Wie kann man Fernstudium-Bewertungen einordnen? | mit Markus Jung von @Fernstudium-Infos
In der heutigen Zeit ist die Möglichkeit zur Bewertung von Produkten, Dienstleistungen und Unternehmen kaum noch wegzudenken. Umso praktischer für die Übersicht sind Bewertungsportale, auf denen Nutzer Erfahrungen und Meinungen teilen können. Insbesondere bei der Wahl von Studiengängen und Hochschulen können Bewertungen und Artikel helfen, indem sie Erfahrungen mit Lehrplan, Lehrqualität, Infrastruktur und Studentenleben liefern.
Wie sich die Informationsbeschaffung zu Hochschulen und Studiengängen in den vergangenen Jahren verändert hat und wieso man Bewertungsplattformen immer mit gesunder Skepsis betrachten sollte, haben Markus Jung von @Fernstudium-Infos und Christian im Podcast diskutiert.
Die ganze Folge: youtube.com/watch
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Transkript
Diese Aufnahme stammt aus dem Jahr 2023. Genannte Preise, Studiengänge und Studienbedingungen können sich seitdem geändert haben.
Zwei, drei Sachen in Bezug auf die Branche, über die ich noch kurz reden wollte – Bewertungsportale sind eines davon. Die gab es im Jahr 2010 in dem Sinne auch noch nicht, da war das Thema Bewertungen auch in anderen Bereichen noch nicht so groß. Ich glaube, Amazon gab es schon, und da war es auch schon gängig, dass man ein bisschen nach Bewertungen recherchiert hat, wenn man sich ein Produkt kaufen wollte. Im Studienbereich gab es das noch nicht so stark, dann sind die ersten Portale entstanden. Ich weiß nicht genau, wann Fernstudium-Check entstanden ist. Und Fernstudium Direkt gibt es als zweites großes Portal im Bewertungsbereich.
Wie siehst du das Thema Bewertungen im Fernstudium? Ist es verlässlich, ist es eine gute Möglichkeit für Interessenten, erst mal zu schauen, was andere über den Studiengang denken?
Eine wichtige Möglichkeit – mit kritischem Blick
Ich finde, es ist eine wichtige Möglichkeit, sich einen Überblick zu verschaffen, und auch die Möglichkeit, sehr schnell sehr viele Meinungen einzuholen. Nur sollte man da sehr überlegt und mit einer gewissen kritischen Sicht rangehen – genau wie das bei Produkten auch der Fall ist. Vielleicht nicht nur auf die positiven gucken, sondern auch mal gezielt darauf schauen, was die kritischen Bewertungen sind.
Und auch schauen, wie die Portale aufgebaut sind. Bei Fernstudium-Check ist es zum Beispiel so, dass bei den Anbietern, die ein Premium-Angebot haben, auf der ersten Seite erst mal nur die positiven Bewertungen stehen – und dann muss man erst zu allen Bewertungen weiterklicken, um das Gesamtbild zu sehen und auch die kritischen Rückmeldungen zu bekommen. Das sollte man ein bisschen mit berücksichtigen.
Und man sollte berücksichtigen, dass es eine Momentaufnahme ist: in dem Moment, in dem die Teilnehmenden oder auch Absolventinnen und Absolventen diese Bewertung abgeben.
Wie Anbieter Bewertungen beeinflussen
Und noch ein weiterer Punkt: Viele Anbieter wissen, wie wichtig diese Bewertungen sind, auch diese Siegel, die man dafür bekommt. Das heißt, die forcieren auch, dass man eine Bewertung abgibt. Ich habe es noch nicht mitbekommen, dass einer gesagt hat: Du musst jetzt eine positive Bewertung abgeben, dann bekommst du das und das von uns. Aber es werden durchaus Studierende dahin gelenkt und vielleicht auch ein bisschen selektiv nur einige angesprochen, die zum Beispiel nicht gerade das Studium abgebrochen haben. Das sollte man einfach im Blick behalten. Man hat dann aber die Möglichkeit, eine weitere Perspektive mit dabei zu haben.
Wie ich selbst hineinschaue
Ich schaue auch sehr gerne rein: Wenn wir einen Studiengang auf unserem YouTube-Kanal vorstellen, schaue ich öfter in die Bewertungen mit hinein, insbesondere bei Fernstudium-Check. Ich schaue ganz gerne nach den Negativbewertungen – nicht unbedingt nach den negativen, sondern nach den etwas kritischeren Bewertungen –, aber natürlich schaue ich mir auch die positiven an. Ich denke, ich kann das ganz gut einschätzen.
Es kommt auch ein bisschen darauf an, in welchem Semester derjenige ist, der das Ganze bewertet hat – auf solche Faktoren sollte man ein bisschen achten. Und ich denke, bei Fernstudium-Check hat man schon sehr gute Recherchemöglichkeiten. Natürlich gibt es da die Info-Profile, in denen das Ganze noch ein bisschen mehr hervorgehoben wird, aber die sind dort auch als solche gekennzeichnet, darauf sollte man ein bisschen achten.
Aber ich finde, diese Bewertungen sind schon ein wichtiger Schritt im Auswahlprozess für eine Hochschule, einen Studiengang oder auch einen Fernkurs. Man sollte das natürlich nicht als allerersten Schritt machen und gucken, welcher Studiengang mehr Bewertungen hat als der andere – aber es ist auf jeden Fall eine sehr praktische Möglichkeit, sich die Bewertungen noch mal anzuschauen.
Ich finde, das hat sich auch sehr positiv entwickelt, und die Webseiten an sich sind mittlerweile sehr komfortabel geworden. Da gibt es sehr viele Bewertungen. Bei den neueren Studiengängen ist es natürlich ein bisschen schwierig, wenn da noch keine 50 Bewertungen sind, sondern vielleicht nur drei, und alle positiv – da hat man keinen großen Erkenntnisgewinn. Aber gerade bei den größeren Studiengängen, BWL an Hochschule XY, wo es schon 50, 100 oder mehr Bewertungen gibt, da lohnt es sich auf jeden Fall, auch nach den Bewertungen zu recherchieren.
Vom Bewertungs- zum Informationsportal
Was man auch sagen muss – du hast gerade die Entwicklung dieser Portale angesprochen: Das sind mittlerweile, denke ich, keine reinen Bewertungsportale mehr, sondern auch unheimlich komplexe Informationsportale. Man findet wirklich viele Detailinfos, sehr übersichtlich zusammengestellt, zu den einzelnen Studiengängen und Studienangeboten.
Ich war jetzt auch mal bei StudyCheck, dem Schwesterportal von Fernstudium-Check. Dort gibt es mittlerweile auch Informationen nicht mehr nur zu den Studiengängen, sondern auch zu Berufsmöglichkeiten, wo man dann Verdienstmöglichkeiten mit dabei hat – auch da kann man eine Menge recherchieren.
Das Mosaik zusammensetzen
Und wie du schon sagst, ein wichtiger Bestandteil: Ich würde zum Beispiel immer auch schauen, was Blogger machen, die wirklich über den ganzen Zeitraum ihres Studiums berichten, auch über Kleinigkeiten. Oder mal in sozialen Medien und auf LinkedIn hineinschauen, was Menschen sagen, die dort studiert haben. Und das dann als Mosaik zu einem Meinungsbild insgesamt zusammensetzen. Dazu Kontakt zu den Anbietern und das Infomaterial, das es offiziell gibt – und ein bisschen Bauchgefühl vielleicht am Ende auch noch. Dann hat man eine sehr solide Entscheidung.
Die Informationen sind verlässlicher geworden
Was man auch sagen kann: Die Informationen sind generell sehr viel verlässlicher geworden, im Vergleich zum Jahr 2010, als wir eingestiegen sind. In dieser Zeit gab es viel mehr Wildwest im Internet. Sicherlich gibt es immer noch das eine oder andere Portal, bei dem man zumindest als Kenner sieht: Okay, hier geht es jetzt nicht darum, verlässliche Informationen zu liefern. Aber die tauchen in den Google-Suchergebnissen nicht mehr ganz so weit oben auf. Was man da findet, sind dann doch schon wirklich Portale, hinter denen auch viel redaktionelle Arbeit steckt und bei denen man versucht, wirklich verlässliche Informationen zu liefern. Wenn man das nicht macht, dann überlebt man als so ein Portal eigentlich nicht lange.

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