Wer in Deutschland Auszubildende anleiten will, braucht den Ausbilderschein – offiziell die berufs- und arbeitspädagogische Eignung nach AEVO. Die IHK-Prüfung lässt sich berufsbegleitend per Fernkurs vorbereiten, die günstigsten Anbieter starten bei 520 € Kursgebühr. Dazu kommen rund 170 € IHK-Prüfungsgebühr – insgesamt also ab ca. 690 €.
Auf dieser Seite findest du alle AEVO-Fernkurse im Preisvergleich. Wir rechnen ehrlich: mit Gesamtkosten statt versteckter Prüfungsgebühren, mit klarer Einordnung, wann sich ein Fernkurs lohnt und wann ein Präsenzkurs die bessere Wahl ist.
- Alle Kurse im Überblick
- Wer braucht den Ausbilderschein – und wer nicht?
- Was kostet der Ausbilderschein wirklich? Kurs plus Prüfungsgebühr
- AZAV-Förderung: Ausbilderschein kostenlos per Bildungsgutschein
- So läuft die AEVO-Prüfung ab: schriftlich und praktisch
- Karriere nach dem Ausbilderschein: Vom AdA-Schein zum Weiterbildungspädagogen
- Häufige Fragen
Alle Kurse im Überblick
Wir verzeichnen insgesamt 11 Kurse im Fachbereich Ausbilderschein.
IHK-Ausbildereignungsprüfung
- Hotelfernschule Poppe & Neumann
- 6 Monate
- ab 157 € monatlich
- 2 Kommentare & Fragen
Ausbildung der Ausbilder nach AEVO
- Institut für Lernsysteme
- 6 Monate
- ab 182 € monatlich
- 4 Kommentare & Fragen
Ausbildung der Ausbilder nach AEVO
- Fernakademie für Erwachsenenbildung
- 6 Monate
- ab 165 € monatlich
- 2 Kommentare & Fragen
Ausbildung der Ausbilder (IHK)
- Studiengemeinschaft Darmstadt
- 6 Monate
- ab 199 € monatlich
Ausbildungsleiter/in
- BSA-Akademie
- 3 Monate
- Deutschland, Österreich
- ab 164 € monatlich
Gepr. Aus- und Weiterbildungspädagoge (IHK)
- Institut für Lernsysteme
- 18 Monate
- ab 185 € monatlich
Ausbildung der Ausbilder (IHK)
- Laudius Akademie für Fernstudien
- 7 Monate
- ab 138 € monatlich
Ausbildung der Ausbilder
- IHK-Akademie Koblenz
- 3 Monate
- ab 226 € monatlich
AdA-Schein Vorbereitung
- Deutsches eLearning Studieninstitut
- 4 Monate
- ab 105 € monatlich
Ausbildung der Ausbilder/-innen (AdA)
- DAA-Technikum
- 6 Monate
- ab 92 € monatlich
Ada-Kurs: Ausbilderschein online
- Business & Management Akademie
- 3 Monate
Wer braucht den Ausbilderschein – und wer nicht?
Nach § 28 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) darf nur ausbilden, wer die berufs- und arbeitspädagogische Eignung nachweisen kann. In der Praxis heißt das: Du brauchst den AEVO-Schein (Ausbildereignungsverordnung), bevor du offiziell Azubis in deinem Betrieb anleiten darfst.
Aber nicht jeder braucht ihn:
| Deine Situation | Brauchst du den AEVO-Schein? |
|---|---|
| Fachkraft, die erstmals Azubis betreuen soll | Ja – Pflicht nach BBiG |
| Meisterprüfung geplant oder absolviert | Meist nein – AEVO ist Teil IV der Meisterprüfung und dort integriert |
| Fachwirt-Prüfung (IHK) geplant | Prüfen – Manche Fachwirt-Prüfungen enthalten den AEVO-Nachweis, andere nicht. Kläre das vorab mit deiner IHK |
| Freie Berufe (Ärzte, Anwälte, Steuerberater) | Nein – Eigene Ausbildungsregelungen der Kammern |
| Fachkraft ohne Ausbildungsauftrag | Nein – Nur wer offiziell als Ausbilder eingetragen wird, braucht den Nachweis |
| Karriere in HR/Personalentwicklung angestrebt | Empfohlen – Kein Pflichtschein, aber starkes Signal für Arbeitgeber |
Was kostet der Ausbilderschein wirklich? Kurs plus Prüfungsgebühr
Bei vielen Vergleichen fehlt ein entscheidender Posten: die IHK-Prüfungsgebühr. Sie liegt je nach Kammer bei 150 bis 250 € (Median: ca. 170 €) und kommt immer zur Kursgebühr dazu. Hier die tatsächlichen Gesamtkosten der AEVO-Fernkurse:
| Anbieter | Dauer | Kursgebühr | + Prüfung (~170 €) | Gesamt ab | AZAV |
|---|---|---|---|---|---|
| DeLSt | 4 Mon. | 520 € | ~170 € | ~690 € | – |
| DAA-Technikum | 6 Mon. | 552 € | ~170 € | ~722 € | – |
| IHK-Akademie Koblenz | 3 Mon. | 678 € | ~170 € | ~848 € | – |
| Hotelfernschule Poppe & Neumann | 6 Mon. | 942 € | ~170 € | ~1.112 € | – |
| Laudius | 7 Mon. | 972 € | ~170 € | ~1.142 € | – |
| FEB | 6 Mon. | 990 € | ~170 € | ~1.160 € | AZAV |
| ILS | 6 Mon. | 1.092 € | ~170 € | ~1.262 € | AZAV |
| SGD | 6 Mon. | 1.194 € | ~170 € | ~1.364 € | AZAV |
Zahlt dein Arbeitgeber? Wenn dein Betrieb dich als Ausbilder:in einsetzen will, übernimmt er in vielen Fällen die Kursgebühr – schließlich braucht das Unternehmen den Nachweis, um überhaupt ausbilden zu dürfen. Sprich das Thema aktiv an und lege deiner Personalabteilung ein konkretes Angebot vor. Manche Arbeitgeber bevorzugen den kurzen IHK-Präsenzkurs, andere den Fernkurs, weil du dabei nicht eine Woche am Stück fehlst.
Fernkurs oder IHK-Präsenzkurs – wann lohnt sich was?
Die IHK-Präsenzkurse kosten in der Regel 500 bis 700 € und dauern nur etwa 5 Tage (Vollzeit). Sie sind damit günstiger und schneller als ein Fernkurs. Warum also überhaupt einen Fernkurs wählen?
| Fernkurs | IHK-Präsenzkurs | |
|---|---|---|
| Kosten | 520–1.194 € + Prüfung | 500–700 € + Prüfung |
| Dauer | 3–7 Monate (berufsbegleitend) | 5 Tage (Vollzeit) oder 2–4 Wochen (Teilzeit) |
| Geeignet für | Berufstätige ohne Möglichkeit, eine Woche am Stück freizunehmen | Alle, die schnell fertig werden wollen und sich freinehmen können |
| Förderung | AZAV-Kurse über Bildungsgutschein förderbar | Je nach IHK ebenfalls förderbar |
| Betreuung | Tutoren per E-Mail/Telefon, längere Betreuungszeit | Direkter Kontakt zu Dozenten, sofortige Rückfragen |
Unsere Einschätzung: Wenn du eine Woche Urlaub nehmen oder freigestellt werden kannst, ist der IHK-Präsenzkurs meist die bessere Wahl – günstiger, schneller, direkter Austausch. Der Fernkurs lohnt sich vor allem, wenn du neben dem Job lernen musst, im Schichtdienst arbeitest oder einen AZAV-förderfähigen Kurs brauchst. Wenn es besonders schnell gehen soll: Die IHK-Akademie Koblenz bietet einen 3-Monats-Fernkurs, das DeLSt einen 4-Monats-Kurs – beides die kürzesten Optionen. Die großen Fernschulen (ILS, SGD, FEB) bieten in der Regel 4 Wochen kostenloses Testen – du kannst den Kurs starten und bei Nichtgefallen ohne Kosten kündigen.
Branchenhinweis: Die Hotelfernschule Poppe & Neumann richtet sich speziell an Fachkräfte aus Gastronomie und Hotellerie – die Beispiele und Unterweisungsszenarien im Kurs stammen aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe.
AZAV-Förderung: Ausbilderschein kostenlos per Bildungsgutschein
Drei AEVO-Fernkurse sind AZAV-zertifiziert und können über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit zu 100 % gefördert werden:
- Ausbildung der Ausbilder nach AEVO – bei der FEB (990 €), beim ILS (1.092 €) und bei der SGD (1.194 €)
- Gepr. Aus- und Weiterbildungspädagoge (IHK) – beim ILS (3.330 €)
Voraussetzung: Du bist arbeitslos, von Arbeitslosigkeit bedroht oder in Kurzarbeit. Dein:e Arbeitsvermittler:in entscheidet über die Bewilligung. Die Prüfungsgebühr der IHK wird in der Regel ebenfalls übernommen.
Tipp für Arbeitssuchende: Der Ausbilderschein verbessert deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt spürbar – Unternehmen suchen Fachkräfte, die auch ausbilden dürfen. Argumentiere gegenüber deiner Arbeitsvermittlung, dass der AEVO-Schein dein Bewerberprofil erweitert und dich für eine breitere Palette an Stellen qualifiziert.
Aufstiegs-BAföG kommt für den AEVO-Schein allein nicht infrage, da es sich um keine Aufstiegsfortbildung im Sinne des AFBG handelt. Wohl aber für den Gepr. Aus- und Weiterbildungspädagogen (IHK) – hier erhältst du bis zu 75 % der Lehrgangsgebühren als Zuschuss, unabhängig von Einkommen und Vermögen.
So läuft die AEVO-Prüfung ab: schriftlich und praktisch
Die Ausbildereignungsprüfung besteht aus zwei Teilen. Beide müssen bestanden werden. Wichtig: Du meldest dich direkt bei deiner lokalen IHK zur Prüfung an – nicht beim Fernkursanbieter. Die Prüfung findet vor Ort bei der IHK statt, unabhängig davon, wo du den Kurs gemacht hast.
Schriftliche Prüfung
- Format: 80 Multiple-Choice-Fragen (programmierte Aufgaben)
- Dauer: 180 Minuten
- Bestanden: Ab 50 von 100 Punkten
- Inhalte: Die vier Handlungsfelder der AEVO (siehe unten)
Praktische Prüfung
- Format: Präsentation oder Durchführung einer Ausbildungssituation + Fachgespräch
- Dauer: Insgesamt max. 30 Minuten
- Ablauf: Du wählst eine berufstypische Ausbildungssituation, bereitest ein Unterweisungskonzept vor und präsentierst es vor dem Prüfungsausschuss
- Praxis-Tipp: Wähle eine Ausbildungssituation aus deinem eigenen Berufsalltag – das macht die Präsentation authentischer und die Rückfragen im Fachgespräch deutlich leichter
Die vier Handlungsfelder der AEVO
| Handlungsfeld | Inhalt |
|---|---|
| 1. Ausbildungsvoraussetzungen prüfen | Ausbildungsberufe, rechtliche Rahmenbedingungen, Eignung des Betriebs |
| 2. Ausbildung planen | Ausbildungsplan erstellen, Kooperation mit Berufsschule, Lernorte |
| 3. Ausbildung durchführen | Lernförderung, Methodik, Leistungsbeurteilung, Konflikte |
| 4. Ausbildung abschließen | Prüfungsvorbereitung, Zeugnisse, Übernahme, Weiterbildung |
Alle AEVO-Fernkurse auf dieser Seite bereiten auf beide Prüfungsteile vor – inklusive Unterweisungskonzept für den praktischen Teil. Die Fernkurse bei ILS, FEB und SGD beinhalten zusätzlich ein Präsenzseminar zur Prüfungsvorbereitung.
Karriere nach dem Ausbilderschein: Vom AdA-Schein zum Weiterbildungspädagogen
Der AEVO-Schein ist für viele der erste Schritt. Wer sich beruflich in Richtung Ausbildung und Personalentwicklung spezialisieren will, hat einen klaren Aufstiegspfad:
| Stufe | Abschluss | DQR | Dauer | Gehalt (brutto/Jahr) |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Ausbilderschein (AEVO) | – | 3–6 Mon. | Qualifikationszuschlag, kein eigenes Berufsbild |
| 2 | Gepr. Aus- und Weiterbildungspädagoge (IHK) | 6 (= Bachelor) | 18 Mon. | 40.000–60.000 € |
| 3 | Gepr. Berufspädagoge (IHK) | 7 (= Master) | 18–24 Mon. | 50.000–70.000 € |
Der Aus- und Weiterbildungspädagoge (IHK) ist auf dieser Seite als Fernkurs beim ILS verfügbar (18 Monate, 3.330 €, AZAV-förderfähig). Er richtet sich an erfahrene Ausbilder:innen, die Ausbildungsprozesse strategisch planen und die Personalentwicklung im Unternehmen gestalten wollen. Voraussetzung ist in der Regel der AEVO-Schein plus mehrjährige Berufserfahrung.
Wenn dich der Bereich Personalwesen und HR insgesamt interessiert, findest du dort weitere Kurse von der Personalfachkauffrau bis zum HR-Manager.
Häufige Fragen
Ja. Es gibt keine Pflicht, einen Kurs zu besuchen – du kannst dich direkt bei deiner IHK zur Prüfung anmelden. Allerdings ist die Prüfung anspruchsvoller, als viele erwarten: Die 80 MC-Fragen decken vier Handlungsfelder ab, und der praktische Teil verlangt ein didaktisch sauberes Unterweisungskonzept. Ohne Vorbereitung ist die Durchfallquote deutlich höher. Wenn du Geld sparen willst, ist der günstigste Fernkurs (DeLSt, 520 €) wirtschaftlicher als eine Wiederholungsprüfung.
Ja. Die bestandene AEVO-Prüfung gilt lebenslang und muss nicht erneuert werden. Es gibt keine Auffrischungspflicht und keine Rezertifizierung. Auch wenn du den Schein vor 20 Jahren gemacht hast und seitdem nicht ausgebildet hast, bleibt er gültig.
Der Lernstoff ist bei allen AEVO-Kursen identisch – er basiert auf dem bundeseinheitlichen AEVO-Rahmenplan. Die Preisunterschiede ergeben sich aus Betreuungsdauer, Lernmaterial (gedruckte Studienhefte vs. rein digital), Präsenzseminaren und AZAV-Zertifizierung. ILS, FEB und SGD bieten zusätzliche Präsenzseminare und sind AZAV-zertifiziert – wer einen Bildungsgutschein nutzen will, braucht genau diese Zertifizierung. Wer selbst zahlt und rein digital lernen möchte, fährt mit DeLSt oder DAA-Technikum günstiger.
Alle drei Begriffe meinen dasselbe: die bestandene Ausbildereignungsprüfung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO). „AdA“ steht für „Ausbildung der Ausbilder“ – so heißen die meisten Vorbereitungskurse. „Ausbilderschein“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung. Der offizielle Nachweis ist das IHK-Zeugnis über die bestandene AEVO-Prüfung.



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