Kombistudium: Hybrid aus Präsenz und Fernstudium – so geht es 2026 noch
Der Begriff Kombistudium stammt von der IU Internationalen Hochschule. Gemeint ist damit ein Hybrid aus Präsenzveranstaltungen und Fernstudium: Du studierst die meisten Inhalte online von zuhause, besuchst aber regelmäßig Vorlesungen am Campus. Ausgerechnet die IU hat dieses Modell inzwischen eingestampft – das Kombistudium nimmt seit längerem keine neuen Studierenden mehr auf, die Abiturienten-Variante myStudium wurde zum 1. April 2026 ebenfalls eingestellt. Aber das Modell ist damit nicht tot: Mehrere Fernhochschulen bieten heute Hybrid-Formate an – jede mit eigenem Schwerpunkt.
- Kombistudium meint den Mix aus Präsenzveranstaltungen und Fernstudium – nicht die Kombination aus Berufsausbildung und Studium. Das ist ein ganz anderes Modell.
- Die IU Internationale Hochschule nimmt im Kombistudium seit längerem keine neuen Studierenden mehr auf. Das Abiturienten-Modell myStudium wurde zum 1. April 2026 eingestellt.
- Weiterhin aktiv mit Hybrid-Formaten: Hochschule Fresenius (Mixed Mode), FOM (Campus-Studium+ und Digitales Live-Studium), Wilhelm Büchner Hochschule (Flexstudium), Euro-FH (Blended Learning), SRH Fernhochschule und FHM.
- Die Modelle unterscheiden sich deutlich: Abend-Präsenz, Blockwochenenden, Live-Streaming aus TV-Studios oder Präsenz nur an Prüfungszentren.
- Preisspanne: rund 290 bis 600 € pro Monat – meist etwas teurer als ein reines Fernstudium, aber günstiger als ein klassisches Präsenzstudium.
- Was ist ein Kombistudium eigentlich?
- Warum die IU Kombistudium und myStudium eingestellt hat
- Welche Fernhochschulen ein Kombistudium oder Hybrid-Modell anbieten
- Die vier Modelltypen im Überblick
- Für wen sich ein Kombistudium lohnt
- Kosten und Standorte im Überblick
- Häufige Fragen zum Kombistudium
- Kommentare
Was ist ein Kombistudium eigentlich?
Ein Kombistudium verbindet zwei Welten, die bisher getrennt waren: Du bekommst den strukturierten Präsenzkontakt eines klassischen Campusstudiums und gleichzeitig die zeitliche Flexibilität eines Fernstudiums. In der Praxis sieht das so aus: Die meisten Lerninhalte arbeitest du eigenständig mit Skripten und Online-Materialien durch. Parallel besuchst du regelmäßig – wahlweise abends unter der Woche, am Wochenende oder als Blockphase – Vorlesungen, Übungen und Seminare am Campus oder als virtuelle Live-Schaltung.
Wichtig ist die Abgrenzung zu zwei anderen Studienmodellen, die oft im gleichen Atemzug genannt werden:
- Duales Studium: Kombination aus Studium und Berufsausbildung oder Praxisphasen im Unternehmen. Das hat mit einem Kombistudium nichts zu tun – auch wenn Hochschulen wie die FHM für beide Modelle den Begriff Kombi-Studium verwenden.
- Reines Fernstudium: Keine verpflichtende Präsenz, maximale Flexibilität, kein regelmäßiger Kontakt zu Dozierenden oder Mitstudierenden. Klassische Fernhochschulen wie die FernUni Hagen funktionieren so.
- Berufsbegleitendes Präsenzstudium: Abendvorlesungen und Wochenendseminare an einer klassischen Campushochschule, ohne digitalen Selbstlernanteil. Der Unterschied zum Kombistudium: Beim Kombistudium ist der Fernstudium-Anteil der Kern, die Präsenz ergänzt.
Den Begriff Kombistudium hat die IU Internationale Hochschule 2018 eingeführt. Andere Hochschulen nutzen heute eigene Markennamen für ähnliche Modelle: Die Hochschule Fresenius spricht vom Mixed Mode Studium, die Wilhelm Büchner Hochschule vom Flexstudium, die FOM vom Campus-Studium+. Inhaltlich meinen alle dasselbe: eine Mischung aus Präsenz und Fernstudium mit unterschiedlichen Gewichtungen.
Warum die IU Kombistudium und myStudium eingestellt hat
Die IU Internationale Hochschule hat das Kombistudium seit einiger Zeit nicht mehr als offenes Angebot für Neueinschreibungen geführt. Die offizielle Begründung der Hochschule: „Die Nutzung der Präsenzangebote im Kombistudium nimmt kontinuierlich ab, während die Nachfrage nach digitalen Formaten steigt.“ Zum 1. April 2026 folgte der nächste Schritt: Auch das Abiturienten-Studienmodell myStudium, das eine Präsenzkomponente für Schulabsolventen bot, nimmt keine neuen Studierenden mehr auf.
Was das konkret bedeutet:
- Bestehende Studierende sind nicht betroffen: Wer im Kombistudium oder myStudium eingeschrieben ist, kann sein Studium wie gewohnt fortsetzen und abschließen. Die IU verpflichtet sich, das Angebot für die bereits eingeschriebenen Studierenden bis zum Ende aufrechtzuerhalten.
- Neue Studierende müssen umplanen: Wer sich für ein Kombi- oder myStudium interessiert hat, wird von der IU auf die Alternativen Fernstudium oder Duales Studium verwiesen – beides ist formal derselbe IU-Abschluss, aber mit anderem Studienmodell.
- Historische Einordnung: Seit 2018 waren nach IU-Angaben über 3.500 Studierende im Kombistudium eingeschrieben – das Modell war also kein Flop, sondern wurde aktiv nachgefragt. Die Entscheidung zur Einstellung ist eine strategische Weichenstellung, keine Reaktion auf fehlende Nachfrage im Einzelnen.
Der eigentliche Punkt liegt woanders: Die klassische Abend-Präsenz zwei Mal pro Woche – wie sie das alte Kombistudium vorsah – passt für viele Berufstätige nicht mehr zum Alltag. Wer gependelt hat, lange Arbeitswege hatte oder sich das Leben seit Corona anders organisiert, war dankbar für digitale Live-Vorlesungen statt verpflichtender Campus-Abende. Die FOM Hochschule hat diesen Trend früh aufgegriffen, die IU mit dem Rückzug aus dem Kombistudium nachvollzogen. Für Interessierte heißt das: Wer heute einen Hybrid-Mix sucht, findet ihn bei mehreren Anbietern – aber selten im alten Format.
Welche Fernhochschulen ein Kombistudium oder Hybrid-Modell anbieten
Das Kombistudium ist nach dem IU-Ausstieg nicht verschwunden – im Gegenteil. Die meisten großen privaten Fernhochschulen bieten heute eigene Hybrid-Formate an, teilweise unter anderen Namen. Hier die wichtigsten Anbieter im Überblick:
| Hochschule | Modell | Präsenzformat | Preis/Monat |
|---|---|---|---|
| Hochschule Fresenius | Mixed Mode Studium | Abende + 1 Samstag/Monat an 6 Standorten | ab rund 290 € |
| FOM Hochschule | Campus-Studium+ / Digitales Live-Studium | Abend-Präsenz oder Live-Streaming, über 30 Standorte | rund 365–595 € |
| Wilhelm Büchner Hochschule | Flexstudium | Blockwochenenden am Campus Frankfurt | rund 250–400 € |
| Europäische Fernhochschule Hamburg | Blended Learning | Seminare im In- und Ausland (ergänzend) | rund 300–450 € |
| SRH Fernhochschule | Präsenz an Prüfungszentren | Studienzentren in D/A/CH, ergänzend zum Fernstudium | rund 350–450 € |
| Fachhochschule des Mittelstands (FHM) | Kombi-Studium | Präsenzphasen + virtueller Hörsaal + Selbststudium | rund 350–450 € |
Hochschule Fresenius – Mixed Mode Studium
Die Hochschule Fresenius bietet ihr Mixed Mode Studium als klassisches Kombistudium an: Die Module kannst du wahlweise vor Ort oder auf der hauseigenen E-Learning-Plattform studynet absolvieren. Die Präsenzveranstaltungen finden an zwei Abenden unter der Woche (typisch 18:00–21:15 Uhr) sowie an einem Samstag pro Monat (8:00–16:30 Uhr) statt. Klausuren können online oder als Präsenzklausur geschrieben werden. Das Mixed Mode Studium läuft an mehreren Standorten: Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln, München und Wiesbaden. Das Studienangebot ist auf Bachelor-Studiengänge wie Betriebswirtschaftslehre, Medien- und Kommunikationsmanagement und Wirtschaftspsychologie fokussiert.
FOM Hochschule – Campus-Studium+ und Digitales Live-Studium
Die FOM Hochschule ist mit weitem Abstand Deutschlands größter Anbieter für berufsbegleitende Studiengänge und hat ihr Studienmodell in den letzten Jahren konsequent digitalisiert. Heute bietet die FOM zwei parallele Formate an: Im Campus-Studium+ besuchst du klassische Präsenzvorlesungen am Campus und schaltest dich bei Bedarf in digitale Live-Vorlesungen dazu. Im Digitalen Live-Studium nimmst du ausschließlich virtuell an Live-Vorlesungen teil, die aus eigenen TV-Studios der FOM gestreamt werden – mit echter Interaktion zu Dozierenden und Mitstudierenden. Das Besondere: Du kannst semesterweise zwischen beiden Modellen wechseln. Die FOM betreibt über 30 Hochschulzentren in Deutschland, das Studienangebot reicht von BWL über Gesundheits- und Sozialmanagement bis zu Informatik und Künstlicher Intelligenz.
Wilhelm Büchner Hochschule – Flexstudium
Die Wilhelm Büchner Hochschule hat mit dem Flexstudium ein Hybrid-Modell, das explizit auf Berufstätige mit Familie zugeschnitten ist. Der Clou: Die Präsenzveranstaltungen finden als Blockseminare am Wochenende statt – nicht verteilt über die Woche. Das macht es einfacher, Beruf, Familie und Studium unter einen Hut zu bekommen. Der Campus in Frankfurt am Main ist der einzige Präsenzort. Die Wilhelm Büchner Hochschule ist inhaltlich auf Ingenieurwissenschaften spezialisiert (Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik, Mechatronik, Wirtschaftsingenieurwesen), ergänzt durch BWL- und Digitalisierungs-Studiengänge.
Europäische Fernhochschule Hamburg (Euro-FH) – Blended Learning
Die Euro-FH setzt auf ein leichteres Hybrid-Format, das die Hochschule selbst als Blended Learning bezeichnet. Der Kern ist ein klassisches Fernstudium mit Online-Campus, ergänzt durch freiwillige Seminare – teils in Deutschland, teils international (die Euro-FH bietet Seminare auf drei Kontinenten an). Wer regelmäßige Präsenzpflicht sucht, wird hier nicht fündig. Wer aber einen gelegentlichen Präsenz-Intensivtag schätzt und dazu einen internationalen Aspekt sucht, ist an der Euro-FH gut aufgehoben. Studienangebot: Wirtschaft, Logistik, Recht und Management im Bachelor und Master.
SRH Fernhochschule – Präsenz als Ergänzung
Die SRH Fernhochschule (Eigenbezeichnung: The Mobile University) ist im Kern eine klassische Fernhochschule, bietet aber ein ausgebautes Netz von Studien- und Prüfungszentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Laut Eigenangabe bestehen rund 60 bis 70 Prozent des Studiums aus Selbststudium, 20 bis 30 Prozent aus Präsenzveranstaltungen an den Studienzentren und rund 10 Prozent aus E-Campus-Inhalten. Das ist weniger ein klassisches Kombistudium als eine sinnvolle Präsenz-Ergänzung zum Fernstudium – für alle, die den regionalen Kontakt schätzen, ohne echten Campusbetrieb zu brauchen.
Fachhochschule des Mittelstands (FHM) – Kombi-Studium
Die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) bietet ein Kombi-Studium, das Präsenzphasen auf dem Campus mit Live-Vorlesungen im virtuellen Hörsaal und Selbststudium kombiniert. Die FHM ist kleiner als die großen Anbieter, hat aber Standorte in Bielefeld, Köln, Hannover, Rostock, Schwerin und Berlin. Der inhaltliche Fokus liegt auf Wirtschaft, Gesundheit und Sozialwesen. Wichtig: Die FHM verwendet den Begriff Kombi-Studium auch für ihr duales Modell (Studium + Ausbildung) – bei der Auswahl genau auf die Modell-Beschreibung achten.
Die vier Modelltypen im Überblick
Wer die Anbieter vergleicht, merkt schnell: Die Hybrid-Modelle funktionieren sehr unterschiedlich. Im Kern lassen sich vier Typen unterscheiden, und welcher zu dir passt, hängt stark von deinem Alltag ab.
- Modell A – Abend-Präsenz + Fernstudium (klassisches Kombistudium): Zwei Abende pro Woche plus ein Samstag pro Monat am Campus, der Rest Selbststudium. Für Menschen, die in derselben Stadt wie ein Campus wohnen und den Weg nach der Arbeit schaffen. Beispiel: Fresenius Mixed Mode, früher IU Kombistudium.
- Modell B – Live-Streaming als digitale Präsenz: Statt physisch am Campus zu sitzen, schaltest du dich zu festen Zeiten in eine Live-Vorlesung aus dem TV-Studio. Die Interaktion ist real, der Weg entfällt. Für alle, die Präsenz-Charakter und Struktur wollen, ohne pendeln zu müssen. Beispiel: FOM Digitales Live-Studium.
- Modell C – Blockwochenenden + Fernstudium: Wenige, aber intensive Präsenzphasen am Wochenende – typisch ein Block pro Modul oder Semester. Für Menschen mit Familie oder langen Pendelwegen, denen eine klare Trennung zwischen Beruf und Studium wichtig ist. Beispiel: Wilhelm Büchner Hochschule Flexstudium.
- Modell D – Präsenz an Prüfungszentren: Fernstudium mit optionaler Präsenz an Regionalstandorten, vor allem für Prüfungen und Kurzworkshops. Der Hybrid-Anteil ist hier kleiner, aber räumlich verteilt. Für alle, die vor allem Klausuren in Wohnortnähe ablegen und gelegentlich den Austausch suchen wollen. Beispiel: SRH Fernhochschule.
Für wen sich ein Kombistudium lohnt
Ein Hybrid-Studium ist kein universeller Allzweck-Weg – es gibt Profile, für die es sehr gut passt, und andere, für die ein reines Fernstudium oder ein reines Präsenzstudium die bessere Wahl ist.
Passt:
- Berufstätige, die Präsenzkontakt brauchen: Wenn du weißt, dass du ohne feste Termine, Gruppenbindung und regelmäßigen Dozentenkontakt nicht durchziehst, ist ein Kombistudium ein realistisches Sicherheitsnetz gegen den Abbruch.
- Lerntyp mit Präferenz für Austausch: Du lernst besser in Diskussionen, beim Zuhören, im Gespräch? Dann ist der strukturierte Präsenzanteil eines Hybrid-Modells mehr wert als jedes zusätzliche Skript.
- Menschen in einer Campus-Stadt: Wenn du in Berlin, Hamburg, München, Köln oder einer anderen Campus-Metropole wohnst, ist die Anfahrt kein Hindernis. Dann spielt das Kombistudium seine Stärken aus.
- Quereinsteigende ins Studium: Wer nach Ausbildung oder Berufspraxis neu ins Studium kommt und unsicher ist, ob Fernstudium allein funktioniert, bekommt mit dem Kombistudium einen weichen Einstieg.
Passt nicht:
- Vielreisende und Menschen mit wechselnden Einsatzorten: Wenn du beruflich unterwegs bist oder zwischen Städten pendelst, wird die Präsenzpflicht schnell zum Stressfaktor. Hier ist ein reines Fernstudium besser.
- Absolute Flex-Sucher: Wer den MBA in individuellem Tempo und ohne feste Termine machen will, fährt mit reinem Fernstudium besser – ein Kombistudium wird dann zur Zwangsjacke.
- Budget-sensible Studierende: Reines Fernstudium ist oft günstiger als Hybrid-Modelle. Wer aufs Geld achten muss, sollte die Mehrkosten für die Präsenzanteile kritisch prüfen.
- Studierende ohne Campus in Reichweite: Wer mehr als eine Stunde Anfahrt zum nächstgelegenen Campus hat, sollte sich für ein rein digitales Format entscheiden – etwa das FOM Digitale Live-Studium.
Kosten und Standorte im Überblick
Die Preise für ein Kombistudium liegen in einem eng gefassten Bereich zwischen rund 290 und 600 € pro Monat für Bachelor-Studiengänge. Über die gesamte Studiendauer summiert sich das auf rund 13.000 bis 18.000 €, abhängig von Hochschule, Modell und Studiendauer. Zum Vergleich: Ein reines Fernstudium an einer privaten Fernhochschule kostet monatlich meist 200 bis 400 €, ein Präsenzstudium an einer privaten Hochschule 500 bis 800 €. Das Kombistudium liegt preislich also im oberen Drittel des Fernstudium-Markts und bezahlt den zusätzlichen Präsenz-Service mit.
Bei den Standorten ergibt sich ein klares Bild:
- FOM: Mit über 30 Hochschulzentren die mit Abstand dichteste Flächenabdeckung in Deutschland – für die allermeisten Städte in Reichweite.
- Hochschule Fresenius: Konzentration auf Großstädte wie Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln, München und Wiesbaden.
- Wilhelm Büchner Hochschule: Nur ein Campus für das Flexstudium – Frankfurt am Main.
- Euro-FH: International verteilt, ohne festes Campus-Netz in Deutschland.
- SRH Fernhochschule: Rund ein Dutzend Studienzentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
- FHM: Standorte in Bielefeld, Köln, Hannover, Rostock, Schwerin, Berlin.
Zum Thema Finanzierung: Ein Kombistudium ist als Fortbildung oder Zweitstudium in fast allen Fällen steuerlich als Werbungskosten absetzbar. Viele Arbeitgeber beteiligen sich an den Studiengebühren, besonders wenn das Studium einen direkten Bezug zum Job hat. BAföG ist für ein Zweitstudium in der Regel nicht verfügbar – für ein Erststudium an einer staatlich anerkannten privaten Hochschule aber grundsätzlich möglich.
Häufige Fragen zum Kombistudium
Nein. Ein Kombistudium verbindet Präsenzveranstaltungen mit Fernstudium – du studierst, aber ohne feste Ausbildung in einem Betrieb. Ein duales Studium hingegen kombiniert das Studium mit einer parallelen Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen, meist mit festem Arbeitsvertrag. Verwirrend wird es, weil Hochschulen wie die FHM den Begriff Kombi-Studium für beide Modelle benutzen – bei der Auswahl also genau auf die Modellbeschreibung achten.
Laut offizieller Begründung der IU: Die Nutzung der klassischen Präsenzangebote im Kombistudium nimmt ab, während die Nachfrage nach digitalen Formaten steigt. Die IU hat deshalb entschieden, keine neuen Studierenden mehr in Kombistudium und myStudium aufzunehmen. Bestehende Studierende können ihr Studium regulär zu Ende bringen – die IU verpflichtet sich, das Angebot für Eingeschriebene weiterzuführen. Als Alternativen bietet die IU ihr reines Fernstudium und das duale Studium an.
Das kommt darauf an, was du brauchst. Abend-Präsenz (wie beim Fresenius Mixed Mode) ist gut, wenn du den physischen Kontakt, die Pendel-Routine und den klaren Schnitt zwischen Büro und Lernen brauchst. Live-Streaming (wie bei der FOM) ist gut, wenn du die Zeit der Anfahrt sparen willst, aber trotzdem einen festen Termin und echte Interaktion mit Dozierenden brauchst. Die FOM ist das einzige Modell, bei dem du semesterweise zwischen beiden Varianten wechseln kannst.
Ja, meistens. Ein Kombistudium kostet rund 290 bis 600 € pro Monat, ein reines Fernstudium an einer privaten Hochschule liegt eher bei 200 bis 400 €. Der Aufpreis bezahlt die Infrastruktur für die Präsenzveranstaltungen: Campus-Räume, Dozenten vor Ort, Studio-Technik beim Digital-Live-Studium. Wer das Präsenzangebot auch nutzt, bekommt einen klaren Gegenwert – wer die Präsenz nur „falls mal gebraucht“ mitbucht, zahlt drauf.
Das hängt stark von der Hochschule ab. Bei der FOM kannst du semesterweise zwischen Campus-Studium+ und Digitalem Live-Studium wechseln – das ist explizit Teil des Konzepts. Bei der Fresenius kannst du Module wahlweise vor Ort oder online absolvieren. An anderen Hochschulen ist ein Wechsel des Studienmodells meist nur zum Semesterende möglich und muss beantragt werden. Vor der Einschreibung lohnt sich die konkrete Nachfrage beim Studierendensekretariat.
Klassische Kombistudien-Modelle (Fernstudium plus regelmäßige Präsenzveranstaltungen) gibt es an staatlichen Hochschulen praktisch nicht. Die staatlichen Fernhochschulen – allen voran die FernUni Hagen – sind reine Fernstudium-Anbieter mit optionalen Präsenzphasen an Prüfungsorten. Einige staatliche Präsenzhochschulen haben seit Corona hybride Lehrformen eingeführt, das ist aber kein eigenes Studienmodell. Wer einen echten Präsenz-Fernstudium-Mix sucht, kommt um die privaten Fernhochschulen nicht herum.

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