Private Hochschule oder staatliche Hochschule: Welche eignet sich für wen fürs Studium?

Was spricht eigentlich für ein Studium bzw. Onlinestudium an einer staatlichen Hochschule, was spricht für das Studium an einer Privathochschule? In diesem Video diskutiert Christian die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen staatlichen Unis bzw. Fachhochschulen und privaten Hochschulen. Was für Karrieremöglichkeiten bieten staatliche und private Hochschulen, wie ist die Qualität der Studiengänge, was sind die Unterschiede in der Betreuung?

Inhalt:

00:00 Schönen guten Tag
01:44 Kosten & Studiengebühren
04:17 Betreuung
08:18 Bekanntheit bei Arbeitgebern
10:54 Voraussetzungen & Anerkennung von Vorleistungen
13:18 Qualität
15:36 Studienunterlagen & Digitalisierung
18:25 Politik & Zeitgeist

Weiterführend:
👉 Alle Privathochschulen in Deutschland: privathochschulen.net/hochschulen
👉 Alle Hochschulen mit Fernstudiengängen in Deutschland: fernstudi.net/fernhochschulen


Studienberatung:

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Transkript

Schönen guten Tag. In diesem Video will ich mal so ein ganz kleines bisschen den Unterschied zwischen staatlichen und privaten Hochschulen diskutieren. Man bekommt auch ab und zu die Frage gestellt auf diesem Channel und auf fernstudi.net: Was ist jetzt besser, ein Studium an einer staatlichen Hochschule oder ein Studium an einer privaten Hochschule? Wie sieht es aus mit der Anerkennung von Arbeitgebern, was sind so die großen Unterschiede, erst mal von den Kosten abgesehen, und für wen eignet sich welche Form der Hochschule besser? Und das Ganze diskutiere ich jetzt mal hier in diesem Video unter ganz vielen verschiedenen Aspekten.

So, Freunde, bevor wir hier einsteigen, kleiner Tipp: Ihr habt auf fernstudi.net eine Übersicht über alle Hochschulen in Deutschland, die Fernstudiengänge anbieten. Ich verlinke euch das in der Beschreibung von diesem Video. Ihr seht, es werden momentan 82 Hochschulen im Verzeichnis geführt, da könnt ihr einfach mal filtern, könnt euch mal genauer angucken: Was gibt es so für staatliche Hochschulen, was gibt es für private Hochschulen als Anbieter von Fernstudiengängen?

Und dann verlinke ich euch noch eine andere Seite, nämlich privathochschulen.net. Da habt ihr eine Übersicht über alle privaten Hochschulen in Deutschland und eigentlich das gesamte Studienangebot an diesen Hochschulen. Ihr seht, 94 Fachhochschulen und 22 Unis sind momentan hier in diesem Verzeichnis. Daran seht ihr auch: Es gibt gar nicht so viele private Universitäten. Und die könnt ihr auch alle hier recherchieren, könnt euch genau angucken, was die für ein Studienangebot bieten.

Die Kosten

Aber der erste Aspekt, den wir uns jetzt mal genauer angucken möchten, ist der offensichtlichste, nämlich die Kosten. Weil da liegen häufig Welten dazwischen zwischen dem, was man an einer staatlichen Hochschule für sein Studium zahlt, und dem, was man an einer privaten Hochschule für sein Studium zahlt – zumindest im Bachelor. Im Masterbereich lassen sich die staatlichen Hochschulen mittlerweile auch das Studium den einen oder anderen Euro kosten. Aber wenn man Bachelor studieren möchte, ist für viele von euch die Entscheidung eigentlich schon klar, weil sie sich gar nicht leisten können, ein Studium an einer privaten Hochschule zu machen.

An staatlichen Hochschulen zahlt man in der Regel eben seine Semesterbeiträge, und die liegen dann natürlich, je nach Hochschule, je nach Bundesland, bei 200, 300 Euro vielleicht im Semester für so einen Bachelorstudiengang, was sich wirklich eigentlich so gut wie jeder leisten kann. Während man an einer privaten Hochschule ein ganzes Stückchen mehr zahlt, je nachdem, ob man jetzt ein Onlinestudium oder ein Fernstudium absolviert oder ob man vor Ort studiert: Im Falle des Onlinestudiums zahlt man locker mal zehn- bis fünfzehntausend Euro für das gesamte Studium, und wenn man einen normalen Präsenzstudiengang absolviert, dann ist man schnell mal bei 30.000 Euro für sein Studium. Im Falle von einem Medizinstudium an privaten Hochschulen auch mal locker bei 100.000 Euro.

Für viele ist eben die Entscheidung schon klar. Wer sich nicht so richtig entscheiden kann, der sollte auch einfach mal das Ganze so ein bisschen durchrechnen. Zum einen kann man ja die Kosten auch steuerlich geltend machen, dadurch ändern sich die Gesamtkosten dann natürlich noch ein ganz kleines bisschen, das sollte man mal durchrechnen, auch an privaten Hochschulen. Zum anderen hat man auch gewisse Nebenkosten, zum Beispiel wenn man vor Ort studiert, muss man da vielleicht mal hinfahren, man hat auch die Kosten für Literatur und all die Sachen, die im Studium so an Kosten anfallen. Also das sollte man sich mal so ein kleines bisschen ausrechnen. Kann natürlich sein, dass die Kosten an der staatlichen Hochschule ein kleines bisschen höher sind, weil man da bestimmte Literatur nicht mitbekommt.

Natürlich würde ich auch immer im Detail gucken: Was bekomme ich denn eigentlich für die Kosten, und lohnt es sich für mich jetzt beispielsweise an einer privaten Hochschule, die höheren Studiengebühren in Kauf zu nehmen, wenn ich eigentlich gar nicht so viel mehr davon bekomme, oder die Dinge, die ich dann mehr bekomme – weiß ich nicht, eine bessere Betreuung –, auf die lege ich jetzt nicht unbedingt so viel Wert? Das diskutieren wir jetzt alles auch noch im Detail in diesem Video.

Die Betreuung

Betreuung ist ein Punkt, den hatte ich gerade schon mal ein bisschen angeschnitten, und das ist natürlich auch ein großer Unterschied, der zwischen staatlichen Hochschulen und privaten Hochschulen bestehen kann. Wobei ich das jetzt nicht so pauschalisieren möchte, wie das vielleicht in den Köpfen von vielen von euch so ist, dass man an einer staatlichen Hochschule weniger gut betreut wird und an einer privaten Hochschule besser. Das würde ich jetzt nicht so pauschalisieren, sondern ich würde einfach mal sagen: Das kommt ganz darauf an, an welcher Hochschule man studiert und eben, was für einen Fachbereich und was für einen Studiengang man auch studiert.

Also zum Beispiel: Ich habe in meinen ersten Semestern – ist schon viele, viele Jahre her – Geschichte und Philosophie studiert, und gerade Philosophie ist ein absolutes Nischenfach. Da startest du vielleicht, weiß ich nicht, im Semester mit vier, fünf anderen Kommilitonen, ist ein winziger Fachbereich, und da gibt es halt trotzdem fünf Profs oder fünf Professoren an der Hochschule, und da kennt einfach jeder jeden, und zwar vom ersten Semester an. In den Vorlesungen sitzt ihr da teilweise mit zehn Leuten irgendwie drin, in ganz kleinen Seminarräumen, und da kann jeder miteinander reden und miteinander diskutieren.

In Geschichte ist das ein ganz kleines bisschen ähnlich, wobei die Geschichtsstudiengänge an den Hochschulen, an denen ich studiert habe – also Göttingen beispielsweise, in Erfurt habe ich auch ein kleines bisschen Geschichte studiert, und Berlin –, die sind unterschiedlich groß. Da gibt es eben auch noch viele Lehramtsstudenten, die da mit drin sind, aber auch das ist eigentlich recht persönlich, an den staatlichen Hochschulen meiner Erfahrung nach.

Während es im BWL-Bereich – das kenne ich auch aus den staatlichen Hochschulen, das habe ich in Erfurt zwei, drei Semester lang studiert –, das war ein Massenstudiengang dort, zumindest die ersten Semester, also riesige Vorlesungen mit 200, 300 Leuten, und da ist nichts mit persönlich. Und selbst in den Übungen, die man da in den ersten Semestern hat, die sind einfach komplett überfüllt, da ist überhaupt nichts groß persönlich.

Zusammengefasst: Es gibt einfach sehr, sehr große Hochschulen auf der einen Seite – die FernUni Hagen, die ist eigentlich so eine Massenuniversität, kann man so sagen, einfach der Zahl der Studierenden nach –, und andere Hochschulen auch, die haben eben so einen großen Zulauf, aber die auch günstig sind, was wir eben schon mal angesprochen hatten. Aber innerhalb selbst dieser Massenuniversitäten gibt es kleine Fachbereiche, wo man ganz, ganz persönlich studieren kann. Kommt also ganz auf das Studienfach drauf an.

Und bei den privaten Hochschulen ist es ähnlich: Da gibt es sehr große Hochschulen gerade im Fernstudiumbereich, wo das Ganze bestimmt nicht so persönlich abläuft im Sinne von, dass da auf einen Prof, weiß ich nicht, zehn Studierende kommen. Das gibt es auf jeden Fall auch im Privathochschulbereich. Und auf der anderen Seite gibt es auch private Hochschulen – das sind dann beispielsweise so diese Business Schools, die es da gibt –, wo das Studium sehr, sehr teuer ist, entsprechend gibt es auch recht wenige Studierende. Und diese Hochschulen können sich dann eben auch einen sehr guten Betreuungsschlüssel leisten, weil die Studiengebühren recht hoch sind, und da hat man das wirklich, dass man da eine sehr persönliche Betreuung und einen sehr, sehr guten Betreuungsschlüssel hat.

Also auch hier muss man gucken: Wie groß ist die Hochschule, egal, ob es eine staatliche oder eine private ist, und auch: Wie groß ist einfach der Fachbereich und das Fach, in dem ich studieren möchte? Und dann kann man ein bisschen abschätzen, wie die Betreuung dann im Laufe des Studiums sein wird. Und das ist schon ein wichtiger Punkt, finde ich, weil da geht es nicht nur darum, dass man auch persönlich diskutiert mit seinen Lehrkräften, mit seinen Kommilitonen in kleineren Seminaren, sondern beispielsweise auch darum: Wie schnell werden meine Klausuren korrigiert? Wenn ich jetzt jedes Mal zwei, drei Monate warten muss, bis meine Klausur korrigiert ist, ist es auch ein ganz kleines bisschen nervig.

Anerkennung bei Arbeitgebern

So, dann ein wichtiger Punkt, den ich ansprechen möchte, ist die Anerkennung bei Arbeitgebern. Das fragen sich viele von euch auch immer: Was ist mehr anerkannt, wenn ich jetzt an einer staatlichen Hochschule studiere oder an einer privaten Hochschule? Ist es besser, wenn die Hochschule auch bekannt ist, was in der Regel bei staatlichen Hochschulen der Fall ist? Weiß ich nicht, ich lebe hier in Thüringen, Friedrich-Schiller-Universität, die kennt eigentlich jeder Arbeitgeber. Während jetzt irgendwelche kleineren privaten Hochschulen – hochschule 21 fällt mir da jetzt ein, die Hochschule hat, glaube ich, ihren Sitz in Buxtehude –, diese Hochschulen kennen wahrscheinlich eher weniger Arbeitgeber.

Ich weiß jetzt nicht genau, was die für ein Studienangebot haben, kann natürlich sein, dass bestimmte Branchen diese Hochschule kennen, weil da schon der eine oder andere Absolvent, keine Ahnung, Wirtschaftsingenieurwesen – ich habe jetzt nicht im Kopf, wie das Studienangebot dort ist –, da kann es natürlich sein, dass diese Hochschule speziell in bestimmten Branchen ein bisschen bekannter ist. Aber in der Regel: Die staatlichen Hochschulen, die sind sehr, sehr bekannt.

Jetzt muss man sich natürlich klar sein: Wenn ich mich jetzt irgendwo bewerbe, dann spielt natürlich, je nach Firma, schon eine gewisse Rolle, was ich studiert habe, was ich für einen Abschluss habe, einfach weil auf diese Art und Weise auch immer die ersten Bewerber schon mal ausgesiebt werden. Aber letztendlich, wenn du dann vor dem Personalverantwortlichen oder einer Verantwortlichen sitzt und mit dem redest, dann entscheiden die mit Sicherheit nicht nur danach, wo du jetzt was studiert hast, ob du an einer staatlichen Hochschule oder einer privaten Hochschule studiert hast, sondern die gucken sich halt dich ganz genau an: Was bist du für eine Persönlichkeit, passt du ins Team und so weiter, was hast du noch für Skills außer den paar Sachen, die du im Studium gelernt hast?

Also das ist aus meiner Sicht jetzt nicht der absolut ausschlaggebende Punkt, wo man studiert hat. Was wichtig ist: Was habe ich an der Hochschule tatsächlich gelernt, was habe ich davon mitgenommen, egal, an was für einer Hochschule das war? Und ich hatte ja schon gesagt: Wenn man an einer Massenuniversität, an einer Massenhochschule ist, wo das Studium eher unpersönlich ist, dann wird man wahrscheinlich auch nicht ganz so viel lernen, wenn man sich da nicht selber richtig reinkniet, wie an einer Hochschule, wo man einen sehr persönlichen Betreuungsschlüssel hat – was häufig an privaten Hochschulen der Fall sein kann, zumindest an den kleineren, oder auch an den staatlichen Hochschulen, wo die Fachbereiche ein bisschen kleiner sind. Entsprechend wirkt sich das dann natürlich darauf aus, was man für Karrierechancen hat. Aber die Frage, wie anerkannt meine Hochschule bei einem Arbeitgeber ist, die finde ich ein bisschen schwierig, danach sollte man sich jetzt nicht unbedingt orientieren, wenn man sich für ein Studium an irgendeiner Hochschule interessiert.

Voraussetzungen und Durchlässigkeit

So, dann nächstes Thema, was wir besprechen können, sind die Voraussetzungen für NC-Studiengänge und auch die Durchlässigkeit an den Hochschulen. Und das haben wir ja auch schon gesehen: Es ist ein bisschen schwieriger, an einer staatlichen Hochschule in einen Studiengang zu kommen, gerade in den größeren Studiengängen, gerade in den Studiengängen wie Psychologie und so weiter und so fort, wo es einen NC gibt, oder Medizin, ansonsten hat man da Wartesemester und den ganzen Kram.

Und an staatlichen Hochschulen ist es auch ein bisschen schwieriger, sich Vorleistungen anerkennen zu lassen, berufliche Vorleistungen beispielsweise. Da sind erfahrungsgemäß die privaten Hochschulen doch ein bisschen lockerer, will ich mal sagen, was das angeht, weil die versuchen natürlich auch, Studierende auf diese Art und Weise heranzuziehen. Das könnte auch ein ausschlaggebender Punkt sein, weil ihr euch durch die Anerkennung von Vorleistungen eben die Studienzeit so ein bisschen verkürzen könnt. Entsprechend würde das Studium dann auch an einer privaten Hochschule, wenn ihr da studiert, ein ganzes Stückchen günstiger, wenn ihr euch da, weiß ich nicht, zwei Semester oder so was anerkennen lassen könnt und dann eben nur vier Semester für den Bachelor studiert, während ihr an der staatlichen Hochschule nichts großartig anerkannt bekommt – keine Vorleistungen, keine Berufserfahrung oder irgendwelche Sachen, die ihr wirklich schon gesammelt habt – und dann eben sechs Semester studiert. Also das könnte auch ein Punkt sein, den man sich mal genauer anschauen sollte.

Ansonsten für viele von euch, die jetzt beispielsweise Medizin studieren wollen und da nicht über den NC reinkommen an irgendeine staatliche Hochschule, aber das nötige Kleingeld haben, in Klammern zirka 100.000 Euro: Die können natürlich auch versuchen, ein Medizinstudium an einer privaten Hochschule zu starten. Aber da wird auch ausgesiebt. Es gibt natürlich Hochschulen wie die Universität Witten, wo es das Studienmodell gibt, dass man sich das Ganze auch leisten kann, indem man dann beispielsweise Studiengebühren abhängig von seinem Gehalt, das man später hat, zurückzahlt. Aber es gibt auch andere private Hochschulen, da kostet das Medizinstudium einen richtig fetten Batzen Geld. Aber wer sich das leisten kann und unbedingt Medizin studieren möchte und nicht an einer staatlichen Hochschule reinkommt aus NC-Gründen und so weiter, für den ist das natürlich ein Punkt.

Also so viel zum Thema Durchlässigkeit und Voraussetzungen für Studiengänge. Das kann natürlich auch ein wichtiger Punkt sein, warum einige von euch eben dann eher an eine private Hochschule gehen: weil es da einfacher ist, in einen Studiengang reinzukommen, und weil man sich da auch einen ganzen Haufen mehr anerkennen lassen kann, bevor man sein Studium startet.

Die Qualität

So, dann ein Punkt, den sich natürlich auch viele fragen, ist die Qualität: Habe ich jetzt mehr Qualität im Studium an einer privaten Hochschule, oder ist da mehr Qualität, was die Studieninhalte und so was angeht, an einer staatlichen Hochschule? Auch hier finde ich es schwer, eine pauschale Aussage zu treffen, das kommt nämlich ganz drauf an.

Ich kann sagen, aus meiner Erfahrung heraus mit staatlichen Hochschulen: Ich hatte Vorlesungen, die waren von der Qualität her wirklich auf, sagen wir mal, 150 Prozent. Da habe ich von der ersten Vorlesung bis zur letzten Vorlesung wirklich absolut keine verpassen wollen, habe da superviel mitgenommen, superviel gelernt. Und dann hatte ich aber wiederum andere Vorlesungen von Doktoranden, die da an der Uni noch keine einzige Vorlesung gegeben haben, ihre erste Vorlesung, und dann noch ein bisschen unsicher sind, was das Ganze angeht – dann kann es auch mal sein, dass es langweilig wird und man eben nicht so viel lernt. Und das kann innerhalb von einem Studienfach wirklich variieren.

Ein Punkt, wo man vielleicht mal drauf gucken sollte, ist: Wie lange wird der Studiengang schon angeboten? Da sollte man mal drauf gucken, insbesondere auch an den privaten Hochschulen. Wenn es den Studiengang erst seit einem halben Jahr oder einem Jahr gibt, da ist vielleicht noch nicht ganz so viel Erfahrung da, da muss noch ein bisschen Erfahrung gesammelt werden. Ich will nicht sagen, das wirkt sich jetzt zwangsläufig auf die Qualität aus, der Studienhefte oder der Vorlesungen und so weiter, die man da hat, aber kann natürlich ein Faktor sein. Weil in der Regel sind gerade die großen Studiengänge, weiß ich nicht, BWL, Wirtschaftswissenschaften und so weiter an den staatlichen Hochschulen – die gibt es teilweise schon seit, weiß ich nicht, 50 Jahren oder so.

Man kann einfach nicht pauschal sagen, dass an den privaten Hochschulen die Qualität einfach höher ist. Das ergibt sich dann vielleicht noch ein bisschen durch den Betreuungsschlüssel und so weiter. Man sollte sich einfach das Fach angucken, sich angucken, was es für Module in dem Fach gibt. Man sollte sich auch mal die Erfahrungen so ein bisschen angucken, das kann man vielleicht auf StudyCheck machen oder auf FernstudiumCheck: Was sagen andere, wie finden andere die Vorlesungen, die man absolviert? Und kann dann entsprechend eine Entscheidung treffen und vielleicht auch mal einen Wechsel in Kauf nehmen an eine andere Hochschule, wenn man merkt, hier stimmt es überhaupt nicht von der Qualität. Sollte man auch schon von Anfang an mit einberechnen, dass man doch vielleicht noch ein- oder sogar zweimal im Laufe der ersten zwei Semester wechseln wird.

Studienunterlagen und Digitalisierung

Wichtiges Thema sind auch – zumindest wenn es um das Thema Onlinestudium, digitales Studium, Fernstudium geht – die Fragen: Wie sieht es aus mit den Studienunterlagen und dem Onlinecampus? Und hier gibt es natürlich große Unterschiede, und das kann man auch, traurigerweise, würde ich mal sagen, ein bisschen pauschalisieren, weil hier meiner Beobachtung nach doch die Studienunterlagen in der Regel an den privaten Hochschulen, zumindest an den größeren privaten Hochschulen, besser sind, besser gestaltet – aber nur von der Gestaltung in der Regel. Inhaltlich trifft das immer noch keine Aussage, weil so ein Studienheft kann noch so schön gestaltet sein, aber letztendlich kommt es doch auf den Inhalt an. Kommen wir wieder auf das Thema Qualität.

Und das andere ist der Onlinecampus beziehungsweise das Stichwort Digitalisierung. Das spielt auch eine wichtige Rolle, und ich finde, das sollte auch ausschlaggebend für eine Entscheidung sein: Wie weit ist die Digitalisierung an der Hochschule fortgeschritten, an der man studieren möchte? Und auch hier kann ich eigentlich schon eine recht pauschale Aussage treffen, leider: Das ist in der Regel bei den privaten Hochschulen ein bisschen besser. Die haben da einfach mehr Budget gerade in den letzten Jahren reingesteckt, weil die da auch ein bisschen aufholen konnten gegenüber den staatlichen Hochschulen. Was das digitale Studium angeht, sind die besser aufgestellt, die sind einfach auch ein bisschen flexibler, was Datenschutzthemen und so was angeht.

Aber in der Regel sind die privaten Hochschulen ein bisschen besser aufgestellt, was den Onlinecampus angeht, was die Digitalisierung auch der Lehre angeht, virtuelle Veranstaltungen und solche Sachen. Es gibt das natürlich auch alles an den staatlichen Hochschulen, aber da ist das manchmal noch so ein bisschen hakelig. Ich habe das selber gesehen im Studium an der Uni Erfurt, wo dann 2020 das Ganze losging mit Lockdown und so weiter und die dann alle zwangsweise versucht haben umzustellen, die Lehrkräfte auf eine digitale Lehre – das war ein absolutes Chaos, also überhaupt nicht vergleichbar mit dem, was ich eigentlich kannte beispielsweise von der FernUni Hagen, wo es schon eine gewisse Sicherheit in den Fragen der Digitalisierung gab.

Aber ich denke mal, dass es momentan noch an vielen staatlichen Hochschulen so ist, dass das alles noch ein ganz kleines bisschen holprig ist. Die haben natürlich viel gelernt über die Jahre 2020 bis 2022. Würde sagen, die privaten Hochschulen sind doch schon ein ganz kleines Stückchen weiter, was die Digitalisierung angeht, Digitalisierung auch der Studienskripte und so weiter und Onlinecampus und digitale Veranstaltungen, gerade wenn man ein Onlinestudium, Fernstudium macht. Also würde ich persönlich, wenn ich es mir leisten kann und könnte, dann doch wahrscheinlich gerade aus diesem Grund ein bisschen eher zu einer privaten Hochschule tendieren.

Politik

Der allerletzte Punkt, den ich hier vielleicht noch ansprechen möchte, der vielleicht ein bisschen unerwartet für einige von euch ist, ist das Thema Politik. Und gerade an den staatlichen Hochschulen hat man das meiner Beobachtung, meiner Meinung nach natürlich noch viel stärker, dass politische Themen da noch viel mehr in die Lehrinhalte einfließen. Was jetzt nicht schlecht ist beziehungsweise per se schlecht sein muss, aber da sollte man sich auch so ein ganz kleines bisschen darüber bewusst sein, dass da eben auch gerade Dinge, die irgendwie politisch tagesaktuell sind – weiß ich nicht, Klimawandel, Genderfragen –, dass die da auch alle noch mit in die Studiengänge mit einfließen. Vielleicht interessiert euch das ja gar nicht so sehr, dass man das jetzt unbedingt gleich mit in seinem Studium verwurstet haben möchte. Deswegen sollte man auch so ein ganz kleines bisschen drauf achten: Wie ist die politische Ausrichtung der Hochschule, für die ich mich interessiere?

Wobei ich natürlich nicht sagen will, dass es an privaten Hochschulen anders ist, da kann es ganz genauso sein, weil da stehen ja auch gewisse Interessen dahinter, hinter denjenigen, die die Hochschule betreiben. In der Regel sind das dann doch eher schon finanzielle Interessen, kann man schon so sagen bei den privaten Hochschulen. Aber auch hier beobachte ich hier und dort, dass da natürlich auch aus marketingtechnischen Gründen häufig politische Themen in die Studiengestaltung mit einfließen, weiß ich nicht, Genderfragen, alles das, was eben gerade so tagesaktuell wichtige politische Themen unserer Zeit sind – was ich überhaupt nicht abstreiten möchte. Aber vielleicht ist es ja für den einen oder die andere von euch interessant, da eben einen Blick darauf zu werfen. Und vielleicht spielt das ja auch ein bisschen in die Entscheidung mit rein – nicht nur, ob es eine private oder eine staatliche Hochschule ist, sondern generell: An welcher Hochschule möchte ich studieren, und passt diese Hochschule oder auch der Studiengang, die Vertiefungsmöglichkeiten auch zu meiner politischen Einstellung?

Fazit

So, Freunde, jetzt habe ich das mal sehr ausführlich diskutiert, staatliche Hochschule versus private Hochschule. Ich kann euch die Entscheidung natürlich nicht abnehmen, an was für einer Hochschule ihr studieren solltet, ich habe euch einfach nur mal ein paar Aspekte genannt, die ihr in eure Entscheidung mit einfließen lassen solltet. Schreibt mir alles in die Kommentare, was ihr mir in die Kommentare schreiben möchtet. Ich würde sagen, wir sehen uns in einem der nächsten Videos hier auf diesem Channel. Euer Wolf.

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