Abschlussquoten an deutschen Hochschulen stagnieren – Frauen weiterhin erfolgreicher
Im Studienjahr 2020 haben 30 % der Bacheloranfängerinnen und -anfänger in Deutschland ihr Studium innerhalb von acht Semestern abgeschlossen. Bei den Masterstudierenden lag die Abschlussquote nach sechs Semestern bei 51 %. Damit bleiben die Quoten im Vergleich zum Vorjahr unverändert, wie das Statistische Bundesamt am 17. Juli 2026 mitteilte.
Die Studienverlaufsstatistik zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Bei den Bachelorabschlüssen nach acht Semestern erreichten 34 % der Frauen einen Abschluss, während der Anteil bei Männern nur 25 % betrug. Auch im Masterbereich liegen die Frauen mit einer Abschlussquote von 53 % vor den Männern (48 %), wobei der Abstand hier geringer ausfällt.
Erstmals wurden auch Abschlussquoten für Staatsexamensstudiengänge veröffentlicht. Von den 54.900 Studierenden, die 2018 ein Staatsexamen aufgenommen haben, schlossen 31 % innerhalb von zwölf Semestern ab. Auch hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern: 35 % der Frauen und 24 % der Männer erreichten den Abschluss im vorgesehenen Zeitraum.
Die Berechnung der Abschlussquoten orientiert sich an typischen Regelstudienzeiten: acht Semester für den Bachelor, sechs Semester für den Master und zwölf Semester für das Staatsexamen. Individuelle Unterbrechungen wie Auslandssemester oder Praktika werden dabei nicht berücksichtigt, was zu einer gewissen Unschärfe in der Abbildung individueller Studienverläufe führt.
Ein Blick auf die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass die Abschlussquoten insbesondere im Bachelorbereich seit einiger Zeit stagnieren. Detaillierte Analysen nach Fächergruppen und weitere Kennzahlen zu Studienabbrüchen und Übergängen liefert die Studienverlaufsstatistik des Statistischen Bundesamts.
Für Hochschulen und Bildungseinrichtungen bleibt die Frage nach den Ursachen für die anhaltend niedrigen Abschlussquoten im Bachelorbereich aktuell. Insbesondere der Gender Gap bei den Abschlüssen könnte Ansatzpunkte für gezielte Unterstützungsangebote liefern. Gleichzeitig verdeutlichen die Zahlen, dass viele Studierende für ihren Abschluss mehr Zeit benötigen als die Regelstudienzeit vorsieht – ein Aspekt, der bei der Studienplanung und Beratung stärker berücksichtigt werden sollte.
Quelle: Pressemitteilung vom 17.07.2026
Veröffentlicht am 17.07.2026 08:41 von Christian Wolf