Digitale Vorreiter: KI-Avatare bereichern Lehre an der Euro-FH
Die Euro-FH Europäische Fernhochschule Hamburg erprobt in der Lehre den Einsatz von KI-generierten Avataren – eine Innovation, die in den sozialen Medien der Hochschule für lebhafte Diskussionen sorgt. Die Beteiligten sehen darin Potenzial für mehr Effizienz, bessere Aktualisierungsmöglichkeiten und ein erweitertes, barrierefreies Lehrangebot. Ob sich diese Fortschritte auch bei den Studierenden bewähren, bleibt abzuwarten.
Laut Prof. Dr. Sylvana Drewes, Professorin für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie an der Euro-FH, werde sie künftig in ausgewählten Lehrkontexten der Fernstudiengänge Angewandte Psychologie und Personalmanagement nicht nur als reale Lehrende auftreten, sondern auch als KI-Avatar. Dies teilte sie am 28. Juli 2025 auf LinkedIn mit. Mit dem Pilotprojekt sollen insbesondere Möglichkeiten geschaffen werden, Lehrvideos effizienter zu aktualisieren und die Inhalte flexibel zu gestalten, ohne dass die Professorinnen und Professoren durch künstliche Intelligenz ersetzt würden.
Prof. Dr. Drewes nannte als Vorteile der Technologie neben Adaptivität und personalisierten Lernerfahrungen auch die Steigerung der Barrierefreiheit für Studierende. Sie betonte, dass der Entwicklungsprozess im E-Medienzentrum der Hochschule nicht nur innovativ, sondern auch kollegial und von großem Engagement begleitet werde. Ein herzlicher Dank ging an die beteiligten Kollegen Christoph Lerognon und Miriam Baumbach.
Die Kommentardiskussion unter dem Beitrag reflektiert ein breites Meinungsspektrum: Mandy Tietgen, die selbst im Bildungsbereich tätig ist, zeigte sich gespannt auf das Endergebnis und lobte Offenheit und Mut für solch innovative Ansätze. Stefan Alexander Ester hob hervor, dass authentische Lehrende trotz technischer Innovationen unverzichtbar blieben und lobte den menschlichen Faktor in Bildungsprozessen. Bettina Gaertner, KI-Expertin in Bildung und Kunst, sieht im Einsatz von KI-Avataren besonders die Vorteile von Skalierbarkeit, Barrierefreiheit sowie Freiräumen für Kreativität und Forschung. Sie betonte, dass Avatare nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zu betrachten seien, was auch Prof. Dr. Drewes unterstrich.
Weitere Stimmen aus dem Hochschulumfeld, beispielsweise von Prof. Dr. Eva Vonau, führten an, dass Inhalt und Aktualität weiterhin entscheidend seien. Letztlich werde die Qualität der Lehre im digitalen Wandel durch die Kompetenz der Lehrenden geprägt. Lukas K., Social-Media-Manager der Hochschule, äußerte die Ansicht, dass persönliche Interaktion und Expertise weiterhin das Herzstück der Hochschullehre bildeten – KI-Avatare seien vielmehr eine sinnvolle Ergänzung als ein Ersatz für Menschen.
Auch Julia Jochim, Teamleiterin Digitale Lehre und KI an der Euro-FH, und Prof. Dr. Birgitt Erdwien, Vizepräsidentin für Forschung und Hochschuldidaktik, hoben das Engagement von Prof. Dr. Drewes als „Pionierin“ hervor und betonten die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit und den innovativen Charakter des Projekts.
Insgesamt zeigt sich eine große Offenheit für neue Technologien in der Hochschullehre – jedoch begleitet von der Erwartung, dass der Mensch, seine Authentizität und die inhaltliche Qualität auch bei hochinnovativen Formaten weiterhin im Mittelpunkt stehen. Fraglich bleibt, wie der Avatar-Einsatz letztlich bei den Studierenden ankommt. Nach Aussage von Prof. Dr. Drewes werde man darüber berichten, sobald erste Rückmeldungen aus der Studierendenschaft vorliegen.
Quelle: LinkedIn-Posting von Prof. Dr. Sylvana Drewes vom 28.7.2025
Foto: LinkedIn-Posting von Prof. Dr. Sylvana Drewes
Veröffentlicht am 29.07.2025 11:04 von Christian Wolf