4x Abi abgebrochen: Was mir das fürs Leben gebracht hat (und wie ich es dann doch nachgeholt habe)

Christian Wolf
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Aufs Gymnasium hat man mich direkt nach der 4. Klasse geschickt, weil ich in der Grundschule einer der besten war. Von da an ging es bergab mit meinen Leistungen – und bergauf mit mir als Chaot. Bis ich schließlich in der 10. das Abi das erste Mal abgebrochen habe. Lies weiter, wenn du wissen willst, wie ich insgesamt 4 Mal abgebrochen habe. Und auf welchen Wegen ich dann noch zum Abitur kam und studieren konnte. 

Abiturient ist verzweifelt und schlägt Hände über dem Kopf zusammen
Abi abbrechen: Das kann in die Hose gehen. Das kann aber auch die beste Entscheidung sein. Bei mir was es beides. Warum, schreibe ich in diesem Beitrag.
© lassedesignen/Fotolia

Deshalb habe ich mein Abi insgesamt 4x abgebrochen

Zeugnis
Abgangszeugnis des Gymnasiums 10. Klasse: 2x6, 5x5. Aber eine 2 in Englisch!

Ich habe „Schule abbrechen“ durchgespielt, weil ich habe mein Abitur insgesamt 4x abgebrochen, und später auch mein Studium.

  1. Das erste Mal abgebrochen habe ich in der 10. Klasse. Meine Noten auf dem Gym waren so schlecht, dass ich das 2. Halbjahr währscheinlich nicht bestanden hätte. Ich bin dann in eine 10. Klasse auf die Realschule gewechselt. Dort war ich plötzlich nicht mehr der schmuddelige Bildungsloser wie auf dem Gym, sondern einer der Klassenbesten. Lernen hat wieder Spaß gemacht. So habe ich den Realschulabschluss mit 1,8 gemacht und dann beschlossen, es noch einmal auf dem Gymnasium zu versuchen.
  2. Zurück auf dem Gymnasium war ich auf einmal auch dort einer der besten Schüler. Warum? Weil ich auf der Realschule gelernt hatte, diszipliniert zu lernen. Mitzuarbeiten. Andere mitzuziehen. Und weil man als guter Schüler viel Anerkennung bekommt. In der Oberstufe kamen dann aber die Probleme zurück. Ich hatte ziemlich viel Stress mit Leuten, kiffte mehr und mehr und konnte mich nicht mehr aufs Lernen konzentrieren. Bis ich kurz vor der 12. Klasse von einem Tag auf den anderen einfach nicht mehr zu Schule ging. Ich entschied aus dem Bauch heraus, den zweiten Versuch abzubrechen. Ohne Plan, was ich stattdessen machen würde.
  3. Eins, zwei Wochen später bereute ich es so sehr, dass ich versuchte, auf eine andere Schule in der Stadt zu kommen und weiterzumachen. Weil ich doch unbedingt Geschichte und Germanistik studieren wollte. In den ersten beiden Gymnasien wollte man mich nicht. Auf dem dritten hat dann die Anmeldung geklappt, ein Berufsgymnasium. Der Unterricht ging los. Ich kannte an der Schulen keinen und war auf einmal extrem schüchtern. Und zwar so extrem, dass ich vor der Schule Bauchschmerzen hatte. Bis ich nach etwa 3 Wochen aus dem schmerzenden Bauch heraus entschied, einfach nicht mehr hinzugehen. Ich brach mein Abi das dritte Mal ab.
  4. Ich war verzweifelt. Einerseits empfand ich Schule als Tortur. Das frühe Aufstehen. Referate, Gedichtvorträge und Vorsingen, das war der absolute Hass für einen Chiller wie mich. Andererseit wollte ich unbedingt studieren. Also beschloss ich etwa ein halbes Jahr später, es ein viertes Mal zu versuchen. Und zwar am Abendgymnasium. Die Abendschule war in einer Nachbarstadt. Ich meldete mich an und fuhr etwa mit dem Zug abends in die andere Stadt, um am Unterricht teilzunehmen. Auch dort war ich so schüchtern, dass es nicht auszuhalten war. Und auf das Zugfahren hatte ich keinen Bock. Sodass ich nach etwa einer Woche beschloss, mein Abi das 4. Mal abzubrechen.

Im Nachhinein muss ich Folgendes eingestehen:

Ich war ich ein undisziplinierter, leicht reizbarer und dummer Loser damals.

Ich ließ mich von Bauchentscheidungen treiben, und keiner war da, um mich in den Hintern zu treten. Ich hatte zwar Träume, z.B. Geschichte zu studieren. Aber bekam kaum irgendwas auf die Reihe. Außer kiffen und chillen natürlich.

Woran lag es also, dass ich immer wieder abgebrochen habe?

  • Keine Kraft, keine Ausdauer: Ich war extrem schwach. Und konnte deshalb z.B. nicht mit Stress umgehen. Statt Sport zu treiben, um stark zu werden, war ich ständig am Gras und Bong rauchen, am Zocken und am Chillen mit meinen Kumpels. Mit meinen kaum 18 Jahren war ich körperlich ein Lauch. Ich war so schwach und so müde, dass ich ständig verpennt habe oder mit dem Kopf auf der Schulbank eingeschlafen bin.
  • Null Disziplin, kein Bock auf gar nix: Ich war als Kind zwar nicht unsportlich. Aber auch nicht sonderlich sportlich. Den Handballverein verließ ich nach 1 oder 2 Jahren wieder, als es mit dem Rauchen losging. Als Sportler hätte ich Disziplin lernen können. Hätte mich mal jemand in den Hintern getreten, weiter in den Verein zu gehen. So hatte ich halt irgendwann keinen Bock mehr und chillte stattdessen mit meinen Kumpels.
  • Extreme Schüchternheit: Rückblickend hat mich die ganze Kifferei damals zum schüchternen Hänger gemacht. Ich war ständig bekifft. Auch in der Schule. Und ich hatte keinen Bock, mich mit Erwachsenen, mit Lehrern, und mit den meisten Mitschülern abzugeben. Ich wollte nur mit meinen Kifferfreunden und mit meiner Freundin chillen. Deswegen schwänzte ich die Schule mehr und mehr. Als ich 18 war, schrieb ich mir meine Entschuldigungen dann selbst und schwänzte, sooft ich wollte. Bis ich schließlich anfing, mein gesamtes Leben zu schwänzen. 
  • Depri und Überforderung: Warum ich damals so viel gekifft habe? Rückblickend würde ich sagen, dass ich damit eine Art jugendliche Depression selbst therapieren wollte. Warum und wieso und weshalb, keine Ahnung. Ich hatte vielleicht nie richtig gelernt, wie man effektiv mit Stress umgeht. Und war deswegen von vielem überfordert. Ich war ängstlich und leicht reizbar. Kiffen half mir, das zeitweilig abzuschalten. Weil ich damals nicht wusste, dass Kiffen in so einer Situation alles nur viel schlimmer macht und dass Sport gegen Nervosität und Ängste viel besser hilft. 

Vielleicht fragst du dich jetzt noch, wo meine Eltern die ganze Zeit waren und warum sie dieses bildungstechnische Drama zugelassen haben. Ich bin in einem anderen politischen System geboren – und zwar in der DDR. Zum Mauerfall 1989 war ich gerade 8 Jahre alt. Das war eine extrem stressige Zeit für meine Eltern, meine 2 jüngeren Geschwister und mich. Weil keiner  wusste, wie es weitergeht und was als Nächstes passiert.

Meine Eltern haben damals schlicht Tag für Tag gegen die Arbeitslosigkeit und gegen die drohende Armut angekämpft. Da waren schulischen Leistungen nicht die allergrößte Sorge.

Wie ich mein Abi dann doch nachgeholt habe: Der zweite Bildungsweg

Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife
Mein Abizeugnis. Mathe 5 Punkte, Englisch 14, Physik 1. Durchschnitt 3,6.

2003 hielt ich dann doch triumphierend mein „Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife“ in der Hand. Gesampunktzahl: 344/840. Durchschnittsnote: 3,6. Ich durfte studieren.

Wie war es dazu gekommen?

Nach dem 4. Abbruch war ich natürlich wieder verzweifelt. Zufällig erzählte mir damals einer meiner Kiffer-Kollegen, dass man das Abi auch ganz allein nachholen kann. Man legt dann eine sog. Externenprüfung ab. Man lernt also selbstständig und nimmt nach einer Weile an den Abiprüfungen teil.

Mir war damals sofort klar, dass diese Externenprüfung meine letzte Chance ist, doch noch das verdammte Abi zu machen und endlich studieren zu gehen, wie alle meine Freunde um mich rum. 

Ich informierte mich Tag und Nacht darüber, was ich alles machen muss, um an der Externenprüfung teilzunehmen. Erster Schock: Ich würde in insgesamt 8 Fächern geprüft. 2 Leistungsfächer und 2 Grundfächer schriftlich. 4 Grundfächer mündlich. Das heißt, dass ich quasi alles lernen müsste. Auch Mathe. Und ich müsste eine zweite Fremdsprache lernen, und zwar für eine schriftliche Prüfung. Das könnte nur Russisch sein, weil ich auf dem Gym Russischunterricht hatte.

Die 8 Prüfungen konnte ich auf 2 Jahre aufteilen. 4 Prüfungen im ersten Jahr und 4 Prüfungen im zweiten Jahr. Man hat dann die Prüfungen an einer normalen Schule mit anderen Abiturienten zusammen. Ich meldete mich also für dieses Externenabitur beim Schulamt an und wurde zugelassen. 

Und zusätzlich begann ich den Zivildienst. Damals war das Pflicht, Zivi oder Bund. Und ich hatte Glück, eine Stelle zu bekommen, in der ich immer 1 Woche am Stück Nacht- oder Tagschichten machen konnte und dann eine Woche frei hatte. Perfekt, um nebenher für die Externenprüfungen zu lernen. Und ich konnte mir ein WG-Zimmer leisten und hatte Kohle zum Leben.

Und ich lernte, Freunde. Ich büffelte Tag und Nacht wie ein Tier. Vor allem Mathe war heftig. Aber ich raffte es: Integralrechnung, Differential-Zeug und was man nicht alles lernen muss für Mathe. Ich raffte das alles, bis ich gut genug war, um mich prüfen zu lassen.

2002 hatte ich dann die ersten 4 Prüfungen. Ergebnisse: Deutsch schriftlich 5 Punkte, Mathe schriftlich 4 Punkte (!), Bio mündlich 4 Punkte, Englisch mündlich 14 Punkte. Alles hart an der Grenze. Aber es konnte im nächsten Jahr weitergehen mit den anderen 4 Prüfungen.

Für die letzten 4 Prüfungen zu lernen, das war dann ein Spaziergang im Vergleich zu Mathe. Und wie man an meinem Zeugnis sieht, habe ich die restlichen Prüfungen 2003 dann auch bestanden.

Aber auch nur um 1 Haar! Denn für Physik mündlich hatte ich erste 1 Woche zuvor begonnen zu lernen. Und dann nur 1 Punkt bekommen. Einen Gnadenpunkt. Ohne den und das Wohlwollen der Physik-Lehrer wäre ich durchgefallen. 

Die allerletzte mündliche Prüfung war übrigens Ethik. Der Tag der Prüfung fiel auch noch auf meinen Geburtstag! Ich musste was über Atombomben und Gewissen erzählen, bekam 11 Punkte und wusste, dass ich endlich alles bestanden hatte. Das war einer der glücklichsten Tage meinen Lebens! Endlich was geschafft, endlich was durchgezogen, endlich studieren, from Kiffer-Zero to Uni-Hero. 

Habe ich es bereut, dass ich mein Abi abgebrochen habe?

Jetzt willst du vielleicht wissen, ob es es bereut habe, dass ich mein Abi abgebrochen habe.

Beim ersten Abbruch in der 10. Klasse habe ich es nicht bereut. Im Gegenteil. Das war damals eine gute Entscheidung, weil ich auf der Realschule gesehen habe, dass ich ein sehr guter Schüler sein kann. Die Mittlere Reife mit Durchschnitt von 1,8 hat mir Selbstvertrauen gegeben. Den ersten Abbruch habe ich aber auch nicht aus dem Bauch heraus entschieden, sondern vernünftig mit meinen Eltern zusammen.

Den zweiten Abbruch habe ich allerdings bitter bereut. Ich weiß noch, wie ich an einem Vormittag allein auf irgendeiner Parkbank saß und heulte, weil 2 Gymnasien mich nicht mehr haben wollten. Damals schwor ich mir, es allen zu zeigen. Was ich dann auch getan habe. So gesehen hatte die Reue auch etwas Gutes.

Den dritten Abbruch habe ich nach einer Weile bereut, und auch den vierten. 

Heute bereue ich allerdings nichts mehr davon. Ich war damals zu dumm und zu schwach, um vernünftige Entscheidungen allein zu treffen. Da nützt mir alle Reue nix. 

Was hat es mir fürs Leben gebracht?

Zeugnis
Mittlere Reife mit 1,8: Das erste Mal bewiesen, dass ich auch durchziehen kann.

Das ständige Abbrechen hat mir sehr, sehr viel Ärger, Stress, Angst und Wut eingebracht. 

Zunächst mal hat sich das Abbrechen über die Jahre als Verhaltensmuster verfestigt.

Beispiel:

2003 habe ich meinen Traum wahrgemacht und angefangen zu studieren, nämlich Geschichte und Philosophie. Das Studium habe ich nie abgeschlossen. Nach dem zweiten Semester habe ich die Uni, die Stadt und teilweise die Fächer gewechselt. Nochmal 2 Semester dasselbe. Und dann nochmal.

Ich habe zwar wie ein Besessener gelesen und gelernt. Aber bin an allem Sozialen gescheitert: Kaum Kontakt zu Kommilitonen, kein Bock auf Seminare, kein Bock auf Referate, kein Bock auf Engagement. Und weil ich mich dann nebenher selbstständig gemacht und schnell Kohle verdient habe – auch ohne Abschluss – hat sich das Studium über die Jahre im Sande verlaufen. 

Wenn ich aber was gelernt habe, dann ist es Lernen! Und zwar autodidaktisches Lernen. Alles, was ich heute beruflich und privat mache, habe ich mir auf autodidaktischem Wege angeeignet: 

  • Ich kann sehr gut schreiben, habe sogar mal einen Roman veröffentlicht, und arbeite als Redakteur. Ich kann arbeiten, wo ich will und wann ich will. 
  • Ich kann programmieren sowie Websites und Web-Anwendungen bauen.
  • Ich kann fotografieren und bin als Fotograf tätig.
  • Ich verstehe sehr viele Sprachen. Von Englisch und Russisch und Französisch und Latein und Altgriechisch mal abgesehen. Und von den ganzen Programmier- und Auszeichnungssprachen wie PHP, Javascript, HTML und CSS. Ich verstehe die Sprachen von Anwälten & Ärzten sehr gut. Und die Sprache von Geschäftsführern. Und die von Philosophieprofessoren. Und ich verstehe auch die Sprache von Rappern. Und die von Hartz4-Atzen.

Und ich lerne extrem schnell. Schneller als andere um mich herum. Wenn mich etwas sehr interessiert, dann vertiefe ich mich leidenschaftlich darin, bis ich alles weiß und es beherrsche. Ich bilde mich konstant weiter. Momentan beispielsweise zum Coach.

Der Zickzack-Weg aus einer relativen Armut heraus hat aus mir einen vielseitigen Menschen gemacht. Eine Persönlichkeit. Ich bin unkonventionell und auch zäh. Ich kann mich ausdauernd festbeißen, kann kämpfen. Ich weiß, was Loyalität bedeutet, Zusammenhalt und Familie.

Ich bin stark wie eine ganze Armee geworden. Nur viel agiler als jede Armee es je sein könnte. Ein Bildungs-Guerilla quasi.

Du willst dein Abi abbrechen? Dann rate ich dir das

Wie du siehst, habe ich das Beste aus meinen schlechten Startbedingungen gemacht. Statt mich zum Opfer machen zu lassen, habe ich gelernt, Hindernisse zu überwinden (vor allem mein größtes Hindernis – mich selbst und mein Mindset).

Wenn du jetzt auch dein Abi abbrechen willst, heißt das aber nicht, dass das bei dir genauso funktioniert. Bevor du eine dumme Entscheidung triffst, mach Folgendes: 

  1. Gewinne Zeit. Vielleicht kannst du dich für ein paar Wochen freistellen lassen. Oder krankschreiben lassen. Oder es gibt bald Sommerferien. 
  2. Nutze die gewonnene Zeit zum Spazieren gehen. Zum Nachdenken über alle Optionen, die du hast. Rede mit deinen Freunden und mit deinen Eltern über alle Optionen, die du hast. Geh soviel es geht an die frische Luft und an die Sonne. Fahr Fahrrad, geh Fußball oder Volleyball oder Badminton zocken. Und stell dein Handy ruhig mal für ein paar Stunden in den Flugmodus. All das macht deinen Kopf frei und hilft dir, kluge Entscheidungen zu treffen.  
  3. Entscheide dich, wohin du willst. Welcher Sache du die nächsten 3–5 Jahre all deine Energie widmen willst. Du musst keine Lebensentscheidung treffen. Ein Abitur ist heutzutage keine Entscheidung fürs Leben. Entscheide einfach, was das Wichtigste für die nächsten 3 bis 5 Jahre werden wird.  
  4. Plane deine Entscheidung. Was machst du im ersten Jahr, was im zweiten, was im dritten. Was machst du, wenn dieses und jenes passiert oder dazwischenkommt. Wie wirst du mit Hindernissen umgehen? 
  5. Erst wenn du geplant hast, triff deine Entscheidung. Triff deine Entscheidung wie ein Mann, wenn du einer werden willst. Bzw. wie eine erwachsene Frau, wenn du eine werden willst. Eine einmal getroffene Entscheidung musst du um alles in der Welt durchsetzen, damit du nicht den Respekt dir selbst gegenüber verlierst.
  6. Setze deine Entscheidung um.

Abi abgebrochen – was nun?

Vielleicht hast du jetzt dein Abi schon abgebrochen. Das war mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ein Fehler. Denn du hast dir offensichtlich vor dem Abbruch keine Gedanken macht, wie es nach dem Abbruch weitergehen soll. Du hast aus dem Bauch heraus abgebrochen, wie ich damals.

Das ist aber nicht schlimm. Du hast noch ein ganzes Leben vor dir, und aus Fehlern wirst du natürlich lernen. Ein Abitur ist nicht das Wichtigste auf der Welt, und falls du irgendwann mal studieren willst: Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten, sich auch ohne ein Abi an einer Hochschule einzuschreiben.

Du solltest jetzt Folgendes tun:

  1. Finde Verbündete. Das können besonders schlaue Freunde sein. Das können deine Eltern sein. Das kann auch ein Sachbearbeiter vom Jobcenter sein. Deine Verbündeten sollten in der näheren Umgebung leben. Also Online-Bekanntschaften, Foren-Kumpels, Zocker-Kollegen am anderen Ende der Welt zählen nicht.
  2. Bitte deinen Verbündeten um Rat. Besprich mit deinen Verbündeten, was sie an deiner Stelle machen würden. Und lass dir von deinen Verbündeten Möglichkeiten aufzeigen. Auf dem Jobcenter zeigen Sie dir z.B., was es so für Angebote an Lehrstellen gibt. Oder was für der Möglichkeiten einer überbetrieblichen Ausbildung gibt. Besprich mit allen, was es bringen würde, das Abi doch noch durchzuziehen. Oder die Mittlere Reife zu machen. Lass dich aber von niemandem zu einer Entscheidung drängeln.
  3. Denke nach. Und zwar über Folgende Fragen: Was ist es, was die nächsten 3–5 Jahre mein Lebensmittelpunkt sein soll? Also abgesehen von Familie und Freunden und Freund/Freundin. Wofür brenne ich? Was will ich lernen und können? In welches Thema will ich mich intensiv vertiefen? Was hindert mich daran, es zu tun? Was wäre, wenn ich es tun würde? Was würde ich machen, falls in dieser Zeit etwas Unvorhergesehenes passiert?
  4. Plane eine Entscheidung. Wenn dir klar wird, was du tun willst, plane es bis ins Detail. Du willst dein Abi fortsetzen? Fein, dann schau, ob du in deine Schule zurückkannst, oder ob es andere Möglichkeiten gibt. Du willst eine Ausbildung machen? Dann informiere dich auf dem Jobcenter und Stellenangebote. Vielleicht musst du die Mittlere Reife nachholen. Besprich deinen Plan mit deinen Verbündeten.
  5. Setze deine Entscheidung um. Ohne Wenn und Aber.

Mehr Infos und Beratung

Bevor du irgendwelche Entscheidungen aus dem Bauch heraus triffst, informiere dich bitte ausführlich. Hier ein paar weiterführende Beiträge, die dir weiterhelfen sollen:

Du kannst außerdem unsere Studienberatung nutzen, falls du nicht weiß, wie es weitergehen soll.

 

Abitur Karriere Realtalk

 veröffentlicht vor 1 Monat

Diskussion

anna

hallo, interessanter lebenslauf den ich so und ähnlich kenne. hast du mal nachgedacht ob du eventuell hochbegabt bist? / auf hochbegabung testen lassen? lg anna

Hallo Anna,

nein – ich bin doch das volle Gegenteil von begabt 😂 Als Schüler vor allem sprunghaft, unkonzentriert, reizbar, schnell gelangweilt usw. Wäre ich begabt, hätte ich mir so viele grundlegende Skills wahscheinlich nicht so mühsam aneignen müssen.

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