Technischer Fachwirt per Fernkurs: Raus aus der Werkshalle

IHK-Lehrgänge ab 139 €/Mon. – Kosten, Prüfungsablauf und Karrierechancen
 · Letzte Aktualisierung 30.04.2026

Du willst raus aus der reinen Facharbeit und Verantwortung übernehmen – aber dich nicht auf eine Fachrichtung wie beim Industriemeister festlegen? Der Technische Fachwirt (IHK) ist der einzige Fachwirt, der kaufmännisches und technisches Wissen auf DQR-Stufe 6 vereint, gleichwertig mit dem Bachelor.

Mehrere Fernschulen bereiten dich ab 139 €/Mon. auf die IHK-Prüfung vor, und über Aufstiegs-BAföG bekommst du bis zu 75 % der Kosten erstattet.

Alle Kurse im Überblick

Wir verzeichnen insgesamt 6 Kurse im Fachbereich Technischer Fachwirt.

Förderbar!
Aufstiegsfortbildung, IHK-Abschluss
  •  Institut für Lernsysteme
  •  28 Monate
  • ab 219 € monatlich
Förderbar!
Aufstiegsfortbildung, IHK-Abschluss
  •  Deutsches eLearning Studieninstitut
  •  24 Monate
  •  online
  • ab 140 € monatlich
Förderbar!
Aufstiegsfortbildung, IHK-Abschluss
  •  Studiengemeinschaft Darmstadt
  •  28 Monate
  • ab 243 € monatlich
Förderbar!
Aufstiegsfortbildung, IHK-Abschluss
  •  Fernakademie für Erwachsenenbildung
  •  28 Monate
  • ab 178 € monatlich
Förderbar!
Aufstiegsfortbildung, IHK-Abschluss
  •  Europäischer Hochschulverbund
  •  28 Monate
  • ab 139 € monatlich
Förderbar!
Aufstiegsfortbildung, Zertifikat
  •  Institut für Lernsysteme
  •  18 Monate
  • ab 219 € monatlich

Technischer Fachwirt oder Industriemeister – was passt besser?

Beide Abschlüsse stehen auf DQR-Stufe 6 und qualifizieren dich für Führungspositionen in der Industrie. Der Unterschied liegt im Profil:

 Technischer FachwirtIndustriemeister
Fokus Technik + BWL (generalistisch) Eine Fachrichtung (z. B. Metall, Elektro)
Prüfungsteile 3 (WBQ + TQ + HSQ) 2 (BQ + HQ)
Dauer (Fernkurs) 24–28 Mon. Ca. 21–30 Mon. (je nach Fachrichtung)
Zielgruppe Facharbeiter, die zwischen Technik und Management vermitteln wollen Facharbeiter, die in ihrer Branche aufsteigen wollen
Typische Position Teamleiter Produktion, techn. Einkauf, Arbeitsvorbereitung Meister einer Abteilung, Produktionsleiter
Kosten (Fernkurs) Ab 3.600 € Ab 3.500 € (je nach Fachrichtung)
Aufstiegs-BAföG Ja, bis 75 % Ja, bis 75 %

Kurz gesagt: Willst du dich breit aufstellen und in verschiedenen Abteilungen einsetzbar sein, ist der Technische Fachwirt die bessere Wahl. Willst du Meister in deinem Fachgebiet werden, passt der Industriemeister.

Was kostet der Technische Fachwirt per Fernkurs?

Die Gesamtkosten der 5 Fernlehrgänge liegen zwischen 3.600 € und knapp 6.900 €. Dazu kommen die IHK-Prüfungsgebühren.

AnbieterGesamtkostenMonatlichDauerAZAV
DeLSt 3.600 € 150 € 24 Mon. Ja
EHV 3.892 € 139 € 28 Mon. Nein
ILS 4.984 € 178 € 28 Mon. Ja
FEB 4.984 € 178 € 28 Mon. Nein
SGD 6.813 € 243 € 28 Mon. Ja

Zusätzlich zahlst du IHK-Prüfungsgebühren von ca. 400–740 €. Der Technische Fachwirt hat 3 Teilprüfungen – deshalb liegen die Gebühren höher als bei anderen Fachwirten mit nur 2 Teilen. Die genaue Höhe legt deine zuständige IHK fest.

Warum die Preisunterschiede? DeLSt und EHV setzen auf rein digitale Lehrgänge ohne Präsenzseminare – das spart Kosten. ILS und FEB bieten ergänzende Seminartage an. Die SGD ist mit über 6.800 € der teuerste Anbieter, enthält dafür aber umfangreiche Präsenzphasen und gedrucktes Studienmaterial.

Welcher Anbieter passt zu dir? Als Schichtarbeiter bist du auf maximale Flexibilität angewiesen. Die rein digitalen Kurse von DeLSt und EHV haben keine festen Seminartermine, die mit deinem Schichtplan kollidieren könnten. Wenn du dagegen den Austausch mit anderen Teilnehmern in Präsenzseminaren schätzt und dein Arbeitgeber dich dafür freistellt, profitierst du bei ILS oder SGD von begleiteten Lerngruppen.

Tipp: Alle Fernschulen bieten eine kostenlose Testphase von bis zu 4 Wochen an. Du kannst also einfach starten, das Material und den Online-Campus ausprobieren und ohne Kosten wieder kündigen, wenn es nicht passt.

Lernaufwand: Plane ca. 10–15 Stunden pro Woche ein. Wenn du im Schichtbetrieb arbeitest: Nach der Frühschicht (z. B. 6–14 Uhr) hast du den produktivsten Lernblock – nutze die Nachmittage für 2–3 Stunden konzentriertes Lernen. In Spätschicht-Wochen lernst du vormittags, in Nachtschicht-Wochen machst du nur Wiederholungen oder pausierst ganz. Die meisten Fernschulen bieten eine kostenlose Verlängerung um bis zu 14 Monate – rechne also ruhig mit Puffer.

Arbeitgeber einbinden: Viele Industrieunternehmen übernehmen einen Teil der Kursgebühren oder stellen dich für Prüfungstage frei. Sprich deinen Vorgesetzten oder die Personalabteilung an – ein Technischer Fachwirt im Team ist auch für den Arbeitgeber ein Gewinn.

Aufstiegs-BAföG: Bis zu 75 % Zuschuss auf die Kursgebühren

Das Aufstiegs-BAföG (früher „Meister-BAföG“) fördert alle IHK-Fachwirt-Lehrgänge – unabhängig vom Einkommen und Alter. So funktioniert die Förderung am Beispiel des ILS-Kurses (4.984 €):

PositionBetrag
Kursgebühren 4.984 €
Davon 50 % Sofortzuschuss (geschenkt) −2.492 €
Restdarlehen 2.492 €
Davon 50 % Darlehenserlass bei Bestehen −1.246 €
Effektive Eigenkosten 1.246 €

Du zahlst also effektiv nur rund 25 % der Kursgebühren selbst. Beim günstigsten Anbieter (DeLSt, 3.600 €) wären das nur 900 € Eigenanteil.

Die IHK-Prüfung: 3 Teile, die du kennen musst

Der Technische Fachwirt ist der einzige IHK-Fachwirt mit 3 Teilprüfungen. Das macht ihn anspruchsvoller, aber auch vielseitiger als andere Fachwirte.

Teil 1: Wirtschaftsbezogene Qualifikationen (WBQ)

Vier schriftliche Klausuren zu VWL/BWL, Rechnungswesen, Recht/Steuern und Unternehmensführung. Dieser Teil ist identisch mit der WBQ beim Wirtschafts- und Industriefachwirt.

Teil 2: Technische Qualifikationen (TQ)

Vier schriftliche Klausuren zu naturwissenschaftlichen Grundlagen, technischer Kommunikation und Werkstofftechnologie, Fertigungs- und Betriebstechnik sowie Informations- und Kommunikationstechnik. Hier zeigt sich der Unterschied zu rein kaufmännischen Fachwirten.

Teil 3: Handlungsspezifische Qualifikationen (HSQ)

Eine situationsbezogene Aufgabenstellung plus ein Fachgespräch mit Präsentation. Ein typisches Szenario: Du bekommst den Auftrag, eine Produktionsumstellung zu planen – inklusive Kosten-Nutzen-Analyse, technischer Machbarkeit und Personalplanung. Hier verbindest du alles, was du in WBQ und TQ gelernt hast.

Reihenfolge: WBQ und TQ kannst du unabhängig voneinander und auch parallel ablegen. Für die HSQ musst du beide vorherigen Teile bestanden haben – plane also die HSQ als letzten Prüfungsteil ein.

Die meisten IHKs bieten die Prüfungen zweimal pro Jahr an (Frühjahr und Herbst). Plane deine Prüfungstermine frühzeitig – die Anmeldefristen liegen oft 3 Monate vor dem Prüfungstermin.

Die Bestehensquote liegt bei rund 68 %. Wenn du einen Teil nicht bestehst, kannst du ihn maximal 2-mal wiederholen – bereits bestandene Teilprüfungen bleiben gültig. Du musst also nicht alles von vorn machen.

Voraussetzungen: Wer darf die Prüfung ablegen?

Die IHK lässt dich zur Prüfung zu, wenn du einen der folgenden Wege erfüllst:

  • Technische Ausbildung + 1 Jahr Berufspraxis – z. B. Industriemechaniker, Elektroniker, Mechatroniker, Werkzeugmacher
  • Kaufmännische Ausbildung + 1 Jahr Berufspraxis – z. B. Industriekaufleute, die in technische Führung wollen
  • Ohne Ausbildung + mindestens 4 Jahre Berufspraxis – die Praxis muss wesentliche Bezüge zu industriellen Tätigkeiten haben

Die Zulassung zur IHK-Prüfung beantragst du direkt bei deiner zuständigen Industrie- und Handelskammer – nicht bei der Fernschule. Tipp: Kläre die Zulassung vor Kursbeginn, damit es später keine Überraschungen gibt.

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Gehalt und Karriere nach dem Technischen Fachwirt

Als Facharbeiter in der Industrie verdienst du typischerweise 30.000–38.000 € brutto im Jahr. Mit dem Technischen Fachwirt steigst du in den Bereich von 36.000–48.000 € brutto. Wie groß dein persönlicher Sprung ausfällt, hängt vor allem davon ab, welche Position du danach übernimmst: Ein Teamleiter in der Automobilindustrie landet eher am oberen Ende, in einem kleinen Handwerksbetrieb eher am unteren. Rund 60 % der Absolventen berichten von einer Gehaltssteigerung von mindestens 500 € pro Monat.

Typische Positionen nach dem Abschluss:

  • Teamleiter Produktion – Führung von Fertigungsteams
  • Arbeitsvorbereitung – Planung und Optimierung von Produktionsabläufen
  • Technischer Einkauf – Beschaffung mit technischem Sachverstand
  • Qualitätsmanagement – Prozessqualität sicherstellen
  • Projektleitung – Schnittstelle zwischen Technik und Management

Dein großer Vorteil: Du sprichst beide Sprachen – die der Ingenieure und die der Kaufleute. Das macht dich zur idealen Besetzung an Schnittstellen, die reine Meister oder reine Fachwirte nicht abdecken.

Wie geht es weiter? Nach dem Technischen Fachwirt kannst du den Technischen Betriebswirt (IHK) anschließen – er steht auf DQR-Stufe 7 (Master-Niveau) und baut direkt auf deinem Fachwirt auf. Alternativ ermöglicht dir der DQR-6-Abschluss den Zugang zu einem berufsbegleitenden BWL-Studium, an manchen Hochschulen sogar ohne Abitur.

Die Regelstudienzeit liegt bei den meisten Fernschulen bei 28 Monaten. Beim DeLSt sind es 24 Monate. Alle Anbieter bieten eine kostenlose Verlängerung an, falls du mehr Zeit brauchst – je nach Anbieter um bis zu 14 Monate.

Ja, der Fernkurs ist genau dafür konzipiert. Du lernst flexibel und ohne feste Unterrichtszeiten. Plane ca. 10–15 Stunden pro Woche ein. Erfahrene Schichtarbeiter empfehlen, die freien Tageblöcke für konzentrierte Lerneinheiten zu nutzen, statt jeden Abend nach der Spätschicht noch eine Stunde dranzuhängen.

Der Technische Fachwirt steht auf DQR-Stufe 6 (Bachelor-Niveau), der Technische Betriebswirt auf DQR-Stufe 7 (Master-Niveau). Der Betriebswirt baut auf dem Fachwirt auf und vertieft strategisches Management. Du kannst den Betriebswirt nach dem Fachwirt als nächsten Karriereschritt anschließen.

Ja. Der Technische Fachwirt ist ein bundesweit anerkannter IHK-Abschluss auf DQR-Stufe 6. Besonders in der Industrie wird er geschätzt, weil er technisches und kaufmännisches Wissen kombiniert – genau das, was an Schnittstellen zwischen Produktion und Verwaltung gebraucht wird.

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