03.07.2025

Bildungswandel: Philosophischer Fakultätentag der FernUni diskutiert digitale Chancen und Herausforderungen

Die Sommerplenarversammlung des Philosophischen Fakultätentags an der FernUniversität in Hagen widmete sich den aktuellen Herausforderungen und Chancen im Zuge der Digitalisierung in der Hochschullehre – insbesondere im Kontext von Künstlicher Intelligenz (KI) und digitalen Prüfungsformaten.

An der FernUniversität in Hagen fand Ende Juni eine zentrale Plenarversammlung des Philosophischen Fakultätentags statt, bei der Delegierte aus 112 Fakultäten und 58 Universitäten zusammenkamen, um über den digitalen Wandel in der Bildung zu diskutieren. Im Zentrum standen dabei die Auswirkungen von KI auf die Lehre und den Umgang mit Prüfungen in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften.

Laut den Organisatoren war es Ziel der Veranstaltung, gemeinsam Positionen zur Gestaltung digitaler Lehre und Prüfungsformen zu erarbeiten. Prof. Dr. Felicitas Schmieder von der FernUniversität, die als Moderatorin und Hauptorganisatorin auftrat, betonte, dass sich die Hochschule in einer Umbruchzeit befinde. Sie habe darauf hingewiesen, dass KI die Digitalisierung weiter beschleunige und es daher notwendig sei, aktiv und produktiv auf diese Entwicklungen zu reagieren. Eine klare Antwort auf die Vielzahl der offenen Fragen zur Rolle von KI in der akademischen Lehre habe es nach Angaben der Veranstaltenden nicht gegeben, da das Thema vielschichtig und stark im Fluss sei.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen Universitäten wurden neue Perspektiven auf die Integration von KI in der Lehre vorgestellt. Dr. Christian Stein habe beispielsweise dargelegt, dass KI als Teammitglied betrachtet werden sollte. Prof. Dr. Annekatrin Bock habe ergänzt, dass KI nicht nur Antworten verändere, sondern auch neue Fragen provoziere. Prof. Dr. Peter Risthaus von der FernUniversität habe die Sichtweise aus dem Bereich der Kultur- und Sozialwissenschaften eingebracht.

Der FernUni-Rektor Prof. Dr. Stefan Stürmer bezeichnete in einem Videogrußwort die Wahl des Tagungsorts als „perfect Match“, da digitale Lehre für die FernUniversität seit jeher gelebte Realität und nicht bloß ein pandemiebedingtes Provisorium sei. Prof. Schmieder betonte weiterhin, dass die FernUniversität aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung im Bereich digitaler Lehre und Prüfungen eine Vorreiterrolle einnehme und das Wissen gerne an andere Hochschulen weitergebe.

Mit Blick auf die Zukunft der akademischen Prüfungen wurde unter anderem diskutiert, welches Ziel Prüfungsformate verfolgen sollten – ob es vorrangig um hochwertige Texte, reine Wissensreproduktion oder exzellentes Denken gehe. Zudem sei die Frage gestellt worden, in welchem Umfang der Einsatz von KI bei Prüfungen erlaubt oder sogar wünschenswert sein könnte.

Der Philosophische Fakultätentag versteht sich als Stimme für die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften in Deutschland und setzt regelmäßig hochschulpolitische Impulse. Die jüngste Plenarversammlung hob hervor, wie wichtig der Austausch von Erfahrungen im Umgang mit digitalen Innovationen ist und dass die Hochschullandschaft durch Zusammenarbeit und Offenheit gemeinsam auf den digitalen Umbruch reagieren kann.

Quelle: FernUni vom 3.7.2025
Foto: FernUni Hagen
Veröffentlicht am von