Herausforderungen meistern: Studium pausiert, Selbstständigkeit & Resilienz – mit Tamara Bronsema
Ein Studium ist oft eine langfristige Herausforderung – nicht nur fachlich, sondern auch persönlich. Unerwartete Krisen, sei es finanzieller Druck, familiäre Umstände oder mentale Belastungen, können dazu führen, dass das Studium ins Stocken gerät. Viele Studierende stehen irgendwann vor der Frage: Wie kann ich weitermachen? Gibt es Alternativen - eine Pause einzulegen, oder sogar das Studium abzubrechen und später wieder einzusteigen?
In Podcast-Folge 44 ist Tamara Bronsema nach zwei Jahren erneut zu Gast bei Christian, um darüber zu sprechen, wie sie mit einer schwierigen Lebensphase umgegangen ist. Tamara musste ihr Studium pausieren, hatte mit großen Herausforderungen zu kämpfen und hat dennoch Wege gefunden, weiterzulernen und ihre Selbstständigkeit mit fernuniplaner.de unter erschwerten Bedingungen fortzuführen. Im Gespräch teilt sie Sie ihre Erfahrungen zu Motivation, Resilienz und Krisenbewältigung.
Inhalt:
00:00 Vorschau
00:57 Intro
02:42 Tamara über ihre letzten 2 Jahre
12:33 Organisatorische Wege um Semester zu pausieren
15:59 Wege um das Studium zu beenden
19:24 Umgang mit großen Herausforderungen
32:24 Tamara über ihre Selbstständigkeit und fernuniplaner.de
49:14 Tamara lernt trotz Abmeldung weiter
51:35 Tamara über Zukunftspläne
55:21 Abschließende Worte
Tamara im Internet:
➡️ Website: https://www.fernuniplaner.de/
➡️ Instagram: https://www.instagram.com/fernuni_planer/
☝️ PS: Tamara war so lieb uns einen Gutscheincode zukommen zu lassen. Wenn ihr also Interesse am Planer habt, könnt ihr 10% bei eurer nächsten Bestellung sparen: fernstudi.net10
Im Podcast erwähnt:
👉 Folge 3 mit Tamara über Zeitmanagement mit Fernstudium, Selbstständigkeit & Kind: https://www.fernstudi.net/podcast/3
👉 Tamaras Buchtipp - „Die subtile Kunst des darauf S*heissens“: https://www.amazon.de/
👉 Tamaras Studiengang Mediendesign an der IU: https://www.fernstudi.net/fernstudium/14182
👉 Alle Podcasts in unserer Youtube-Playlist: https://www.youtube.com/playlist?list=PLfaNcXsnpoxeEZPzqyvM3cFgTS-atqyxu
Christian: Schönen Tag heute, zum zweiten Mal im Podcast: Tamara von fernuniplaner. Tamara hatten wir tatsächlich in einem der ersten Podcasts zu Gast, ist schon zweieinhalb Jahre her. Das war Podcast Nummer 3, da haben wir darüber geredet, wie es ist, mit Kind zu studieren, wie man das organisatorisch gut hinbekommt mit Familie und Kind und dennoch ein Fernstudium zu meistern und zu absolvieren. Und wir wollten eigentlich ein kleines Update machen, mal gucken, wie es bei Tamara mittlerweile so aussieht, wie weit sie mit ihrem Studium ist. Und im Vorgespräch hat sie mir erzählt, dass es eigentlich die letzten Monate nicht ganz so gut lief bei ihr. Sie musste wohl ihr Studium pausieren, ein bisschen auf Eis legen. Woran das liegt und was sie aktuell für ihr Studium trotzdem macht, darüber wollen wir reden.
Wir gucken mal, wie das organisatorisch eigentlich aussieht, und dann schauen wir mal, wo uns das Gespräch so hinführt. Ich habe mir so überlegt, wir reden ein bisschen über Resilienz, darüber, wie man ganz stark herausfordernde Situationen meistern kann, weil anscheinend lief oder läuft es bei Tamara in den letzten Monaten nicht ganz so gut. Auch mit ihrer Selbstständigkeit, mit dem Fernuniplaner. Ich habe noch so ein Exemplar von 2022, das hatte ich mir damals gekauft und auch vorgestellt. Wir gucken mal, wie der heute aussieht und wie das mit ihrer Selbstständigkeit funktioniert, obwohl die wirtschaftliche Lage aktuell eigentlich nicht ganz so einfach ist.
Wir reden auch darüber, wie sie aktuell lernt, ob sie trotzdem, obwohl sie ihr Studium auf Eis gelegt hat, einer Lernstrategie verfolgt und sich regelmäßig weiterbildet. Über ganz viele solche Sachen wollen wir reden. Wir schauen mal, wo uns das Gespräch hinführt, und ich würde sagen, wir legen mal direkt los.
Tamara, dann herzlich willkommen zum zweiten Mal in diesem Podcast. Also zum ersten Mal warst du in Podcast Nummer 3. Es ist wirklich jetzt schon relativ lange her, 2022 im Juli hatten wir den glaube ich veröffentlicht und kurz davor aufgenommen. Damals habe ich mir auch den Fernuniplaner zugelegt, den du entworfen hast, auch eigentlich inspiriert glaube ich im Rahmen deines Studiums. Und jetzt hast du uns im Vorgespräch schon ein bisschen erzählt, wie dein Studium läuft oder lief, und darüber wollen wir jetzt ein bisschen im Podcast reden. Natürlich auch über den Fernuniplaner und ganz viele andere Sachen. Vielleicht stellst du dich einfach erstmal noch mal ganz kurz selber vor für die wenigen, würde ich mal sagen, unter unseren Zuhörern und Zuhörerinnen, die dich noch nicht kennen.
Tamara: Erstmal danke, dass ich noch mal hier sein darf. Also ich bin die, die den Fernuniplaner gemacht hat, entwickelt hat, weil ich damals, wo ich angefangen habe zu studieren, kurz danach ein Kind bekommen habe und mehr Organisation brauchte. Dadurch ist der Planer quasi entstanden. Ich habe dann selber Mediendesign an der IU studiert.
Christian: Das war damals in dem Podcast eigentlich auch noch ein großes Thema für uns, so Organisation, Selbstorganisation, Zeitmanagement. Ich glaube, du hast auch die Eat-the-Frog-Methode empfohlen als Tipp für unsere Zuhörer und Zuhörerinnen, als eine Strategie, wie man rangeht, gerade wenn man so große Aufgaben vor sich hat, dass man die am besten gleich als erste Aufgabe des Tages machen sollte. So ein Podcast ist irgendwie auch so eine große Aufgabe, deswegen haben wir uns das wahrscheinlich auch gleich früh gelegt, dann hat man es auch gleich hinter sich. Du hast auch gesagt, du bist ein kleines bisschen aufgeregt, aber das ist auch voll okay. Ich bin auch mal aufgeregt bei dem Podcast.
Aber ich freue mich total, dass du hier bist und wir jetzt noch mal so ein kleines Update machen können dazu, wie es bei dir läuft. Zweieinhalb Jahre ist jetzt her der Podcast. Wo du einsteigen möchtest – vielleicht kannst du uns so eine kleine Rückschau geben, was in den letzten zweieinhalb Jahren passiert ist. Du hast gesagt, du hast dein Studium aktuell auf Eis gelegt beziehungsweise erstmal pausiert. Warum? Woran liegt's? Wie lange jetzt schon? Erzähl uns noch mal ein kleines bisschen darüber.
Tamara: Ich musste das Studium tatsächlich aus verschiedenen Gründen erstmal auf Eis legen. Das war, glaube ich, 2023. Das fing ganz klassisch an mit erstmal Auto kaputt und sowas. Und wir haben in dem Mietshaus gewohnt und der Vermieter war nicht wirklich cool. Der ist dann Anfang 2023 zu uns angekommen und hat gesagt: So, ihr habt jetzt einen Monat Zeit und dann müsst ihr raus sein. War natürlich rechtlich alles nicht richtig, wir haben auch versucht dagegen anzugehen, aber da war absolut keine Chance. Und dann mussten wir gezwungenermaßen erstmal umziehen. So schnell hat man aber halt auch nichts bekommen, und es lief am Ende tatsächlich darauf hinaus, dass wir keine Wohnung, kein Haus, nichts gefunden haben so schnell. Meine Tochter hat erstmal im Gästezimmer von meiner Mutter gewohnt und ich tatsächlich im Wohnwagen auf dem Parkplatz bei meiner Mutter.
Da war an Studium überhaupt nicht zu denken, auch mit den Kosten, das ging einfach gar nicht. Da habe ich erstmal ein Urlaubssemester gemacht, das geht an der IU ja ganz einfach über den myCampus beantragen, und dann hat man quasi sechs Monate, also ein Semester Pause. Das habe ich dann erstmal gemacht und habe gedacht, okay, vielleicht regelt sich das dann alles erstmal. Es war aber dann eine ganze Weile wirklich auch keine Wohnung in Aussicht. Ich weiß gar nicht, wie lange ich da im Wohnwagen war – zu lange.
Irgendwann haben wir dann was gefunden, wir mussten dann aber erstmal unseren ganzen Kram wieder von überall wieder zusammensuchen, weil unsere Möbel und so im Container waren. Und bis wir dann wirklich eingezogen waren und sich das alles gelegt hat, war schon über ein halbes Jahr um. Und dann habe ich erstmal noch ein Urlaubssemester gemacht, weil ich da immer noch dachte, okay, vielleicht wird's. Tatsächlich war die ganze Situation aber auch psychisch extrem anstrengend, dass ich auch wirklich keinen Kopf dafür hatte, irgendwie noch ans Studium zu denken. Gleichzeitig den Fernuniplaner auch am Laufen zu halten – ich habe in der Zwischenzeit einmal die Produktion wirklich zugemacht, weil ich ja gar keinen Platz dafür hatte, habe die dann kurzfristig tatsächlich bei meiner Schwester im Wohnzimmer kurzzeitig aufgebaut.
Und wo das hier alles wieder so einigermaßen lief, hatte ich tatsächlich erstmal damit zu tun, meine Psyche wieder ein bisschen zu reparieren, sage ich mal. Und dadurch, dass dieses Haus hier aber auch teurer ist als das alte, musste ich dann irgendwann Prioritäten setzen und habe gesagt, okay, das funktioniert im Moment einfach nicht mehr. Ich habe weder den Kopf dazu noch wirklich die Zeit, und finanziell passt es auch gerade nicht. Dann habe ich mich entschlossen, quasi erstmal den Vertrag zu kündigen. Habe mir die Leistung, die ich bis dahin gebracht habe, anerkennen lassen. Dann kriegt man so ein Schriftstück, wo das alles draufsteht, weil wenn ich irgendwann wieder – was ich möchte – weitermache, kann ich mir die Kurse quasi wieder anerkennen lassen.
Christian: Kündigung ist tatsächlich an der IU ganz einfach, also da kann man, ich glaube, wenn man das in Google eingibt, kommt man da schon hin mit „IU Kündigung". Das ist so ein Onlineformular, oder?
Tamara: Genau, und ich glaube drei Monate Kündigungsfrist sind das.
Christian: Okay. Außer man ist noch ganz am Anfang vom Studium, da ist es irgendwie ein bisschen anders. Da können wir gleich noch mal im Detail drüber reden, wie das organisatorisch aussieht. Das interessiert mich auch. Das klingt auf jeden Fall nach einer super schwierigen Zeit, jetzt die letzten zwei Jahre eigentlich schon.
Ich weiß gar nicht, wo wir da jetzt anfangen sollen. Erstmal finde ich total cool, dass du da drüber redest, dass du dich auch traust, da drüber zu reden. Wir hatten das auch im Vorgespräch schon ein bisschen, dass du dich gefragt hast, ob das jetzt eigentlich interessant ist für uns, wenn wir da drüber reden. Aber ich find's halt super interessant, auch mal zu gucken, wie schafft man es, aus so einer Situation gestärkt hervorzugehen. Und auch mal um zu zeigen, wie schnell das eigentlich passieren kann. Das kenne ich auch aus meinem eigenen Leben, dass es irgendwie schwierig wird, so ein Studium fortzusetzen, weil das eben ein langfristiger Plan ist.
Du willst ja fortsetzen, dann können wir auch gleich noch mal drüber reden, was es da jetzt für Möglichkeiten gibt. Also wenn ich es richtig verstanden habe, zwei größere Gründe eigentlich: zum einen finanziell war das jetzt schwierig, das fortzusetzen, und zum anderen auch einfach organisatorisch und mental sozusagen, weil du da ganz viele Sachen auch so zu tun hattest.
Tamara: Ja.
Christian: Vielleicht noch eine Frage, bevor wir jetzt gleich mal darüber reden, wie das organisatorisch aussieht, wenn man sein Studium pausieren möchte. Du hast gesagt, eine längere Zeit im Wohnwagen. Das klingt für mich auch erstmal krass eigentlich. Wenn ich das überlege, ich müsste jetzt raus aus meiner Wohnung – wir sind aktuell auch umgezogen, das war auch ein Riesending mit einer Familie, die aus fünf Menschen besteht. So ein Umzug zu stemmen ist wirklich nicht ganz so einfach, gerade wenn man noch Vollzeit berufstätig ist und vielleicht sogar auch noch ein Studium macht, wie das viele oder eigentlich fast alle von unseren Zuhörern und Zuhörerinnen machen. Ist einfach super stressig. Man muss die alte Wohnung irgendwie auch noch übergeben und all diese Sachen, es ist finanziell auch teuer, einen Umzug zu machen, man braucht eine Kaution erstmal, muss Geld vorschießen. Also ich kann mir nur annähernd vorstellen, wie kompliziert das bei euch gewesen sein muss, wenn da noch ein Haus ist. Wir sind halt aus einer Wohnung ausgezogen in eine größere Wohnung, das war schon anstrengend genug. Ist halt cool, wenn man da ganz viele Leute hat, die helfen, aber trotzdem super viel zu tun.
Tamara: Ja, bei mir war ja auch noch die Produktion vom Fernuniplaner auch noch komplett. Also ich hatte im oberen Teil vom Haus zwei Räume, einmal so wie hier jetzt das Büro und daneben dann halt ein Raum, wo die komplette Produktion war, und das musste ja auch alles irgendwie noch mit. Und wir wussten aber ja auch nicht wohin, es war ja nicht so, dass man von einer Wohnung in die andere räumen konnte, sondern wir mussten erstmal gucken, wo gehen wir mit unserem ganzen Kram hin.
Christian: Ja, und wenn man dann auch noch Stress mit dem Vermieter hat, also wirklich, wenn man eigentlich schon angekommen ist, dann irgendwo – okay, du bist ja nicht direkt in der neuen Wohnung angekommen, aber sich da dann auch noch drum zu kümmern. Also das stelle ich mir wirklich alles sehr, sehr stressig vor. Da kann ich total nachvollziehen, dass da jetzt eigentlich erstmal auch kein Raum, auch einfach zeitlich, irgendwie für Studium ist.
Trotzdem habe ich so gedacht beim Überlegen, worüber wir jetzt reden, nachdem wir das Vorgespräch geführt hatten – du hast ja auch irgendwie Perspektive auf Dinge. Aus dem Wohnwagen heraus gewinnt man doch auch erstmal eine andere Perspektive. Man fängt vielleicht auch an, Dinge zu schätzen, die man vorher eigentlich gar nicht mehr so richtig geschätzt hatte. Gab's da irgendwie auch Dinge, die da positiv waren in dem Sinne, die du dir da mitgenommen hast?
Tamara: Tatsächlich. Also wir mussten ja wirklich ganz genau gucken, was kommt mit in den Wohnwagen. Man häuft – wir haben sieben Jahre im Haus gewohnt – man häuft ja ziemlich viel Kram doch irgendwie an. Da mussten wir wirklich ganz genau gucken: Was hat jetzt Priorität, was muss mit, was brauchen wir, was kann erstmal in den Container. Man lernt halt wirklich auch die Sachen zu schätzen, die wirklich wichtig sind, dass man halt auch wirklich mit deutlich weniger zurechtkommt. Aber gleichzeitig auch, wenn man wieder den Raum hat – erstens, dass man wieder Platz hat. Der Wohnwagen war ja doch sehr beengt. Und dadurch, dass ich halt auf dem Parkplatz bei meiner Mutter quasi gewohnt habe, auch Privatsphäre für sich zu haben und sowas. Das nimmt man so im Alltag irgendwann gar nicht mehr wahr, dass man diese Priorität hat, und das ist da doch schon sehr deutlich geworden.
Christian: Ja, okay. Dann reden wir mal ein bisschen darüber, wie das organisatorisch jetzt konkret aussieht an der Hochschule, in deinem Fall an der IU Internationalen Hochschule. Du hast eigentlich schon ein bisschen angeschnitten: Wenn ich jetzt mein Studium erstmal pausieren möchte, egal ob es jetzt aus finanziellen Gründen ist oder weil ich einfach eine Pause brauche und andere Dinge zu erledigen habe, hast du gesagt, grundsätzlich kann man eigentlich erstmal immer ein Urlaubssemester einlegen. Kann man das beliebig viele Urlaubssemester machen oder wie funktioniert das?
Tamara: Man hat die Hälfte der Regelstudienzeit, das heißt, wenn man sechs Semester macht, werden das glaube ich drei Semester Urlaubssemester. Ich bin mir aber nicht hundert Prozent sicher. Und es geht halt immer sechs Monate. Man kann halt auswählen, welchen Grund man hat. Wenn das zum Beispiel wirklich aus gesundheitlichen Gründen ist, kann man zum Beispiel auch hingehen und sich ein Attest holen, ich glaube, dann hat man eine größere Anzahl an Urlaubssemestern, als wenn man das jetzt einfach so macht. Und ansonsten ist es halt wirklich einfach über myCampus, das ist dann auch ein Onlineformular, da gibt man das halt an, die Gründe, und dann wird das halt zum nächstmöglichen Zeitpunkt genehmigt. Ich weiß gar nicht mehr ganz genau, welche Bedingungen da waren, aber das geht meist relativ flott.
Christian: Okay.
Tamara: Und dann hat man halt das Urlaubssemester. In der Zeit kommt man auch nicht in den myCampus rein und auch nicht an das Studienmaterial online. Und zum Beispiel für die, die einen KfW-Studienkredit haben – für die ist das auch wichtig, die müssen das melden, weil in der Zeit wird der Kredit nämlich auch nicht weiter ausgezahlt.
Christian: Okay, und ich zahle dann auch keine Studiengebühren in der Zeit?
Tamara: Genau, das auch.
Christian: Okay, also gar keine, jetzt nicht irgendwelche Grundgebühren oder irgendwas? Nichts?
Tamara: Man zahlt nichts.
Christian: Okay, das schon mal eine sehr gute Möglichkeit, wenn man jetzt auch einfach aus finanziellen Gründen erstmal eine Pause braucht. Man kann da erstmal ein Urlaubssemester einlegen und dann mehrere auch. Kann man da jetzt auch mehrere hintereinander machen?
Tamara: Ja, man kann auch die, die man hat, quasi alle hintereinander nehmen.
Christian: Okay, aber das entbindet einen natürlich nicht so insgesamt von den Gesamtstudiengebühren, aber man hat dann einfach erstmal ein bisschen Luft, gerade wenn man jetzt eine hohe finanzielle Belastung jeden Monat hat. Wenn man sich in ein Vollzeitstudium eingeschrieben hat, zahlt man ja monatlich noch mehr als für so ein Teilzeitstudium. Dann kann das auf jeden Fall ein sinnvoller erster Schritt sein, auch um erstmal Luft zu holen, vielleicht finanziell oder auch mental, und dann zu gucken, wie könnte es jetzt weitergehen. Also das geht einfach an der IU. An anderen Hochschulen, gerade an den privaten, stelle ich mir das auch sehr einfach vor. Du musst auch nichts begründen, also musst nicht sagen, warum du jetzt ein Urlaubssemester brauchst?
Tamara: Also ich kenne das aus dem Fitnessstudio, wenn du da sagst, ich möchte jetzt gerne mal drei Monate pausieren – bei mir war das zum Beispiel so, als meine Tochter geboren wurde, weil da einfach gar keine Zeit mehr war. Auch wenn ich nur einen monatlichen Vertrag habe, ich wollte es trotzdem einfach pausieren, das musste ich erstmal begründen, und da gab's als Begründung nur „ich bin schwanger", was auf mich jetzt nicht zutrifft, oder Krankheit, da bräuchte man ein Attest. Aber bei der Hochschule ist das nicht nötig. Auch wenn man an der FernUni zum Beispiel studiert, an der staatlichen Hochschule, da kann man einfach Urlaubssemester einlegen.
Christian: Ja, also das wäre das Organisatorische. Wie sieht denn das aus an der IU, wenn ich jetzt auch im Urlaubssemester merke, nee, das geht nicht mehr, ich werde das jetzt erstmal beenden? Komme ich da einfach so aus dem Vertrag raus, oder wie war das bei dir?
Tamara: Ich habe tatsächlich ganz simpel einfach über die Onlinewebsite – wenn man das googelt, kommt man da auch irgendwo über die Website hin – einfach dieses Onlineformular da tatsächlich ausgefüllt, und dann sind halt diese drei Monate Kündigungsfrist, und ab dem Zeitpunkt ist man halt raus. Man muss halt das iPad zurückschicken. Was vielleicht noch wichtig ist: Wenn man wirklich in eine Situation kommt, sollte man sich das frühzeitig überlegen, ob man weitermacht oder wirklich erstmal komplett aufhört, weil es wird ja keine Rückzahlung geleistet. Und das sind halt sonst immer noch weiterlaufende Kosten. Dadurch, dass man keine Rückzahlung bekommt, sollte man sich das halt wirklich vorher überlegen.
Christian: Ja, die Kosten, also das, was man ausgegeben hat, ist eigentlich erstmal weg. Aber du hast ja auch schon gesagt, natürlich bekommt man eine Übersicht über die Module, die man absolviert hat, und über die ECTS-Punkte, die man da schon erreicht hat. Und die kann man sich dann, wenn man sich später neu einschreibt, anrechnen lassen. So wurde mir das zumindest gesagt, und die werden dann quasi von den neuen Studiengebühren abgezogen.
Tamara: Genau, und das kann man dann auch checken lassen, bevor man sich einschreibt. Da schickt man dann einfach sein Transkript dahin und sagt: Hier, das hatte ich jetzt schon, prüft bitte erstmal, was alles anerkannt wird.
Christian: Das kann natürlich sein – das sage ich jetzt aus meiner Erfahrung oder Beobachtung – dass dann nicht alles exakt so anerkannt wird, weil sich Module ja auch ändern im Laufe der Monate und Jahre und dass man da dann vielleicht doch noch mal ein Modul neu machen muss. Beispielsweise das Modul „Wissenschaftliches Arbeiten", das gibt's aktuell glaube ich gar nicht mehr so an der IU wie noch vor zwei, drei Jahren. Die Module sind glaube ich tatsächlich mittlerweile angepasst auf einzelne Fachrichtungen, also jetzt wissenschaftliches Arbeiten für pädagogische Berufe oder für BWL. Da kann es natürlich sein, dass man das Modul dann noch mal neu absolvieren müsste und nicht anerkannt bekommt.
Wenn man jetzt an eine andere Hochschule wechseln möchte, also von der IU zum Beispiel an die Hochschule Fresenius oder AKAD oder auch an die FernUni Hagen, da kann es natürlich sein, dass man dann noch weniger anerkannt bekommt von dem, was man jetzt schon gemacht hat. Aber grundsätzlich ist es einfach möglich zu kündigen. Ich glaube, die Anbieter oder Hochschulen sind mittlerweile gesetzlich verpflichtet, auf ihrer Webseite auch ein Kündigungsformular bereitzustellen. Drei Monate muss man dann an der IU noch mal bezahlen, also am besten mal erstmal auch in den Vertrag gucken, da steht eigentlich ganz genau die ganzen Modalitäten drin. Gerade wenn man das relativ am Anfang tatsächlich machen muss, da gibt's glaube ich irgendwie andere Regeln.
Also noch mal als Hinweis hier dazu: Was wir jetzt sagen, auch was du gesagt hast, gilt jetzt nicht unbedingt allgemein für jede Hochschule, für jeden Studiengang, sondern letztendlich gilt gerade auch an den privaten Hochschulen immer das, was in dem Vertrag steht, was man da ausgemacht hat. Da müsste man jetzt mal reingucken.
Dann wollten wir so ein bisschen darüber reden: Wie geht man eigentlich mit so großen persönlichen Herausforderungen um, so wie das jetzt bei dir der Fall war? Ich kann vielleicht noch erzählen, wie es bei mir letztes Jahr war, das war auch eine sehr herausfordernde Zeit. Und wie schafft man es, da irgendwie resilient zu sein oder auch durch so eine Herausforderung so ein bisschen Resilienz aufzubauen? Du hast ja auch erzählt, dass das alles psychisch schwer war für dich. Manchmal ist es auch körperlich einfach schwer, das wirkt sich ja dann alles aufeinander aus.
Also bei mir war es letztes Jahr zum Beispiel – es war natürlich auch eine wunderschöne Zeit, weil ich auch Vater geworden bin – und dann gab es auch ganz viele Sachen natürlich da rundherum zu organisieren. Gleichzeitig habe ich auch das Unternehmen irgendwie zu führen als Geschäftsführer, was auch eigentlich nicht erlaubt, dass ich da weg bin sozusagen. Da muss ich halt irgendwie da sein und Dinge machen und organisieren. Und gleichzeitig wollte ich aber auch die ganze Zeit für meine Tochter und für meine Familie natürlich da sein, was ja organisatorisch auch nicht mal ganz so einfach war, und dann Umzug und so weiter und so fort. Das war jetzt vielleicht alles nicht in dem Sinne so belastend wie deine Situation und so herausfordernd, aber ich kenne natürlich auch so eine Situation.
Du hast schon ein kleines bisschen darüber erzählt. Kannst du uns vielleicht darüber berichten, was du so gemacht hast, um damit insgesamt irgendwie umzugehen, um das für dich einfacher zu machen? Also du sitzt jetzt im Wohnwagen sozusagen, das ganze alte Leben ist erstmal so ein kleines bisschen zusammengebrochen. Wie kann man sich da so deinen Alltag vorstellen, wie hat das funktioniert?
Tamara: Am Anfang, wo wir quasi angekommen waren im Wohnwagen, war es erstmal extrem schwer, weil es hat sich halt wirklich so angefühlt, als ob alles irgendwie zusammengebrochen wäre und weil halt auch keine Änderung in Aussicht war. Da habe ich tatsächlich einfach nur überlebt die erste Zeit, gerade auch halt für meine Tochter. Man hat halt irgendwie funktioniert, aber mehr auch nicht wirklich. Ich habe aber trotzdem immer weiter versucht, irgendwie eine Wohnung oder ein Haus zu finden, gerade eben auch wegen meiner Tochter und weil das ja auch kein Dauerzustand war.
Und ich habe irgendwann dann angefangen, mit dem Notizbuch einfach wirklich jeden Tag eine Sache aufzuschreiben, die positiv war. Gerade wenn man damit anfängt, denkt man halt so – wirklich, man sitzt davor und denkt: Ich habe keine Ahnung. Das sind dann am Anfang wirklich richtig Kleinigkeiten gewesen. Und das hat so ein bisschen geholfen, irgendwann wieder den Blick aufs Positive zu bekommen. Und irgendwann tatsächlich sich einfach hinzusetzen und zu denken: Okay, ich kann nichts an der Situation ändern, ich habe keine Kontrolle darüber, ich kann daran nichts ändern. Aber ich kann ändern, wie ich darauf reagiere und wie ich damit umgehe. Und das ist verdammt viel Kopfarbeit, aber irgendwann ändert sich das Denken. Ich kann das nicht so gut erklären, aber irgendwann ändert sich das einfach, und dann kommt man da so ein bisschen wieder raus.
Christian: Und Zuversicht war dann aber trotzdem da? Ich meine, man hat ja auch selber irgendwie so eine gewisse Stärke, Dinge zu organisieren und zu machen. Oder gab's da auch Momente, in denen du Zuversicht so ein bisschen verloren hast?
Tamara: Es gab definitiv Momente, wo ich hoffnungslos war, wo ich dachte: Okay, jetzt weiß ich keine Ahnung, wie ich da rauskommen soll. Also die gab es definitiv auch. Aber so stumpf das klingt: Aufgeben war halt auch einfach keine Option. Und irgendwann kämpft man dann einfach nur noch, man funktioniert, man kämpft, man macht, und irgendwann ist man da halt irgendwie raus. Aber gut geht's einem in dem Moment halt wirklich nicht.
Christian: Also ich hatte auch mal in meinem Leben so eine ganz schwere Situation, eigentlich auch schon viele Jahre her. Ich denke, da hatte ich auch mal ein Video drüber gemacht. Das war geprägt von so, ich sag mal, diesem Modebegriff Burnout, eigentlich war das so in diese Richtung bisschen. Ich war völlig zurückgezogen eigentlich auch mit mir allein, da gab's jetzt auch keine Familie, da hatte ich natürlich so meine Eltern und Geschwister und so, die waren aber auch weit weg. Und was mir da geholfen hat – du hast jetzt gesagt, so ein Journal zu führen eigentlich und zu gucken, was ist jetzt positiv gewesen vielleicht auch an dem Tag. Bei mir war es damals auf der einen Seite Meditation, das hat mir irgendwie super viel geholfen, auch Zuversicht aufzubauen, weil ich auch im Meditieren immer versucht habe, mir eine bessere Zukunft vorzustellen, und den Eindruck hatte, okay, ich stell mir das jetzt vor, als sei es gegenwärtig, als sei ich jetzt schon in dieser besseren Zukunft angekommen. Das hat mir auch geholfen, einfach tagsüber besser drauf zu sein, nicht in so eine depressive Stimmung zu verfallen und einfach daran zu arbeiten, dass es jetzt besser wird.
Das war das eine, also das war sozusagen, was mir psychisch geholfen hat, meditieren, manchmal wirklich sehr oft am Tag, zwei, dreimal am Tag. Und auf der anderen Seite hat mir auch geholfen, einfach Sport zu machen, sportlich zu sein, mich körperlich irgendwie zu betätigen. Fotografieren bin ich sehr, sehr viel gegangen, so dass ich da jeden Tag einfach unterwegs war und sehr viel laufen musste. Bei anderen sind es vielleicht, wenn die alleine sind, zum Beispiel Haustiere, das kann auch so eine ganz einfache Sache in dem Sinne sein, so dass man da auch jemanden oder etwas hat, worum man sich kümmern muss und beschäftigen muss und dann auch mal so rauskommt einfach. Bei dir ist wahrscheinlich auch die Tochter, die da, oder die Familie überhaupt, die da super krass motivierend ist, weil da kannst du gar nicht anders als Eltern. Wie war das, wie ist deine Tochter damit umgegangen?
Tamara: Für sie war das tatsächlich auch sehr schwer. Auch wo wir hier dann angekommen sind, hat man das noch ziemlich lange gemerkt, weil sie war ja auch komplett aus ihrer Umgebung rausgerissen. Das war der erste Umzug, wir haben erst versucht, wirklich in der Umgebung auch eine Wohnung zu finden, damit sie Kindergarten und so nicht wechseln muss, war aber halt überhaupt gar keine Chance. Und es war halt auch schwer, ihr das zu erklären. Also wir sind relativ offen damit umgegangen, weil auch wenn sie da vier, fünf und noch relativ klein war, sie merkt das ja. Sie merkt, wie es einem selber geht, sie bekommt das ja mit, wenn Kartons gepackt werden und so. Wir haben versucht, ihr das so gut es geht zu erklären, soweit sie das halt schon verstehen konnte. Aber für sie war das halt auch extrem schwer, und auch bei ihr hat man das psychisch gemerkt.
Christian: Ja, ich kenne das auch aus meiner Erfahrung jetzt vom letzten Jahr. Für Kinder ist so ein Umzug noch mal eine sehr viel größere Sache. Für uns Erwachsene ist es irgendwie so ein organisatorisches Ding, man muss halt dieses machen, jenes machen. Ich bin auch so oft in meinem Leben schon umgezogen, dass es jetzt für mich psychisch in dem Sinne kein Problem war, wir ziehen jetzt sowieso nicht weit weg, einfach nur die Lebensumstände noch mal verbessern, eine größere Wohnung oder was auch immer. Aber für die Kinder war das schon aufregend eigentlich, die kennen das ja nicht oder kannten das nicht.
Auch die Kleinste, also die, die noch kein Jahr ist – da hat man gemerkt, gerade diese Umzugstage, die hat einfach auch mehr geweint zum Beispiel und war halt einfach ein bisschen gestresst von der gesamten Situation. Andererseits aber habe ich auch gemerkt, dass die Kinder in dem Moment viel kreativer geworden sind irgendwie. Dann gab es halt mal ein paar Tage kein richtiges Fernsehen, weil das Internet eben erstmal noch nicht ging, und da hat man gemerkt, okay, die Kinder, die kommen eigentlich ziemlich gut damit zurecht. Wenn sie zum Beispiel mal nicht Fernsehen gucken können, dann werden die eigentlich total kreativ in ihrem Spielen, spielen halt wieder viel mehr, was sie vorher nicht gemacht haben. Kinder können sich auch extrem schnell anpassen, das geht dann viel schneller wahrscheinlich noch als bei uns Erwachsenen. Aber natürlich merken das die Kinder auch, das dann auch zu beobachten als Erwachsener, dass es denen jetzt damit nicht so gut geht, wenn dann noch der Kindergarten oder die Einrichtung gewechselt wird.
Tamara: Ja, bei uns war ja das Hauptproblem tatsächlich, was das Ganze so extrem schwierig gemacht hat, dass man eben halt nicht wusste, wohin. Man konnte ihr gar nicht sagen: So, wir ziehen jetzt dahin. Sie hat es dann irgendwann als Abenteuer empfunden, dass sie quasi bei der Oma so im Gästezimmer war. Aber wir konnten ihr gar nicht sagen, wo wir jetzt hinziehen, wie bei einem normalen klassischen Umzug eigentlich ist, dass man weiß, okay, man geht jetzt von Ort A nach Ort B und bringt da seine Sachen hin, sondern erstmal wirklich alles verteilen und ihr nicht sagen können, wir ziehen jetzt dahin. Das war halt das Schwierige, und ich glaube, das war auch das, was für sie auch so schwierig war.
Christian: Und ist das für dich auch was, was dir geholfen hat in dieser Situation, die Hilfe sozusagen von außen? Weil du sagst Oma – ich weiß nicht, ob es jetzt sozusagen von deiner Seite aus, also deine Mutter? Diese Hilfe war auch super wichtig für dich?
Tamara: Ohne das hätten wir wahrscheinlich alle irgendwie im Wohnwagen irgendwo auf dem Campingplatz sitzen müssen. So hatte meine Kleine halt wirklich wenigstens ein Zimmer, sie hatte dann halt auch wirklich das Gästezimmer komplett für sich, deswegen haben wir uns auch entschieden, dass wir im Wohnwagen schlafen, damit sie wenigstens noch ihr Zimmer quasi hat. Wir haben auch direkt ihr komplettes Spielzeug da reingemacht und ihr Bett und so, dass sie wenigstens ein bisschen das Gewohnte hat.
Christian: Okay, also in dem Sinne hat das ja auch noch so ein bisschen Infrastruktur, sage ich mal, jetzt eine normale Dusche und so, auch ein bisschen normalen Wohnalltag, den ihr da nutzen konntet, einfach auch durch die Hilfe durch deine Mutter in dem Fall.
Journal führen hast du gesagt, und zu gucken einfach, was ist trotzdem positiv, hat dir geholfen. Gab's vielleicht noch irgendwelche andere Sachen? Ich weiß nicht, spazieren gehen oder irgendwas, was geholfen hat, um da klarzukommen mit der Situation?
Tamara: Zum Beispiel, also ich gehe mit meiner Tochter ziemlich viel spazieren, weil – ich nenne das immer: wenn die Batterie leer ist, dass wir damit die Batterien wieder aufladen. Das formuliert sie mittlerweile tatsächlich auch so. Und da sind wir keine Ahnung wie viel gelaufen, auch so im Wald und sowas, das empfinden wir beide als Batterien aufladen.
Was ich aber tatsächlich auch noch sehr wichtig finde, was viele eher negativ sehen, ist wirklich das Negative auch zulassen. Dass man sagt: Okay, ich darf mich gerade schlecht fühlen, es ist okay, wenn ich mich gerade schlecht fühle, es ist okay, wenn ich zwei, drei Tage wirklich gerade nur das Nötigste schaffe und einfach nur das Nötigste funktioniert, und es ist kein Drama, es ist nicht schlimm. Und viele verdrängen das und versuchen trotzdem weiterzumachen, und ich finde, das macht es schlimmer.
Christian: Ja, weil andere Menschen das auch nicht so mögen irgendwie, wenn es einem nicht gut geht. Ganz normal, ich meine, das ist glaube ich auch so irgendwie in uns ganz tief drin, dass man Angst hat, wie wenn jetzt jemand krank ist zum Beispiel, also irgendeine schwere körperliche Krankheit, dass man sich da ansteckt und so, das versucht man ja auch zu meiden. Ist dann halt schwer sozusagen, jemanden zu finden, der das dann trotzdem irgendwie akzeptiert und sagt: Ja, okay, der geht's jetzt halt schlecht, jetzt lass es auch einfach mal so sein.
Tamara: Also ich hatte selber das Problem, dass ich das nicht wirklich zulassen konnte, weil ich immer dachte, okay, ich muss stark sein, ich muss auch für meine Tochter funktionieren. Aber sie merkt es ja, wenn es mir nicht gut geht. Ich habe es dann irgendwann wirklich so gemacht, dass ich ihr gesagt habe, okay, es geht mir gerade nicht gut wegen gewissen Umständen, halt kindgerecht erklärt, dass es gerade so ist.
Ich mache das bei ihr aber zum Beispiel auch so: Wir haben in der Küche so eine Ampel quasi hängen mit Wäscheklammern mit den Namen. Und dass wir dann zum Beispiel, wenn es uns wirklich nicht gut geht, unsere Wäscheklammer auf Rot setzen, dass wir dann aber gleichzeitig eben auch sagen: Okay, was können wir machen, um wieder auf Gelb oder Grün zu kommen? Wie dann eben zum Beispiel mal spazieren gehen und solche Sachen, wirklich Sachen, die einem guttun. Das hat sie mittlerweile halt auch wirklich verinnerlicht. Weil gerade in der Zeit habe ich gemerkt, dass viele wirklich nicht dieses Negative zulassen können und wirklich immer meinen, es muss alles perfekt laufen. Also ich habe selber dazu gehört und anderen quasi vorgespielt, so: Man ist stark, man kriegt das hin, man hat keine schlechten Tage.
Christian: Okay, das klingt aber dann auch nach einer Situation, als ob ihr da wirklich auch familiär aus der ganzen Situation sehr gestärkt herausgegangen seid, so schwierig wie das dann für alle war. Aber das bringt ja in dem Sinne dann auch was fürs Leben.
Tamara: Ja.
Christian: Also du hast jetzt ein paar Sachen genannt, die dir geholfen haben, sozusagen resilient zu bleiben. Und eigentlich ist das ja insgesamt eine Situation, die sicherlich auch geholfen hat, Resilienz aufzubauen und beim nächsten Mal, wenn eine schwere Situation kommt, noch besser damit umzugehen.
Lass uns vielleicht noch über Selbstständigkeit reden. Du hast gesagt, es ist wie mit dem Studium, zeitweilig musstest du das eigentlich aufs Eis legen. Vielleicht kannst du uns, bevor wir darüber im Detail reden, noch mal kurz erklären, wie kann man sich deinen Alltag als Selbstständige vorstellen? Du machst den Fernuniplaner, du hast einen Onlineshop, du bespielst Instagram, letztendlich. Ich weiß nicht, ob es noch andere soziale Medien gibt, und du produzierst es auch alles selber?
Tamara: Genau. Instagram habe ich tatsächlich vor kurzem, jetzt vor ein paar Tagen, aufgehört. Davor aber halt versucht, so gut es geht aktiv zu machen. Das Problem ist, dass ich das halt wirklich eben alles alleine mache und dass das eigentlich die Jobs von mindestens fünf Leuten sind. Weil es ist ja das Lager, die Produktion, der Kundenservice, die E-Mails beantworten, dann halt Social Media, die Videos drehen, die Videos schneiden, die Bestellungen packen, die Website aktuell halten – es sind im Grunde keine Ahnung wie viel Jobs gleichzeitig.
Christian: Es ist eine Herausforderung. Gerade so die Produktion glaube ich, wenn da jetzt eine Bestellung reinkommt, sich da erstmal hinzusetzen – das sind ja teilweise auch individuelle Dinge, die du produzierst, habe ich gesehen. Du hast jetzt, ich habe ja noch so diese Version vom Fernuniplaner von 2022. Ich habe gesehen, in deinem Shop kann man jetzt auch ein Cover sozusagen relativ individuell machen lassen, also das ein bisschen farbig ist und an seinen Geschmack anpassen lassen kann?
Tamara: Ja, also der Planer an sich, der Inhalt, wird quasi wirklich bei jeder Bestellung individuell gedruckt, weil man sich auswählen kann, welches Zeitmodell man möchte, wie viele Module, ob es für den Bachelor, für den Master, ob es zum Beispiel extra für die IU sein soll. Und ich drucke halt wirklich jeden Planer, wenn die Bestellung reinkommt, extra, das ist nichts, was auf Lager liegt oder so. Und ich habe in den letzten Jahren versucht, den noch mehr zu optimieren und auch ein bisschen individueller zu gestalten, deswegen zum Beispiel diese Cover, ich habe keine Ahnung wie viele verschiedene Cover jetzt entworfen, wo man sich das auswählen kann.
Dann tatsächlich auch viele Sticker, einmal wirklich so Motiv-Sticker, aber auch die Planer-Sticker, die wirklich auf den Planer genau zugeschnitten sind, die genau reinpassen, um die Planung noch effizienter und noch schneller zu gestalten. Dann den Notizblock, also wirklich so Kleinigkeiten, die den Planer ergänzen, um den noch besser zu machen. Ich gucke halt auch immer, was die Leute sich wünschen, frage auch regelmäßig nach und versuche es dann umzusetzen.
Christian: Das ist quasi dann ja Produktentwicklung, kommt auch noch dazu als Job. Ich stell mir das wirklich aufwendig vor. Also wenn man hier diesen Planer sieht, den ich jetzt in die Kamera halte – aber denjenigen, die uns zuhören, kann ich sagen, das sind wirklich sehr, sehr viele Seiten.
Tamara: Der hat 348 Seiten.
Christian: Ja, das dauert dann schon eine Weile, bis das Ding dann zusammen ist. Ist hier mit so einer Ringbindung gemacht. Und dann muss man natürlich noch verpacken, verschicken und so weiter und so fort. Abrechnung musst du ja auch machen als Selbstständige, du bist ja auch sozusagen selbst versichert, solche Sachen, und du musst selber fürs Bezahlen vorsorgen eigentlich auch, muss man auch als Selbstständiger oder Selbstständige machen.
Also da gibt's super viel zu tun. Und warum kein Instagram mehr?
Tamara: Einmal, weil ich gemerkt habe, dass Social Media mir persönlich tatsächlich gar nicht guttut. Ich habe zwischen Weihnachten und Neujahr jetzt wirklich eine aktive Pause gemacht, habe Instagram und so erstmal vom Handy runter, auch Benachrichtigungen und alles aus. Und da habe ich erstmal gemerkt, wie sehr mich Social Media eigentlich stresst, selber – nicht nur, weil ich immer posten muss und immer irgendwie was bringen muss, was den Leuten vielleicht gefällt, sondern auch wenn ich mir die Sachen von anderen angucke, wo man sich dann doch irgendwie vergleicht. Und wenn es bei einem selber nicht so gut läuft, ist das doch eher negativ.
Und ich habe auch nicht so das Talent für Social Media tatsächlich. Die Jahre habe ich mir das ein bisschen angeeignet, aber das ist jetzt auch nicht der Hauptpunkt, der mir wirklich Spaß macht. Ich habe mehr Spaß an der Produktentwicklung und an der Produktion wirklich. Und ich habe jetzt den Fokus auf meinen Newsletter und auch meinen Blog, den wieder zu beleben, weil mir das deutlich mehr Spaß macht und dieser Druck irgendwie nicht so da ist.
Christian: Okay, also wir verlinken dich natürlich in der Beschreibung von diesem Podcast, da kann man sich dann auch den Newsletter einfach abonnieren. E-Mail-Adresse reinschreiben. Was schreibst du da immer in deinem Newsletter, worum geht's da?
Tamara: Ist so eine Mischung aus ein bisschen persönlichen Sachen, meiner eigenen Erfahrung, dann versuche ich, im Moment wirklich jede Woche irgendwie eine kostenlose Datei mit reinzugeben, die das noch mehr unterstützt, mit der Planung da Tipps zu geben, und dann halt vielleicht auch solche Sachen, wirklich: Was war das beliebteste Produkt jetzt diesen Monat im Shop? Also so eine Mischung. Und ich gucke halt auch immer, welches Feedback kommt, und versuche halt, daran auch anzupassen. Es ist manchmal fast wie so ein kleiner Onlinekurs als Newsletter.
Christian: Okay. Und sag mal, weil du sagst, du bräuchtest eigentlich fünf, sechs Mitarbeiter, um diese ganzen Aufgaben zu erledigen – ich kenne das natürlich auch von uns, wir sind auch ein super kleines Team aus drei Mitarbeitern eigentlich und aktuell gibt's noch einen Praktikanten. Und manchmal frage ich mich, wie wir das alles irgendwie gebacken bekommen. Was wir natürlich machen, worüber wir uns eigentlich auch gefreut haben, ist die Entwicklung von KI in den letzten Jahren. Wir nutzen das natürlich auch, nicht exzessiv, aber wirklich ausführlich, um uns die Arbeit in allen möglichen Richtungen zu vereinfachen. Gibt's da irgendwie Sachen, die dir irgendwie weiterhelfen oder die du nutzt, um deine Selbstständigkeit dir die Aufgaben ein bisschen zu vereinfachen?
Tamara: Tatsächlich, also ich habe irgendwie eine leichte Rechtschreibschwäche. Wenn man meine alten Texte durchguckt, man findet immer grundsätzlich Rechtschreibfehler bei mir, und ich sehe sie selber nicht. Und ich jage meistens meine Texte noch mal durch die KI, um die Rechtschreibung zu korrigieren, oder ich verschachtele halt auch gerne mal die Sätze ewig lang, um sowas halt ein bisschen zu optimieren. Dafür ja, aber ansonsten eher wenig. Ich finde das Thema ein bisschen schwierig.
Christian: Es ist halt momentan – also wir reden ja auch ein bisschen darüber, dass die wirtschaftliche Lage gerade nicht ganz so einfach ist. Das merken wir hier in der Firma, das Interesse an Studiengängen ist auch aktuell nicht so groß, die Studienzahlen gehen so ein bisschen zurück, und nicht mehr so viele Menschen können sich zum Beispiel so ein teures Studium leisten, wie es häufig an den Privathochschulen der Fall ist, wie noch vor vier, fünf Jahren. So um 2020 rum war das ein Riesenboom, da lief das alles noch ein bisschen besser, denke ich mal, auch mit deinem Fernuniplaner. Und aktuell merkt man schon, dass die Leute wirklich dreimal gucken, bevor sie einen Euro ausgeben, weil halt einfach weniger Geld momentan da ist für viele von uns.
Und darauf wollte ich eigentlich hinaus: KI ist für uns dann eine Hilfe, einfach um effizienter zu werden, die Kosten dann auch so ein kleines bisschen zu senken in vielen Bereichen, weil wir einfach weniger Arbeit reinstecken müssen. Und auf der anderen Seite hilft uns jetzt hier intern auch KI dabei, einfach eine bessere Arbeit zu machen, weil wir ganz viele Dinge, die irgendwie so wiederholend sind und die so – ich nenne es gerne mal Dulli-Aufgaben – an KI eigentlich auslagern können. Und da haben wir einfach ein bisschen mehr Fokus auf wirklich gute Inhalte, auf kreative Inhalte auch, weil wir einfach so Kleinkram wie zum Beispiel einen Text korrigieren da auslagern können sozusagen an KI. Also das ist auch eine Chance, gerade in diesen wirtschaftlich schweren Zeiten, trotzdem zu überleben oder besser zu sein und zu werden.
Gibt's Dinge, die du geändert hast, weil du gemerkt hast, aktuell läuft es vielleicht nicht ganz so gut? Rabattaktionen oder solche Sachen?
Tamara: Also ich habe das bei mir halt auch wirklich gemerkt. 2023 war das Jahr, wo wir umgezogen sind und ich die Produktion wirklich auch schließen musste. Trotzdem bin ich im Vergleich zum Vorjahr immer noch gewachsen von den Umsätzen. Und 2024, obwohl ich mir wirklich die größte Mühe gegeben habe, sind die Umsätze zum Vorjahr wirklich gesunken. Man merkt es auch allgemein, dass die Leute wirklich sehr häufig nach Rabattcodes fragen oder extrem googeln.
Ich habe das jetzt so gemacht: Bei mir war der Planer hauptsächlich so, dass man ab 25 Modulen angefangen hat, und dann auf 30 Module und 35, und je mehr Module desto teurer wird er halt auch, weil mehr Material. Und ich habe die Planer jetzt auf bis zu zehn Module reduziert. Das bedeutet, dass man, wenn man zum Beispiel erstmal nur gucken möchte, ob der funktioniert für einen, oder eben nicht so viel dafür gerade ausgeben möchte, kann man zum Beispiel den Planer mit zehn Modulen nehmen, dann ist man halt schon deutlich günstiger. Oder ich habe auch die Sparpakete gemacht, das heißt zum Beispiel der Planer und die Planer-Sticker, oder eben auch dieses Fernstudium-Starter-Survival-Kit, das ist sehr beliebt, da sind die Motivationsposter mit drin, da sind die Register mit drin, der beliebte Kugelschreiber und ziemlich viele kleine Sachen noch, das ist halt im Gegensatz, wenn du es einzeln im Shop kaufen würdest, halt noch mal deutlich günstiger. Und so versuche ich halt zu ermöglichen, dass die Leute ein bisschen sparen können. Und ich versuche, die ganzen Preiserhöhungen wie fürs Papier, für Versand und so nicht direkt umzuschlagen. Also ich gucke halt wirklich, dass ich dann lieber meine Marge ein bisschen kleiner halte, aber die Preise nicht erhöhen muss.
Christian: Ja, für uns auch ein Problem, Preise irgendwie anzupassen. Hat man irgendwie als Unternehmer oder Selbstständiger Angst davor, die Preise zu erhöhen. Aber alle haben aktuell die Preise erhöht, oder was heißt aktuell, hat sich das wieder ein bisschen eingepegelt. Aber letztes, vorletztes Jahr so – da kam eigentlich rundrum immer: Wir müssen leider die Preise erhöhen, es geht einfach nicht anders. Man muss es dann halt einfach hinnehmen und dann selber eben auch die Preise erhöhen, braucht vielleicht auch den Mut dafür. Manchmal hilft aber auch eine andere Strategie, zum Beispiel eine Kostenstrategie, oder einfach zu versuchen, den günstigsten Preis zu bieten, was dann sicherlich aber auch ein bisschen schwer ist, wenn man so ein ganz individuell gestaltetes Produkt hat.
Wie sieht's aus, hast du mal geguckt, ob irgendwie Kooperationen möglich sind, zum Beispiel mit Hochschulen? Das wäre doch eigentlich auch ganz cool, wenn da eine Hochschule an ihre Studierenden so ein Einführungspaket irgendwie gleich mit so einem Planer verschenkt.
Tamara: Das ist tatsächlich so mein absolut höchstes Ziel, tatsächlich mit einer Fernuni irgendwie in Kontakt zu kommen. Ich hatte jetzt auch mit mehreren Fernunis schon Kontakt und mit einer Fernuni war ich auch schon sehr weit, also soweit, dass ich die Angebote rausschicken konnte, es war fast alles abgeklärt. Da habe ich tatsächlich am Ende aber die Rückmeldung bekommen, dass es zu teuer ist und dass sie es deswegen nicht möchten. Obwohl ich da extra mit der Druckerei zusammengearbeitet hätte, weil wenn man halt auf großer Stückzahl produziert, kann man eben halt auch deutlich günstiger produzieren. Habe mir da halt die Preise rausgeholt und ich bin wirklich schon sehr runtergegangen, weil mir ja klar ist, dass die das an die Studenten rausschicken. Sie haben dann aber halt wirklich was anderes genommen, was günstiger ist, nicht so viel Mehrwert, aber günstiger.
Christian: Okay, also hier mal der Aufruf an alle unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, die zum Beispiel aus dem Marketing von irgendeiner Hochschule kommen – da gibt's bestimmt auch einige – guckt doch einfach mal, meldet euch mal bei Tamara, vielleicht findet ihr da irgendeine Lösung. Und man muss es ja nicht an jeden Studenten rausschicken, vielleicht kann man es zum Beispiel auch als Geschenk für eine Bewertung vergeben, dann ist der Preis eigentlich noch mehr egal, weil man bekommt ja jetzt von dem Studierenden oder der Studierenden eine Bewertung zum Beispiel zurück für das Studium. Noch mal ein anderes Thema, ob man jetzt für so eine Bewertung irgendwas zurückgeben sollte, aber häufig ist ja so an den Hochschulen oder generell auch so, dass man da dann vielleicht noch mal einen Rabatt vergibt oder sowas. Also meldet euch bei Tamara, vielleicht gibt's da irgendwie noch eine neue Möglichkeit, das wäre ganz cool.
Tamara: Mega.
Christian: Ansonsten kann ich so sagen, in so schwierigen Zeiten wirtschaftlich als Selbstständiger oder Selbstständige muss man einfach durchhalten, gucken, dass man da einfach durchkommt und überlebt. Man darf auch nicht zu schnell aufgeben. Es ist sicherlich einfacher jetzt bei dir, weil da gibt's jetzt keine Angestellten. Also du musst jetzt keine Kündigung in dem Sinne aussprechen, zum Beispiel wenn es gar nicht mehr geht, was halt glaube ich für jeden Unternehmer oder Unternehmerin schlimm ist, wenn man kündigen muss, es geht manchmal aber auch nicht anders. Aber da hast du es vielleicht noch ein bisschen einfacher, du kannst einfach ein bisschen flexibler sein. Hast du mal überlegt aufzugeben, die Selbstständigkeit, vielleicht in ein Angestelltenverhältnis zu gehen?
Tamara: Ich habe überlegt, tatsächlich auch jetzt zwischen Weihnachten und Neujahr, weil einmal wenn man halt gemerkt hat, dass die Umsätze so extrem runtergehen, obwohl ich mir auf gut Deutsch wirklich den Hintern aufgerissen habe und mir alle möglichen Strategien überlegt habe, wie das vielleicht noch wieder besser laufen könnte, und das alles irgendwie nicht so richtig lief. Dann halt auch im privaten Bereich noch wieder Dinge dazukamen, die das Ganze auch schwer gemacht haben.
Und ich war jetzt über Weihnachten und Neujahr wirklich am Überlegen, weil dann kam zum Beispiel noch sowas wie die Produktsicherheitsverordnung, was extrem viel Aufwand ist, was nicht so ganz nachvollziehbar ist. Und zum Beispiel bei mir, ich achte halt extrem drauf, dass ich keine unnötige Verpackung benutze, dass ich kein Plastik mehr benutze, dass ich Dinge benutze, die wiederverwendet werden können. Zum Beispiel für meine kleinen Sachen benutze ich solche Organza-Säckchen, das heißt, der Kunde kann die weiter benutzen. Und jetzt mit der Produktsicherheitsverordnung muss auf einmal wieder ein Flyer mit rein, alles muss mit Stickern versehen werden, das ist auch wieder unfassbar viel Material und noch mehr Müll, plus diese ganze Extraarbeit im Hintergrund. Und auch noch so ein paar andere Sachen, die vom Gesetzgeber quasi so dazukommen, die das Ganze erschweren, dass ich echt am Überlegen war, ob ich jetzt weitermache oder nicht.
Das Problem ist, ich bin kein Mensch fürs Angestelltenverhältnis. Ich bin jetzt schon so lange selbstständig, das funktioniert einmal für mich persönlich nicht, und ich wüsste auch gar nicht, wie ich das mit meiner Tochter machen soll, weil ich bin im Grunde eigentlich 90 Prozent der Zeit mit ihr alleine. Und wenn sie jetzt krank ist, gerade so Winter, Herbst und so, da ist sie ja ständig krank, ich wüsste nicht, wie ich das machen soll.
Christian: Ja, dann hoffen wir mal, dass es jetzt wieder ein bisschen aufwärts geht. Alle hoffen irgendwie, dass jetzt auch in diesem Jahr sich die wirtschaftliche Lage wieder so ein kleines bisschen erholt. Also wer von unseren Zuhörern oder Zuhörerinnen Tamara ein bisschen unterstützen will, guckt euch mal den Fernuniplaner an, verschenkt den vielleicht auch mal. Ich glaube, das ist auch ein ziemlich cooles Geschenk für Fernstudierende.
Tamara: Ja.
Christian: Und besorgt euch das auch zum Studienstart, es gibt auch so ein Starterpaket. Man gibt sowieso Geld aus und ich denke mal, dass man diesen Fernuniplaner auch in seiner Steuererklärung dann als Ausgabe als Kostenfaktor für das Studium angeben kann. Dann wird's sogar noch ein kleines bisschen günstiger. Und der Fernuniplaner ist jetzt vielleicht, wenn man gerade auf jeden Euro gucken muss, sozusagen eine kleine Ausgabe auch, aber ihr habt jetzt selber auch gehört, wie viel Arbeit da irgendwie auch drinsteckt und dass das eigentlich gar nicht günstiger zu machen geht, wenn man das so macht wie Tamara das macht.
Tamara: Das Einzige, was ich dann noch günstiger machen könnte, wäre, auf anderes Papier zu gehen, aber dann wäre das halt wirklich so ein labbriger Planer mit Papier, wo man mit dem Textmarker einmal drübergeht und man hat direkt gefühlt auf drei Seiten durchgedrückt.
Christian: Ja nee, also das, was ich hier habe, das ist richtig schön schwer, das ist schön dickes Papier, da drückt auch nichts durch, wenn ich da jetzt drauf schreibe. Da schreibe ich nicht gleich auf die nächsten drei Seiten mit, wenn ich da mit dem Füller zum Beispiel drauf schreibe, sondern das fühlt sich auch richtig hochwertig an.
Tamara, ein Thema hatten wir noch, über das wir noch ein bisschen reden wollten, bevor wir mal so einen kleinen Ausblick auf die Zukunft machen. Du studierst trotzdem weiter, hast du gesagt, erstmal für dich. Du bearbeitest immer noch so ein bisschen Module. Kannst du uns da vielleicht einen kleinen Einblick in deinen Lernalltag geben, oder mal erzählen, wie du das so organisierst?
Tamara: Ich habe mir, wo ich das Studium halt wirklich gekündigt habe, noch die Module, die noch frei waren, die Skripte zuschicken lassen, habe mir halt noch die Online-Sachen davon alles runtergeladen. Und habe halt am Anfang erstmal wirklich die Skripte, wenn ich Zeit und Kopf dafür hatte, selber durchgearbeitet. Im Grunde macht man ja, selbst wenn man eingeschrieben ist, auch nicht so viel anders – man liest die Skripte halt, sucht sich Zusatzmaterial.
Und habe das so erstmal weitergemacht und habe dann aber eben auch wirklich versucht, den Fernuniplaner weiter nach vorne zu bringen. Habe da noch mal ein paar andere Sachen gebraucht, und da mache ich das halt wirklich so: Wenn ich als Beispiel an der Website arbeite und nicht weiß, wie es funktioniert, dann gucke ich halt einfach, dass ich mir entweder Kurse suche oder auch Hörbücher, also YouTube, BookBeat und Blinkist und wie das alles heißt. Oder ansonsten LinkedIn Learning, das ist auch mega. Von der IU bekommt man das ja auch sogar gestellt, wenn man kündigt, verliert man den Zugang, aber man kann das aber auch privat quasi machen, ich glaube, das kostet 15 Euro im Monat.
Christian: Okay.
Tamara: Und da sind halt wirklich richtig gute Kurse, egal ob es jetzt für Photoshop ist oder eben für Website, mega großes Spektrum.
Christian: Und wie ist die Seite Udemy?
Tamara: Ja, Udemy nutzen wir hier auch gerne. Da kann man dann halt auch Kurse suchen, dann sucht man sich halt wirklich das Spezielle zu dem Thema raus, was man gerade lernen möchte. Und damit versuche ich halt dann, mich selber irgendwie weiterzuentwickeln.
Christian: Okay, also so ein ganz fokussiertes Lernen auch auf Themen, die du jetzt gerade aktuell brauchst.
Tamara: Genau.
Christian: Okay, das hast du dir irgendwie dann wahrscheinlich auch so durch das Fernstudium mitgenommen, so diese Fähigkeit, sich da auch selber hinzusetzen, Dinge selber anzueignen und zu lernen. Und wenn du dich jetzt tatsächlich wieder einschreiben solltest, dann hast du auch schon mal ein bisschen vorgelernt.
Gibt's da irgendwie – da kommen jetzt vielleicht mal so ein bisschen die Zukunftspläne – gibt's da schon einen Plan, ein Ziel, eine Aussicht? Soll es wieder an die IU gehen, gibt's dann eine konkrete Zeitplanung?
Tamara: Eine konkrete Zeitplanung tatsächlich gerade noch nicht, weil mir das gerade mit dem Fernuniplaner tatsächlich noch ein bisschen zu unsicher ist. Aber ich denke, ich werde das dann an der IU weitermachen, gerade weil ich da halt schon so viel gemacht habe und weil da eben auch die Wahrscheinlichkeit am höchsten ist, dass mir die Kurse halt auch wirklich wieder anerkannt werden, als wenn ich jetzt wieder an eine andere Uni wechsle. Und im Großen und Ganzen bin ich mit der IU eigentlich zufrieden. Klar, es gibt überall so ein paar Sachen, wo es besser sein könnte, aber im Großen und Ganzen passt es eben für mich, gerade auch durch die Onlineklausuren und dass es so flexibel ist.
Christian: Also Zeitplan halt noch nicht. Da willst du erstmal gucken, bis das wirklich finanziell stabil ist. Wie viel Leistungspunkte hattest du jetzt eigentlich schon, das habe ich vorhin gar nicht gefragt?
Tamara: Glaube 90 oder 100, ich bin mir gerade nicht ganz sicher.
Christian: Okay, also wirklich schon ein großer Teil. Und hast du mal geguckt, ob es irgendwie eine andere Möglichkeit gibt, dann ins Studium reinzukommen? Ich glaube, an der IU gab's mal, zumindest ich weiß nicht, ob es das immer noch gibt, so Stipendien, da bekommt man mindestens einen Teil, vielleicht sogar das ganze Studium, sozusagen von der Hochschule finanziert, eigentlich ohne Gegenleistung. Aber ich glaube, die wollen da so ein bisschen, wenn ich das richtig beobachtet habe, dass man sich engagiert, vielleicht anderen Studierenden dabei hilft, besser zu werden. Hast du da mal geguckt, ob das irgendwie eine Möglichkeit wäre?
Tamara: Oder geht's bei diesen Stipendien – ich habe da nur einmal vor ein paar Jahren ganz kurz reingeguckt und da war nichts Passendes, beziehungsweise war ich halt für mich selbst: Einmal, ja, das kriege ich eh nicht. Da habe ich mich dann nicht weiter mit beschäftigt.
Christian: Ich glaube, das ist gar nicht so schwer. Damals war es so, dass du erzählen musstest in einem Video, glaube ich, warum und wie du dich engagierst. Und eigentlich hast du ein ziemlich cooles Engagement durch den Fernuniplaner einfach, der hilft ja super vielen Studierenden weiter. Wenn man da noch vielleicht Instagram zum Beispiel hat oder irgendeinen Newsletter oder einen Blog, wo man anderen dann auch wirklich gezielt irgendwie weiterhilft, dann kommt das glaube ich ganz gut an.
Tamara: Also bei mir ist schon das Problem, so erstens Video – das hier ist gerade schon eine Herausforderung für mich – und ich kann mich halt überhaupt nicht gut selbst vermarkten und so richtig influencermäßig und so möchte ich gar nicht sein. Weil ich habe das immer, wo ich angefangen habe bis heute, immer so gehandhabt, dass ich nur Sachen bewerbe und nenne und zeige, wo ich wirklich hinterstehe, und nicht irgendwas, weil ich da im Hintergrund Geld bekomme oder so. Das finde ich nicht gut, das bin ich nicht und das werde ich halt auch nicht machen. So, an sich die Uni ist in Ordnung, aber dass ich jetzt wirklich so aktiv Werbung machen würde, das wäre nicht ich.
Christian: Ja, also ich glaube, offiziell soll man da auch keine Werbung in dem Sinne machen, sondern sich halt eben engagieren. Aber ich will hier auch nichts Falsches erzählen, ich habe jetzt nicht noch mal nachgeguckt, ob es dieses Programm tatsächlich noch so gibt. Aber das war jedenfalls vor ein paar Jahren mal so. Das wäre eine Möglichkeit, die mir irgendwie so eingefallen wäre. Da wäre natürlich auch, weiß ich nicht, ein Studienkredit, ein KfW-Kredit hattest du genannt, aber da würde man sich ja dann eigentlich in dem Sinne noch mehr verschulden, das wäre jetzt vielleicht auch nicht gut.
Also wirklich durchziehen heißt für dich auch, mit der Selbstständigkeit vorankommen und da einfach so viel verdienen, dass man da auch wieder gut in das Studium einsteigen kann. Und dann wünsche ich dir auf jeden Fall alles Gute, dass es funktioniert.
Also wir hatten eigentlich so alle Themen durch, und ich hoffe mal, dass es auch für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer und auch die Zuschauer so rüberkommt, dass das wirklich eine super schwere Krise war, durch die du jetzt durchgegangen bist, aber dass dich das auch irgendwie gefestigt und gestärkt hat, und sicherlich auch dich und deine Familie.
Tamara: Ja.
Christian: Ich weiß nicht, hast du vielleicht noch so einen abschließenden Tipp für unsere Community, die sich vielleicht auch in ähnlich schweren Situationen befinden? Du hast eigentlich auch ein paar Sachen genannt, deine Strategien: Journal zum Beispiel zu führen und einfach sich immer wieder vor Augen zu halten, was positiv ist, spazieren gehen hast du gesagt. Was ich auch ziemlich cool fand, ist die Ampel, die Gefühlsampel. Das mache ich vielleicht bei uns irgendwie jetzt auch mal, so am Kühlschrank da irgendwie dran, so eine Ampel.
Tamara: Das funktioniert hier tatsächlich echt gut, weil wir halt auch wirklich Strategien entwickelt haben. Einmal, dass wir halt uns gegenseitig fragen: Was hat dich auf Rot gebracht? Zum Beispiel auch: Was bringt dich wieder auf Grün? Weil man sich eben auch mit sich selber beschäftigen muss und erstmal überhaupt rauskristallisieren muss, was man machen kann, damit man seine Batterien quasi wieder auflädt. Weil bei mir war es auch so, viele wissen das gar nicht, die merken, okay, mir geht's nicht gut, ich habe Stress oder sowas, aber die wissen auch nicht, was sie aktiv dagegen machen können. Und das ist auch was, wo man sich wirklich hinsetzen muss und sich Zeit für nehmen muss und erstmal irgendwie rausfinden muss.
Christian: Okay, vielleicht wäre das ja auch eine Idee für den Shop irgendwie. Ich meine, hat jetzt nicht mehr mit Fernuni zu tun, aber vielleicht kann man das ja auch für Fernstudierende machen, so eine Art Ampel für Mental Load: Ja, heute fühle ich mich völlig überfordert von allem, woran liegt's eigentlich und was kann ich dafür tun, dass ich die jetzt wieder auf Grün bekomme, damit ich auch bereit bin weiterzulernen?
Tamara: Selbstreflexion ist halt extrem wichtig.
Christian: Okay, ich weiß nicht, da gibt's auch das eine Buch: Die subtile Kunst des darauf Scheißens. Darf man das so sagen?
Tamara: Das ist tatsächlich auch sehr gut, das habe ich in der Zeit auch gelesen, und das hat mir auch sehr geholfen, so ein bisschen anderen Blick auf Dinge zu bekommen.
Christian: Ja, cool, das packen wir auf jeden Fall in die Beschreibung mit rein für den Podcast, für alle, die sich dafür interessieren.
Ganz zum Schluss, kannst du uns noch mal sagen, wie kann man dir jetzt folgen? Instagram – ich würde mal sagen trotzdem folgen. Also wir blenden auch dein Instagram ein, auch wenn du da jetzt erstmal nicht aktiv bist, aber vielleicht wirst du ja irgendwann mal wieder. TikTok?
Tamara: Ich habe es nicht ganz gelöscht oder so, also ab und zu werde ich da mal was reposten oder auch mal irgendwas teilen. Aber hauptsächlich ist halt wirklich der Fokus jetzt auf dem Blog und auf dem Newsletter. Newsletter kann man sich entweder über die Website oder auch über Instagram anmelden, ich habe da einen Link drin.
Christian: Ja, und die Website ist fernuniplaner.de.
Tamara: Genau.
Christian: Tamara, dann vielen, vielen Dank. Also ich weiß gar nicht, wie ich dir dafür danken soll, dass du dich tatsächlich jetzt bereit erklärt hast, auch über so ein schweres Thema zu reden. Ist halt eben nicht immer alles positiv. Ich hoffe mal, dass wir auch ganz viel inspirieren konnten und Kraft geben konnten für Menschen, die vielleicht in ähnlichen Lagen sind oder auch in schwierigen Situationen.
Tamara: Gerne, und ich hoffe, dass es auch anderen hilft.
Christian: Ich denke schon. Okay, tschüss, schönen Tag noch!
Tamara: Tschüss!

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