Setzt die FernUniversität Hagen bald auf KI für fairere Klausurbewertungen?
Objektiv, fair und korrekt – dies sind die Grundsätze, nach denen Klausuren bewertet werden sollten. Doch Faktoren wie eine unleserliche Handschrift oder die Müdigkeit der korrigierenden Person können das Ergebnis verfälschen. Prof. Dr. Torsten Zesch von der FernUniversität in Hagen entwickelt daher eine KI, die genau hier ansetzt.
Prof. Dr. Zesch, Professor für Computerlinguistik und Mitglied der Fakultät für Mathematik und Informatik an der FernUni, arbeitet an einer Künstlichen Intelligenz (KI), die Klausuren automatisch bewerten kann. Das Ziel ist jedoch nicht, Lehrende zu ersetzen, sondern ihre Arbeit durch einen computergestützten Zweitkorrektor zu unterstützen. „Die Klausurkorrektur ist für die großen Studierendenzahlen, die wir hier an der FernUni haben, sehr aufwändig und fehleranfällig,“ erläutert Zesch. Die KI soll durch eine zweite Bewertung dabei helfen, dass Studierende gerechter bewertet werden und die Qualität der Korrekturen steigt.
Eine große Herausforderung bei der automatischen Bewertung ist die Handschrifterkennung. Viele Klausuren werden nach wie vor von Hand geschrieben und müssen digitalisiert werden, um von der KI korrekt erfasst zu werden. Hier haben Zesch und sein Team eine personalisierte Handschrifterkennung entwickelt, die die Handschrift jedes Studierenden individuell lernt, um Missverständnisse zu reduzieren und die Bewertung zu verbessern.
Die FernUni Hagen verfolgt das Ziel, die Forschung zur Künstlichen Intelligenz auch über den Bildungsbereich hinaus zu fördern. Zesch betont in einem Podcast, dass KI bereits tief in unseren Alltag integriert ist, oft ohne dass wir es bemerken. Ob im Smartphone, das bei der Texteingabe das nächste Wort voraussagt, oder in Übersetzungs-Apps – KI vereinfacht viele Aufgaben.
Obwohl die KI auf verschiedene Fragestellungen trainiert wurde, zeigt sich eine Grenze bei kreativen und tiefgründigen Fragen. „Die Computer sind im Moment noch nicht so gut darin, die kreativen Fragen zu stellen“, erklärt Zesch, der diese Eigenheit des menschlichen Geistes als Herausforderung für die Entwicklung zukünftiger KI-Systeme sieht.
Weitere Einblicke und die vollständige Podcast-Folge finden Sie auf der Seite der FernUni Hagen unter Lernen neu denken.
Quelle: FernUniversität Hagen
Veröffentlicht am 14.11.2024 11:12 von Christian Wolf