Bachelorarbeit redigieren, korrigieren, lektorieren: Meine 4 Lieblings-Tools

Lektor und Redakteur Christian zeigt euch hier seine Lieblingstools fürs Überarbeiten von Text, insbesondere von Bachelorarbeiten, Masterarbeiten und Dissertationen.

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Mehr zum Überarbeiten von akademischen Texten lernt ihr übrigens in Christians „Word-Training für Uni, Abschlussarbeiten und Beruf“ fernstudi.net/onlinekurse/crashkurs-word-studium

Christians Website: lektoratwolf.de

Transkript

Schönen guten Tag, Leute, mein Name ist Christian Wolf. Ich bin Lektor für Abschlussarbeiten und Redakteur. Und in diesem Video will ich euch mal die Tools zeigen, die ich sehr häufig zum Überarbeiten benutze, insgesamt vier Tools.

Wenn ihr meine Videos ein bisschen kennt, dann wisst ihr ja, dass das Überarbeiten so der wichtigste Schritt ist, um irgendwie einen Text zu produzieren. Also erst durch wirklich konsequentes und intensives Überarbeiten entsteht ein wirklich guter Text und auch eine wirklich gute Abschlussarbeit. Und da helfen einem diese Tools dabei, die ich euch jetzt in diesem Video vorstellen will. Viel Spaß dabei.

Tool 1: der Duden

Die allererste Seite, die ich euch zeigen will – habt ihr euch sicherlich schon gedacht –, ist der Duden. Standard fürs Überarbeiten von Texten. Jetzt nicht unbedingt direkt im Schreibprozess, da benutze ich das eher selten, weil wenn ich schreibe, dann will ich mich wirklich einfach nur aufs Schreiben konzentrieren, jetzt nicht auf die Rechtschreibung. Da ist es mir relativ egal, ob ich ein Wort jetzt richtig oder falsch schreibe. Aber wenn ich dann überarbeite, dann nutze ich eigentlich immer den Duden, und zwar hier die Webseite. So ein gedrucktes Buch habe ich hier zwar auch noch rumstehen, aber das ist mir dann einfach zu aufwendig, in so einem Buch rumzublättern.

Und fairerweise möchte ich noch erwähnen: Es gibt natürlich noch ganz andere Wörterbücher, Wahrig beispielsweise, und eins, was ich euch gleich noch zeigen werde. Aber ich nehme hier dann meistens doch schon aus Gewohnheit einfach nur den Duden.

Interessanterweise steht hier unten schon so eine Reihe an Wörtern, die auch meiner Erfahrung nach immer wieder falsch und uneinheitlich geschrieben werden. „Des Weiteren“ – wissen viele von euch nie so richtig, wie schreibt man das jetzt korrekt. Oder „derselbe“ – nutzt man nun „derselbe“ oder „das gleiche“ oder was auch immer. „Kennenlernen“, auch so ein typischer Kandidat. Und „sodass“ beispielsweise.

Jetzt mal angenommen, ihr wollt wissen: Schreibt man „sodass“ zusammen, wie es hier jetzt steht, oder auseinander? Dann suchen wir einfach mal danach und bekommen hier schon eine Liste an Einträgen. Und das Praktische am Duden ist eigentlich jetzt nicht diese ganze Werbung, die hier nervigerweise eingeblendet wird, sondern was hier immer dabeisteht.

Ihr seht erst mal: Bei „sodass“ gibt es zwei mögliche Schreibweisen. Das heißt, wenn ihr das auseinander mit dem Leerzeichen dazwischen schreibt, dann ist es an sich nicht falsch. Wichtiger ist in dem Zusammenhang eher, dass ihr das einheitlich schreibt in eurer gesamten Arbeit – also wenn ihr das einmal auseinanderschreibt, dann schreibt es auch im ganzen Text immer auseinander und nicht mal so, mal so.

Und ich nutze den Duden dann aber immer als Entscheidungshilfe: Welche Variante nehme ich? In der Regel richte ich mich als Lektor immer nach den Schreibweisen, die hier vom Duden empfohlen werden. Und ihr seht, dass die zusammengeschriebene Schreibweise „sodass“ auch von der Dudenredaktion empfohlen wird.

Sieht vielleicht für viele von euch, die noch mit der alten Rechtschreibung aufgewachsen sind, so wie ich, ungewohnt aus – da war, glaube ich, „so daß“, also das mit ß, noch die richtige Schreibweise. Aber ich habe mich mittlerweile dran gewöhnt, ich schreibe das nur noch so und korrigiere das dann auch nur noch so. Und entsprechend bei allen Wörtern, wo es mehrere Varianten gibt und noch alte Schreibweisen, die an sich auch noch erlaubt sind, richte ich mich immer nach der Schreibweise, die vom Duden empfohlen wird. Dafür benutze ich den Duden eigentlich hin und wieder: um zu schauen, was empfiehlt er mir bei diesem und jenem Wort.

Tool 2: canoo.net

Die zweite Seite, die ich euch wärmstens ans Herz legen kann, heißt canoo.net. Das ist auch ein Wörterbuch im Prinzip, und letztendlich könnt ihr das auch als Ersatz für den Duden nehmen. Eigentlich braucht ihr die Dudenseite gar nicht, weil hier nicht so viel Werbung eingeblendet wird oder gar keine Werbung, glaube ich, im Gegensatz zur Duden-Webseite. Und das ist hier alles ein bisschen wissenschaftlicher aus meiner Sicht.

Ich benutze die aber aus einem ganz bestimmten Grund. Wir können hier erst mal wieder kurz nach „sodass“ schauen. Dann sehen wir schon, dass wir hier mehrere Möglichkeiten haben, uns Hinweise zu dem Wort geben zu lassen: einmal aus Perspektive der Rechtschreibung, genauso wie beim Duden. Da werden auch die Empfehlungen vorgeschlagen beziehungsweise wird gezeigt, was es für Möglichkeiten gibt. Hier haben wir sogar noch die alte Schreibweise stehen, „alt, nach Reform ungültig“ und so weiter, und dann gibt es auch noch ein bisschen Kommentierung zu den einzelnen Einträgen.

Aber ich benutze diese Seite aus einem ganz anderen Grund. Mal angenommen, wir suchen danach, wie das Wort „Doktorand“ eigentlich gebeugt wird. Also wie heißt es nun: Heißt es „dem Doktorant“ oder heißt es „dem Doktoranden“? Für solche Zweifelsfälle der deutschen Sprache nutze ich dann immer canoo.net.

Wenn wir jetzt mal „Doktorand“ eingeben, dann können wir uns natürlich wieder ein paar Hinweise anzeigen lassen – das mit der Werbung nehme ich übrigens zurück, hier gibt es natürlich auch schön Werbung. Ihr seht, wir können hier Hinweise zur Rechtschreibung von dem Wort anzeigen lassen, aber viel praktischer sind hier die Wortformen. Das gibt es so in der Art teilweise auch beim Duden, aber nicht so konsequent und nicht so vollständig wie hier auf canoo.net. Und ihr seht dann schon: der Dativ von „Doktorand“ ist „dem Doktoranden“. Also das wäre dann die korrekte Schreibweise.

Und das kann man genauso gut auch für Verben machen. Angenommen, ich suche bei „schreiben“ nach verschiedenen Wortformen – was ich manchmal zum Beispiel nicht weiß: Wie lautet der Konjunktiv? Oder wo ich mir auch immer wieder unsicher bin: Konjunktiv 1, Konjunktiv 2, „ich werde geschrieben haben“ und so weiter. So etwas schaue ich dann auf jeden Fall immer hier bei canoo.net nach, wenn ich mal irgendwas nicht weiß.

Diese Seite kann ich euch sehr ans Herz legen. Würde ich mir auch bookmarken, wenn ich eine Abschlussarbeit schreiben würde. Und generell habe ich das immer in meinen Bookmarks drin, wenn ich sehr viel schreibe.

Tool 3: ein Synonymwörterbuch

So, Freunde, die dritte Seite, die ich euch hier vorstellen möchte, ist ein Synonymwörterbuch. Ich benutze einfach immer dieses Wörterbuch von Woxikon, heißt synonyme.woxikon.de. Das ist ein ziemlich praktisches Synonymwörterbuch, und das benutze ich dann auch im Überarbeitungsprozess – wenn ich merke, da sind mir anscheinend an manchen Stellen die Wörter ausgegangen und ich wiederhole ein bestimmtes Wort immer wieder und will dann aus stilistischen Gründen einfach ein bisschen mehr Abwechslung in meinen Wörtern haben.

Angenommen, ich suche nach einem Synonym zum Wort „schreiben“. Dann denkt Woxikon natürlich erst mal, ich meine „einschreiben“ damit, unter anderem, und dann kann man sich hier eine ganze Reihe an Synonymen dazu anzeigen lassen: das Schreiben, die Post, die Botschaft, Beleg, Manuskript und so weiter. Irgendwas findet man da immer, womit man das dann im Text austauschen kann. Aber auch zu Verben – unterzeichnen, übermitteln –, da gibt es auch das eine oder andere Synonym, was man sich rausziehen könnte.

Also superpraktisches Tool einfach, um in seinen Text noch ein bisschen mehr Abwechslung zu bekommen. Kann ich euch auch noch ans Herz legen, ist ein wichtiges Bookmark, das ihr immer in eurem Browser haben solltet, wenn ihr viel schreibt so wie ich.

Tool 4: der Duden-Korrektor

So, Leute, das allerletzte Tool, das ich euch jetzt zeigen möchte, richtet sich dann eher an die Doktoranden unter euch oder an diejenigen, die wirklich auch beruflich sehr viel mit Schreiben zu tun haben. Das ist der Duden-Korrektor, und den kann man kaufen und sich installieren. Ich habe das hier erst mal nur in der Testversion installiert, um euch das zu zeigen.

Man kann sich das in Word installieren, der wird dann direkt so in Word integriert, wie Citavi auch, so in der Art. Und dann kann man sich hier im Prinzip Text richtig ordentlich korrigieren lassen beziehungsweise sich richtig ordentlich Fehler anzeigen lassen, die man im Text hat. Und das alles ein bisschen verlässlicher als die reine Rechtschreibprüfung von Word.

Man sollte zu diesem Tool dann aber auch ein bisschen Zeit mitbringen. Wenn man hier auf Korrektur starten geht, dann fragt er erst mal, ob er das gesamte Dokument korrigieren beziehungsweise Fehler finden soll. Das dauert dann erst mal eine halbe Stunde oder so. Wir machen jetzt hier einfach nur mal Seite 30 bis Seite, sagen wir mal, 50. Mal schauen, wie lange das dauert – und dann seht ihr schon, dann rattert der hier das ganze Ding durch, und wir warten.

So, er ist fertig, Leute. Dann kann man sich hier Vorschläge anzeigen lassen, was ganz cool ist, von Eigennamen, die der Duden hier vermutet. Die kann man sich dann direkt in sein Nutzerwörterbuch übernehmen lassen. Ich mache das jetzt erst mal nicht und gehe direkt zur Korrektur. Das lädt dann alles wieder erst mal noch mal fünf Tage.

Jawohl, er hat es geschafft, Leute. Und das waren jetzt nur 20 Seiten, gell? Ich glaube, ich hatte nur 20 Seiten hier. Und jetzt stellt euch mal vor, ihr habt hier eine 200-Seiten-Arbeit vor euch – also da müsst ihr schon ein bisschen Zeit mitbringen.

Aber die Vorschläge sind an sich doch schon recht cool, weil ihr habt wirklich dann hier im Text immer diese Markierungen von Wörtern, wo er irgendeinen Fehler vermutet, und dann wird euch hier ein Hinweis in dieser Seitenleiste dazu angezeigt. Und ihr habt auch so eine kleine Analyse von eurem Text, hier gibt es auch so Grammatikfehler, die mit angezeigt werden. Und das ist einfach mal superpraktisch, vor allem wie gesagt, wenn ihr sehr viel schreibt, weil ihr mithilfe von diesem Duden-Korrektor auch noch einen Haufen Kram über Rechtschreibung lernt.

Aber wenn ihr jetzt einfach nur eine Bachelorarbeit schreibt oder einen kurzen Text, eine Seminararbeit oder was weiß ich, braucht ihr das nicht, dann reicht im Prinzip auch die Rechtschreibprüfung von Word. Aber ansonsten guckt euch das Ding einfach mal an, da gibt es so eine 30-Tage-Testversion. Und mit ein bisschen Glück entwickeln die das Ganze auch noch so weiter, dass das nicht alles zwei Stunden dauert, bis der Text durchkorrigiert und durchanalysiert ist von dem Programm.

So, Freunde, ich hoffe, das war cool für euch, mal die Tools zu sehen, die ich so benutze zum Überarbeiten von Texten, vor allem auch von Abschlussarbeiten. Vielleicht kennt ihr das eine oder andere schon – den Duden kennt ihr sicherlich, aber canoo.net beispielsweise kennt ihr vielleicht noch nicht. Vielleicht hilft euch das weiter. Ansonsten, wenn ihr noch eine gute Idee für ein Tool habt, schreibt das mal unten in die Kommentare, und wir sehen uns im nächsten Video.

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