NRW-Hochschulen bündeln Kräfte: KI:Expertisezentrum.nrw startet mit Beteiligung der FernUni Hagen
Am 1. Juli 2026 ist das KI:Expertisezentrum.nrw offiziell an den Start gegangen. Das mit 15,4 Millionen Euro geförderte Projekt vereint die Kompetenzen von sieben Hochschulen, darunter die FernUniversität in Hagen, und soll den Zugang zu generativen KI-Modellen für alle Hochschulangehörigen in Nordrhein-Westfalen erleichtern. Ziel ist es, KI-Kompetenz nicht nur in Studium und Lehre, sondern auch in der Verwaltung flächendeckend zu verankern.
Unter der Konsortialführung der Ruhr-Universität Bochum arbeiten neben der FernUni Hagen auch die RWTH Aachen, die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die Universität zu Köln, die Technische Hochschule Köln und die Fachhochschule Dortmund an dem Vorhaben. Das Zentrum bündelt die Aktivitäten der Projekte KI:edu.nrw, KI:connect.nrw und Open Source-KI.nrw unter einem Dach. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW unterstützt das Projekt bis Ende 2030 finanziell.
Die FernUniversität bringt ihre Expertise im Handlungsfeld „Kompetenz“ ein. Hier werden Angebote zur Entwicklung von KI-Kompetenzen für Studierende, Lehrende und Verwaltungsmitarbeitende konzipiert. Ein besonderer Fokus liegt auf ethischen Fragestellungen: Die Bewertung von KI-Nutzung im Hinblick auf Gerechtigkeit, Demokratieförderung, Minderheitenschutz und Nachhaltigkeit steht im Zentrum. Prof. Dr. Stefan Stürmer, Rektor der FernUni, betont die Bedeutung eines reflektierten Umgangs mit KI-Technologien und sieht die Hochschule mit ihrem Forschungszentrum CATALPA sowie dem Zentrum für Lernen und Innovation als wichtigen Impulsgeber für die ethische und didaktische Ausgestaltung des KI-Einsatzes.
Das KI:Expertisezentrum.nrw gliedert sich in drei Handlungsfelder: Im Bereich „Kompetenz“ werden Schulungen und Beratungen angeboten, um KI-Wissen breit zu verankern und rechtliche Fragen zentral zu klären. Das Feld „Inferenz“ sorgt für die Bereitstellung zentral gehosteter Open-Source-KI-Modelle und die notwendige Hardware-Infrastruktur, damit Hochschulen unabhängig von kommerziellen Anbietern bleiben. Im Handlungsfeld „Apps“ wird eine landesweite Plattform aufgebaut, die sowohl kommerzielle als auch nicht-kommerzielle KI-Modelle zugänglich macht – mit besonderem Augenmerk auf faktentreue Antworten und die Entwicklung von Spezialanwendungen für Studium, Lehre und Verwaltung.
Die FernUniversität in Hagen engagiert sich bereits seit Jahren in landes- und bundesweiten KI-Initiativen. Über Projekte wie KI:connect.nrw und den KI-Campus wurden datenschutzkonforme Zugänge zu generativen KI-Tools geschaffen und Weiterbildungsangebote für Hochschulangehörige entwickelt. Mit der im Juni 2026 verabschiedeten KI-Strategie setzt die FernUni einen verbindlichen Rahmen für den verantwortungsvollen Einsatz von KI und baut ihr institutionelles Ökosystem mit Projekten wie LEAD:FUH und dem Feedback-System COFFEE weiter aus.
Für Hochschulentscheider und Studierende in NRW eröffnet das neue Zentrum die Möglichkeit, KI nicht nur technisch, sondern auch gesellschaftlich reflektiert zu nutzen. Die Bündelung von Ressourcen und Expertise soll den digitalen Wandel an den Hochschulen beschleunigen und Nordrhein-Westfalen als Vorreiter im Bereich KI-Bildung weiter etablieren.
Quelle: Pressemitteilung vom 09.07.2026
Veröffentlicht am 09.07.2026 16:49 von Christian Wolf