04.07.2025 🤔1

Großer Publikumswettbewerb um den Titel „Tutor:in des Jahres 2026“ gestartet

Der Bundesverband der Fernstudienanbieter und das Vergleichsportal Fernstudium Direkt haben das diesjährige Online-Voting zum Publikumspreis „Tutor:in des Jahres 2026“ eröffnet. 120 nominierte Tutorinnen und Tutoren stellen sich bis zum 7. August 2025 dem öffentlichen Voting und konkurrieren damit um die Auszeichnung als Deutschlands beliebteste Bezugsperson im Fernstudium. Das Verfahren und die Zielrichtung des Wettbewerbs finden breite öffentliche Aufmerksamkeit und stoßen gleichzeitig auf kritische Nachfragen zur Aussagekraft des Awards.

Laut Mitteilung des Bundesverbands und Fernstudium Direkt werden mit dem Voting zum 40. Jubiläum des Studienpreises nicht allein herausragende Absolventinnen und Absolventen geehrt, sondern gezielt jene Lehrkräfte, die laut Verband einen wesentlichen Beitrag zur Lernmotivation und zum Studienerfolg der Teilnehmenden leisten. „Gerade im Fernstudium sind Tutor:innen oft mehr als nur Lehrende“, erklärte Verbandspräsident Andreas Vollmer. Sie seien persönliche Motivatoren, Wegweiser und echte Möglichmacher.

Für das aktuelle Voting konnten in den Monaten zuvor Tutorinnen und Tutoren von Fernstudierenden und Absolventen nominiert werden. Das Abstimmungsverfahren sieht vor, dass die Nominierten öffentlich mit eigenen Profilen, Fotos, Vorstellungstexten und in manchen Fällen auch Videobotschaften auftreten. Die Wahl erfolgt anschließend durch die Community, wobei die Abstimmenden in den drei Kategorien „Fachliche Kompetenz & Verständlichkeit“, „Unterstützung & Erreichbarkeit“ sowie „Motivation & Engagement“ jeweils zwischen 1 und 5 Sternen vergeben können.

Die Präsentation der Top 10 und der Sondertitel „Wissensnavigator:in 2026“, „Support-Held:in 2026“ und „Motivator:in 2026“ ist für den 11. September 2025 im Rahmen einer öffentlichen Live-Veranstaltung via Zoom angekündigt. Die diesjährige erste Auszeichnung wurde bereits mit Beginn des Votings vergeben: Die IU Internationale Hochschule wird als „Nominierungschampion 2026“ gekürt, da sie mit 46 nominierten Tutorinnen und Tutoren die größte Zahl an Teilnehmenden stellt.

Das offene Abstimmungsverfahren, die öffentliche Sichtbarkeit der Profile und die Flankierung durch Social Media-Kampagnen und Newsletter kennzeichnen laut Verband den Publikumscharakter und die breite Einbindung der Fernstudiencommunity in das Auswahlverfahren. Auch werden die Jurierungskriterien explizit benannt, um der Qualität und Vielfalt der Tutorentätigkeit Rechnung zu tragen.

Gleichzeitig gibt es, wie Branchenbeobachter Christian Wolf von fernstudi.net in einem aktuellen Hintergrundbeitrag darstellt, eine kontroverse Debatte über die tatsächliche Aussagekraft der Auszeichnung. Wolf weist darauf hin, dass der Preis „Tutor des Jahres“ seit seiner Einführung 2012 zwar als Anerkennung für Betreuungsleistung gedacht sei, sich aber in den vergangenen Jahren stark zu einem Beliebtheitswettbewerb mit Marketingcharakter entwickelt habe. Kritiker und Branchenkenner hinterfragen insbesondere, inwiefern das Verfahren objektiv die didaktische Qualität der Tutorinnen und Tutoren messe oder eher von Popularität und Mobilisierungspotenzial der Bildungseinrichtungen beeinflusst werde.

In seinem ausführlichen Debattenbeitrag beleuchtet Wolf das Punktesystem, das neben der Stimmenzahl auch Mittelwerte über die drei Kategorien einbezieht und so kleine Kohorten begünstigen soll. Dennoch erscheine gerade für kleinere und spezialisierte Anbieter die Hürde einer Mindestanzahl von Bewertungen erheblich. Die Öffnung des Nominierungsprozesses auf ein breites Publikum, Social Media-Kampagnen der Anbieter sowie Gewinnspiele für Abstimmende betonten nach Ansicht von Wolf eher die Sichtbarkeits- als die Qualitätsdimension.

Der Wettbewerb ordnet sich außerdem in eine ausdifferenzierte Landschaft von Siegeln und Publikumswettbewerben im Fernstudienbereich ein. Auch Portale wie Fernstudium Direkt selbst, die parallel Kooperationspartner beim Voting sind, vergeben eigene Qualitätssiegel und Rankings. Damit werde, so Wolf, die Trennschärfe zwischen unabhängiger Anerkennung, Marketingaktionen und tatsächlicher Qualitätsmessung erschwert. Er verweist zudem auf einen möglichen Widerspruch zwischen dem proklamierten Qualitätsjahr 2025 des Bundesverbands und dem nur bedingt objektiven Publikumsverfahren des Tutorpreises.

Letztlich, so das Resümee der kritischen Einordnung, bleibe der Preis ein Instrument der Anerkennung und Wertschätzung engagierter Lehrkräfte, dessen realer Aussagewert für die Qualität im Fernunterricht jedoch durch strukturelle und methodische Grenzen limitiert werde. Auch kleinere Reformen wie zusätzliche Einzeltitel änderten vorerst wenig an der grundlegenden Popularitätsorientierung. Die Fachöffentlichkeit diskutiert damit weiterhin, wie echte Qualität im Fernstudium künftig systematisch, objektiv und gleichermaßen sichtbar gemacht werden kann.

Quelle: Pressemitteilung vom 3.7.2025, fernstudienanbieter.de
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Aktualisiert: 20.08.2026 09:03