Master nach Bachelorstudium: Was spricht dagegen, was dafür?
Lohnt sich ein Master nach dem Bachelorstudium? Oder eher nicht? Christian diskutiert hier Sinn und Unsinn von Masterstudiengängen und geht auf eine Reihe von Lebensbedingungen ein, die dazu führen, dass sich ein Masterstudium bzw. Master-Fernstudium mehr lohnt oder weniger.
👉 Alle Master-Fernstudiengänge findet ihr hier: fernstudi.net/fernstudium
___________________________
🔥 Folge unserer Community auf Facebook: facebook.com/fernstudi.net
🔥 Folge unserer Community auf Instagram: instagram.com/fernstudinet
🔥 Folge unserer Community auf Twitter: twitter.com/fernstudinet
🔥 Folge unserer Community auf LinkedIn: linkedin.com/company/fernstudinet
👉 Besuche uns auch im Onlinecampus auf fernstudi.net/community und lade unsere App: fernstudi.net/app
Transkript
Diese Aufnahme stammt aus dem Jahr 2021. Genannte Preise, Studiengänge und Studienbedingungen können sich seitdem geändert haben.
Schönen guten Tag. Jemand hat hier in den Kommentaren gefragt, was ich vom Masterstudium halte, beziehungsweise ob ich das ein bisschen diskutieren kann im Video: Pro und Contra Master. Und das will ich jetzt in diesem Video mal machen. Ich sage mal ein paar Worte dazu, was ich denke, für wen sich ein Masterstudiengang nach dem Bachelor lohnt und für wen nicht, und gebe euch mal so eine kleine Entscheidungshilfe mit an die Hand. Ich wünsche euch jetzt viel Spaß mit diesem Video.
Also: Master nach einem Bachelor, ja oder nein? Ich habe euch das Ganze mal aufgeteilt in vier Anwendungsfälle, sage ich mal, also in vier mögliche Use Cases, und es ist bestimmt auch was für euch dabei, womit ihr euch identifizieren könnt, falls ihr nicht so richtig wisst, ob ihr einen Master machen solltet oder nicht.
1. Ihr wollt mehr verdienen
Wenn ihr mehr verdienen wollt, ist die Sache eigentlich ganz klar: dass ihr mit einem Bachelor- und Masterstudium letztendlich mehr Möglichkeiten habt, besser zu verdienen. Selbst wenn ihr für euren Master, sagen wir mal, 10.000, 15.000 Euro zahlt – mal angenommen, ihr verdient 500 Euro mehr netto, dann habt ihr das Geld, das ihr für diesen Master ausgegeben habt, doch schon in drei bis vier Jahren wieder drin. Also in dem Sinne lohnt sich das schon ein ganzes Stückchen. Über die Dauer eures Berufslebens werdet ihr dann doch ein ganzes Stückchen mehr verdienen als jemand, der nur einen Bachelor hat.
Und es gibt auch Leute, die wollen nicht einfach nur ein bisschen mehr verdienen wie so ein Angestellter, sondern die wollen, sage ich mal, richtig abcashen. Dann ist es wahrscheinlich beziehungsweise denke ich mal sinnvoller, den unternehmerischen Weg zu gehen. Und da ist so ein Master jetzt nicht unbedingt etwas, was absolut notwendig ist, um unternehmerisch tätig zu sein. Da reicht aus meiner Sicht für die meisten von euch ein Bachelor aus, ein BWL-Bachelor beispielsweise, wo ihr ein bisschen Grundlagen lernt: Buchführung, Bilanzierung, BWL-Grundlagen, Management, ein bisschen Ökonomie und all die Sachen, die man ganz grundlegend braucht, wenn man unternehmerisch tätig sein möchte.
Aber so ein Master ist dann doch vielleicht schon ein bisschen Zeitverschwendung, auch weil das Zeit ist, die ihr besser verwenden solltet, um anzufangen, selbstständig zu werden, euer Unternehmen und so weiter aufzubauen. Ich meine, es kann sicherlich ganz sinnvoll sein, einen MBA zu machen, wenn ihr unternehmerisch tätig werden wollt – aber jetzt nicht unbedingt für das Wissen, was ihr da erlernen werdet, sondern, je nach Hochschule, je nach Studiengang, für die Vernetzung, die sich aus dem MBA-Studiengang ergibt. Aber grundsätzlich, wenn ihr richtig viel verdienen wollt, dann lohnt sich aus meiner Sicht zumindest ein Master auch nicht unbedingt.
Also ich meine, ich bin auch selbstständig, jetzt nicht unbedingt aus dem Grund, weil ich abcashen wollte, sondern ich habe einfach nicht so richtig ins Angestelltenverhältnis gepasst, das war nichts für mich. Ich arbeite halt gerne selbstständig und so weiter, und das Unternehmerische hat sich bei mir auch über die Jahre aus der Selbstständigkeit heraus ergeben. Und ich habe weder BWL wirklich mit Abschluss studiert, noch habe ich überhaupt irgendeinen Studienabschluss. Ich beschäftige mich einfach immer mit Themen, die mir gerade wichtig sind, die ich gerade brauche und so weiter – brauche ich jetzt eigentlich gar keinen Abschluss dazu, schon gar keinen Master in dem Sinne.
Also um das noch mal zusammenzufassen: Wenn euch ein höheres Gehalt wichtig ist, dann macht auf jeden Fall den Master, rate ich euch dazu. Nicht nur den Bachelor zu machen, sondern auch gleich noch den Master dranzuhängen, natürlich auch Berufserfahrung zu sammeln, an eurer Karriere aktiv zu arbeiten, die richtigen Praktika zu machen und daneben auch den Master zu machen. Wenn ihr unternehmerisch tätig werden wollt, bringt so ein Master wahrscheinlich nicht ganz so viel.
2. Euch ist Status wichtig
Nächster Fall: Mal angenommen, euch ist Status besonders wichtig. Auch dann, denke ich mal, lohnt es sich, einen Master zu machen, also an den Bachelor noch dranzuhängen, weil ihr dann zumindest ein Stück weit mehr gesellschaftlichen Status erlangen werdet. Zum einen natürlich über das höhere Gehalt, das ihr dann wahrscheinlich aushandeln könnt, aber auch, weil ihr einfach mehr Karrieremöglichkeiten habt mit diesem Master. Das bedeutet ja einfach, dass ihr eine bessere Stellung innerhalb eures Unternehmens, innerhalb der Berufswelt haben werdet und damit letztendlich auch innerhalb eures sozialen Umfeldes außerhalb des Berufsfeldes.
Also grundsätzlich, per se, bringt euch der Master nicht unbedingt mehr Status in dem Sinne, weil die meisten eurer Bekannten und Verwandten gar nicht wissen, ob ihr jetzt einen Bachelor oder Master gemacht habt – weil viele von denen, je nachdem, in was für einem Umfeld ihr lebt, wahrscheinlich gar nicht mehr so richtig wissen, was jetzt ein Bachelor und was ein Master ist. Der mögliche höhere Status, der ergibt sich dann einfach dadurch, dass ihr mehr Möglichkeiten habt, Karriere zu machen, und vielleicht auch ein bisschen mehr verdienen werdet.
Und wenn euch Status ganz besonders wichtig ist, dann habt ihr natürlich auch die Möglichkeit, etwa zu promovieren – auch das verschafft euch noch einen gewissen gesellschaftlichen Status oder ganz andere Karrieremöglichkeiten. Ich denke mal, das ist ein Motivationspunkt, der für viele von euch zutrifft, und ich will das auch nicht abwerten, ich finde Status auch wichtig. Und wer an seinem Status arbeiten möchte, wem über das reine höhere Gehalt hinaus noch ein gewisser gesellschaftlicher Status wichtig ist, für den lohnt sich so ein Master auf jeden Fall und dann vielleicht sogar noch eine Promotion, weil es einfach mehr Karrieremöglichkeiten eröffnet.
Soll jetzt nicht heißen, dass man mit einem Bachelor oder mit einer Ausbildung und so weiter keine Karriere machen kann, ganz im Gegenteil. Oder ihr wollt vielleicht auch unternehmerisch tätig werden, was ich jetzt schon angeschnitten hatte, dann habt ihr natürlich auch die Möglichkeit, ganz aktiv, sage ich mal, an eurem Status zu arbeiten. Aber wenn es euch wichtig ist, eine gewisse Sicherheit zu haben, die diese unternehmerische Tätigkeit nicht immer unbedingt bietet, dann macht euren Bachelor und den Master und habt dann doch eine ganze Menge mehr Karrieremöglichkeiten.
3. Ihr wollt mehr wissen
Nächster Anwendungsfall ist der, dass ihr mehr Wissen erlangen möchtet. Das war mir beispielsweise mal ganz besonders wichtig, deswegen habe ich auch angefangen zu studieren, deswegen habe ich auch angefangen, Geisteswissenschaften zu studieren: Geschichte, Literaturwissenschaft, Philosophie und solche Sachen habe ich alles studiert in meinen ersten Studienjahren, und zwar primär aus dem Grund, weil ich mich einfach mit Dingen auseinandersetzen wollte, Wissen erlangen wollte, mich mit Themen beschäftigen wollte.
Und wenn ihr auch so seid, dass euch das Wissen ganz besonders wichtig ist – egal in welchem Fachbereich, egal ob ihr jetzt Informatik studiert oder ob ihr BWL, Wirtschaftswissenschaften und so was studiert –, wenn euch das wichtig ist, dann, denke ich mal, kann es auch ganz sinnvoll sein, einen Master zu machen. Muss es aber nicht unbedingt.
Also ich habe auch sehr viel Wissen erlangt im Laufe meiner ganzen Studienjahre, und ich habe trotzdem keinen akademischen Abschluss. Ich habe mich wirklich intensiv auseinandergesetzt mit griechisch-römischer Geschichte, mittelalterlicher Geschichte, Geschichte der Neuzeit, Literatur der Goethezeit beispielsweise, Goethe, Schiller gelesen, all diese Sachen, Hölderlin, was weiß ich, was so alles dazugehört, oder auch Kafka, und habe auf diesem Wege sehr viel Allgemeinwissen erlangt.
Ist natürlich fraglich, wie viel mir das dann letztendlich gebracht hat so über die Jahre. Vielleicht hat mir dieses geisteswissenschaftliche Wissen schon eine gewisse Art zu denken und so was vermittelt. Aber wie gesagt, für mich war immer wichtig in den ersten Studienjahren, ganz viel Wissen zu erlangen. Und selbst dann, als ich angefangen habe, mich mit BWL-Themen und so weiter auseinanderzusetzen, kam es mir auch primär auf das Wissen an, weil ich einen Weg gewählt habe in meinem Berufsleben, für den ich nicht unbedingt einen Abschluss brauche. Ich war immer selbstständig tätig beziehungsweise bin es, habe mich dann in eine unternehmerische Tätigkeit entwickelt, und dafür brauche ich jetzt nicht unbedingt einen Abschluss. Aber was ich brauche, ist Wissen, das ist ganz besonders wichtig für mich, und dafür brauche ich auch nicht unbedingt einen Abschluss, sondern ich kann einfach wirklich punktuell das studieren, mich mit den Themen auseinandersetzen, die mich interessieren.
Das muss auch jetzt nicht auf akademischem Wege passieren, sondern, wie ich das in den letzten Jahren gemacht habe, über Wege der Weiterbildung. Ihr wisst, ich habe eine Weiterbildung zum Stress- und Mentalcoach gemacht beziehungsweise zum Thema Stress- und Mentalcoaching, mache jetzt eine Weiterbildung zu einer Trainerlizenz, weil ich mich auch intensiv mit Muskulatur und all diesen Sachen auseinandersetzen möchte. Und hier geht es mir auch vor allem darum, Wissen zu erlangen.
Wenn ihr auch so seid, dass euch das Wissen vor allem wichtig ist, ist ein Master schon angesagt, wenn ihr auch diese akademische Schiene fahren wollt – vor allem dann, wenn ihr auch promovieren wollt, weil ihr über eine Promotion dann auch noch mal die Möglichkeit habt, euch wirklich richtig intensiv in verschiedene Themen zu vertiefen. Aber auch über den Master habt ihr dann doch Möglichkeiten, über diese ganz grundlegenden Sachen hinaus, die man im Bachelor lernt – wissenschaftliches Arbeiten, Einführung in den Fachbereich und pipapo, diese mehr oberflächlichen oder grundlegenden Themen –, über den Master dann doch die Möglichkeit, euch in den Fachbereichen ein bisschen weiter zu vertiefen, und über eine Promotion dann noch ein ganzes Stückchen mehr.
Also zusammengefasst: Wenn es für euch wichtig ist, Wissen zu erlangen und euch mit Themen auseinanderzusetzen, ist so ein Master, denke ich mal, doch eine ganz gute Möglichkeit, sich systematisch auf akademischem Niveau mit bestimmten Fachgebieten, bestimmten Themen auseinanderzusetzen, und bietet daneben auch die Möglichkeit zu promovieren. Und gerade wenn man in den Geisteswissenschaften unterwegs ist, dann sollte man das vielleicht auch anstreben oder sich überlegen, mindestens den Master zu machen, wenn nicht gar zu promovieren, damit man dann auch die Möglichkeit hat, ein bisschen mehr zu verdienen und nicht als, sage ich mal, Taxi fahrender Geschichtsstudent oder so was endet.
4. Euch ist Zeit wichtig
Dann die letzte Möglichkeit, die ich nennen möchte, ist die, dass euch Zeit besonders wichtig ist. Das war mir beispielsweise auch immer wichtig: viel Zeit zu haben im Leben für Sachen, die auch über das Berufsleben hinausgehen. Habt ihr vielleicht auch schon mitbekommen, ich bin auch lange künstlerisch tätig gewesen, und Kunst hat viel mit Zeit zu tun, mit der Zeit, die man sich nehmen muss, der Muße, die man braucht. Fotografieren beispielsweise, das ist eine Kunst, mit der ich mich lange auseinandergesetzt habe, oder auch das Schreiben – dafür braucht man einfach sehr viel Zeit, die über diese reine künstlerische Tätigkeit hinausgeht, wo man einfach ein bisschen nachdenkt über das Leben, spazieren geht, sich mit Menschen unterhält und so weiter. Und vielleicht seid ihr auch so, dass euch Zeit besonders wichtig ist, die ihr beispielsweise mit eurer Familie verbringt.
Ich denke mal, wenn euch das besonders wichtig ist im Leben, dann ist ein Master wahrscheinlich nicht unbedingt das, was ihr machen solltet. Dann fragt sich sogar, ob der Bachelor so sinnvoll ist, weil das Zeit ist, die sitzt ihr einfach nur am Schreibtisch, in der Bibliothek und so weiter, die lernt ihr für Klausuren, für Lernstoff, den ihr dann kurz darauf sowieso wahrscheinlich wieder vergessen haben werdet.
Wenn ihr den Master habt und dann in eine verantwortungsvollere Position in einem Unternehmen kommt – Teamleiter, Projektmanager, Projektmanagerin oder vielleicht sogar eine geschäftsführende Tätigkeit – und euch ist wichtiger, viel Zeit mit Freunden, Familie und so weiter zu verbringen, dann überlegt euch zwei- oder dreimal, ob ihr so einen Master macht.
Fazit
Ich habe euch jetzt hier so eine kleine Matrix mit auf den Weg gegeben, könnt ihr selber mal gucken, wo ihr euch einordnet: Ist euch mehr Gehalt und der Verdienst generell wichtig? Ist euch Wissen wichtig, der Wissenserwerb? Ist euch vielleicht der Status und Karriere und so was besonders wichtig? Oder ist es wichtig, viel Zeit im Leben zu haben? Guckt einfach mal, wo ihr euch da einordnen könnt.
Es gibt natürlich noch sehr viel mehr Anwendungsfälle und Möglichkeiten, die für oder gegen so ein Masterstudium sprechen, und ich hoffe auf euch, dass ihr das auch ein ganz kleines bisschen hier in den Kommentaren diskutiert, ob sich ein Master wirklich lohnt oder nicht. Und ich würde mal sagen, wir sehen uns auf diesem Channel in einem der nächsten Videos.

Kommentare