KI im Studium: Wie du ChatGPT & Co. sinnvoll nutzt – ohne zu schummeln (mit Dr. Julia Simon)

Dein Studium fühlt sich an wie eine ständige Herausforderung im Dschungel der Informationen – und jetzt kommt auch noch KI ins Spiel?

In dieser Folge spricht Christian mit Dr. Julia Simon, Leiterin der Akademie am Klinikum Nürnberg und Expertin für wissenschaftliches Arbeiten, darüber, wie Fernstudierende KI-Tools wie ChatGPT sinnvoll und legal nutzen können, ohne in die Falle des Schummelns zu tappen. Julia erklärt, welche Regeln an Hochschulen gelten, wie man KI zur Recherche beschleunigt und beim Schreiben unterstützt. Sie gibt Tipps, wie KI beim Lernprozess hilft, etwa bei Schreibblockaden oder dem Strukturieren von Texten.

Wer sich fragt, wie man mit KI arbeitet und gleichzeitig wissenschaftlich korrekt bleibt, findet hier praxisnahe Antworten und Inspiration – auch für die eigenen Hausarbeiten und Bachelorprojekte.

Inhalt:

00:00:00 Vorschau
00:02:00 Dr. Julia Simon stellt sich vor
00:04:33 Was darf KI im Studium (nicht)?
00:11:44 Exkurs: Welche KI-Tools sollte ich nutzen?
00:14:45 Literaturrecherche mit Perplexity vereinfachen
00:21:25 Forschungsfrage & Forschungslage erkunden mit Consensus
00:28:12 Quellenanalyse mit KI: NotebookLM & Studien selbst lesen
00:40:18 Wann ist das Lernen mit KI-Tools wie NotebookLM sinnvoll?
00:55:52 Abschlussarbeiten schreiben mit KI & ohne Ghostwriting
01:06:10 Fazit & abschließende Worte
01:08:04 Schreibtischtalente: Julias Bücher & Onlinekurse

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Dr. Julia Simon im Internet:

➡️ Website: www.schreibtischtalente.de/
➡️ Instagram: www.instagram.com/schreibtischtalente/
➡️ Youtube: www.youtube.com/@schreibtischtalente5458

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Im Podcast erwähnt:

👉 „In 20min zu passenden Studien“ - Julias Blogpost zu Consensus: www.schreibtischtalente.de/11-consensus-im-studium-nutzen
👉 „Step-by-step zur Hausarbeit“ - Onlinekurs: www.schreibtischtalente.de/onlinekurs-step-by-step-zur-hausarbeit
👉 „Step-by-step zur Bachelorarbeit“ - Onlinekurs: www.schreibtischtalente.de/onlinekurs-step-by-step-zur-bachelorarbeit
👉 Julias Bücher & Workbooks: www.schreibtischtalente.de/shop-neu/buecher

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Mehr zum Thema „KI im Studium“:

💡 Unser KI-Komplettkurs für Recherche, Texte & Lernen (WIP): fernstudi.net/onlinekurse/ki-kurs-studium
💡 So organisiert KI dein Studium - NotebookLM Tutorial: youtube.com/watch
💡 Prompting-Tutorial fürs Studium (inkl. Superprompt): .youtube.com/watch
💡 Perplexity Tutorial für Recherchen: youtube.com/watch
💡 Quellenanalyse in 5 Minuten - mit NotebookLM: youtube.com/watch

💡 Alle Videos zum Thema in unserer Playlist: youtube.com/playlist

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Hier findet ihr die erwähnten KI-Tools:

🤖 ChatGPT: chatgpt.com
🤖 Gemini: gemini.google.com
🤖 Claude: claude.ai
🤖 Langdock: langdock.com
🤖 Perplexity: perplexity.ai
🤖 Consensus: consensus.app
🤖 NotebookLM: notebooklm.google
🤖 LMArena: lmarena.ai

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#podcast #fernstudium #kiimstudium

Christian: Schönen guten Tag zum wiederholten Male in diesem Podcast zu Gast unsere Expertin für wissenschaftliches Arbeiten, Dr. Julia Simon. Mit Julia hatte ich ja schon mal ganz ausführlich über das Thema Zeitmanagement geredet, und wir haben uns überlegt, für diesen Podcast ein aktuelleres Thema aufzugreifen, nämlich das Thema KI im Studium. Wir reden natürlich zuallererst über das, was euch alle wahrscheinlich am meisten interessiert: Was ist eigentlich genau erlaubt, was darf ich, was nicht, wie finde ich raus, welche KI-Tools ich an meiner Hochschule und wie nutzen darf. Wir gucken uns das Thema Recherche an – wie kann ich mit Hilfe von KI Recherchearbeit beschleunigen für meine Seminararbeit oder auch für meine Bachelorarbeit? Wir gucken uns das Thema Lernen an – wie kann ich schneller, einfacher, effizienter lernen, z.B. mit ChatGPT oder auch mit Tools wie NotebookLM. Und ganz wichtig natürlich auch das Thema Schreiben: Egal ob ihr jetzt eine Seminararbeit schreibt oder eine Bachelorarbeit, wir schauen uns mal genau an, wie kann ich mein Schreiben verbessern mit Hilfe von KI, ohne dass ich in Ghostwriting abdrifte. Über all diese Themen wollen wir jetzt in diesem Podcast reden, ich habe da voll Bock drauf. Ich schreib selber gerade eine Seminararbeit und nutze da auch ganz viel KI dazu. Da sage ich auch ein bisschen was dazu in dieser Folge.

Christian: Hallo Julia, dann herzlich willkommen zum zweiten Mal in diesem Podcast. Super, dass du dich bereit erklärt hast, mit mir über eines meiner Lieblingsthemen aktuell, KI, zu reden. Ich habe auch gesehen, dass du ganz viel selber dich mit dem Thema auseinandersetzt auf Instagram, auch ganz viel Inhalte dazu teilst und Studierenden dabei hilfst, mit Hilfe von KI besser zu studieren und auch besser zu schreiben. Vielleicht stellst du dich erst noch mal ganz kurz selber vor.

Julia: Ja, hallo Christian, ich freue mich, dass ich hier sein darf. Mein Name ist Julia, ich bin die Gründerin von Schreibtischtalente, und ja, wir haben da ja schon viele Überschneidungen auch immer wieder zu unterschiedlichen Themen. Ich unterstütze Studierende vor allem in ihrem wissenschaftlichen Schreiben, also ob das jetzt Step by Step zur Abschlussarbeit ist oder jetzt auch künftig Step by Step zur Hausarbeit, und eben seit auch einiger Zeit dann noch mal vermehrt mit dem Fokus auf der Nutzung von KI – nicht nur was kann ich alles verwenden, sondern auch wie kann ich es natürlich legal verwenden und so weiter. Und das sind ja auch heute Themen, die uns beschäftigen. Ich bin also wirklich total gespannt, weil ich glaube, gerade bei einigen Sachen hast du sogar noch einen Vorsprung, und da bin ich mal gespannt, ob ich auch was von dir lerne heute.

Christian: Okay, aber wir können mich gerne als Beispiel verwenden. Du sagst Step by Step zur Hausarbeit – ich bin nämlich auch gerade in der Phase, dass ich eine Hausarbeit schreibe. Das erste Mal seit, ich weiß nicht, 15 Jahren oder so schreibe ich wieder eine Hausarbeit. Damals waren das so Geisteswissenschaften, Philosophie, Geschichte und so weiter. Jetzt schreibe ich eine Hausarbeit zum Thema Python, also eigentlich im Informatikbereich, völlig anders irgendwie als damals. Alleine was die Quellenrecherche angeht. Da wollen wir drüber reden, aber zum Einstieg vielleicht eine spontane Frage: Was hast du heute schon für KI-Tools genutzt?

Julia: ChatGPT. Also nach wie vor ist es tatsächlich auch einfach mein Lieblingstool. Das nutze ich unheimlich gerne und unheimlich oft. Und es ist für mich wirklich wie ein Sparring-Partner, das benutze ich eigentlich den ganzen Tag in allen Bereichen.

Christian: Ich muss gestehen, ich bin vor einigen Monaten mittlerweile von ChatGPT abgewandert. Ich nutze ein Tool, das heißt Langdock, das ist mehr für Unternehmen eigentlich gemacht, und da hast du die Möglichkeit, eigentlich alle möglichen Sprachmodelle auszuwählen und nicht nur das von OpenAI, also das, was ChatGPT auch nutzt. Aber das geht jetzt schon sehr ins Technische – grundsätzlich, wenn ich das nicht hätte, würde ich auch die ganze Zeit wahrscheinlich ChatGPT nutzen.

Christian: Ja, das große spannende erste Thema, was ganz viele Studierende umtreibt, ist: Was darf ich eigentlich? Was ist erlaubt? Ist das überhaupt erlaubt, KI zu benutzen? Darf ich ChatGPT nutzen für mein Studium, für meine Hausarbeit, und wenn ja, wie? Ich weiß nicht, wie wollen wir einsteigen – erstmal überlegen, was überhaupt erlaubt ist generell, was definitiv alle machen und benutzen dürfen, oder vielleicht was auf gar keinen Fall erlaubt ist?

Julia: Also ich würde glaube ich erstmal in Richtung Prüfungsordnung und Leitfaden und so weiter gehen. Ich denke, erstmal den Rahmen überlegen: Was ist an meiner Hochschule konkret erlaubt und was ist nicht erlaubt? Und es gibt ja mittlerweile so konkrete KI-Verzeichnisse und so weiter, also alles, was genau vorgegeben ist. Und ich finde auch, da ist eine Hochschule oder eine Uni ein Stück weit in der Pflicht aus meiner Sicht, dass sie den Studierenden auch wirklich was Gutes an die Hand mitgeben. Denn die große Unsicherheit ist ja wirklich immer: Was darf ich, was darf ich nicht? Die große Angst dabei – wenn ich auch nur ein einziges Wort aus ChatGPT verwende, ist das schon ein Plagiat? Und solche Dinge. Und ich finde, da müssen die Hochschulen schon was liefern. Und sollten die das nicht gemacht haben, dann finde ich, müssen eigentlich die Dozierenden den Rahmen sehr klar vorgeben, was bei ihnen erlaubt ist und was nicht. Viele Hochschulen haben natürlich auch mittlerweile eigene KI-Tools, die dann genutzt werden dürfen. Und ansonsten muss man sich immer natürlich angucken, ob ich da irgendwie eine Urheberrechtsverletzung vornehme und ob ich natürlich auch sensible Daten einspeise, was natürlich verboten ist, ganz klar.

Christian: Ja, Datenschutz ist noch mal so ein ganz eigenes Thema für sich. Ich habe vor einiger Zeit erstmal recherchiert, was die meisten Hochschulen in Deutschland überhaupt so für Regelungen haben oder ob es überhaupt Regelungen gibt. Und dabei hat sich gezeigt, dass die meisten tatsächlich auch schon Regelungen haben, was das Ganze angeht. Ich kann sagen, wie es an der Hochschule ist, an der ich momentan eingeschrieben bin für meine Weiterbildung, an der IU. Dort gibt's recht freizügige Regeln. Ich darf eigentlich alles nutzen und bei bestimmten Sachen bin ich dann natürlich verpflichtet, das kenntlich zu machen in der Arbeit oder auch in den Quellen mit anzugeben. Aber ich darf recherchieren mit KI, ich darf natürlich lernen mit KI, ich darf tatsächlich KI auch zum Schreiben nutzen und muss das nicht zwangsläufig jedes Mal kennzeichnen. Wenn ich mir z.B. eine Schreibblockade überwinden will und mir da einfach Inspiration holen möchte, ist es tatsächlich erlaubt an der IU, wenn ich das richtig verstanden habe. Aber wir reden über das Thema Schreiben dann auch noch mal gesondert.

Christian: Hast du vielleicht einen Eindruck für Dinge, die definitiv für alle eigentlich erlaubt sind? Lernen habe ich jetzt schon angesprochen – ich darf auf jeden Fall KI nutzen, um zu lernen. Gibt's da vielleicht auch Einschränkungen, dass ich Skripte z.B. nicht hochladen darf?

Julia: Ganz genau. Es geht ja eigentlich in der Regel darum, dass ich gewisse Studien z.B. nicht hochladen darf. In der Regel sind die Open-Access-Dokumente möglich, dass ich die hochladen darf. Natürlich sollte man dann auch mit der Speicherung ein bisschen Acht geben, ich würde die danach auch immer alle rausnehmen. Ich habe das häufig mal so gemacht, dass ich meine eigenen Texte, also alles, was ich selbst geschrieben habe, das habe ich dann natürlich hochgeladen, weil ich dann auch weiß, dass ich da kein Urheberrecht verletze. Also das sind natürlich schon Themen. Es geht ja auch ein Stück weit um eine moralische Verpflichtung, die man natürlich auch gegenüber anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat.

Julia: Und es ist natürlich so, dass man gerade, wenn man empirisch forscht und beispielsweise in einer Umgebung wie z.B. in einem Krankenhaus, wo man hochsensible Patientendaten hat, dass das natürlich dann ganz klar ist, dass solche Daten da nicht hochgeladen werden dürfen. Ich denke, das ist so eine gewisse Verpflichtung, die jeder Studierende auch für sich mitbringen sollte.

Julia: Ansonsten finde ich es wirklich großartig, dass deine Hochschule euch so viel Freiheiten lässt. Dennoch würde ich grundsätzlich allen Studierenden immer raten, dass man wie so eine Art Prompt-Tagebuch führt. In der Regel hast du ja sowieso deine ganzen Prompts irgendwo in der Historie, dass du es gegebenenfalls nachweisen kannst. Weil aus meiner Sicht einfach immer klar ist: Ich muss transparent in dem sein, was ich tue. Das musste ich schon vor der KI-Nutzung, das musste ich schon früher immer tun – wenn ich irgendwo was abgeschrieben habe, dann musste ich das kennzeichnen, dass ich das zitiert habe. Und jetzt geht's genauso darum, dass ich die Verwendung von KI irgendwo transparent und nachvollziehbar mache. Das ist ein Stück weit für mich auch wissenschaftliches Arbeiten, dass immer klar ist, woher kommen meine Quellen, wie bin ich daran gekommen und so weiter.

Julia: Es wird sich verändern. Also ich bin mir sicher, dass sich bestimmte Aufgaben verändern werden. Es gibt sogar schon Hochschulen, die Abstand davon nehmen, Hausarbeiten schreiben zu lassen, weil sie sagen, ja gut, was hat das für einen Mehrwert, wenn das jemand von der KI schreiben lässt. Von daher glaube ich einfach, dass sich da ganz viel verändern wird noch. Aber ich glaube, wenn man immer mit der Regel lebt, ich mache meine Sachen transparent und nachvollziehbar, dann ist es zumindest schon mal eine sehr gute Basis.

Christian: Okay, also es ist ganz schwer, global zu sagen, ihr dürft das auf jeden Fall machen und ihr dürft das auf keinen Fall machen. Dann muss man das eben auch noch moralisch ein bisschen trennen, was du jetzt auch schon angesprochen hast. Und hier kann man einfach nur den Ratschlag geben: Guckt einfach an eure Hochschule, die haben Regelungen. Recherchiert die Regelungen, guckt euch die genau an. Wenn ihr die nicht so richtig versteht, dann nehmt vielleicht wenigstens diese Regelung und ladet die in irgendeine KI hoch und lasst euch das noch mal einfach erklären – oder sprecht einfach mit euren Lehrkräften auch darüber, was erlaubt ist und was nicht. Und ansonsten ist da natürlich auch ganz viel gesunder Menschenverstand hilfreich, um einschätzen zu können, kann ich das jetzt machen oder nicht.

Julia: Und vielleicht auch noch so ein globaler Rat, den ich geben würde: Ich habe mir gerade in den letzten Wochen und Monaten immer mehr unterschiedliche Programme angeschaut, und viele können Ähnliches, viele sind ähnlich – die einen können besser vergleichen, die anderen haben eine bessere Textproduktion und so weiter. Und dennoch würde ich irgendwann jedem raten: Entscheide dich für eine Variante und lass dich nicht verrückt machen. Bei mir ist es ja auch so, ich bin jetzt einfach ein ChatGPT-Freund, auch wenn ich weiß, dass das Ranking momentan eher Richtung Gemini geht. Aber gerade wenn man sich dann auch mal für eine bezahlte Version entschieden hat und wenn man die KI dann ja auch so ein Stück weit auf sich zugeschnitten hat, dann müsste man woanders ja auch wieder komplett von Neuem beginnen. Irgendwann einfach zu sagen: Komm, ich nehme die jetzt, das ist jetzt auch gut – und sich da nicht ganz so verrückt machen lassen. Vielleicht dann zwei, drei gute Tools im Rahmen von wissenschaftlichen Arbeiten und die miteinander verknüpfen lassen. Aber sonst ist man mehr in der Selbstverwaltung mit seinen KI-Tools, als dass ein guter Output rauskommt. Ist meine Meinung.

Christian: Vielleicht ein Hinweis oder Tipp noch für diejenigen, für die Datenschutz besonders wichtig ist. Du hast auch von sensiblen Daten gesprochen. Da gibt's ja mittlerweile auch europäische Lösungen, europäische Tools, Claude z.B., oder das, was ich schon genannt hatte, Langdock. Dort ist eigentlich erstmal sichergestellt, dass die Daten, die dort rausgehen, auf europäischen Servern gespeichert werden und damit auch dem Datenschutz auf diesem Kontinent unterliegen. Das sollte man sich vielleicht noch überlegen, bevor man sich wirklich intensiv in so ein Tool stürzt. Aber ansonsten ist ChatGPT natürlich ein super Einstieg, ein kostenloser Einstieg auch. Aktuell oder seit Neuestem gibt's tatsächlich auch eine günstige Version für 8 Euro im Monat – mit Werbung, die da bald auch ausgespielt wird. Wer keine Lust auf Werbung hat, der muss dann eben 20 Euro bezahlen. Und auch da gibt's ja immer die Thinking-Version und es gibt die Version mit Deep Research. In der kostenlosen Version hat man dann nur fünf Möglichkeiten pro Monat für eine tiefe Recherche, aber da merkt man schon mal einen großen Unterschied, wenn man das auswählt.

Christian: Dann lass uns doch mal an das Thema Recherche einsteigen. Ganz großes Thema auch für mich aktuell. Ich hatte gesagt, die letzte Hausarbeit liegt jetzt 10, 15 Jahre zurück oder so, und damals war Recherche für mich noch: Okay, ich gehe jetzt in die Bibliothek, kaufe mir da mein Kaffee in der Cafeteria, dann setze ich mich oben vor so einen Bibliotheks-PC und benutze da den OPAC, heißt es glaube ich, so einen Bibliothekskatalog. Geb da meine Schlagworte ein und suche, dann gehe ich zu den Büchern, habe am besten erstmal so überblicksartige Bücher, guck dort ins Literaturverzeichnis und so weiter – und da gehen dann zwei, drei Tage drauf, sage ich mal im besten Falle. Und ich habe dann irgendwann meine Liste zusammen. Jetzt aktuell funktioniert es bei mir eigentlich ganz anders. Ich habe tatsächlich angefangen, jetzt auch für diese Hausarbeit erstmal mit Perplexity zu recherchieren. Kannst du uns vielleicht zuallererst mal erklären, was Perplexity eigentlich genau ist? Ich denke, viele unserer Zuhörerinnen und Zuhörer haben schon öfter Perplexity gehört, aber was ist das eigentlich genau?

Julia: Also bei Perplexity ist es eigentlich auch an der Stelle eine selbsterklärende KI, in der du Fragestellungen eingeben kannst. Du gibst jetzt keine konkrete Forschungsfrage ein, aber du kannst ein Thema eingeben oder unterschiedliche Stichworte, und dann werden dir einfach schon mal Quellen angezeigt. Und du kannst dann konkret diese Quellen weiter recherchieren. An der Stelle würde ich ganz konkret auch empfehlen, dass man den Modus „Akademisch" einstellt, weil dir dann wirklich z.B. nicht normale Webseiten oder Blogartikel ausgespuckt werden, sondern wirklich konkrete Studien. Besser funktioniert es natürlich immer mit englischsprachiger Literatur. Aber das ist, denke ich, auch mit den ganzen Übersetzungstools ja eigentlich kein Problem mehr – da funktionieren die einfach noch viel besser. Und so kann man sich dann einfach einen Überblick verschaffen mit Perplexity. Also vom Prinzip her ähnlich wie andere Recherche-Tools, aber eben noch mal gezielter auf Studien. So würde ich es jetzt mal ganz simpel versuchen zu erklären – oder hast du noch was zu ergänzen?

Christian: Ja, ich würde sagen, ist erstmal primär eine Suchmaschine. Du hast ja schon gesagt, wir brauchen jetzt erstmal noch keine Forschungsfrage. Man kann das auch gut benutzen, wenn man jetzt noch keine Forschungsfrage hat, vielleicht die noch nicht entwickelt hat. So habe ich das auch gemacht, erstmal für so eine überblicksartige Recherche zur Literatur. Du bekommst natürlich auch schon Antworten mitgeliefert. Und das Coole ist, du kannst dann einfach, nachdem Perplexity für dich recherchiert hat, den Output anders zusammenstellen lassen. Du kannst einfach sagen, gib mir die Quellen in einer Tabelle aus, sag vielleicht in einer Spalte zu jeder Quelle, warum die jetzt relevant für mich sein könnte. Also man kann da eben auch einfach nur mit dem möglichen Titel für seine Hausarbeit einsteigen und sich da schon mal Quellen recherchieren lassen.

Julia: Definitiv. Und du kannst dadurch natürlich auch dein Thema immer klarer machen. Du brauchst jetzt nicht unbedingt – ich meine, klar, mit einem ordentlichen Prompt kannst du natürlich auch in ChatGPT dir schon mal dein Thema Richtung Forschungsfrage generieren lassen. Aber auch hier kannst du erstmal sehen: Was gibt's dazu schon, was haben andere dazu geschrieben, was haben andere beforscht? Das kann ja auch dann eine Teilforschungsfrage von deiner Arbeit sein. Du siehst z.B., wie nutzen Studierende ChatGPT beim wissenschaftlichen Arbeiten – und dann siehst du beispielsweise, dass sich eine Studie mit den Herausforderungen der Studierenden bei der Nutzung von KI-Lösungen beschäftigt, und kannst das dann als Unterfrage mitnehmen. Also du kannst dadurch eben auch deine Forschungsfrage schärfen.

Christian: Also wichtig zu wissen: Das ist jetzt kein Chat im klassischen Sinne – natürlich ist es auch „chatig", aber man muss nicht so umfassend prompten wie das jetzt in ChatGPT der Fall ist. Du steigst da einfach mit einer Frage ein. Du kannst natürlich auch klassisch suchen, wenn du Lust hast, wie früher in so einem OPAC-Katalog – gibst du da ein Stichwort, zwei Stichworte ein, kriegst du natürlich auch ein Ergebnis.

Julia: Genau. Und vielleicht an der Stelle auch: Wenn wir jetzt natürlich heute uns vermehrt über KI unterhalten – ich bin nach wie vor ein großer Befürworter von Google Scholar, weil du da natürlich auch als akademische Suchmaschine Stichworte eingibst, eine Quelle kriegst, und unter dieser Quelle wird dir immer angezeigt „zitiert von". Und ich finde das insofern so gut, weil du hast dann beispielsweise eine Quelle von 2020 und dann unten drunter steht „zitiert von 280". Und dann ist das eigentlich schon ein Anhaltspunkt, weil viele fragen ja immer, wie finde ich denn eigentlich eine gute Quelle? Wenn eine Studie 280 mal zitiert wurde – und zwar nachdem sie selbst veröffentlicht wurde, also das ist dann nicht die Rückwärtssuche, ich gucke nicht in dem Dokument, worauf hat dieser Artikel sich bezogen, sondern ich schaue mir an, wer zitiert diese Studie. Und wenn eine Studie 2020 veröffentlicht wurde und 280 mal zitiert wurde, dann kann man davon ausgehen, dass die natürlich auch viel neuer sind und dass das schon mal eigentlich eine gute Ausgangsstudie ist, mit der man starten kann. Und dann kann man darüber die anderen Studien finden.

Julia: Und das ist aus meiner Sicht dann so ein bisschen eher die KI-Lösungen wie beispielsweise Connected Papers, die dir dann, wenn du eine Studie hast, so Verbindungen zu anderen grafisch darstellen. Und genau das sind wir eben schon, wo ich am Anfang meinte: Wenn du natürlich eine Hausarbeit schreibst mit zehn Seiten, dann kannst du dich da halt auch super schnell verlieren. Am Ende hast du dann 100 Studien und dann wird's schwierig. Deshalb eher den Blick dann doch ein bisschen einschränken.

Christian: Also Perplexity super für eine allererste Recherche, kann dir jetzt aber nicht ganz so gut dabei helfen, die Relevanz einzuschätzen. Und wie man Quellen prüft mit KI, schauen wir auch gleich noch mal. Aber wir reden erst noch über ein anderes Tool. Das habe ich tatsächlich heute auch genutzt und heute auch mal richtig intensiv ausprobiert: Das ist Consensus. Consensus kenne ich eigentlich schon eine ganze Weile. Da gibt's nämlich so ein Plugin für ChatGPT, und dann konnte man in ChatGPT direkt eine Frage stellen, die wurde an Consensus geschickt, hat dann Quellen zurückgegeben, und dann konnte man zu diesen Quellen weitere Fragen stellen. Consensus, so wie ich das heute benutzt habe – ich bin auf consensus.app, also die Webseite, gegangen. Ich habe dort einen Account und habe direkt meine Forschungsfrage eingegeben. Die habe ich schon ausgearbeitet, die ist eigentlich final von meiner Seite aus. Und dann habe ich die einfach noch mal ins Englische übersetzt, weil ich denke, die Suche dort funktioniert wahrscheinlich besser mit englischen Sucheingaben. Man kann es aber auch auf Deutsch machen, da kriegt man auch Ergebnisse.

Christian: Und dann kam wirklich eine ganze Reihe an Quellen. Dann habe ich dort noch mal die Deep-Research-Funktion ausprobiert – dann dauert diese ganze Suchaufgabe wirklich noch viel länger. Consensus sucht einfach mehr Quellen raus und analysiert gleich die Abstracts dieser Quellen, vielleicht auch ganze Ausschnitte, das weiß ich jetzt nicht so genau. Und dann kriegt man einen richtigen Bericht, tatsächlich eigentlich schon eine mögliche Antwort auf seine Forschungsfrage und Hinweise darauf, wie der Konsens zu dieser Forschungsfrage ist oder sein könnte. Deswegen heißt das Tool auch Consensus. Das fand ich richtig cool. Also ich habe jetzt keine ausfertige Hausarbeit in dem Sinne, aber ich habe ganz viel Inspiration und noch mal einen ganz anderen Blick auch auf die Quellen, die ich da verwenden könnte. Nutzt du das selber auch?

Julia: Ich nutze es tatsächlich auch in zweierlei Hinsicht. Also einmal, wie du es gerade schon beschrieben hast. Und wo ich finde, dass Consensus auch noch eine ganz große Stärke hat, ist wenn du z.B. erstmal überhaupt wissen möchtest, wie grundsätzlich die Forschungslage ist. Dann kannst du nämlich eine geschlossene Frage stellen, also eine Ja-Nein-Frage. Gehen wir davon aus, du stellst die Frage: Nutzen Studierende ChatGPT bei ihrer Abschlussarbeit? Ist ja keine Forschungsfrage, ist ja mit Ja oder Nein zu beantworten. Und dann gibst du diese Frage in Consensus ein, und dann kriegst du unter dem Ergebnis angezeigt: Ja, Nein oder Mixed – und die prozentuale Anzahl, wie viele Studien diese Antwort mit Ja beantworten, wie viele mit Nein. Ich habe das tatsächlich gestern mal recherchiert mit dieser Frage, da war es dann tatsächlich so: 100 % der Studien sagen Ja. Aber das hilft einem zumindest mal, was einzusortieren.

Julia: Also ich finde auch gerade bei Fragestellungen vielleicht im medizinischen Bereich könnte das eigentlich total hilfreich sein, wenn ich z.B. die Frage stelle: Hilft dunkle Schokolade dabei, den Blutdruck zu senken? Und dann kann ich erstmal einschätzen, wie ist dazu die Studienlage. Gibt's dazu Studien, macht das Sinn? Jetzt ist natürlich so, wenn ich weiß, alle Studien bestätigen das, ist vielleicht nicht ganz so spannend, dass man das noch mal aufrollt. Auf der anderen Seite kann man dann eine Art Übersichtsarbeit dazu machen. Also das kann dann auch die Methode ein bisschen beeinflussen, und so kann man das Tool finde ich auch ganz gut nutzen – einfach erstmal einen Überblick zu bekommen oder dann eben, wie du das jetzt gemacht hast, konkret die Forschungsfrage einzugeben.

Christian: Und was ich auch gemacht habe, ist gleich zu filtern. Du kannst ja so Filter einstellen, z.B. dass du nur Open-Access-Quellen möchtest. Das war für mich halt bei der ersten Recherche ein Problem – auf ganz viele Quellen konnte ich einfach nicht zugreifen. Und dann bin ich in meine Unibibliothek gegangen, also in die Online-Bibliothek, habe geguckt, ob ich da irgendwie an die Quelle rankomme. Das ging meistens nicht, und deswegen habe ich mal diesen Filter versuchsweise eingestellt, habe wirklich ganz viele Quellen gekriegt, auf die ich sofort zugreifen konnte, die ich runterladen konnte, die ich mir anschauen konnte. Gibt's noch mehr Filter – man kann auch nach Jahren filtern, dass man absolut aktuelle Literatur möchte oder nur ältere Literatur.

Julia: Genau, oder aus welchem Land, in welcher Sprache und so weiter. Ich habe dazu tatsächlich erst vor einer Woche oder so bei mir auf der Website schreibtischtalente.de einen Blogartikel zu Consensus geschrieben, auch mit Screenshots, also was man wo wie anklicken muss und so. Weil ich glaube, manchmal ist es ja so: Viele KI-Tools sind selbsterklärend, aber manchmal ist es vielleicht auch noch ganz hilfreich zu sehen, was sind die Stärken dieser Tools, was können sie leisten, wo sind sie weniger geeignet und wie kann ich sie dann bedienen. Das ist ein recht komprimierter Blogartikel, den kann man sich so mal anschauen, da ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung auch noch mal erklärt. Aber auch das finde ich ein ganz hervorragendes Tool.

Julia: Und wie du sagst – was ja wirklich die große Zeitersparnis ist, ist dass wir mittlerweile die Möglichkeit haben, direkt auf die Studien zuzugreifen. Das ist ja eigentlich das Wunderbare, dass wir diese Zeit nicht damit verbringen müssen, erstmal an diese ganzen Studien zu kommen. Ich kann mich erinnern, dass ich die teilweise bestellt habe und dass die dann über Tage gedauert haben, bis ich da irgendwie an die Studien gekommen bin.

Christian: Oder Fernleihe, weil man an irgendein Buch nicht gekommen ist.

Julia: Ja, genau. Subito hieß glaube ich so ein Dienst. Hat wahrscheinlich immer noch seine Berechtigung, weil es sind ja auch nicht alle Studien frei verfügbar. Aber dennoch ist es schon wirklich ganz hervorragend mittlerweile.

Christian: Also ein ganz tolles Tool, auch wenn man schon bisschen fortgeschritten ist, sehr hilfreich – jetzt in seiner Bachelorarbeit beispielsweise oder auch in einer Seminararbeit. Den Artikel verlinken wir natürlich in der Beschreibung für dieses Video, und dann kann man sich da noch mal so ein kleines Tutorial angucken für Consensus. Du hast schon gesagt, da werden dann lauter Quellen genannt, und ich habe auch heute gesehen, ich kann die Quellen direkt exportieren, z.B. im Format für Zotero, was ich persönlich nutze.

Christian: Dann lass uns doch mal ein bisschen darüber reden, wie man diese Quellen auswertet. Ich habe jetzt meine ganzen Quellen in Zotero – wie gehe ich jetzt ran? Mache ich das wirklich ganz klassisch, lese jetzt jede einzelne Quelle, oder kann ich da auch am Anfang schon mal mit KI rangehen?

Julia: Also natürlich kannst du jede einzelne Quelle lesen, und ich würde schon auch empfehlen, dass man grundsätzlich sich mal die Mühe macht, eine Studie zu lesen. Weil wenn ich nie verstanden habe, wie eine Studie aufgebaut ist, wenn ich eigentlich immer jemanden habe – in dem Fall KI –, die mir das Denken abnimmt und mir alles rausfiltert, dann fehlt mir natürlich auch was, und ich kann nie wirklich kritisch beurteilen: Macht es gerade Sinn, kann das stimmen? Aber grundsätzlich ist es natürlich so, dass es KI-Tools gibt, wie ChatPDF oder Explain Paper, die dir dann diese Arbeit abnehmen können. Und auch wenn ich mittlerweile schnell lese oder quer lesen kann – es gibt Studien, teilweise 80 Seiten. Wir haben alle die gleiche Zeit, und ich möchte mir oft die Zeit gar nicht nehmen, weil ich einfach schnell an das Ergebnis kommen möchte.

Julia: Mir ist es dann einfach wichtig, die richtigen Fragen zu stellen. Aber grundsätzlich musst du, um die Fragen zu stellen, natürlich auch wissen, wie ist eine wissenschaftliche Arbeit aufgebaut. Du brauchst eine Forschungsfrage, ein Forschungsziel, eine Methode, einen theoretischen Rahmen und so weiter. Und diese Fragen kannst du natürlich dann ganz wunderbar stellen: Wie lautet die Forschungsfrage? Wie groß war die Stichprobe? Was ist das Ziel der Studie? Welche Methode wurde durchgeführt? Was sind die wesentlichen Ergebnisse? Was wird diskutiert, was ist vielleicht das Desiderat, was ist die Forschungslücke? Aber das musst du natürlich irgendwann mal begriffen haben, was das überhaupt bedeutet, um das dann einzugeben und einzuordnen. Grundsätzlich, wenn das der Fall ist, kannst du das natürlich wunderbar dafür nutzen, um dir ganz konkret noch mal zu prüfen: Passt diese Studie eigentlich überhaupt zu meiner Forschungsfrage?

Christian: Ich kann ja mal erklären, wie ich das jetzt gemacht habe mit meiner Arbeit. Also ich habe dann wirklich ganz viele Quellen, so 10, 15 Quellen. Natürlich lese ich mir die auch alle durch. Ich gucke natürlich auch erstmal überhaupt die Titel an, ob das so passt, und guck noch mal in die Abstracts rein. Alle Quellen Open Access, weil ich konnte sonst nichts wirklich finden – das nur noch mal als Hinweis, weil du vorhin schon gesagt hattest, man muss auch so ein bisschen auf den Datenschutz achten. Und jetzt habe ich diese Quellen genommen und bin zu NotebookLM gegangen. Kann man aber auch andere Tools nehmen. Habe mir dort ein Notebook angelegt – das ist so ein kleines Projekt für diejenigen, die das noch nicht kennen. Und in dieses Projekt kann man jetzt Quellen oder Dokumente reinladen, hochladen. Man kann auch Webseiten verlinken. Und dann kann man das super zum Lernen nutzen – da reden wir dann vielleicht noch mal. Aber man kann auch schlicht und ergreifend Fragen an diese Quellen stellen. Das Praktische an diesem Tool ist, du kannst einzelne Quellen aktivieren oder deaktivieren.

Christian: Also ich habe jetzt z.B. einfach mal alle meine Quellen genommen und gesagt: Hier guck mal, ich schreibe eine Hausarbeit zu dem Thema, das ist meine Forschungsfrage, das ist meine Gliederung, alles schon final – und habe gefragt: Schätz mal bitte ein, passen diese Quellen gut zu meiner Arbeit? Decke ich damit alles ab, womit ich mich beschäftigen möchte? Und dann kriegst du eigentlich erstmal so eine ganz hilfreiche Einschätzung. Du musst es natürlich trotzdem auch selber einschätzen können und lernen. So bin ich rangegangen, und dann kannst du auch eine einzelne Quelle nehmen, kannst die anklicken und kannst sagen: Extrahier mir die Kernaussagen dieser Quelle. Und das, was du eben schon gesagt hattest – du kannst sogar sagen: Such mir mal ein paar interessante Zitate für meine Arbeit raus. Das funktioniert mal, mal funktioniert es nicht so richtig, wie das halt dann auch häufig bei KI so ist. Aber das ist so, wie ich einfach ausprobiert habe, ob ich da eine Möglichkeit habe, sowas für die Quellenarbeit zu nutzen. Aber vielleicht gibt's auch noch bessere Tools, ich weiß nicht, vielleicht hast du da auch noch Tipps.

Julia: Also finde ich auch total spannend. Was ich auch kürzlich ausprobiert habe: die Podcast-Funktion. Du kannst dir wirklich – ich habe da mal meine Doktorarbeit reingeladen, weil da konnte ich ja beurteilen, ob das dann korrekt ist oder nicht. Das ist dann schon witzig, weil die Stimme, wie dir das dann vorliest beziehungsweise zusammenfasst, die hört sich wirklich an wie so ein ganz professioneller Podcast. Ist schon lustig. Ich sage mal so, die Schwerpunkte, die ich jetzt persönlich gesetzt hätte bei meiner Arbeit, die waren ein bisschen verschoben, also von daher ja. Aber es ist trotzdem ein interessanter Ansatz gewesen. Und ich finde das spannend, wie du sagst, du kannst dir dieses Notebook anlegen und dann mit diesem Dokument, das aus unterschiedlichen Dokumenten besteht, weiterarbeiten. Du kannst eine Studie wieder rausnehmen, kannst andere miteinander vergleichen lassen, kannst Fragen an den Text stellen und so weiter.

Julia: Du hast natürlich unterschiedliche Möglichkeiten, du kannst es mit ChatPDF machen – wobei ich glaube, da kannst du immer nur einzelne Quellen hochladen, weiß jetzt gerade gar nicht genau – oder Explain Paper, und da kannst du genauso Fragen stellen. Du hast vorhin auch Zotero genannt als Literaturverwaltungsprogramm. Da ist meine grundsätzliche Empfehlung: Wenn du studierst, am allerbesten ist es natürlich, wenn du von Beginn an mit so einem Tool arbeitest. Was ich nicht empfehlen würde, ist, wenn du nie damit gearbeitet hast und dann steht sowieso schon Zeitdruck – dann ist es fraglich, wie viel Aufwand willst du betreiben, dich in so ein Tool noch einzuarbeiten.

Julia: Aber gut, gehen wir jetzt mal davon aus, wir haben das und du hast deine Quellen dort eingegeben. Dann kannst du natürlich auch einzelne Textpassagen dir da reinkopieren und kannst die wiederum paraphrasieren lassen, dass es in eigene Worte gegeben wird, und das kannst du ja auch wieder mit einer anderen KI machen. Dann hast du natürlich auch ein Stück weit Texte, die du verwendest. Trotz alledem musst du das natürlich zitieren – das wäre dann halt kein direktes, sondern indirektes Zitat. Aber so könntest du direkt, weil häufig ist ja immer so die Frage: Wie komme ich denn jetzt von der Studie zu meiner Arbeit? Und wenn du da Schwierigkeiten hast, natürlich kannst du dann auch die Ergebnisse selbst zusammenschreiben, aber das könnte dann eben ein möglicher Weg sein.

Julia: Und ich würde auch immer empfehlen: Wenn du eine Studie gelesen hast, geh nicht direkt ohne die irgendwie aufzubereiten gleich zu den nächsten Studien, und überleg dir immer, mit welchem Ziel liest du eine Studie.

Christian: Ich habe das häufig früher selber so gemacht, dass ich dann eine Studie nach der anderen auf meinem Schreibtisch hatte, den Ausdruck in gedruckter Form, und alles überall war markiert – und dann irgendwie wusste man aber gar nicht, weil das zu wenig Systematik ist.

Julia: Also deshalb: gezielte Forschungsfrage, gezielt und dann eben eine Studie nach der anderen so aufbereiten. Oder halt gegebenenfalls rauskicken, wenn man das Ergebnis nicht braucht.

Christian: So will ich das auch machen. Ich habe jetzt nicht nur NotebookLM genutzt, um mir da Inspiration geben zu lassen, wie relevant das Ganze jetzt ist. Ich habe noch andere Tools genutzt und so immer wieder Überschneidungen auch gesehen von Quellen, die tatsächlich wirklich sehr relevant für ein Thema sind, in dem ich mich jetzt eigentlich noch nicht so auskenne – ich schreibe jetzt erst eine Arbeit darüber.

Christian: Und vielleicht so: Wenn du jetzt natürlich mehrere Tools verwendest, verweisen die dann auch auf dieselben Studien?

Julia: Es waren teilweise unterschiedliche Studien. Es gab halt aber eben so Überschneidungen von so Klassikern.

Christian: Und so habe ich dann auch versucht, eine gut durchgemischte Studiensammlung für meine Arbeit zu erstellen – von Klassikern, die immer wieder zitiert werden, die seit 30 Jahren eigentlich auch von aktuellen Studien genutzt werden, und auch neue Studien. Ich habe auch noch Deep Research genutzt, das hattest du vorhin schon mal kurz erwähnt. Da kann man jetzt beispielsweise von ChatGPT oder von ähnlichen Chat-Tools auch eine ganz umfassende Recherche ausführen lassen. Die recherchieren aber auch im Web. Mit Gemini habe ich das heute ausprobiert – da bekommt man teilweise auch Blog-Quellen. Aber das habe ich einfach noch mal genutzt, um mich noch mal so ein bisschen abzusichern, zu gucken, gibt's da Ähnlichkeiten und Überschneidungen. Aber ich komme nicht drum rum, diese Studien zu lesen. Das ist ganz wichtig, und selber auszuwerten.

Julia: Ja, das stimmt. Definitiv.

Julia: Vielleicht eine Frage auch noch an der Stelle: Wie ist das bei euch an der Hochschule? Du hast ja wahrscheinlich eine Vorgabe, wie umfangreich die Hausarbeit sein muss. Bekommst du auch Hinweise, wie viele Quellen du mindestens verwenden musst, oder gibt's da irgendwie so eine Daumenregel?

Christian: Nee. Also es gibt eine aufgezeichnete Veranstaltung zur Hausarbeit, die habe ich mir jetzt noch nicht angeschaut. Möglicherweise geht's da auch noch mal darum, wie viele Quellen. Aber ich habe es erstmal beschränkt, so auf 10, 15. Die schaue ich mir jetzt erstmal alle an im Detail und dann gucke ich, ob ich damit meine Aussagen untermauern kann oder was auch immer ich damit erreichen will, ob das alles ausreicht.

Julia: Ich habe dazu kein abschließendes Urteil. Ich finde es immer so ein bisschen schwierig, wenn man dann mehr in die Quantität geht als in die Qualität. Häufig ist einfach eine richtig gute Studie deutlich mehr wert als fünf Expertenmeinungen. Und dass man da eher guckt: Okay, sind die peer-reviewed und so weiter? Oder wenn ich eine systematische Literaturanalyse oder eine Metaanalyse habe, das ist ja eine ganz andere Qualität der Studie, wo es dann auch ausreichen würde, wenn man vielleicht weniger hat.

Christian: Also wir können KI definitiv nutzen, um Quellen zu finden, auch um Quellen auszuwerten, vielleicht auch interessante Inhalte aus Quellen schnell zu extrahieren, erstmal überblicksartig zu gucken, ist das alles praktisch für mich. Aber wir kommen eben nicht ums selber Lesen drumrum. Und du hast gesagt, dieses Lesen alleine hat schon wirklich einen hohen pädagogischen Wert, um einfach besser zu sein oder zu werden auch im Verfassen von solchen Arbeiten. Letztendlich, mit so einer Seminararbeit schreiben wir auch ein Paper eigentlich. Wenn man viel davon liest, dann wird man das Ganze automatisch auch viel besser schreiben und strukturieren können.

Christian: Du hast, oder wir hatten jetzt auch schon über NotebookLM gesprochen, und es ist momentan auch ein sehr beliebtes Tool zum Lernen. Du hast da die Studio-Funktion erwähnt. Also man hat da drei Bereiche: seinen Quellenbereich, in der Mitte hat man das Chatfenster, das auf Gemini basiert, also dem Google-Chat im Prinzip, und auf der rechten Seite haben wir dann so ein sogenanntes Studio. Da kann man sich zu seinen Quellen einen Podcast anlegen, man kann sich Mindmaps anlegen, man kann sogar Videos erstellen lassen. Du hast schon gesagt, du hast deine Dissertation da hochgeladen, hast dir einen Podcast dazu erstellen lassen. Würdest du dazu raten, das generell zum Lernen zu nutzen? Mal angenommen, ich darf jetzt tatsächlich auch mein Studienskript da hochladen, für die Hochschule ist es kein Problem – soll ich mir da Karteikarten oder irgendwas daraus erstellen lassen, oder lerne ich doch besser direkt im Skript?

Julia: Also grundsätzlich glaube ich, würde ich natürlich erstmal gucken, was ist man selbst für ein Lerntyp. Also kann ich besser – in der Regel sind es ja irgendwelche Mischformen, es gibt ja nicht so den reinen auditiven Lerntyp. Und natürlich auch ein bisschen gucken: Wie passt es zum Leben? Also ich persönlich höre einfach, wenn ich laufen gehe oder sowas, unheimlich gerne einen Podcast, und verknüpfe das miteinander – eine kleine Sporteinheit und Podcast hören. Und wenn jemand sagt, das ist da, um mich vielleicht vorzubereiten, ich gehe ins Fitnessstudio, hör mir irgendwie was als Podcast an, lass mir vielleicht mein Skript noch mal vorlesen – dann finde ich, ist es ein super Einstieg, um danach zu sagen: Okay, ich gehe jetzt vielleicht direkt an den Schreibtisch und lern daran weiter.

Julia: Die Quizfunktionen – ja, auch da ist natürlich immer so eine Sache. Ich habe auch gesehen, dass mittlerweile auch selbst bei ChatGPT du dir unten bei dieser Plus-Funktion das als Quiz ausgeben lassen kannst und tatsächlich dann auch die unterschiedlichen Fragen beantworten. Ich habe da einfach mal so bisschen rumgespielt und mir das Stressmodell nach Lazarus habe ich mir einfach mal erklären lassen und danach so ein Quiz erstellen lassen. Habe ich da jetzt wirklich was gelernt? Ist es jetzt wirklich im Gedächtnis geblieben? Also ich glaube, da muss man selber auch ein bisschen schauen, welcher Typ ist man dafür.

Julia: Grundsätzlich finde ich, warum nicht? Aber ich glaube, es wird immer wichtiger, sich selbst gut zu reflektieren. Ist es jetzt eine Spielerei? Mache ich mir da vielleicht selbst was vor? Ich sitze 3 Stunden am Rechner, aber eigentlich war die Effizienz des Lernens eine halbe Stunde, weil ich ansonsten mehr damit beschäftigt war, Studien hochzuladen und mir den Podcast ausgeben zu lassen. Ich glaube, das ist dann wichtiger als jetzt ganz konkret zu sagen: Mach Karteikarten, mach einen Podcast, mach dies, mach jenes. Ich glaube, es wird immer wichtiger, auch in diesen Deep Work zu kommen und sich nicht in einer Welt voller Ablenkungen dann noch von mehreren bunten Sachen ablenken zu lassen.

Christian: Ja, viele Leute haben dann auch eine Vorstellung, dass Lernen nur noch so passiv funktioniert, und denken: Okay, ich habe eh nicht viel Zeit, warum mache ich nicht einfach aus meinem Skript einen Podcast und den höre ich dann unterwegs und im Fitnessstudio oder was auch immer. Aber ja, du bist Pädagogin, du wirst deine Schüler jetzt auch nicht einfach nur so lernen lassen, sondern du lässt die sicherlich in Unterrichtsstunden Aufgaben machen und sich mit den Themen beschäftigen. Aber sag mal, NotebookLM ist doch eigentlich ein ziemlich cooles Tool für Pädagogen, um sich Lehrmaterialien erstellen zu lassen, Bilder z.B. zu einem Skript oder sowas?

Julia: Definitiv, auf jeden Fall. Es ist ja mittlerweile unglaublich, was möglich ist und wie abwechslungsreich wir Dinge gestalten können. Wenn ich da so daran denke, wie das eigentlich noch vor einigen Jahren war. Auf der anderen Seite nutzen wir tatsächlich auch in manchen Ausbildungsgängen – also vielleicht auch noch zur Erklärung: Schreibtischtalente ist meine große Leidenschaft, aber mein eigentlicher Beruf ist, ich bin die Leitung der Akademie am Klinikum hier in Nürnberg. Und wir machen Aus- und Weiterbildung im ganzen Gesundheitsbereich, ob das medizinische Fortbildungen sind oder eben die pflegerische Ausbildung.

Julia: Und wir tendieren aber auch in manchen Ausbildungen jetzt wieder dazu, ganz konkret auch Bücher anzuschaffen und auch wirklich im Buch nachschlagen zu lassen, weil wir auch merken, dass bestimmte Kompetenzen bei den Schülerinnen und Schülern verloren gehen – z.B. einfach ein ganz normales Inhaltsverzeichnis zu interpretieren oder mit einem Stichwortverzeichnis zu arbeiten. Und ich glaube, da braucht man einfach eine gute Balance. Von daher ja, ich bin eine große Befürworterin von KI-Nutzung, und gleichzeitig habe ich aber auch den Eindruck, dass wir uns bei manchen Dingen aufs Wesentliche fokussieren müssen und als gutes Vorbild gehen müssen, um Räume zu schaffen, wo man einfach auch gut ins Lernen reinkommt und nicht sich ständig ablenken lässt. Weil wir wissen alle, wie schwierig es geworden ist – überall ploppt irgendwas auf und wie verlockend das ist, und wie weh es manchmal tun kann, angestrengt zu lernen und zu denken.

Christian: Also den Use Case für NotebookLM für mich persönlich habe ich jetzt auch noch nicht so gefunden. Ich habe jetzt auch aktuell nichts, wo ich ganz viel lernen oder auswendig lernen muss. Vielleicht ist es dann hilfreich. Was ich aber brauche aktuell, ist: Ich lerne gerade eine Programmiersprache, Python, mache ein Modul an der IU. Und bei mir ist es so, ich kann programmieren, ich kann andere Programmiersprachen, die man z.B. braucht, um eine Webseite zu programmieren. Und jetzt versuche ich, eine Verknüpfung zu finden von der neuen Programmiersprache, die ich lerne, zu dem Wissen, was ich eigentlich schon habe. Und das gibt das Skript jetzt nicht so her – da wird halt erklärt, was da alles wichtig ist, die ganze Theorie dahinter.

Christian: Und dann bin ich in ein Tool von meiner Hochschule gegangen, die hat einen ziemlich coolen KI-Chat, der auch direkt auf die Skripte zugreift. Und da habe ich einfach gesagt: Nimm mal die erste Lektion und erklär mir bitte alles. Oder anders: Ich habe gesagt, ich bin Experte in der und der Programmiersprache, ich kann das wirklich richtig gut – such mir erstmal bitte aus der ersten Lektion alles raus, was ich jetzt wirklich wissen muss, was ich nicht schon weiß. Und stell mir das mal kurz so zusammen, damit ich einfach besser einschätzen kann, was ich jetzt wirklich lernen muss und was nicht. Und dann habe ich gesagt: Und jetzt von den Dingen, die ich nicht weiß – mach mir bitte die Verknüpfung. Sag mir einfach, wie ist es in meiner Programmiersprache, die ich jetzt schon kann. Und habe mir dann einfach so kleine Übersichten erstellen lassen. Natürlich hätte ich mir das auch alles selber erarbeiten können, vielleicht hat es auch einen Lerneffekt, wenn ich mich dahingesetzt hätte. Aber so konnte ich ganz schnell einschätzen, womit muss ich mich jetzt eigentlich wirklich beschäftigen.

Julia: Ja, also da geht's ja eher um die Kompetenz des korrekten Promptens, würde ich jetzt mal sagen. Aber ich glaube, in dem Fall ist es ja so, dass du, um einen wirklich guten Prompt zu geben, auch Wissen brauchst, wo du anknüpfen kannst. Und bei dir war es jetzt so, dass du ganz konkret schon wusstest, was soll hinten rauskommen, was soll das Ziel sein. Und du hast auch gerade erwähnt, dass du kurz dich vorgestellt hast, also dass du kurz gesagt hast, ich bin eigentlich schon Experte, kann nur diese eine Programmiersprache nicht. Und ich glaube, diesen Kontext – die Rolle und was soll der Output sein und so weiter – je konkreter das natürlich beschrieben wird, desto besser ist natürlich dein Ergebnis. Aber dafür braucht's auch eine gewisse Kompetenz, und ich glaube einfach, das sind die Kompetenzen, die wir künftig noch viel mehr benötigen.

Christian: Meine Hochschule hat so einen KI-Chat, der heißt Syntea. Der hat natürlich Zugriff einerseits auf die Skripte, andererseits auch ein bisschen Wissen über mich, über meinen Lernstand. Da muss ich jetzt nicht mehr so intensiv prompten. Aber ich nutze natürlich auch ChatGPT oder so ein Chat-Tool in die Richtung. Und da muss man natürlich mal intensiv dazu sagen: Welche Rolle soll der Chat jetzt vielleicht einnehmen – das ist immer ganz hilfreich. Was ist der Kontext, wer bin ich, was mache ich, und was brauche ich eigentlich genau für einen Output. Klar, man muss sich natürlich immer an der Stelle auch für sich selbst entscheiden, was gebe ich da alles preis von mir. Das sind natürlich auch Entscheidungen, die man für sich noch mal gut abwägen muss. Und das sind wir auch wieder so ein bisschen beim Thema vom Anfang: Wo steht der Server, wo gehen die Daten hin und so weiter. Das sind natürlich Dinge, die man für sich dann auch die Entscheidung treffen und auch die Verantwortung übernehmen muss.

Christian: Und Zusammenfassungen – das machen ja auch ganz viele Studierende: Die nehmen sich ihre Skripte, markieren sich Dinge und schreiben sich dann so Zusammenfassungen für Klausuren beispielsweise. Gibt ja ganz viele Studiengänge, die sind auch stark klausurenlastig. Gerade im Fernstudium ist es dann auch so, dass da wirklich teilweise ganz skripttreu abgefragt wird und man richtig viel auswendig lernen muss. Nach jedem Modul gibt's eine Prüfung. Ist das vielleicht etwas, wo man sich mit KI das Lernen vereinfachen kann, indem man sich so Zusammenfassungen zusammenstellen lässt und dann direkt damit lernt?

Julia: Wenn das natürlich die Prüfungsformate sind, also wenn wir auf der reinen Wiedergabe sind, dann ja – also auf einem regelgeleiteten Lernen, dann: Let's go, do it! Sobald es natürlich auf eine höhere Taxonomiestufe geht, wenn du was analysieren musst, wenn du eigene Beispiele entwickeln musst, dann wird das wahrscheinlich einfach nicht mehr ausreichen. Aber wenn, und das ist natürlich bei vielen Studiengängen immer noch so, es allein darum geht, dass viel auswendig gelernt wird, dann glaube ich, sind das wirklich sehr gute Tools.

Julia: Auf der anderen Seite kannst du ja auch in den Dialog gehen. Selbst bei ChatGPT gibt's ja den Modus „Study Mode", glaube ich, heißt der. Und da bekommst du nicht nur die Antwort, sagen wir mal, du willst irgendein bestimmtes Kommunikationsmodell, sondern du kriegst da erst noch mal Fragen gestellt. Und das finde ich, ist dann auch noch mal eine andere Art oder eine andere Qualität, wenn da eine Interaktion stattfindet. Ansonsten würde ich wirklich immer abwägen, wie ist natürlich auch das Prüfungsformat, und dann einfach clever dazu die entsprechende KI nutzen.

Christian: Was ich richtig praktisch finde – das gibt's in dem Chat von meiner Hochschule – ist so ein Pre-Assessment. Das habe ich jetzt einfach gemacht, bevor ich angefangen habe mit dem Lesen im Skript, dass ich mir erstmal ein paar Fragen habe stellen lassen zum Skript, um selber zu gucken: Wie ist mein Lernstand, wie ist mein Stand eigentlich? Und das Interessante ist, dass ich dann mit einer ganz anderen Aufmerksamkeit lese, wenn ich mich gedanklich vorher schon mal damit beschäftigt habe – selbst wenn ich da ganz wenig nur gewusst habe. Weil ich soll das ja erstmal lernen, so aus dem Skript heraus. Aber dann kommt immer so dieses Ding: Ach stimmt, das wurde ich jetzt schon mal vorher gefragt. Und ich weiß nicht, als Lehrerin macht man das ja auch so ähnlich eigentlich, oder? Da lässt man Schüler ja auch erstmal Dinge zusammentragen zu einem Thema, um einfach erstmal zu gucken, was wissen wir eigentlich schon darüber?

Julia: Ja, ganz genau. Also ist ja auch eine absolut gängige Methode – entweder für einen Einstieg von der Unterrichtseinheit, um noch mal anzuknüpfen an die vorhergehende Stunde, oder um den aktuellen Lernstand noch mal zu prüfen. Und da gibt's natürlich Methoden, die einfach relativ sinnlos sind, wie beispielsweise, dass ich einen Text lesen lasse und die wichtigsten Sachen markieren soll – also das hat eigentlich einen sehr geringen Lerneffekt. Und dann gibt's natürlich bestimmte Methoden, die einen sehr hohen Lerneffekt haben, und das bedeutet eben: Wie kann ich dieses Thema schon mal selbst zusammenfassen? Ich glaube, das ist tatsächlich auch immer ganz wichtig, weil das ist ja eigentlich eine ganz rohe Kompetenz. Wenn ich selbst in der Lage bin, das auch jemand anderem zu erklären, oder ich bin selbst in der Lage, das noch mal in einfachen Worten darzustellen, dann ist eigentlich schon die Lernstufe sehr hoch.

Julia: Im Gegensatz dazu, wenn ich was häufig auswendig gelernt habe, dass ich da einfach dann halt nur gerade mal für die Klausur wiedergeben kann. Aber auch da kann ich mir gut vorstellen, und auch da kommt's natürlich wieder auf den Prompt an, dass ich meine KI, wenn ich die so trainiere, dann kann die da schon ein echt guter Sparring-Partner sein.

Christian: Okay. Also das vielleicht nehmen wir noch mal mit so aus diesem Themenbereich: Die KI ist zum Lernen auch wirklich ein Sparring-Partner, aber man darf sich auch nicht drin verlieren einfach in den ganzen Möglichkeiten und Tools, die es gibt, sondern einfache Dinge benutzen und die dann immer wieder benutzen, wenn das für einen funktioniert. Aber nicht die ganze Zeit denken, die nimmt mir jetzt das Lernen an sich ab.

Christian: Das ist genauso mit dem Schreiben, würde ich sagen. Das ist auch eine wilde Vorstellung von ganz vielen Studierenden aktuell, dass man sich seine Bachelorarbeit beispielsweise einfach schreiben lassen kann. Das kann aber keine – also vielleicht gibt's KIs auf dieser Welt, die das können, aber die sind jetzt nicht für uns zugänglich. Weil die einfach schon Probleme haben mit so ganz langen Texten. Allein das geht nicht. Vielleicht kann man sich Schritt für Schritt irgendwie schreiben lassen, aber da hat man trotzdem Arbeit, das Ganze irgendwie zusammenzukriegen, zusammenzupuzzeln, zu einer einheitlichen Sprache hinzubekommen und zu formatieren und so weiter.

Christian: Aber lass uns doch mal übers Schreiben mit oder mit Unterstützung von KI reden, und zwar auf eine Art und Weise, die jetzt kein Ghostwriting ist, sondern was man machen kann, um sich z.B. das Schreiben von der Seminararbeit wie bei mir oder eben auch von der Bachelorarbeit unterstützen zu lassen. Und Schreiben umfasst ja nicht nur das reine Schreiben. Das geht ja los schon eigentlich mit der Recherche, über die wir schon gesprochen haben. Aber ich muss z.B. auch eine Gliederung erstellen. Kann man sich da helfen lassen?

Julia: Mit Sicherheit. Also grundsätzlich ist ja eine Gliederung, muss man jetzt ehrlich sagen, insofern kein Hexenwerk, weil eine Gliederung eigentlich immer einen sehr ähnlichen Aufbau hat bei einer wissenschaftlichen Arbeit. Da kann man sich denke ich auf jeden Fall noch mal bei der Struktur behilflich sein lassen. Ich würde immer so vorgehen, dass ich sage, ich mache mir erstmal selbst Gedanken, ich versuche selbst die Gliederung irgendwie zu schreiben, ich versuche selbst auch meinen Text zu produzieren – und KI dann eher als unterstützend noch mal hinzuziehen.

Julia: Dass ich einfach sagen würde: Kannst du das vielleicht wissenschaftlicher klingen lassen? Oder: Kannst du darauf achten, dass die Satzanfänge nicht immer gleich sind? Oder: Kannst du darauf achten, dass ich keine grammatikalischen Fehler drin habe? Oder: Verändere diesen Absatz so, dass er wissenschaftlicher klingt, aber füge nichts hinzu und entferne auch nichts. Und ich kann mir gut vorstellen, dass wir dadurch auch den Effekt haben, dass man selbst auch seine Gedanken noch mal anders strukturieren kann. Also mir persönlich geht es so, dass ich manchmal dann auch Wörter sehe, die ich dann denke, oh ja, das verwende ich jetzt aber auch mal, die Formulierung. Also so, dass man selbst auch ein Stück weit beeinflusst wird von der KI – das finde ich eigentlich auch immer ganz spannend.

Julia: Aber das ist ganz konkret, und da ist ChatGPT wahrscheinlich eher nicht so gut geeignet. Also man liest das schon, ich finde schon, dass man da häufig rausliest, wenn ChatGPT einfach Texte geschrieben hat. Da gibt's glaube ich einfach bessere, wie Claude z.B. Oder wenn ich jetzt einfach nur sage, ich möchte meine Rechtschreibung, Grammatik und so weiter korrigieren, dann würde ich einfach DeepL oder DeepL Write verwenden.

Julia: Ich denke, es macht schon Sinn, dass man erstmal grundsätzlich diesen Text selbst irgendwie produziert und dann gegebenenfalls – auch bei Schreibblockaden kann ich mich ja von der KI unterstützen lassen, dass ich sage: Okay, gib mir irgendwelche Methoden, wie kann ich eine Schreibblockade überwinden? Und vielleicht werden die Methoden dann sein: Mach 10 Minuten Freewriting, wo du einfach mal nur drauflos schreibst, und wenn es der nächste Satz der gleiche ist wie der letzte, dann ist das auch in Ordnung. Oder so serielles Schreiben, wo jeder Satzanfang gleich beginnt, also z.B.: Schreiben bedeutet für mich ... – und dann versuchst du einfach nur den Satz immer zu beenden, um einfach so bisschen in dieses Schreiben zu kommen. Ich kann mir gut vorstellen, dass dir eine KI einfach Methoden geben kann, wie du deine Schreibblockade überwindest.

Christian: Also wichtig auf jeden Fall festzuhalten: Ich muss prompten können, wenn ich KI auch nutzen möchte, um mein Schreiben unterstützen zu lassen. Ohne Prompting funktioniert das erstmal nicht, dann bekommt man auch keine ordentlichen Ergebnisse. Ich kann mir natürlich helfen, eine Gliederung erstellen zu lassen. Ich kann mir vielleicht auch Inspiration für eine Forschungsfrage geben lassen oder ganz viele mögliche Forschungsfragen generieren lassen und mir dann einfach irgendwas aussuchen, was super interessant für mich ist, womit ich mich jetzt wirklich beschäftigen möchte. Das kriege ich natürlich auch alles aus meinem Kopf raus, aber manchmal hat man eben so ein Ding: Ach, da stimmt, da wäre ich gar nicht drauf gekommen, aber das ist ja super interessant.

Christian: Weil du eben erwähnt hast, Claude – vielleicht können wir noch ganz kurz erklären, was das eigentlich ist. Habe ich bei dir auch auf dem Channel gesehen, das ist auch ein Tool oder ein Chat, den du auch ganz gerne benutzt zum Schreiben.

Julia: Ja, genau. Also ich habe es bislang immer so verwendet, dass du Claude natürlich auch wie ChatGPT verwenden kannst, ganz normal. Aber du kannst einfach auch einen Absatz einfügen, den du bereits geschrieben hast, und kannst dann einfach noch mal den Prompt reingeben: Bitte überarbeite – also du kannst natürlich auch hier wieder den Prompt so schreiben: Ich bin Studentin der sozialen Arbeit im sechsten Semester und schreibe meine Abschlussarbeit. Bitte lass diesen Absatz wissenschaftlicher klingen, füge nichts hinzu, entferne nichts. Und aus meiner Sicht klingt das Ergebnis menschlicher, als wenn du das Ganze von ChatGPT oder Gemini schreiben lassen würdest.

Julia: Vielleicht an der Stelle, was auch super geeignet sein könnte – kennst du LMArena?

Christian: Sag mir, was das ist.

Julia: Also grundsätzlich gibst du deine Frage ein und kriegst immer parallel dazu zwei Antworten nebeneinander, die laufen dann runter. Und dann bewertest du, sagst du, was du besser findest, A oder B, und du weißt nicht, welche KI dir was ausgespuckt hat. Und aufgrund dieser Einschätzungen von Menschen entsteht auch immer so ein Ranking – die werden alle quartalsweise oder so ausgegeben. Aktuell sind Gemini-Modelle eher weiter vorne gerankt. Das kannst du entweder machen lassen, dass du nicht weißt, welche KI, oder du lässt einfach zwei gegeneinander antreten, Claude versus Gemini oder so, und guckst dann, was passt dir besser, oder nimmst da ein Teil und dort ein Teil. Also ich finde, das ist auch wieder super spannend, dass da KI gegeneinander antreten. Und Claude kannst du da auch auswählen.

Christian: Ja, dein Tipp war Claude zum Schreiben zu nutzen. Und Claude ist auch über claude.ai erreichbar, verlinken wir auch gerne in der Beschreibung. Und Claude gehört zu einem Unternehmen, Anthropic heißt das. Das Sprachmodell, das dem zugrunde liegt, heißt aktuell Opus, und für mich ist es wirklich aktuell die beste KI eigentlich oder die am besten funktionierende KI, die ich kenne, für alle möglichen Aufgaben – nicht nur für Schreiben, auch für Programmieren. Also mein Tipp: Guckt euch nicht nur ChatGPT an, sondern probiert auch einfach vielleicht mal mit einem anderen Tool wie Claude, ob ihr da nicht bessere Ergebnisse bekommt.

Christian: Aber was ich noch sagen wollte: Wenn ich jetzt so eine Arbeit schreibe, dann war es schon immer so, dass ich mir für meine Seminararbeit auch einen Lektor suchen konnte, der einfach noch mal drüber schaut über meine Arbeit, der vielleicht guckt: Habe ich mich an einen roten Faden gehalten, habe ich da Struktur drinne, ist Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung, Stil und so, diese ganzen Sachen. Und dafür kann man auch ganz normal oder legal eine KI nutzen. Wahrscheinlich kommt es immer noch nicht ran an einen richtigen Lektor, der sich einfach mal deine Arbeit anguckt und dir sagt: Ach komm, das hast du wirklich ganz schlecht formuliert, versuch's mal ein bisschen einfacher oder ein bisschen wissenschaftlicher. Aber dafür kann man das nutzen. Das ist immer noch was anderes, als wenn ich jetzt hingehe und sage: Schreib mir mal bitte Abschnitt 2.1 zusammen.

Julia: Ja, und du musst auch da eigentlich immer wissen: Was willst du eigentlich damit? Also will ich jetzt nur, dass der Absatz wissenschaftlicher klingt? Und das ist natürlich die Kompetenz, die eine Lektorin oder ein Lektor mitbringt – dass die ja nicht nur darauf schauen, wie wissenschaftlich es klingt, sondern dass die den Blick haben: Ist ein roter Faden sichtbar, wird deine Forschungsfrage auch wirklich beantwortet? Natürlich kannst du diese ganzen Fragen an KI stellen, aber du musst natürlich erstmal auf diese ganzen Fragen kommen. Sind deine Quellen, die du im Text hast, auch hinten im Literaturverzeichnis? Oder: Roter Faden – passt der Umfang deiner Kapitel? Hast du vielleicht das Fazit fünf Seiten geschrieben und den Hauptteil nur drei, oder andersrum? Oder ist die Einleitung vielleicht irgendwie viel zu kurz?

Julia: Und wenn du diese ganzen Fragen natürlich nicht stellst, dann wirst du auch nicht das entsprechende Resultat von der KI bekommen. Und ich denke, dass wir wahrscheinlich zum aktuellen Zeitpunkt da schon noch einen Vorsprung haben, dass ein guter Lektor, eine gute Lektorin da einfach komplexer noch in unterschiedliche Richtungen das beurteilen kann – außer man ist eben selbst in der Lage, all diese Fragen auch schon zu stellen.

Christian: Ja, ich würde sagen, wir müssten eigentlich mal zum Abschluss kommen. Wir haben es schon ganz lange, ich würde auch wirklich noch viel länger über das Thema reden, da gibt's auch noch ganz viele Dinge, die wir jetzt nicht angeschnitten haben. Aber was man so eigentlich immer wieder raushört, ist: Wir müssen das trotzdem können. Wir können das nicht alles der KI überlassen. Es ist einfach wichtig, dass wir lesen lernen, beispielsweise Studien lesen lernen – das haben wir jetzt hoffentlich rausgestellt –, und dass man eben auch selber schreibt und selber schreiben können muss. KI kann man eben als Sparring-Partner, als Tool, als Hilfe nutzen, aber das ersetzt letztendlich nicht die ganze Arbeit. Wahrscheinlich haben wir immer noch genauso viel Arbeit wie Studenten vor 20 Jahren, nur dass unsere Arbeit jetzt noch viel besser werden kann, wenn wir diese Tools wirklich intelligent nutzen.

Julia: Ja, also ich finde das ein ganz schönes Abschlusswort: die Tools intelligent nutzen. Ich bin total gespannt, wie sich das weiterentwickelt. Also manchmal finde ich diese rasante Entwicklung wirklich unglaublich. Und ich freue mich total darauf, immer zu sehen, wie das alles sich weiterentwickelt. Manchmal habe ich auch den Eindruck, mein Tag bräuchte definitiv mehr als 24 Stunden, weil ich so gerne alles da lernen würde, was es alles gibt, und auf jeden Zug aufspringen möchte. Aber da bin ich natürlich wieder bei dem, was ich am Anfang gesagt habe: Manchmal ist es auch ganz gut, wenn man sich auf bestimmte Sachen konzentriert und nicht überall gleich aufspringt. Und gleichzeitig bin ich auch gespannt, welche Kompetenzen wir in Zukunft stärker benötigen und wie sich auch unsere ganzen Prüfungsformate verändern. Also ich glaube, dass wir da in den nächsten Monaten und Jahren noch sehen werden, dass sich auch Studiengänge enorm verändern werden, die Prüfungsformate und so weiter.

Christian: Auf jeden Fall. Und sag mal, wie wird sich das bei dir entwickeln? Bücher gibt's natürlich von dir, das verlinken wir euch auch alles in der Beschreibung für diesen Podcast. Den Onlinekurs habe ich gesehen, ist relativ neu am Start zum Thema, wie man eine Bachelorarbeit optimal schreibt – oder kannst du uns da noch ein bisschen was dazu sagen?

Julia: Ja, sehr gerne. Also ich habe ja schon seit einiger Zeit „Der ultimative Study Guide" – das ist mein Buch, beim UTB-Verlag rausgekommen. Und dann habe ich diese Step-by-Step-Reihe, da habe ich einmal das Step by Step zur Bachelorarbeit, das ist so ein Workbook-Journaling, also sehr viel auch mit Freitext und so weiter, wirklich auch so ins Schreiben kommen. Da ist einmal die gesamte Struktur, wie ich eigentlich eine Abschlussarbeit aufbaue. Aber auch jetzt ganz neu habe ich das überarbeitet mit Tipps zur smarten KI-Nutzung. Das gibt's in der digitalen Version oder eben über Amazon KDP kann man sich das auch bestellen. Und ich habe dazu den Onlinekurs entwickelt und bin jetzt gerade dabei, mein zweiter Onlinekurs, der dann eben heißen wird nicht Step by Step zur Bachelorarbeit, sondern Step by Step zur Hausarbeit – und natürlich auch immer wieder die einzelnen Phasen des wissenschaftlichen Arbeitens, aber auch gleichzeitig eben welche KI wir dazu nehmen können. Das sind so meine aktuellen Produkte. Und ich werde aber mit Sicherheit auch weiter an Büchern dranbleiben, weil ich auch das wirklich ganz spannend finde und nicht nur auf diese Online-Formate setze – sondern ich bin fest davon überzeugt, dass auch Bücher ihre Berechtigung in Zukunft noch haben werden.

Christian: Okay, super. Und dann folgt auf jeden Fall alle auch Julia auf Instagram @schreibtischtalente. Wir verlinken euch das alles – Onlinekurs, Bücher, Webseite und so weiter und Instagram – in der Beschreibung für dieses Video. Also dir ganz herzlichen Dank für dieses super interessante Gespräch. Vielleicht finden wir irgendwie mal noch einen zweiten Teil oder wir machen mal ein Update in ein, zwei Jahren.

Julia: Unbedingt, ja, da sind alle gespannt, wie sich das bis dahin entwickelt haben wird. Herzlichen Dank. Wir sehen uns und hören uns.

Christian: Vielen Dank, Julia. Mach's gut. Tschüss.

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