Fernstudium ohne Abitur: Voraussetzungen im Vergleich + Wie schwer und wie sinnvoll ist es
Immer mehr Menschen beginnen ein Hochschulstudium, obwohl sie kein Abitur oder Fachabitur haben. Möglich ist dies mittlerweile in allen deutschen Bundesländern für alle, die eine Ausbildung abgeschlossen haben oder eine Aufstiegsfortbildung absolviert haben. In diesem Video geht es darum, ob es überhaupt sinnvoll ist, ohne Abitur zu studieren, wenn man schon eine Ausbildung oder Fortbildung abgeschlossen hat. Außerdem geht Christian darauf an, wie schwer ein Fernstudium ohne Abitur ist. Schließlich vergleicht er die Voraussetzungen verschiedener Fernhochschulen und Bundesländer.
Inhalt:
00:00 Schönen guten Tag
00:52 Zahlen & Fakten zum Studium ohne Abitur
01:43 Voraussetzungen im Überblick
02:34 Ist Studium ohne Abitur sinnvoll?
05:52 Wie schwer ist Studium ohne Abitur
12:33 Voraussetzungen an der FernUni Hagen
17:22 Voraussetzungen am zfh
19:44 Voraussetzungen im Verbundstudium
20:56 Voraussetzungen an der IU Internationalen Hochschule
22:39 Voraussetzungen an der Hochschule Fresenius
24:17 Voraussetzungen an der Euro-FH
26:30 Voraussetzungen an der AKAD University
28:00 Voraussetzungen an der SRH
28:58 Eignungsprüfung in Baden-Württemberg
31:00 Studium ohne Abitur & Ausbildung an der Open University
In diesem Artikel findet ihr die Voraussetzungen fürs Fernstudium ohne Abitur der einzelnen Hochschulen übersichtlich dargestellt: fernstudi.net/magazin/10692
Die im Video erwähnten Hochschulen und Einrichtungen:
👉 Fernuni Hagen: fernstudi.net/fernhochschulen/fernuni-hagen
👉 Verbundstudium: fernstudi.net/fernhochschulen/verbundstudium
👉 Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund: fernstudi.net/fernhochschulen/zentrum-fuer-fernstudien-im-h…
👉 IU Internationale Hochschule: fernstudi.net/fernhochschulen/iu-internationale-hochschule
👉 Hochschule Fresenius: fernstudi.net/fernhochschulen/hochschule-fresenius
👉 Europäische Fernhochschule Hamburg: fernstudi.net/fernhochschulen/europaeische-fernhochschule-h…
👉 AKAD University: fernstudi.net/fernhochschulen/akad-university
👉 SRH Fernhochschule: fernstudi.net/fernhochschulen/srh-fernhochschule
👉 Open University: fernstudi.net/fernhochschulen/open-university
Weitere Infos:
👉 Abitur im Fernstudium nachmachen: fernstudi.net/weiterbildung/schulabschluesse/fernabitur
👉 Fachabitur im Fernstudium nachmachen: fernstudi.net/weiterbildung/schulabschluesse/fachhochschulr…
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Disclaimer:
Grundsätzlich basieren unsere Videos *nicht* auf bezahlten Partnerschaften. Das heißt, dass wir uns nicht bezahlen lassen, um bestimmte Videos zu produzieren, bestimmte Studiengänge vorzustellen usw. Ausnahmen kann es natürlich geben, dann stellen wir das auch im entsprechenden Video klar. Die Auswahl unserer Themen folgt auf diesem Channel keinen journalistischen, objektiven Kriterien, sondern eher danach, was die Community interessiert. Davon abgesehen pflegen wir Partnerschaften mit Hochschulen, die in unserem Portal fernstudi.net Werbung schalten und hervorgehoben dargestellt werden. Ihr erkennt das auf der Website beispielsweise an der Markierung als „Sponsoren“. Gelegentlich verlinken wir unter den Videos mit sog. Affiliate-Links, über die wir eine kleine Provision erhalten, falls ihr etwas kauft; solche Links kennzeichnen wir immer mit einem Stern (*).
Transkript
Diese Aufnahme stammt aus dem Jahr 2021. Genannte Preise, Studiengänge und Studienbedingungen können sich seitdem geändert haben.
Ihr habt kein Abitur oder Fachabitur, habt dafür eine Ausbildung abgeschlossen und zwei, drei Jahre Berufserfahrung gesammelt und wollt jetzt unbedingt studieren, im Bachelorstudium, im Fernstudium. Das habt ihr euch so überlegt, und deswegen will ich in diesem Video mal ein bisschen was dazu sagen, wie sinnvoll ich das eigentlich finde, ohne Abitur zu studieren, und wie schwer das Ganze vielleicht doch werden könnte.
Was gibt es für Sachen, die man vielleicht nachholen muss, die man vielleicht ein bisschen mehr lernen und üben muss als andere, die schon Abitur in der Tasche haben? Und wir gucken uns natürlich auch mal die Voraussetzungen der einzelnen Hochschulen an. Die Voraussetzungen sind nämlich unterschiedlich von Bundesland zu Bundesland, hier lohnt es sich auch mal, die einzelnen Hochschulen zu vergleichen – wenn man an der einen Hochschule nicht angenommen wird, klappt das vielleicht an einer anderen. Deswegen wünsche ich euch jetzt viel Spaß mit diesem Video.
Ein paar Zahlen vorweg
Also mal ein paar interessante Zahlen vorweg: Im Jahr 2019/20 waren insgesamt knapp 64.000 Studierende an einer deutschen Hochschule eingeschrieben, die kein Abitur oder Fachabitur hatten. Also sehr viele – vielleicht hilft euch das ein bisschen, wenn ihr wisst, ihr seid nicht allein, es sind sehr viele, die hier auch ohne Abitur studieren und auch zugelassen werden.
Im Vergleich dazu: im Jahr 2010, also knapp zehn Jahre vorher, waren es gerade mal 25.000. Es hat sich also mehr als verdoppelt, die Zahl derjenigen, die ohne Abitur studieren, es werden immer mehr. Ich finde es auch ganz sinnvoll, dass die Hochschulen, was das angeht, immer offener werden, weil eben eine Ausbildung und noch Berufserfahrung von mehreren Jahren oder eine Aufstiegsfortbildung wie der staatlich geprüfte Betriebswirt natürlich auch sehr viel zur Studierfähigkeit beitragen, würde ich sagen.
Die Voraussetzungen im Überblick
Auch schon mal die Voraussetzungen vorweg, bevor wir uns die Voraussetzungen im Detail an den einzelnen Hochschulen angucken. In der Regel braucht ihr eine abgeschlossene Berufsausbildung, die mindestens zwei Jahre gedauert hat. Ihr müsst im Anschluss an diese Berufsausbildung zwei bis drei Jahre Berufserfahrung gesammelt haben – das ist unterschiedlich von Bundesland zu Bundesland. Und diese Berufserfahrung und auch die Ausbildung müssen teilweise einschlägig sein, also sie müssen zu dem Studium passen, das ihr euch herausgesucht habt, wobei es auch hier Unterschiede von Hochschule zu Hochschule und von Studiengang zu Studiengang gibt.
Und die letzte mögliche Voraussetzung ist: Ihr habt eine Aufstiegsfortbildung, also alternativ zu einer Ausbildung, zum Beispiel zum staatlich geprüften Betriebswirt oder zum IHK-Fachwirt. Mit einer von diesen könnt ihr dann auch ohne Berufserfahrung zum Studium zugelassen werden. Schauen wir uns gleich noch mal alles an, wenn es um die Hochschulen im Detail geht.
Ist das überhaupt sinnvoll?
Die spannende Frage lautet nun: Ist es eigentlich sinnvoll, so ein Studium zu starten, wenn man schon eine Ausbildung abgeschlossen und Berufserfahrung gesammelt hat oder wenn man so eine Aufstiegsfortbildung absolviert hat? Denn das Ding ist: So ein Studium, gerade so ein Bachelorstudium, kostet einen Haufen Zeit, kostet vielleicht sogar noch ein bisschen mehr Zeit, wenn ihr kein Abitur habt – gucken wir uns gleich noch mal an, wie schwer das Ganze werden könnte.
Die Frage ist auch, ob es tatsächlich sinnvoll ist, wenn man schon so einen hochwertigen Abschluss wie eine Aufstiegsfortbildung hat, da noch einen Bachelor anzuschließen. Ein Bachelor ist letztendlich auch nicht viel mehr wert in dem Sinne. Die Frage ist halt, ob man seiner Karriere tatsächlich noch einen Push gibt, wenn man schon so eine sehr wertvolle Aufstiegsfortbildung absolviert hat.
Ich würde sagen: Es kommt drauf an. Wenn ihr beispielsweise eine Aufstiegsfortbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt absolviert habt und wollt jetzt unbedingt noch ein Studium starten, dann macht das aus meiner Sicht nicht ganz so viel Sinn, hier so ein Bachelorstudium anzuhängen, weil sich die Inhalte teilweise überschneiden. Ihr könnt wahrscheinlich ein bisschen was anerkennen lassen und so die Studienzeit im Bachelor verkürzen – schaut mal hier auf diesen Channel, da habe ich auch schon mal ein Video dazu gemacht, was man alles so anerkennen lassen kann. Und dann habt ihr doch recht rasch euren Bachelor. Aber die Frage ist, ob ihr eurer Karriere damit tatsächlich noch einen Anstoß gebt.
Womit ihr wahrscheinlich einen Anstoß geben könnt und ein bisschen voranschreiten könnt, ist ein Masterstudium. Also wenn ihr vorhabt, zum Beispiel mit eurer Fortbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt oder Techniker dann ein Masterstudium anzustreben, dann macht es natürlich Sinn, so ein Bachelorstudium noch mal durchzuziehen, vielleicht auch verkürzt in relativ kurzer Zeit, und dann habt ihr die Voraussetzung für so ein Masterstudium erreicht.
Ansonsten kann es, denke ich mal, schon sinnvoll sein: Wenn ihr eine Ausbildung abgeschlossen habt, keine Ahnung, im Gesundheitsbereich irgendwie eine pflegerische Ausbildung, und ihr wollt einfach in eurem Betrieb der Karriere einen kleinen Schwung geben, wollt eine leitende Position – dann ist es, denke ich mal, schon ganz sinnvoll, noch ein Studium anzuschließen, auch wenn das Strapazen mit sich führt, gerade wenn es so ein Fernstudium ist. Und wenn ihr dann den Bachelor in der Tasche habt, dann wird es ein bisschen einfacher, so eine leitende Position zu bekommen.
Ich meine, ihr werdet mit dem Bachelor wahrscheinlich eher nicht gleich Geschäftsführer, aber doch leitender Angestellter für irgendwas, Teamleiter oder so was wird dann wahrscheinlich ein bisschen einfacher. Müsst ihr einschätzen, ob das nicht auch mit eurer Ausbildung und der Berufserfahrung geht. Aber ihr könnt eben mit dem Bachelor dann auch auf den Master aufstocken, noch einen Master anschließen, und habt dann einfach noch sehr viel bessere Chancen auf dem Berufsmarkt.
Und das Wichtigste, was man auch nicht vergessen darf, ist, dass ihr über so ein Studium natürlich auch noch mal einen Haufen Zeug lernt, mit Theoriewissen beschäftigt, euer eigenes Wissen, das ihr schon in der Ausbildung oder in der Aufstiegsfortbildung angesammelt habt, noch mal ein bisschen verfestigt, noch ein bisschen vertieft, ergänzt und euch auch noch mal ein bisschen mit akademischem, wissenschaftlichem Denken beschäftigt. Von daher finde ich es schon ganz sinnvoll in vielen, in den meisten Fällen, noch ein Studium anzuschließen, obwohl man eigentlich schon eine sehr hochwertige Ausbildung oder Aufstiegsfortbildung absolviert hat.
Wie schwer wird es? Erstens: Deutsch
So, Freunde, die zweite Frage lautet nun: Wie schwer wird das Ganze eigentlich, ohne Abitur zu studieren? Da kann ich euch jetzt leider keine pauschale Antwort geben im Sinne von, es wird sehr schwer oder es wird sehr leicht. Es kommt natürlich auf eure Voraussetzungen an, es kommt ein bisschen auf euer Glück an, was ihr in der Realschule hattet.
Ich kann mich noch an meine Realschulzeit erinnern – ich habe einen Realschulabschluss gemacht, ich war davor auf einem Gymnasium, habe dann auch später noch mein Abitur nachgeholt. Aber an der Realschule war es so, dass ich da als Gymnasiast einer der besten oder der beste Schüler eigentlich in der Klasse war, mir fiel das superleicht. Weil am Gymnasium ganz andere Voraussetzungen geschaffen wurden, bestimmte Themen ganz anders angegangen werden.
Beispielsweise das Thema Deutsch ist am Gymnasium aus meiner Sicht zumindest – ich kann es ja mit meiner Realschulzeit vergleichen, vielleicht ist es bei euch ganz anders –, da wird viel mehr Wert darauf gelegt, dass man ein gutes Deutsch kann, dass man gut lernt, sich auszudrücken, dass man lernt zu diskutieren, auch mit anderen. Es wurde auch generell sehr viel im Klassenkollektiv diskutiert, in Deutsch nicht nur, sondern auch in anderen Fächern, in Geschichte zum Beispiel. Und dann wurde auch immer sehr viel Wert darauf gelegt, dass man gut schreiben lernt. Es ist jetzt nicht so, dass jeder am Gymnasium wirklich perfekte Rechtschreibung beherrscht, aber in der Regel musste man da von Anfang an immer sehr viele Aufsätze und solches Zeug schreiben.
Und ich kann mich daran erinnern, dass es an der Realschule nicht ganz so war. Da gab es natürlich auch Mitschüler, die konnten wirklich gut Deutsch, aber die meisten waren nicht ganz so gut. Das Deutsch, das die gelernt haben, war nicht unbedingt schlecht, aber es wurde eben nicht so viel Wert darauf gelegt, jetzt einen Aufsatz zu schreiben, eine Erörterung zu schreiben und solche Sachen. Deswegen waren die meisten Leute aus meiner Erfahrung gar nicht ganz so gut darin.
Das ist aber ein wichtiger Skill im Studium. Ihr müsst im Studium einfach in der Lage sein, gut zu schreiben. Ist natürlich auch ein Unterschied von Studium zu Studium – in Informatik müsst ihr wahrscheinlich nicht ganz so viel schreiben wie jetzt in Kulturwissenschaften an der FernUni Hagen zum Beispiel. Aber ihr müsst trotzdem in der Lage sein, eine gute Einsendearbeit zu schreiben. Und eine Einsendearbeit oder Abschlussarbeit müsst ihr auch in Informatik oder in einem ingenieurwissenschaftlichen Studium schreiben.
Also da solltet ihr schon, wenn ihr im Fach Deutsch nicht so gut seid, wirklich willens sein, euch damit noch ein bisschen zu beschäftigen, auch mal mit Rechtschreibung zu beschäftigen. Da kann man auch mal einen Kurs machen – guckt mal auf udemy.com, da gibt es bestimmt auch Kurse zum Thema Rechtschreibung. Ein bisschen Schreiben üben, einfach damit ihr da auch Bock drauf habt und auch keine Angst davor. Deutsch ist natürlich auch ein Thema, wenn es um die Hochschuleignungsprüfung geht, kommen wir dann noch drauf zu sprechen.
Zweitens: Mathematik
Nächstes Angstthema für manche von euch ist wahrscheinlich Mathematik. Aber lasst euch sagen, dass auch Abiturienten Angst vor Mathematik im Studium haben. Es gilt jetzt natürlich nicht für jedes Studium: Mathematiklastige Studiengänge sind vor allem Informatik, Wirtschaftsinformatik, ganz besonders wenn ihr an der FernUni Hagen studiert. Mathematiklastig, aber das sollte man auch nicht unterschätzen, sind auch Wirtschaftswissenschaften, ganz besonders an der FernUni Hagen. Aber auch wenn ihr BWL studiert, zum Beispiel an der IU Internationalen Hochschule, da kommt ihr auch um Wirtschaftsmathematik, Statistik, Finanzmathematik nicht herum. Ich meine, Finanzmathematik wird jetzt nicht ganz so schwierig sein, aber bei Wirtschaftsmathematik braucht man schon ein gewisses Grundverständnis, und das hat man normalerweise im Abitur erlernt, wo man sich dann mit Stochastik beschäftigt, linearer Algebra, analytischer Geometrie. Das sind alles, glaube ich, keine Themen an der Realschule.
Wobei ich sagen muss, dass die Leute, die ich an der Realschule kennengelernt habe, jetzt nicht schlecht in Mathe waren, also da wurde schon ein gewisser Wert darauf gelegt. Aber es gibt eben bestimmte Themen, die gibt es an der Realschule nicht, die werden dann am Gymnasium gelehrt und im Studium vorausgesetzt.
Das Ding ist aber, dass ihr eigentlich in allen Studiengängen, die so einen höheren Mathe-Anteil haben – an der AKAD University Informatik, an der Wilhelm Büchner Hochschule Maschinenbau beispielsweise, Wirtschaftswissenschaften an der FernUni Hagen oder Wirtschaftsinformatik –, an all diesen Hochschulen auch einen Mathe-Vorkurs habt, wo ihr euch noch mal intensiv damit auseinandersetzen könnt, wo ihr die Mathe aus der Schule nachholt. Und wenn ihr eben nicht am Gymnasium wart, dann müsst ihr vielleicht ein ganz kleines bisschen mehr nachholen. Aber rechnet dafür einfach, bevor ihr euer Studium startet, noch ein bisschen Zeit ein, euch noch mal mit Mathe intensiv auseinanderzusetzen und ein paar Grundlagen nachzuholen oder generell zu erlernen, wenn ihr die noch gar nicht hattet. Aber das ist jetzt nichts, wovor man Angst haben sollte, die Hochschulen helfen euch meiner Erfahrung nach auch dabei, das Ganze nachzuholen.
Drittens: Englisch
Dann Englisch, auch ein wichtiges Thema. Es ist jetzt natürlich nicht so, dass die Studiengänge alle komplett auf Englisch absolviert werden. Es gibt einzelne Studiengänge, zum Beispiel an der IU Internationalen Hochschule, die dann in englischer Sprache absolviert werden, dann müsst ihr auch einen Englischtest oder ein Englisch-Zertifikat wie ein Cambridge-Zertifikat nachweisen. Aber im normalen Studiengang braucht ihr das nicht.
Englisch braucht ihr aus meiner Erfahrung schon mal im Studiengang, also in einem ganz normalen deutschsprachigen Studiengang. Ihr müsst in der Regel nicht Englisch schreiben können, also jetzt keine Aufsätze auf Englisch schreiben, ihr müsst in der Regel auch nicht Englisch sprechen können. Wichtig ist aber, dass ihr in der Lage seid, Englisch zu lesen und zu verstehen. Ihr müsst schon die eine oder andere Literatur auch mal in englischer Sprache lesen.
Ich zum Beispiel bin ziemlich gut in Englisch, da wurde sehr viel Wert drauf gelegt am Gymnasium, ich hatte auch wirklich eine sehr, sehr gute Englischlehrerin am Gymnasium, habe dieses Fach auch geliebt. Also ihr seht, ich war gut in Deutsch, gut in Englisch, bin sprachlich sowieso eher ein bisschen begabt. Das muss jetzt nicht bei jedem Gymnasiasten so gewesen sein, manche waren besser in Mathematik beispielsweise. Und ich weiß aus meiner Zeit an der Realschule, dass die Leute dort, zumindest in meiner Klasse, grottenschlecht in Englisch waren. Das lag nicht unbedingt daran, dass da überhaupt kein Wert drauf gelegt wurde, sondern dass der Englischlehrer auch grottenschlecht war, keiner Bock hatte auf Englisch. Und auch so sind die Realschüler, die ich kenne, in der Regel nicht ganz so fit in Englisch, wie das am Gymnasium der Fall war.
Wie gesagt, ihr müsst nicht schreiben können, das ist nicht schlimm, wenn ihr nicht fließend Englisch schreiben oder sprechen könnt. Aber ihr müsst schon Englisch verstehen, also zumindest auf dem Papier müsst ihr es lesen können oder auch mal eine Vorlesung auf Englisch hören können, ein Video auf Englisch anschauen können. Und wenn ihr das jetzt noch nicht könnt vor dem Studium, auch hier wirklich keine Panik: Ihr könnt das üben und nachholen. Überlegt, ob ihr vor Studienantritt einen Englischkurs macht, informiert euch auch mal ein kleines bisschen darüber, wie die Anforderungen an der Hochschule sind, an der ihr das Fernstudium starten wollt, was Englisch angeht, und dann könnt ihr euch ein bisschen darauf vorbereiten. Englisch ist auch ein Thema in der Hochschulzugangsprüfung beziehungsweise einer Eignungsprüfung an einigen Hochschulen – ist nicht in jedem Bundesland und nicht an jeder Hochschule so, schauen wir uns dann gleich an.
FernUni Hagen
So, Freunde, jetzt schauen wir uns mal die einzelnen Voraussetzungen an verschiedenen Hochschulen in Deutschland an. Ich hatte gesagt, die Voraussetzungen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, entsprechend gehen wir die wichtigsten Bundesländer ein kleines bisschen durch.
Wir fangen mit der FernUni Hagen an, die liegt in Nordrhein-Westfalen. Die FernUni Hagen ist auch eine der beliebtesten Hochschulen, wenn es um das Fernstudium in Deutschland geht, ist staatliche Hochschule, ist lange die größte Hochschule in Deutschland gewesen – es gibt mittlerweile eine, die noch ein bisschen größer ist, die IU, die schauen wir uns dann auch gleich an. Trotzdem mit über 70.000 Studierenden eine Massen-Riesen-Uni letztendlich. Es ist eine Universität, auch wichtig für euch zu wissen, weil es einen Unterschied macht, ob man an einer Universität studiert oder an einer Fachhochschule, einfach auch vom Schwierigkeitsgrad her ein bisschen. Universitäten legen mehr Wert auf theoretisches Wissen, auf Forschungsbezug und so was, während bei Fachhochschulen das Ganze ein bisschen mehr anwendungsbezogen ist, ein bisschen mehr berufsbezogen – und so vielleicht für euch, wenn ihr schon eine Ausbildung gemacht und schon ein bisschen gearbeitet habt, auch ein bisschen geeigneter. Deswegen überlegt euch ein bisschen, ob die FernUni Hagen auch die richtige Hochschule für euch ist.
An der FernUni Hagen kann man natürlich auch ohne Abitur studieren, alle möglichen Fächer: Bachelor Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik, Kulturwissenschaften, gibt auch ein Psychologiestudium, all diese Fächer könnt ihr da studieren. Und zwar wenn ihr entweder einen Meisterabschluss habt oder so eine andere Aufstiegsfortbildung absolviert habt, zum Beispiel einen IHK-Fachwirt, IHK-Betriebswirt oder den staatlich geprüften Techniker, den staatlich geprüften Betriebswirt und so weiter. Wenn ihr nicht genau wisst, ob eure Ausbildung als Aufstiegsfortbildung gilt: Da gibt es eine Liste auf der Webseite der FernUni, schaut da einfach mal nach, ich packe euch auch die Links zu diesem Thema in die Beschreibung von diesem Video.
Wenn ihr so eine Aufstiegsfortbildung absolviert habt, dann könnt ihr eigentlich in jeden Bachelorstudiengang hier an der FernUni problemlos einsteigen, müsst jetzt auch keine Berufserfahrung zusätzlich nachweisen, sondern wirklich nur eure Aufstiegsfortbildung.
Zweite Möglichkeit: Ihr habt eine Berufsausbildung abgeschlossen, die muss einen Umfang von mindestens zwei Jahren haben, und anschließend habt ihr mindestens drei Jahre gearbeitet. Jetzt ist die Frage: Ist eure Berufsausbildung einschlägig, ist die Berufserfahrung einschlägig? Einschlägig heißt, die passt zu dem Studiengang, den ihr studieren wollt. Also zum Beispiel, wenn ihr Wirtschaftswissenschaften im Bachelorstudiengang an der FernUni Hagen studieren wollt, ist eine einschlägige Berufsausbildung eine kaufmännische Ausbildung. Also ihr habt eine kaufmännische Ausbildung absolviert und habt dann noch eine ganze Weile, drei Jahre mindestens, in diesem Beruf gearbeitet. Und wenn das so ist, also einschlägig ist und zu dem Studium passt, das ihr absolvieren würdet, dann könnt ihr euch da sofort einschreiben.
Wenn das Ganze nicht passt, dann müsst ihr erst entweder ein Probestudium absolvieren oder eine Zugangsprüfung. Die Hochschule wird dann einfach ein kleines bisschen checken, ob ihr auch in der Lage seid, euch den fachlichen Herausforderungen des jeweiligen Fachs zu stellen.
Jetzt die Frage, was bei den einzelnen Studiengängen als einschlägig gilt. Es gibt Studiengänge wie die Kulturwissenschaften oder auch Psychologie, da gibt es keine einschlägigen Ausbildungen – es gibt keine Ausbildung in Richtung Kulturwissenschaften. Keine Ahnung, ich weiß nicht, ob es irgendwelche Ausbildungen in Richtung Museum gibt für Leute, die im Museum arbeiten. Psychologie, glaube ich, auch nicht wirklich, wo man da noch sagen könnte, verschiedene Pflegeberufe wären so ein bisschen einschlägig – aber die Hochschule hat gesagt, hier gibt es keine einschlägige Ausbildung. Deswegen müsst ihr in diesen Studiengängen auf jeden Fall eine Zugangsprüfung oder ein Probestudium absolvieren.
Dann gibt es aber andere Studiengänge wie zum Beispiel Wirtschaftswissenschaft, da gibt es um die 50 Ausbildungen, die als einschlägig gelten – auch hier gibt es eine Liste auf der Webseite der FernUni Hagen. Auch zum Beispiel in Informatik, da gibt es sehr, sehr viele Ausbildungen, die einschlägig sind, und da kommt ihr dann relativ leicht rein, ohne zusätzlich diese Zugangsprüfung oder das Probestudium zu absolvieren.
Ein kleiner Tipp noch zur FernUni: Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob das was für euch ist, an dieser Hochschule zu studieren – man kann hier auch ein Probestudium machen beziehungsweise sich als Gasthörer einschreiben, das heißt an der FernUni Hagen Akademiestudium. Habe ich auch ein Video dazu gemacht hier auf diesem Channel, schaut euch das vielleicht einfach mal an. Da könnt ihr wirklich für wenig Geld, für 100, 150 Euro, ein Studium einfach mal testen. Psychologie geht nicht, aber in allen anderen Fächern ist es möglich, dass ihr euch einfach mal einschreibt, ein Modul absolviert, und dann könnt ihr mal gucken, ob so ein Fernstudium und gerade die FernUni Hagen überhaupt etwas für euch ist oder nicht.
zfh – Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland
Nächste Hochschule oder besser gesagt nächster Anbieter ist das sogenannte Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund, also das zfh. Das ist jetzt keine Hochschule, sondern eine wissenschaftliche Einrichtung von insgesamt drei Bundesländern, nämlich Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland. Und diese wissenschaftliche Einrichtung kooperiert mit Fachhochschulen aus diesen drei Bundesländern und bündelt ein bisschen deren Fernstudienangebot, kümmert sich um die Vermarktung, also darum, neue Studierende zu gewinnen. Auf der zfh-Webseite könnt ihr deswegen auch, wenn ihr da recherchiert, gucken, welche Fernstudiengänge an diesen teilnehmenden Hochschulen angeboten werden.
Entsprechend ist es so: Wenn ihr euch über das zfh für einen Studiengang einschreibt, seid ihr an einer der Hochschulen dieser drei Bundesländer eingeschrieben, die daran teilnehmen – Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland. Und deswegen ist es eben auch so, dass hier wirklich die Zugangsvoraussetzungen für das Fernstudium ohne Abitur von insgesamt drei Bundesländern gelten. Ich hatte gesagt, die Zugangsvoraussetzungen sind ein kleines bisschen unterschiedlich von Bundesland zu Bundesland, deswegen hier beispielhaft die Zugangsvoraussetzungen des Bundeslandes Rheinland-Pfalz.
Für die verschiedenen Studiengänge, die von Hochschulen in Rheinland-Pfalz angeboten werden: Wenn ihr euch da einschreiben wollt, dann gelten ähnliche Voraussetzungen wie an der FernUni Hagen. Entweder ihr habt einen Meisterabschluss oder irgendeine andere Aufstiegsfortbildung wie zum Beispiel einen staatlich geprüften Betriebswirt, IHK-Fachwirt und so weiter absolviert, dann könnt ihr euch sofort in einen von diesen Bachelorstudiengängen einschreiben. Oder ihr habt eine abgeschlossene Berufsausbildung – die muss hier im Fall von Rheinland-Pfalz mit mindestens gutem Erfolg abgeschlossen sein, ich glaube 2,5 müsste das sein. Und ihr müsst je nach Studiengang – und das kann eben unterschiedlich sein von Hochschule zu Hochschule und Studiengang zu Studiengang – nicht unbedingt einen fachlichen Bezug zum gewählten Studium haben, und auch hier müsst ihr dann zusätzlich noch zwei bis drei Jahre Berufserfahrung nachweisen.
Ihr seht, das ist auch so ähnlich. Aber hier ist wichtig: Wenn ihr überlegt, über das zfh ein Studium zu starten, dass ihr euch da wirklich in jedem Studiengang beziehungsweise an jeder Hochschule, die daran teilnimmt, gesondert informiert, wie hier die Zulassungsvoraussetzungen für das Studium ohne Abitur sind. Und auch hier müsst ihr dann möglicherweise, je nach Studiengang und Hochschule, eine Eignungsprüfung absolvieren.
Verbundstudium – Nordrhein-Westfalen
So, Kollegen, nächster Anbieter ist das Verbundstudium, das ist auch eine Institution, keine Hochschule, eine wissenschaftliche Einrichtung, hier konkret des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Und wenn ihr euch über das Verbundstudium für einen Studiengang interessiert und einschreiben wollt – beispielsweise Maschinenbau könnt ihr da studieren oder Informatik, natürlich auch Betriebswirtschaftslehre –, dann schreibt ihr euch an einer Hochschule in Nordrhein-Westfalen ein. Da ist, glaube ich, zum Beispiel die Fachhochschule Südwestfalen dabei und eine ganze Reihe anderer Hochschulen, die daran teilnehmen.
Und ich hatte gesagt, in Nordrhein-Westfalen sitzen diese Hochschulen alle, entsprechend gelten hier die Voraussetzungen in NRW, die wir schon bei der FernUni Hagen hatten: Entweder habt ihr einen Meisterabschluss oder eine Aufstiegsfortbildung wie einen IHK-Betriebswirt und so weiter, dann könnt ihr euch sofort in so ein Bachelorstudium einschreiben. Oder eine Berufsausbildung, mindestens zwei Jahre muss die gedauert haben, plus drei Jahre Berufserfahrung. Wenn das Ganze einschlägig ist, dann müsst ihr keine Prüfung absolvieren und kein Probestudium; wenn das Ganze nicht einschlägig ist, dann kommt ihr in den Studiengang über ein Probestudium oder diese Eignungsprüfung rein.
IU Internationale Hochschule – Thüringen
Kommen wir mal zur ersten privaten Hochschule im Reigen der Hochschulen, die ich euch hier nennen werde: Das ist die IU Internationale Hochschule, eine sehr beliebte Hochschule in den letzten Jahren, wenn nicht eine der beliebtesten, nachgefragtesten. Entsprechend ist diese Hochschule auch mittlerweile die größte Hochschule in Deutschland – muss man sich überlegen, mit über 70.000 Studierenden als private Hochschule, ist schon eine Hausnummer, noch größer mittlerweile als die staatliche FernUni Hagen.
Diese Hochschule hat ihren Sitz in Erfurt. Ich lebe hier in der Nähe von Erfurt, da spricht man einen ganz wunderbaren Dialekt, ihr müsst mal diese Stadt besuchen. Erfurt liegt in Thüringen, wie ihr wahrscheinlich wisst, entsprechend gelten hier, wenn es um das Studium ohne Abitur geht, die Voraussetzungen des Landes Thüringen.
Die sehen letztendlich fast genauso aus wie an den anderen Hochschulen, die ich euch schon genannt habe: Entweder habt ihr eine Aufstiegsfortbildung absolviert, Meisterabschluss, staatlich geprüfter Techniker oder Betriebswirt, dann könnt ihr euch in der Regel sofort in jeden Bachelorstudiengang einschreiben. Ihr könnt übrigens auch sehr viel anerkennen lassen, das würde ich auch prüfen lassen, bevor ihr euch hier in so einen Studiengang einschreibt.
Oder ihr habt eine Berufsausbildung abgeschlossen, auch mindestens zwei Jahre muss die gedauert haben, und danach habt ihr mindestens drei Jahre gearbeitet. Und auch hier kommt es darauf an: Ist diese Berufsausbildung einschlägig, passt die zu dem Studiengang, den ihr absolvieren wollt? Also beispielsweise BWL-Studiengang und eine kaufmännische Ausbildung, dann könnt ihr euch da sofort einschreiben. Oder diese Ausbildung ist nicht einschlägig und auch nicht die Berufserfahrung, dann müsst ihr hier erst ein Probestudium an der IU absolvieren und kommt dann über dieses Probestudium als ganz normale Studierende rein, werdet dann immatrikuliert.
Hochschule Fresenius – Hessen
Dann haben wir noch eine private Hochschule, das ist die Hochschule Fresenius, auch sehr beliebt, wenn es um das Fernstudium geht. Die Hochschule Fresenius ist auch eine der größeren privaten Hochschulen in Deutschland mit um die 15.000 Studierenden, die an einem der sehr vielen Standorte in Deutschland studieren, überwiegend im Präsenzstudium, sehr viel im naturwissenschaftlichen Bereich, aber auch im Bereich Gesundheit und Soziales. Und auch Fernstudiengänge gibt es hier mittlerweile wirklich eine ganze Palette, die man da studieren kann.
Der Sitz der Hochschule ist in Idstein – wo liegt Idstein? Keine Ahnung, ich musste erst mal nachschlagen: in Hessen. Entsprechend gelten hier die Voraussetzungen des Bundeslandes Hessen, wenn man sich an der Hochschule Fresenius ohne Abitur einschreiben möchte.
Und es sieht wie folgt aus: Entweder Aufstiegsfortbildung, Pipapo, wie auch an den anderen Hochschulen, könnt ihr euch da sofort in so ein Bachelor-Fernstudium einschreiben. Oder ihr habt eine Berufsausbildung absolviert, die muss mindestens zwei Jahre gedauert haben, dann braucht ihr Berufserfahrung, die muss hier nur zwei Jahre dauern, also nicht drei Jahre wie bei den Beispielen, die ich schon genannt hatte. Und dann muss das Ganze auch in einem fachlich passenden Beruf sein – ihr habt jetzt nicht die Möglichkeit reinzukommen, wenn der Beruf nicht zu dem Fernstudium passt, das ihr da absolvieren wollt. Und ihr müsst dann noch eine Hochschulzugangsprüfung absolvieren, und wenn ihr die bestanden habt, dann kommt ihr ins Studium rein.
Also sind ein ganz kleines bisschen schärfer die Voraussetzungen hier im Bundesland Hessen als in den anderen, die ich euch genannt hatte. Der Vorteil ist aber, dass ihr nicht ganz so viel Berufserfahrung braucht, es reicht dann eben, wenn ihr schon zwei Jahre in eurem Beruf gearbeitet habt.
Euro-FH – Hamburg
Noch eine private Fernhochschule, das ist die Europäische Fernhochschule Hamburg, die hat, wie der Name schon sagt, ihren Sitz in Hamburg, auch eine der größeren privaten Fernhochschulen, ganz besonders beliebt für Studiengänge rund um das Thema BWL, Wirtschaftswissenschaften, Management, aber auch Wirtschaftspsychologie könnt ihr da studieren, Soziale Arbeit.
Und in Hamburg sehen die Voraussetzungen wie folgt aus: Entweder ihr habt eine Aufstiegsfortbildung absolviert – im Unterschied zu den anderen Hochschulen, die ich schon genannt habe, müsst ihr dann hier an einem telefonischen Beratungsgespräch teilnehmen. Aber keine Angst, dauert vielleicht zehn, fünfzehn Minuten, da fragen die euch wahrscheinlich einfach nur ein kleines bisschen aus: Wie ist eure Motivation für den Studiengang, wie sind eure Vorkenntnisse, traut ihr euch das zu und so weiter. Wenn ihr das Ganze absolviert habt, dieses kurze Beratungsgespräch, könnt ihr euch da einschreiben.
Oder ihr habt eine Berufsausbildung absolviert, die muss auch mindestens zwei Jahre gedauert haben, und im Anschluss habt ihr mindestens drei Jahre gearbeitet, also hier wieder drei Jahre. Wenn das so ist, könnt ihr euch erst mal als Gasthörer an der Euro-FH einschreiben. Also ihr seht, hier muss nichts einschlägig sein, ihr müsst jetzt nicht unbedingt eine passende Berufsausbildung haben. Ihr schreibt euch dann als Gasthörer ein und müsst letztendlich erst mal ausprobieren, ob das Studium zu euch passt, und müsst dann innerhalb der ersten zehn Studienmonate, also letztendlich innerhalb der ersten zwei Semester, eine Eingangsprüfung absolvieren. Hier kommt ihr um die Prüfung nicht drum herum, egal ob es einschlägig ist oder nicht.
Und diese Eingangsprüfung besteht hier aus drei Teilen: aus einer Prüfung im Fach Deutsch – da hatte ich ja gesagt, Deutsch ist ein wichtiges Thema, auch wenn es um die Eingangsprüfung geht. Dann habt ihr eine Prüfung im sogenannten Fach Denk- und Urteilsfähigkeit – also jetzt nicht einfach was, das man an der Schule hat, aber die wollen einfach ein bisschen testen, ob ihr denk- und urteilsfähig seid, ob ihr in der Lage seid, logisch und kritisch zu denken. Aber das sind wahrscheinlich die meisten von euch, davon gehe ich jetzt mal aus. Und der dritte Teil dieser Eingangsprüfung ist ein Selbsttest in Englisch, also ein bisschen Englischkenntnisse müsst ihr hier dann auch nachweisen. Aber keine Angst vor diesen Prüfungen, ihr kriegt hier schon Unterlagen von der Euro-FH gestellt, damit ihr euch da wirklich optimal darauf vorbereiten könnt.
AKAD University – Baden-Württemberg
Dann haben wir noch eine interessante Fernhochschule, das ist die AKAD University oder genauer gesagt die AKAD Hochschule Stuttgart. Ihr hört schon an diesem Hochschulnamen, die Hochschule hat ihren Sitz in Stuttgart, also in Baden-Württemberg. Da könnt ihr alle möglichen, vor allem technischen Studiengänge studieren, Maschinenbau gibt es da, Informatik und so weiter, aber auch Studiengänge in Richtung BWL und Wirtschaft, Management und auch Soziale Arbeit mittlerweile, also auch eine ganze Palette an Studiengängen.
Hier gelten eben die Voraussetzungen des Bundeslandes Baden-Württemberg. Und wenn ihr euch an dieser Hochschule einschreiben wollt mit einer Aufstiegsfortbildung, dann geht das auch problemlos, auch hier müsst ihr noch an einem telefonischen Beratungsgespräch teilnehmen, so ähnlich wie an der Euro-FH, aber das dauert auch nur zehn, fünfzehn Minuten. Ist dann wahrscheinlich auch noch ein bisschen Blabla, um zu gucken, ob ihr wirklich gut reinpasst an die Hochschule, ob ihr wirklich auch motiviert seid, so ein Studium durchzuziehen, obwohl ihr kein Abitur habt.
Oder zweite Möglichkeit: Ihr habt eine fachlich passende, einschlägige Berufsausbildung, die muss mindestens zwei Jahre gedauert haben wie an den anderen Hochschulen auch, und im Anschluss habt ihr mindestens drei Jahre in einem fachlich passenden Beruf gearbeitet. Also wie ihr seht, hier muss alles einschlägig sein an der AKAD University. Und dann absolviert ihr zusätzlich auch noch eine Hochschuleignungsprüfung, wenn ihr die besteht, dann könnt ihr euch hier an der Hochschule einschreiben. Wie diese Eignungsprüfung abläuft und aussieht an dieser Hochschule beziehungsweise im Bundesland Baden-Württemberg, sage ich gleich noch ein bisschen mehr dazu.
SRH Fernhochschule
So, wir haben es bald geschafft. Letzte Fachhochschule, um die es hier geht, ist die SRH Fernhochschule, auch eine staatlich anerkannte private Fachhochschule, auch mit einem sehr umfangreichen Studienangebot, auch eine der größeren Fernhochschulen in Deutschland – auch eine der teureren übrigens, aber die auch sehr viel damit wirbt, dass sie eine der qualitativ hochwertigsten Hochschulen ist. Und der Sitz der Hochschule ist wie an der AKAD University in Baden-Württemberg, in Riedlingen.
Entsprechend gelten hier auch dieselben Voraussetzungen wie an der AKAD University: Entweder eine Aufstiegsfortbildung, Meisterabschluss und so weiter, und dann müsst ihr noch an so einem telefonischen Beratungsgespräch teilnehmen. Oder ihr habt eine fachlich passende Berufsausbildung absolviert und drei Jahre fachlich passend gearbeitet, also in diesem Beruf, und dann müsst ihr noch eine Hochschuleignungsprüfung absolvieren. Wenn ihr die besteht, dann kommt ihr hier ins Fernstudium an der SRH Fernhochschule rein.
Wie die Eignungsprüfung abläuft
Die Frage lautet jetzt noch: Wie läuft hier die Eignungsprüfung ab? Diese Eignungsprüfung hier an der SRH – aber an der AKAD University wird es genauso sein – besteht aus insgesamt drei Teilen.
Im ersten Teil müsst ihr einen Aufsatz schreiben, also eine Klausur von 120 Minuten, zwei Stunden, wie in der Schule, wie im Abitur letztendlich, wo ihr eure Deutschkenntnisse ein bisschen unter Beweis stellen müsst.
Dann müsst ihr eine Aufsichtsarbeit beziehungsweise eine Klausur im Fach Englisch absolvieren, auch zwei Stunden. Wenn ihr jetzt schon sehr gute Englischkenntnisse habt, vielleicht schon ein Englisch-Zertifikat, ein Cambridge-Zertifikat oder was es da nicht so alles gibt, dann könnt ihr das Ganze überspringen. Ich weiß jetzt nicht ganz genau, wie es ist, wenn ihr eine bestimmte Anzahl an Englischjahren in der Schule gehabt habt, ob man das dann auch überspringen könnte, müsst ihr an der Hochschule nachfragen. Aber ansonsten, wenn ihr das jetzt nicht habt, müsst ihr hier noch eine Englischprüfung absolvieren, auch zwei Stunden.
Wenn ihr das bestanden habt, schreibt ihr noch eine dritte Klausur, und die hat einen Bezug zu dem Studienfach, das ihr absolvieren wollt. Da werden Grundkenntnisse für ein Studienfach abgefragt. Wenn ihr jetzt zum Beispiel BWL studieren wollt, dann habt ihr da so eine kleine BWL-Klausur, wo letztendlich die Kenntnisse abgefragt werden, die ihr auch alle schon in eurer Ausbildung oder Aufstiegsfortbildung hattet, ein bisschen Fragen zur Buchhaltung, Bilanzierung und solche Sachen.
Und wenn ihr das Ganze besteht, absolviert ihr noch eine mündliche Prüfung, wo ihr dann einfach noch ein bisschen quatschen müsst über, würde ich mal sagen, allgemeines Wissen, kulturelle, politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche Themen, wo ihr wahrscheinlich auch noch ein bisschen was über eure Motivation erzählen müsst.
Wie ihr seht, diese Prüfung ist nicht ohne. Also wenn ihr euch an der AKAD University oder an der SRH Fernhochschule ohne Abitur einschreiben wollt, dann wird das schon ein kleines bisschen was vorausgesetzt. Aber ich denke auch, dass es wirklich für jeden zu schaffen ist, und die Hochschulen helfen euch natürlich auch dabei, euch auf diese Prüfungen vorzubereiten.
Allerletzter Tipp: die Open University
So, allerletzter Tipp jetzt hier für euch, dann haben wir es auch geschafft: für alle, die jetzt keine Ausbildung haben oder noch nicht genug Berufserfahrung nach ihrer Ausbildung gesammelt haben und trotzdem unbedingt studieren möchten. Das geht in Deutschland nicht, ihr wisst ja, ihr braucht eine Hochschulzugangsberechtigung für das Studium.
Es gibt aber eine britische Universität und Fernhochschule, die das Ganze ermöglicht, habt ihr vielleicht schon mal von gehört: die Open University. Und die Open University ist ein bisschen das Gegenstück zur FernUni Hagen, die hat auch ein sehr umfangreiches Angebot und, finde ich zumindest – kann ich sagen, wie ich das in den letzten Jahren beobachtet habe –, eine sehr hochwertige Lehre. Also das ist jetzt kein geschenkter Studiengang, wenn man sich da einfach einschreibt, hat man auch richtig was zu tun, richtig viel zu lernen.
In diese Open University kommt man auch ohne Abitur und ohne Ausbildung rein. Umsonst ist es nicht, es ist, glaube ich, noch ein ganzes Stückchen teurer als an den privaten Hochschulen hier in Deutschland, aber dafür kommt man eben einfach so in das Studium rein.
Also informiert euch vielleicht mal, wenn ihr jetzt keine Zeit habt, das Abitur nachzuholen oder die Fachhochschulreife nachzuholen oder eben noch so eine Aufstiegsfortbildung zu machen – wenn ihr unbedingt studieren wollt, wären das ja auch noch Möglichkeiten, das Ganze eben nachzuholen, an einem Kolleg oder im Fernabitur, gibt es viele Möglichkeiten, packe ich euch auch noch Links dazu in die Beschreibung. Also wenn ihr darauf alles keinen Bock habt und jetzt sofort losstudieren wollt, ist eben die Open University noch eine Möglichkeit für euch, doch zu studieren und doch noch zu einem Bachelorabschluss zu kommen. Es ist dann aber alles auf Englisch, also müsst ihr dann wirklich auch sehr gut die englische Sprache beherrschen.
Mein Fazit
So, liebe Freunde, das sollte es jetzt gewesen sein zum Thema Studieren ohne Abitur mit Ausbildung. Mich würde mal interessieren, wie das ist bei einigen von euch, die jetzt schon studieren und das Ganze ohne Abitur machen, die also eine Ausbildung abgeschlossen haben – denn ich weiß, da gibt es auch sehr, sehr viele von euch, die sicherlich auch diesen Channel schauen.
Schreibt mir bitte in die Kommentare, wie schwer das Ganze vielleicht ist. Vielleicht habe ich ja auch Quatsch erzählt und schätze das Ganze ein bisschen schwerer ein, als es eigentlich ist. Schreibt das einfach als Motivation für diejenigen, die es eben auch interessiert, in die Kommentare, wie das Ganze bei euch läuft: ob ihr an dieser Hochschulzugangsprüfung zum Beispiel teilgenommen habt, wie schwer diese Prüfungen waren, ob ihr auch Sachen anerkennen lassen konntet, wie sehr sich auch die Inhalte im Studium wiederholen. Das interessiert mich auch mal ein bisschen – wenn ihr zum Beispiel eine Betriebswirt-Ausbildung habt und daneben noch BWL studiert, ob da nicht einfach ein Haufen Zeug wiederholt wird. Schreibt mir das mal in die Kommentare, ansonsten würde ich sagen, wir sehen uns in einem der nächsten Videos.

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