Dreimal Fernstudium mit dem ILS: Meine Erfahrungen

Sabine
 | 2 Kommentare

Einige Jahre ist es mittlerweile her, dass ich meine drei Fernlehrgänge beim ILS absolviert habe. Rückblickend bin ich mit meinen Entscheidungen damals auch heute noch sehr zufrieden und blicke auf eine sehr positive und lehrreiche Zeit zurück. Aber alles zurück auf Anfang: Heute möchte ich euch mal von meinen Erfahrungen mit dem Fernstudium berichten.

Bei so vielen Fernlehrgängen raucht einem schon mal der Kopf © Piotr Marcinski/Fotolia

Drei Fernlehrgänge nacheinander und parallel: Wie es dazu kam

Der Grundstein wurde bei mir erstaunlicherweise schon in der Grundschule gelegt: Ich wollte aufs Gymnasium – meine Eltern waren aber nicht einverstanden. Ich besuchte also die Realschule, machte einen sehr guten Abschluss, begann eine Berufsausbildung und haderte noch immer ein wenig damit, das Abitur nicht gemacht zu haben (obwohl ich damals keinen konkreten Studienwunsch hatte). Damals fiel in der Familie die Entscheidung, dass ich das Abitur nachholen sollte. Da ich im zweiten Jahr der Ausbildung steckte, wurde ich kurzerhand zum Fernlehrgang Abitur beim ILS angemeldet, weil sich dies problemlos mit der täglichen Arbeit vereinbaren ließ. Ich startete voller Motivation, doch nachdem sich nach etwa einem Jahr die ersten Schwierigkeiten mit dem Stoff einstellten und ich auch durch die Ausbildung genügend anderes im Kopf hatte, ließ ich das Fernabi erst einmal schleifen.

Nach meiner Ausbildung wechselte ich die Arbeitsstelle – ich rutschte durch einen Zufall ins Personalwesen. Da dieser Themenbereich in der Berufsschule nur leicht angekratzt wurde, war schnell klar: Ich brauchte eine Weiterbildung. Und da ich mit Fernlehrgängen schon vertraut war, meldete ich mich wiederum zu einem Fernlehrgang an: Dieses Mal für die Weiterbildung zur Personalfachkauffrau IHK. Das ging eigentlich richtig flott: In nur einem Jahr war ich deutlich schneller als geplant mit dem Stoff fertig und legte die Prüfungen ab. In der mündlichen Prüfung hat es nicht auf Anhieb geklappt (dazu weiter unten noch mehr) und ich musste auf das nächste Jahr warten. Da ich motiviert vom guten Ablauf des Fernlehrgangs auch mein Abiturstudium wiederaufnahm, legte ich im selben Jahr umso erfolgreicher die Abiprüfungen ab.

Ich habe mich deshalb dafür entschieden, gleich noch den Staatlich geprüften Betriebswirt dranzuhängen – jetzt war ich ja schon mal dabei. Im Frühling nahm ich den zweiten (diesmal erfolgreichen) Anlauf der mündlichen Prüfung zur Personalfachkauffrau IHK und im Jahr darauf folgten die Abschlussprüfungen zur Staatlich geprüften Betriebswirtin.

Meine Bewertung des ILS: Kein allgemeingültiges Urteil

Ich habe alle Kurse beim ILS belegt. Das war aber keine bewusste Entscheidung meinerseits – ich startete mit 16 Jahren in das Fernabitur, dementsprechend kümmerten sich damals noch meine Eltern darum. Bei den zwei weiteren Kursen blieb ich dann schlichtweg aus Kostengründen beim ILS – als Bestandskunde bekommt man einen zusätzlichen Rabatt auf die monatlichen Studiengebühren. Meine Erfahrungen mit dem ILS waren insgesamt recht gut, müssen aber auf die Kurse aufgedröselt werden – sie sind nämlich sehr unterschiedlich ausgeprägt.

Das Fernabitur beim ILS: Meine Erfahrungen

Beim Fernabitur gab es aus meiner Sicht einiges zu bemängeln, zum Beispiel:

Die Betreuung durch die Fernlehrer war unterirdisch – Antwortzeiten von sechs bis acht Wochen auf Fachfragen waren keine Seltenheit. Interne Absprachen waren im Studienservice nicht sehr verbreitet – auf Fragen zu Organisation und Ablauf des Fernlehrgangs, der Seminare und der Prüfungen erhielt man sehr oft widersprüchliche Aussagen. Uns wurden damals in den Seminaren falsche Angaben dazu gemacht, welche Themenbereiche für die Prüfung zu lernen waren, weshalb einige unvollständig vorbereitet in die Prüfungen gingen – mit entsprechendem Ergebnis. Die Hefte waren teilweise stark veraltet, vom Umfang her unzureichend (die Prüfungen waren anhand dessen, was man zuvor gelernt hatte, nicht machbar, wenn man nicht zusätzlich weitere Literatur gelesen hat) und gerade in Mathematik mit zu wenigen Übungen versehen. Die Seminare dienten mehr der Motivation. Inhaltlich war es in erster Linie eine laxe Stoffwiederholung. Dafür muss ich aber nicht mit Pauken und Trompeten für eine Woche in Hamburg logieren.

Insgesamt: Es war okay. Ich habe das Abitur geschafft, aber das war nur teilweise ein Verdienst des ILS. Da mein Abschluss schon ein paar Jahre zurückliegt, hoffe ich, dass an den Schwächen mittlerweile gearbeitet wurde.

Die Weiterbildung zur Personalfachkauffrau: Meine Erfahrungen

Die Weiterbildung zur Personalfachkauffrau lief beim ILS sehr reibungslos ab. Der Stoff lehnte sich sehr stark am Lehrplan der IHK an, sodass thematisch das Wichtigste drankam. Obwohl die schriftlichen Prüfungen sehr hohe Durchfallquoten aufweisen, konnte ich damit gut mithalten, ohne großartig Fremdliteratur konsultieren zu müssen.

Aber: Ein großes Manko gab es leider auch hier. Dass ich die mündliche Prüfung ein zweites Mal machen musste, lag nicht an meiner mangelnden Vorbereitung. Ursächlich war dafür, dass die im Prüfungsvorbereitungsseminar mit uns ausgewählten Themen für die Präsentation in der mündlichen Prüfung leider nicht mit dem Lehrplan konformgingen. Das war damals seitens des ILS eine klare Falschinformation. Die Prüfer sagten mir damals, dass ich eine glatte 1 bekommen hätte, wenn die Präsentation nicht eine „Themaverfehlung“ gewesen wäre. Ein halbes Jahr später, mit einem passenden Thema ausgerüstet, habe ich die Note dann tatsächlich bekommen.

Insgesamt: Der Kurs war gut und aktuell, die Betreuung super und wäre nicht dieser Fauxpas mit dem Prüfungsthema gewesen, würde ich ihn uneingeschränkt weiterempfehlen.

Die Weiterbildung zur Staatlich geprüften Betriebswirtin: Meine Erfahrungen

Auch beim Betriebswirt war der Lernstoff gut und aktuell aufbereitet, ich kam damit gut voran. Die Seminare kann ich nur voll loben, denn sie orientierten sich wirklich daran, womit die Schüler noch Probleme und Lücken hatten. Das Prüfungsvorbereitungsseminar zeigte uns genau auf, was wir für die Prüfung können sollten und mit diesen Vorgaben wurden wir auch nicht enttäuscht. Die Betreuung war auch bei diesem Kurs sehr gut, sowohl in Bezug auf die Hausaufgaben als auch auf organisatorische Fragen. Auch bei der Anfertigung der Abschlussarbeit wurden wir vom Fachlehrer sehr gut betreut.

Insgesamt: Für die Weiterbildung zur Staatlich geprüften Betriebswirtin kann ich das ILS uneingeschränkt empfehlen.

Die beruflichen Aussichten: Nicht die steile Karriere, aber ein großer Vorteil

Insgesamt habe ich sechs Jahre lang Fernlehrgänge belegt. Das hat mich sehr viel Zeit, Unmengen von Nerven und einen Großteil meines Privatlebens gekostet. Aber immerhin: Ich war gerade mal 23 Jahre alt, hatte mein Abitur, war Personalfachkauffrau und Staatlich geprüfte Betriebswirtin, hatte eine Berufsausbildung und zu dem Zeitpunkt bereits sechs Jahre Berufserfahrung vorzuweisen.

Ich habe nicht die große Karriere gemacht – aber nicht, weil ich nicht gekonnt hätte, sondern weil mir die Familienplanung dazwischenkam. Ich war zuletzt als Personalreferentin angestellt und hätte durchaus die Chance auf noch höherwertige Stellen gehabt. Mit den Kindern kam bei mir aber dann auch eine berufliche Neuorientierung. Seit mittlerweile fast neun Jahren bin ich als Texterin selbstständig. Ich habe mich auf unternehmensbezogene Themen wie Unternehmensführung, Management, Personalwesen und Recht spezialisiert und genieße dabei das volle Vertrauen meiner Kunden. Ich bin mir sicher, dass mir die Kombination aus einer sehr guten Ausbildung und der parallel erworbenen Berufserfahrung in Auswahlverfahren ebenso wie in Preisverhandlungen einen gewissen Vorsprung sichert. Zudem kommt mir hier natürlich auch das erworbene Fachwissen zu Gute.

Aus meiner Sicht kann ich also sagen: Der große Karrieresprung war es nicht, aber die Weiterbildungen haben mir geholfen, mein Profil zu schärfen und meinen Weg zu machen. Ich genieße es zu wissen, dass ich beruflich tun kann, was ich möchte. Und sollte ich irgendwann doch noch studieren wollen – warum nicht? Die Voraussetzungen dafür sind geschaffen.

Veröffentlicht vor 1 Jahr (aktualisiert vor 10 Monaten). Abgelegt unter ILS, Abitur, Betriebswirt.

Sabine

Sabine Hutter hat ihr Abi mit dem Institut für Lernsysteme nachgeholt und im Anschluss über das ILS eine Ausbildung zur geprüften Betriebswirtin und zur Personalkauffrau IHK absolviert. Sabine arbeitet als freie Redakteurin.

Kommentare und Fragen

Hallo!

Wie muss ich mir bei einem Fernstudium die Prüfungen vorstellen?



Fährt man dazu nach Hamburg und schreibt sie da oder reicht man quasi Hausarbeiten ein die als Prüfung gezählt werden?



LG Dana

fernstudi.net

Mehr Beiträge zum Thema