Burnoutfälle an der SRH: Prof. Daniela Voigt zu Erfahrungen der psychosozialen Beratungsstelle

An der psychosozialen Beratungsstelle der SRH Fernhochschule gibt es einen Zulauf an Menschen, die von Burnout betroffen sind. Gibt es erkennbare Ursachen und Muster?

In Podcast 20 war Prof. Dr. Daniela Voigt von der @SRH.Fernhochschule zu Gast. Prof. Voigt ist Professorin für Soziale Arbeit und hat mit Christian über das Thema Burnout gesprochen.

Die ganze Folge: youtube.com/watch

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Transkript

Wir haben uns auf dieses Thema geeinigt, weil Sie im Vorgespräch erzählt hatten, dass es an der psychosozialen Beratungsstelle der SRH Fernhochschule einen gewissen Zulauf von Menschen gibt, die von Burnout betroffen oder vielleicht überlastet sind. Können Sie uns dazu ein bisschen etwas sagen? Gibt es da Muster, die man erkennen könnte – sind mehr Männer oder mehr Frauen betroffen, ist es in den letzten Jahren mehr geworden, hat das vielleicht mit der Pandemie zu tun? Woran könnte es liegen?

Fernstudium als besondere Herausforderung

Das sind natürlich alles ungesicherte Daten. Grundlegend war unsere Überlegung: Ein Fernstudium ist ja sowieso noch mal eine besondere Herausforderung. Für viele ist es, denke ich, ganz angenehm, weil sie im eigenen Tempo machen können, was sie möchten – vielen anderen fehlt dabei aber auch der Kontakt. Klar, wir haben auch Präsenzseminare, wenn jemand das möchte, die Professorinnen und Professoren sind ansprechbar, das ist alles schön und gut. Aber ich habe eben nicht unbedingt einen festen Ansprechpartner.

Der Start in der Pandemie

Und dann kam die Pandemie. Gleichzeitig hat auch unsere Beratung angefangen – das war aber nicht so kausal, wie es sich jetzt anhört: Wir haben das geplant begonnen und dann natürlich einen regen Zulauf bekommen, weil sich die Problemstellungen und Herausforderungen vervielfältigt hatten, auch auf ganz anderen Wegen. Denn alle unsere Studierenden arbeiten, da kann man sagen: 99 Prozent. Und die hatten dann natürlich eine ganz andere Befindlichkeit, als die Pandemie noch obendrauf kam, was ja auch in ihrer Arbeit ein größeres Problem war.

Wir machen das freiwillig, es machen bisher Professorinnen und Professoren von uns, die aus dem psychologischen Bereich kommen. Und wir haben da tatsächlich einen selbst für uns erstaunlichen Rücklauf bekommen.

Wer sich meldet

Ob das nun Männer oder Frauen waren – das hielt sich sogar ein bisschen die Waage. Das lag einfach daran, dass wir ein so unglaublich breites Studienportfolio haben, in dem naturgemäß in gewissen Studiengängen mehr Männer und in anderen mehr Frauen sind.

Bei der Annahme des Angebots haben wir dann wirklich festgestellt, dass es dringend notwendig ist, Kontakt zu haben – was auch immer das bedeutet. Wir plaudern natürlich nicht wie in einer Kaffeerunde, sondern versuchen unser Möglichstes.

Warum das Einzelgespräch wichtig ist

Wir haben immer wieder bemerkt: Wir machen auch Come-togethers, und all das virtuell – aber es ist natürlich etwas ganz anderes, wenn ich ein Medium habe, in dem etwas aufgezeichnet wird und in dem man vor anderen vielleicht manches nicht sagen möchte, was ich in gewissen Bereichen auch verstehen kann. Diese Eins-zu-eins-Beratung hat sich mittlerweile sehr gut etabliert. Wir fordern auch immer jeden auf, das zu nutzen und sich auf keinen Fall zu schämen – man schämt sich ja ganz gern, aber das ist völlig unnötig.

Uni-Buddies als Ergänzung

Und wir haben dieses Konzept jetzt noch um die Uni-Buddies erweitert. Das bedeutet: Ich kann mir im Prinzip auch jemanden aus der Studierendenschaft dazuholen – es gibt Studierende, die das gern machen –, und dann habe ich so etwas wie einen Mentor, der mit mir zusammen durch das Studium geht.

Beides zusammen hat sich als – sagen wir mal – zumindest wirksam erwiesen. Effektiv möchte ich in dem Sinne nicht sagen, weil es natürlich auch viele Probleme gibt, die durch gutes Zureden und allerlei Management-Ansätze nicht unbedingt nur verbessert werden können. Manchmal muss da dann auch eine Entscheidung getroffen werden.

Es sind also doch schon sehr viele Menschen, die letztendlich davon betroffen sind. Und ich bin mir sicher, das spiegelt sich auch ein bisschen in unserer Community wider – deswegen ist es interessant, das Thema mit jemandem in etwas größerer Ausführlichkeit aufzugreifen.

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