Ungleichheit in der Forschungsfinanzierung: HAWs kämpfen um Drittmittel
In Deutschland entfällt nur ein geringer Anteil der Drittmittel für Forschung auf die Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW), während der Großteil an Universitäten fließt. Diese Verteilung stellt für die HAWs eine große Herausforderung dar, da sie trotz erhöhter Bemühungen im Forschungsbereich weiterhin stark auf externe Geldgeber angewiesen sind.
Eine aktuelle Auswertung im Rahmen des Projektes TDR4HAW hat gezeigt, dass zwischen 2021 und 2023 nicht einmal zehn Prozent der vergebenen Drittmittel an HAWs gingen, während 90 Prozent an die Universitäten vergeben wurden. Cort-Denis Hachmeister vom CHE Centrum für Hochschulentwicklung erklärte, dass die Drittmittel für die HAWs besonders wichtig seien, um trotz des höheren Lehrdeputats und des weitgehend fehlenden Mittelbaus weiterhin Forschungsaktivitäten durchzuführen.
Grosspartner der HAWs sind der Bund, die Privatwirtschaft sowie die EU. Bundesgelder machen laut Auswertung 47 Prozent der Drittmittel für HAWs aus, gefolgt von der Privatwirtschaft mit 13 Prozent und der EU mit 12 Prozent. Hachmeister wies darüber hinaus darauf hin, dass Gemeinden 60 Prozent ihrer Drittmittel an HAWs vergeben, was ihre besondere Stellung als Partner in der Forschung für diese Hochschultypen unterstreicht.
Die Auswertung basiert auf einer Datenanalyse des CHE und wurde gemeinsam mit der Fachhochschule Potsdam und der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde durchgeführt. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und zielt darauf ab, die transdisziplinäre Forschung an HAWs zu untersuchen und deren Potenziale zu identifizieren.
Quelle: Pressemitteilung vom 23.4.2025
Veröffentlicht am 23.04.2025 12:48 von Marcus Schütz