Fernstudium mit Kind & Selbstständigkeit, Zeitmanagement im Studium – Interview mit Tamara Bronsema
In diesem Podcast haben wir Tamara Bronsema zu Gast. Tamara studiert an der IU Internationalen Hochschule und hat einen Studienplaner speziell für Fernstudierende entworfen. Im Podcast spricht sie mit Christian über ihr Fernstudium in Mediendesign, über den Wechsel von der Europäischen Fernhochschule Hamburg an die IU, das Studium mit Kind, Selbstmanagement & Zeitmanagement und natürlich über ihren Fernuni Planer.
Inhalt:
00:00 Vorschau
02:15 Tipp des Tages
05:22 Tamara über den Wechsel von der Euro-FH an die IU
08:56 Tamara über das Onlinestudium Mediendesign an der IU
11:32 Tamara & Christian über ihren Bildungsweg
15:43 Ist Tamara mit dem Fernstudium an der IU zufrieden?
18:57 Tamara über wissenschaftliches Arbeiten & das Workbook an der IU
21:12 Fernstudium & Studium mit Kind
24:56 Tamara über Zeitmanagement, Selbstmanagement & Prokrastination
29:56 Wollte Tamara schon einmal ihr Studium abbrechen?
31:34 Tamara über ihre Lernstrategie
34:39 Tamara über den Fernuni Planer
38:46 Tamra über Selbstständigkeit & ihren Onlineshop
43:54 Tamara über Nachteile der Selbstständigkeit
Tamara im Internet:
➡️ Website: https://www.fernuniplaner.de
➡️ Instagram: https://www.instagram.com/fernuni_planer
➡️ Facebook: https://www.facebook.com/FernuniPlaner
➡️ Pinterest: https://www.pinterest.de/fernuniplaner
Im Podcast erwähnt:
👉 Good Notes App https://www.goodnotes.com
👉 Think Insights (July 12, 2022) Cornell Method – A method to take great notes. https://thinkinsights.net/consulting/cornell-method-great-notes/
👉 Maggio, Rosalie: The Art of Organizing Anything – Simple Principles for Organizing Your Home, Your Office, and Your Life. McGraw-Hill Education 2009. https://amzn.to/3cGWuK5 (*)
👉 Alles zum Fernstudium Mediendesign an der IU: https://www.fernstudi.net/fernstudium/design/14182
👉 Eat the Frog: https://karrierebibel.de/eat-the-frog
Christian: Schönen guten Tag! Heute habe ich zu Gast die Tamara von fernuniplaner.de. Ich möchte mit Tamara beispielsweise über das Thema Planung im Studium und auch vor dem Studium reden. Wir reden viel über Selbstorganisation und darüber, wie man sein Studium alles schön organisiert bekommt. Wir reden auch über das Thema Studium mit Kind, Fernstudium, wie das alles funktioniert und ob das funktionieren kann: Familie, Kind, Studium und auch Selbstständigkeit. Denn Tamara ist ja auch selbstständig mit ihrem Shop und ihrem Produkt, dem Fernuniplaner. Da wollen wir auch ein bisschen darüber reden, für diejenigen von euch, die auch überlegen, sich vielleicht mal selbstständig zu machen. Wir reden natürlich auch über das Studium von Tamara, also was studiert sie, wo studiert sie. Das verrate ich euch jetzt noch nicht, werdet ihr gleich alles im Podcast hören. Ich würde sagen, legen wir los.
Christian: Tamara, du studierst also, ich hatte jetzt im Intro nicht verraten, was du studierst. Du studierst an der IU, und das können wir schon mal verraten, wie sehr viele unserer Zuhörer glaube ich auch. Was studierst du denn genau?
Tamara: Ich studiere Mediendesign an der IU als Bachelor.
Christian: Es gibt ja nicht so viele Fernstudiengänge in Mediendesign, deswegen ist es ein kleines bisschen klar, warum du dich jetzt für die IU entschieden hast wahrscheinlich. Aber ich glaube, es gibt auch noch eine andere Hochschule, die auch Mediendesign oder was in die Richtung anbietet. Die Diploma müsste das sein, oder? Kommunikationsdesign kann man da glaube ich studieren.
Tamara: Auch beides, also Kommunikationsdesign und Mediendesign. Aber ich bin tatsächlich bei der IU hängen geblieben, bei Mediendesign.
Christian: Und warum hast du dich für das Studium entschieden, also für Mediendesign?
Tamara: Tatsächlich wegen meiner Selbstständigkeit. Ich habe ja damals erst Psychologie studiert an der Euro-FH, und eigentlich wollte ich nur die Uni wechseln. Während ich mich da so ein bisschen schlau gemacht habe, ist mir der Studiengang über den Weg gelaufen. Als ich mir dann die Module angeguckt habe, dachte ich mir: Okay, das passt echt alles gut, das sind alles Dinge, die ich für meine Selbstständigkeit brauche, Marketing zum Beispiel und die ganzen anderen Module auch. Dann dachte ich: Psychologie ist nicht mehr so ganz meine Richtung, wo ich hin möchte, und damit quasi auch meine Selbstständigkeit aufbauen.
Christian: Also du hast vorher quasi an der Euro-FH studiert, Psychologie, eine ganze Weile lang, also drei, vier Jahre lang, und dann gewechselt. Warum? Woran lag es dann, dass du gewechselt hast? Das ist ja dann schon so ein bisschen ein Verlust, weil du kannst dir jetzt nicht so viel anrechnen lassen für den ganz neuen Studiengang.
Tamara: Kein Modul habe ich mir anrechnen lassen, weil das auch schon eine Weile zurücklag. Bei der Euro-FH war für mich das Problem: Ich wohne in Ostfriesland, ziemlich abgelegen, und für Seminare und Klausuren hätte ich halt entweder nach Hamburg oder nach Bremen gemusst. Nach der Geburt von meiner Tochter war das einfach technisch gar nicht mehr machbar. Dann hätte ich immer gucken müssen, wo lasse ich sie, und das war organisationsmäßig einfach gar nicht mehr drin. Und auch ein paar andere Sachen an der Euro-FH fand ich nicht mehr so prickelnd. Man hat halt wirklich nur dieses Skript bekommen, teilweise waren die Klausuren da Multiple Choice, und man hat einfach nur gedacht, man liest dieses Skript, dann wird es Multiple Choice abgefragt, und damit ist das dann erledigt. Das war für mich nicht so ganz passend.
Christian: Und dann bist du an die IU gewechselt in Mediendesign. An der Euro-FH, wie viel hast du da jetzt schon geschafft, also an Modulen?
Tamara: Die Hälfte habe ich geschafft.
Christian: Hast du auch Teilzeit studiert?
Tamara: Tatsächlich, ja.
Christian: Und an der IU, welches Zeitmodell hast du da jetzt gewählt?
Tamara: Teilzeit 2.
Christian: Okay, passt ja auch dann zum Thema Studium mit Kind, da reden wir dann auch im Verlauf noch mal drüber. Vielleicht noch ein bisschen was zum Thema Mediendesign. Ich stelle es mir ein bisschen schwer vor, im Fernstudium das Ganze zu studieren, weil man braucht da halt auch eigentlich jemanden, der einem ein bisschen zeigt, wie bestimmte Software funktioniert. Wie geht denn das an der IU? Du musst ja bestimmt auch lernen mit InDesign, wie lernt man das denn an der IU?
Tamara: Tatsächlich waren solche Sachen eher in den Kreativ-Labs gefragt. Da war es dann so, dass man so einen LinkedIn-Learning-Zugang bekommen hat, und da gab es dann richtige Online-Kurse quasi außerhalb von der Uni. Da wird einem das Schritt für Schritt gezeigt. Aber ich habe damals, wo ich mich angemeldet habe, sogar gefragt, ob das eine Voraussetzung ist, ob man die Programme können muss, weil da konnte ich überhaupt nichts. Da wurde mir gesagt: Nee, das wird schon während des Studiums gemacht. Aber als ich dann das erste Kreativ-Lab gemacht habe, wurde zum Programm selber gar nichts gesagt. Es wurde nur gesagt, dass die Programme genutzt werden sollen, und es wurde auch ein Alternativprogramm genannt und dann halt auf diese Online-Kurse verwiesen.
Christian: Okay, das sind ja schon sehr komplexe Programme, die man da lernen muss. InDesign kenne ich auch so ein bisschen, man kann damit auch Bücher gestalten beispielsweise. Photoshop zum Beispiel muss man sicherlich auch beherrschen. Also das heißt, man muss sich dann an der IU auch so ein bisschen damit selber beschäftigen, Tutorials und so.
Tamara: Also während des Projekts habe ich mir das gerade bei Photoshop beigebracht, das war für mich halt echt so ein Riesending, wo ich überhaupt nicht mehr zurechtgekommen bin. InDesign konnte ich vorher schon. Das war wirklich während des Tuns, während ich da am Basteln war, habe ich mir das quasi selber dann mit den Kursen beigebracht.
Christian: Kommen wir vielleicht mal ein bisschen zu deinem Bildungsweg. Was hast du denn schultechnisch, was für einen Schulabschluss gemacht?
Tamara: Ich habe Fachabitur gemacht. Danach habe ich noch ein FSJ gemacht und danach eigentlich dann direkt bei der Euro-FH angefangen.
Christian: Sind glaube ich viele, die Fachabitur machen und dann an der Euro-FH landen, habe ich so den Eindruck. Und ein freiwilliges soziales Jahr hast du gesagt. Und beruflich, bist du dann gleich in den Beruf eingestiegen?
Tamara: Ich bin quasi da, wo ich das freiwillige soziale Jahr gemacht habe, das war eine Werkstatt für behinderte Menschen, da bin ich hängen geblieben und habe dann da quasi weitergearbeitet, im sozialen Dienst.
Christian: Also daher dann vielleicht auch so ein bisschen das Interesse an Psychologie und dem Psychologiestudium. Und dann hast du quasi gesagt, jetzt will ich vielleicht noch mal was für meinen Kopf tun, auch für meine Karriere, und jetzt gehe ich noch mal studieren. Kannst du dich noch an deine Schulzeit erinnern? Ich weiß noch, bei mir war das so gemischt. Ich bin ja im Osten aufgewachsen, in der DDR, und da war die Schule auch noch ein bisschen anders. Aber ich war sehr gut, bin dann da schon ein bisschen gefördert worden, zum Beispiel mit Englischunterricht. Das war damals noch sehr selten. Aber auf dem Gymnasium bin ich dann eigentlich immer schlechter geworden. Da waren dann auch viele Mitschüler um mich rum, die deutlich besser waren. Dann habe ich mich dann irgendwie so durchgemogelt, habe es dann noch mal abgebrochen und so weiter. Also ich habe wirklich einen sehr komplizierten Schulweg, kann ich auch nicht immer mit Freude an meine Schulzeit erinnern. Wie war das bei dir?
Tamara: Tatsächlich war das eigentlich auch ein Grund mit, warum ich mir das Fernstudium überhaupt erst zugetraut habe. Weil ich eigentlich immer von zu Hause gelernt habe, die Sachen halt bekommen habe und 90 Prozent der Zeit alles zu Hause alleine gemacht habe, ohne irgendwelche Onlinekurse oder so. Ich lag dementsprechend aber halt auch immer nur so im Mittelfeld, also nicht irgendwie herausragend.
Christian: Also kam das mit dem Selbstlernen auch so ein bisschen durch die Schule geprägt. So war das bei mir auch ein kleines bisschen. Ich hatte auch so Phasen, da war ich ein bisschen länger krank und dann ging es drum, dass bald eine Mathe-Klassenarbeit geschrieben werden sollte, und ich musste den Stoff da irgendwie nachholen. Ich war immer super schlecht in Mathe, ich habe da einfach nie so richtig verstanden, was im Unterricht erklärt wurde. Aber dann hatte ich mal so eine Phase, da musste ich mich selber hinsetzen zu Hause und habe das dann versucht selber zu lernen. Habe gemerkt: Ach, wenn ich mich sofort mit dem Buch hinsetze oder einfach mal wirklich drüber nachdenke, wie das funktioniert, dann verstehe ich das doch viel besser als im Unterricht. Also ist für mich auch so ein erstes Erlebnis gewesen, was das selbst organisierte Lernen angeht. So geht es glaube ich dann auch vielen, die dann in so ein Fernstudium rutschen. Wie ist es bei dir mit dem Studium an der IU, wie funktioniert generell denn das Studium an der IU für dich? Bist du da zufrieden?
Tamara: Für mich ist das tatsächlich echt gut. Gerade die Online-Klausuren sind für mich ein riesen Vorteil, weil ich nirgendwo mehr hinfahren muss. Es gibt jede Menge Zusatzmaterial, was zum Beispiel bei der Euro-FH zumindest damals nicht so war. Dann bekommt man ja zum Beispiel auch diese Office-Sachen gestellt. Auch die Kommunikation mit den Dozenten ist eigentlich super, und auch die Kreativ-Labs sind eigentlich echt gut organisiert. Also bei einem gab es mit einem Dozenten so ein bisschen Schwierigkeiten, aber das wurde eigentlich auch recht schnell in den Griff bekommen. Also ich bin da tatsächlich echt zufrieden.
Christian: Das mit den Dozenten hat man ja an jeder Hochschule so ein bisschen, da gibt es irgendwie immer irgendwelche, mit denen kommt man nicht so klar, wie auch in der Schule letztendlich. Und wie sieht es so aus mit den virtuellen Lehrveranstaltungen? Also die Kreativ-Labs, funktionieren die auch so, dass man dann über Teams oder so sich austauscht?
Tamara: Quasi ein eigener Channel in Teams, dann halt feste Termine mit dem Dozenten. Ist manchmal ein bisschen schwierig, diese festen Zeiten hinzubekommen, aber es klappt eigentlich ganz gut.
Christian: Die Zeiten sind ja glaube ich auch mal auf abends gelegt, so um 19 Uhr rum. Aber wenn man ein Kind hat, dann ist ja das auch trotzdem ein bisschen eine schwierige Uhrzeit. Und ansonsten die Prüfungsformen an der IU, mein Eindruck ist, es ist eine sehr klausurenlastige Hochschule. In deinem Studiengang ist es aber ein kleines bisschen anders, weil da gibt es eben sehr viele Projekte. Wie kommst du so mit den Prüfungsformen zurecht?
Tamara: Ich bin tatsächlich echt froh über die Kreativ-Labs, weil man hat halt wirklich Praxisbezug und man schreibt nicht einfach nur eine Klausur, sondern man gibt am Ende quasi das fertige Projekt ab. Die Klausuren sind halt einfach Standard, aber auch nicht nur Multiple Choice. Hausarbeit habe ich bis jetzt noch nicht geschrieben, und ich glaube, Fallstudie kommt bei mir auch noch dran.
Christian: Und wissenschaftliches Arbeiten, das Modul hast du sicherlich auch schon bearbeitet. Die Workbooks, kannst du vielleicht mal kurz erzählen, wie so ein Workbook funktioniert? Ich habe das selber noch nie gemacht.
Tamara: Also das ist eigentlich pro Lektion in diesem Skript gibt es dann Fragen, wo man einfach nur wiedergeben muss, dass man das verstanden hat, was da drin war. Es muss auch nicht in diesem passenden Format sein, wie wissenschaftliche Arbeiten sein sollten, da wird in dem Sinne gar nicht drauf geachtet. Das wurde sogar von irgendeinem Dozenten gesagt: Im Grunde kann man dieses Modul nicht nicht bestehen, es geht wirklich einfach nur darum, dass man verstanden hat, was da drin ist.
Christian: Meine Empfehlung an unsere Zuhörer, die jetzt vielleicht noch nicht studieren oder gerade ins Studium einsteigen: Ganz wichtig, sich am Anfang so ein bisschen schon mal damit auseinanderzusetzen, wie zitiert man einigermaßen sauber, was gibt es für verschiedene Zitiertechniken, wissenschaftliches Schreiben und auch, wie formatiert man wissenschaftliche Texte.
Christian: So, kommen wir mal zum Thema Studium mit Kind. Ich glaube, wenn man Kinder hat, dann ist das eigentlich der Dreh- und Angelpunkt des Tagesablaufs, da dreht sich das ganze Leben eigentlich erstmal gerade bei Kleinkindern nur um das Kind, den Tagesablauf, und dann muss man da irgendwie sein Studium dazwischen schieben. Erzähl doch vielleicht mal, wie alt ist dein Kind?
Tamara: Meine Kleine wird nächsten Monat vier Jahre.
Christian: Also wirklich noch in so einem Alter, wo super viel Aufmerksamkeit nötig ist. Erzähl doch vielleicht mal so einen typischen Tagesablauf.
Tamara: Tatsächlich stehe ich meistens relativ früh auf, auch meistens um vier Uhr, und fange dann entweder tatsächlich direkt mit dem Studium an oder halt mit Arbeit, je nachdem. Ich habe meistens drei Tage die Woche, wo ich sage, da ist Studium Fokus, die anderen Tage dann halt Arbeit. Und so gegen sechs, sieben Uhr wird dann die Kleine wach, dann ist quasi erstmal alles beiseite, dann wird sich halt erstmal um sie gekümmert. Mittlerweile seit knapp einem Jahr geht sie in den Kindergarten, das hat den Alltag auch noch mal komplett umgeworfen. Dann mache ich sie fertig, bringe sie zum Kindergarten, und wenn ich dann wieder zu Hause bin, entweder weiterlernen, wenn Studium-Tag ist, bis mittags ungefähr, dann kommt sie wieder, oder eben arbeiten. Danach mittags ist eigentlich dann komplett Zeit mit ihr, draußen, alles Mögliche, was dazugehört. Und meistens dann abends noch mal arbeiten oder Studium, von vier Uhr morgens bis fünf Uhr und abends bis mindestens 22 Uhr. Ist aber halt auch alles abhängig davon, dass sie fit ist und nicht gerade irgendwie eine Krankheit aus dem Kindergarten mitgebracht wurde, weil dann ist der komplette Plan hinfällig.
Christian: Das kenne ich auch so ein bisschen aus meinem Umfeld. Das kann man einfach absolut nicht einplanen, Krankheiten kommen am besten von einem Tag auf den anderen oder kleine Unfälle. Das ist dann natürlich wahrscheinlich das optimale Zeitmodell, was du dann gewählt hast, in Richtung Teilzeitstudium. Wie sieht es aus mit Schlafmangel?
Tamara: Bei mir geht es tatsächlich, weil ich eigentlich auch schon vor der Kleinen so war, dass ich nicht viel Schlaf gebraucht habe. Bei mir geht das meistens so ein paar Monate, und dann habe ich irgendwann den Punkt, okay, jetzt soll ich ein bisschen langsamer machen und ein bisschen mehr schlafen, für ein, zwei Wochen, dann geht das auch wieder.
Christian: Produktivität und Planung und so was ist ja auch ein wichtiges Thema für dich, jetzt mal vom Studium abgesehen, aber auch beruflich. Wie bist du denn in das Thema Zeitmanagement reingerutscht?
Tamara: Tatsächlich, und das glauben mir viele nicht, ich war früher eine komplett unorganisierte Person. Ich hatte weder einen Kalender noch sonst irgendwie was. Wo dann das FSJ angefangen hat, war es halt so, dass ich an einem Tag mehrere Personen hatte, wo ich hin musste, das musste ich schon irgendwie organisieren, dann auch mit Fahrzeiten. Dann fing das an, mit dem Kalender, dass ich da so ein bisschen gucken musste. Dann habe ich parallel dazu das Euro-FH-Studium angefangen, und das wurde halt alles so viel, das ging gar nicht mehr ohne, weil so viel Gehirnkapazität habe ich gar nicht, um mir das alles zu merken. Aber gerade mit dem Studium, mit den ganzen To-Dos, die man da hat, hat das halt irgendwann auch einfach nicht mehr gepasst. Ich habe einfach gefühlt hunderte Planer und Kalender ausprobiert, bis ich dann irgendwann für mich ein System gefunden habe.
Christian: Und daraus ist dann quasi dein Fernuniplaner entstanden. Da reden wir dann auch gleich noch mal drüber. Bleiben wir noch mal kurz beim Thema Prokrastination. Ist das für dich auch ein Problem im Studium?
Tamara: Bei mir ist halt die Motivation sehr groß, ich weiß, wofür ich das mache. Zum Beispiel beim Studium: Alles, was ich lerne, kann ich fast zeitgleich auch in meiner Selbstständigkeit umsetzen. Dadurch ist der Punkt Prokrastination jetzt nicht so hoch. Was ich zwischendurch habe: Wenn ich irgendein To-Do auf der Liste habe, das mir so gar nicht schmeckt, dann schiebe ich das gerne mal raus. Aber da habe ich zum Beispiel dieses „Eat the Frog" verfolgt, dass ich mich wirklich zwinge, die als allererstes zu machen, dann geht es eigentlich okay.
Christian: Bei „Eat the Frog" macht man die allerwichtigste Aufgabe des Tages so früh wie möglich, oder meistens die, wo man genau weiß, die gefällt mir nicht so. Danach ist man viel motivierter für den Rest der To-Do-Liste. Wenn man das vielleicht dann noch kombiniert mit dieser 15-Minuten-Technik, die ich bei den Tipps am Anfang mit erwähnt hatte, wo man auch versuchen soll, sich zu sagen: Okay, ich habe absolut keinen Bock auf diese Aufgabe, aber ich setze mich da jetzt wenigstens fünf Minuten dran. Und wenn man da erstmal eine Minute angefangen hat und zehn Minuten vorbei sind, dann bleibt man da vielleicht auch noch ein kleines bisschen länger dran.
Christian: Hast du eigentlich schon mal dran gedacht, ein Studium abzubrechen?
Tamara: Tatsächlich gab es eine Phase, wo die Kleine richtig krank war und das alles nicht so richtig lief, da war ich kurz am Überlegen. Aber es bringt ja nichts, so komme ich immer wenigstens noch weiter voran und kann es besser machen. Also eigentlich nicht so richtig.
Christian: Der Vorteil, wenn man für sein Studium ein bisschen mehr bezahlt, ist ja, dass da dann auch ein gewisser finanzieller Verlust mit einhergeht, wenn man abbricht. Aber letztendlich hat man ja trotzdem Sachen gelernt. Und das Psychologiestudium ist denke ich mal für dich auch sehr sinnvoll, auch wenn es um Designfragen und so was geht.
Tamara: Ich habe auch ein Modul Medienpsychologie zum Beispiel, ich habe das noch nicht ganz fertig, aber 90 Prozent davon kannte ich halt wirklich schon aus dem Psychologiestudium. Dadurch war das für mich echt leicht, und man versteht auch gewisse Hintergrund-Sachen viel leichter. Ich habe definitiv davon profitiert, auch wenn ich den Abschluss da jetzt nicht gemacht habe.
Christian: Wie sieht es bei dir aus mit Lernen an sich, mit deiner Lernstrategie?
Tamara: Wenn ich ein neues Skript bekomme, lese ich das mal kurz quer, um zu gucken, ob mir das schon irgendwas sagt oder ob das komplettes Neuland für mich ist. Dann plane ich das Modul meistens und fange tatsächlich Lektion für Lektion an zu lesen, markiere mir die wichtigsten Sachen, mache mir eventuell auch schon mal Notizen. Dann schreibe ich tatsächlich Zusammenfassungen, weil Karteikarten funktionieren für mich einfach überhaupt nicht. Ich mache die Zusammenfassung mit GoodNotes, und dann mit so einer Vorlage von der Cornell-Methode, also wo links und unten diese Extrafächer quasi noch mal sind. In der Mitte schreibe ich einfach ganz normal Stichpunkte, so kurz wie möglich, dann links noch mal Notizen, wenn mir irgendwas dazu einfällt, und unten fasse ich tatsächlich meine eigene Seite auch noch mal zusammen. Dieses Zusammenschreiben und immer weiter Runterschreiben, und dadurch, dass ich den Praxisbezug habe, dadurch kann ich das quasi schon lernen. Und vor einer Klausur wiederhole ich das halt noch mal. Wenn tatsächlich Sachen dabei sind, die ich stumpf auswendig lernen muss, was aber echt selten vorkommt, dann tatsächlich mit Abkürzungen und Eselsbrücken.
Christian: Und du lernst dann mit den gedruckten Skripten?
Tamara: Das Skript muss ich tatsächlich immer gedruckt haben, ich kann nicht lange am Bildschirm lesen. Ich brauche irgendwie das Papier. Früher habe ich die Zusammenfassung auch auf Papier geschrieben, aber seitdem ich das Tablet habe, mache ich das tatsächlich darauf, gerade so mit Korrigieren und so was ist das schon einfacher.
Christian: So, wir wollen uns jetzt vielleicht in dem letzten Themenschwerpunkt mal noch mit dem Thema Selbstständigkeit auseinandersetzen. Ich habe hier deinen Planer, ein ziemlich dicker Planer mit schönem dicken Papier. Erzähl vielleicht mal die Idee zum Planer und die Entwicklungsgeschichte.
Tamara: Die Hauptidee kam damals nach der Geburt von meiner Tochter, weil gerade da war es extrem wichtig, die freie Zeit wirklich nutzen zu können. Ich hatte aber häufig das Problem, wenn ich kurz Zeit hatte, dass ich dann am Schreibtisch saß und wusste, wo fange ich jetzt an. Dann war schon eine Viertelstunde weg, in der ich eigentlich nichts geschafft habe, weil ich mich erstmal wieder reinlesen musste, gucken musste, wo mache ich jetzt weiter. Wenn man nur eine Stunde oder so Zeit hat, ist das immer schwierig. Dann habe ich mich nach Planern umgesehen, aber ein Fernstudium läuft halt doch extrem anders ab und braucht auch noch mehr Organisation, weil im Präsenzstudium wird einem gesagt: Macht XYZ. Das macht ja keiner im Fernstudium. Mich hat das irgendwann extrem genervt, dass dann nichts richtig passt. Dann habe ich angefangen, auf Blöcken einfach Skizzen zu machen, was ich bräuchte, und habe mir dann InDesign angeguckt. Ich habe mir damals auf einem kleinen Notebook den Planer zusammengebaut und eine Weile damit selber mein Studium geplant und gemerkt: Okay, ich schaffe viel mehr, weil ich am Schreibtisch den Planer aufmache, ich sehe, wo ich bin, was ich machen muss, und von der Stunde habe ich effektiv auch wirklich fast diese Stunde Zeit. Als ich dann gesehen habe, dass jede Menge andere Fernstudierende auch versuchen, sich mit Excel-Tabellen oder so was zu organisieren und das auch nicht richtig hinkriegen, dachte ich: Vielleicht hilft mein Planer ja auch jemand anderem.
Christian: Und wie hast du es beworben, über Instagram?
Tamara: Tatsächlich habe ich komplett über Instagram angefangen. Ich bin dann in diese Studygram-Richtung reingerutscht, habe dann auch andere Fernstudierende kennengelernt, gibt es ja sehr viele, eine richtige Community eigentlich auf Instagram. Da habe ich dann ein paar Leute rausgesucht, die meinen Planer einmal testen, damit ich überhaupt weiß, ob der für andere auch funktioniert. Das Feedback war durchgehend positiv, und dann habe ich entschieden, ihn auch für andere zur Verfügung zu stellen.
Christian: Bis zur Selbstständigkeit ist das ja dann trotzdem noch mal ein ziemlich großer Schritt. Wie war die Entscheidung dann für dich?
Tamara: Also es war nicht von Anfang an geplant, mich selbstständig zu machen. Ich wollte ganz normal wieder arbeiten gehen. Als ich dann gemerkt habe, dass das Anklang findet und wirklich Nachrichten bekommen habe wie „Hey, der hat mir geholfen, ich komme jetzt weiter in meinem Fernstudium", und ich halt auch gemerkt habe, mir macht das echt Spaß, das zu entwerfen, Shop-Bilder zu machen und alles, was dazugehört, da war das tatsächlich ein bisschen eine Kurzschlussreaktion, wo ich gesagt habe: Okay, ich melde das Gewerbe an und gucke, wie es läuft. Am Anfang gab es dann auch nur ein PDF und nicht gedruckt, das heißt, ich hatte auch keine großartigen Investitionen, und habe gedacht: Entweder wird es was oder eben nicht.
Christian: Und es ist was geworden! Also der Shop, den verlinken wir euch natürlich auch in den Shownotes, ist auch wirklich schön gestaltet. Marketing ist auch ein wichtiges Thema, wenn man irgendwie selbstständig wird. Instagram war da für dich eigentlich der optimale Einstieg?
Tamara: Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, hatte ich von nichts eine Ahnung, weder von Selbstständigkeit noch vom Marketing, also wirklich bei komplett null angefangen. Ich habe halt geguckt, wo die meisten Fernstudierenden sind, wo ich die erreichen kann, und das war für mich damals tatsächlich Instagram. Ich hatte aber auch absolut keine Ahnung von dem System dahinter, Hashtags, Reichweite und so weiter. Habe da einfach angefangen, Posts zu machen, meinen Planer zu zeigen und dann Kommunikation reinzubringen.
Christian: Was sind so die größten Schwierigkeiten für dich mit der Selbstständigkeit?
Tamara: Tatsächlich würde ich nie wieder aus der Selbstständigkeit rausgehen. Ich liebe es total, mein eigener Boss zu sein. Aber genau der Punkt hat halt auch Nachteile: Wenn es um große Entscheidungen geht, muss man selber entscheiden, man kann das nicht irgendwie abgeben. Und eigentlich mache ich alles selber, und gerade die Buchhaltung, ich lege mich super gerne kreativ aus, aber wenn ich dann wirklich nur mit Zahlen am Hantieren bin, dann ist es nicht mein Part.
Christian: Das ist wirklich meine Empfehlung an jeden, der in die Selbstständigkeit gehen will: Beschäftigt euch so früh wie es geht mit dem Thema Finanzen. Dazu gehört nicht nur Steuern, sondern auch Rente, Versicherungen, super wichtiges Thema. Man darf sich aber auch nicht davon abschrecken lassen. Was sind die Zukunftsaussichten? Du hast gesagt, der Shop wird ein bisschen neu gemacht, neue Produkte.
Tamara: Designtechnisch wird es jede Menge Neues geben. Das Cover vom Fernuniplaner wurde jetzt auch vor kurzem neu gemacht, die digitalen Produkte werden komplett überarbeitet, kriegen auch noch neue Funktionen. Es wird zusätzliche Produkte geben und wahrscheinlich auch noch ein paar Kooperationen.
Christian: Super, dann sind wir auf jeden Fall gespannt, was sich da so ergibt. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg mit der Selbstständigkeit. Ich finde auch gut diese Einstellung, dass das das ist, was du machen willst, und da bleibst du jetzt auch dabei. Das ist glaube ich auch sehr wichtig. Man hat immer mal wieder Phasen, wie beim Studium auch, wo man sich so ein bisschen unsicher ist. Aber ich glaube, wenn man sich sagt: Da muss ich dann durch und dann ziehe ich da auch durch. Ich wünsche dir auch viel Erfolg mit deinem Mediendesign-Studium. Tausend Dank für diesen Podcast und dass du uns so ein bisschen Einblick gegeben hast in dein Studium, in deine Art, dich zu organisieren, und auch in deine Selbstständigkeit. An unsere Zuhörer: Wir sehen uns oder wir hören uns in einer der nächsten Folgen. Bis bald!
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