29.01.2026

FernUniversität Hagen baut KI-Ökosystem für verantwortungsvolle digitale Lehre aus

An der FernUniversität in Hagen entsteht ein umfassendes Ökosystem rund um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Learning Analytics (LA) in der Hochschulbildung. Mit Projekten, Kooperationen und eigenen Entwicklungen verfolgt die Hochschule das Ziel, Lehre, Forschung und Verwaltung zukunftsfähig zu gestalten. Im Mittelpunkt steht dabei die Strategie „KI made in Hagen“, die auf praxisnahe und wissenschaftlich fundierte Lösungen für das Fernstudium setzt.

Die FernUniversität hat eine institutionelle KI-Strategie entwickelt, die alle Bereiche der Hochschule einbezieht. Diese Strategie legt besonderen Wert auf Datenschutz, ethische Leitlinien und eine zentrale Datentreuhandstelle. Neben der technischen Integration von KI-Tools stehen gezielte Fortbildungsangebote für Studierende und Beschäftigte sowie die Forschung an KI-gestützten Lehr- und Lernprozessen im Fokus. Das Forschungszentrum CATALPA (Center of Advanced Technology for Assisted Learning and Predictive Analytics) spielt dabei eine zentrale Rolle, indem es Erkenntnisse aus der Forschung in die Lehre überträgt und personalisiertes Lernen fördert.

Ein zentrales Vorhaben ist das Projekt LEAD:FUH – Learning Empowerment through Analytics and Data, das seit Oktober 2025 von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre mit bis zu sieben Millionen Euro gefördert wird. Ziel des Projekts ist der Aufbau einer universitätsweiten Lehrarchitektur für den evidenzbasierten Einsatz von Learning Analytics. Alle fünf Fakultäten der FernUniversität werden einbezogen, um differenzierte Lösungen für verschiedene Fachkulturen zu entwickeln. Pilotprojekte konzentrieren sich auf Abbruchprognosen, personalisierte Lerninhalte und intelligente Dashboards zur Unterstützung selbstregulierten Lernens. Die Hochschule setzt damit bundesweit Maßstäbe für die Entwicklung digitaler Lehrarchitekturen und gilt als Modellhochschule für innovative Lehrkonzepte.

Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen dem Zentrum für Lernen und Innovation (ZLI), dem Zentrum für Digitalisierung und IT (ZDI), dem Forschungszentrum CATALPA und weiteren universitären Einheiten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Transferfähigkeit der entwickelten Lösungen: Ein 360°-Showroom zur Organisationsentwicklung und ein Open-Access-Toolkit für Learning Analytics sollen anderen Hochschulen als Vorbild für eine rechtssichere und partizipative Einführung von KI-basierten Lehrmethoden dienen. Die FernUniversität positioniert sich damit als Kooperationspartner für datengestützte Lehrinnovation im deutschsprachigen Raum.

Bereits im Regelbetrieb ist das KI-gestützte Feedback-System COFFEE, das Studierenden didaktisch geprüfte Rückmeldungen zu Freitextaufgaben liefert. Nach einer erfolgreichen Testphase im Bachelor Bildungswissenschaft wird das System inzwischen in allen Fakultäten eingesetzt und von rund 2.500 Studierenden genutzt. Ergänzend dazu wurde eine KI-Experimentierumgebung geschaffen, in der Lehrende neue Tools und Szenarien erproben können, darunter auch Anwendungen zur automatischen Digitalisierung von Prüfungsantworten.

Für Studierende bietet der neue Kurs „Lernen mit KI“ praxisnahe Einblicke in den Umgang mit KI-Tools und deren Einsatz im Studium. Seit Oktober 2024 wurden rund 2.000 Studierende darin geschult, KI-Anwendungen wie Quizgenerierung, Podcastunterstützung oder Quellcodeerstellung reflektiert und anwendungsorientiert zu nutzen. Die FernUniversität ist zudem in nationale und landesweite Netzwerke eingebunden, etwa über den KI Campus und die Digitale Hochschule NRW, um den Austausch und die Weiterentwicklung digitaler Lehre voranzutreiben.

Mit diesen Maßnahmen unterstreicht die FernUniversität in Hagen ihren Anspruch, Innovationen im Bereich KI und Learning Analytics verantwortungsvoll und nachhaltig in der Hochschulbildung zu verankern und als Impulsgeberin für die digitale Transformation im Fernstudium zu wirken.

Quelle: FernUni Hagen vom 29.01.2026
Foto: FernUni Hagen/Holger Jacoby
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