stattfinden. Ich war einmal in Leipzig gewesen zu einer komplexen Übung und einmal auch in Hamburg zum Thema wissenschaftliches Arbeiten, weil die eben an meinem Studienstandort in Berlin nicht stattgefunden haben, weil eben so wenig Studenten eben zu diesem Zeitpunkt da waren.
Jens: Das ist halt auch was, man auch an der HFH relativ schnell merkt: Die Hochschule ist relativ klein, klein und fein. Es sind nicht so viele Studenten auch jeweils an den jeweiligen Studienstandorten, die meisten sind wohl auch in Hamburg. Man kann dort auch an Mentoriaten teilnehmen. Dadurch dass aber wie gesagt in Berlin kaum BWL-Studenten zu diesem Zeitpunkt eingeschrieben waren, bin ich auch einmal im Fach Wirtschaftsstatistik auch nach Hamburg gefahren, habe mir das dann noch mal angeschaut. Das brachte mir jetzt aber nicht so viel, weil auch dort ein externer Dozent steht, der dann auch gemeinsam mit dir in die Studienbriefe schaut. Das hat mich dann jetzt auch nicht so weitergebracht. Aber wie gesagt, wenn es dann auch die Möglichkeit gibt, man kann an diesen Mentoriaten teilnehmen, man muss aber gucken, ob das an seinem jeweiligen Studienstandort auch dann angeboten wird. Und das ist bei der HFH relativ selten, weil wie gesagt, die Studentenanzahl ist nicht so groß wie vielleicht an anderen Hochschulen.
Christian: Ja, ich weiß nicht genau, wie das heute ist, ich vermute mal, da gibt's dann auch ein bisschen mehr Onlineformate, dass man dann an einzelnen Veranstaltungen auch quasi von zu Hause aus teilnehmen kann. Wie ist es denn insgesamt mit den Präsenzen? Die komplexen Übungen hast du jetzt schon genannt. Davon unabhängig sind ja wahrscheinlich noch Präsenzseminare. Gibt's da verpflichtende in diesem Studiengang, und wenn ja, wie häufig finden die statt?
Jens: Genau, also es gab keine richtigen Präsenzen. Du musst bei diesen komplexen Übungen in Präsenz teilnehmen, das waren in Summe drei Module, die man da absolvieren musste, also im gesamten Studiengang dreimal ein Wochenende. Es gibt auch keine Lerngruppen oder Sonstiges, also man ist eigentlich komplett damit beschäftigt, sich durch die Studienskripte zu lernen, und hat halt weniger Präsenzzeiten. Das ist eben im BWL-Studium da nicht so vorgesehen.
Christian: Okay, das ist dann vielleicht noch ein bisschen mehr, wenn man den ganz normalen BWL-Bachelor macht, also den, wo man jetzt keine Anerkennung hat. Da hat man dann eben noch ein bisschen mehr Präsenzen. Aber das sollte man, das auch als Hinweis an diejenigen, die sich für ein Studium interessieren, immer mit einberechnen, die Studiengebühren. Du hast gesagt, du warst auch mal in Hamburg, das ist jetzt von Berlin aus nicht ganz so weit, aber wenn man jetzt irgendwo in Süddeutschland lebt, da ist es bis Hamburg fast schon eine Weltreise. Und das muss man dann auch mal in die Kosten so ein bisschen mit einberechnen. Gab's dann ein Praktikum in diesem Studiengang?
Jens: Es gibt ein Hauptpraktikum, was man absolvieren muss, allerdings wenn du dich dort einschreibst und schon eine Berufsausbildung hast, musst du das Praktikum dort nicht mehr machen. Das Praktikum besteht ja auch aus zwei Teilen, einmal dass man eben in einem Unternehmen ein Präsenzpraktikum macht und dann gleichzeitig noch eine Projektarbeit schreibt, was ja dann auch wie eine ganz normale Hausarbeit ist. Und dadurch dass ich eben auch mit Lehre und auch dem geprüften Betriebswirt dort angekommen bin, war die Aufgabe nur noch, die Hausarbeit zu schreiben. Also wie gesagt, ich musste dann auch kein Praktikum in dem Unternehmen machen.
Christian: Ja genau, das ist natürlich praktisch, das ist ja für viele auch so ein bisschen Stressfaktor, dann zu gucken, wie bekomme ich das jetzt mit dem Praktikum hin. Die Studienmaterialien hast du jetzt schon erwähnt, kannst du vielleicht so einen kleinen Vergleich ziehen zu den Materialien an der FernUni? Oder ist es letztendlich nicht anders als an jeder Hochschule wahrscheinlich?
Jens: Na ja gut, also sie sind im Vergleich zur FernUniversität Hagen schon ein Stück weit anders. Also jedes Modul besteht so zwischen fünf und sieben Studienbriefen, Minimum sind immer 50 Seiten pro Studienbrief, Maximum zwischen 70 und 80 Seiten. Klausurrelevant sind dann wirklich auch nur Themen, die in dem Studienbrief drin stehen. Also man muss sich nicht im Vergleich zur FernUniversität Hagen noch mit der Sekundärliteratur auseinandersetzen, sondern man ist eigentlich nur damit beschäftigt, sich mit diesen Studienbriefen auseinanderzusetzen. Die sind von der Qualität her auch richtig gut gemacht. Die beinhalten auch natürlich teilweise Sekundärliteratur, aber zum Bestehen der Prüfung reichen die aus.
Jens: Und als Quervergleich zur FernUniversität Hagen: Wenn man dann an einer privaten Fernhochschule ist, ist man schon relativ gut eingebettet, dass man auf einem guten Wege ist, eine Klausur auch bestehen zu können. Also man hat ja auch viele Übungsaufgaben innerhalb dieser Studienbriefe. Und gut war auch für die Prüfungsvorbereitung: Man hat immer Zugriff auf die Klausuren der letzten drei Semester, im Internet findet man noch mal teilweise die letzten 20. Und wenn man das dann natürlich kombiniert, zum einen Studienbriefe, und guckt, was ist immer da so Schwerpunkt, dann kann man sich schon sehr gut mit den Studienbriefen und auch diesen Klausuren der letzten Jahre dann auch auf die Prüfungen an der HFH vorbereiten.
Christian: Und die Klausuren fanden dann aber auch in Präsenz statt?
Jens: Genau, also damals gab es dann dort auch noch keine Online-Klausuren. Man ging dann an sein Studienzentrum und dann, wenn man Glück hatte, waren da fünf, sechs andere, die dann aber auch aus allen Richtungen irgendwas geschrieben haben. Man studiert auch komplett anonym, man kennt keinen. Dadurch dass man wie gesagt eigentlich nur damit beschäftigt ist, in die Studienbriefe zu schauen, es gab damals auch keine Online-Vorlesungen oder Sonstiges. Man ist da ja dann auch relativ alleine und geht dann dahin, schreibt dann 100 Minuten so eine Klausur, und dann nach ein paar Wochen kriegt man dann in seinem Online-Zugang die Info, welche Note man hat und ob man bestanden hat.
Christian: Und wie lange hast du dann gebraucht bis zu deinem Abschluss?
Jens: Also dadurch dass mir ja noch mal zwei Module angerechnet worden sind, habe ich dann im September 2016 auch das Studium mit meiner finalen Bachelorarbeit dann auch bestanden. Wie gesagt, hatte dann drei Semester in Summe dafür gebraucht. Hatte ja vorher vor der Bachelorarbeit den Studienschwerpunkt gemacht, ja, war ja dann auch das Fach Marketing. Den muss ich auch ein Stück weit kritisieren: Ich hatte ja gesagt, dass ein Modul zwischen fünf bis acht Studienbriefe hat. Der Studienschwerpunkt besteht aus 17 Studienbriefen, und pro Studienbrief auch im Minimum um die 100 Seiten. Das fand ich jetzt im Kern etwas viel, muss ich sagen. Man hat zwar vier Monate Zeit, um zu lernen und dann auch die Klausur zu schreiben. Der Studienschwerpunkt besteht einmal aus einer komplexen Übung und aus der Klausur. Für die komplexe Übung hat man damals aber auch keine Note bekommen, also das war dann im Endeffekt ein Wochenendseminar, wo man dann eben den Status bestanden gekriegt hat und dann halt Punkte dafür, aber keine Note. Und die Klausur, wie gesagt, die Gefahr ist groß, dass aus diesen 17 Studienbriefen irgendwas rankommen kann. Und das finde ich im Kern etwas zu viel.
Jens: Ich hatte mir natürlich dann auch die Klausuren der letzten Jahre angeschaut und hatte schon immer mal einen Schwerpunkt gesehen, was so drankommt. Die Zeitdauer der Klausur sind auch vier Stunden, also man muss da wirklich auch intensiv Zeit haben. Und die letzten Klausuren damals bestanden immer so aus sieben bis acht Fragen. Als ich dann geschrieben hatte, waren es nur vier Fragen. Und wie gesagt, hatte eigentlich mir in Mut zur Lücke zurechtgelegt, der dann aber glaube ich gerade so mit einer Vier dann auch durchgekommen ist. Was dann natürlich im Abschlusszeugnis dann halt etwas doof aussieht. Aber ich fand den Umfang relativ viel. Hätte das irgendwie besser gefunden, wenn man das vielleicht geteilt hätte, dann vielleicht in zwei Klausuren, oder dass man die Hälfte der Studienbriefe in der komplexen Übung abfragt und die andere Hälfte dann in der Klausur. Das wäre für mich etwas fairer gewesen.
Christian: Aber insgesamt höre ich doch raus, schon eine positive Studienerfahrung an der Hamburger Fernhochschule, das Studium auch zügig abgeschlossen, und dann den ersten Schritt eigentlich geschafft, oder den großen Schritt letztendlich auch auf deiner Vorstellung und dem Traum, da auch so einen akademischen Abschluss zu bekommen. So, und dann reifte wahrscheinlich relativ schnell auch der Wunsch, dann noch einen Master mit dranzuhängen. Den hast du dann an der Hochschule Wismar beziehungsweise am WINGS-Institut der Hochschule Wismar absolviert. Wann hast du dich da eingeschrieben?
Jens: Genau, also ich hatte dann ja wie gesagt im September 2016 den Studiengang an der HFH beendet und wollte dann aber erstmal wieder ein Stück weit arbeiten und ein bisschen weniger privat investieren in die Weiterqualifikation. Hatte dann aber in der Coronazeit, wo man ja dann auch wieder viel zu Hause saß, mich für dieses Thema Masterstudium dann auch interessiert. Weil, und das ist halt auch ein Punkt, Bachelor ist und bleibt ja trotzdem auch nur, in Anführungsstrichen, eine Grundlagenausbildung. Und wenn man wirklich noch mal tiefer reingehen will und sich noch mal spezialisieren will, muss man eben dann den Weg gehen und halt noch einen Master machen.
Jens: Dann war wieder die Zeit, wo ich mich dann auch informiert hatte. Da kamen dann auch wieder Hochschulen wie FOM, die ja auch Master auch im Bereich Vertrieb anbieten, auch die IU. Wollte aber eigentlich zurück zur HFH kommen und wollte dann dort auch den Master machen. Weil dort ist ja auch das Gute, der Master in BWL baut auch auf den Bachelor auf, also es ist ja ein sogenannter konsekutiver Studiengang, er setzt also nahtlos an. Da ich ja auch die Hochschule kannte und auch die Lernform und wie man eben dort erfolgreich ist, wollte ich eigentlich zurückkommen.
Jens: Zugangsvoraussetzungen sind aber unter anderem auch, dass man Englisch der Niveaustufe B2 hat. Das fand ich jetzt im Nachgang etwas seltsam. Also wie gesagt, ich hatte diese Voraussetzung nicht, ich konnte nachweisen, dass ich Englisch B1 habe. Um aber auf B2 zu kommen, da hätte ich noch mal 200 Unterrichtsstunden nehmen müssen. Lustigerweise besteht der Masterstudiengang dann aus zwei Modulen, die dann Englisch beinhalten: Eine komplexe Übung, wo eben ein Wochenendseminar in Englisch ist, und ein weiteres Modul, wo die Studienbriefe, vier Stück, in Englisch sind, die Klausur aber in Deutsch geschrieben wird. Ich rief dann da an und hatte dann natürlich auch nachgefragt, ob ich nicht vielleicht zwei Zusatzmodule nehmen kann und dann halt die englischsprachigen dann tauschen kann. Hat die HFH dann auch nicht gemacht, wahrscheinlich liegt's daran, weil der Studiengang dementsprechend auch akkreditiert ist. Fand das relativ schade.
Jens: Wenn man in Richtung IU guckt, die bieten ja sowohl deutsche als auch englische Studiengänge an, um sich eben die Zielgruppe dann ja ein Stück weit nicht zu verschließen. Und die HFH, ich meine, ich hätte gerne dann dort den Master gemacht, aber konnte es nicht, und die HFH wollte mich dann diesbezüglich auch nicht, weil eben die Englisch-Voraussetzungen dann nicht gegeben waren.
Jens: Und hatte dann wie gesagt auch dann mal links und rechts geguckt und bin dann auf die Euro-FH gestoßen, wollte erst dahin, da war allerdings auch dann wieder die Zugangsvoraussetzung Englisch. Und war dann eigentlich kurz davor, auch in Richtung IU zu gehen, fand aber schon die Größe ein bisschen kritisch. Hatte dann auch in verschiedenen Foren und auch bei dir in deinen Videos dann auch noch mal gesehen, dass ja teilweise Studienskripte manchmal ein bisschen fehlerhaft sind, Klausuren mehr so auf Multiple Choice und maschinell ausgewertet werden, und ich schon das Gefühl habe, dass dort dieser Urkundendrucker auch 20 Stunden läuft. Es war mir dann doch etwas zu viel.
Jens: Und bin dann auch durch Zufall dann auf die WINGS gestoßen. Und das war im Vergleich zu FernUniversität Hagen und auch zur HFH auch wieder komplett anders. Zu diesem damaligen Zeitpunkt, das war dann 2021, da habe ich dann im September dort begonnen. Man hatte aber durch Corona diese Studienform auch etwas geändert. Vorher war es so, dass man Studienskripte hatte und dann immer ein Wochenende im Monat nach Wismar musste und dort dann ein Präsenzwochenende hatte und am Sonntag dann eben die Klausur geschrieben hat. Das haben die dann aber geändert und haben das rein als Online-Studium gemacht.
Jens: Und mich sprach die WINGS an. Also ich konnte erst mit der Hochschule Wismar, mit WINGS, gar nichts anfangen. Weil die WINGS an sich täuscht auch ein Stück weit: Man meldet sich zwar bei der WINGS an, man ist aber normaler Student der Hochschule Wismar, weil die WINGS einfach dieses Fernstudium organisiert für die Hochschule Wismar. Also man ist als ganz normaler Student eingeschrieben, man kriegt auch den Abschluss einer staatlichen Hochschule. Was ich auch wieder spannend fand, weil die HFH, ohne das jetzt negativ zu werten, es gibt aber immer auch in vielen Foren die Meinung, private Hochschulen. Ich fand eben auch dieses Konzept sehr gut, dass man eben dort in einem Fernstudium an einer staatlichen Landeshochschule dann auch sein Studium absolvieren kann.
Christian: Genau, bei WINGS sollte man wissen, das wirkt tatsächlich immer erstmal für viele so ein bisschen verwirrend. Das ist letztendlich eine Ausgründung der Hochschule, ein eigenes Unternehmen, das insbesondere Masterstudiengänge, aber auch Bachelorstudiengänge eigentlich für die Hochschule organisiert und vermarktet. Aber man ist dann formal tatsächlich an der staatlichen Hochschule Wismar eingeschrieben und absolviert dann eben über diese Hochschule die Lehrveranstaltungen beziehungsweise bekommt dann von der Hochschule auch seinen ganz normalen Bachelor- oder Masterabschluss.
Christian: Also du hast dich dann dafür entschieden, den Master Marketing und Vertrieb heißt der glaube ich, dort zu absolvieren. Es ist auch kein reines Fernstudium im klassischen Sinne, es ist halt ein Online-Studium, muss man auch noch mal wissen. Und ja, kannst du uns vielleicht einen kleinen Überblick geben über das, was man da an Studieninhalten absolviert, was man an Inhalten vermittelt bekommt?
Jens: Gut, man beschäftigt sich viel mit Wirtschaftspsychologie, das wird auf der Website der WINGS nicht so ganz klar. Weil ich bin da im Vorfeld dachte, es geht so mehr um den Bereich Vertrieb und auch so um Marketingthemen. Aber dieser Studiengang taucht ganz tief auch in die Wirtschaftspsychologie ein. Also man beschäftigt sich mit Konsumentenverhalten, mit Customer Relationship Management, internationalem Vertrieb und auch vielen Marketingfächern. Das Studium an sich besteht aus vier Semestern, im vierten Semester ist eigentlich das Abschlusssemester, wo man dann auch die Masterarbeit schreibt. Also die Module finden in Semester eins bis drei statt.
Jens: Und es ist dann auch rein online, auch ein ganz anderes Studiumkonzept als in einem Fernstudium an sich. Also bei der HFH kriegt man pro Modul immer seine Studienbriefe, wo man dann lernt und dann auch zielgerichtet auf die Klausur zugeht. Bei der WINGS beziehungsweise bei der Hochschule Wismar läuft es ein bisschen anders: Man kriegt weniger Studienskripte, sondern die Professoren stellen sozusagen die Vorlesungen online, die nehmen die vorher auf. Und man hat dann noch begleitende Literatur, die man auch durch die WINGS zur Verfügung gestellt bekommt. Man hat dann also einen Mix aus Literaturstudium und diesen Vorlesungen und lernt dann eben zielgerichtet dann auch in Richtung Klausur.
Christian: Ja, das klingt auch so, wie das, was sich viele unter dem Fernstudium irgendwie erhoffen, dass man da irgendwelche Vorlesungen hat. Es ist aber in den meisten Fernstudiengängen eigentlich gar nicht so. Also an der IU hast du beispielsweise auch sicherlich Video-Content oder Videoinhalte, aber dann eher so kurze Clips, die die Skripte so ein bisschen ergänzen. Man lernt hauptsächlich mit den Skripten. Und ging es gut, mit diesen Vorlesungen dann zu arbeiten und zu lernen?
Jens: Ja, also ich muss sagen, die WINGS beziehungsweise die Hochschule Wismar gibt sich wirklich sehr, sehr viel Mühe. Man wird intensiv betreut, man hat auch immer regelmäßigen Kontakt auch zu den Professoren, die ja zum größten Teil auch von der Hochschule Wismar sind. Also wenn man noch mal in Richtung HFH schaut, wo man wirklich anonym ist, wo man sich nur rein mit seinen Studienskripten beschäftigt, ist die WINGS und die Hochschule Wismar im Fernstudium eine ganz andere Welt noch mal. Weil man wird intensiv betreut, man ist auch in einem festen Jahrgang drin, also man kennt auch andere Studierende. Man fängt also mit den Studenten an, mit denen man in der Regel dann auch aufhört. Man hat regelmäßige Live-Mentoriate, die dann auch von dem jeweiligen Professor durchgeführt werden. Und man ist eigentlich fast, muss man sagen, wie ein Präsenzstudium halt online. Und das fand ich also sehr spannend.
Jens: Gerade auch der Studiengang Vertrieb und Marketing legt sehr viel Wert auf wissenschaftliches Arbeiten und auch auf empirische Forschung, so dass man sich wirklich intensiv auch mit diesen Themen auseinandersetzen kann.
Christian: Hier zeigt sich auch das Masterstudium, das ist natürlich noch mal was anderes als ein Bachelorstudium. Zum einen ist ein Masterstudium auch an der normalen Präsenz-Universität oder Hochschule in Deutschland immer noch mal sehr viel persönlicher und intensiver. Die Gruppen sind kleiner, es gibt halt immer weniger Masterstudierende. Und dadurch dass man eben auch noch viel mehr ins Thema geht und auch mit wissenschaftlichem Arbeiten, das ist ja dann besonders wichtig auch für die Masterarbeit, da dann noch mal sehr viel mehr einzusteigen. Also Studieninhalte hast du jetzt schon so ein bisschen genannt. Es gibt auch Spezialisierungen, wenn ich das richtig gesehen habe. Was hast du dir da ausgesucht?
Jens: Genau, also da ich ja auch wie gesagt im Vertrieb tätig bin, hatte ich mich dann auch spezialisiert in den Bereich Vertrieb, wo man dann auch noch mal tiefer reingeht. Man beschäftigt sich dann ja auch noch mal mit vertrieblicher Verhandlungsführung, mit Verkaufspsychologie, mit internationalem Vertrieb. Das sind dann da noch mal so Themen, die da stattfinden. In Summe sind es fünf Module, wovon vier Klausuren waren und eine Hausarbeit. Auch da muss man sagen, die WINGS ist auch sehr klausurenlastig. Also man hat im gesamten Studiengang mit der Spezialisierung drei Hausarbeiten, der Rest sind dann eben Klausuren, beziehungsweise zweimal hat man da auch noch eine Projektpräsentation, die man machen muss. Aber doch schon sehr klausurenlastig.
Christian: Ja genau, und du hattest dich dann halt spezialisiert in dem Bereich Vertrieb und konntest dann nach dem dritten Semester im vierten dann auch in Richtung Masterarbeit gehen. Jetzt hast du mir auch im Prinzip die Frage schon beantwortet, die ich noch gestellt hätte: Was gibt's so für Prüfungsleistungen? Hauptsächlich Klausuren hast du gesagt, auch in diesem Masterstudiengang, auch mal eine Hausarbeit und dann natürlich die ganz große Masterarbeit, die man dann auch im letzten Semester schreibt, für die man dann im Prinzip ein ganzes Semester Zeit hat. Eine Frage habe ich jetzt noch zur WINGS: Gab's auch richtige Präsenzveranstaltungen vor Ort, oder lief das alles online ab?
Jens: Nein, es gibt eine Präsenzveranstaltung, und das ist das Modul Marketing- und Vertriebscontrolling, wo man dann nach Wismar fährt. Das ist wahrscheinlich noch aus dem alten Studienkonzept her. Man fährt dann also geschlossen nach Wismar, schreibt dann auch im Anschluss die Klausur. Also ich glaube, das Präsenzmodul startet samstags und geht dann bis Sonntag, und am Sonntag Nachmittag schreibt man dann eben die Klausur. Man könnte das auch online machen, aber wahrscheinlich gehört es noch zum Studienkonzept der WINGS.
Christian: Genau, das ist aber auch das einzige, wo man dann auch in Präsenz zur Hochschule Wismar fährt. Ansonsten findet alles rein online statt, über Videokonferenzen, über Zoom zum Beispiel. Und man muss auch an kein Studienzentrum, es gibt auch keine Studienzentren wie es jetzt an den privaten Fernhochschulen ist. Ja, das klingt auch nach einer sehr positiven Studienerfahrung an dieser Hochschule und auch noch mal ganz anders eigentlich als jetzt an der FernUni Hagen beispielsweise, wo man eben nur mit Skripten lernt, oder auch an der Hamburger Fernhochschule. Im Prinzip hast du alle Studienformate so ein bisschen durchgespielt.
Christian: Aber nach dem Master kannst du ja im Prinzip jetzt nur noch deinen Doktor sozusagen aufsetzen. Gibt's da Pläne irgendwie, hast du da irgendwas in Aussicht, oder konzentrierst du dich jetzt eher auf dein Berufsleben?
Jens: Ja, also ich müsste lügen, wenn ich nicht daran denken würde, sagen wir mal so. Aber dadurch, dass ich jetzt wirklich fast schon 15 Jahre damit beschäftigt war, mich weiterzubilden und weiter zu qualifizieren, ist jetzt dann auch ein Ende wahrscheinlich mal da. Zumal die Promotion dann auch schwierig ist, weil es gibt schon wenig Promotionsstellen, die man dann auch nebenberuflich machen kann. Man müsste dann, da kommen wir dann wieder zurück auch zur FernUniversität Hagen, da schließt sich der Kreis, theoretisch könnte man das da machen als Fernpromotion.
Jens: Es gibt interessanterweise im angelsächsischen Raum den sogenannten DBA, also den Doctor of Business Administration. Den gibt's in Deutschland noch nicht, wird's wahrscheinlich auch niemals geben, weil die Universitäten ja sehr viel Wert auf ihre Promotion legen und solche nebenberuflichen Praxispromotionen eigentlich gar nicht zulassen wollen. Man kann den zwar auch als Deutscher machen, man ist dann eingeschrieben an einer englischen Hochschule, preislich befindet man sich da aber im Bereich von 80 bis 90.000 Euro. Und tief in meinem Herzen hätte ich schon Lust drauf, aber man muss ja dann auch noch mal fünf Jahre in der Regel investieren, intensive Forschungsarbeit zu machen. Und das würde mich jetzt beruflich wahrscheinlich auch nicht weiterbringen. Von daher ist dann auch mit dem Master mein Studienweg beendet.
Christian: Ja genau, ansonsten gibt's ja auch ganz viele andere Möglichkeiten, sich mal so im Laufe seines Berufslebens weiterzubilden, fortzubilden, mit kürzeren Kursen. Muss ja nicht mal gleich dann noch ein Studium sein. Kannst du uns vielleicht ganz zum Schluss noch so ein bisschen mitnehmen auf deinen Lernalltag? Also wie kann man sich das so vorstellen? Ich vermute mal, dass es auch unterschiedlich war in den einzelnen Studiengängen. Oder kannst du vielleicht auch einen Tipp einfach geben, wie man besonders effizient mit Skripten lernt zum Beispiel?
Jens: Ja, also was ich immer gemacht habe, das war eigentlich bei jeder Hochschule, auch angefangen an der FernUni Hagen: Ich habe Studienskripte versucht zusammenzufassen und habe dann halt das gelernt, was ich dann halt zusammengefasst habe. Plus halt immer geguckt, ob ich halt alte Klausuren kriege, um immer ein Gespür zu kriegen, was für Fragen kommen dran, was könnte Schwerpunkt sein. Und das zog sich auch bis zur WINGS durch, dass ich eigentlich immer damit beschäftigt war, dann auch die Vorlesungen zusammenzufassen. Und das war so meine einzige Lernstrategie, die auch erfolgreich war.
Jens: Es gibt natürlich andere, die einen anderen Weg machen, aber gerade wenn man sich mit Studienskripten auseinandersetzt, bietet es sich an, Schwerpunkte, die dort drin gesetzt werden, dann auch mal zusammenzufassen. Und natürlich, was auch gerade wenn man rein mit dem Studienbrief lernen muss oder kann, wie es ja auch an der Hamburger Fernhochschule ist: dass man dann auch die Übungsaufgaben in den Studienbriefen macht. Weil die Chance ist relativ groß, dass in der Klausur ähnliche Aufgabentypen drankommen, und wenn man die dann intensiv durchmacht, dann hat man auch ein gutes Gefühl auch in der Klausur.
Christian: Und dann gehe ich mal davon aus, dass du auch sehr diszipliniert lernst, oder ein disziplinierter Lerner und Arbeiter bist, was das angeht. Gab's auch Motivationslöcher in der Zeit?
Jens: In der FernUniversität Hagen waren dann meine Motivationslöcher, wo ich dann zum einen schlechte Noten teilweise hatte und dann auch durchgefallen bin. Bei der WINGS muss ich sagen, gab es dann schon den einen oder anderen Motivationsknick, weil ich dann einfach auch irgendwann keine Lust mehr hatte, dann noch mal weiterzulernen. Habe mich dann aber selber dann auch wieder motiviert und hab's dann auch durchgezogen.
Jens: Man muss sich ein Stück weit, und da muss ich sagen, da ist die WINGS halt gut, weil man halt im Vergleich auch zur HFH, da man auch die anderen Studenten kennt und da sich auch intensiv austauscht, motiviert man sich dann auch ein Stück weit gegenseitig, und das hilft einem viel, gerade bei so einem Fernstudium. Bei der HFH klar, muss man sich ein Stück weit dann auch durch die Noten, die man dann schreibt, motivieren, wenn sie dann eben gut sind, und dann halt wirklich das Studium dann auch abschließen. Weil am Ende kostet es auch Geld, und was man natürlich investiert, sollte man dann ja auch erfolgreich abschließen.
Christian: Ja, Jens, dann allerherzlichsten Dank dafür, dass du bereit warst, hier deine Erfahrungen mit diesen Hochschulen und mit uns zu teilen, auch deinen Bildungsgang. Wenn sich jemand mit dir näher austauschen möchte, kann man irgendwie mit dir in Kontakt treten?
Jens: Genau, also gerne auf LinkedIn. Du kannst gerne da mein Profil dort posten, und wenn einer Fragen hat, kann er sich gerne an mich wenden. Und dann beantworte ich gerne.
Christian: Wir verlinken das natürlich auch in der Beschreibung beziehungsweise in den Shownotes für diesen Podcast. Also dann vielen Dank für die Teilnahme, und ich wünsche dir noch einen schönen Tag!
Jens: Gleichfalls, danke dir!

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