Kostendruck erzwingt drastische Schritte: DAAD stellt 13 Programme ein
Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat bekannt gegeben, dass er aufgrund eines anhaltend hohen Kostendrucks 13 Stipendien- und Hochschulinternationalisierungsprogramme streichen wird. Diese Entscheidung führt zum Wegfall von rund 2.500 Stipendien pro Jahr.
Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident des DAAD, erklärte in Bonn, dass der Austauschdienst mit erheblichen finanziellen Herausforderungen konfrontiert sei. Diese Herausforderungen resultierten aus stark gestiegenen Kosten für Personal, IT und Mieten sowohl in Deutschland als auch weltweit. Obwohl es sich um eine erfreuliche Entwicklung handle, habe auch der Anstieg der Stipendiensätze für ausländische Studierende und Promovierende in den letzten zehn Jahren um 34 Prozent zusätzlichen finanziellen Druck erzeugt.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat der DAAD ein Konsolidierungsprogramm initiiert, um auch im hundertsten Jahr seines Bestehens krisenfest für die Zukunft aufgestellt zu sein. Zu den vom Auswärtigen Amt finanzierten Programmen, die eingestellt werden, gehören unter anderem Strukturelle Promotion für ausländische Promovierende, Forschungsaufenthalte ausländischer Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sowie Programme zur Förderung der Internationalisierung deutscher Hochschulen.
Der DAAD werde die betroffenen Mitarbeiter ohne betriebsbedingte Kündigungen abbauen, so Mukherjee weiter. Gleichwohl betonte er, dass die Einstellung dieser Programme und der damit verbundene Personalabbau in der aktuellen Situation unumgänglich seien. Er hoffe, dass von der neu zu bildenden Bundesregierung nach der vorgezogenen Bundestagswahl ein starkes Signal für Deutschlands Außenwissenschaftspolitik ausgehen werde.
Der DAAD befindet sich zudem in einem Fokussierungsprozess, um sich international nach klaren strategischen Prioritäten auszurichten. Dieser umfasst die Konzentration auf Büros mit regionaler Zuständigkeit für mehrere Länder sowie die Schließung kleinerer Informationszentren. Die Zielgröße von 55 DAAD-Büros weltweit soll im Jahr 2025 erreicht werden.
Finanziert wird der DAAD aus verschiedenen Quellen: Die Grundfinanzierung erfolgt über das Auswärtige Amt, die Finanzierung von Hochschulkooperationsprogrammen über das Wissenschaftsministerium (BMBF) und das Entwicklungsministerium (BMZ) sowie das Programm Erasmus+ durch die Europäische Union. Für das Jahr 2025 plant die EU, dem DAAD rund 255 Millionen Euro für das Erasmus-Programm zur Verfügung zu stellen.
Quelle: Pressemitteilung vom 26.02.2025
Veröffentlicht am 27.02.2025 09:33 von Christian Wolf