10.06.2026

IU Hochschule startet flächendeckendes KI-Kompetenzmodell in der Lehre

Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft und Bildungssektor haben am 9. Juni 2026 in Berlin einen deutlichen Handlungsbedarf für die systematische Vermittlung von KI-Kompetenzen betont. Anlass war eine Veranstaltung der IU Internationale Hochschule, bei der das neue Job Readiness Framework vorgestellt wurde. Ziel des Modells ist es, Studierende gezielt auf eine Arbeitswelt vorzubereiten, in der der Umgang mit Künstlicher Intelligenz zum Alltag gehört.

Im Zentrum der Diskussion standen die Anforderungen an Bildungseinrichtungen, KI-Kompetenzen nicht nur als Zusatz, sondern als festen Bestandteil der Ausbildung zu verankern. Johannes Schätzl, digitalpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, hob hervor, dass KI zwar viele Prozesse erleichtert, aber weder Urteilskraft noch Fachwissen oder Verantwortung ersetzen kann. Entscheidend sei, dass Absolvent:innen in der Lage sind, KI-Ergebnisse kritisch zu bewerten und verantwortungsvoll einzusetzen.

Die IU setzt mit dem Job Readiness Framework auf eine messbare und stufenweise Entwicklung von KI-Kompetenzen. Bereits seit April 2026 läuft eine Pilotphase in sieben Projektkursen mit über 800 Studierenden, darunter Fächer wie Unternehmensgründung, Social Entrepreneurship und Agiles Projektmanagement. Bis Ende des Jahres soll das Modell in allen Studiengängen – von IT über Soziale Arbeit bis Design – integriert werden. Damit ist die IU die erste deutsche Hochschule, die ein eigenes KI-Kompetenzmodell systematisch in die Lehre aufnimmt.

Prof. Dr. Kamal Bhattacharya, Prorektor für Forschung und Transfer an der IU, betonte die Bedeutung von Vergleichbarkeit und Überprüfbarkeit: Arbeitgebende benötigen transparente Nachweise über KI-Fähigkeiten, während Studierende von klaren Entwicklungspfaden profitieren. Das Framework ist modular aufgebaut und soll auch anderen Hochschulen oder Organisationen offenstehen.

Die Paneldiskussion zeigte, dass die Vermittlung von KI-Kompetenzen nicht erst im Studium beginnen darf. Dr. Diana Knodel, Geschäftsführerin des EdTech-Anbieters fobizz, plädierte dafür, Lehrkräfte frühzeitig zu befähigen, KI reflektiert im Unterricht einzusetzen. Maria Zerhusen, Head of Research beim HR-Tech-Unternehmen Empion, wies auf den strukturellen Mismatch am Arbeitsmarkt hin: Trotz hoher Akademikerarbeitslosigkeit droht bis 2035 ein Fachkräftemangel von bis zu sieben Millionen, da geforderte und vorhandene Kompetenzen oft auseinanderklaffen. Anpassungsfähigkeit und Lernbereitschaft werden daher zu Schlüsselfaktoren für Beschäftigungsfähigkeit.

Die IU Internationale Hochschule zählt mit rund 130.000 Studierenden zu den größten Bildungsanbietern Deutschlands und hat bereits in der Vergangenheit innovative KI-Lösungen wie den virtuellen Lernassistenten Syntea in die Lehre integriert. Das neue Framework gliedert KI-Kompetenzen in fünf Entwicklungsstufen und setzt auf den Nachweis von Fähigkeiten, die am Arbeitsmarkt nachgefragt werden. Laut einer aktuellen Befragung bewerten über 60 Prozent das IU-Modell als effektiver als etablierte internationale Standards.

Quelle: Pressemitteilung vom 10.06.2026
Fotos: IU Internationale hochschule
Veröffentlicht am von