01.07.2026

Psychologie-Studium in Deutschland: Boom bei Erstsemestern und neue Optionen für angehende Therapeutinnen

Das Studienfeld Psychologie erlebt in Deutschland einen anhaltenden Aufschwung. Im Wintersemester 2024/25 sind rund 116.500 Studierende in Fächern mit Psychologiebezug eingeschrieben – davon etwa 60 Prozent an Universitäten und 40 Prozent an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW). Besonders der Ausbau der Angebote an den HAW hat die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger in den letzten zwei Jahrzehnten vervierfacht.

Während im Wintersemester 2004/05 noch etwas über 3.000 Erstsemester ein Psychologiefach belegten, sind es aktuell mehr als 12.000 pro Jahr. Das Spektrum reicht vom klassischen Psychologiestudium über Wirtschaftspsychologie bis zu neuen interdisziplinären Studiengängen wie Angewandte Psychologie und Beratung. Damit ist Psychologie heute eines der am stärksten nachgefragten Studienfelder – bundesweit wählen vier Prozent aller Studierenden ein entsprechendes Fach.

Die regionale Verteilung zeigt deutliche Unterschiede: In Hamburg liegt die Dichte mit 244 universitären Psychologiestudierenden pro 100.000 Einwohner an der Spitze, gefolgt von Berlin und Bremen. Gleichzeitig bleibt das Fach weiblich dominiert: Im aktuellen Jahrgang sind vier von fünf Studienanfängerinnen Frauen.

Wer eine Karriere als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut anstrebt, muss bei der Studienwahl besonders aufpassen. Voraussetzung ist ein polyvalenter Bachelor an einer Universität sowie anschließend ein Master in Klinischer Psychologie und Psychotherapie. Studiengänge an HAW oder private Hochschulen, etwa in Wirtschaftspsychologie oder Angewandte Psychologie und Beratung, bieten interessante Alternativen, führen aber nicht direkt zur Approbation im Bereich Psychotherapie.

Die Zugangsvoraussetzungen unterscheiden sich je nach Hochschulart: An staatlichen Universitäten ist das Psychologiestudium oft zulassungsbeschränkt und wird über das bundesweite Vergabeverfahren mit Abiturnote und teils zusätzlichem Studieneignungstest (BaPsy-DGPs) vergeben. Private Hochschulen und HAW setzen hingegen häufig auf Motivationsschreiben, Bewerbungsgespräche oder alternative Auswahlkriterien. Für Berufserfahrene und Quereinsteiger ergeben sich dadurch neue Zugangswege, insbesondere im Fernstudium.

Die hohe Nachfrage nach psychologischer Qualifikation spiegelt sich auch im stetig wachsenden Angebot an spezialisierten Masterprogrammen wider. Neue Schwerpunkte wie Resilienz, Gesundheitspsychologie oder Familienpsychologie sind zunehmend gefragt, wie aktuelle Entwicklungen bei Anbietern wie APOLLON Hochschule oder DIPLOMA Hochschule zeigen.

Psychologie im Fernstudium bleibt damit ein dynamisches Feld – mit vielfältigen Karrierewegen, aber auch spezifischen Anforderungen für alle, die eine therapeutische Laufbahn anstreben.

Quelle: CHE-Pressemitteilung vom 22.05.2024
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