Literatur in Abschlussarbeiten: Strategien & Tipps zu Recherche & Verwaltung 📑 mit Nadine Syring

Die Literaturrecherche stellt für viele Studierende eine Herausforderung dar, besonders wenn es darum geht, wissenschaftlich relevante und qualitativ hochwertige Quellen zu finden. Neben der Vielzahl an verfügbaren Quellen erfordert es auch, die richtige Methodik zu kennen und Werkzeuge wie KI oder Literaturverwaltungsprogramme sinnvoll einzusetzen, um den Überblick zu behalten.

In Podcast 36 teilt Nadine Syring, ihres Zeichens Hochschuldozentin, Studi-Mentorin, Gutachterin und Expertin für Abschlussarbeiten, im Gespräch mit Christian Strategien sowie Tipps für eine erfolgreiche Literaturrecherche, Quellenbewertung und Verwaltung.

Inhalt:

00:00 Vorschau
01:14 Nadine stellt sich vor
03:06 Erste Schritte der Literaturrecherche
10:45 „Graue Literatur“ & State-of-the-Edge Forschung
13:50 KI-Tools für Suche, Zusammenfassung etc.
19:20 Bewertung von Quellen für wissenschaftliche Arbeiten
23:39 Qualität & Relevanz von Quellen beurteilen
39:13 Literaturverwaltung für wissenschaftliche Arbeiten
46:15 Zitierstile: Typische Stile, Leitfäden & Umsetzung
53:41 Plagiate vermeiden - das Wichtigste im Überblick
57:15 Nadines Mentoring & Social Media

Nadine im Internet:

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➡️ Instagram: https://www.instagram.com/nadine.syring
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➡️ TikTok: https://www.tiktok.com/@nadinesyring

Im Podcast erwähnt:

👉 Researchgate: https://www.researchgate.net/
👉 Consensus GPT: https://chatgpt.com/g/g-bo0FiWLY7-consensus
👉 Mimir Mentor Podcast mit den Gründern: https://www.youtube.com/watch
👉 Mimir Mentor im Test: https://www.youtube.com/watch
👉 Connected Papers: https://www.connectedpapers.com/
👉 Zotero: https://www.zotero.org/
👉 Citavi Schnellkurs: https://www.youtube.com/watch
👉 Podcast mit Nadine über Zitate, Plagiate & absolute No-Gos in wissenschaftlichen Arbeiten: https://www.youtube.com/watch

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Die Recherche und Verwaltung von wissenschaftlicher Literatur ist ein essenzieller Bestandteil jeder Abschlussarbeit. Im Gespräch mit Nadine Syring, Expertin für wissenschaftliches Arbeiten, werden verschiedene Aspekte der Literaturarbeit behandelt: von der ersten Recherche bis hin zur richtigen Verwaltung und Zitation der Quellen.

Bevor man sich in wissenschaftliche Datenbanken vertieft, empfiehlt es sich, das Thema locker anzugehen. Dies kann durch das Lesen von Blogs, Artikeln oder sogar das Ansehen von Videos geschehen. Dadurch bekommt man eine erste Vorstellung von dem Forschungsfeld und potenziellen Schwerpunkten. Sobald eine erste Eingrenzung des Themas erfolgt ist, beginnt die gezielte wissenschaftliche Recherche. "Der erste Schritt ist wirklich, sich breit mit dem Thema zu befassen", betont Syring.

Eine wichtige Strategie ist die Schneeballmethode, bei der man sich durch Literaturverzeichnisse bereits vorhandener Arbeiten weiterhangelt. Dabei sollte man jedoch vorsichtig sein, um sich nicht in einer Flut von Literatur zu verlieren. Syring empfiehlt, bereits zu Beginn der Recherche die eigene Forschungsfrage klar zu definieren, um sich nicht in irrelevanter Literatur zu verlieren.

Ein zentrales Prinzip der wissenschaftlichen Arbeit ist die Nutzung von Primärquellen. Das bedeutet, dass man sich nach Möglichkeit auf die originalen Forschungsergebnisse stützt. Sekundärquellen, in denen Primärquellen zitiert werden, sollten nur genutzt werden, wenn das Original nicht auffindbar ist.

Syring erklärt das Problem der Sekundärquellen anschaulich: "Wenn ein Buch von Schulz beschreibt, dass Meyer eine bestimmte Theorie entwickelt hat, sollte ich nach Möglichkeit die Originalquelle von Meyer suchen, um die Aussage zu verifizieren. Andernfalls handelt es sich um eine Sekundärquelle." In wissenschaftlichen Arbeiten sollte deutlich gemacht werden, wenn eine Aussage nicht direkt aus der Primärquelle stammt.

Die Qualität einer Quelle lässt sich anhand verschiedener Kriterien bewerten. Besonders wichtig ist die Reputation des Autors, die Zitierhäufigkeit sowie das Publikationsverfahren. Wurde die Quelle durch ein Peer-Review-Verfahren geprüft, ist sie in der Regel vertrauenswürdig. Zudem sollte auf die Aktualität der Quelle geachtet werden. "In den meisten Fachbereichen sollten Quellen nicht älter als fünf bis zehn Jahre sein, es sei denn, es handelt sich um grundlegende Werke", rät Syring.

Ein weiteres wichtiges Konzept ist die sogenannte „graue Literatur“. Dabei handelt es sich um wissenschaftliche Arbeiten, die nicht in klassischen Fachzeitschriften oder Büchern veröffentlicht wurden, sondern beispielsweise als Tagungsberichte oder unveröffentlichte Dissertationen. Diese können wertvolle Erkenntnisse liefern, sollten jedoch mit besonderer Vorsicht genutzt werden, da sie oft nicht durch ein Peer-Review-Verfahren gegangen sind.

Ein systematisches Vorgehen bei der Literaturverwaltung erspart viel Zeit und Mühe. Am Anfang kann eine einfache Excel-Tabelle ausreichen, um die wichtigsten Quellen zu sammeln und zu organisieren. Doch für längere Arbeiten oder Dissertationen empfiehlt sich der Einsatz von Literaturverwaltungsprogrammen wie Zotero oder Citavi.

Diese Programme bieten Funktionen wie das automatische Einfügen von Zitaten in den Text und die Erstellung eines Literaturverzeichnisses per Knopfdruck. "Wenn man sich einmal eingearbeitet hat, spart man am Ende unheimlich viel Zeit", sagt Syring. Besonders hilfreich sind solche Programme, um Quellen korrekt zu verwalten und das Risiko von Plagiaten zu minimieren.

Ein entscheidender Punkt in wissenschaftlichen Arbeiten ist das korrekte Zitieren. Dabei muss konsequent ein Zitierstil befolgt werden, sei es APA, Harvard oder Chicago. Die gewählte Zitierweise sollte einheitlich durch die gesamte Arbeit gezogen werden. Fehler wie uneinheitliche Zitationen oder das Fehlen von Quellenangaben können schwerwiegende Konsequenzen haben.

Plagiate entstehen häufig unbewusst, wenn Studierende es versäumen, fremde Gedanken korrekt zu kennzeichnen. Besonders problematisch sind sogenannte "Mosaik-Plagiate", bei denen verschiedene Quellen miteinander kombiniert werden, ohne dass sie korrekt angegeben werden. "Alles, was nicht aus deiner eigenen Feder stammt, muss zitiert werden", mahnt Syring.

Zum Schutz vor ungewollten Plagiaten empfiehlt sich die Nutzung von Plagiatsprüfprogrammen. Allerdings sollten diese nicht blind vertraut werden, sondern in Kombination mit einer kritischen Prüfung genutzt werden.

Die Literaturrecherche und -verwaltung ist eine der wichtigsten Phasen einer wissenschaftlichen Arbeit. Eine strukturierte Herangehensweise kann viel Zeit sparen und die Qualität der Arbeit erheblich verbessern. Indem man sich frühzeitig mit den richtigen Strategien, Quellenbewertungskriterien und Literaturverwaltungstools auseinandersetzt, lässt sich der Schreibprozess erheblich erleichtern. Wie Nadine Syring betont: "Wissenschaftliches Arbeiten darf leicht sein, wenn man es richtig angeht."

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