Wissenschaftsrat: Private Hochschulen fest im deutschen Hochschulsystem verankert
Private Hochschulen haben sich laut einer aktuellen Studie des Wissenschaftsrats zu einem festen Bestandteil der deutschen Hochschullandschaft entwickelt. Mit rund 400.000 Studierenden an 116 privaten Einrichtungen liegt ihr Anteil bei etwa 13 Prozent aller Studierenden. Zudem machen private Hochschulen inzwischen mehr als ein Viertel aller Hochschulen in Deutschland aus.
Der Wissenschaftsrat hebt hervor, dass private Hochschulen nicht mehr als Nischenanbieter gelten, sondern zentrale Aufgaben bei der Qualifizierung von Fachkräften und der Öffnung akademischer Bildungswege übernehmen. Besonders deutlich wird dies an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften: Hier studiert bereits fast ein Drittel der Studierenden an einer privaten Einrichtung. Der Verband der Privaten Hochschulen (VPH), dem 87 der 116 privaten Hochschulen angehören, sieht darin einen klaren Auftrag, die Innovationskraft und Vielfalt des Sektors weiter auszubauen.
Die Studie unterstreicht, dass private Hochschulen gezielt neue Zielgruppen ansprechen – etwa Berufstätige, Menschen ohne akademischen Familienhintergrund oder Studierende, die flexible und digitale Studienmodelle bevorzugen. Während die Studierendenzahlen an staatlichen Hochschulen zuletzt leicht rückläufig waren, wächst die Nachfrage nach privaten Studienangeboten stetig. Zwischen 2015 und 2024 hat sich die Zahl der Studierenden an privaten Hochschulen nahezu verdoppelt.
Ein weiteres Ergebnis: Die Vielfalt privater Hochschulen reicht von spezialisierten Fernhochschulen über Business Schools bis hin zu forschungsstarken Universitäten mit Promotionsrecht. Besonders in den Wirtschafts-, Sozial- und Gesundheitswissenschaften leisten sie einen wichtigen Beitrag zur akademischen Fachkräftequalifizierung und entlasten zugleich die staatlichen Hochschulen durch zusätzliche Studienplätze.
Der Wissenschaftsrat verbindet seine Bestandsaufnahme mit konkreten Empfehlungen: Forschung, wissenschaftliche Vernetzung und Transferleistungen sollen weiter gestärkt werden. Der VPH bewertet diese Impulse als gemeinsame Agenda für die Zukunft und betont die Bedeutung der Vernetzung mit staatlichen Hochschulen. Ziel sei ein leistungsfähiges, vielfältiges Hochschulsystem, das den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Anforderungen gerecht wird.
Für Studieninteressierte und Bildungsanbieter bleibt der Trend eindeutig: Private Hochschulen gewinnen weiter an Bedeutung – sowohl bei der akademischen Ausbildung als auch als Innovationsmotor im deutschen Wissenschaftssystem.
Quelle: Pressemitteilung vom 14.07.2026
Veröffentlicht am 14.07.2026 08:52 von Christian Wolf
Aktualisiert: 14.07.2026 12:02